{"id":11,"date":"2022-11-09T09:10:56","date_gmt":"2022-11-09T08:10:56","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/t2g4neu\/?p=11"},"modified":"2022-11-17T08:34:34","modified_gmt":"2022-11-17T07:34:34","slug":"im-an-alien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/t2g4neu\/2022\/11\/09\/im-an-alien\/","title":{"rendered":"\u201eI\u2019m an Alien\u2026 (Mika)"},"content":{"rendered":"<p><em><span style=\"font-family: book antiqua, palatino, serif\">\u2026I\u2019m a legal alien, I\u2019m an Englishman in New York.\u201d<\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-family: book antiqua, palatino, serif\">Ich bin zwar weder ein Mann, noch komme ich aus England und New York ist Bremen nun auch nicht gerade. Aber als ich den Song kurz nach meinem Umzug wieder im Radio geh\u00f6rt habe, konnte ich zum ersten Mal wirklich nachvollziehen, was \u201eSting\u201c bei diesen Zeilen im Kopf gehabt haben muss.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: book antiqua, palatino, serif\">Dass sich die gewohnte Umgebung ein wenig \u00e4ndert, wenn man aus einer Kleinstadt in den Tiefen nieders\u00e4chsischer Flora und Fauna in den Stadtstaat Bremen zieht, war mir zwar klar. Aber leichter machet es die Navigation in der Gro\u00dfstadt auch nicht: \u00dcberall Verkehr, Autos, Busse, Bahnen. So viel, so laut. \u00dcberall Menschen, beim Einkaufen, auf dem Weg zu Uni. In der SBahn hat man selten Platz. Zum Sitzen ohnehin nicht, zum Stehen, wenn man Gl\u00fcck hat. Kopfh\u00f6rer rein, Podcast an. Auf die vorbeirasende Umwelt vor dem Fenster konzentrieren, den L\u00e4rm ausblenden. Jeden Tag zur Uni. Eine Stunde hin, eine Stunde zur\u00fcck.<\/span><\/p>\n<p><em><span style=\"font-family: book antiqua, palatino, serif\">\u201eBe Yourself, no matter what they say.\u201d<\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-family: book antiqua, palatino, serif\">Wie schafft man es, sich selbst treu zu bleiben, wenn man keine Zeit mehr f\u00fcr sein altes Leben, f\u00fcr Hobbies und Aktivit\u00e4ten hat. Nach der Uni den Abwasch machen, aufr\u00e4umen, Texte lesen, so viele Texte lesen. Obwohl der Kopf schon voll vom Material der Vorlesungen ist und man am liebsten einfach schlafen will\u2026 <\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: book antiqua, palatino, serif\">Wie schafft man es, selbst treu bleiben, wenn man alle seine Freunde zur\u00fcckl\u00e4sst. Wenn man in eine neue Stadt zeiht, ohne jemanden zu kennen. Fremde Gesichter, fremde Stimmen in der Stadt, im Supermarkt, im Vorlesungssaal.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: book antiqua, palatino, serif\">Einatmen, ausatmen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: book antiqua, palatino, serif\">Wie habe ich es geschafft, mir selbst treu zu blieben?<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: book antiqua, palatino, serif\">Einatmen, ausatmen. Die Situation akzeptieren, Emotionen wahrnehmen und zulassen.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: book antiqua, palatino, serif\">Ja, es ist schwierig in eine fremde Gro\u00dfstadt zu ziehen. Ja, es ist schwierig niemanden zu kennen. Ja, es ist schwierig gewohnte Routinen und Abl\u00e4ufe hinter sich zu lassen und mit Neuem konfrontiert zu sein. Verdammt schwierig sogar. Ich wusste, dass mir der Auszug schwerfallen wird, also habe ich mir vor dem Auszug ein Ziel gesetzt: Ich will zwei Wochen in Bremen bleiben und zur Uni gehen. Zwei Wochen nur. Einfach nur in der neuen Wohnung sein und zu den Veranstaltungen gehen. Keine weiteren Anspr\u00fcche. Nach den zwei Wochen kann ich immer noch abbrechen, kann ich immer noch zur\u00fcck nach Hause ziehen. <\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: book antiqua, palatino, serif\">Die zweite Vorlesungswoche ist jetzt um. Ich habe mein Ziel erreicht und bin dageblieben. Und jetzt? Ich habe neue Menschen kennengelernt. Ich habe die Stadt und den Campus kennengelernt. Ich habe angefangen neue Routinen zu entwickeln, neue Strategien zu bilden, um mit der noch ungewohnten Situation klarzukommen.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: book antiqua, palatino, serif\">Ich werde mein Studium nicht abbrechen und auch nicht wieder nach Hause ziehen. Das wusste ich auch schon vor zwei Wochen. Ich hatte es nie wirklich vor. Aber es hilft sich kleine Ziele zu setzten. Zwei Wochen sind deutlich leichter zu schaffen als drei Jahre. Jetzt, wo ich die ersten zwei Wochen \u00fcberstanden habe, werde ich auch die n\u00e4chsten zwei Wochen schaffen. Und die n\u00e4chsten und die n\u00e4chsten. Und vielleicht die n\u00e4chsten drei Jahre. Vielleicht auch nicht. Ich wei\u00df es nicht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: book antiqua, palatino, serif\">Was ich wei\u00df, ist, dass ich mir und meiner Liebe zum Lernen treu geblieben bin. Wissenschaft fasziniert mich jeden Tag aufs Neue. Nach jeder Vorlesung, so fertig ich auch bin, denke ich: \u201eIch wei\u00df, warum ich hier bin. Ich will mehr lernen, mehr Erfahrungen sammeln, mehr verstehen.\u201c Wie Hank Green, amerikanischer Videoblogger, Autor und Wissenschaftskommunikator in einem seiner besten Songs sagt: <em>\u201eI Fucking Love Science!\u201c.<\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026I\u2019m a legal alien, I\u2019m an Englishman in New York.\u201d Ich bin zwar weder ein Mann, noch komme ich aus England und New York ist Bremen nun auch nicht gerade. Aber als ich den Song kurz nach meinem Umzug wieder im Radio geh\u00f6rt habe, konnte ich zum ersten Mal wirklich nachvollziehen, was \u201eSting\u201c bei diesen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14397,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-11","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/t2g4neu\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/t2g4neu\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/t2g4neu\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/t2g4neu\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14397"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/t2g4neu\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/t2g4neu\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":72,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/t2g4neu\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11\/revisions\/72"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/t2g4neu\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/t2g4neu\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/t2g4neu\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}