Leistungen wahrnehmen, rückmelden und beurteilen!

1. Welche Zusammenhänge zwischen der Leistungsheterogenität der Kinder und dem Einfluss von Lehrerinnen und Lehrern auf den Bildungserfolg unter Berücksichtigung der pädagogischen Forderungen sind für sie heute deutlich geworden?

Eingangs lässt sich der Befund herausstellen, dass ein signifikanter Zusammenhang zwischen Lehrenden und Lernenden im Hinblick auf den Bildungserfolg besteht. Diese Annahme wird im Rahmen einer Studie, welche 2007 von Helmke und Lipowsky durchgeführt wurde verifiziert, indem sie besagt, dass die Lehrperson einen Einfluss von 25% auf den Bildungserfolg der Schüler*innen hat. Damit stellen sie den höchsten Einflussfaktor auf die Lernenden dar und nehmen in diesem Zusammenhang eine fundamentale Rolle ein. Um einen umfassenden Bildungserfolg verzeichnen zu können, bedarf es jedoch eines Zusammenspiels der einzelnen Einflussfaktoren (Elternhaus, Herkunft, soziokulturelles -und sozioökonomisches Umfeld, …). Aufgabe der Lehrerschaft ist es, sich dieser bestehenden Heterogenität bewusst zu werden, um somit ganz individuell auf jedes einzelne Kind einwirken zu können. Es gilt den Lernenden ein differenziertes Lernangebot zu unterbreiten, welches am jeweiligen Leistungsstand der SuS orientiert ist und sie somit zu einer individuell ausgerichteten Kompetenzerweiterung verhilft. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Lehrkräfte eine Schlüsselrolle hinsichtlich des Bildungserfolgs von SuS einnehmen, dabei jedoch auf die engagierte Mitarbeit aller beteiligten Instanzen angewiesen sind, um jedem Kind gerecht werden zu können.

2. Welche Herausforderungen im Bereich Leistungswahrnehmung, -rückmeldung und -beurteilung haben Sie in Ihren bisherigen Praxisphasen kennengelernt und wie haben Sie oder die Lehrperson in der schulischen Praxis reagiert?

Während meiner Praktika habe ich ein ziemlich breites Spektrum bezüglich der  Leistungswahrnehmung und dem anschließenden Umgang mit dieser erleben dürfen. Besonders auffällig erschien mir dabei der Umstand, dass die Fortschritte leistungsschwächerer Schüler*innen oftmals nicht ausreichend registriert bzw. honoriert wurden. Natürlich wird eine individuelle Rückmeldung in Anbetracht eines stark heterogenen Klassengefüges maßgeblich erschwert, mindert jedoch nicht ihre Wichtigkeit. Leistungsstärkere Schüler*innen können ihre Fortschritte im Schulalltag stets in Form von Ergebnispräsentationen darlegen und erhalten in diesem Zuge die Wertschätzung, welche alle Schüler*innen erfahren sollten. An dieser Stelle gilt es auch vermeidlich kleine Fortschritte einzelner Schüler*innen hervorzuheben und diesen wertschätzend zu begegnen, um somit für eine nachhaltige Lernmotivation zu sorgen. Der Mangel dieser individuellen Bezugnahme ist zweifelsohne in dem gegenwärtigen Personalmangel zu begründen, welchem aktiv entgegengewirkt werden muss.

3. Welche Forschungsfragen wäre für Sie relevant, wenn Sie sich z.B. das Bremer KompoLei-Modell im Rahmen Ihres PraxisForschungsProjekt im EW-L P3 Model näher anschauen wollen würden?

Eine mögliche, interessante Fragestellung könnte lauten: In welcher Form wird die Einstufung in die Entwicklungsübersicht an das Kind übermittelt und wie reagieren diese darauf ?

4. In wie fern lässt sich die Position von H. Fend „Leistungsbeurteilung als Werkzeug zur Aufrechterhaltung von Ungleichheiten“ vom Bildungssystem her ableiten und aus heutiger Sicht diskutieren?

H. Fendt betrachtet die „Leistungsbeurteilung als Werkzeug zur Aufrechterhaltung von Ungleichheiten“. Diese Leistungsbeurteilung wird dabei auf Grundlage festgelegter Standards getroffen, welche nicht variabel sind und in diesem Zusammenhang nicht auf die individuelle Lernentwicklung eines Kindes eingehen. Bei dieser Festlegung steht folglich nur die erbrachte Leistung zu einem bestimmten Zeitpunkt im Vordergrund, wobei der Lernprozess an sich keinerlei Beachtung erfährt. Dieser Umstand wirkt sich insbesondere auf die Motivation lernschwächere Schüler*innen negativ aus, da ihre individuellen Fortschritte nicht hervorgehoben werden. Frustration und Resignation kann die Folge sein.

 

 

 

 

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