1. Welche Erfahrungen haben Sie in Ihrer Schulzeit mit Mathematikunterricht gemacht? Können Sie die in der Vorlesung aufgeworfenen Schwierigkeiten bestätigen?
Zunäst einmal muss ich sagen, dass ich persönlich in meiner Schulzeit nahezu nur schlechte Erfahrungen mit Mathematikunterricht gemacht habe. Das mag zum einen daran liegen, dass ich mich selbst als mathematisch unbegabt sehe und kein allzu großes Interesse hier für aufbringen kann. Zum anderen aber war der Großteil meiner Mathelehrer_innen zwar oft fachlich gut, hatte jedoch oft große Schwierigkeiten in der Vermittlung des Fachwissens.
Ich kann mir vorstellen, dass die Probleme, die viele Schüler_innen mit Mathe haben, daher rühren, dass (so habe ich zumindest die Erfahrung gemacht) viele Lehrkräfte eben fachlich sehr gut ausgebildet sind, die didaktischen Kompetenzen jedoch nicht allzu stark ausgeprägt sind. Oftmals fehlt auch die Geduld, oder der vorgegebene, sehr straffe, Lehrplan lässt die Rücksichtnahme und auf „schwächere“ Schüler_innen oder das wiederholte Erklären des Stoffes nicht zu.
Auch ich hatte besagtes Problem mit Textaufgaben. Der Text als Abwechslung von all den Zahlen und Formeln kam mir zwar gelegen, lenkte mich jedoch eher ab, als dass er mich zu mehr Interesse an der Aufgabe bewegte. Die generell oft verbreitete Ablehnung von Schüler_innen gegenüber Textaufgaben kann ich in jedem Fall nachvollziehen, da oft nur schwer bis überhaupt nicht ersichtlich wird, welche Informationen aus der Aufgabe für das Lösen dieser relevant sind.
Auch wenn durch das Rechnen von Textaufgaben der mathematische Schulalltag aufgelockert werden soll, bin ich der Ansicht, dass diese oftmals mehr Probleme bereiten, als dass sie den Schüler_innen nützen. Schließlich sind die Aufgaben immer kosntruiert und haben letztendlich nur in den seltensten Fällen überhaupt mit der Realität zu tun.
In deinem Blogbeitrag sprichst du ein sehr wichtiges Problem an:
Das Bearbeiten von Textaufgaben funktioniert erst dann, wenn die Schüler die mathematischen Kenntnisse besitzen. Dir fiel es vor allem schwer, diese Textaufgaben zu bearbeiten, weil du Probleme mit der dahintersteckenden Mathematik hattest.
Oft ist es so, das man zunächst eine bestimmte Rechenart lernt und dann die Anwendungsbereiche vorgesetzt bekommt. Das halte ich für schwierig. Wenn diese Art zu rechnen nicht gut vermittelt werden konnte, kann man dann auch nichts mit den Alltagsbezügen anfangen.
Sinnvoller wäre es vielleicht, sich eine reale Fragestellung anzuschauen und die Schüler sich eine Methode überlegen zu lassen und sie zu den Rechenarten hinzuführen.
Dadurch sind Erfolgserlebnisse für die Schüler viel schneller spürbar und man verliert eventuell auch das permanente Gefühl, dass Mathematik etwas sehr Abstraktes ist.