{"id":42,"date":"2026-02-24T16:31:33","date_gmt":"2026-02-24T15:31:33","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/schilling\/?p=42"},"modified":"2026-02-24T16:31:33","modified_gmt":"2026-02-24T15:31:33","slug":"abschlussreflexion-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/schilling\/2026\/02\/24\/abschlussreflexion-2\/","title":{"rendered":"Abschlussreflexion"},"content":{"rendered":"<h1><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\">1. Zentrale theoretische Erkenntnisse<\/span><\/h1>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\">In der vierten Vorlesung habe ich gelernt, Schule auch als gesellschaftlichen und sozialen Raum anzuerkennen und als M\u00f6glichkeit gr\u00f6\u00dfere gesellschaftliche Probleme und Ungleichheiten zu bek\u00e4mpfen oder zu mindestens minimieren, vor allem durch den Einfluss als Lehrkraft in den formativen Jahren der Kinder (vgl. M\u00fcller 2018). Dies gilt speziell auch f\u00fcr den Ableismus und die Inklusion in der Schule. Spezifisch in meinem Unterrichtsfach Englisch k\u00f6nnte ich mir vorstellen, dass solch eine Differenzierung mit Inklusion essenziell ist. Lerngeschwindigkeiten im Englischunterricht h\u00e4ngen stark von au\u00dferschulischen Gewohnheiten ab, so kann regelm\u00e4\u00dfiger Medienkonsum auf Englisch f\u00f6rdern. Um diese stark unterschiedlichen Sprachniveaus zu beherbergen ist ein Lernen am \u201egemeinsamen Gegenstand\u201c auf unterschiedlichen Niveaus f\u00fcr alle Sch\u00fcler:innen relevant (vgl. Feuser 2018).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\">Aus der siebten Vorlesung nehme ich mit, dass Kategorien Lernpotenziale verbessern k\u00f6nnen sie erfordern aber vorsichtigen Einsatz. Jedoch ist auch zu bedenken, dass diese F\u00f6rderkategorien h\u00e4ufig stark vereinfachen, was genau als Lehrkraft in der individuellen Eins zu Eins Kontakt tats\u00e4chlich getan werden muss. Die Unterschiede in den weiten F\u00f6rderkategorien und selbst in spezifischen psychologischen Beurteilungen, wie zum Beispiel f\u00fcr ADHS, bietet in keinem Fall eine direkte \u201eAnleitung\u201c wie mit dem Kind umgegangen werden sollte. Dieser Eindruck wird jedoch durch diese Kategorien vermittelt da ein Zusammenhang oder eher \u00c4hnlichkeit durch eine Gruppierung vermittelt wird (vgl. Berndt-Schmidt et al. 1995).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\">Vor allem im Politikunterricht und oder gesellschaftsthematischen Unterricht, kann der Antisemitismus und Rassismus mit theoretischem Wissen \u00fcber ihn von erheblicher Bedeutung sein, vor allem in Zeiten von steigendem Antisemitismus und Rassismus, Rechtsruck und einer starken rechtsradikalen bis rechtsextremen politischen Kraft in dem Parlament. Wie auch vermehrten Debatten \u00fcber Israel und damit immer verbunden auch \u00fcber Juden. Zuletzt auch die steigende Anzahl an Gewalttaten gegen Minderheiten durch Rassismus machen eine rassismuskritische Bildung wichtig (vgl. Leiprecht 2016). Daf\u00fcr m\u00fcssen wir als Lehrer auch im Unterricht rassismuskritisch handeln und demokratiefeindliche Aussagen von Sch\u00fcler:innen so benennen. Au\u00dferdem sollten Lehrkr\u00e4fte trotzdem stets selbstkritisch benoten und unterrichten, um den rassifizierten Bildungsungleichheiten entgegenzuwirken, denen sie selbst unterlegen (vgl. Bonefeld &amp; Dickh\u00e4user 2018). Dies nehme ich aus der neunten Vorlesung mit.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\">Erg\u00e4nzend dazu hat mir die Vorlesung 5 deutlich gemacht, wie stark Individualisierung im Fremdsprachenunterricht mit Fragen von Anerkennung zusammenh\u00e4ngt. In meiner eigenen Schulzeit habe ich Individualit\u00e4t vor allem dann erfahren, wenn Klassen kleiner waren und Lehrkr\u00e4fte gezielt auf St\u00e4rken und Schw\u00e4chen eingegangen sind. Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass Anerkennung h\u00e4ufig leistungsabh\u00e4ngig ist. Je besser meine Englischkenntnisse wurden, desto mehr Aufmerksamkeit und positive R\u00fcckmeldungen erhielt ich. Das zeigt f\u00fcr mich, dass Individualisierung nicht automatisch gerecht ist, sondern auch neue Ungleichheiten produzieren kann.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\">Aus der Vorlesung 13 nehme ich vor allem mit, dass digitale Werkzeuge gro\u00dfe Potenziale f\u00fcr Differenzierung und Unterst\u00fctzung bieten. Adaptive Lernplattformen oder KI-Tools k\u00f6nnen helfen, heterogene Lerngruppen besser zu f\u00f6rdern, etwa durch individuell angepasste Aufgabenformate. Gleichzeitig besteht aber die Gefahr, dass der soziale Aspekt des Lernens verloren geht und Unterricht zunehmend zu sozial isolierten Lernenden wird. Gerade im Sprachunterricht erscheint mir das problematisch, da Sprache immer auch Kommunikation und Beziehung bedeutet. Auch allgemein sollte Schule auch immer als Sozialraum verstanden werden und diese Wichtigkeit f\u00fcr kindliche Entwicklung nicht untersch\u00e4tzt werden.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\">Aus eigener Erfahrung im derzeitigen Praktikum habe ich auch gelernt was f\u00fcr einen Unterschied inklusionsgerechter Unterricht machen kann. Bei diesem Beispiel wurde vornehmlich nicht differenzierender Frontalunterricht verwendet. Es wurden verschiedenste sehr grundlegende Themen aus vorherigen Jahren wiederholt. Durch dieses eher niedrige Niveau der Leistungsforderung waren viele eher leistungsst\u00e4rkere Sch\u00fcler:innen unterfordert und gelangweilt und unterhielten sich mit Sitznachbar:innen, welche dementsprechend auch nicht mehr am Unterricht teilnahmen. Dies geschah vor allem wenn die Sitznachbar:innen eher leistungsschw\u00e4cher sind und schon vorher Probleme mit dem Unterrichtsstoff hatten. Durch diese immer weiter st\u00e4rker werdende Lautst\u00e4rke der Gespr\u00e4che und fehlende Beteiligung wird der Unterricht bald nicht mehr m\u00f6glich. Diese fehlende Differenzierung in Bezug auf Inklusion und Bezug des Unterrichts auf gr\u00f6\u00dfere Leistungsunterschiede und fehlende Flexibilit\u00e4t, f\u00fchrte wohl im Endeffekt f\u00fcr die schlechte Effektivit\u00e4t des Unterrichts (vgl. Feuser 2018). Auch waren Methoden, wie auseinandersetzen und Handys einsammeln eher ineffektiv zur Senkung der allgemeinen Lautst\u00e4rke im Klassenzimmer. Dieses Negativbeispiel betrachtend half mir vor allem die Vorlesung \u00fcber Inklusion. Dabei zeigt f\u00fcr mich das, dass Thema Inklusion allen Kindern in einem heterogenen Klassenzimmer hilft. Eine Differenzierung nach Lernm\u00f6glichkeiten und Niveau ist deswegen aus meiner Erfahrung notwendig f\u00fcr alle Klassen ob inklusiv oder nicht (vgl. M\u00fcller 2018).<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\">Eigene Fragestellungen f\u00fcr das Studium<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\">Zum Thema der Mehrsprachlichkeit h\u00e4tte ich gerne mehr Informationen, vor allem beim Bezug in die Praxis. Die Fragestellung beantwortet zwar theoretisch den Nutzen von Mehrsprachlichkeit in der Schule und spezifisch im Unterricht, jedoch bin ich der Ansicht, dass die gegebenen Beispiele f\u00fcr eine solche Einbindung eher mangelhaft sind. Die Beispiele zu Mehrsprachigkeit in Biologie und Mathematik empfand ich als oberfl\u00e4chlich, da sie nur Vokabelunterschiede zeigen, aber keinen echten Mehrwert f\u00fcrs Lernen. Es fehlt deshalb ein Beispiel oder Anleitung daf\u00fcr, dass Mehrsprachlichkeit positiv auf das Lernen der Klasse auswirkt und nicht nur zu einem blo\u00dfen Austausch von einzelnen Vokabeln reduziert wird.