{"id":149,"date":"2017-06-01T15:14:18","date_gmt":"2017-06-01T13:14:18","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/sruun\/?page_id=149"},"modified":"2017-08-02T12:49:50","modified_gmt":"2017-08-02T10:49:50","slug":"vorhaben","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/sruun\/vorhaben\/","title":{"rendered":"Vorhaben"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\"><span style=\"font-family: helvetica, arial, sans-serif\"><strong>Stadtplanung<\/strong> stellt f\u00fcr jede Regierung und Verwaltung einer Stadt eine Herausforderung dar, da es\u00a0Unmengen von Anspr\u00fcchen, Vorgaben und Beschr\u00e4nkungen gibt, die Umsetzungsm\u00f6glichkeiten\u00a0deutlich formen und beeinflussen. Meiner Meinung nach ist es f\u00fcr die Gestaltung einer Stadt, eines\u00a0Stadtviertels oder einzelnen, bestimmten Orten aber von ebenso gro\u00dfer Bedeutung, was die Bewohner,\u00a0Nutzer oder Konsumenten von Pl\u00e4nen und der letztendlichen Umsetzung halten. So gibt es momentan\u00a0einige <strong>Visionen, Projektplanungen und Bauvorhaben<\/strong>, die das Gesicht der Stadt Bremen an einigen\u00a0Orten ma\u00dfgebend ver\u00e4ndern werden und Auswirkungen auf das Leben ihrer <strong>Bewohner<\/strong> hat, z.B. das\u00a0neue City Gate am Bahnhofsplatz. Der Hauptbahnhof ist ein sozialer Brennpunkt und\u00a0Verkehrsknotenpunkt zugleich, wodurch viele Menschen sowohl f\u00fcr kurze als manchmal auch l\u00e4ngere\u00a0Zeit, gewollt oder ungewollt, zusammen kommen.\u00a0Mich interessiert es daher, wie und warum <span style=\"color: #3366ff\">(junge) Erwachsene (im Alter zwischen 18 und 30)<\/span> ihre\u00a0Zeit an bestimmten Orten der Stadt verbringen. Ich vermute dieses relativ neue, konkrete Interesse f\u00fcr\u00a0die Stadt als Lebensraum r\u00fchrt aus meinem Auslandssemester, welches ich im Wintersemester 2016\/17\u00a0in <strong>Stockholm<\/strong> verbrachte. Diese Stadt war f\u00fcr mich komplett neu und unbekannt, sodass ich mich\u00a0zun\u00e4chst orientieren musste.\u00a0Die Stadt an sich ist ein von Menschen <strong>k\u00fcnstlich<\/strong> konstruierter und errichteter Ort, der unterschiedlich\u00a0an nat\u00fcrliche Strukturen angepasst wird, diese umorganisiert oder beseitigt. Daraus ergibt sich die\u00a0Tatsache, dass Menschen diesen Orten unterschiedlicher \u00e4u\u00dferer Gestalt diverse <span style=\"text-decoration: underline\"><span style=\"color: #333300;text-decoration: underline\">Bedeutungen<\/span><\/span>\u00a0zuschreiben, die voneinander abweichen, aber genauso gut identisch sein k\u00f6nnen. Ich selber gehe oder\u00a0fahre sehr gerne durch die Stadt und entdecke <strong>neue<\/strong> Orte, an denen ich nur selten oder gar nicht war \u2013\u00a0auch noch nach fast drei Jahren, die ich nun in Bremen wohne. Es gibt aber auch viele Menschen, die\u00a0sich ohne oder nur mit wenigen Ausnahmen immer an den gleichen Orten aufhalten und sich somit\u00a0immer auf den gleichen Strecken und Linien hin und herbewegen.\u00a0Mich interessiert daraus folgend auch, wie gut Menschen ihre \u201e<strong>Heimatstadt<\/strong>\u201c kennen, ob und weshalb\u00a0so etwas wie der Entdeckungsdrang mit der Lebenszeit in einer Stadt sinkt oder ansteigt und zu\u00a0welchen Orten Menschen weshalb (keine) <span style=\"text-decoration: underline\">Beziehungen<\/span> haben.\u00a0Fortfahrend in Richtung einer Hypothese werde ich versuchen, die r\u00e4umliche Bewegungen und Verortungen der befragten Akteure abzubilden und evtl. in einer Art <span style=\"text-decoration: underline\">Netzwerk<\/span> innerhalb der\u00a0Stadt Bremen darzustellen. Dieses sollte aufzeigen k\u00f6nnen, wo\u00a0sich Menschen zeitlich gesehen am meisten oder am liebsten aufhalten oder eben nicht. Es wird sich\u00a0ferner aus z.B. den Interviews ergeben, welche Abl\u00e4ufe, Regelm\u00e4\u00dfigkeiten und Besonderheiten\u00a0wiederkehrend auftauchen und welche \u00c4hnlichkeiten oder Abweichungen zwischen den Interviewten\u00a0bestehen. Aus letzteren kann ich somit Vergleiche ziehen und \u00fcber die Bedeutung von R\u00e4umen und\u00a0Orten in der Stadt schlussfolgern.\u00a0<\/span><span style=\"font-family: helvetica, arial, sans-serif\">Aus diesen \u00dcberlegungen ergeben sich folgenden drei Fragestellungen:<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-family: helvetica, arial, sans-serif;font-size: 12pt\">1.) Wie und warum bauen Individuen <span style=\"text-decoration: underline\">Beziehungen<\/span> zu urbanen R\u00e4umen auf?