{"id":14,"date":"2021-06-18T16:25:54","date_gmt":"2021-06-18T14:25:54","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/sosesona2021\/?p=14"},"modified":"2021-06-18T16:26:50","modified_gmt":"2021-06-18T14:26:50","slug":"rv-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/sosesona2021\/2021\/06\/18\/rv-10\/","title":{"rendered":"RV 10"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">1. Welche Modelle von Behinderung sind Ihnen in Ihrer eigenen Bildungsbiografie und den schulischen Erfahrungen als angehende Lehrkraft begegnet? An welchem Zuweisungspraktiken (z.B. durch \u00c4u\u00dferungen) machen Sie das fest?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">2. Bitte reflektieren Sie die Erfahrungen mit Exklusion und Inklusion in der Bildungsbiografie der beiden G\u00e4ste (Frau Dittmann und Herr Palkowski) vor dem Hintergrund Ihrer eigenen Erfahrungen:<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Gab es Punkte in meiner Bildungsbiografie, an denen mein Bildungsweg bef\u00f6rdert wurde? An denen er begrenzt wurde? Was spielte hierbei eine Rolle? Und welche Konsequenzen ergeben sich daraus f\u00fcr mich als angehende Lehrkraft?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">3. In der Vorlesung wurde auch die Perspektive von Eltern angesprochen. Bitte schauen Sie sich das Video zum Engagement von Eltern (Gespr\u00e4ch mit Elke Gerdes) an: https:\/\/uni-bremen.de\/themen\/engagement-von-eltern\/:<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Welche Meinung haben Sie zum Elternwahlrecht? Was sind Vor- und Nachteile?, Welche Bedeutsamkeit messen Sie der Zusammenarbeit mit Eltern bei und was sind zentrale Gelingensbedingungen?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">1.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">In der Oberstufe war ein Junge, der an einer Krankheit leidet, die stark dem Autismus \u00e4hnelt, jedoch kann ich seinen genauen Zustand nicht mehr benennen. Er war die meiste Zeit \u00fcber still, sowohl im Unterricht, als auch in den Pausen. Seine Schwierigkeiten im Unterricht lagen somit meist in den m\u00fcndlichen Bereichen. Unser Lehrer hat jedoch stets betont, dass seine Klausuren wirklich gut ausfallen w\u00fcrden. Bei ihm hat es l\u00e4nger gedauert, sich seinen Mitsch\u00fcler*innen zu \u00f6ffnen und \u00fcberhaupt mit ihnen \u00a0zu sprechen. In der 12. Klasse musste er das Jahr wiederholen, denn m\u00fcndlichen Anforderungen und vereinzelte F\u00e4cher wurden nicht mehr ausreichend mit seinen Leistungen gedeckt. In seiner neuen Klasse war er die meiste Zeit alleine. Es hei\u00dft, seine Noten haben sich dadurch nicht verbessert und er sei noch ungl\u00fccklicher, als zuvor. Ich wei\u00df nicht, inwiefern ich die Entscheidungen jener Lehrer*innen verurteilen kann, die \u00a0den besagten Sch\u00fcler das Jahr wiederholen lassen. In Anbetracht seines Zustandes, seinen besseren schriftlichen als m\u00fcndlichen Leistungen und seinen Schwierigkeiten, neue Verbindungen zu Sch\u00fcler*innen und Lehrer*innen aufzubauen, kann ich hierbei das soziale Modell von Behinderung heranziehen. Ich denke, wenn man den Sch\u00fcler mehr unterst\u00fctz h\u00e4tte, \u00fcberwiegend seine hervorragenden Leistungen zu bewerten, als solche, die f\u00fcr ihn gar nicht greifbar sind und ihn nicht aus seinem sicheren Umfeld &#8222;gezerrt&#8220; h\u00e4tte, h\u00e4tte er seinen Bildungsweg fortf\u00fchren k\u00f6nnen. Hierbei stellen die Verantwortlichen Lehrer*innen die Barriere dar, die sich gegen die Teilhabe des Sch\u00fclers errichtet. (Vgl. Waldschmidt 2005)<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">2.