{"id":44,"date":"2020-07-26T19:34:26","date_gmt":"2020-07-26T17:34:26","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/seldk\/?p=44"},"modified":"2020-07-28T17:33:12","modified_gmt":"2020-07-28T15:33:12","slug":"abschlussreflexion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/seldk\/2020\/07\/26\/abschlussreflexion\/","title":{"rendered":"Abschlussreflexion"},"content":{"rendered":"<ol>\n<li><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\"><span style=\"font-weight: 400\">Im Rahmen der Ringvorlesung wurden uns Studierenden diverse theoretische Aspekte aus fachdidaktischer Perspektive n\u00e4hergebracht. Zentrale Erkenntnisse ergaben sich f\u00fcr mich, vor allem aus der dritten und sechsten Vorlesung. Zum einen die Thematisierung von Stereotypen und zum anderen von Inklusion. <\/span>In der dritten Vorlesung von Barbara Roviro wurde die fachdidaktische Perspektive aus dem Fremdsprachenunterricht aufgezeigt. Im Fokus der Vorlesung war vor allem die Methodik des interkulturellen Lernens. Hierbei wurde nicht nur Bezug auf das Byram Modell genommen, vielmehr sollte das interkulturelle Lernen zentraler Bestandteil des Fremdsprachenunterrichts und somit auch der Vorlesung sein. Ziel ist es, ein \u201cintrinsisch motiviertes Verst\u00e4ndnis, das die Relevanz interkultureller Kompetenz f\u00fcr den Einzelnen und f\u00fcr unsere Gesellschaft als wesentlich begreift.\u201d zu erwerben. (F\u00e4cke 2012, 17-19) Die Frage, ob \u201candere\u201d Gesellschaften und Kulturen plausible Lerngegenst\u00e4nde im Fremdsprachenunterricht sind, wurde letztlich insofern bejaht. Im Rahmen des interkulturell kommunikativen Fremdsprachenunterrichts k\u00f6nnen diverse Gesellschaften und Kulturen Lerngegenst\u00e4nde sein. Sie erm\u00f6glichen lebensrelevante Bez\u00fcge und eine Lernorientierung, eine Art \u201cgelebte Darstellung der jeweiligen Kultur\u201d. Des Weiteren wird ein Beitrag zur Konstruktion gegenwartsbezogener Deutungsmuster geleistet und es entsteht eine kritische Auseinandersetzung mit der Aktualit\u00e4t. Die Sch\u00fcler*innen k\u00f6nnen mithilfe dieser Methode Empathie und Verst\u00e4ndnis gegen\u00fcber anderer Kulturen erlernen. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen sie ihre Allgemeinbildung erweitern. Derartige Kompetenzen erm\u00f6glichen den kommenden Generationen ein friedliches, empathisches Miteinander. Das Heranziehen solcher jungen, gebildeten und verst\u00e4ndnisvollen Erwachsenen, ist schlie\u00dflich das zentrale Ziel jeder lehrenden Person. In der sechsten Vorlesung von Dr. Eileen Schwarzenberg wurde die Inklusion mit der Frage, ob Inklusion auch alle meine, thematisiert. Zun\u00e4chst wurden diverse Begrifflichkeiten erl\u00e4utert. Folglich ging es um das Inklusionsverst\u00e4ndnis und abschlie\u00dfend wurde in Form diverser Statistiken der F\u00f6rderbedarf der Sch\u00fcler*innen in Deutschland aufgezeigt. Deutlich wurde das bisher exkludierende Konzept des klassischen Unterrichts. Mit der einerseits n\u00f6tigen und andererseits herausfordernden Einbringung der Inklusion, wurden erste Schritte zur Chancengleichheit getan. Allerdings ist anzumerken, dass es noch diverse Ausbaum\u00f6glichkeiten des Konzeptes gibt und diese auch ausgesch\u00f6pft werden m\u00fcssen. Lehrer*innen m\u00fcssen beachten, dass alle Sch\u00fcler*innen gleich behandelt werden und keiner wegen einer k\u00f6rperlichen bzw. psychischen Einschr\u00e4nkung benachteiligt oder bevorzugt wird. Dies ist in der Praxis jedoch so kaum umzusetzen. Die Gefahr, dass das Ziel der Chancengleichheit umkippt, ist in diesem jungen, ausbaubaren Konzept noch viel zu gro\u00df. Meine zentrale Erkenntnis aus dieser Vorlesung war, dass Lehrer*innen mit der Inklusion vor einer gro\u00dfen Herausforderung stehen. Ich pers\u00f6nlich betrachte die Inklusion eher kritisch, dies kann allerdings daran liegen, dass ich noch keine Erfahrungen diesbez\u00fcglich gesammelt habe. Ich bleibe offen f\u00fcr Anregungen und freue mich, mich vom Gegenteil \u00fcberzeugen zu lassen.