05
Jul

RV13

Benennen Sie die für sie bedeutungsvollsten Inhalte, die sie zum Umgang mit Heterogenität in der Schule aus der Ringvorlesung mitgenommen haben, und reflektieren sie, welche Bedeutung diese Inhalte für ihr nächstes Praktikum haben könnte

Insgesamt habe ich viele relevante Spannungsfelder im Lehrerberuf kennen lernen und mich damit -theoretisch- auseinandersetzen dürfen. Insbesondere beschäftigten mich  Formen individuellen Lehrens und Realisierung dieser.

Ich bin mit Skepsis in die Veranstaltung gegangen. Die Vermutung lag nahe, dass das Bildungssystem zu wenig in Kritik geraten würde. Hierin sehe ich mich auch nicht enttäuscht, denn trotz des einen oder anderen Wink´s, stand das Bildungssystem als solches, nicht so sehr im Mittelpunkt, aber: Das war auch nicht so entscheidend, denn was die Lehrkraft konkret tun kann, innerhalb dieses Systems, ist doch eine Ganze Menge.

Also klar war mir schon das die Lehrkraft für die Bildung der SuS eine entscheidende Variable ist, jedoch nicht ansatzweise wie entscheidend!

Ob es darum geht wie Mädchen und Jungen gleichermaßen am Unterricht antizipieren können, den eigenen Habitus immer wieder zu betrachten und mit denen der SuS zu vergleichen um so niemanden zu benachteiligen, Leistungsunterschiede als Chance und Herausforderung zu begreifen, die Wichtigkeit von Sprache im Unterricht zu begreifen und vieles mehr. Immer mehr wurde mir klar, dass es letztlich die, unglaublich vielen, kleinen Dinge sind die Großes bewirken können. Den Balanceakt der Lehrkraft besser zu verstehen und zu wissen, es ist nicht ein Seil auf dem ich irgendwann balancieren muss, sondern sehr viele und alleine sich dessen bewusst zu sein ist gold Wert.

Im Praktikum werde ich mich entgegen meiner bisherigen Ideen die ich aufgrund dieser Erkenntnisse verworfen habe, einfach beteiligen und alles Beobachten was ich an der Schule erlebe und den Schwerpunkt auf die Reflexion legen.

Im weiteren Verlauf werde ich  einige -wahrscheinlich zu viele- Themenschwerpunkte für die weitere Beobachtung in den Fokus rücken. Ich vermute das es sich insbesondere um den Habitus der Lehrerkraft im Vergleich zu denen der SuS gehen wird und wie sich dieser auf das Lernen und das Bewerten von SuS und andersherum auswirkt.

Auch die Wahl der Medien die genutzt wird ist unter all den verschiedenen Aspekten die ich während des Semesters kennengelernt habe, eine sehr interessante Beobachtungsmöglichkeit die ich evtl. näher beleuchten möchte.

Aber letztlich muss ich ohnehin erstmal schauen bei Wem ich lande und was ich genau tun kann.

 

Insgesamt hat mir die Veranstaltung sehr gefallen, danke dafür.

Und zum Schluss möchte ich nochmal die Administration loben ohne deren Hilfe ich im übernächsten Semester wohl wieder Blogeinträge machen würde, in der 2019er Gruppe. Ihr habt immer schnell reagiert und geholfen. Danke.

 

 

 

29
Jun

rv12

  1. Sind Unterschiede in den mathematischen Leistungen von Schülerinnen und Schülern ein Grund zur Sorge?

Nein, Mathe ist ein Begabungsfach, so wie Musik und Kunst auch. SuS sind gerade in Mathe so Leistungsheterogen, weil dieses Fach einen stark aufbauenden Charakter hat. Es wird immer SuS geben die auf einer ganz anderen operationalen Ebenen agieren können als andere SuS. Es kann ja schliesslich auch nicht alle SuS super singen oder malen. Das ist normal. Wichtiger ist die Frage, wie wir im Mathematikunterricht mit diesem Umstand umgehen und da besteht schon Grund zur Sorge.

