{"id":130,"date":"2024-03-21T22:20:20","date_gmt":"2024-03-21T21:20:20","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/rockundhippies\/?page_id=130"},"modified":"2024-03-22T20:09:36","modified_gmt":"2024-03-22T19:09:36","slug":"auswertung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/rockundhippies\/auswertung\/","title":{"rendered":"Auswertung"},"content":{"rendered":"<p>Was kann man nun nach diesem Interview f\u00fcr die Frage \u201eWas hat die Bewegung bewirken k\u00f6nnen?\u201c mitnehmen?<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst kann auf den Interviewten, Hans-Martin Grotjahn, geschaut werden. Aus dem Interview ging hervor, dass er sich der Bewegung anschloss, weil er diese attraktiv fand und den Meinungen gr\u00f6\u00dftenteils zustimmen konnte. Dabei muss betrachtet werden, dass dies eine Ver\u00e4nderung seines vor allem politischen Wesens ausmachte. Im Interview erw\u00e4hnte er, dass er ein konservativer CDU naher Mensch gewesen ist. Er kam aus einem Elternhaus mit einem Pastor als Vater und besuchte eine Klosterschule, welche nun eben nicht auf die Entwicklung von liberalen oder linken demokratischen Gedanken abzielte. Au\u00dferdem wurde zu Hause mit einem alternden ehemaligen preu\u00dfischen General konfrontiert. Er wurde nicht direkt von der Bewegung angezogen und hatte beispielsweise nie daran gedacht Professoren zu kritisieren oder respektlos zu behandeln. Auch wurde er nicht, wie viele in seiner Generation, von den Eltern in die Richtung der Bewegung, durch Verbote und ein dadurch aufkeimendes rebellisches Gem\u00fct, getrieben.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Er hatte sich zwar schon politisiert gef\u00fchlt, durch das Interesse an der Verangenheit seines Vaters oder des Generals oder auch durch die Auschwitz Prozesse, aber nicht in die Richtung der 68er Bewegung. Er behauptet von sich selbst, dass er politisch gesehen naiv war als er mit diesen politischen Ideen und Figuren der Bewegung zum ersten Mal konfrontiert wurde.<\/p>\n<p>Und dennoch unterst\u00fctze er die Bewegung nachdem er nach G\u00f6ttingen kam. Er nahm an Demonstrationen teil und fiel gefallen an den Ideen undMeinungen aus der Bewegung. Die Bewegung politisierte ihn, wie er selbst sagt.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem veranlasste sie ihn dazu den Status Quo zu hinterfragen. Im Zusammenhang mit dem Anschlag auf Rudi Dutschke erkannte er, wie er sagt, zum erste Mal was der Staat zu verbergen hatte. Ein Gedanke der sich bis heute getragen zu haben scheint, da er kritisiert wie mehrere Folgegenerationen sich auf das Grundgesetz verlassen haben ohne f\u00fcr die Demokratie zu k\u00e4mpfen, sodass ein Rechtsruck bis zuletzt gedeihen konnte. Dazu kommt, dass er auch z.B. die Vergangenheit seines Onkels (Jochen) hinterfagte und hinter seine Fassade blickte und im Nachhiein so hrausfand, dass dieser ein strenger Nazi war.<\/p>\n<p>Die Bewegung hat aus einem CDU nahem Menschen, au\u00dferdem einen linken W\u00e4hler gemacht, der, er selber behauptet, nach der Bewegnug SPD und Die Linke w\u00e4hlte.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem scheint die Bewegung auch auf Hans-Martin als Menschen eingewirkt zu haben, denn auch er probierte verschiedene Dinge wie Joints oder die Musik der Zeit aus oder probierte die Mode der Zeit aus (Stichwort Holskette). Auch das Verhalten mag auf gewisser Ebene beeinflusst worden sein, denn wie er sagt wurde er auf Zur\u00fcckhaltung erzogen, doch er erz\u00e4hlt auch, dass er wenn auch erst nach einiger Zeit B\u00fccher klaute oder bei Karstadt stahl. Dennoch bleibt seine Zur\u00fcckhaltung sichtbar.<\/p>\n<p>Die Bewegung hat also definitiv bei der Person Hans-Martin Grotjahn etwas bewirken k\u00f6nnen. Aus dem interview wird, aber auch deutlich, dass sich Ver\u00e4nderungen auf einer gr\u00f6\u00dferen Ebene vollzogen haben.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst kann man betrachten, dass diese Bewegung genug Menschen um sich sammeln konnte, dass sie ein Identifikationsmerkmal einer ganzen Generation wurde, wie aus dem Gespr\u00e4ch mit Hans-Martin, aber auch der Allgemeinen Wahrnehmung hergeht. <span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Des weiteren sorgte die Bewegung laut Hans-Martin ebenfalls daf\u00fcr, dass die Mitbestimmung an den Universit\u00e4ten Fortbestand hatte und dass aber nun auch der politische Diskurs Teil der Universit\u00e4ten wurde, welche bis heute auch von mir selbst an der Universit\u00e4t erlebt werden kann.<\/p>\n<p>Am gravierendsten wirkte die Bewegung wohl auf das politische Verst\u00e4ndnis der breiten Bev\u00f6lkerung. Hier kann man festhalten, dass die \u201cpolitische Denke aufgebrochen wurde\u201c, wie Hans-Martin mir im Interview erz\u00e4hlt. Damit gemeint ist, dass in Deutschland die Bewegung daf\u00fcr gesorgt hat, dass das linke politische Spektrum und linke Ideen mehr Ansehen bekommen haben. Dies zeigt sich ja beispielsweise daran, dass die CDU nicht f\u00fcr ewig die dominierende Partei in der Bundesrepublik ist und dass sich, wie Hans-Martin im Interview beschrieb, in manchen L\u00e4ndern die SPD geradezu etablierte. Diese Enwticklung zegt sich sicherlich auch an der Parteiendiversit\u00e4t im linken Spektrum, welche sich \u00fcber die Zeit hinweg entwickelt hat.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte sagen die Bewegung hat dazu beigetragen, dass linke Ideen in vielen K\u00f6pfen h\u00e4ngen geblieben sind, unter anderem auch im Kopf von Hans-Martin Grotjahn<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend l\u00e4sst sich dazu wohl passend sagen, dass die Bewegung wohl nicht zu systematischen Ver\u00e4nderungen oder irgendwelchen Revolutionen gef\u00fchrt hat, aber sie hat in den K\u00f6pfen vieler Menschen einen (positiven) Eindruck hinterlassen und einer Generation ein Identifikationsmerkmal gegeben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was kann man nun nach diesem Interview f\u00fcr die Frage \u201eWas hat die Bewegung bewirken k\u00f6nnen?\u201c mitnehmen? Zun\u00e4chst kann auf den Interviewten, Hans-Martin Grotjahn, geschaut werden. 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