

{"id":8799,"date":"2024-11-21T19:38:47","date_gmt":"2024-11-21T18:38:47","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/?p=8799"},"modified":"2024-11-21T19:46:33","modified_gmt":"2024-11-21T18:46:33","slug":"erasmus-praktikum-im-kultur-und-pressereferat-an-der-deutsche-botschaft-in-sofia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/2024\/11\/21\/erasmus-praktikum-im-kultur-und-pressereferat-an-der-deutsche-botschaft-in-sofia\/","title":{"rendered":"Erasmus-Praktikum im Kultur-und Pressereferat an der Deutsche Botschaft in Sofia"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><strong>Motivation<br \/><\/strong>Den Wunsch, den diplomatischen Dienst kennenzulernen, hegte ich bereits seit vielen Jahren. Dieses Interesse wurde bei einem Besuch des Ausw\u00e4rtigen Amtes in Berlin geweckt, das ich im Rahmen eines Austauschprojektes in meiner Schulzeit besucht hatte. Dort bot sich die Gelegenheit, mit einem Diplomaten zu sprechen und ihm Fragen zu seinem Beruf zu stellen.<br \/>W\u00e4hrend meines Studiums der Integrierten Europastudien wurde dieses Interesse vor allem durch Politikveranstaltungen aus dem Bereich Internationale Beziehungen gest\u00e4rkt. Wie sieht \u201eDiplomatie\u201c \u00fcbersetzt in T\u00e4tigkeiten aus und wie werden zwischenstaatliche Beziehungen gepflegt? Dies waren die Fragen, die mich zu einer Bewerbung um einen Praktikumsplatz beim Ausw\u00e4rtigen Amt (AA) motivierten.<\/p>\n<p><strong>Bewerbung<br \/><\/strong>Die Internetseite des AA bietet Auskunft zum Bewerbungsverfahren. Die Bewerbung verl\u00e4uft \u00fcber das Bewerbungsportal des AA. Dort werden viele Daten zur Person abgefragt, im Prinzip wie bei einem Lebenslauf, nur etwas ausf\u00fchrlicher. Die Motivation sollte in paar S\u00e4tzen geschildert werden und mit Zeugnissen best\u00e4tigt. Schlie\u00dflich d\u00fcrfen acht Wunschl\u00e4nder ausgew\u00e4hlt werden, in den man sich vorstellen das Praktikum zu machen. Die Bewerbung habe ich online in mehreren Schritten gemacht.<br \/>F\u00fcr ein Praktikum im Ausland empfiehlt das AA sich 6-12 Monate im Voraus zu bewerben. Die Zusage f\u00fcr mein Praktikum bekam ich f\u00fcnf Monate nach Einreichung meiner Bewerbung. Ich habe kein Vorstellungsgespr\u00e4ch gehabt und habe meine Praktikumsleiterin erst an meinem ersten Tag in der Botschaft kennengelernt. Die Kommunikation bis dahin verlief schriftlich \u00fcber das Sekretariat an der Botschaft.<\/p>\n<p><strong>Vorbereitung<br \/><\/strong>Nach der Zusage beantragte ich als erstes das F\u00fchrungszeugnis. Es wurde ausdr\u00fccklich darauf hingewiesen, dass das F\u00fchrungszeugnis vor Beginn des Praktikums in der Botschaft eingegangen sein m\u00fcsse. Gleichzeitig beantragte ich die Erasmus+ F\u00f6rderung f\u00fcr Auslandspraktika. Da das Ausw\u00e4rtige Amt (AA) erst nach dem Praktikum die Verg\u00fctung auszahlt, war ich auf die F\u00f6rderung essenziell angewiesen. Dank der schnellen Bearbeitung des International Office und der Praktikumsbeauftragten am Institut der Integrierten Europastudien, verlief alles reibungslos. Es gab auch die M\u00f6glichkeit eine F\u00f6rderung beim DAAD zu beantragen, die allerdings an Fristen gebunden war. Aufgrund der kurzfristigen Zusagen, konnte ich diese F\u00f6rderung nicht beantragen.