{"id":4,"date":"2018-05-11T12:08:47","date_gmt":"2018-05-11T10:08:47","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/sapereaude\/?p=4"},"modified":"2018-05-11T12:08:47","modified_gmt":"2018-05-11T10:08:47","slug":"mehrsprachigkeit-und-deutschunterricht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/sapereaude\/2018\/05\/11\/mehrsprachigkeit-und-deutschunterricht\/","title":{"rendered":"Mehrsprachigkeit und Deutschunterricht"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 10pt\">1. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt\">Wie jeder im statistischen Bundesamt nachrecherchieren kann, ist die Migration in Deutschland im Mittel in den letzten Jahrzehnt stets angestiegen. In diesem Zuge kommen auch viele Menschen, die nach deutschem Recht Schulpflichtig sind und noch kein Deutsch sprechen k\u00f6nnen. Dementsprechend haben diese Personen besonderen f\u00f6rderbedarf. Sie werden in der erziehungswissenschaftlichen Diskussion als &#8218;Seiteneinsteiger&#8216; bezeichnet. Um zu den anderen Sch\u00fclern aufzuschlie\u00dfen, werden diese Personen in Vorklassen eingeteilt, in denen sie gesonderten Sprachunterricht bekommen um diese Defiziete abzubauen. Dabei werden die Sch\u00fcler nach verschiedenen Kriterien (Alter, Nationalit\u00e4t, Muttersprache, schulische Sozialisation) nach einer im Einzelfall singebenden Ordnung auf die Kurse aufgeteilt. Wie allgemein bekannt besteht f\u00fcr diese Vorkurse eine Lehrerknappheit bei steigendem Bedarf. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt\">Wenn die migrierten Sch\u00fcler dann auf einem sprachlichen Niveau mit den deutsch sprechenden Sch\u00fclern angelangt sein sollten. Nehmen sie auch normal an dem Untericht teil. Bis dahin ist es aber ein schwierieger Weg, auf dem die Vorkurssch\u00fcler nur teilweise an dem Regelunterricht teilnehmen bzw. nur in weniger &#8217;sprachintensiven&#8216; F\u00e4chern, wie z.B. Sport, teilnehmen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt\">2. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt\">Da ich noch kein Praktikum in einer Schule absolviert habe, habe ich auch wenig Ahnung von der Sprachf\u00f6rderung von Seiteneinsteigern und deren \u00dcbergang in den Regelunterricht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt\">Gerade binnendifferenzierte Ma\u00dfnahmen sind denke ich mir besonders in den Vorkursen selber von n\u00f6ten, da ja zwischen einem Gefl\u00fcchteten aus Damaskus oder aus einer l\u00e4ndlichen Gegend des Hindukushes erherbliche Unterschieden vorhergegangener kultureller Bildung bestehen. Der eine h\u00e4tte vielleicht schon ein &#8218;relativ&#8216; differenziertes Schulsystem kennengelernt haben k\u00f6nnen, w\u00e4hrend der andere aus einem subsistenzwirtschaftlichen Kontext \u00fcberhaupt noch nicht einmal vollst\u00e4ndig alphabetisiert wurde. Dementsprechend k\u00f6nnten sich schon erhebliche Schwierigkeiten aus der allgemeinen Sozialisierung mit Bildung ergeben. Dementsprechend denke ich, dass es in vielen F\u00e4llen schwierig ist, grundlegende Kompetenzen, die oft schon in der Grundschule bei Deutsch sprechenden Sch\u00fclern mehr oder minder ausgebildet werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt\">3. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt\">Wenn man eine Lehrkraft zu ihren Erfahrungen im Regelunterricht mit zugewanderten Sch\u00fclern interviewt, wird diese nat\u00fcrlich je nach Bundesland, der sozio\u00f6konomischen Sitaution der Sch\u00fclerschaft, etc. unterschiedlich antworten. Im Allgemeinen kann man aber nat\u00fcrlich erwarten, dass im allgemeinen die Lesekompetenz sich mit der Zeit in der Schule verbessert. Die Erfahrungen werden deke ich aber doch eher negativ gepr\u00e4gt sein, da es generell schwierig ist, Sch\u00fcler im unterricht zu motivieren. Mit einer Sprachbarriere und der sozial stressigen Situation in der Klasse denke ich, wird es schwierig sein sich in den laufenden Unterricht zu integrieren. Allerdings wie in der vorherigen Frage auch schon angemerkt, kommen die Seiteneinsteiger aus mehr oder minder zivilisierten Gesellschaften und werden deswegen wohl auch einen sehr divergent F\u00f6rderbedarf aufweisen. So k\u00f6nnte ein sechzenj\u00e4hriger Seiteneinsteiger, der eigentlich in eine zehte Klasse gehen w\u00fcrde, nur auf dem Niveau einer f\u00fcnften Klasse sein. Nat\u00fcrlich kann nicht eine sechzehnj\u00e4hrige Person in eine f\u00fcnfte Klasse gehen, aber wenn er doch in die zehnte Klasse ginge w\u00fcrde er seine Sprachkompetenzen schlechter weitergebildet werden, da in einer zehnten Klasse nat\u00fcrlich komplexere Sachverhalte bearbeitet werden. Demnach ist die Sache sehr verzwickt. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Wie jeder im statistischen Bundesamt nachrecherchieren kann, ist die Migration in Deutschland im Mittel in den letzten Jahrzehnt stets angestiegen. In diesem Zuge kommen auch viele Menschen, die nach deutschem Recht Schulpflichtig sind und noch kein Deutsch sprechen k\u00f6nnen. Dementsprechend haben diese Personen besonderen f\u00f6rderbedarf. 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