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\">Zweitens ist mir bei der Vorlesung \u00fcber Inklusion im Englischunterricht, der spezifische Bezug zwischen den beiden Themen etwas zu kurz gekommen. Denn beide Themen gleichm\u00e4\u00dfig im Anteil und Inhalt beachtet und thematisiert. Jedoch war der \u00dcbergang in der Pr\u00e4sentation abrupt und meiner Auffassung nach ohne gro\u00dfe \u00dcberschneidungen. Deswegen w\u00fcrde ich mir w\u00fcnschen, mehr Inhalte \u00fcber die Inklusion im Englischunterricht zu haben und wieso Englisch vielleicht auch Unterschiede der Anforderung f\u00fcr die Inklusion hat.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\">Drittens bei der f\u00fcnften Vorlesung habe ich mir die Frage gestellt, inwiefern ein Englisch Unterricht aussehen k\u00f6nnte, welcher gleichzeitig die Bed\u00fcrfnisse von Lehrer:innen und Sch\u00fcler:innen beachtet werden. Damit ist gemeint, dass der individualisierte Fremdsprachenunterricht sehr stark auf die Bed\u00fcrfnisse von Sch\u00fcler:innen achtet, etwas das nicht inh\u00e4rent schlecht ist. Das Problem dieses Konzepts besteht eher darin, dass es kaum verantwortungsvoll ist dies in einem vollen Klassenraum von einer einzigen Lehrkraft zu fordern. Es ist vom Arbeitsaufwand im derzeitigen Schulsystem nicht m\u00f6glich. Es br\u00e4uchte somit derzeit entweder ein anderes Schulsystem. Alternativ k\u00f6nnen Lehrer:innen auch individuell das eigentlich sinnvolle Konzept anpassen, um den Workload etwas zu senken. Dabei entsteht jedoch meine Frage, inwiefern dies m\u00f6glich ist, ohne in alte verallgemeinernde Klassenraummanagementpraktiken zu verfallen. Also welche realistische Praktiken entwickelt werden sollten.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\">Literaturverzeichnis:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\">Berndt-Schmidt, G., Kunze, H. &amp; Theunissen, G. (1995) \u2018Ressourcen-Etikettierungs-Dilemma in der Sonderp\u00e4dagogik\u2019, Zeitschrift f\u00fcr Heilp\u00e4dagogik, 46(9), S. 528\u2013536.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\">Bonefeld, M. &amp; Dickh\u00e4user, O. (2018) \u2018Biased grading of students\u2019 performance: Students\u2019 names, performance level, and implicit attitudes\u2019, Frontiers in Psychology, 9, 481. doi:10.3389\/fpsyg.2018.00481.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\">Feuser, G. (2018) Inklusion als Vision. Wege einer entwicklungslogischen Didaktik. Weinheim: Beltz Juventa.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\">Leiprecht, R. (2016) \u2018Rassismus\u2019, in Mecheril, P., Thomas-Olalde, O., Melter, C., Arens, S. &amp; Romaner, E. (Hrsg.) Handbuch Migrationsp\u00e4dagogik. Weinheim: Beltz Juventa, S. 82\u201399.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\">M\u00fcller, K. (2018) \u2018Beziehungsgestaltung in schulischer Inklusion\u2019, in Werning, R. &amp; L\u00fctje-Klose, B. (Hrsg.) Inklusion: Konzepte und Perspektiven. Weinheim: Beltz Juventa, S. 145\u2013162<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Zentrale theoretische Erkenntnisse In der vierten Vorlesung habe ich gelernt, Schule auch als gesellschaftlichen und sozialen Raum anzuerkennen und als M\u00f6glichkeit gr\u00f6\u00dfere gesellschaftliche Probleme und Ungleichheiten zu bek\u00e4mpfen oder zu mindestens minimieren, vor allem durch den Einfluss als Lehrkraft in den formativen Jahren der Kinder (vgl. M\u00fcller 2018). 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