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\"><span style=\"font-weight: 400\">Der Schulalltag wird stetig von diversen Aspekten beeinflusst. Im R\u00fcckblick auf meine eigene Schulzeit wurden Themen wie Gendersensibilit\u00e4t oder Inklusion nahezu ignoriert. Ich ging auf ein Gymnasium, in der ich die einzige Sch\u00fclerin mit Migrationshintergrund war. Was mir nach den Vorlesungen auffiel war, mit wie vielen Stereotypen ich tagt\u00e4glich konfrontiert wurde, ohne dass es mir teilweise auffiel und auch niemand Weiteres dies bemerkte. Ferner wurde auch nicht auf das individuelle Potential geachtet, sondern permanente Leistung in jedem Fach erwartet. Auch ungleiche Notenvergabe war bedauerlicherweise ein begleitender Aspekt meiner Schulzeit. Die Notendifferenz gleicher Leistungen war enorm und ich konnte in manchen Situationen nicht gegen ank\u00e4mpfen. Auch wenn Lehrer*innen offensichtlich rassistische Z\u00fcge mit sich trugen, war der Zusammenhalt im Kollegium immer st\u00e4rker, als der Drang zur Gerechtigkeit. <\/span>Als zuk\u00fcnftige Lehrkraft liegt es mir deswegen besonders am Herzen, meinen Sch\u00fcler*innen gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Chancengleichheit zu bieten. Ferner m\u00f6chte ich ihnen Empathie und Verst\u00e4ndnis im Bezug auf andere Kulturen, Gesellschaften und Religionen n\u00e4her bringen, damit auch sie sp\u00e4ter einen Beitrag zur Gesellschaft leisten k\u00f6nnen und zu offenen und verst\u00e4ndnisvollen Mitmenschen heranwachsen k\u00f6nnen.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-weight: 400;font-family: 'times new roman', times, serif\"> \u00a0 Als besonders interessant empfand ich die sechste Vorlesung, in der die zentrale Fragestellung war, ob Inklusion alle meint. Die Erkenntnis, welche zentrale Rolle die Inklusion im derzeitigen Schulsystem spielt, brachte mich durchaus zum Nachdenken. Der Umgang mit Inklusion ist nicht unumstritten, umso wichtiger war es f\u00fcr mich im Zuge der Ringvorlesung, ein Teil des Diskurses zu sein und mich mit meinen Kommiliton*innen \u00fcber Erfahrungen und Denkanst\u00f6\u00dfe auszutauschen. Auch die Differenzierung verschiedener eingepr\u00e4gter Stereotypen wurde in der dritten Vorlesung thematisiert. Diesbez\u00fcglich w\u00fcrde ich im Verlauf meines Studiums gerne mehrere Inhalte in Erfahrung bringen, beispielsweise die Hintergr\u00fcnde der Stereotypen, welche schon im Zuge der Kolonialisierungen entstanden sind. Ferner w\u00e4re die Thematik des antimuslimischen Rassismus in Deutschland ein gro\u00dfes Themengebiet, welches in der Ringvorlesung gerne angesprochen werden k\u00f6nnte. Denn neben dem Antisemitismus erfahren immer mehr Sch\u00fcler*innen mit muslimischem Glauben oder \u201cstereotypischen\u201d Ph\u00e4notypologien antimuslimischen Rassismus. Der Problematik, wissenschaftliche Erkenntnisse in Massenmedien aufzukl\u00e4ren, sollte beispielsweise mit universit\u00e4rer Forschungsarbeit, entgegengewirkt werden. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnte auch das Themenfeld der direkten Diskriminierung aufgezeigt werden, nicht nur in Bezug auf den konstruktivistischen Rassismus in Bezug auf Herkunft und Glaube, sondern auch auf genderspezifische Identit\u00e4ten.<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\"><em>Literaturverzeichnis:<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\"><em><span style=\"font-weight: 400;font-size: 10pt\">RV03: <\/span><span style=\"font-weight: 400;font-size: 10pt\">F\u00e4cke, Christiane. 2012. \u201eEvaluation interkultureller Kompetenzen? \u00dcberlegungen zur Relevanz aktueller Diskurse f\u00fcr den Franz\u00f6sischunterricht\u201c, in: Zeitschrift f\u00fcr Romanische Sprachen und ihre Didaktik 6,1, 2012, 17-19<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\"><em><span style=\"font-weight: 400;font-size: 10pt\">RV06:\u00a0<\/span><span style=\"font-weight: 400;font-size: 10pt\">Hinz, A. (2002). Von der Integration zur Inklusion \u2013 terminologisches Spiel oder konzeptionelle Weiterentwicklung? Zeitschrift f\u00fcr Heilp\u00e4dagogik,53(9), 354\u2013361<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\"><em><span style=\"font-weight: 400;font-size: 10pt\">Sander, Alfred (2004). Konzepte einer Inklusiven P\u00e4dagogik. In: Zeitschrift f\u00fcr Heilp\u00e4dagogik. 55. Jg. Heft 5. 240-244.<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\"><em><span style=\"font-weight: 400;font-size: 10pt\">Textor, A. (2015). Einf\u00fchrung in die Inklusionsp\u00e4dagogik. UTB Verlag. <\/span><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen der Ringvorlesung wurden uns Studierenden diverse theoretische Aspekte aus fachdidaktischer Perspektive n\u00e4hergebracht. Zentrale Erkenntnisse ergaben sich f\u00fcr mich, vor allem aus der dritten und sechsten Vorlesung. 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