{"id":171,"date":"2023-03-28T12:54:00","date_gmt":"2023-03-28T10:54:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/queerspacesbremen\/?page_id=171"},"modified":"2023-03-31T16:48:56","modified_gmt":"2023-03-31T14:48:56","slug":"queer-space","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/queerspacesbremen\/queer-space\/","title":{"rendered":"Queer Space"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-weight: 400;font-family: verdana, geneva, sans-serif;font-size: 14pt\">Unter dem Reiter <a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/queerspacesbremen\/vorstellung\/\"><span style=\"color: #800080\"><strong><em>Vorstellung<\/em> <\/strong><\/span><\/a>findest du Informationen zu unseren Interviewpartner:innen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;font-family: verdana, geneva, sans-serif;font-size: 14pt\">F\u00fcr unser Projekt war es uns zun\u00e4chst wichtig, von Personen, die sich der LGBTQIA+*-Community zugeh\u00f6rig f\u00fchlen beziehungsweise sich als queer identifizieren, zu erfahren, wie sie einen Queer Space definieren und was dieser f\u00fcr sie ausmacht:\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;font-family: verdana, geneva, sans-serif;font-size: 14pt\"><span style=\"color: #800080\"><em>\u201eJa, also ich w\u00fcrde sagen, Queer Spaces sind halt Orte, an denen Menschen, die sich durch ihre Sexualit\u00e4t oder durch ihr Gender von der gesellschaftlichen Heteronormativit\u00e4t abgrenzen, [\u2026] sich [\u2026] eben treffen\u201c <\/em><\/span>(Violet)<span style=\"color: #800080\"><em>.<\/em><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;font-family: verdana, geneva, sans-serif;font-size: 14pt\">Demnach beschreibt Violet grunds\u00e4tzlich Queer Spaces als physische Orte oder R\u00e4ume, die sich von konventionellen, heteronormativen Orten insofern unterscheiden, als dass sie in erster Linie f\u00fcr queere Menschen gestaltet sind.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;font-family: verdana, geneva, sans-serif;font-size: 14pt\"><span style=\"color: #800080\"><em>\u201eein Queer Space f\u00fcr mich ist erst mal so in der Regel auch ein Raum, der das sehr explizit sagt, dass queere Menschen willkommen sind. Wo zum Beispiel, wenn man in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung lebt oder [\u2026] offensichtlich vielleicht queer ist. Es gibt ja Leute, wo man sagen w\u00fcrde, okay, denen sieht man es vielleicht an. Oder die wirken queer. Diese Leute- dass es ein Ort ist, wo diese Menschen nicht so auffallen, wo das so einfach [\u2026] als normal angesehen wird\u201c<\/em><\/span> (Hyacinth).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;font-family: verdana, geneva, sans-serif;font-size: 14pt\">Hier wird explizit diese Willkommensmentalit\u00e4t betont, die in Queer Spaces vorherrscht. Queere Menschen k\u00f6nnen dort so sein, wie sie es m\u00f6chten, ohne Diskriminierung oder Ablehnung erfahren zu m\u00fcssen. Zum Beispiel k\u00f6nnen sich in diesen R\u00e4umen queere Personen so kleiden, wie sie sich au\u00dferhalb queerer R\u00e4ume nicht unbedingt kleiden w\u00fcrden, da sie durch ihre Outfits beispielsweise queer gelesen werden und sich im queeren Rahmen keine Sorge um negative Wahrnehmung durch andere Personen machen m\u00fcssen. Hieran merkt man, dass eine hohe Akzeptanz und Toleranz in Queer Spaces vorherrscht.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;font-family: verdana, geneva, sans-serif;font-size: 14pt\"><span style=\"color: #800080\"><em>\u201eQueeren Space wie [eine] Beratungsstelle oder irgendwie [eine] Bar oder [ein] Treffpunkt einfach, [wo] [\u2026] queere Personen im Mittelpunkt stehen und auch [\u2026] im besten Falle so gewisse Dinge gegeben sind, dass man sich irgendwie nicht verstellen muss\u201c<\/em><\/span> (Cosmo).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;font-family: verdana, geneva, sans-serif;font-size: 14pt\">Dieser Aspekt des Verstellens ist auch spannend, da somit den Queer Spaces eine identit\u00e4tsstiftende Komponente zu teil wird, in welchen sich queere Menschen ungehindert und frei entfalten k\u00f6nnen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;font-family: verdana, geneva, sans-serif;font-size: 14pt\"><span style=\"color: #800080\"><em>\u201eF\u00fcr mich ist das ein nicht nur \u00f6rtlicher, sondern ein genereller Raum, kann also auch online stattfinden. Ein Raum, der f\u00fcr queere Menschen eine Sicherheit darstellt. Ein Raum, in dem sich diese Menschen wohlf\u00fchlen k\u00f6nnen. Und vor allem ganz wichtig finde ich einen Raum, in dem man nicht mehr die Minderheit darstellt, also ein Queerer Safe Space wirklich ein Raum f\u00fcr queere Menschen. Ja, wo sie einfach mal die Mehrheit sein k\u00f6nnen und sich so ausleben k\u00f6nnen ohne Einschr\u00e4nkungen von der Au\u00dfenwelt, der [\u2026] heteronormative[n] Gesellschaft [\u2026]\u201c<\/em> <\/span>(Tulip).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;font-family: verdana, geneva, sans-serif;font-size: 14pt\">Wie Cosmo zuvor schon angedeutet hat, spricht auch Tulip hier den Aspekt der freien Entfaltung an. In Queer Spaces haben queere Personen die M\u00f6glichkeit, sich so auszudr\u00fccken, zu entfalten etc. wie sie es m\u00f6chten. Dies ist enorm wichtig, da sie diese Chance in der heteronormativen Welt nicht haben beziehungsweise dort die Gefahr besteht, Ablehnung und Diskriminierung zu erfahren.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;font-family: verdana, geneva, sans-serif;font-size: 14pt\">Tulip spricht hier auch noch etwas Neues an, n\u00e4mlich den Aspekt des virtuellen Space. Anders als die vorherigen Interviewees bezeichnet Tulip Queer Spaces nicht nur als physische R\u00e4ume, sondern auch als digitale R\u00e4ume.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif;font-size: 14pt\"><span style=\"font-weight: 400\">Die Wissenschaft ist sich uneins dar\u00fcber, wie genau sie Queer Spaces definieren und einordnen. Laut Ingram et al. bedeute es R\u00e4ume oder Orte queerer Szene(n), die Kommunikation, Interaktion und kollektive Politiken jenseits der Heteronormativit\u00e4t und Zweigeschlechtlichkeit erm\u00f6glichen (1997 zitiert in Schuster 2012: 651). Diese Definition passt zu den zuvor beschriebenen, eigenen Definitionen von den Interviewpartner:innen. In der Wissenschaft wird neben dieser noch weitere Definitionen und Verst\u00e4ndnisse von Queer Spaces diskutiert. So gebe es auch Ans\u00e4tze, die sich von der Fokussierung auf Szener\u00e4ume und deren Orte l\u00f6sen (Schuster 2012: 651). Hinter dieser Idee stecke das Konzept, dass Queerness immer schon als das Andere und Abgewiesene deklariert worden sei und Queerness gleichzeitig mit beziehungsweise neben heteronormativ gepr\u00e4gten R\u00e4umen existiere (vgl. bspw. D\u00e9sert 1997; Valentines 1996 zitiert in Schuster 2012: 651). <\/span><span style=\"font-weight: 400\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter dem Reiter Vorstellung findest du Informationen zu unseren Interviewpartner:innen. 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