Heterogenität in Schulen

In den letzten Jahren wird das Thema „Heterogenität“ in den Schulen öfter diskutiert. Es besteht kein Zweifel, dass Deutschlands Schulen – aufgrund der Globalisierung und der steigenden Migration – vielfältiger und heterogener als hie zuvor sind. In den heutigen Klassen befinden sich die Schülerinnen und Schüler, die sehr unterschiedlich sind. Es gibt sowohl hochbegabte, leistungsstarke, als auch leistungsschwache, geistig oder körperlich beeinträchtigte Kinder. Sie haben unterschiedliche Bedürfnisse, Interessen, Lebensbedingungen, Herkünfte, unterschiedlichen Geschlecht und sie sehen anders aus.

Kultur, Religion und Sprache sind Teile der Identität eines Kindes und dürfen nicht ignoriert werden. Wir können nicht erwarten, dass Kindern ihren kulturellen Hintergrund „zu Hause lassen“, wenn sie die Schule betreten.

In der ersten Ringvorlesung wurde das Thema „Heterogenität in Schulen“ thematisiert.

In meinem Orientierungspraktikum konnte ich beobachten, dass die Schüler und Schülerinnen, die einen Migrationshintergrund hatten, von den Lehrkräften nicht ernst genommen wurden. Besonders im Deutschunterricht wurden diese Kinder oft ignoriert, weil sie deutsche Sprache nicht beherrschen und vieles nicht verstehen konnten.

Für mich stellen sich die Fragen: Wie können wir mit der Diversität der Kinder handelnd umgehen und unsere Vorurteile aufgeben? Wie können wir auf das einzelne Kind eingehen, ohne ihn unbewusst zu etikettieren? Würde das sog. „Schubladendenken“ nicht dazu führen, dass die Kinder sich ausgegrenz und diskriminiert fühlen und dadurch unter ihren Möglichkeiten arbeiten?

Integrierte Frühförderung von Sprache und Mathematik

In der 11. Vorlesung am 25.06 wurde das Thema „Integrierte Frühförderung von Sprache und Mathematik“ behandelt. Frau Prof. Dr. Dagmar Bönig stellte das Projekt ENTdecken und ERzählen“ (Enter) dar. Dieses Projekt zielt darauf ab die sprachliche und mathematische Bildung von Kindern aus sozial benachteiligten Familie zu fördern. „ENTdecken und ERzählen“ ist ein Family- Literacy-Projekt, das in Kitas eingesetzt werden kann. Den Kern des Projektes bildet eine Schatzkiste mit Bilderbüchern, Hörspielen und mathematikbezogenen Spielen, die von den Kindern am Wochenende ausgeliehen werden können.  Somit tragen die Kinder die Bücher und Spiele in ihre Familie hinein.

 

Mit der steigenden Migration verändert sich die ganze Welt.  Es macht sich in jedem Aspekt unseres Lebens bemerkbar, unter anderem in Schulen. So bspw. gibt es Schulen in Deutschland – vor allem in den sozialen Brennpunkten der Großstädte – auf die kaum noch ein deutsches Kind geht. Diese Kinder haben nicht nur einen Migrationshintergrund, sondern kommen auch aus eher bildungsfernen Familien. Von daher ist meiner Meinung nach das ENTER-Projekt auch in der ersten Klasse der Grundschule gut einsetzbar.

Vielfaltsensibles Lernen an außerschulischen Lernorten

Was sind außerschulische Lernorte und welche Bedeutung haben sie für den Lernprozess in der Schule? Auf diese Frage ist Prof. Dr. Robert Baar in seinem Vortrag „Vielfaltsensibles Lernen an außerschulischen Lernorten“ eingegangen.

Bei dem Begriff außerschulischer Lernort bzw. Lernort außerhalb des Klassenzimmers geht es darum, schulisches und außerschulisches Lernen zu verbinden, indem der Klassenraum verlassen wird, um Lernräume aufzusuchen, zu erkunden und zu erforschen.

Heutzutage sind außerschulische Lernorte von großer Bedeutung und sind aus dem Schullalltag nicht wegzudenken. Auch ich konnte viele Erfahrungen mit dem Lernen an außerschulischen Orten machen. In meiner eigenen Schulzeit haben wir viele Exkursionen und Ausflüge gemacht. Ich erinnere mich an einen Ausflug in ein Geschichtsmuseum.  Dort konnten wir einen Einblick in die Geschichte unserer Stadt bekommen.

In meinem Praktikum sind wir mit den Kindern in den Bürgerpark gefahren. Die Klassenlehrerin hat die Klasse in drei Gruppen aufgeteilt. Die Aufgabe der Kinder bestand darin, die Blätter, Äste, Tannenzapfen und Kastanien zu sammeln. Aus den gesammelten „Gegenständen“ sollten die Kinder etwas basteln und den anderen Gruppen bzw. Kindern präsentieren.

Genderperspektiven

 

In der achten Vorlesung von Dr. Christoph Fantini wurde das Thema „Genderperspektiven“ behandelt.