Am Ende eines Schuljahres ist in den Bildungsplänen verankert was erreicht werden sollte. Dass die SuS jedoch verschieden mit den Stoff umgehen und einige wesentlich schneller sind als andere wird kaum berücksichtigt.

2.Spielen im Mathematikunterricht, kann das angesichts von Leistungsunterschieden ein Ansatz sein? Beziehen und begründen Sie eine Position aus Lehrenden-Sicht, die auch Schülersichtweisen einbezieht. 

Das kann es selbstverständlich. Die Lehrkraft nimmt dabei eine moderierende Rolle ein und die SuS können weitestgehen frei explorieren. Das funktioniert jedoch nur, wenn darauf geachtet wird das der einzelne nicht im Wettbewerb steht. Zumindest in einer Leistungsheterogenen Gruppe. Man könnte daraus ein TeamWettbewerb machen. So lastet der Druck nicht auf einzelpersonen und mit sportlichen Elementen könnte ich mir gut vorstellen das der Mathematikunterricht so spaß macht und die SuS auch wertvolles mitnehmen.

3.Formulieren Sie mindestens zwei Beobachtungsaufgaben für kommende Praktika, welchedie Tiefenstrukturvon Unterrichtin den Blicknimmt. 

Insbesondere Interessiert mich die Wahl der Medien und den Einfluss auf die Interaktion der SuS.

Deshalb: Wie interagieren die SuS bei selbigen Stoff der mit Hilfe unterschiedlicher Medien bearbeitet wird? Und: Wie stark wirkt sich innerhalb dieses Prozesses die Leistungsheterogenität aus

4.BenennenSieebenfallszweiHerausforderungen, die SiebeideradaptivenPlanungvon Unterrichterwarten.

Die erste Herausforderung wird es sein, ein adäquates Lernziel zu formulieren und die UE dann so zu planen, das alle dieses erreichen und Leistungsstarke SuS die chance haben tiefergehendes zu bearbeiten.

Eine weitere schliesst sich an die Fragen an: Welches medium ist passend?

15
Jun

rv10

Genderspezifische Motivation im Fremdsprachenunterricht

  1. Reflektieren Sie in einem ersten Schritt darüber, aus welchen genderbezogenen Prämissen sich ihre schulische Sprachkarriere konstituiert und inwiefern sich diese im Verlauf der selbigen verändert haben.

Ich hatte entgegen vieler meiner Kommolitonen und Kommolitoninnen, immer Englischlehrer. Dies begann in der Grundschule und zog sich bis ins Abitur.

Ich hatte von Beginn an einen guten Bezug zur Sprache, denn in meinem Elternhaus wurde viel englisch gesprochen.

Weshalb für mich der Englischunterricht immer sehr uninteressant war, da ich nie die Lust hatte die Basics zu lernen und mich mit Grammatik herumschlagen zu müssen. Während des Abiturs änderte sich das dann, als die .Themen mehr in den Vordergrund rückten und der Englischunterricht mehr dem Deutschunterricht glich.

Ich denke also insgesamt war ich wenig davon betroffen, das nur Lehrer unterrichteten. Was meine Klasse insgesamt angeht, so bin ich heute nicht mehr in der Lage anständig zu dieser Thematik zu reflektieren. Da einzige woran ich mich erinnere ist, dass die Mädchen eher Leistungsschwächer waren, was aber auch auf die anderen Fächer zutraf, weshalb ich das nicht ausschliesslich dem Unterricht des Lehrers zuordnen kann.

  1. Benennen und erläutern Sie einen motivationstheoretischen Ansatz, der das Fremdsprachenlernen im schulischen Kontext – genderunabhängig – fördert.

Ich denke das die SuS sehr häufig von vielen Menschen unterschätzt werden. Weshalb im momentanen Bildungssystem nur offen mit ihnen über die Problematik gesprochen werden kann. Die SuS sollten mehr Einfluss und Raum haben, dann ist es nicht so entscheidend ob ein Mann oder eine Frau unterrichtet.

