Abschlussreflexion

Abschlussreflexion von Shadia Schmöe 

1.) Benennen Sie die für Sie zentralsten theoretischen Erkenntnisse, die Sie aus den Vorträgen der Ringvorlesung für sich mitgenommen haben. Nehmen Sie dabei konkret Bezug auf a.) fachdidaktische Aspekte, indem Sie Erkenntnisse auf die Didaktiken ihrer eigenen beiden Fächer beziehen und b.) zwei generelle erziehungswissenschaftliche Erkenntnisse zu Schule und Unterricht mit Bezug zu den relevanten Quellen benennen.

Im Laufe der Ringvorlesung „Umgang mit Heterogenität in der Schule“ wurden uns zahlreiche theoretische Erkenntnisse und fachdidaktische Aspekte nahegelegt. Vor allem die Auseinandersetzungen mit diversen Problemen im Laufe des Schulalltages wurden angesprochen, um damit für die umfangreichen Aufgaben einer Lehrperson zu sensibilisieren. Dabei ist zu beachten, dass sich Heterogenität im Unterricht nicht nur auf  das Geschlecht,  das Alter und die Leistung bezieht, sondern ebenfalls das Vorwissen, die Prägung durch die Eltern und die Herkunft mit einbezogen werden muss. 

Besonders interessant und informativ für meine Weiterbildung als zukünftige Biologie- und Geschichtslehrerin waren die Vorlesungen von Christopher Klugemeyer  „Empirische Forschung zu Heterogenität im naturwissenschaftlichen Unterricht. Was wissen wir eigentlich wirklich ?“ und „Über jüdisches Leben reden – (k)ein Tabu? Umgang mit religiöser Diversität am Beispiel Judentum“ geleitet von Sabine Horn und Katharina Kracht. Beide Vorlesung konnte ich nutzen um mein Wissen effizient weiter auszubauen. Herr Klugemeyer verdeutlichte inwiefern  Möglichkeiten zu Differenzierung bestehen und das Differenzierung in gymnasialen Klassen seltener vorgenommen werden, als in anderen Formen. Dabei wird in Äußere und Innere Differenzierung unterteilt, um verschiedene Möglichkeiten zum Umgang mit Leistungsheterogenität zu gewährleisten. Bei der Äußeren Differenzierung geht es primär um Zusatzangebote oder das Anbieten von Niveaukurse, ebenfalls ein mehrgliedriges Schulsystem fällt unter diesen Punkt. Bei der Inneren Differenzierung handelt es sich dementsprechend um die Lernumgebung, die auf unterschiedliche Leistungsniveaus angepasst wird. Darunter fällt einerseits das Angebot von Zusatzaufgaben, aber auch das einführen differenzierter Aufgabenschwierigkeiten (vgl. Klugemeyer, Christoph. RV3, F.20f.). Klugemeyer sprach an, dass eine Äußere Differenzierung nahezu ohne Effekt auf die Leistungsentwicklung ist und tendenziell nur die leistungsstärkeren SuS von dieser Differenzierung profitieren (vgl. Klugemeyer, Christoph. RV3, F. 24.). Ein Aspekt, der mich aus dieser Vorlesung sehr aufmerksam gemacht hat, ist die Erkenntnis, dass besonders die Tiefenstruktur des Unterrichts und damit die Organisation über die Qualität des Unterrichts entscheidet. Daraufhin stellte Herr Klugemeyer das System der „Gestuften Lernhilfen“ dar. Die Grundidee besteht darin, dass die Aufgabe in Lösungsschritte zerlegt wird und diese können die SuS bei Bedarf auf Karten erfahren. Dabei wird ebenfalls differenziert zwischen inhaltlichen Hilfen und lernstrategischen Hilfen, welche auch sprachliche Probleme lösen soll (vgl. Klugemeyer, Christoph. RV3, F. 42.). Diese Methode kann vor allem beim biologischen Experimentieren sinnvoll eingesetzt werden. 

Sabine Horn und Katharina Kracht begannen ihre Vorlesung mit der Frage warum Religion überhaupt ein Bestandteil dieser Ringvorlesung ist. Sie verdeutlichten, dass Religion häufig ein wichtiger Teil der Identität von SuS spielt. Sie plädierten dafür sich gezielt mit auftretenden Problemen auseinander zusetzen, indem man zu einer Handlungssicherheit durch Informiertheit gelangt. Vor allem dadurch sei es möglich Lösungsansätze zu finden und Konflikte zu vermeiden (vgl. Horn, Sabine und Kracht, Katharina RV9, F. 5f.). Im Zuge dieser Vorlesung stellten sie die Methode „Think-Pair-Share“ vor. Durch diese Methode kommt es zu einer breiten Aktivierung der SuS, zur Förderung von verbalisieren und ebenfalls ist die Berücksichtigung von Heterogenität gewährleistet im Bezug auf die „Schnelligkeit“ im Denken. Ebenfalls ermöglicht es auch den eher introvertierten SuS sich zu äußern (vgl. Horn, Sabine und Kracht, Katharina RV9, F13.). Somit handelt es sich hierbei meiner Meinung nach um eine geeignete Methode für eine angeregte und informative Diskussionsrunde im Geschichtsunterricht, die ermöglicht viele verschiede Meinungen zu erfahren. Die Vorlesung sensibilisiert ebenfalls dafür, dass Religion ein emotionales und sehr privates Thema ist, welches im Unterricht nicht vergessen werden darf und dass man ebenfalls die SuS für dieses Thema sensibilisieren muss, vor allem auch im Zuge des Geschichtsunterricht. 

