Können wir die Welt vor dem Klimawandel noch retten?

Jeden Freitag bestreiken tausende Schüler auf der ganzen Welt ihren Schulunterricht. Sie gehen unter dem Motto „Fridays for Future“ (FFF) auf die Straße und machen auf die Notwendigkeit des Klimawandels aufmerksam.
Doch die Meinungen rund um die FFF-Demonstrationen und dem Umgang mit dem Klimawandel gehen auseinander. 

Fakt ist: Der Klimawandel existiert und das nicht gerade erst seit gestern.

Hans von Storch, einer der bedeutendsten Klimaforscher Deutschlands, ist einer dieser Kritiker der weltweiten Fridays for future-Bewegungen. Laut Storch sieht man auf den Postern und Plakaten, die zum Streik eingesetzt werden „am laufenden Meter eine Vermischung aus Halbwissen, wissenschaftlichen Argumenten und Unwahrheiten“.
Dass es Klimaveränderungen gibt, will Storch nicht leugnen. “Es geht um die Geschwindigkeit , äußerte er sich.

Klimawandel und Solidarität – Wie passt das jetzt zusammen?

Um die durch Treibhausgase hervorgerufene Erderwärmung auf 1,5 Grad zu reduzieren, müssten nach Storchs Berechnungen jedes Jahr 38 Milliarden Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Auch der CO2 Ausstoß soll bis 2050 auf Null begrenzt werden.
Da stellt sich die Frage: Wie soll das gelingen? 

„Wir müssen Maßnahmen aufzeigen, die sich zur Nachahmung eignen “, so Storch.

Was Hans von Storch sich vorstellt, ist eine auf Solidarität basierende Abgabe, um Innovationen im Bereich des Klimaschutzes voranzutreiben, kurz genannt: “Klima-Soli”. Als Gesellschaft zusammenhalten und solidarisch gerecht zusammen gegen den fortlaufenden Klimawandel ankämpfen. Dafür müsse sich zunächst jedermann selbst fragen, mit wem er oder sie sich solidarisieren möchte: mit Menschen aus dem eigenen Bekanntenkreis, mit Menschen auf der Flucht, Menschen mit Handicap oder wenn es um das Klima geht, mit den zukünftigen Generationen oder aussterbenden Tierarten, die dem Klimawandel zum Opfer fallen. Deutschland alleine kann den Klimawandel nicht aufhalten, aber Deutschland kann etwas dazu beitragen. Man wünsche sich Solidarisierung seitens der anderen Länder, so dass neue wirtschaftlich attraktive Technologien bspw. in Indien oder Afrika übernommen werden können. Voraussetzung hierbei natürlich: Die Technologien müssen klimaneutral sein. 

Wie Deutschland helfen kann, dass ist Storch klar:
durch einen Klima-Soli. Und (…) indem wir uns bereit erklären quasi Versuchskaninchen für diese neuen Technologien zu sein.

Klimaschutz ist ein zentrales Thema heutiger und zukünftiger Generationen und eine bedeutsame Frage sozialer Gerechtigkeit und internationaler Solidarität

Hans von Storch, der Ende des letzten Jahres seine Forderung nach einem Klima-Soli stellte, war Anfang Februar 2020 in Bremen zu Gast bei einer Sitzung der Konrad-Adenauer-Stiftung im Bremer Dorint Hotel.

 

Quelle:  Von Storch, Hans: Online-Artikel: https://www.addendum.org/klima/interview-hans-von-storch/, vom 27.11.2019

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