Das Rosenblatt

Der nicht offizielle Blog zur Serie!

Synopse

Ich heiße meine wundervollen Zuschauer herzlich willkommen und freue mich, dass ihr heute Abend eingeschaltet habt! Wenigstens sind noch zwei Leute gekommen, das ist auch schon mal ein Anfang, schätze ich…

Bevor wir mit der Show beginnen, sollte ich allerdings noch ein wenig von der Handlung meines Abenteuers, dieser Seite und von mir erzählen, damit ihr ungefähr wisst, womit ihr es hier überhaupt zu tun habt. Und dann werdet ihr sicherlich sehr bald meine allergrößten Fans sein!

Vielleicht hat der ein oder andere von euch irgendwann bereits von einem kleinen, verträumten Städtchen im Norden gehört, welches mit seinen Giebeldächern und verwinkelten Gassen eine regelrecht märchenhafte Kulisse bietet. Ich spreche dabei natürlich von Lüneburg, meiner Heimatstadt. Nicht nur für seine über Jahrtausende zurückreichende Geschichte als Salz- und Hansestadt ist die Stadt bekannt – manch einer hat sie möglicherweise durch die ARD-Kultserie „Rote Rosen“ kennengelernt, oder zumindest kurz darin gesehen.

Diesen Sommer und Herbst habe ich während meiner Semesterferien an einigen verschiedenen TV-Produktionen mitgewirkt und war dabei in entsprechend vielen Städten unterwegs. Manchmal fragten mich meine Kollegen oder Gäste, in welcher Stadt ich eigentlich wohnen würde, und ich beschrieb dann meine Heimat als historische Altstadt in der Nähe von Hamburg. Und die Antwort, die darauf dann meist kam, lautete ungefähr: „Ach, Lüneburg – da wird doch auch ‚Rote Rosen‘ gedreht, oder?“

Schon sehr oft wurde ich gefragt, ob ich diese deutsche Telenovela kennen oder gar selbst anschauen würde. Tatsächlich bin ich keine 60 Jahre alt, also natürlich nicht habe ich zwar schon seit längerer Zeit von ihrer Existenz gewusst, mich allerdings nie wirklich darauf eingelassen, da ich vielleicht nicht unbedingt zur Zielgruppe der Serie gehöre. Schließlich steht in der Handlung der Serie eine Frau Mitte vierzig im Mittelpunkt – und wie ich kürzlich erfahren habe, war sie, zumindest in Deutschland, die erste ihrer Art – , die sich in Beziehungskonflikte, Identitätskrisen und diverse andere Abenteuer im Alltag verstrickt.

Die Serie ist übrigens sehr viel älter, als ich angenommen hatte. Sie wird seit 2006 produziert und hat mittlerweile mehr als 16 Staffeln und 3000 Folgen. Auch in Österreich, der Schweiz und sogar Italien hat die Serie viele Anhänger und teilweise sogar eigene, daran angelehnte Produktionen. Der Fan-Kult von „Rote Rosen“ ist gewaltig. Man kann im Internet nachlesen, wie gut besucht die Fan-Tage, die regelmäßig veranstaltet werden, immer sind; die Serie läuft beinahe jeden Tag im Ersten und sie ist allgemein gut bekannt, auch bei denen, die gar keine Zuschauer sind. Ich habe erst vor ein paar Tagen auf dem Weg in die Innenstadt das Gespräch eines älteren Ehepaars mitbekommen, das sich über die Serie austauschte, und während ich die Straßen in Lüneburg entlang lief, fielen mir einzelne Gruppen von Besuchern auf, die den Worten eines Touristenführers lauschten, der ebenfalls erwähnte, dass sie sich hier an einem der Drehorte von „Rote Rosen“ befanden. Und dann standen in so vielen Läden bis an die Decke hoch Regale, die gefüllt waren mit Kugelschreibern, Kaffeetassen, Salzen, und noch vielem mehr, die alle mit dem Logo der Serie bedruckt waren. Nicht zu vergessen, dass das „Hotel Rote Rosen“ eins der ersten Gebäude ist, an denen man auf dem Weg in die Lüneburger Innenstadt als erstes vorbeifährt.

All diese Erlebnisse haben schließlich meine Neugier auf die Produktion geweckt. War Lüneburg wirklich die „Stadt der Roten Rosen“? Welche Wechselwirkung besteht zwischen dem Medium und der städtischen Kultur? Ich wollte herausfinden, welche Bedeutung „Rote Rosen“ für die Stadt Lüneburg und ihre Identität wirklich hat, und gleichzeitig auch, welche Rolle die Stadt für die Serie, ihren Inhalt und die formale Gestaltung, spielt – wie es für mich nämlich aussieht, hat sie dort längst die Hauptrolle übernommen. Nimm das, Gerit Kling!

Nachdem ich diesen Herbst ein Regie-Praktikum bei der ZDF-Serie „Notruf Hafenkante“ absolviert und auch dort beobachtet habe, wie mit den vielfältigen Drehort in Hamburg und Umgebung gespielt wird, habe ich nun also vor, ein weiteres studentisches Praktikum in möglichst verschiedenen Bereichen der Produktion von „Rote Rosen“ durchzuführen und die Dreharbeiten bis zum 13. Dezember, wenn die aktuelle Staffel abgedreht sein wird, zu begleiten. Damit möchte ich nicht nur meine Fragestellung verfolgen, sondern außerdem meine berufliche Profilbildung nach dem Studium unterstützen. Jede Produktion in der Fernsehwelt ist ein ganz neues Abenteuer für sich!

Daraus ist letztendlich auch dieser Blog entstanden. Sagen wir, er wird eine rosa Rose. Oder auch nur ein einzelnes Blütenblatt, das man abzupft, wie in diesen kitschigen Liebesfilmen, und die wichtigsten Neuigkeiten erscheinen hier – wie das Hamburger Abendblatt, nur viel ehrlicher. Um die ganze Geschichte ein wenig spannender zu machen, möchte ich nämlich keinen Forschungs- oder Praktikumsbericht und schon gar keine Hausarbeit schreiben, sondern meine Gedanken viel lieber in einer Art Online-Tagebuch festhalten, das hier kapitelweise erscheinen wird. Diese Kapitel werden nach Inhalt und nicht nach zeitlicher Dauer eingeteilt – es würde in diesem Fall wenig Sinn machen, jeden Tag, sogar nicht einmal jede Woche einfach irgendetwas zu schreiben, nur weil die Uhr es mir befiehlt. Im Studio sind jedenfalls fünf, möglicherweise auch sechs Folgen in Auftrag gegeben und befinden sich schon mitten in den Dreharbeiten!

Doch das ist noch längst nicht alles! Zusätzlich wird es in ein paar Wochen, nachdem ich diesen Vorspann verfasst habe, einen Podcast geben, in dem ich meine Eindrücke und Gedanken anhand bestimmter Stichworte formulieren und in freier Sprache vortragen werde. Je nachdem, wie sich die Einschaltquoten entwickeln, führe ich das Format vielleicht sogar fort! Und damit ihr, werte Zuschauer, voll und ganz auf eure Kosten kommt, habe ich in jeder Folge des Rosenblatts ein paar meiner besten Schnappschüsse – die „Standfotos“ -, sowie Gesprächsfetzen, Artefakte und allem anderen, was mir begegnen wird, für euch mitgebracht. Klickt euch dazu ganz einfach durch die Seitenleiste rechts neben dieser Seite, und legt los!

Unsere Sendezeit ist jetzt allerdings leider schon vorüber. Vergesst nicht, auch beim nächsten Mal wieder einzuschalten!

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