{"id":12,"date":"2020-05-20T19:54:50","date_gmt":"2020-05-20T17:54:50","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/seymablog\/?p=12"},"modified":"2020-05-20T19:56:18","modified_gmt":"2020-05-20T17:56:18","slug":"rv05-heterogenitaetskategorie-gender","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/seymablog\/2020\/05\/20\/rv05-heterogenitaetskategorie-gender\/","title":{"rendered":"RV05 &#8211; Heterogenit\u00e4tskategorie Gender"},"content":{"rendered":"<ol>\n<li>Erl\u00e4utern Sie das in der Vorlesung thematisierte Spannungsfeld zwischen Inszenierung und Zuschreiben in Bezug auf Genderdynamiken und -p\u00e4dagogik in der Schule. Nehmen Sie daf\u00fcr Bezug auf die in der Vorlesung genannten theoretischen Ans\u00e4tze.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p>Das Spannungsfeld zwischen Inszienierung und Zuschreibung von Gender ist vor allem in der Schule zu finden. Obwohl die Koedukation an Schulen realisiert wird, kristallisieren sich noch heute Unterschiede im Umgang mit Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. Beispielsweise werden die M\u00e4dchen vor allem in Mintf\u00e4chern und die Jungen in sprachlichen F\u00e4chern von Lehrkr\u00e4ften benachteiligt (Faulstich-Wieland 1995, S. 128; Gildemeister 2009). Zudem wird davon ausgegangen, dass M\u00e4dchen im Unterricht ruhiger, disziplinierter und aufmerksamer auftreten (Stalmann 1991, S. 54). Laut \u201eZwei- Drittel- Aufmerksamkeitsgesetz\u201c sind die Jungen im Unterricht verhaltensauff\u00e4lliger und bekommen daher die meiste Aufmerksamkeit. Wichtig finde ich auch den Ansatz von Schnack und Neutzling, welcher besagt, dass die Jungen \u201eKleine Helden in Not\u201c sind, die sich nach Zug\u00e4ngen bzw. m\u00e4nnlichen Vorbildern sehnen.<br \/>\nOftmals pauschalisieren Lehrkr\u00e4fte ihre bisherigen Erfahrungen, die sie mit geschlechtsunterschiedlichen SuS gewonnen haben und \u201estecken\u201c die M\u00e4dchen und Jungen in bestimmte Genderrollen. Aus diesem Grund sind gr\u00f6\u00dftenteils Lehrkr\u00e4fte f\u00fcr Gender-Zuschreibungen verantwortlich, da sie Stereotype pr\u00e4gen, statt abzubauen. Erw\u00e4hnenswert ist daher, dass der Ansatz reflexive Koedukation ad\u00e4quat umgesetzt und das Augenmerk auf die Ressourcenorientierung statt Defizitorientierung gewidmet werden muss. Das Einbinden von m\u00e4nnlichen Lehrkr\u00e4ften ist dabei wichtig, um allen SuS eine Vielfalt an Vorbilder zu gew\u00e4hren.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Reflektieren Sie ihre bisherigen Praxiserfahrungen aus der eigenen Schulzeit und ersten Praktika zum schulischen \u201eGenderplay\u201c, m\u00f6glichst unter Bezugnahme auf mindestens ein anderes Heterogenit\u00e4tsfeld der Ringvorlesung, wie Sprache, soziokultureller Background, Leistung, Inklusivon.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wenn ich an meine Schulzeit zur\u00fcck denke, erinnere ich mich eine Situation mit \u201eGenderplay\u201c in Bezug auf das Heterogenit\u00e4tsfeld Leistung, die bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Im Sportunterricht habe ich eine deutliche Benachteiligung der M\u00e4dchen gesp\u00fcrt, wenn es darum ging Teams f\u00fcr ein Ballspiel zu bilden. Meine Lehrkraft hat immer zwei leistungsstarke Sch\u00fcler ausgew\u00e4hlt, diese wiederum die Team-Mitglieder ausw\u00e4hlt haben. W\u00e4hrend zu Beginn alle Jungen nacheinander aufgerufen wurden, haben die M\u00e4dchen darauf gewartet auch mal erw\u00e4hnt zu werden. Am Ende sind die \u00fcbrig gebliebenen M\u00e4dchen durch Jammer und \u00fcble Spr\u00fcche wie \u201eOh ne\u201c oder \u201eSie ist schlecht\u201c zugeteilt worden. In diese Entscheidungsprozesse wurden die M\u00e4dchen nicht integriert, sondern anhand vorhandener Stereotype als \u201eleistungsschwach\u201c\/\u201eschlecht\u201c etikettiert. Trotz aktiver und engagierter Teilnahme am Sportunterricht hat meine Lehrerin die M\u00e4dchen tendenziell schlechter als die Jungen benotet und das zum Teil bei gleicher Leistung. Individuelle St\u00e4rken, Schw\u00e4chen und auch Bem\u00fchungen hat sie nicht ber\u00fccksichtigt, sondern SuS an ihrem Leistungsstandard bemessen. Zumindest war das meine Wahrnehmung.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>Formulieren Sie eine Beobachtungsaufgabe f\u00fcr kommende Praktika zum Thema \u201egendersensible\u00a0P\u00e4dagogik\u201c, auch hier m\u00f6glichst unter Bezugnahme auf mindestens ein anderes Heterogenit\u00e4tsfeld\u00a0der Ringvorlesung, wie Sprache, soziokultureller Background, Leistung, Inklusion, um deutlich zu machen, dass die Kategorie Gender nicht f\u00fcr sich steht, sondern andere Dimensionen von Heterogenit\u00e4t oftmals wesentlich mit beeinflusst.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Im Rahmen eines Praktikums w\u00fcrde ich gerne untersuchen nach welchen Kriterien LuL die Leistung der Jungen und M\u00e4dchen bewertet. Dabei w\u00e4re es interessant festzustellen, ob die Lehrkraft sich von ihren bisherigen Erfahrungen beeinflussen l\u00e4sst oder sich individuell der Sache n\u00e4hrt. M\u00f6gliche Beobachtungsfrage: Worin unterscheidet sich die Leistungsbewertung von M\u00e4dchen und Jungen?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erl\u00e4utern Sie das in der Vorlesung thematisierte Spannungsfeld zwischen Inszenierung und Zuschreiben in Bezug auf Genderdynamiken und -p\u00e4dagogik in der Schule. Nehmen Sie daf\u00fcr Bezug auf die in der Vorlesung genannten theoretischen Ans\u00e4tze.\u00a0 Das Spannungsfeld zwischen Inszienierung und Zuschreibung von Gender ist vor allem in der Schule zu finden. 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