Der für mich sinnvollste Ansatz dieses Problem komplett aufzulösen, wäre aber, dass Lehrkräfte in Teams unterrichten. Ein Mann und eine Frau die sich gut ergänzen. Damit wäre das Thema nicht abgehakt aber ein wirklicher Fortschritt wäre da.

Insgesamt ist es mit 2 Perspektiven, einer männlichen und einer weiblichen sehr viel einfacher kritisch mit dem Unterrichtsmaterial umzugehen.

07
Jun

RV09

In der Vorlesung zum Thema „Aspekte zum Spannungsfeld von Inszenierung und Zuschreibung in Bezug auf Gender-pädagogik in der Schule“, wurden geschlechtsspezifische Vorlieben von Grundschulkindern vorgestellt und einhergehende Stigmatisierungen durch Lehrkräfte aufgezeigt. Dies wurde sowohl anhand von Statistiken wie auch von Äußerungen einiger Grundschulkinder thematisiert. Somit wurde insbesondere über Gefahren der Stigmatisierung aus geschlechtsspezifischer Sicht und deren Folgen für die Kinder gesprochen. Zudem wurde die historische Entwicklung Genderorientiert dargestellt. Darüber hinaus wurde die Dringlichkeit von selbstreflexiven Verhalten aufgezeigt um als angehende Lehrkräfte, nicht solche Stigmatisierungen voranzutreiben.

Ich hatte zu meiner Schulzeit immer den Eindruck das Mädchen besser lesen und schreiben können und sie das auch lieber taten. Meine Lehrerin bemühte sich sehr uns Jungs ins boot zu holen und versuchte uns mit Abenteuergeschichten und Spielen zu „ködern“, wobei sie wenn sie mit uns Sprach, sehr in „unsere“ Welt einzudringen vermochte. Das motivierte meine Freunde und mich am Unterricht teilhaben zu wollen. Wenn es jedoch um Konflikte im Klassenzimmer oder auf dem Schulhof ging, sind wir Jungs wenn wir Redebedarf hatten, zu einem Männlichen Kollegen gegangen, obwohl wir (denke ich zumindest) unserer Klassenlehrerin näher standen.

Dies zeigt wie wichtig es ist Lehrer an der Grundschule zu haben und auch wie wichtig es ist sich in die Jungs wie auch die Mädchen bestmöglich hineinversetzen zu können, was auch der Schluss aus der Vorlesung ist.

Es wird für mich spannend sein zu beobachten, wie die Lehrkraft mit den Schüler*innen spricht und ob Jungs und Mädchen unterschiedlich darauf reagieren. Zudem ist dies unter der Wahl des Mediums zu untersuchen und auch der Methoden auf die die Lehrkraft zurückgreift.

Was bedeutet das auf struktureller Ebene?

Ich mache es kurz, deshalb nur 2 Aspekte:

1.Der Lehrerberuf muss gesamtgesellschaftlich mehr Anerkennung bringen. Projekte, welche Lehrer in die Grundschule bringen helfen sicherlich, reichen meiner Meinung nach jedoch nicht aus. Nur wenn das Verhältnis von Lehrerinnen und Lehrern nicht weiter auseinanderliegt als 40/60 sind die Chancen bei vielen der Schüler*innen Interessen zu wecken da und die Kinder werden nicht benachteiligt und fallen Vorurteilen zum Opfer. Den Beruf attraktiver machen mit kleineren Klassen wäre ein Anfang!

  1. Jahrgangsübergreifender Unterricht muss endlich mehr praktiziert werden um den Interessen der Kinder gerecht zu werden. Kinder können so mehr wählen und suchen sich den Stoff teilweise selbst aus.

Leider bedarf es dafür mehr Geld. Somit sind momentan die Kommunen gefragt. Um dann einen Standard der fair wäre zu realisieren, sollte weiterhin dringend weiter debattiert werden ob der Bund nicht dafür zuständig sein sollte!

20
Apr

RV03

  1. Diskutieren sie die Relevanz der Arbeitshypothese der „doppelten Heterogenität“ für eines ihrer Fächer und stellen sie dies anhand einen konkreten Unterrichtsinhaltes dar.