<\/p>\n<p><strong>Wohnung<br \/><\/strong>Ich hatte knapp ein Monat Zeit, mir eine Unterkunft in Sofia zu suchen und alles N\u00f6tige f\u00fcr das Praktikum zu organisieren. F\u00fcr mein Budget von 500\u20ac f\u00fcr ein Wg-Zimmer oder einem kleines Apartment, habe ich eine sehr begrenze Anzahl von Unterk\u00fcnften angeboten bekommen. Da es recht kurzfristig war und die meisten Vermieter ihre Wohnungen lieber langfristig vermieteten, verlief die Wohnungssuche schwierig. \u00dcber Airbnb habe ich ein sehr kleines Studio gefunden, das im Zentrum und nicht weit von der Arbeit lag.<\/p>\n<p>Angekommen in Sofia entschloss ich mich aus dem Studio ausziehen, da ich Schimmel entdeckte und mich in dieser Wohnung nicht wohl f\u00fchlte. Vor\u00fcbergehend zog ich bei einer Referendarin aus der Botschaft ein, bis ich eine neue Unterkunft gefunden habe. Tats\u00e4chlich hatte ich Gl\u00fcck gehabt und fand schnell eine kleine Wohnung. Die neue Wohnung war in einem Neubau in Studenski Grad. Da das Studenski Grad nur durch Busse angebunden war, musste ich mich von nun an auf l\u00e4ngere Fahrzeiten einstellen. In die Innenstand habe ich fast eine Stunde gebraucht und zur Arbeit knapp 45 min.<\/p>\n<p>R\u00fcckblickend muss ich zugeben, dass ich mehr Zeit f\u00fcr die Wohnungssuche gebraucht h\u00e4tte. Da die Wohnungslage in Sofia angespannt ist, lohnt es sich fr\u00fchzeitig mit der Wohnungssuche anzufangen, um eine bezahlbare Wohnung im Zentrum zu finden.<\/p>\n<p><strong>Das Leben im Sofia<br \/><\/strong>Abgesehen von der Wohnungssituation fand ich Sofia sehr angenehm zum Leben und Arbeiten. Die Stadt bot ein breites Freizeitangebot an sch\u00f6nen Parkanlagen und historischen Pl\u00e4tzen. Auch viele nette Caf\u00e9s und Restaurants luden zum Verweilen ein. Die traditionelle bulgarische K\u00fcche war pr\u00e4sent, allerdings gab es zahlreiche Alternativen zum Essen. Kenntnisse in der bulgarischen Sprache waren meiner Ansicht nach nicht unbedingt notwendig, da viele junge Menschen gutes Englisch und teilweise auch Deutsch sprechen. Allerdings traten im Alltag Situationen auf, wo es w\u00fcnschenswert w\u00e4re die Landessprache zu sprechen. Ich habe von meinen Kenntnissen in der bulgarischen Sprache sehr profitiert und konnte meinen Freunden damit weiterhelfen.<\/p>\n<p><strong>Struktur und Arbeitsweise der Praktikumsstelle<br \/><\/strong>Die Deutsche Botschaft in Sofia befindet sich auf dem ehemaligen DDR Gel\u00e4nde. Dabei handelt es sich um ein abgegrenztes Gebiet, auf dem die Deutsche Botschaft, die alte Handelskammer und die Deutsche Schule ans\u00e4ssig sind. Aktuell finden auf dem Gel\u00e4nde viele Bauarbeiten statt, da viele Erneuerungen anstehen. Innerhalb meines Praktikums ist die Botschaft von der alten in die neue Kanzlei umgezogen.<\/p>\n<p>Die Botschaft vertritt den deutschen Staat im Ausland, wahrt seine Interessen und sch\u00fctzt seine B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger im Gastland. Dabei ist die Botschaft den Weisungen des Ausw\u00e4rtigen Amtes unterstellt. Die Vertretung kann als \u201eAugen, Ohren und Stimme\" Deutschlands im Ausland bezeichnet werden. Die Botschaft agiert im Interesse des deutschen Staates und pflegt politische, wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen zu Bulgarien. Die Deutsche Botschaft in Sofia ist durch die Botschafterin Irene Plank vertreten.