Koedukation – das gemeinsame Unterrichten bzw. Erziehen von Jungen und Mädchen – stellt im heutigen Schul- und Vorschulsystem überwiegend die Normalform dar. Doch zu Beginn des 20. Jh. gab es in der höheren Bildung keine Koedukation, weil staatlicherseits den Mädchen keine Zugangsberechtigung zugebilligt wurde. Auch Vertreterinnen der bürgerlichen Frauenbewegung waren gegen koedukative Schulen und forderten stattdessen eine Verbesserung der Mädchenbildung. Die Schulgesetze, Verfassungen und selbst die Lehr- und Bildungspläne in den 60er Jahren erhielten allerdings nur noch Rudimente einer eigenen Mädchenpädagogik. Mädchen erhielten weniger naturwissenschaftlichen Unterricht; deren zentrale Fächer waren  Hauswirtschaftlicher Unterricht und Nadelarbeit.

Im Zuge der Bildungsreformen der 1970er Jahre wurde die Mehrzahl der Schulen koedukativ. Zuerst öffneten sich die Türen der Jungenschulen für die Mädchen, etwas zögerlicher nahmen dann auch die Mädchenschulen die Jungen auf.

In meinen bisherigen Praktika habe ich keine Erfahrungen mit Geschlechtstrennungen gemacht. Das einzige, was mir – während meines Praktikums in einer 4. Klasse – aufgefallen ist, dass die Klasse im Sportunterricht häufig in zwei Gruppen (nach Geschlechtern) aufgeteilt wurde, was ich persönlich nicht schlecht finde.

Schule für wirklich alle?

In der siebten Vorlesung von Prof. Natascha Korrf  wurde das Thema „Inklusion in deutschen Schulen“  thematisiert.

Inklusion meint, dass sich die Schule an alle Kinder im Einzugsbereich, die an diese Schule kommen wollen, anpasst, und nicht, dass sich die Kinder an die Schule anpassen müssen.  Dies entspricht dem Salamanca Statement der UNESCO, das besagt, dass alle Kinder mit besonderen Erziehungsbedürfnissen Zugang zur (Grund-)Schule haben müssen, die sie auf der Basis kindorientierter Pädagogik aufnehmen und auf ihre Bedürfnisse eingehen soll (Vgl. Wilchelm, Marianne, 2006, 13).

 

In meinem vierwöchigen Praktikum, das ich in der Grundschule an der Parsevalstraße absolviert habe, konnte ich viele Erfahrungen mit der Inklusion machen. Die Klasse, in der ich hospitiert habe, war eine heterogene Klasse. Die Klasse setzte sich aus 20 Kindern zusammen, von denen vier Kinder einen sonderpädagogischen Förderbedarf hatten. In der Klasse gab es ein Kind mit ADHS, zwei Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung sowie sechs Kinder, die einen Migrationshintergrund hatten. Meiner Meinung nach wurde in der Schule auf den „besonderen“ Förderbedarf der Kinder individuell eingegangen. Die Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung bekamen einen individuellen Wochenplan, den sie in ihrem eigenen Tempo mit der Unterstützung einer Sonderpädagogin bearbeiten konnten. Auch das Kind mit ADHS hatte eine persönliche Assistentin. Die Kinder mit sprachliche Heterogenität hatten täglich an einem DAZ-Unterricht teilgenommen.

In meinen nächsten Praktika werde ich weiter beobachten, wie die Lehrkraft mit der Diversität der Kinder handelnd umgeht bzw. auf das einzelne Kind individuell eingeht.

Heterogenitätsdimensionen im naturwissenschaftlichen/ technischen Sachunterricht

In der vierten Vorlesung haben wir uns mit dem Thema „Heterogenitätsdimensionen im naturwissenschaftlichen/ technischen Sachunterricht“ beschäftigt. Frau Prof. Murmann stelle uns in ihrem Vortrag die Selbstbestimmungstheorie vor, mit der ich mich in meinem Blog etwas näher beschäftigen möchte.

Die Theorie der Selbstbestimmung (SBT) ist eine allgemeine Theorie der Motivation und der Persönlichkeit, die von Edward L. Deci und Richard M. Ryan entwickelt wurde. „Grundlage dieser Theorie ist zum einen, dass der Mensch ein inneres Streben zum Wachstum hat, zum anderen die Annahme, dass der Mensch drei angeborene, universelle psychologische Bedürfnisse hat: die Bedürfnisse nach Autonomie, Kompetenz und sozialer Eingebundenheit“ (Gamp, Judith).

Im Rahmen eines Projekttages, wurde den Schülern und Schülerinnen einer 3. Jahrgangstufe zwei unterschiedliche Aufgaben angeboten. So hatten die Kinder die Möglichkeit entweder die Naturgegenstände sammeln und damit ein Wald-Mandel gestalten oder in Bäumen die Nistkästen abhängen und reparieren. Sandra, die sich mehr für die Nistkästen interessierte, wählte aber – wie die meisten Mädchen ihrer Klasse – die Mandalas.

In diesem Beispiel ist leicht zu erkennen, dass Sandras Entscheidung stark von der sozialen Eingebundenheit bzw. von ihren Mitschülerinnen beeinflusst wird. Da sich ihre Klassenkameradinnen für eine andere Aufgabe entschieden haben, wählte Sandra die auch, um vermutlich mit ihren Freundinnen zusammenarbeiten zu können.

Die Vorgehensweise einer Lehrerin im Werkunterricht bei Partnerarbeiten meist Junge und Mädchen zu kombinieren, um Kompetenzunterschiede auszugleichen, finde ich keine gute Idee. Die Lehrerin wählte diese Arbeitsmethode, weil sie vermutlich denkt, dass die Jungs handwerklich begabter als Mädchen sind. Ich glaube, dass es besser ist, wenn die Kinder selbst entscheiden können, mit wem sie die Aufgabe machen wollen.

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