Eine theoretische Erkenntnis die ich gleich am Anfang der Veranstaltung für den gesamten Lehrberuf, ganz gleich welche Fächerkombination gewählt wurden ist,  gewonnen habe, bezieht sich auf die Chancengleichheit, bzw. auf das Themenfeld Gleichheit und Gerechtigkeit. Gleichheit und Gerechtigkeit bezeichnet keinesfalls das Selbe und auch dies muss im Unterricht und bei der Unterrichtsplanung mit einbezogen werden (vgl. KarakaşoÄlu, Yasemin. RV1, F.15ff.). Ebenfalls eine generell erziehungswissenschaftliche Erkenntnis habe ich mit der Tatsache gewonnen, dass es sich bei Heterogenität um eine soziale Konstruktion handelt, welche abhängig ist von expliziten sowie von impliziten Maßstäben der ebenfalls konstruierten Homogenität (vgl. KarakaşoÄlu, Yasemin. RV1, 12.). Dieser Erkenntnis war mir vor der Ringvorlesung so nicht bewusst.

3.) Zu welchen zwei erziehungswissenschaftlichen Fragestellungen, die Sie in der Vorlesung kennengelernt haben, würden Sie gerne mehr erfahren im weiteren Studium im Bezug auf das Modulthema UMHET. Bitte begründen Sie Ihre Wahl?

Im Laufe des Studium wünsche ich mir im Bezug auf das Modulthema UMHET weitere Informationen zum Thema Differenzierung, besonders der Inneren Differenzierung, nahegelegt zu bekommen. Hier fehlten mir in der Ringvorlesung vor allem Praxisbeispiele der Unterrichtsplanung. Herr Prof. Dr. Sebastian Idel stellte zwar eine Form des offenen Unterrichts an der Gesamtschule Bremen Mitte dar, allerdings meiner Meinung nach sehr kurz zusammengefasst und ich hätte gern mehr über die Umsetzung und das Annehmen der SuS des Systems erfahren. Ebenso würde ich gerne mehr Beispiele für praktische Umsetzungen im Unterricht erfahren, die bestmöglich eine innere Differenzierung im Unterricht gewährleisten, damit die leistungsstärkeren und leistungsschwächeren SuS von diesen Methoden profitieren können. 

Des Weiteren würde ich gerne mehr über das Thema Inklusion von SuS mit sonderpädagogischen Förderbedarf erfahren. Dieses Thema liegt mir aus persönlichen Gründen sehr am Herzen und es ist ebenfalls ein hochaktuelles Thema, denn dass diesen Menschen der Job auf dem Arbeitsmark durch die Abschiebung nach der 10. Klasse auf eine Werkschule verwehrt wird, ist für mich ein Unding. Ich würde gerne mehr darüber erfahren wie die Situation weiter verbessert werden kann, wie man als Lehrkraft diesen SuS helfen und unterstützen kann und ebenfalls was die Politik macht, um die Inklusion von wirklich allen weiter zu fördern. 

4.) Welche in den Vorlesungseinheiten von BAUMHET thematisierten Problematiken/Aspekte sehen Sie für sich persönlich als besondere Herausforderung? Wie könnten Sie sich, im Uni-Kontext oder auch darüber hinaus, auf diese Herausforderungen vorbereiten?

Eine Herausforderung/ Schwierigkeiten sehe ich für mich vor allem darin eine Waage zwischen Homogenisierung und Heterogenisierung zu finden, um so eine bestmögliche Förderung der SuS gewährleisten zu können. Aufgrund von verschiedenen Ausgangsbedingungen der SuS werden einige ein größeres Maß an Differenzierung und Hilfestellungen benötigen, als andere. Wichtig ist hierbei so zu differenzieren, dass es nicht zu einer Benachteiligung der andere SuS kommt. Bereits jetzt stellt sich dies als eine schwierige Aufgabe heraus. Um ein Gefühl zu bekommen wie ich in diesen Situationen, in der eine Leistungsdifferenzierung von Nöten ist, richtig entscheide, möchte ich vor allem das anstehende Orientierungspraktikum nutzen, um meine Beobachtungsschwerpunkt bei diesem Inhaltspunkt zusetzen. Ebenfalls ist auch der Austausch mit Kommilitonen und bereits erfahrenden Lehrer*innen wichtig, um weitere Erfahrungsberichte miteinbeziehen zu können. 

13. August 2019. Schlagwörter: . Allgemein.



One Response to “Abschlussreflexion”

  1.   Yasemin Walda Says:

    Liebe Shadia,
    Ihr Abschlussblog hat alle geforderten Elemente der Aufgabenstellung wie Bezug zu den eigenen Fächern, Herstellung von theoriegeleiteten Querbezügen zwischen den Vorlesungseinheiten, mit der Übertragung von fachdidaktishen IMpulsen auf ihre Fächer, Überlegungen zu weiteren Entwicklungsbedarfen, Interesse an vertiefter Áuseinandersetzung mit Einzelaspekten.
    Die gewünschten Praxisbeispiele zu den vorgestellten Methoden und Konzepten werden Ihnen im Laufe ihres Studiums und der Praxisanteile sicher noch begegnen.
    Bestanden.
    Yasemin Karakasoglu

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