{"id":16,"date":"2025-06-13T16:36:17","date_gmt":"2025-06-13T14:36:17","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/schilling\/?p=16"},"modified":"2025-06-24T13:50:05","modified_gmt":"2025-06-24T11:50:05","slug":"rv10-julia-tietjen-geschlechtliche-und-sexuelle-vielfalt-in-der-schule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/schilling\/2025\/06\/13\/rv10-julia-tietjen-geschlechtliche-und-sexuelle-vielfalt-in-der-schule\/","title":{"rendered":"RV10 \/\/ Julia Tietjen: Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt in der Schule"},"content":{"rendered":"<ol>\n<li><strong> Was haben die beiden Filme \u201eIn a Heartbeat\u201c und \u201eThe Light\u201c in Bezug auf Schule gemeinsam?<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Beide Filme handeln um die Lebensrealit\u00e4ten von Sch\u00fcler:innen und auch allgemein die von Teenagern und Kindern. Speziell geht es um Kinder mit queeren Identit\u00e4ten und der Umgang mit diesen Lebenswelten durch die Kinder. Es steht vor allem der problematische, der konfliktreiche Umgang mit diesem durch queere Jugendliche. Dieser Konflikt entsteht vor allem durch gesellschaftliche und auch schulische Normen und Werte, welche in den Filmen pers\u00f6nliche Konflikte verursachen. In beiden Filmen wird eben dieses Spannungsverh\u00e4ltnis zwischen individueller sexueller Entfaltung oder Auslebung und diese gesellschaftlichen Werte und Normen aufgezeigt. Au\u00dferdem werden in beiden auch die inneren Erlebnisse und auch der externe Druck durch eine weitverbreitete Heteronormativit\u00e4t dargestellt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Welchen Rahmen k\u00f6nnen Lehrkr\u00e4fte erm\u00f6glichen, um Sch\u00fcler*innen einen sicheren Ort zum Lernen und f\u00fcr die Entwicklung ihrer je eigenen Geschlechtlichkeit und Sexualit\u00e4t zu bieten?<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Lehrkr\u00e4fte k\u00f6nnen im Rahmen des Unterrichts und der schulischen Laufbahn von Sch\u00fcler:innen versuchen Kritik an heteronormativen Gedankenstrukturen zu nehmen. Dies kann in Form von allt\u00e4glichen Bemerkungen passieren um den Sch\u00fcler:innen eigene Fehler und die eigene Konformit\u00e4t zu diesen Normen aufzuzeigen. Au\u00dferdem ist es Lehrenden m\u00f6glich Schutzr\u00e4ume f\u00fcr queere Sch\u00fcler:innen zu bieten (Schroth, 2024). Damit k\u00f6nnen Lehrkr\u00e4fte aktiv gegen Diskriminierung vorgehen oder auch pr\u00e4ventiv und sch\u00fctzend wirken. Auch w\u00e4ren verschieden Unterrichtsstunden im Rahmen einer Aufkl\u00e4rung zu diesen f\u00e4lschlichen Normen m\u00f6glich. Dabei k\u00f6nnten verschiedenste queere Identit\u00e4ten thematisiert werden, um mehr Sichtbarkeit und Akzeptanz f\u00fcr diese zu erm\u00f6glichen. Trotzdem liegt die Verantwortung auch bei den Lehrkr\u00e4ften um sich mit eigenen, normativen Vorstellungen auseinanderzusetzen und dementsprechend zu hinterfragen. Lehrende ben\u00f6tigen dazu, vor allem durch das Studium, die M\u00f6glichkeit thematische Sachkenntnisse, Gender- und Differenzkompetenzen, Sozial- und Selbstreflexionskompetenz sowie Sensibilit\u00e4t f\u00fcr Machtverh\u00e4ltnisse zu erarbeiten (Brumlik, Wiesner 2016). Dazu ist es unerl\u00e4sslich, dass Lehrende den Klassenraum f\u00fcr alle Menschen, in diesem Fall vor allem Sch\u00fcler:innen mit queeren Identit\u00e4ten, somit keine einzige Lebensweise als sogenannter Normalfall deklariert und institutionalisiert wird, die P\u00e4dagogik muss also die Vielfalt selbst als Normalfall annehmen (vgl. Debus, et al. 2018: 18).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Welchen Rahmen k\u00f6nnen cis-\/endogeschlechtliche und heterosexuell lebende Lehrkr\u00e4fte ihren queer lebenden Kolleg*innen bieten, um auch f\u00fcr diese einen sicheren Arbeitsort zu schaffen, in dem sie m\u00f6glichst keine Diskriminierung erfahren?<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>F\u00fcr einen solchen Arbeitsort ben\u00f6tigt es auch nicht queere Kollegen, welche sich bewusst und offen als sogenannte Allies positionieren. Dabei m\u00fcssen diese sich gegen homophobe Diskriminierung positionieren und sie aktiv bek\u00e4mpfen, um zu einem sicheren Arbeitsort beizutragen. Au\u00dferdem sind diese Lehrkr\u00e4fte dazu aufgefordert auch ihre eigene privilegierte Lebensweise zu bedenken und reflektieren und der eigenen normativen Position, als Cis- oder heteronorme Person bewusst zu werden. Au\u00dferdem ist die Organisationsstruktur essenziell, um Queerfeindlichkeit zu vermeiden. Dazu k\u00f6nnen Schulen den Einsatz inklusiver Sprache und Namen- und Pronomenregelungen implementieren. Au\u00dferdem ist eine allgemeine Sensibilit\u00e4t f\u00fcr Queerfeindlichkeit im Kollegium und in der Kommunikation mit Eltern immer relevant. Aufgrund dessen liegt die Verantwortung nicht nur auf dem Individuum, sondern eher auf den der institutionellen Strukturen. Um diese antidiskriminierend zu gestalten, m\u00fcssen Fortbildungen zu Vielfalt und Diskriminierung pr\u00e4ventiv eingefordert werden und in die Curricula eingegliedert werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Literaturverzeichnis<\/p>\n<p>Debus, Katharina; Laumann, Vivien; Klemm, Sarah. <em>P\u00e4dagogik geschlechtlicher, amour\u00f6ser und sexueller Vielfalt: Zwischen Sensibilisierung und Empowerment<\/em>. Dissens, 2018.<\/p>\n<p>Schroth, Jan. \u201cSafer Spaces f\u00fcr queere Menschen \u2013 Wie kann die Soziale Arbeit dazu beitragen?\u201d 2024.<\/p>\n<p>Brumlik, Micha; Reinhard Wiesner. <em>Handbuch Antidiskriminierungsp\u00e4dagogik: Grundlagen \u2013 Konzepte \u2013 Praxisfelder<\/em>. Beltz Juventa, 2016.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was haben die beiden Filme \u201eIn a Heartbeat\u201c und \u201eThe Light\u201c in Bezug auf Schule gemeinsam? 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