{"id":7,"date":"2019-06-03T11:24:11","date_gmt":"2019-06-03T09:24:11","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/robbenblog\/?p=7"},"modified":"2019-06-03T11:24:11","modified_gmt":"2019-06-03T09:24:11","slug":"vorstellungen-und-politisches-bewusstsein-als-ausgangspunkt-sozialwissenschaftlichen-lernens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/robbenblog\/2019\/06\/03\/vorstellungen-und-politisches-bewusstsein-als-ausgangspunkt-sozialwissenschaftlichen-lernens\/","title":{"rendered":"Vorstellungen und politisches Bewusstsein als Ausgangspunkt sozialwissenschaftlichen Lernens"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 14pt\"><strong><span style=\"font-family: times new roman, times, serif\">1. Diskutieren Sie die Relevanz der Arbeitshypothese der \u201edoppelten Heterogenit\u00e4t\u201c f\u00fcr eines Ihrer F\u00e4cher und stellen Sie dies anhand einen konkreten Unterrichtsinhaltes dar. Eine graphische Darstellung der Hypothese finden Sie in den Vorlesungsfolien.<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\">Unter der &#8222;doppelten Heterogenit\u00e4t&#8220; versteht man die Abweichung von Sch\u00fcler*Innenvorstellungen \u00fcber fachliche Begrifflichkeiten zur eigentlichen, fachspezifischen Bedeutung. Diese Begriffe werden auch als unstrukturiert bezeichnet, da sie den SuS zwar nicht g\u00e4nzlich unbekannt sind aber durch unterschiedliche Einfl\u00fcsse in ihren Beschreibungen variieren. Im Fach Geschichte ist die Arbeit mit diesen Begriffen ein essentieller Bestandteil des Unterrichts. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen die Begriffsbedeutungen je nach betrachtetem Kontext (Region, Epoche, etc.) stark von einander abweichen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;font-family: times new roman, times, serif\">Die in der Vorlesung behandelten Begriffe der <em>Herrschaft <\/em>oder <em>Demokratie<\/em> sind auch in den Geschichtswissenschaften von gro\u00dfer Bedeutung, die in verschiedenen <em>Epochen<\/em> Verwendung finden. Aber eine Grundvoraussetzung f\u00fcr Geschichtsverst\u00e4ndnis ist auch das Verstehen des <em>Epochen<\/em>-Begriffs. Darauf aufbauend sind dann widerum die einzelnen <em>Epochen<\/em> wie <em>Antike<\/em>, <em>Mittelalter<\/em> und <em>Fr\u00fche Neuzeit<\/em> zu verstehen. Es ist keineswegs selbstverst\u00e4ndlich, dass SuS <em>Epochen<\/em> als eine Eingrenzung der Wissenschaft, die keineswegs nat\u00fcrlich ist, verstehen. Dazu geh\u00f6rt auch, dass die <em>Z\u00e4suren<\/em> am Anfang und Ende jeder Epoche, zwar oftmals Schl\u00fcsselereignissen entsprechen aber es niemals nur ein einziges Ende oder einen einzigen Anfang gibt, sondern immer einer Vielzahl an Ereignissen solch eine Bedeutung beigemessen wird. Aber auch das widerum ist differenziert zu betrachten, da einschneidene Prozesse niemals von heute auf morgen stattfinden. Ebenso wenig war den historischen Akteuren bewusst, dass sie pl\u00f6tzlich in einer neuen <em>Epoche<\/em> leben, da diese Einteilungen durch die moderne Wissenschaft getroffen wurden. Es ist sogar m\u00f6glich, dass die Bedeutung eines Ereignisses, welches als <em>Z\u00e4sur<\/em> bestimmt wurde, sich erst im Nachhinein zeigte und den wenigsten historischen Akteuren (wenn \u00fcberhaupt) bewusst war. Im Hinblick auf die Heterogenit\u00e4t in Lerngruppen ist auch besonders zu beachten, dass <em>Epocheneinteilungen<\/em> auch immer eurozentristisch sind, was bei einigen SuS, die nicht in Deutschland oder in Europa aufgewachsen sind, zu zus\u00e4tzlichen Verst\u00e4ndnisschwierigkeiten f\u00fchren kann. Es wird also ersichtlich, dass ein Begriff nicht nur f\u00fcr sich selber steht, sondern auch immer mit vielen anderen Vorstellungen und auch weiteren Begriffen vernetzt ist.