Offener Unterricht

Welche Vorteile bringt offener Unterricht für heterogene Gruppen, welche Nachteile haben Sie bereits im schulischen Alltag beobachten können?

Beim „Offenen Unterricht“ handelt es sich um eine Unterrichtsform, welche vorsieht die Lehrkräfte und Pädagogen innerhalb des Schulunterrichts zurückhaltener werden zu lassen, sodass die SuS selbstständig bestimmen, wann und was sie lernen möchten.

Was für Vorteile bringt der offene Unterricht mit sich ?

Der offene Unterricht sieht es vor, dass die individuellen SuS anfangen, selbstständig ihre Aufgaben zu organisieren und zu planen. Den Planungen entsprechend müssen diese Aufgaben logischerweise auch erfüllt werden. Die SuS können sich frei aussuchen, wann und wo sie an einer Aufgabe arbeiten wollen und vor allem an welcher Aufgabe bzw. für welches Fach sie lernen wollen. Diese Unterrichtsart appelliert sehr stark an der Selbstständigkeit sowie an der Disziplin der einzelnen SuS. Den SuS wird durch diese Form ebenfalls wichtige Werte und Gedankengänge näher gebracht bzw. gefördert, jedoch auch gefordert, wie zum Beispiel “ Zeit-Management“ und “ Verantwortung und Disziplin“. Durch den offenen Unterricht wird es den SuS ermöglicht ohne jegliche Art von „Konkurrenz innerhalb der Klasse“ ihre Materialien und Aufgaben so zu bearbeiten, wie es ihren natürlichen Ryhtmus und vor allem ihrer Belastbarkeit entspricht. Des weiteren ist der offene Unterricht eine sehr gute Vorbereitung auf das Leben nach der Schule. Denn auch in den Universitäten sowie in der Arbeitswelt geht es darum, selbstständig seine Arbeit zu planen und zu erledigen.

 

Was für Nachteile hat offener Unterricht ? Welche Erfahrungen wurden gemacht ?

Dass das Konzept und der Gedanke des offenen Unterrichts logisch, gut und ebenfalls notwendig ist, steht meiner Meinung nach außer Frage, jedoch gibt es immer wieder einige Aspekte, die dieses Konzept behindern bzw. nicht zu 100% aufblühen lassen. Es ist klar, dass alle SuS individuelle Menschen mit individuellen Bedürfnissen sind. Es gibt Schüler, die in einem jungen Alter schon sehr intelligent und reif sind, während es auf der anderen Seite Schüler gibt, welche noch nicht so intelligent sind und daher Betreuung oder Hilfe benötigen. Daher ist es wichtig zu erwähnen, dass durch den offenen Unterricht diese hilfsbedürftigen und vor allem noch junge und formbare Schüler völlig vernachlässigt werden würden. Gerade diese SuS benötigen die Nähe der Lehrer und Pädagogen um mit dem Unterrichtsstoff klar zu kommen. Eine Unterrichtsform, welche die Lehrperson ins Rücklicht treten lässt, wäre daher für eine heterogene Lerngruppe oder Schulklasse völlig fatal.

Ich habe die Unterrichtsform in den letzten Jahren meiner Schulkarriere erlebt und konnte am Ende der Schulzeit mit geteilter Meinung aus der Schule treten. Es ist für einige SuS sehr angenehm zu wissen, dass sie ihre Arbeit selber planen können und daher mehr Verantwortung innerhalb der Schule jedoch auch im Privatleben aufkommt. Jedoch verlangt diese Form einen hohen Ausmaß and Disziplin und Selbstkontrolle, da sehr leicht die Verführung entsteht, bestimmte Aufgaben immer wieder zu verschieben. ( Ganz nach dem Motto: „Ach, das kann ich auch noch nachher oder morgen machen.“ ) Dadurch passiert es, dass SuS die Aufgaben komplett vergessen bzw. zu spät einreichen und dementsprechend eine schlechtere Note bekommen, welches wiederum dazu führt, dass die SuS die Motivation am Schulunterricht verlieren. Daher kann der offene Unterricht auch die Effizienz der Leistung beeinträchtigen. Es ist wichtig, dass ein solches Projekt in einem höheren Jahrgang ( Z.B 10 oder 11 Klasse ) eingeführt wird, da hier die SuS eine gewisse Reife entwickelt haben und sich ihrer Verantwortung eher bewusst sind, als SuS aus jüngeren Jahrgängen.

Ein Gedanke zu „Offener Unterricht“

  1. Hallo Soner,
    mit deinen Gedanken, welche du dir zu dem Thema ,,offener Unterricht“ gemacht hast, stimme ich Voll und Ganz überein. Ich sehe es genauso, dass ein offenes Lernen in höheren Klassen, also mit einer gewissen Reife die man dann voraus setzen kann, durchaus sehr sinnvoll sein kann. Ein Erfolg bei so einem Projekt kann sehr motivierend auf die Schüler wirken. Es ist jedoch auch wichtig, wie du schon gesagt hast, das selbständige Lernen nicht von Schülern der Mittelstufe oder jünger zu erwarten, da diese noch nicht so zielorientiert arbeiten und ihnen noch viele andere Dinge im Kopf rumschwirren. Deshalb ist es entscheidend, SuS langsam und Stück für Stück mehr Verantwortung tragen zu lassen und nicht von heute auf morgen. Deine Überlegungen finde ich zutreffend und sie wären mir so oder so ähnlich auch in den Sinn gekommen.

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