\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-family: helvetica, arial, sans-serif;font-size: 12pt\">2.) Welche <span style=\"text-decoration: underline\">Bedeutungen<\/span> bekommen urbane Orte f\u00fcr Individuen?\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-family: helvetica, arial, sans-serif;font-size: 12pt\">3. ) Wie bilden sich individuelle <span style=\"text-decoration: underline\">Netzwerke<\/span>?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\"><span style=\"font-family: helvetica, arial, sans-serif\">Die Ergebnisse meiner Untersuchungen werde ich auf einem selbst erstellten Blog (z.B. mit\u00a0Wordpress) pr\u00e4sentieren und dabei auf verschiedene Methoden und Darstellungsweisen zur\u00fcckgreifen.\u00a0Mein Projekt wird allerdings keine komplette ethnografische Feldforschung, da ich nicht tief in das\u00a0Feld eintauche und auch meinen <strong>eigenen<\/strong> Zugang zu dem Thema mit auswerte und vergleiche.\u00a0Zur Datensammlung werde ich zun\u00e4chst einen <strong>Stadtwahrnehmungsspaziergang<\/strong> bestreiten, um erste\u00a0Ideen zu sammeln und mir meiner pers\u00f6nlichen Antworten zu den Fragen bewusst zu werden. Bereits\u00a0dabei werde ich <strong>fotografieren<\/strong>, um meine Eindr\u00fccke festzuhalten.\u00a0Im Anschluss werde ich mindestens ein <strong>narratives und\/oder bewegtes Interview<\/strong> f\u00fchren, um personal fokussieren zu\u00a0k\u00f6nnen und somit Sichtweisen und Vorstellungen meiner Zielgruppe einzuholen, die ich miteinander\u00a0vergleichen und daraus Schl\u00fcsse ziehen kann. Akteure im Raum sind somit mein Hauptinteresse.\u00a0Zur Darstellung der oben erw\u00e4hnten Netzwerke werde ich letztere entweder mit der Hand oder dem\u00a0Computer versuchen zu <strong>zeichnen<\/strong>, sodass zu verfassten Texten und Fotografien auch ein weiteres\u00a0Element hinzukommt. Wenn dies nicht funktionieren sollte, werde ich diese Art <strong>Mobilit\u00e4tsdiagramm<\/strong>\u00a0versuchen durch <strong>\u201emental mapping\u201c<\/strong> zu erstellen, indem ich die Interviewten oder zus\u00e4tzliche Personen\u00a0ihr Netzwerk zeichnen zu lassen.\u00a0Im Laufe der Untersuchungen werde ich durchgehend die Fortschritte und Erkenntnisse aktualisieren\u00a0und meine Hypothesen reflektieren.\u00a0Mithilfe von Literatur werde ich mein Projekt theoretisch einrahmen, was mir f\u00fcr meine Bachelor-\u00a0Arbeit helfen wird, die ich \u00fcber das gleiche Thema schreiben werde. Dazu greife ich u.a. auf Literatur\u00a0\u00fcber\u00a0<\/span><span style=\"font-family: helvetica, arial, sans-serif\">Raum-Definitionen und die Raum-Debatte,\u00a0<\/span><span style=\"font-family: helvetica, arial, sans-serif\">(Nicht-)Orte,\u00a0<\/span><span style=\"font-family: helvetica, arial, sans-serif\">Stadttheorie,\u00a0<\/span>Stadtwahrnehmung(sspazierg\u00e4nge) und\u00a0<span style=\"font-family: helvetica, arial, sans-serif\">soziale R\u00e4ume und Imaginationen von de Certeau, Debora, Keith et al., Lef\u00e8vre, Foucault, Bourdieu, Latour und Bischoff et al.\u00a0<\/span><span style=\"font-family: helvetica, arial, sans-serif\">zur\u00fcck.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-family: helvetica, arial, sans-serif;font-size: 12pt\">Au\u00dferdem benutze ich Material aus dem Seminar \u201eEthnografische Stadtforschung\u201c aus dem\u00a0Wintersemester 2015\/16 und der cityInitiative Bremen Werbung e.V..<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Ziel dieses Projektes und letztendlich Blogs ist es, der Stadt und m\u00f6glichst vielen Bestandteilen dieser wieder mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung zu schenken. Dies kann in der Form geschehen, dass man wieder eine Art Entdeckungsdrang entwickelt und neue Orte wie Bars oder Ortsteile besucht oder einfach auf dem Weg zur n\u00e4chsten Stra\u00dfenbahnstation einen anderen Weg geht. Erreichen m\u00f6chte das ich in Bezug auf mich selbst, aber ebenso den Lesern dieses Blogs zu Herzen legen, dh. sich seiner allt\u00e4glichen Lebensumwelt wieder bewusster zu werden und auch was au\u00dferuniversit\u00e4re oder -berufliche Aspekte angeht zu lernen. Denn meiner Meinung nach gibt es weniges, dass unbefriedigender ist als Stagnation.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stadtplanung stellt f\u00fcr jede Regierung und Verwaltung einer Stadt eine Herausforderung dar, da es\u00a0Unmengen von Anspr\u00fcchen, Vorgaben und Beschr\u00e4nkungen gibt, die Umsetzungsm\u00f6glichkeiten\u00a0deutlich formen und beeinflussen. 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