Genderorientierte Schulaufgaben

Wenn ich an meine Schulzeit zurück denke, muss ich zugeben, dass ich mich mit meinem männlichen Geschlecht in keinem Fall minderwertig o.Ä. gefühlt habe. Besonders im Matheunterricht kamen immer wieder Aufgaben vor in welchen nur ein Geschlecht, also entweder männlich oder weiblich, eine Rolle gespielt hat wie z.B  „Paul hat 5 Äpfel und schenkt einen seiner Freundin, wie viele Äpfel hat Paul noch übrig?“  oder “ Julia nimmt an einem Glücksspiel teil, bei welchem sie gleichfarbige Kugeln aus einem schwarzen Beutel ziehen muss. Sie hat 3 Versuche um 2 gleichfarbige Kugeln zu ziehen, wie gut stehen Julias Chancen 2 gleichfarbigen Kugeln zu ziehen?“

Diese Standardaufgaben kennt wahrscheinlich jeder Schüler bzw. Student. Im ersten Sinne ging es immer nur darum solche Aufgaben „richtig“ bzw „korrekt“ zu beantworten und dabei die Rechenwege aufzuzeigen. Ob es für die Moral der Schüler einen Unterschied gemacht hätte, wenn in der ersten Aufgabe „Paul und Jana haben 5 Äpfel“ stehen würde anstatt NUR Paul, möchte ich stark bezweifeln.

Jedoch spielt die Aufgabe in Fächern wie z.B Geschichte eine größere Rolle. Wenn es in einer wichtigen Geschichtsklausur darum geht, dass sich Schülerinnen und Schüler in die Rolle des Julius Caesar versetzen sollen und ein Imperium führen sollen, kann es zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen kommen, da sich eventuell Mädchen oder Frauen nicht gut in die Rolle eines Mannes versetzen können. Dies gilt selbstverständlich auch anders herum. Bei solchen Aufgaben gilt es also, die Anforderungen Gender-gerecht zu gestalten, damit es zu keinen „unfairen“ Verhältnissen kommt, welche wiederum zu eventuellen schlechten Noten führen können.