RV05: Seiteneinsteiger im Regelunterricht

10. Mai 2018

In der fünften Vorlesung zum Thema Umgang mit Heterogenität ging es um sogenannte Seiteneinsteiger, also SuS aus anderen Ländern mit gar keinen oder geringen Deutschkenntnissen, die in Bremen erst einen Vorkurs zum Spracherwern besuchen und dann in die Regelklassen eingegliedert werden. Dies stellt die Lehrpersonen vor einige Herausfofderungen; Seiteneinsteiger haben oft sehr unterschiedliche Bildungshintergründe und deutsche Sprachkenntnisse. Ausserdem haben sie in den Vorkursen nur ein Jahr Zeit die Sprache im Idealfall so gut zu lernen, dass sie am Regelunterricht ohne grössere Probleme teilnehmen können. In Bremen haben die SE ausserdem die Möglichkeit, schon früher an weniger sprachbasierten Fächern wie Sport und Kunst am Regelunterricht teilzunehmen.

In meiner eigenen Schulzeit hatte ich so gut wie gar nichts mit Seiteneinstergern zu tun, die SuS waren ziemlich homogen und es gab keine Vorkurse, jedoch eine bilinguale Klasse, in der die Fächer auf Deutsch und Italienisch unterrichtet wurden. Kontakt zu Seiteneinsteigern hatte ich das erste Mal während meines Orientierungspraktikums, in dem ich beim Deutschunterricht in einem Vorkurs assistierte. Diese Erfahrung ist mir sehr positiv in Erinnerung geblieben, ich erlebte die Seiteneinsteiger als ungemein motiviert, fleissig und höflich. Darüber hinaus war ich sehr beeindruckt von dem Tempo, mit dem sich einige von ihnen Deutsch aneigneten. So konnten einzelne SuS schon nach 3 Monaten in Deutschland und ohne Vorkenntnisse der Sprache komplexe, flüssige Unterhaltungen führen. Die Lehrperson förderte sie mit anspruchsvollen Übungen, ging jedoch auf auf die individuellen Vorkenntnisse der SE ein.

Im Englischunterricht könnte es schwierig sein, sich auf die SE einzustellen, denn dazu müsste man ihre Sprachkenntnisse genau kennen. Viele SE haben Englisch auch schon in ihren Herkunftsländern gelernt, darauf müsste man eingehen. Falls dies nicht der Fall ist und sie im deutschen flüssiger sind als im Englischen, könnte man ihnen die Aufgabe geben, Texte, Dialoge o.ä. erst einmal ins deutsche zu übersetzen und nicht wie ihre Mitschüler gleich die Aufgabe in der Zielsprache Englisch bearbeiten.

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  • 1.    Matthias  |  Mai 12th, 2018 at 21:06

    Die Eingliederung von Seiteneinsteigern in den Regelunterricht halte ich für eine wichtige, aber anspruchsvolle Aufgabe. Binnendifferenziering ist nur möglich, wenn man die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler (SuS) einschätzen kann. Dies gilt nicht nur für den Englischunterricht, sondern in allen Fächern. Die wichtigste Aufgabe ist es die Fähigkeiten der SuS zu erkennen und sie beim weiteren Ausbau dieser zu unterstützen. Deine vorgeschlage Übersetzung der Aufgabe kann eine Vereinfachung darstellen, wenn Schwierigkeiten beim Aufgabenverständnis bestehen und die Deutschkenntnisse besser sind, als die Englischkenntnisse. Erklärende Bilder oder die Hervohebung von wichtigen Bestandteilen der Aufgabe können hierbei auf andere Weise unterstützen. Gleichzeitig können Anregungen durch Wordbanks SuS helfen, die Probleme bei der Wortfindung haben. Die Gabe von Antwortideen, Anregungen oder Leitfragen, kann helfen, wenn die Schwierigkeit in der Findung der Antwort liegt. Der Vordruck von Textstrukturen kann bei Schwierigkeiten mit der Gliederung von Antworttexten unterstützen und die mündliche Abfrage bei Problemen mit der Verschriftlichung des Ergebnisses. Ganz grundsätzlich sollte man die Möglichkeit einer längeren Bearbeitungszeit in Betracht ziehen.
    Es gibt also viele Ideen. Wichtig ist die richtige Auswahl nach je nach Anforderung. Ganz grundsätzlich denke ich, dass es im Englischunterricht einfacher ist einen Schüler einzubinden, da der Fokus auf dem erlernen der Sprache liegt. Dies ist für alle SuS der Fall. In anderen Fächern besteht bei SuS mit Deutsch als Zweitsprache eine Doppelbelastung, weil sie nicht nur Probleme mit dem Stoff, sondern u.U. auch sprachliche Probleme bei der Formulierung ihrer Antwort haben können.

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