{"id":171,"date":"2022-12-20T16:49:27","date_gmt":"2022-12-20T15:49:27","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/t2g4neu\/?p=171"},"modified":"2022-12-20T16:49:36","modified_gmt":"2022-12-20T15:49:36","slug":"falling-back-in-love-with-life","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/t2g4neu\/2022\/12\/20\/falling-back-in-love-with-life\/","title":{"rendered":"\u201eFalling back in love with life&#8220; (Mika)"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: book antiqua, palatino, serif\">Meine Haare fallen in weichen Wellen \u00fcber meine Schultern, auf meiner Haut sp\u00fcre ich die W\u00e4rme meiner Decke. Drau\u00dfen ist es bereits wieder dunkel, obwohl es heute wohl gar nicht erst richtig hell geworden ist. Der cremefarbene Lampenschirm verteilt das warme Licht der Leselampe gleichm\u00e4\u00dfig im Zimmer und der Geruch des frisch aufgebr\u00fchten Tees erf\u00fcllt den Raum.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: book antiqua, palatino, serif\">Fr\u00fcher wollte ich immer stark sein. Das ist wohl wenig verwunderlich, wenn man mit einem gro\u00dfen Bruder aufw\u00e4chst, der einen immer in allem besiegt hat. In der Mittelstufe habe ich quasi nur schwarz getragen, habe mich unantastbar gef\u00fchlt. Ich habe mich von niemandem richtig verstanden gef\u00fchlt, keiner kam wirklich an mich ran. Das abzubauen ist wohl ein lebenslanger Prozess. Aber wenn ich eins w\u00e4hrend meines Abis gelernt habe, dann ist das St\u00e4rke in Sanftheit (engl. \u201esoftness\u201c) zu finden. Ich finde es mittlerweile absurd, dass in der westlichen Gesellschaft so ein starker Fokus auf St\u00e4rke und Disziplin liegt. \u201eNo pain, no gain\u201c. Warum sollte ich Schmerzen ertragen, um etwas zu gewinnen? Warum sollte ich leide, um zu meinem Ziel zu gelangen? Generell: Warum ist \u00fcberhaupt das Ziel der einzig relevante Faktor? Ist es denn nicht viel wichtiger, warum ich etwas tue, wie ich etwas tue, mit wem ich etwas tue? Ich hatte lange das Gef\u00fchl, nur etwas erreicht zu haben, wenn ich daf\u00fcr gelitten habe. Gerade w\u00e4hrend meines Abis habe mir oft erst etwas zu essen gemacht, wenn ich mit der einen Aufgabe fertig war. Egal wie stark mein Hunger war. Ich habe mir erst erlaubt eine Pause zu machen, wenn ich einen Gro\u00dfteil der Arbeit (oder am besten gleich alles) erledigt hatte. \u201eNo pain, no gain\u201c. \u00a0Und ja, ich habe ein sehr gutes Abi geschrieben. Aber nicht <em>wegen<\/em>, sondern <em>trotz<\/em> dieser Mentalit\u00e4t. Die hat mich n\u00e4mlich nicht ans Ziel, sondern ins Burnout gebracht. <\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: book antiqua, palatino, serif\">Um da wieder rauszukommen habe ich meine Priorit\u00e4ten \u00fcberdacht. Ja, Schule war mir sehr wichtig, ebenso, wie es jetzt die Uni ist. Aber meine absolute Priorit\u00e4t ist meine Gesundheit. Physisch wie psychisch. Und vor allem habe ich meine Arbeitsweise \u00fcberarbeitet. Ich arbeite nicht mehr in jeder freien Minute, f\u00fchle mich nicht mehr schuldig, wenn ich mir freie Zeit nehme. Es hilft mir sehr, wenn ich mir regelm\u00e4\u00dfig Zeit nehme etwas von Hand zu schaffen. Sei es beim Zeichnen, Backen oder H\u00e4keln. So verliere ich nicht den Bezug zur Realit\u00e4t, wenn ich so viel intellektuelle Arbeit f\u00fcr die Uni leisten muss. Dabei ist mir wichtig, dass Self-Care nicht der eigenen Produktivit\u00e4tssteigerung dient. Ja, ich kann langfristig besser und mehr schaffen, wenn ich mir Pausen nehme und mich um meine Gesundheit k\u00fcmmere. Aber Produktivit\u00e4t ist keins meiner pers\u00f6nlichen Ziele. Mein Ziel ist mein Leben mit allen Sinnen zu erleben. Details wahrzunehmen, mich selbst und andere zu lieben. Das mag f\u00fcr viele abgetakelt und kitschig klingen. Und vielleicht ist es das. Aber vielleicht w\u00e4re die Welt ein kleines bisschen besser, wenn jeder sich ab und zu Zeit nimmt die Regentropfen am Fenster zu beobachten oder beim Versuch etwas Neues auszuprobieren zu scheitern und es erneut zu versuchen. Statt sich \u00fcber etwas oder jemanden aufzuregen, innehalten und versuchen Verst\u00e4ndnis aufzubringen. Den Duft von frisch gebackenem Geb\u00e4ck einzuatmen und sich am Lachen seiner Liebsten zu erfreuen. Vielleicht w\u00e4re die Welt ein kleines bisschen besser, wenn wir St\u00e4rke ein bisschen weniger und Sanftmut ein bisschen mehr Wert zusprechen w\u00fcrden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: book antiqua, palatino, serif\">Ich habe eine Playlist, die \u201eFalling back in love with life\u201c hei\u00dft. Manchmal h\u00f6re ich sie f\u00fcr Wochen oder sogar Monate nicht. Aber jedes Mal, wenn ich wieder anfange sie regelm\u00e4\u00dfig h\u00f6re halte ich inne und l\u00e4chle.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Haare fallen in weichen Wellen \u00fcber meine Schultern, auf meiner Haut sp\u00fcre ich die W\u00e4rme meiner Decke. Drau\u00dfen ist es bereits wieder dunkel, obwohl es heute wohl gar nicht erst richtig hell geworden ist. 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