{"id":497,"date":"2017-08-13T18:00:18","date_gmt":"2017-08-13T16:00:18","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/sruun\/?p=497"},"modified":"2017-08-20T19:03:38","modified_gmt":"2017-08-20T17:03:38","slug":"abschluss-was-bedeutet-stadt-fuer-menschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/sruun\/abschluss-was-bedeutet-stadt-fuer-menschen\/","title":{"rendered":"Was bedeutet Stadt f\u00fcr Menschen?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Wie und warum Menschen verbringen\u00a0ihre Zeit an bestimmten Orten der Stadt?\u00a0Welche Diskurse, Narrative und Wertvorstellungen h\u00e4ngen mit Orten zusammen? Wie sind auch lebensgeschichtliche Erinnerungen an Orte gekn\u00fcpft?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Kommen wir zur\u00fcck zu den <a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/sruun\/vorhaben\/\">Eingangsfragen<\/a>, die mich in diesem Projekt geleitet haben:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">1.) Wie und warum bauen Individuen Beziehungen zu urbanen R\u00e4umen auf?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">2.) Welche Bedeutungen bekommen urbane Orte f\u00fcr Individuen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">3. ) Wie bilden sich individuelle Netzwerke?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Stadt mit seinen Orten und R\u00e4umen hat viele verschiedene Bedeutungen f\u00fcr die unterschiedlichsten Menschen. So geschieht es auch, dass zu diesen diversen Orten verschiedenartigste Beziehungen aufgebaut werde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Unterschied zu <a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/sruun\/durchfuehrung-bewegtes-interview\/\">Person 1<\/a> lebt die befragte Person des Mental Mappings (<a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/sruun\/material-zum-mental-mapping\/\">Person 2<\/a>) erst seit drei Jahren in Bremen, mittlerweile auch im Stadtteil Findorff. Sie sieht den Hauptbahnhof als das Zentrum an, wor\u00fcber alle Wege letztendlich f\u00fchren und erw\u00e4hnt im Anschluss, dass daneben ihr pers\u00f6nliches Zentrum Findorff mit Zuhause und Freunden ist. Dementsprechend h\u00e4lt sie sich in Bremen in wiederholender Routine an denselben Orten auf und bewegt sich auf den gleichen Linien hin und her. Person 1 lebt ebenso in ihrer eigenen Welt in Findorff und schreibt diesem Stadtteil die gr\u00f6\u00dfte Bedeutung in ihrem Leben zu.\u00a0Somit besteht zwischen den beiden Personen die Gemeinsamkeit, dass spezielle Orte ihnen Gef\u00fchle von Sicherheit, Vertrautheit und auch Echtheit geben. Orte <a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/sruun\/theoretischer-exkurs\/\">existieren<\/a> niemals an zwei Stellen gleichzeitig und k\u00f6nnen in der Regel auch nicht versetzt werden, wodurch sie im Leben der befragten Menschen eine Konstante bedeuten. Die Bindung zu den meisten Orten geschah meist durch Ereignisse in der Vergangenheit, die tief in das Ged\u00e4chtnis eingepr\u00e4gt sind. Sie k\u00f6nnen dorthin immer wieder zur\u00fcckkehren, tun dies auch in einer Regelm\u00e4\u00dfigkeit, erfahrungsgem\u00e4\u00df aufgrund sozialer Beziehungen. Diese selbstausgew\u00e4hlten Orte sind authentisch und bed\u00fcrfen keiner zyklischen \u00dcberpr\u00fcfung der Bedeutungsebene. Sie verbinden mit diesen Orten neben Erinnerungen auch aktuelle Verpflichtungen, wodurch die Routine des Aufenthalts bzw. sowohl r\u00e4umliche als auch geistige N\u00e4he erhalten bleibt. Person 2 r\u00e4umt aber ein, dass ihre Heimat Cuxhaven, auch wenn es f\u00fcr sie in Richtung Beruf und damit Zukunft nicht attraktiv ist, f\u00fcr immer ein bedeutungsvoller Pfeiler in ihrem Leben sein wird. Bremen wird deshalb nie vollst\u00e4ndig ihr Zuhause sein, auch wenn sie es so benennt, sich dort zeitlich am meisten aufh\u00e4lt und ihre meisten Freunde dort leben. Vergleichbar damit ist die Motivation von Person 1 in Bezug auf den Wohnort, die f\u00fcr ein verlockendes Jobangebot aus Findorff (aber