<\/p>\n<p>An der Deutschen Botschaft in Sofia arbeiten rund 60 Besch\u00e4ftigte. Die Botschaft ist in drei Referate geteilt: das Politikreferat, Kultur- und- Presse, und das Wirtschaftsreferat. Das Politikreferat ist die wichtigste Abteilung in der Botschaft. Der Stellvertretender Botschafter in Sofia leitet das Politikreferat und ist f\u00fcr alle politischen und zwischenstaatlichen Angelegenheiten verantwortlich. Zusammen mit der Botschafterin, ist der stellvertretende Botschafter f\u00fcr die Kommunikation auf hochrangiger politische Ebene zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Die <strong>Kultur- und- Presseabteilung<\/strong> deckt ein breites Aufgabenfeld ab. Die Schwerpunkte der Ausw\u00e4rtigen Kultur- und Bildungspolitik sind die F\u00f6rderung des Kulturaustausches und der deutschen Sprache im Gastland. Das Kultur- und- Pressereferat betreibt Kulturarbeit und organisiert Veranstaltungen und Projekte, die den interkulturellen Austausch f\u00f6rdern. Dazu geh\u00f6rt auch die Pflege von einem Netzwerk aus Partnern, Stiftungen und NGO\u2019s.<br \/>Das Kultur-und-Pressereferat ist f\u00fcr das Auftreten der Deutschen Botschaft in der \u00d6ffentlichkeit zust\u00e4ndig. Neben der klassischen Kultur- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit, betreibt die Deutsche Botschaft in Sofia Social Media Kommunikation und ist das Aush\u00e4ngeschild der Botschaft.<\/p>\n<p>Das <strong>Wirtschaftsreferat<\/strong> beobachtet die Wirtschaftspolitik und wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Das Referat arbeitet eng mit der deutsch-bulgarischen Industrie- und- Handelskammer zusammen. Das Ziel ist es einen nachhaltigen wirtschaftlichen Ausbau in Bulgarien zu unterst\u00fctzen und die Zusammenarbeit der deutschen und bulgarischen Partner zu st\u00e4rken.<br \/>Die Agenda des Referat befasst sich au\u00dferdem mit dem Thema Gender auf dem Gebiet der Wirtschaft. Dabei unterst\u00fctzt das Wirtschaftsreferat Netzwerke und Organisationen, die die Gleichstellung und die Rolle der Frauen in der Wirtschaft st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Im <strong>Konsulat<\/strong> werden alle Fragen zum Visa- und- Passangelegenheiten gekl\u00e4rt. Diese Abteilung ist abgetrennt von der g\u00e4ngigen Arbeit der Botschaft, da sie eine Einheit bildet und sich durch eine eigene Arbeitsweise auszeichnet.<\/p>\n<p>Die <strong>Verwaltung<\/strong> ist neben der diplomatischen Arbeit und dem Konsulat eine weitere wichtige S\u00e4ule der Botschaft. Die Verwaltung sorgt f\u00fcr das einwandfreie Funktionieren der Au\u00dfenstelle. Hierzu z\u00e4hlen Personalangelegenheiten, Rechtliches und alle Zust\u00e4ndigkeiten rund um die Kanzlei. Die Kanzlerin ist die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Leiterin der Verwaltung.