{"id":37,"date":"2020-06-11T16:54:41","date_gmt":"2020-06-11T14:54:41","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/seldk\/?p=37"},"modified":"2020-06-11T19:05:55","modified_gmt":"2020-06-11T17:05:55","slug":"heterogenitaet-und-inklusion-im-deutschunterricht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/seldk\/2020\/06\/11\/heterogenitaet-und-inklusion-im-deutschunterricht\/","title":{"rendered":"Heterogenit\u00e4t und Inklusion im Deutschunterricht"},"content":{"rendered":"<p>1a) Kategorisierungsdilemma:<\/p>\n<p>Das Kategorisierungsdilemma erfordert eine pr\u00e4zise Individualdiagnostik und -f\u00f6rderung, d.h. der Unterricht soll entsprechend den Bed\u00fcrfnissen der SuS angepasst und durchgef\u00fchrt werden. Greiner formuliert hierbei das Dilemma der Kategorisierung, denn auch, wenn das Schubladendenken in diesem Konzept abgelehnt wird, ist die Entstehung dessen kaum vermeidbar. Differenzierungsma\u00dfnahmen wie diese, gehen mit einer Kategorisierung bedauerlicherweise h\u00e4ufig einher.<\/p>\n<p>b) Autonomiedilemma:<\/p>\n<p>Das Autonomiedilemma f\u00f6rdert gr\u00f6\u00dftenteils die leistungsstarken SuS. Die \u00fcbrigen SuS hingegen m\u00fcssen sich neben dem Inhalt auch mit dem Konzept des autonomen Lernens besch\u00e4ftigen, hier fehlt Ihnen h\u00e4ufig die zus\u00e4tzliche Unterst\u00fctzung der Lehrkr\u00e4fte. Der stetige Misserfolg w\u00fcrde schlie\u00dflich zu einer Frustration und Demotivation der \u00fcberforderten SuS f\u00fchren, welches generell von den LuL zu vermeiden gilt.<\/p>\n<p>Allerdings k\u00f6nnte man mit dem Vergleich der Ergebnisse und einer anschlie\u00dfenden Reflexion zum Angleich des Leistungsniveaus bzw. der zu erlernenden inhaltlichen Grundlagen kommen und dem Dilemma entgegenwirken.<\/p>\n<p>c) &gt;Als ob&lt;-Dilemma:<\/p>\n<p>Das &gt;Als ob&lt;-Dilemma f\u00f6rdert die Illusion einer gelungenen Inklusion. Hierbei werden f\u00f6rderbed\u00fcrftige SuS zu besonderen Leistungen aufgefordert, jedoch werden diese im allgemeinen Kontext nicht wahrgenommen. Dieses Dilemma f\u00fchrt nicht nur dazu, dass die f\u00f6rderbed\u00fcrftigen SuS sich nicht pr\u00e4sent f\u00fchlen, sondern auch zu einem instabilen Selbstbild und -gef\u00fchl, welches sie dazu verleitet, sich mit anderen stetig zu vergleichen und sich selbst nicht mehr gen\u00fcgen. Des Weiteren besteht die Gefahr einer parallelen Klassenentwicklung. W\u00e4hrend die Leistungen der f\u00f6rderbed\u00fcrfigen SuS nicht wahrgenommen werden und Frustration entwickeln, erleben die nicht f\u00f6rderbed\u00fcrftigen SuS einen rasanten Aufschwung ihrer Lernprozesse. Durch die Teilung des Klassenniveaus verschwindet das Gemeinschaftsgef\u00fchl. Mit nahezu unm\u00f6glichem Aufwand aus Seiten der LuL, k\u00f6nnte man diesem Dilemma entgegenwirken, allerdings ist dies f\u00fcr eine einzige Lehrkraft kaum zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<p>2a) Meiner Ansicht nach ist die Vielsprachigkeit in nahezu jedem Unterrichtsfach als Ressource zu nutzen. Vor allem in Religion ist es eine gute M\u00f6glichkeit, Inhalte besser nachzuvollziehen. Betrachtet man beispielsweise die heiligen Schriften, hat jede von ihnen, einen Ursprung in Altsprachen. Mit dem Vergleich der Alt- und Neusprachen, kann man sprachliche Entwicklungen betrachten und analysieren, so kann man auch ethnographische Einfl\u00fcsse miteinbeziehen und kultur-historische Geschehnisse erschlie\u00dfen. Gemeinsam mit den SuS k\u00f6nnte man auf den gegenseitigen Einfluss der Kulturen eingehen, im sprachlichen, aber auch kulturellen Bereich. Anschlie\u00dfend w\u00fcrden diese im Idealfall ihre Empathie gegen\u00fcber anderen Kulturen und Ethnien erweitern und das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Toleranz und Akzeptanz vertiefen.<\/p>\n<p>b) Die gendersensible Gestaltung des Unterrichts nimmt immer mehr an Bedeutung zu. Es ist durchaus wichtig geschlechtsorientierte Stereotypen, wenn m\u00f6glich, zu vermeiden. Sollte dies aufgrund einer gegebenen Aufgabe der Lehrkraft nicht m\u00f6glich sein, sollte man die SuS darauf aufmerksam machen und ihnen (kritisch?) mitteilen, dass jeder SuS sich frei entwickeln kann und sich nach keinem Stereotypen richten muss.<\/p>\n<p>Um den SuS die Thematik des &#8222;Gender&#8220; n\u00e4her zu bringen, k\u00f6nnte man auf stereotypische Aufgabenstellungen, die einem das Bild von &#8222;M\u00e4dchensachen\/Jungssachen&#8220; vermitteln, verzichten. Auch k\u00f6nnten LuL auf Literatur, Film oder andere Medien zugreifen, die &#8222;Gender&#8220; thematisieren. Wichtig ist hier nur, dass man nicht diejenigen SuS dabei verletzt, die sich im stereotypischem Gender wohlf\u00fchlen. Man sollte die SuS so darauf aufmerksam machen, dass jede*r individuelle SuS sich damit kritisch auseinandersetzt, sich dabei aber nicht unter Druck gesetzt f\u00fchlt. Hierbei ist wichtig, dass die SuS ihren Horizont erweitern und sich denken, dass man nicht so sein muss, wie es von der Gesellschaft vorgeschrieben ist, aber dabei nicht das Gef\u00fchl bekommen, es sei falsch, sich auch im Stereotypen wohlzuf\u00fchlen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1a) Kategorisierungsdilemma: Das Kategorisierungsdilemma erfordert eine pr\u00e4zise Individualdiagnostik und -f\u00f6rderung, d.h. der Unterricht soll entsprechend den Bed\u00fcrfnissen der SuS angepasst und durchgef\u00fchrt werden. 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