nicht zu weit) wegziehen w\u00fcrde. Entscheidend f\u00fcr beide Personen ist jedoch die Familie, die sie mit ihrer Heimat verbinden und die entscheidende Faktoren f\u00fcr das jeweilige Handeln sind. Au\u00dferdem bedeutsam sind Freizeitm\u00f6glichkeiten, die f\u00fcr beide ein Grund sind, zu anderen Orten au\u00dferhalb Findorffs zu fahren, vor allem bei Person 2, f\u00fcr die Findorff aber nicht der Heimatort ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Werden die unterschiedlichen Raumnutzungsmuster verglichen, lassen sich teilweise\u00a0individuelle, aber auch kollektive (Wert)Vorstellungen in den K\u00f6pfen feststellen. Dies bedeutet, dass einige Motivationen pers\u00f6nlicher Natur sind und mit der Vergangenheit sowie aktuellen Bedingungen zusammen h\u00e4ngen. Andere lassen sich \u00fcber die beiden Personen hinaus vermutlich noch bei vielen anderen finden, wodurch sie als kollektive Denkweisen und infolgedessen Handlungsmuster gesehen werden k\u00f6nnen. Eine weitere Zuordnung der Argumente entspricht der Unterscheidung von privat und \u00f6ffentlich, wonach einige Orte bzw. R\u00e4ume pers\u00f6nlich und intern sind und damit nicht von anderen Menschen als bedeutsam angesehen wird. Letzteres ist eher als \u00f6ffentlich anzusehen, wenn viele Menschen, die sich gegenseitig nicht kennen, dauerhaften Zugang zu diesen Standorten oder Gebieten haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Vergleiche ich die beiden Methoden bewegtes Interview und Mental Mapping f\u00e4llt mir zur\u00fcckblickend auf, dass mir Ersteres leichter fiel. Dies liegt meines Erachtens tats\u00e4chlich an der Bewegung, die einen regelm\u00e4\u00dfig in eine neue Umgebung f\u00fchrt, dadurch immer wieder neue Fragen aufwirft und zum Erz\u00e4hlen anregt. Die Methode des Mental Mapping ist wesentlich statischer und verl\u00e4uft im Grunde genommen wie ein normales narratives Interview ab, nur mit dem Zusatz des Kartierens. Dieser Zusatz hilft aber auf jeden Fall, um zu veranschaulichen, ist im Vergleich zum regelm\u00e4\u00dfigen Umgebungswechsel aber nicht so ergiebig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dies habe ich auch bei der Methode des <a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/sruun\/auswertung-wahrnehmungsspaziergang\/\">Stadtwahrnehmungspazierganges<\/a>\u00a0erkannt und aus dieser heraus entwickle ich eine Aufforderung an jeden Menschen wieder vermehrt mit wirklich offenen Augen, ohne ein Mobiltelefon in der Hand und ohne Kopfh\u00f6rer im Ohr durch die Stra\u00dfen zu gehen und sich voll auf seine Umwelt zu konzentrieren: Es gibt so viele mehr zu entdecken &#8211; mitunter erst auf den zweiten Blick. Dies kann etwas Geduld und Konzentration erfordern, aber meiner Meinung nach lohnt es, sich Zeit zum spazieren gehen zu nehmen. Ich hoffe, dass auch die befragten Personen ihren Blick nach der Durchf\u00fchrung der Methoden zumindest etwas ge\u00e4ndert hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Aus dieser pers\u00f6nlichen <a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/sruun\/inspiration-oder-liebesode-an-stockholm\/\">Motivation<\/a> die Methoden nicht nur der Ergebnisse halber durchzuf\u00fchren fiel es mir insofern aber oft schwer mich zur\u00fcckzuhalten und nicht meine eigene Meinung mitzuteilen. Dadurch h\u00e4tte sich die Befragung zu einem gleichgewichteten Gespr\u00e4ch gewandelt, wodurch die befragte Person ihre Erfahrung nicht mehr so ausf\u00fchrlich h\u00e4tte\u00a0mitgeteilten k\u00f6nnen. Um dies auszugleichen, habe ich die Form des Blogs gew\u00e4hlt, in dem ich mich und meine Ergebnisse in emischer Perspektive in pers\u00f6nlicher Form mitteilen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie und warum Menschen verbringen\u00a0ihre Zeit an bestimmten Orten der Stadt?\u00a0Welche Diskurse, Narrative und Wertvorstellungen h\u00e4ngen mit Orten zusammen? Wie sind auch lebensgeschichtliche Erinnerungen an Orte gekn\u00fcpft? 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