{"id":9,"date":"2018-05-23T14:09:46","date_gmt":"2018-05-23T12:09:46","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/sapereaude\/?p=9"},"modified":"2018-05-28T11:39:33","modified_gmt":"2018-05-28T09:39:33","slug":"rv07-dr-eileen-schwarzenberg-meint-inklusive-wirklich-alle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/sapereaude\/2018\/05\/23\/rv07-dr-eileen-schwarzenberg-meint-inklusive-wirklich-alle\/","title":{"rendered":"RV07 \u2013 Dr. Eileen Schwarzenberg: \u201eMeint Inklusive wirklich alle?\u201c"},"content":{"rendered":"<p>I.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt\">Zum Themenfeld p\u00e4dagogischer F\u00f6rderbedarf gibt es verschiedene theoretische Positionen. Es muss festgelegt werden, wer \u00fcberhaupt F\u00f6rderbedarf braucht und um dies festzulegen, arbeitet man mit verschiedenen Begriffen und Modellen von <em>Behinderung<\/em>. Sehr popul\u00e4r ist zum Beispiel der Behinderungsbegriff der UN:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-size: 10pt\">&#8222;Menschen die langfristige k\u00f6rperliche, seelische oder geistige Sinnesbeintr\u00e4chtigungen haben, welche sie in Wechselwirkung mit verschiedenen Barrieren an der vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hindern k\u00f6nnen.&#8220; (UN-BRK 2009, Art. 1, Satz 2)<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-size: 10pt\">Selbstverst\u00e4ndlich ist hiermit die Begriffsarbeit nicht getan, denn hier wird nicht klar, mit welchem Seelenbegriff hier gearbeitet wird. Desweiteren k\u00f6nnte man fragen, ob mit der Referenz auf die Seele eine Person essenzialisiert wird und man somit wiederum soziale Rollen und Stigmata reproduziert. Desweiteren k\u00f6nnte die Trennsch\u00e4rfe zwischen einer <em>seelischen<\/em> und einer <em>geistigen Beintr\u00e4chtigung <\/em>diskutiert werden. Andererseits k\u00f6nnte hier der Begriff der Seele doch auch relativ n\u00fctzlich sein, da es\u00a0 ziemlich schwierig ist, aufgrund multibler Behinderungen, und auch fraglich Behinderung genau zu klassifizieren und somit das Individuum vor allzu genauer &#8222;Sortierung&#8220; sch\u00fctzt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt\">Desweiteren wird in der theoretischen Debatte mit dem <em>medizinischen Modell<\/em> und dem <em>sozialen Modell<\/em> von Behinderung gearbeitet. Wobei heute das medizinische Modell immer mehr durch das soziale Modell abgel\u00f6st wird. Das mdeizinische Modell setzt die Behinderung als k\u00f6rperliche Vorraussetzung. Es liegt der Fokus auf dem Individuum und seinen Beintr\u00e4chtigungen in der Gesellschaft zu agieren. Dementsprechend handelt man nach dem medizinischen Modell, imdem versucht wird die Beeintr\u00e4chtigungen zu &#8222;heilen&#8220; (auch durch Chirugie, Orthesen und klinischer Physiotherapie), um die &#8222;behinderten&#8220; Individuen an die Gesellschft anzugleichen. Dagegen steht das soziale Modell von Behinderung, welches seinen Fokus auf die Gesellschaft und die Partizipationsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr behinderte Menschen in ihr legt; laut diesem Modell &#8222;werden Personen behindert&#8220;. Somit will das soziale Modell (s.M.) auf Missst\u00e4nde, die durch das medizinische Modell verursacht sein sollen reagieren. Laut ihm werden Menschen durch das medizinische Modell (m.M.) degradiert, da eine vollkommene Genesung, was ja das Ziel des m.M. ist, in fast allen F\u00e4llen nicht m\u00f6glich ist. Um diese Degradierung und \u00e4hnliches abzubauen soll nach dem s.M. die Barrieren f\u00fcr behinderte Menschen abgebaut werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt\">II.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt\">-Das medizinische Modell.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt\">-Seit der Schulreform von 2009 in Bremen sollen die F\u00f6rderzentren abgebaut werden und die behinderten Kinder in den Regelunterricht integriert werden. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt\">-Man unterscheidet drei Disskussionslinien in bezug zur Inklusion:<\/span><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: circle\">\n<li><span style=\"font-size: 10pt\"><em>Die Inklusoin als Systemwandel:<\/em> In diesem Fall sollen Kinder mit und ohne F\u00f6rderbedarf zusammen in einer Schule unterrichtet werden. Diese Argumentaion kann an das s.M. von Behinderung angeschlossen werden. Es geht darum die Gesellschaft, in diesem Fall die Schulen f\u00fcr die behinderten Kinder und Jungenlichen zu \u00f6ffnen und so die Barrrieren f\u00fcr diese in der Gesellschaft abzubauen. Es soll also das gesamte Bildungssystem ummodeliert werden.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 10pt\"><em>Doppelstruktur und Parallelsystem: <\/em>Laut dieser Argumentation soll das Nebeneinander von F\u00f6rder-\u00a0 und Regelschule weiterbestehen, den es g\u00e4be keinen Beweis, dass die &#8222;whole school&#8220; eine empirische Besserung bringe.<\/span><\/li>\n<li><em><span style=\"font-size: 10pt\">Inklusion unter Ber\u00fccksichtigung der F\u00f6rderbedarfe: <\/span><\/em><span style=\"font-size: 10pt\">Diese Argumentation problematisiert die beiden vorgegangenen Diskussionslinien und da ich diesen Punkt nicht genau ausf\u00fchren kann, werde ich ein wenig meine eigenen Gedanke auf ihn projezieren:<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-size: 10pt\">Ich denke eine partieller Systemwandel, wie der des Bildungssystremes, kann nicht &#8222;einfach so&#8220; funktionieren. Es m\u00fcssten erstmal Grundlegende Probleme in der Schule gel\u00f6st werden, bevor man diese Aufgabe noch weiter verkompliziert. Die Schule ist ein zerbrechendes Konstrukt in einer sich zerlaufenden b\u00fcrgerlichen Gesellschaft und in diesen Morast sollten man gewiss niemanden (der davor besch\u00fctzt werden kann) hineinziehen. In Zeiten der Subjektaufl\u00f6sung haben es die Individuuen, die von uns behindert genannt werden, besser wenn sie in einer gesch\u00fctzten Umgebung aufwachsen k\u00f6nnen, als sie der umgreifenden K\u00e4lte der Gesellschaft auszusetzen.<\/span><\/p>\n<p>III.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt\">Beobachte, ob du Elemente eines struklurellen Wandels vom medizinischen Modell zum sozialen Modell in deinem Praktikum feststellen kannst.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>I. Zum Themenfeld p\u00e4dagogischer F\u00f6rderbedarf gibt es verschiedene theoretische Positionen. 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