{"id":67,"date":"2019-08-10T14:08:20","date_gmt":"2019-08-10T12:08:20","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/rumids\/?p=67"},"modified":"2019-08-10T14:08:47","modified_gmt":"2019-08-10T12:08:47","slug":"rv14-abschlussreflexion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/rumids\/2019\/08\/10\/rv14-abschlussreflexion\/","title":{"rendered":"RV14\/ Abschlussreflexion"},"content":{"rendered":"<p><strong>1. Benennen Sie die f\u00fcr Sie zentralsten theoretischen Erkenntnisse, die Sie aus den Vortr\u00e4gen der Ringvorlesung f\u00fcr sich mitgenommen haben. Nehmen Sie dabei konkret Bezug auf a.) fachdidaktische Aspekte, indem Sie Erkenntnisse auf die Didaktiken ihrer eigenen beiden F\u00e4cher beziehen und b.) zwei generelle erziehungswissenschaftliche Erkenntnisse zu Schule und Unterricht mit Bezug zu den relevanten Quellen benennen.<\/strong><\/p>\n<p>Zur\u00fcckblickend auf das vergangene Semester und implizit auf die Ringvorlesung, habe ich vor allem mitgenommen, dass alle SuS unterschiedlich sind und es daher die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung f\u00fcr den Lehrenden ist einen Unterricht zu erm\u00f6glichen, welcher so offen gestaltet ist, dass sich die unterschiedlichsten SuS auf ihre eigene Art und Weise mit der Thematik im Unterricht auseinandersetzen k\u00f6nnen. Damit eine solche Umsetzung gelingen kann, sollte der\/die Lehrer*in als Lernhilfe gesehen werden, da die didaktische Konstruktion des Unterrichts aus dem Zusammenspiel zwischen Thematik, Sch\u00fcler*in und der Lehrperson erwachsen kann (vgl. Reinfried et al. 2009). Der\/Die Lehrer*in sollte also eine Lernhilfe und nicht eine alles bestimmende Autorit\u00e4tsperson darstellen, um einen heterogenen Unterricht zu erm\u00f6glichen. Hierbei ist es wichtig zu bedenken, wie vielschichtig der Begriff der Heterogenit\u00e4t aufgefasst wird und wie vielf\u00e4ltig er verwendet wird.<\/p>\n<p>Bezogen auf meine beiden F\u00e4cher der Biologie und Kunst, scheinen f\u00fcr mich die Pr\u00e4konzepte der SuS von gro\u00dfer Bedeutung zu sein. In der Biologie werden Sch\u00fcler*innen stetig auf neue Sachverh\u00e4ltnisse und Modelle treffen bei denen sie bestimmte Vorstellungen haben, welche nicht immer als richtig gelten. Es ist sehr wichtig diese Sch\u00fclerinnenvorstellungen nicht als negativ zu sehen, sondern als M\u00f6glichkeit, welche zum einen das interaktive Lernen und zum anderen einen vielseitig gestalteten Unterricht f\u00f6rdern k\u00f6nnen. Zudem ist mir klar geworden, dass der\/die Lehrende mit einer Vielzahl von widerspr\u00fcchlichen Handlungs- und Denkmustern konfrontiert ist, welche von Werner Helsper als Antinomien bezeichnet werden (vgl. Helsper 2016). Als Lehrer*in befindet man sich also in einem permanenten Spannungsfeld, dessen verschiedene Pole meiner Meinung nach nicht vernachl\u00e4ssigt, sondern mit der Zeit erkannt und als Schl\u00fcsselelement f\u00fcr die Aus\u00fcbung des sp\u00e4teren Berufes verstanden werden.<\/p>\n<p><strong>2. Welche Faktoren zum schulischen Umgang mit Heterogenit\u00e4t (z.B. Unterrichtsformen, Schulformen, schulstrukturelle Fragen, schulkulturelle Aspekte), die Sie in der Vorlesung kennengelernt haben, pr\u00e4gen in Ihrer Wahrnehmung aus eigenen Praxiserfahrungen (eigene Schulzeit, Praktika, Berichte aus der Praxis) den Schulalltag besonders stark \u2013 und warum? An welcher Stelle k\u00f6nnten Sie einzelne der unter 1 genannten Erkenntnisse zur Erkl\u00e4rung heranziehen?