Die „doppelte Heterogenität“ meint das Verhältnis von Erwartungen der SuS auf der einen Seite, und die Voraussetzungen die diese mitbringen auf der anderen. Aufgabe der Lehrkraft ist es also die Erwartungen die die SuS an den Unterricht haben, mit den individuellen Ressourcen die die SuS mitbringen und den Anforderungen an die SuS, zu verknüpfen.

Dies ist für die Lehrkraft sehr elementar. Denn wenn die Erwartungen der SuS weder zur Kenntnis genommen, noch ernst genommen werden und dann im Unterricht entsprechend nicht auf diese eingegangen wird, könnten die SuS die Lust am Lernen verlieren oder die Lehrkraft nicht für voll genommen werden, da sich diese auch nicht oder nur unzureichend um die Belange, in diesem Fall um die Erwartungen der SuS, kümmert. Dies führt zu keinem produktiven Unterrichtsklima.

Aber auch die Voraussetzungen die die SuS mitbringen, müssen von der Lehrkraft beachtet werden. Denn letztlich haben die SuS ihre ganz individuellen Ressourcen die in den Unterricht einfließen. Diese müssen in ein adäquates Verhältnis gebracht werden mit den Erwartungen der SuS an die Schule und denen der Gesellschaft, über die Politik und der Institution Schule, durch die Lehrkraft an die SuS. Schnell erkennt man,dass es sich zwangsläufig um einen Prozess handelt, bei dem es sich, vor allem aus der Sicht der Lehrkraft, um einen Balanceakt handelt, der mit dem Balancieren auf einem Seil oder zumindest einem dünnen Holzbalken verglichen werden kann. Allen Erwartungen gerecht zu werden ist schlicht nicht möglich. Deshalb muss ein gesundes Verhältnis von Erwartungen und Voraussetzungen ständig neu ausbalanciert werden.

Beispiel im Mathematikunterricht:

Auf dem Lehrplan steht das Bruchrechnen. Die SuS sind besonders im Fach Mathe sehr Leistungsheterogen. Dies liegt vor allem an dem aufbauenden Charakter des Faches. Wenn keine angemessenen Sinnkontexte zu den Brüchen hergestellt werden können, sind die SuS später vielleicht nicht in der Lage mit Wahrscheinlichkeiten umzugehen. Dies wird aber in unserem Leben immer wieder von uns erwartet. Wir müssen täglich Entscheidungen in unserem Leben treffen und dabei abwägen ob wir etwas tun oder nicht tun. Oftmals bieten Brüche hier eine Orientierung, die die SuS jedoch nur mit entsprechendem Vorwissen nutzen können, beispielsweise bei einer Risikoabschätzung. Die SuS haben hingegen, ein differentes Verständnis vom dividieren, was nicht weiter problematisch ist, wenn diese Vorstellungen angemessen sind.

Sind Sie es nicht, so können Sie zwangsläufig keinen adäquaten Sinnzusammenhang zu Brüchen entwickeln. Dies ist auch ein Grund, warum so viele SuS und dann später Erwachsene, zum Teil soviel Ängste vor dem „Fach“ Mathematik entwickelt haben. Hier kann eine Vorstellung die nicht angemessen ist, mit einem anderen Sinnzusammenhang nicht in Einklang gebracht werden.

Diese Ängste müssen von der Lehrkraft berücksichtigt werden, aber auch das der Unterricht Praxisnäher sein sollte. Denn das ist Erfahrungsgemäß der Wunsch vieler SuS. Denn wenn Mathematik etwas abstraktes ist, bei dem kein oder unzureichend Bezug auf die reale Lebenswelt der SuS genommen wird, fehlt einem Teil der SuS der Sinn. Während wieder andere SuS, in der Regel begabte SuS in Mathematik, auf eine noch höhere operationale Ebene wollen. Das sind nur einige exemplarische Beispiele, mit denen die Lehrkraft zurechtkommen muss, möchte sie die Herausforderung des Balanceaktes annehmen und meistern.