<\/p>\n<p>Die \u201eBlaulichtfraktion\u201c zusammen mit dem Milit\u00e4rattach\u00e9 analysieren und bewertet die Sicherheitslage des Gastlandes und der gesamten Region. Ihre Hauptaufgabe ist es zusammen mit ihren bulgarischen Partnern einen Beitrag zu Sicherheit des Landes und der EU zu leisten. In der Botschaft arbeiten Zollbeamte, Bundespolizisten und Bundeskriminalbeamte zusammen. Zu ihrem Aufgaben z\u00e4hlt, unter anderem, Bulgarien bei der Integration in den Schengen-Raum zu unterst\u00fctzen.<br \/>Dar\u00fcber hinaus stellt die EU- Au\u00dfengrenze einen besonderen Fall die Sicherheitsbeauftragten dar.<\/p>\n<p>An der Botschaft arbeiten Diplomaten und Lokalbesch\u00e4ftigte Hand in Hand zusammen. Die meisten besch\u00e4ftigten an der Botschaften stellen die Gesandten aus Deutschland dar. Das Frau\/Mann Verh\u00e4ltnis erschien mir ausgeglichen. Au\u00dfer in gewissen Abteilungen, wo eher \u201eklassische\u201c Berufe von Frauen oder von M\u00e4nnern vertreten waren. Z.B. war das Kulturreferat nur von Frauen besetzt und die \u201eBlaulichtfraktion\u201c nur von M\u00e4nnern vertreten. Was ich sehr positiv hervorheben m\u00f6chte, ist die F\u00f6rderung von Frauen in F\u00fchrungspositionen. An dieser Stelle ist mir auch aufgefallen, dass das Thema Diversit\u00e4t an dieser Au\u00dfenvertretung wenig Beachtung bekam. Meinem Eindruck nach, haben nur einzelne wenige Entsandte eine Migrationsgeschichte. Auch das Thema Gender, fand meiner Meinung nach, nicht ausreichend Anerkennung.<br \/>Das Arbeitsklima an der Botschaft empfand ich als positiv. Viele Kollegen \u00f6ffneten mir ihre T\u00fcren und erz\u00e4hlten \u00fcber ihre Arbeit. So habe ich viele Einblicke in die Arbeit einzelner Abteilungen bekommen.<\/p>\n<p><strong>Praktikum und Aufgaben<br \/><\/strong>Das Praktikum fing mit der Unterschrift meines Arbeitsvertrages. Nach einer kurzen Einf\u00fchrung in die Formalien, folgte eine gro\u00dfe Besprechungsrunde mit Vertretern der jeweiligen Abteilungen, wo ich mich vorgestellt habe. Danach wurde mir mein B\u00fcro gezeigt, das bis zum Umzug mir alleine zur Verf\u00fcgung stand. Sp\u00e4ter habe ich ein B\u00fcro mit einer Praktikantin aus dem Wirtschaftsreferat geteilt. Die offiziellen Arbeitszeiten in der Botschaft waren von 08:00 - 17:00. An manchen Tagen standen Abendveranstaltungen an, die ich dann nach der Arbeit besucht habe.<br \/>Der Dresscode war klassisch bis elegant. Bei Feierlichkeiten war der Dresscode etwas lockerer, allerdings sollte die Etikette immer gewahrt werden.<\/p>\n<p>Zu meinen weiteren Aufgaben geh\u00f6rte es, Protokolle zu schreiben. Ob interne Besprechungen, Botschaftsklausur oder externe Konferenzen, die schriftliche Arbeit machte einem gro\u00dfen Teil meiner Arbeit aus. Auch das Lesen der Berichte und Nachrichten geh\u00f6rte dazu. An drei Tagen in der Woche versammelte sich die Botschaft, um Termine und wichtige Themen zu besprechen. Daf\u00fcr hatte jedes Referat die wichtigsten Themen aus Wirtschaft, Kultur und Politik in Bulgarien noch mal aufgegriffen und mithilfe der bulgarischen Kollegen mit Expertise ausgewertet.