{"id":11,"date":"2020-05-06T19:39:58","date_gmt":"2020-05-06T17:39:58","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/seldk\/?p=11"},"modified":"2020-07-26T16:43:20","modified_gmt":"2020-07-26T14:43:20","slug":"11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/seldk\/2020\/05\/06\/11\/","title":{"rendered":"Sind andere Gesellschaften und Kulturen plausible Lerngegenst\u00e4nde im Fachsprachenunterricht?"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1. Liebe Kolleg*innen,<\/p>\n<p>zu Beginn m\u00f6chte ich mich bei Ihnen f\u00fcr die Vorstellung der Fremdsprachen bedanken. Bedauerlicherweise fiel mir auf, dass Sie sich stark an Stereotypen orientiert haben und das eigentlich m\u00f6glichst vermieden werden sollte.<\/p>\n<p>Viel mehr m\u00fcssten Sie den SuS einen breiteren Blick auf die L\u00e4nder der Fremdsprachen, die Sie vertreten, erm\u00f6glichen. Der kritische Umgang mit Stereotypen ist nicht nur f\u00fcr uns LuL wichtig, auch die SuS m\u00fcssen einen neutralen Blick auf die Dinge werfen k\u00f6nnen, um wissenschaftlich und eigensinnig argumentieren und Gedanken entwickeln zu k\u00f6nnen. Des Weiteren ist hierbei auch die Entwicklung der SuS an erster Stelle. Mithilfe des FS-Unterrichts sollen die SuS interkulturelle Kompetenzen entwickeln, d.h. einen erfolgreichen Umgang mit anderen Kulturen. Es ist durchaus ma\u00dfgebend, dass die SuS Empathie und Verst\u00e4ndnis anderen Kulturen gegen\u00fcber entwickeln.<\/p>\n<p>Hierbei m\u00f6chte ich Sie auf Byrams Modell der interkulturellen kommunikativen Kompetenz, welches besagt, dass grade diese Kompetenzen bedeutsam f\u00fcr den FS-Unterricht sind, hinweisen. Mithilfe der grundlegenden Diskurskompetenzen, an denen sich das Modell orientiert, k\u00f6nnen Sie den SuS mehr auf den Weg geben. Gerade durch den Diskurs, sind auch die SuS gezwungen, sich kritisch mit dem Material auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p>Zuk\u00fcnftig m\u00f6chte ich, dass wir als Kollegium diese Stereotypen vermeiden und auch unseren eigenen Horizont erweitern. Damit sich niemand ausgegrenzt f\u00fchlt und die SuS die soeben genannten Kompetenzen erlangen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>2. Meine damalige Franz\u00f6sisch-Lehrerin liebte Frankreich \u00fcber alles. Drum hatten wir ziemlich Gl\u00fcck, dass wir so eine leidenschaftliche Lehrerin hatten, die uns nahezu alles \u00fcber Frankreich n\u00e4her brachte. Einerseits lehrte sie uns mit didaktischen Methoden die Sprache und andererseits lehrte sie uns mit ihrer Art Dinge, die weitaus \u00fcber die Vorgaben hinausgingen. Beispielsweise \u00fcber das allt\u00e4gliche Leben, die K\u00fcche, \u00fcber die verschiedensten K\u00e4se- , Wein-und Baguettesorten, die Mentalit\u00e4t der Franzos*innen, etc..<\/p>\n<p>Hierbei lag der Fokus definitiv auf interkulturellen Kompetenzen, d.h. die F\u00e4higkeit zu erlangen, mit Individuen anderer Kulturen erfolgreich zu agieren. Sie arbeitete kaum mit Stereotypen, viel mehr mit eigenen Erfahrungen und guten Quellen. Auch lud sie oft Menschen ein, die einen Bezug zu Frankreich hatten und wir somit einen weiten Blick darauf werfen konnten und sogar Empathie zur Sprache entwickelten.<\/p>\n<p>3. Bspw. Deutsch\/Religion:<\/p>\n<p>Inwiefern beeinflusst Corona die religi\u00f6sen Feste bzw. die religi\u00f6sen Institutionen? Beispielsweise Ostern, Pessach, Ramadan, etc.. W\u00e4hle ein freies Beispiel und erl\u00e4utere die Folgen in einem Essay.<\/p>\n<p>4. In Kooperation mit &#8222;internationalen Projektwochen&#8220;, die manche Schulen vertreten, k\u00f6nnte man die SuS in Gruppen einteilen und sie \u00fcber die verschiedenen vertretenen Kulturen in der Schule, wahlweise auch au\u00dferhalb, gemeinsam recherchieren und referieren lassen. Weiter best\u00fcnde die M\u00f6glichkeit, den SuS k\u00fcnstlerischen Freiraum zu bieten. Mit der Erlaubnis der Erziehungsberechtigten und einem zuzumutendem Alter, k\u00f6nnten sie Filme drehen, Plakate malen, Fotoalben von ihren Lieblingsorten gestalten und jeweils kleine Passagen dazu erkl\u00e4ren. Auch Aufs\u00e4tze oder geographische Daten k\u00f6nnten hierbei hinzugef\u00fcgt werden.<\/p>\n<p>Aus eigener Erfahrung kann ich behaupten, dass es die Motivation steigert, wenn man die M\u00f6glichkeit hat, \u00fcber das eigene Herkunftsland zu berichten und die Mitsch\u00fcler*innen dar\u00fcber zu informieren und aufzukl\u00e4ren. Noch viel mehr gefiel es mir, wenn meine SuS \u00fcber ihre Herkunftsl\u00e4nder sprachen und mein Horizont damit erweitert wurde. Das bringt Abwechslung in den sonst ziemlich stofflich-einf\u00e4ltigen Unterricht rein. (Hier Bezug auf das nationale Orientierungssystem).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; 1. Liebe Kolleg*innen, zu Beginn m\u00f6chte ich mich bei Ihnen f\u00fcr die Vorstellung der Fremdsprachen bedanken. Bedauerlicherweise fiel mir auf, dass Sie sich stark an Stereotypen orientiert haben und das eigentlich m\u00f6glichst vermieden werden sollte. Viel mehr m\u00fcssten Sie den SuS einen breiteren Blick auf die L\u00e4nder der Fremdsprachen, die Sie vertreten, erm\u00f6glichen. 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