Hier hilft nur sehr individueller Unterricht. Denn: Vielfältige Lernzugänge können in einem bestimmten Maße hergestellt werden, aber ob die SuS an dem Punkt abgeholt werden wo sie stehen, lässt sich so nicht gewährleisten. Viel kommunikative und kooperative Methoden können helfen, sind für sich genommen aber auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Es erhöht lediglich die Chancen für die SuS einen besseren Zugang zu den Themen zu bekommen.

Und damit ist vor allem das Bildungssystem die größte Hürde für die Lehrkräfte. Diese arbeiten i.d.R. In Eigenregie und werden alleine gelassen. Dies muss an dieser Stelle erwähnt werden. Es gibt Pilotprojekte wo Lehrerteams die SuS unterrichten und so die Verantwortung bei gleichbleibender Klassengröße, auf mehrere Schultern verteilt wird. So sind die Lehrkräfte freier und haben auch mehr Zeit um den Erwartungen der einzelnen SuS zu entsprechen.

Da die Situation, große Klassen, zu wenig Lehrer, wenig Jahrgangsübergreifender Unterricht, gegeben ist, ist es an dieser Stelle müßig, das System in sich weiter zu kritisieren. Wie kann also konkret die Lehrkraft den beschriebenen Balanceakt meistern?

Sie kann immer nur versuchen einen Mittelweg zu finden. Es können nicht alle Erwartungen und auch nicht den meisten Erwartungen der SuS Rechnung getragen werden, da am Ende eines Jahres das Lernziel erreicht werden muss, denn dieses ist Fix und lautet: Adäquater Umgang mit Brüchen!

Die Lehrkraft muss zwangsläufig Versuchen den Leistungsschwächeren SuS soviel Handwerkszeug mit an die Hände zu geben, dass sie damit zumindest einen Abschluss machen können. Den Leistungsstärkeren zumindest eben soviel Anregungen geben, das diese theoretisch weitere, darauf aufbauende Inhalte, selbstständig erschließen könnten und der Masse einen einigermaßen adäquaten Sinnzusammenhang mit Brüchen liefern, so dass dieser bis Klasse 12 funktioniert. Auf die Erwartungen der SuS kann nur in diesem Rahmen eingegangen werden, also recht wenig. Aufgaben können praxisnäher gestaltet und aufklärende Diskussionen geführt werden, warum gerade SuS mit Funktionen umgehen sollten oder wofür sie die Brüche gebrauchen können. Auch können in Gruppenarbeit, neue Lerninhalte erschlossen werden. Allerdings nur im Rahmen der Zeit die zur Verfügung steht. Deshalb kann dies eigentlich nur funktionieren, wenn außerhalb des regulären Unterrichts gearbeitet wird. Hier müsste es Zusatzangebote an den Schulen geben, die es oftmals schon gibt, die aber nicht verpflichtend sind oder es muss zuhause weitergearbeitet werden .

Es lässt sich mit den Bedingungen für den Unterricht an den Schulen, kaum Erwartungen der SuS und das was die SuS mitbringen und das was vom System gefordert ist, in Einklang bringen. Die Lehrkraft kann nur versuchen so viel wie möglich auf die Erwartungen der SuS einzugehen,wenn es gerade „passt“, da viele SuS sonst nicht befähigt wären einen Abschluss zu machen. Andernfalls droht der Lehrkraft ein Verlust der Kontrolle über das Unterrichtsgeschehen.Und das ist in einem Land wie Deutschland ein Skandal!

  1. Skizzieren sie unter Bezugnahme auf einen konkreten Unterrichtsinhalt drei methodische Varianten zur unterrichtspraktischen „Erhebung“ von Schüler*Innenvorstellungen.

Eine Ideensammlung zum Thema Brüche, kann der Lehrkraft vorab als Grundlage für die Einschätzung der Erwartungshaltung der SuS dienen. Dies ist ein Brainstorming, bei dem die Lehrkraft entscheidende Erkenntnisse über die Erwartungen der SuS filtern kann.

