Zusammenhang zwischen unseren Projekten und Solidarität – Projekt: Digitale Stadtführung

– Ein Beitrag der Projektgruppe Digitale Stadtführung

„Stadtführungen gibt es viele. Einige beschäftigen sich inhaltlich mit der Geschichte bestimmter Viertel, der Architektur, den besonderen Sehenswürdigkeiten oder haben bestimmte Themen wie Nachtwächter-Führungen und Orte von schweren Verbrechen. Natürlich ist der Inhalt wichtig, keine Frage. Doch legt kaum jemand Wert darauf, dass man mit seinem Angebot niemanden ausschließt, also möglichst solidarisch für alle offen ist. Wir versuchen mit unserer digitalen Stadtführung so solidarisch wie möglich zu sein, wollen das Angebot also möglichst vielen Menschen zugänglich machen. Allerdings müssen wir uns eingestehen, dass es keine völlig solidarische Stadtführung geben kann. Schließlich sind wir nicht in der Lage, die Führung in jeder Sprache anzubieten, die in Bremen gesprochen wird. Auch sehen wir uns mit der Frage überfordert, wie man eine Stadtführung blinden Menschen zugänglich macht. Natürlich könnten wir das, was wir sehen, endlos beschreiben, aber reicht das und schreckt das andere nicht vielleicht ab? Vieles können wir einfach nicht leisten und fällt uns auch gar nicht auf. Wie sollten wir etwa eine psychische Krankheit berücksichtigen, von der wir gar nichts wissen? Dennoch versuchen wir unsere Führung so solidarisch wie möglich aufzubauen. Konkret heißt das bei der Gestaltung, dass wir niemanden mit einer Gehbehinderung ausschließen wollen, also Treppen vermeiden. Dadurch, dass wir die Führung einmal digital und dann auch als geführten Rundgang anbieten, ist der Nicht-Besitz eines Smartphones auch kein Ausschlusskriterium. Wenn wir innerhalb der App die Informationen auch auf Englisch anbieten, können wir einen größeren Personenkreis erreichen. Ohne zu viel vorgreifen zu wollen versuchen wir den Aspekt der Solidarität bei den Stationen ebenfalls aufzugreifen. Beispielsweise soll beim Bremer Roland der Schwerpunkt auf die Gestalt zu seinen Füßen gelegt werden, die sich der Sage nach für die Gemeinschaft abmühte, eine möglichst große Fläche zu umrunden. Dies hat man ihm aufgrund seiner verkrüppelten Beine gar nicht zugetraut. Wir wollen damit in der Führung u. a. zeigen, dass zum einen jeder etwas zu unserer Gesellschaft beitragen kann und man zum anderen Solidarität auch bedeuten kann, dass man auch Menschen mit einem Handicap eine Funktion in der Gesellschaft geben sollte.“

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