<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 14pt\">2. Skizzieren Sie unter Bezugnahme auf einen konkreten Unterrichtsinhalt drei methodische Varianten zur unterrichtspraktischen \u201eErhebung\u201c von Sch\u00fcler*Innenvorstellungen.<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;font-family: times new roman, times, serif\">Beim Einstieg in eine neue Epoche w\u00e4re es ratsam die Assoziationen der SuS mit der bestimmten Epoche zu sammeln. Das kann in Form eines lehrkraftgeleiteten Unterrichtsgespr\u00e4chs erfolgen, bei dem die SuS nacheinander durch Wortmeldungen Begriffe nennen, die an der Tafel oder auf einer Folie gesammelt werden. Alternativ k\u00f6nnen die SuS ihre Ideen selber an die Tafel bringen, was den Zeitaufwand mitunter leicht verringern w\u00fcrde. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;font-family: times new roman, times, serif\">Wenn es der Zeitplan und die Ressourcen erlauben, w\u00e4re es auch m\u00f6glich den SuS eine Sammlung an Assoziationen als Hausaufgabe zu \u00fcberlassen, die entweder kurz vor (einen Tag Minimum) der Unterrichtseinheit der Lehrkraft elektronisch zu schicken ist, was der Lehrkraft erlaubt, die Einsendungen zur kommenden Unterrichtseinheit zu sammeln, aufzuarbeiten und zu pr\u00e4sentieren. Alternativ kann die individuelle Sammlung an Begriffen auch schriftlich erfolgen und dem Lehrkraft abgegeben werden, welche diese dann zur n\u00e4chsten Unterrichtseinheit zusammenf\u00e4sst und den Sch\u00fclern pr\u00e4sentiert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;font-family: times new roman, times, serif\">Darauf aufbauend w\u00e4re es denkbar, den Sch\u00fclern in Kleingruppen von 2 bis 3 Personen, die Bildung einer Definition f\u00fcr diese bestimmte Epoche zu \u00fcberlassen, welche anschlie\u00dfend in der Lerngruppe gesammelt und reflektiert werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;font-family: times new roman, times, serif\">Au\u00dferdem halte ich insbesondere f\u00fcr die Sekundarstufe II eine offene, lehrkraftgelenkte Diskussion der Lerngruppe \u00fcber die Definition einer bestimmten Epoche f\u00fcr denkbar. Aber es ist durchaus zu bedenken, dass solch eine Diskussion nicht in jeder Lerngruppe zum gew\u00fcnschten, kritischen Austausch unter den SuS f\u00fchrt und daher eine gewisse Kenntnis \u00fcber die Lerngruppe vorhanden sein muss. <\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 14pt\">3. Formulieren Sie eine Beobachtungsaufgabe in Bezug auf unterschiedliche Sprachwirklichkeiten von Sch\u00fclerInnen und Lehrer.<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;font-family: times new roman, times, serif\">Welche Begriffe werden im Unterricht besprochen?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;font-family: times new roman, times, serif\">Wie behandelt die Lehrkraft unstrukturierte Begriffe?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;font-family: times new roman, times, serif\">Inwieweit unterscheiden sich Sch\u00fcler*Innenvorstellungen von fachspezifischen Definitionen?<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Diskutieren Sie die Relevanz der Arbeitshypothese der \u201edoppelten Heterogenit\u00e4t\u201c f\u00fcr eines Ihrer F\u00e4cher und stellen Sie dies anhand einen konkreten Unterrichtsinhaltes dar. Eine graphische Darstellung der Hypothese finden Sie in den Vorlesungsfolien. 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