Dies kann auf verschiedene Weise geschehen. Z.B.:

  1. Die Lehrkraft diskutiert mit den SuS über Brüche, bevor diese zum Thema geworden sind. Auf diese Weise kann die Lehrkraft Einfluss nehmen auf die Richtung der Diskussion. Dies könnte besonders bei komplexeren Sachzusammenhängen interessant sein.

  2. Unvorbelasteter sind die SuS wenn Ideen schriftlich gesammelt werden. Zum Beispiel auf einem Zettel, wo ein Brainstorming, einzeln oder in Gruppen zum jeweiligen Thema gemacht wird.

  3. Wie bei 2 nur mit konkreten Fragestellungen. Z.B. Inwiefern helfen dir Brüche weiter im Leben?

    Benötigst du diese nur in der Schule und der Arbeitswelt oder können sie dir auch in anderen Bereichen deines Lebens nützlich sein? Falls ja, in welchen?

  1. Formulieren Sie eine Beobachtungsaufgabe in Bezug auf unterschiedliche Sprachwirklichkeiten von SchülerInnen und Lehrer

Hier kann viel über nonverbale Kommunikation gemacht werden. Wie reagieren SuS wenn sie Begriffe seitens der Lehrkraft hören, die jenseits ihrer eigenen Lebensrealität liegen?

Die Reaktionen der SuS dürften interessant und aufschlussreich sein. Es können Rückschlüsse auf den Einsatz von Sprache gezogen werden. Dies kann bei sprachsensiblen Unterricht sehr hilfreich sein.

13
Apr

RV01

Darum müsste sich Schule neu erfinden!

In einem Raum, mit mehr als zwanzig Schüler/innen mit ihren ganz eigenen Vorstellungen, Träumen, Visionen aber auch mit unterschiedlichen kulturellen und ökonomischen Hintergrund, dürfen Lehrer/innen in einem Spannungsfeld aus Heterogenität und Homogenität nicht alleine gelassen werden!

Die Allgemeinbildung der Schüler hängt maßgeblich davon ab, wieviel Kapital einem Haushalt zur Verfügung steht. Somit werden bereits Kleinkinder vermögender Menschen mit anderen Mitteln gefördert, als welche denen diese Mittel, seien sie in Form von Bildung der Eltern, also verkörperlichtem Kapital, oder insbesondere durch mehr vorhandensein von Geld, womit Bildung erkauft werden kann (Individualförderung), nicht zur Verfügung stehen . Nicht nur vermögende Eltern sehen sich in der heutigen Zeit, gezwungen in die „Bildung“ ihrer Kinder zu investieren. Privatschulen haben daher einen immer größer werdenden Zulauf, da Eltern häufiger annehmen, die staatlichen Schulen, können den Kindern keine sichere Zukunftsperspektive mehr geben. Und diese Eltern haben nicht Unrecht!!!

Diejenigen Kinder, die oftmals von vornherein aufgrund ihres Elternhauses geringere Chancen haben einen höheren Bildungsabschluss zu erreichen sind somit leider oft Kinder von Eltern mit Migrationshistorie oder aber sie sind selbst zugewandert. Dies ist insbesondere deshalb problematisch, da Herkunft häufig, -immer noch!-,als ein zentrales Kriterium für den Bildungserfolg von Kindern angesehen wird – dies sollte zumindest erwähnt werden-. Somit ist die erste Hürde bereits im Kindergarten vorzufinden, wo Kinder Sprache erlernen sollten. Dies soll natürlich in erster Linie die Landesprache sein. Die Sprache ist also einer der ersten gleichmacher, welcher der Staat als Verpflichtung ins Bildungssystem verankert.

