{"id":6,"date":"2024-05-03T21:18:35","date_gmt":"2024-05-03T19:18:35","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/romasblogg\/?p=6"},"modified":"2024-05-03T21:18:35","modified_gmt":"2024-05-03T19:18:35","slug":"rv04-heterogenitaet-im-schriftspracherwerb-elementare-schriftkultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/romasblogg\/2024\/05\/03\/rv04-heterogenitaet-im-schriftspracherwerb-elementare-schriftkultur\/","title":{"rendered":"rv04 Heterogenit\u00e4t im Schriftspracherwerb elementare Schriftkultur"},"content":{"rendered":"<p>1. W\u00e4hlen Sie ein \u201eleeres Blatt\u201c oder die \u201eMemory mit Schrift\u201c-Szene von Mia und Anastasia und beschreiben Sie m\u00f6glichst genau an Beispielen aus dem Material, welche Zug\u00e4nge zur Schrift die Kinder bereits gefunden haben (z.B. Was wissen sie \u00fcber Schrift? Wie nutzen sie Schrift?, Was bedeutet ihnen Schrift?, Worin unterscheiden sich ihre Schrifterfahrungen?)<\/p>\n<p>Die Verwendung eines leeren Blattes in der Pr\u00e4sentation verdeutlicht, dass Kinder bereits ein Bewusstsein daf\u00fcr entwickelt haben, dass bestimmte W\u00f6rter, wie Nomen und Namen, gro\u00df geschrieben werden sollten (vgl. RVL: Folie 9). Dies zeigt sich darin, dass sie diese W\u00f6rter so schreiben, wie sie sie sprechen, was darauf hindeutet, dass sie bestimmte Laute und W\u00f6rter bereits verinnerlicht haben (vgl. Dehn\/H\u00fcttis-Graff 2000: S. 38). Dar\u00fcber hinaus sind sie in der Lage, das gesamte Alphabet in Gro\u00dfbuchstaben niederzuschreiben (vgl. RVL: Folie 9).<br \/>\nIm Gegensatz dazu kann ein anderes Kind bereits kurze S\u00e4tze formulieren, wie zum Beispiel \u201eMama malt Timo\u201c (vgl. RVL: Folie 10). Es ist anzunehmen, dass beide Kinder W\u00f6rter verwendet haben, die ihnen im Alltag h\u00e4ufig begegnen und somit ein integraler Bestandteil ihrer Lebenswelt sind, wie zum Beispiel Mama, Papa oder die Namen von Freunden, Familienmitgliedern oder Haustieren. Des Weiteren zeigen sie ein intuitives Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das phonographische Prinzip, indem sie W\u00f6rter so schreiben, wie sie sie aussprechen. Diese W\u00f6rter stellen einen leicht zug\u00e4nglichen Einstieg in den Schriftspracherwerb dar, da jedes Kind einen individuellen Zugang zu einer Vielzahl von Bezugsw\u00f6rtern hat.<\/p>\n<p>2. Erkl\u00e4ren Sie den Begriff \u201eelementare Schriftkultur\u201c, grenzen Sie ihn von dem Begriff der Kulturtechnik ab. F\u00fchren Sie anschlie\u00dfend drei Beispiele konkret aus, in denen Sie Kindern in Kita oder Unterricht bereits Zug\u00e4nge zur elementaren Schriftkultur erm\u00f6glicht haben bzw. erm\u00f6glichen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Der Begriff \u201eelementare Schriftkultur\u201c bezieht sich auf die grundlegenden F\u00e4higkeiten und Praktiken im Umgang mit Schrift, die Kinder entwickeln, um sich in schriftlicher Form ausdr\u00fccken zu k\u00f6nnen (vgl. Klett\/Kallmeyer 2021: 7). Im Gegensatz dazu umfasst der Begriff der \u201eKulturtechnik\u201c ein breiteres Spektrum an F\u00e4higkeiten, die f\u00fcr die Teilhabe an der Gesellschaft erforderlich sind, einschlie\u00dflich Lesen, Schreiben und Rechnen (vgl. Klett\/Kallmeyer 2021: 7 ff).<br \/>\nEin Beispiel, wie Kindern in der Kita Zug\u00e4nge zur elementaren Schriftkultur erm\u00f6glicht werden k\u00f6nnten, ist das regelm\u00e4\u00dfige Vorlesen von Bilderb\u00fcchern und das gemeinsame Betrachten der Bilder, um sie mit dem geschriebenen Wort vertraut zu machen (Klett\/Kallmeyer 2021: 20). Im Unterricht k\u00f6nnten Lehrkr\u00e4fte den Sch\u00fcler*innen auch erm\u00f6glichen, Gedichte zu lesen und schwierige W\u00f6rter zu erkl\u00e4ren, um ihr Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Bedeutung von W\u00f6rtern zu f\u00f6rdern (vgl. Klett\/Kallmeyer 2021: 21f). Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnten digitale schriftkulturelle Angebote genutzt werden, um den Kindern den Umgang mit verschiedenen Formen von Schrift und Literatur n\u00e4herzubringen (ebd.).<\/p>\n<p>3.Die neuesten Ergebnisse der IGLU Studie 2022 zeigen einmal mehr, dass sich die Leistungsheterogenit\u00e4t im Lesen(lernen) weiter versch\u00e4rft. Stellen Sie vor dem Hintergrund des weiten Begriffs von Schriftspracherwerb (Folie 19) und insbesondere des Begriffs der elementaren Schriftkultur \u00dcberlegungen dazu an, wie es zu diesen Ergebnissen kommen konnte und wie sich Leseunterricht ver\u00e4ndern m\u00fcsste, damit viel mehr Kinder zu Leser*innen werden k\u00f6nnen<\/p>\n<p>Der Schriftspracherwerb umfasst nicht nur das Erlernen von Schreib- und Lesetechniken, sondern auch die grundlegenden Schriftkulturen und literarischen Praktiken (RVL: Folie 18). Die elementare Schriftkultur bildet dabei eine wesentliche Grundlage f\u00fcr den Schriftspracherwerb (vgl. Dehn 2011, S. 129). Es wird angenommen, dass die Vielfalt der erlebten elementaren Schriftkulturen zu unterschiedlichen Erfolgen im Lesen beitr\u00e4gt. Die Ergebnisse der IGLU-Studie 2022 zeigen, dass die Leistungsheterogenit\u00e4t im Lesen zunimmt. M\u00f6glicherweise liegt dies daran, dass nicht alle Kinder ausreichend Erfahrungen mit elementarer Schriftkultur machen. Um mehr Kinder zu Leserinnen und Lesern zu machen, sollte der Leseunterricht m\u00f6glicherweise verst\u00e4rkt auf den Erwerb von elementarer Schriftkultur setzen, z.B. durch Vorlesen, Geschichtenschreiben und diktierendes Schreiben.<\/p>\n<p>Literatur:<br \/>\n\u2013 Dehn, Mechthild\/H\u00fcttis-Graff, Petra (2000) (Hrsg.): Zeit f\u00fcr die Schrift II. Beobachtung und Diagnose. Berlin, S. 32-54.<br \/>\n\u2013 Weinhold, Swantje (2024) Ringvorlesungsfolien zur \u201eHeterogenit\u00e4t im Schriftspracherwerb elementare Schriftkultur\u201c<br \/>\n\u2013 Sch\u00fcler, Lis (2021) (Hg.): Elementare Schriftkultur in heterogenen Lernkontexten. Zug\u00e4nge zu Schrift und Schriftlichkeit. Seelze: Klett\/Kallmeyer, S. 7-26.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. 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