<\/p>\n<p>Das Kultur- und- Pressereferat wurde von einer Vertreterin aus dem h\u00f6heren Dienst geleitet und in der Regel von drei Lokalbesch\u00e4ftigten unterst\u00fctzt. Es ist das gr\u00f6\u00dfte der drei Referate an der deutschen Botschaft in Sofia. Die Zust\u00e4ndigkeiten meiner Kolleginnen waren mir nicht ersichtlich. Ich bekam von allen meinen Kollegen Auftr\u00e4ge, die ich selbst\u00e4ndig erledigt habe. Viele Aufgaben habe ich per Mail bekommen, und genauso viele auch m\u00fcndlich, was ebenfalls die Einladungen f\u00fcr Termine angeht. Oft habe ich den \u00dcberblick \u00fcber meine Aufgaben verloren, weil es sehr chaotisch zuging und ich selten Fristen f\u00fcr Abgaben bekommen hatte. An dieser Stelle soll gesagt werden, dass eine Kollegin das Referat verlassen musste. Hinzu kommt der Umzug, der die Situation noch versch\u00e4rfte. Daraufhin wendete ich mich an meine Referatsleiterin und bat um klare Aufgabenstellung f\u00fcr mein Praktikum.<\/p>\n<p>In Absprache mit der Praktikumsleiterin sollte ich eine Kollegin bei der Betreuung der Social Media (SoMe) Kan\u00e4le unterst\u00fctzen. Daf\u00fcr dufte ich verschiedene Kollegen bei Veranstaltungen begleiten, um Bilder zu machen und sp\u00e4ter dar\u00fcber zu schreiben. Auf diesem Weg gelang es mir viele Einblicke in verschiedenen Arbeitsbereichen zu sammeln. Diese Erfahrung fand ich besonders lehrreich, denn so habe ich realistische Einblicke in die Arbeit des gehobenen Dienstes bekommen. Im Laufe meines Praktikums habe ich \u00fcber 100 Beitr\u00e4ge f\u00fcr SoMe erstellt.<\/p>\n<p>Zu meinen Zust\u00e4ndigkeiten z\u00e4hlte auch das Community-Management. Hier ging es um die Pflege des SoMe - Accounts, darunter die Bearbeitung der Kommentare und der eingehenden Nachrichten. Bei kritischen Kommentaren habe ich Entw\u00fcrfe f\u00fcr Antworten verfasst. Dabei orientierte ich mich an den \u201eLines to Take\u201c. Das sind offizielle Richtlinien des AA zu bestimmten Themen. Au\u00dferdem habe ich die Kommentarspalte moderiert und grenzwertige Aussagen gel\u00f6scht.<br \/>Zu wichtigen Ereignissen oder Themen wendete sich das AA mit Social Media Content an die Botschaft. Zum Jahrestag des Angriffskriegs in der Ukraine wurde ich beauftragt Videomaterial zu sichten und geeignete Videos auszusuchen. Bei den ausgew\u00e4hlten Beitr\u00e4gen habe ich mich um die \u00dcbersetzung gek\u00fcmmert und danach die bulgarischen Untertitel in die kurzen Videos eingef\u00fcgt. Dazu habe ich Begleittexte verfasst, die ich sp\u00e4ter zusammen in einem Beitrag auf SoMe ver\u00f6ffentlicht habe.<br \/>In einer anderen Aufgabe wurde ich angehalten eine Freiwilligen aus dem Weltw\u00e4rtsprogramm zu kontaktieren und mit ihr ein Video \u00fcber ihre Arbeit zu drehen. Bei dieser Aufgabe ging es darum, das von der Botschaft gef\u00f6rderte Programm in den SoMe zu pr\u00e4sentieren. Das Video habe ich selbst gedreht und geschnitten.<\/p>\n<p>Eine weitere Aufgabe war es zum Weltfrauentag ein Shapepic mit einem Zitat der Botschafterin zu gestalten. Daf\u00fcr habe ich die Botschafterin interviewt und Bilder gemacht. Die entstandenen Bilder versetzte ich mit den Zitaten aus den Interview und machte daraus mehrere Sharepics, die ich zum Weltfrauentag ver\u00f6ffentlichte.