{"id":26,"date":"2020-08-21T16:37:25","date_gmt":"2020-08-21T14:37:25","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/seymablog\/?p=26"},"modified":"2020-08-21T16:52:47","modified_gmt":"2020-08-21T14:52:47","slug":"rv12-abschlussreflexion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/seymablog\/2020\/08\/21\/rv12-abschlussreflexion\/","title":{"rendered":"RV12- Abschlussreflexion"},"content":{"rendered":"<p>Die Ringvorlesung \u201eUmgang mit Heterogenit\u00e4t\u201c hat mir viele unbekannte Themen n\u00e4hergebracht und mich mit Wissen bereichert. Au\u00dferdem wurde ich auf unterschiedliche \u201eProblemsituationen\u201c, die mir in der Schule begegnen k\u00f6nnen, sensibilisiert.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Besonders angesprochen hat mich zum einen die Heterogenit\u00e4tskategorie \u201eGender\u201c bzw. die Ringvorlesung \u201eerlesene Geschlechter\u201c, da sie meines Erachtens zu wenig thematisiert wird. Die Lehrkraft als Vermittler*in hat einen bedeutsamen Einfluss auf die Lesesozialisation sowie Lesemotivation aller Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. Um beide Geschlechter zu erreichen, muss eine Vielfalt an Lesevorbildern vorhanden sein, die m\u00e4nnlich und weiblich gepr\u00e4gt sind. Intendiert wird dabei das Entgegenwirken von Geschlechterklischees, die Jungs beim Lesen entmutigen. Die gemeinsame Auswahl einer Lekt\u00fcre kann dabei helfen, thematische Pr\u00e4ferenzen von M\u00e4dchen und Jungs zu erfassen und dahingehend zuk\u00fcnftig zu arbeiten. Au\u00dferdem ist wichtig, dass in der Lekt\u00fcre Protagonisten auftauchen, die der gew\u00f6hnlichen Genderordnung nicht entsprechen, um durch genderabweichendes Verhalten bisherige Rollenmuster aufzubrechen und zu erweitern. Neu und interessant sind f\u00fcr mich die f\u00fcnf vermeintlichen Achsen der Differenz gewesen (vgl. Phillip, 2011).<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die Ringvorlesung mit dem Schwerpunkt Gendersensibler Sachunterricht hat mich besonders interessiert, da ich kein ISSU studiere und bislang nichts dar\u00fcber wusste. Zur Erkl\u00e4rung der Aufgabenauswahl einer Sch\u00fclerin wurde die \u201egrundlegenden psychologischen Bed\u00fcrfnisse\u201c nach Deci und Ryan (1993) herangezogen. Diese sind Kompetenzerleben, die Selbstbestimmung oder Autonomie und die soziale Eingebundenheit. Die zugeh\u00f6rigen Fragestellungen zu dieser RV04 habe ich mit<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Vergn\u00fcgen bearbeitet.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Einen bleibenden Eindruck hat auch die Ringvorlesung mit dem Schwerpunkt Mehrsprachigkeit bei mir hinterlassen. Eine wichtige Erkenntnis daraus f\u00fcr mich ist, dass die meisten Kinder, die Deutsch als Zweitsprache haben, bei Schuleintritt die Sprache soweit beherrschen, dass sie sich in grundlegende allt\u00e4gliche Konversationen einbringen k\u00f6nnen. Diese Kinder sind somit im Rahmen der Alltagssprache unauff\u00e4llig, aber der Bildungssprache bzw. der Sprachkompetenz nicht m\u00e4chtig vgl. F\u00fcrstenau 2011, S. 35). Daher sehe ich eine Notwendigkeit darin formelle Sprachregister f\u00fcr alle Sch\u00fcler*innen transparent zu machen, damit Kinder die im Kreis der Familie keinen Zugang dazu hatten, im sprachsensiblen Fachunterricht auch erreicht werden. Das Anfertigen lassen eines Sprachportr\u00e4ts ist eine tolle Methode, damit Sch\u00fcler*innen sich zu den einzelnen Sprachen die sie kennen verorten. Durch den Einsatz von Sprachportr\u00e4ts kann man zu Schulbeginn einen erleichterten Zugang zur individuellen Mehrsprachigkeit aller Kinder finden. Eine weitere Erkenntnis f\u00fcr mein sp\u00e4teres T\u00e4tigkeitsfeld ist die SuS nicht zu homogenisieren und ihnen die Gelegenheit zu geben, selber zu entscheiden, was ihre Muttersprache sowie Zweit- und Fremdsprache ist. Um allen Kindern die gleichen Chancen zu gew\u00e4hren m\u00fcssen L\u00fccken ermittelt und durch ein sprachsensibles Unterricht geschlossen werden.