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Allgemeine Einführung: Heterogenität als Merkmal der Gesellschaft und Herausforderung für die Schule

Das Spannungsfeld „Heterogenität und Homogenität“ in der Schule:

Zum einen erachte ich den Aspekt, dass die Heterogenität der „Ist-Zustand“ ist, die Normalität darstellt, als besonders wichtig für die Arbeit in der Schule. Für mich ist dieser Aspekt auch ein Wert, den man seinen Schülerinnen und Schülern, aber auch Kolleg*innen und anderen Mitmenschen vermittelt sollte. Da die Schule die Aufgabe hat Wertvorstellungen zu vermitteln, ist die Schlussfolgerung nachvollziehbar auch diesen Wert der Gesellschaft den SuS zu vermitteln. Dennoch ist auch der Aspekt der angestrebten Homogenität in Schule interessant. Denn dieser Wunsch nach Homogenität beeinflusst maßgeblich das Handeln und Verhalten von Lehrkräften. Zum einen kann es sinnvoll sein einen gewissen Grad an Homogenität anzustreben, vor allem um eine gute Klassengemeinschaft, damit auch eine hoffentlich gute Arbeitsatmosphäre, herzustellen bzw. zu erarbeiten. Dennoch wird hier das Spannungsfeld besonders deutlich: Gleichzeitig zur angestrebten Homogenität soll die Schule individualisieren. Deutlich wird dies bspw. wenn man hier den Begriff des „gemeinsamen Gegenstandes“ einbringen möchte. Alle SuS sollen demnach individuell an dem gleichen Gegenstand/ Lernstoff arbeiten. Dieser Satz stellt die wichtige und herausfordernden Stellung des Spannungsfeldes Heterogenität und Homogenität dar. Des Weiteren finde ich es enorm wichtig, dass sich alle Verantwortlichen in der Schule (Lehrkräfte, Schulleitungen, Eltern, Ministerien und Politik) mit dem Aspekt des meritokratischen Prinzips und mit Methoden der Homogenisierung auseinandersetzen. Diese Auseinandersetzung kann dafür sorgen, dass dieses Verantwortlichen, sich in ihrem Handeln reflektieren und ein Bewusstsein für das Spannungsfeld Heterogenität und Homogenität in der Schule geschaffen werden kann. 

Beispiele für die oben genannten Aspekte:

Für den Aspekt, dass die Heterogenität der Ist-Zustand ist, fällt mir eine besondere Erfahrung aus meiner eigenen Schulzeit ein. Wir sollten uns in der Grundschule mit Büchern auseinandersetzen. Dies erfolgte durch die Vorstellung eines Buches vor der Klasse, um einen Lebensraumbezug herzustellen, durfte jede Schülerin und jeder Schüler sein Lieblingsbuch verwenden. Dabei wurde deutlich, dass wir alle unterschiedliche Interessen und Lieblingsbücher haben. Natürlich kamen vereinzelt Themen doppelt vor, dennoch wurde kein Buch doppelt vorgestellt. Dies hat die Heterogenität der Klasse zwar nur implizit dargestellt, aber dennoch haben wir uns dadurch als unterschiedlich erkannt. Zum Aspekt der Wertvorstellungen, der mit dem ersten Aspekt eng verknüpft ist, habe ich eine Erfahrung als Studentin gemacht, bei der ich und eine Kommilitonin eine Befragung für eine Ausarbeitung gemacht haben. Wir sind in eine 2. Klasse in Bremerhaven gegangen und haben die Kinder einen „normalen“ Menschen malen lassen. Einige Werke zeigten die SuS selbst, andere eine Lehrperson. Um den Wert dieser Bilder und der „Normalität der Heterogenität“ herauszustellen, haben wir darüber gesprochen. Wir haben den Wert, dass Heterogenität wertvoll ist, explizit gemacht und die Kinder haben erkannt, dass kein Bild dem anderen glich. Diese Erfahrung fand ich besonders toll, weil Anregungen zur Diskussion auch von den Kindern selber kamen und wir uns über Heterogenität und Homogenität im Kontext von Normalität unterhalten haben. 

Beobachtungsaufgaben für folgende Praktika:

In folgenden Praktika möchte ich gerne beobachten, inwieweit die SuS bei der Bearbeitung des gleichen Themas individuell unterstützt werden. Dabei ziele ich auf mögliche Formen der Differenzierung ab, die sich in der Praxis zeigen lassen. Vielleicht kann man von da aus, weitere Gedanken zu offenen Unterrichtssituationen und Projekten aufgreifen und unterschiedliche Zugangsmöglichkeiten zum selben Thema für viel unterschiedliche SuS finden. 

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