<br \/>Dar\u00fcber hinaus recherchierte ich zu weiblichen Vorbildern aus Deutschland und Bulgarien und habe kurze Beitr\u00e4ge dazu ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>In mein Praktikum fiel der Jahrestag des \u00c9lys\u00e9e-Vertrages, der ein wichtiges Datum in diplomatischen Kreisen markiere. Nach dem Rotationsprinzip wechselt sich die deutsche und die franz\u00f6sische Botschaft im Jahreszyklus mit der Organisation der Feierlichkeiten zum \u00c9lys\u00e9e-Vertrag ab. Als ich mein Praktikum begann, liefen die Vorbereitungen f\u00fcr die Feier bereits auf Hochtouren. Bei den letzten Vorbereitungen f\u00fcr das Bankett begleite ich meine Kolleginnen. Die Feier fand Ende Januar statt, in der sich hochrangige G\u00e4ste und Diplomaten versammelten. Zusammen mit meinen Kolleginnen hie\u00dfen wir die G\u00e4ste willkommen und nahmen die Einladungskarten entgegen.<\/p>\n<p>Mit den vielen Einblicken in die Vorbereitungen wurde mir deutlich, was f\u00fcr ein enormer Arbeits- und Organisationsaufwand hinter gro\u00dfen Veranstaltungen stehe. Vor allem deutlich geworden war mir das bei den Vorbereitungen f\u00fcr die Feierlichkeiten zum \u201eTag der Deutschen Einheit\u201c. Obwohl die Feier erst im Oktober stattfinden wird, wurden bereits im Februar die ersten \u00dcberlegungen angestellt und in M\u00e4rz die ersten organisatorischen Gespr\u00e4che gef\u00fchrt. Zus\u00e4tzlich wurde eine externe Kollegin eingestellt, die sich um die G\u00e4steliste und die Einladungen k\u00fcmmere.<br \/>Im Laufe meines Praktikums standen viele weitere Veranstaltungen an, die ich im Rahmen meiner SoMe Aufgabe besucht habe, die ich hier nicht erw\u00e4hnenswert finde.<\/p>\n<p>Ein wichtiger Teil der Arbeit im Kultur- und- Pressereferat war die F\u00f6rderung der deutschen Sprache im Gastland. Das gro\u00dfe Interesse an der deutschen Sprache in Bulgarien hatte mich \u00fcberrascht. In \u00fcber 30 bulgarischen Schulen gab es die M\u00f6glichkeit, das deutsche Abitur abzulegen. Dazu arbeitete das Referat mit Schulen, die die deutsche Sprache f\u00f6rderten, eng zusammen. Es wurden Wettbewerbe, Sch\u00fcleraustauschprogramme und weitere Projekte zur Sprachf\u00f6rderung von der Botschaft gef\u00f6rdert. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit begleitete ich das Kulturreferat bei verschiedenen Projekten. Beim landesweiten deutschsprachigen Theaterwettbewerb hatte ich das Referat bei der Organisation unterst\u00fctzt. F\u00fcr einen weiteren Wettbewerb hatte ich einen Entwurf f\u00fcr eine Rede geschrieben.<\/p>\n<p>Die enge Zusammenarbeit mit deutschsprachigen Schulen erm\u00f6glichte, dass die Botschaft viele Schulveranstaltungen wahrnahm. Zu den Feierlichkeiten der deutsch- franz\u00f6sischen Freundschaft an einer Fremdsprachenschule wurden die deutsche und die franz\u00f6sischen Delegation eingeladen, die ich ebenfalls im Rahmen meiner SoMe Aufgabe begleiten durfte. Umgekehrt \u00f6ffnete auch die Botschaft ihre T\u00fcren f\u00fcr Schulen und Berufsinteressierte. In diesem Zusammenhang wurden mehrere Veranstaltungen organisiert, in der sich der stellvertretende Botschafter Zeit f\u00fcr Fragen zum diplomatischen Dienst und der Arbeit an einer Botschaft nahm.<\/p>\n<p>Die Pflege von Partnern im Kultur und Bildungsbereich hatte einen hohen Stellenwert f\u00fcr die Botschaft. Daf\u00fcr veranstaltete die das Kultur- und -Pressereferat eine Reihe von Veranstaltungen. Beispielsweise lud die Botschafterin DAAD - Beauftragte und Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer aus Bulgarien und Rum\u00e4nien zu einem Empfang in der Residenz ein.