<\/p>\n<p>Quellen<\/p>\n<ul>\n<li>Deci, Edward; Ryan, Richard 1993: Die Selbstbestimmungstheorie der Motivation und die Bedeutung f\u00fcr die P\u00e4dagogik. In: Zeitschrift f\u00fcr P\u00e4dagogik.<\/li>\n<li>F\u00fcrstenau, Sara (2011): Mehrsprachigkeit als Voraussetzung und Ziel schulischer Bildung. In: F\u00fcrstenau, Sara; Gomolla, Mechthild (Hrsg.) <i>Migration und schulischer Wandel: Mehrsprachigkeit<\/i>. Wiesbaden: VS Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften.<\/li>\n<li>Philipp, Maik (2011a): Lesen und Geschlecht 2.0. F\u00fcnf empirisch beobachtbare Achsen der Differenz neu betrachtet. In: leseforum.ch 01\/11.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><b>2. Aufgabe<span class=\"Apple-converted-space\"><br \/>\n<\/span><\/b>Meinen Erfahrungen zufolge kann ich sagen, dass die oben aufgef\u00fchrten problematischen Aspekte bereits zu meiner Grundschulzeit pr\u00e4sent waren. Typische Vorurteile wie \u201eM\u00e4dchen sind im Sportunterricht schlecht\u201c und Aussagen wie \u201eIch brauche 3 starke Jungs zum Tragen\u201c habe ich als diskriminierend empfunden. Das p\u00e4dagogische ad\u00e4quate Handeln der Lehrkraft ist ausschlaggebend f\u00fcr die F\u00f6rderung von Heterogenit\u00e4t und das Entwickeln einer individuell optimalen Pers\u00f6nlichkeit. Lehrkr\u00e4fte haben daher die Aufgabe Geschlechterklischees entgegenzuwirken und nicht im Schulalltag zu produzieren. Laut Elisabeth Hollerweger soll die Lekt\u00fcreauswahl im Deutschunterricht mit Bedacht erfolgen, unter Ber\u00fccksichtigung thematischer Pr\u00e4ferenzen der<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Sch\u00fcler*innen ber\u00fccksichtigt werden. Mithilfe einer gut ausgew\u00e4hlten Lekt\u00fcre soll das Interesse der Kinder erweckt und klischeehafte Rollenbilder aufgebrochen werden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Ferner habe ich im POE IP beobachtet, dass eine neu eingeschulte Sch\u00fclerin, die mehrsprachig ist Aufgabenformate sowie Aufgabenstellungen nicht verstehen konnte. Demnach hing sie mit dem Unterrichtsstoff hinterher und konnte zum Teil nur durch meine Hilfestellung am Unterricht teilnehmen.<\/p>\n<p>Seitens der Lehrkraft habe ich keine Bem\u00fchungen feststellen k\u00f6nnen, die Sprachbarriere zu beseitigen. Eine wichtige Konsequenz, die sich daraus kristallisiert ist die Gestaltung eines sprachsensiblen Unterrichts unter Ber\u00fccksichtigung von sprachlichen H\u00fcrden, damit kein*e Sch\u00fcler*in wie in meiner letzten Beobachtung benachteiligt wird.<\/p>\n<p><b>3. Aufgabe<br \/>\n<\/b>Im Rahmen der Ringvorlesung habe ich den Bezug zur religi\u00f6ser Heterogenit\u00e4t vermisst. In der Klasse kommen Kinder zusammen, die unterschiedliche Weltanschauungen und religi\u00f6se Ansichten aufweisen. Daher scheint es mir sinnvoll, im Bezug auf den Umgang mit religi\u00f6ser Heterogenit\u00e4t p\u00e4dagogische Richtlinien zu erfahren und meinen Wissen zu erweitern. W\u00fcnschenswert w\u00e4re auch ein inhaltlicher Bezug zu dem Fach Kunst gewesen. Ich studiere zwar Kunst, wei\u00df aber nicht wie ein gendersensibler Unterricht im Fach Kunst aussehen kann, daher hat mir der Input darin gefehlt.<br \/>\nIm Allgemeinen haben mich die spannenden Einblicke und wichtige Erkenntnisse bereichert und Inspiration f\u00fcr meine zuk\u00fcnftige T\u00e4tigkeit gegeben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ringvorlesung \u201eUmgang mit Heterogenit\u00e4t\u201c hat mir viele unbekannte Themen n\u00e4hergebracht und mich mit Wissen bereichert. Au\u00dferdem wurde ich auf unterschiedliche \u201eProblemsituationen\u201c, die mir in der Schule begegnen k\u00f6nnen, sensibilisiert.\u00a0 Besonders angesprochen hat mich zum einen die Heterogenit\u00e4tskategorie \u201eGender\u201c bzw. die Ringvorlesung \u201eerlesene Geschlechter\u201c, da sie meines Erachtens zu wenig thematisiert wird. 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