<\/strong><\/p>\n<p>Da ich mich bei dieser Aufgabe auf meine eigenen Erfahrungen beziehe, halte ich es f\u00fcr wichtig, trotzt der klaren Aufgabenstellung, darauf hinzuweisen, dass meine Erfahrungen sich fundamental von denen jedes Anderen unterscheiden, auch wenn empirisch bestimmte Zusammenh\u00e4nge erkannt und ermittelt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Meine Schulzeit, vor allem die Grundschule, unterlag einer homogenen Struktur, welche mir keine M\u00f6glichkeiten zur eigenen Inkludierung in den Unterricht bot. Ich empfand die Schule damit in ihrer Gesamtheit als fremde Struktur, welcher es lediglich gelang, einen Bezug zu meinem Alltag durch meine Eltern zu erzwingen. Trotz der homogenen Struktur der Unterrichts- und Schulform, bearbeitete ich Aufgaben h\u00e4ufig auf meine eigene Art und Weise, welche sich zum Teil aus Humor, Satire, Ironie und Kritik zusammensetzte. Es ist schade, dass diese Vorgehensweise von meinen Lehrer*innen \u00fcber die Jahre nur sehr selten verstanden, geschweige denn akzeptiert wurde. Zur\u00fcckblickend denke ich, dass diese Inakzeptanz meiner eigenen Entwicklung schadete und mich daher auf Methoden zur\u00fcckgreifen lie\u00df, welche mir fremd waren und keinen Bezug zu meinem Alltag herstellen konnten.<\/p>\n<p>Nach meinem Abitur machte ich ein freiwilliges Jahr im Bereich der Umweltp\u00e4dagogik und leitete einige Natur AG`s an unterschiedlichen Schulen. Innerhalb dieses Jahres gestaltete ich also meinem Empfinden nach eine Unterrichtsstruktur, welche recht Roh war, jedoch inkludierende und heterogene Aspekte beinhaltet. R\u00fcckblickend auf Aufgabe 1 denke ich, dass das Schl\u00fcsselelement f\u00fcr einen inkludierenden und heterogenen Unterricht der Bezug und die Akzeptanz zu dem Alltag der Sch\u00fcler*innen und der SuS selbst ist. Ein offen gestalteter Unterricht, welcher nicht innerhalb festgefahrenen Strukturen existiert, bietet die M\u00f6glichkeit aus dem situativen Zusammenspiel von Sch\u00fcler*innen, Lehrer*innen und theoretischem Wissen, durch die Interaktionen zwischen einander und dem Verfolgen eigener Interessen eine Unterrichtsform entstehen zu lassen, welche meiner Empfindung nach inkludierend und heterogen ist.<\/p>\n<p><strong>3. Zu welchen zwei erziehungswissenschaftlichen Fragestellungen, die Sie in der Vorlesung kennengelernt haben, w\u00fcrden Sie gerne mehr erfahren im weiteren Studium im Bezug auf das Modulthema UMHET. Bitte begr\u00fcnden Sie Ihre Wahl?<\/strong><\/p>\n<p>Ich stelle mir selbst weiterf\u00fchrende Fragen, welche nicht direkt in der Vorlesung besprochen wurden, welche ich jedoch durch die Vorlesung kennengelernt habe.<\/p>\n<p>Mich interessiert vor allem der Kontrast zwischen der Idee eines Unterrichts, welcher heterogen und individuenbedingt entsteht und der &#8222;Richtigkeit&#8220; dieser Idee selbst.<\/p>\n<p>Um diesen Sachverhalt zu pr\u00e4zisieren, erl\u00e4utere ich wie folgt:<\/p>\n<p>Zum einen wird gelehrt, dass es nicht die eine richtige Vorgehensweise zum Gestalten von \u201egutem\u201c Unterricht gibt, andererseits werden als richtig erachtete Prinzipien und Kompetenzen exemplarisch in einer Art und Weise vorgestellt, welche einem Plan zur richtigen Unterrichtsgestaltung verbl\u00fcffend \u00e4hnelt. Ich denke, dass eine solche Vorgehensweise ohne eine genaue Klarstellung f\u00fcr Verwirrung sorgt, was f\u00fcr mich dadurch best\u00e4tigt wird, dass viele Studierende innerhalb dieser Aufgabe, nach einem beispielsweise richtigen inkludierendem Vorgehen f\u00fcr die Unterrichtsgestaltung fragen.