Hierauf kann man sich gesamtgesellschaftlich schnell einigen. Denn wenn wir miteinander kommunizieren wollen, dann brauchen wir allgemeinverbindliche Signale, die wir einem anderen Menschen zusenden können,die dieser dann auch versteht. Dazu gehört insbesondere auch die non-verbale Kommunikation. Was aber ist dann mit dem was zugewanderte Menschen mitbringen. Die Kinder sprechen oft eine Sprache die nicht weiter gefördert wird ausser in ihrem Elternhaus, zu dem sich die Kinder oftmals mehr gebunden fühlen als an Schulen und Kindergärten. Und das hat auch einen Grund: Ist man nicht so eloquent wie andere Menschen, zumindest was eben die Landessprache angeht, so stehen einem weniger Türen offen. Und desto eher wird man ausgegrenzt. Dies fördert weiterhin die Bindung ans Elternhaus, was nicht schlimm wäre, gäbe es diesen Teufelskreis nicht.

Somit müssen Grundschullehrerinnen das kompensieren. Denn Schule muss diese Kinder auffangen, abholen und begleiten. Und das sollte eben aufgrund der unterschiedlichen Elternhäuser so sein, denn kein Kind kann etwas dafür wenn es in einem Bildungsfernen Umfeld aufwächst und das gerade im digitalen Umbruchszeitalter.

Aber: Das ist alles andere als einfach, wenn die Lehrer/innen nach einem Monat immerhin die Namen der Kinder auswendig können. Natürlich kann man nun schauen welche SuS in welchen Fächern besser abschneiden um dann ein Profil dieser „Menschen“ zu erstellen, aber: Auch hier wird durch Noten quantifiziert, und eine heterogene Gruppe, homogenisiert! Ein Kind mit Migrationshintergrund ist womöglich sehr begabt im erlernen von Sprachen, findet aber zu Deutsch und Englisch keinen Zugang. Mit ner 5 in Deutsch und ner 4 in Englisch wird klar: Das Kind hat „Probleme“! Es spricht vielleicht türkisch und arabisch oder chinesisch und Japanisch, dass aber wissen die Lehrer/innen oft nicht, denn die Biographie der SuS bleibt häufig im Dunklen. Und das ist auch klar, denn: Wieviel Zeit müsste eine Lehrkraft aufbringen um seine SuS wirklich zu kennen und dann auch zu begleiten, zu beobachten, am Ball zu bleiben und zu coachen. Die stärken zu fördern, die schwächen zu kompensieren. -Wenn man denn überhaupt wertneutral beurteilen kann was Stärken und Schwächen sind-.

Seit Jahren wird nach mehr Geld geschrien. Und hin und wieder passiert auch mal was. Die eine oder andere Schraube in einem rostigen Motor wird etwas angedreht oder gelockert. Aber das eigentliche Problem wird nicht gelöst: Wie sollen Lehrkräfte mit einer heterogenen Gruppe umgehen, wenn sie durch die vom System implizierte Homogeniserung,  die Biografie der Kinder  in den Hintergrund treten lassen müssen? Es gibt schlicht keinen Schlüssel im momentanen Bildungssystem um damit adäquat umzugehen. Es müsste also mehr Jahrgangsübergreifender Unterricht her, der nach Interessen der Kinder geht. Wenn Unterricht Spass macht, dann saugen Kinder Wissen auf wie ein Schwamm, diese Erkenntnis ist nicht neu! Und auf diese weise könnten sich Kinder viel besser in eine Gruppe integrieren. Beim Fussball auf dem Bolzplatz, in der Theater AG, im Tierheim oder beim online zocken funktioniert es doch auch. Warum also an dem was ist festhalten, wenn man weiss so funktioniert es nicht? Denn diejenigen Kinder, von Eltern die es sich leisten können, besuchen bereits Schulen in denen es anders gemacht wird!

Es wird zu beobachten sein, wie Lehrer/innen in den kommenden Jahren mit dem immer größer werdenden Druck durch dieses Spannungsfeld umgehen. Gibt es mehr Burnouts, sind die Lehrer/innen in erster Linie Wissensvermittler oder mehr Konfliktschlichter? Wie viel Zeit wird der Biografie eines Schülers oder einer Schülerin zugestanden? Wie sehr verändert sich unsere Gesellschaft und was verstehen wir unter Bildung in einem digitalen Umbruchzeitalter?




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