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">W\u00e4hrend Frau Dittmann viele Ausgrenzungen und Einsch\u00fcchterungen (selbst als Lehrkraft) erleben musste, musste Herr Palkowski diese, nicht mindestens in gleichem Ma\u00dfe, erleben. Nichtsdestotrotz waren die Jahre an Frau Dittmanns Grundschule sehr sch\u00f6n, aber vor allem integrativ, da ihre Bed\u00fcrfnisse absolut ber\u00fccksichtigt wurden, was auf dem Gymnasium leider nicht weitergef\u00fchrt wurde. Nach dem Unfall hatte Herr Palkowski immer noch die gleichen Freunde wie zuvor, niemand hat sich von ihm abgewendet. Wenn es um den Gemeinschaftsentzug ging, war er sehr gleichg\u00fcltig und lie\u00df die Leute einfach ihren Willen durchsetzen. Er hatte nur Probleme mit seiner eigenen Motivation, sodass er die Schule nicht beenden konnte. Trotzdem fand er schnell eine Stelle als Lehrling.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">In meiner Schullaufbahn wurde ich in diesem Kontext weder bef\u00f6rdert, noch benachteiligt. Ebenso habe ich kaum diese Erfahrungen bei anderen wahrnehmen k\u00f6nnen, bis auf den bereits erw\u00e4hnten Junge, aus meiner ehemaligen Klasse.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Meiner Meinung nach sollte man als Lehrer*in ein Gesamtbild der Situation haben, man sollte niemanden aus den Augen verlieren. Jedes Kind und jede*r Sch\u00fcler*in verdient die Ermutigung und Unterst\u00fctzung, die sie\/er braucht. So ist beispielsweise das Verhalten der Lehrerin von Frau Dittmann ein absolutes Negativbeispiel, ihre Bed\u00fcrfnisse wurden nicht ber\u00fccksichtigt und die H\u00e4nselei ihr gegen\u00fcber ganz ignoriert. SuS sollten immer das Gef\u00fchl vermittelt bekommen, sich einer*m Lehrer*in mitteilen zu k\u00f6nnen und denen ihre Sorgen anvertrauen zu k\u00f6nnen<\/span><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">. Ein Gespr\u00e4ch mit den Eltern oder der betroffenen Person kann in vielen F\u00e4llen sehr aufschlussreich sein, zum Beispiel im Hinblick auf die verschiedenen F\u00f6rderma\u00dfnahmen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">3.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Elternwahlrecht bedeutet \u201e[\u2026] das Recht der Eltern von Kindern mit Behinderungen [\u2026] zwischen einer inklusiven Unterrichtung an einer allgemeinen Schule und einem Unterricht an einer separierenden Sonder- oder F\u00f6rderschule frei zu w\u00e4hlen.\u201c (Wocken 2017, S. 1)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Wahlfreiheit ist im Gegensatz zu Zwang immer positiv zu sehen. Das Stimmrecht der Eltern ist in diesem Zusammenhang jedoch nur dann sinnvoll, wenn der alleinige Zweck das Wohl des Kindes ist. Es gibt viele denkbare Extreme, die sowohl f\u00fcr als auch gegen das Wahlrecht interpretiert werden k\u00f6nnen, aber entscheidend ist f\u00fcr mich, dass die Eltern mit dieser Entscheidung nicht allein gelassen werden. F\u00fcr Eltern und Kinder besteht ein Bedarf an geeigneten und qualifizierten Beratungsangeboten, die mit ihrem Wissen die Entscheidungsfindung zum Wohle des Kindes bei der Schulwahl unterst\u00fctzen k\u00f6nnen.\u00a0<\/span><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Nat\u00fcrlich kann es der Fall sein, dass die Eltern das Richtige f\u00fcr das Kind entscheiden, aber meist f\u00e4llt es ihnen schwer, den Schulalltag der Kinder nachvollziehen zu k\u00f6nnen. Dies kann sich schlie\u00dflich als Nachteil f\u00fcr den\/die Sch\u00fcler*in herausstellen. Dies zeigt einmal mehr, dass die Arbeit mit den Eltern auch f\u00fcr die Lehrkr\u00e4fte entscheidend ist und gegenseitiges Zuh\u00f6ren und Unterst\u00fctzung ben\u00f6tigt wird.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Welche Modelle von Behinderung sind Ihnen in Ihrer eigenen Bildungsbiografie und den schulischen Erfahrungen als angehende Lehrkraft begegnet? An welchem Zuweisungspraktiken (z.B. durch \u00c4u\u00dferungen) machen Sie das fest? 2. 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