<\/p>\n<p>Aus diesem Sachverhalt heraus Frage ich mich zudem, welche Rolle die theoretische Auseinandersetzung in Bezug zum praktischen Erfahren besitzt. Es wirkt f\u00fcr mich, als ob theoretische Erkenntnisse oft fern von der eigenen Erfahrungen liegen und daher w\u00e4hrend dem Versuch der praktischen Umsetzung dieser theoretischen Ans\u00e4tze ein festgefahrener Unterricht entsteht, welchen es ja eigentlich zu vermeiden gilt.<\/p>\n<p>Zusammengefasst stelle ich mir also folgende Fragen:<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none\">\n<ul>\n<li>Sorgt eine theoretische Auseinandersetzung mit \u201erichtigen\u201c Handlungsweisen, neben dem Erlangen von Fachkompetenzen f\u00fcr eine problembehaftete praktische Umsetzung, da der Sachverhalt in welchem sie stattfindet immer unterschiedlich ist?<\/li>\n<li>Handelt es sich bei den sogenannten Kompetenzen eines Lehrers nicht auch um gewisse Formen von Handlungsanweisungen?<\/li>\n<li>Wie kann den Studierenden gezeigt werden, dass die Praxis durch praktische Erfahrungen und nicht durch ausschlie\u00dflich theoretische Ans\u00e4tze geformt werden sollte?<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>4. Welche in den Vorlesungseinheiten von BAUMHET thematisierten Problematiken\/Aspekte sehen Sie f\u00fcr sich pers\u00f6nlich als besondere Herausforderung? Wie k\u00f6nnten Sie sich, im Uni-Kontext oder auch dar\u00fcber hinaus, auf diese Herausforderungen vorbereiten?<\/strong><\/p>\n<p>Ich denke, dass f\u00fcr mich die gr\u00f6\u00dften Herausforderungen solche sein werden, welche sich durch den Kontrast von heterogenem Unterricht und homogenen Schulsystem ergeben. So w\u00e4re z. B. Das Bewerten von Aufgaben eine Herausforderung, wenn laut Schulsystem lediglich die Ergebnisse gewertet werden sollen. Im Uni Kontext kann ich mich theoretisch mit diesen Problemen auseinandersetzen und diese vor allem w\u00e4hrend des Praktikums Erfahren. Ich denke, dass sich die wirklichen Probleme und Herausforderungen dann ergeben werden, wenn diese auch praktisch auftreten. Also sehe ich neben den Herausforderungen, welche ich in der Struktur des Bildungssystems erkennen kann, keine weiteren Herausforderungen welche ich derzeit als Problem deklarieren w\u00fcrde. Abschlie\u00dfend denke ich, dass alle Handlungen welche zum ersten Mal get\u00e4tigt werden eine Herausforderung sind und man daher das Lehrersein aus der Sicht des Studierenden als Herausforderung sehen kann, welche sich in viele Teilherausforderungen gliedert und ohne das Erlernen von Kompetenzen f\u00fcr den Umgang mit diesen, als kaum \u00fcberwindbar zu sein scheint.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Reinfried, Sibylle; Mathis, Christian; Kattmann, Ulrich (2009): &#8222;Das Modell der Didaktischen Rekonstruktion. Eine innovative Methode zurfachdidaktischen Erforschung und Entwicklung von Unterricht&#8220;, In: Beitr\u00e4ge zurLehrerinnen- und Lehrerbildung 27 (2009) 3, S. 404-414 (<a href=\"http:\/\/nbn-resolving.de\/urn:nbn:de:0111-pedocs-137107\">http:\/\/nbn-resolving.de\/urn:nbn:de:0111-pedocs-137107<\/a>)<\/li>\n<li>Helsper, Werner (2016): &#8222;Lehrerprofessionalit\u00e4t \u2013 der strukturtheoretische Ansatz&#8220;, In: Beruf Lehrer\/Lehrerin. Ein Studienbuch. Rothland, (Hrsg.): Martin, M\u00fcnster; New York: Waxmann (2016) S. 103-125<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\">\n1. 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