<\/p>\n<p>Der akademische Austausch wurden von der Botschaft begleitet. F\u00fcr einer weiteren Aufgabe habe ich die Statistik zu deutsch-bulgarischen Wissenschaftkooperationen aktualisiert. Daf\u00fcr hatte ich eine Datenerhebung gemacht und im Rahmen meiner Recherche Zahlen bei Stiftungen und Kulturinstituten erfragt. In einer anderen Aufgabe besuchte ich online eine Informationsveranstaltung, die sich speziell der Zusammenarbeit zwischen dem AA und den deutschen Stiftungen im Ausland widmete. Dar\u00fcber schrieb ich einen kurzen Bericht.<\/p>\n<p>Des Weiteren begleitete ich meine Kollegen zu Konferenzen. Interessant fand ich, dass meistens ein Vertreter der Europ\u00e4ischen Kommission dabei war und bei Podiumsdiskussionen eine europ\u00e4ische Perspektive einbrachte. Beispielsweise beim Thema \u201eDemokratisierung der Digitalisierung\u201c entstand eine Diskussion mit der Frage: \u201eWie sich Bulgarien besser gegen Desinformation aufstellen kann?\u201c. Der \u201eDigital Service Act\u201c stand im Fokus im Kampf gegen Desinformation. Diskutiert wurde eine strengere Regulierung und eine konsequentere Strafverfolgung bei Verst\u00f6\u00dfen. Bulgarien gelte als stark anf\u00e4llig f\u00fcr Desinformation. Vor dem Hintergrund einer instabilen politischen Lage, trage Desinformation zur Destabilisierung bei, und stelle eine Bedrohung f\u00fcr die demokratische Ordnung dar. Deshalb war es auch f\u00fcr die Botschaft wichtig, Bulgarien im Kampf gegen Desinformation zu unterst\u00fctzen. Zusammen mit meinen Kolleginnen besuchte ich weitere Veranstaltungen zu diesem Thema. Hier halfen mir meine meine Kenntnissen aus den Vorlesungen und Seminaren weiter und halfen mir mich zurechtzufinden.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus begleitete ich meinen Kollegen bei Veranstaltungen aus dem Wirtschaftsreferat. Besonders interessant fand ich ein vom Wirtschaftsreferat organisiertes Treffen zum Thema F\u00f6rderung von Frauen in der Wirtschaft. Eingeladen war die bulgarische Organisation \u201eCouncil of Women in Business in Bulgaria\u201c, die sich f\u00fcr die F\u00f6rderung von Frauen in der Wirtschaft einsetzte. F\u00fcr mich war es sehr interessant zu sehen, wie sich die Situationen von Frauen in Bulgarien und in Deutschland unterschieden. Die unterschiedlichen Regelungen f\u00fcr Elternzeit, aber auch weitere Faktoren, wie Kinderbetreuung oder kultureller Hintergrund, wirken sich entsprechend auf die unterschiedlichen Arbeitssituation und Lebensrealit\u00e4t von Frauen aus.<\/p>\n<p><strong>Fazit<br \/><\/strong>Wenn ich an meine Zeit in Sofia denke, habe ich eine Vielzahl von positiven Erinnerungen in meinem Kopf. Ich habe interessante Menschen kennengelernt, Freundschaften geschlossen und spannende Gespr\u00e4che mit meinen Kollegen gef\u00fchrt. F\u00fcr diese Erfahrung bin ich sehr dankbar. Ich habe den Eindruck, auch pers\u00f6nlich ganz viel gelernt zu haben und werde meine Erfahrung aus dem Praktikum mit in die Zukunft nehmen.<\/p>\n<p>Besonders spannend fand ich es, durch die vielen Veranstaltungen Einblicke in Themenbereiche zu bekommen, mit den ich vorher nicht in Ber\u00fchrung gekommen war. Zum Beispiel hat mich ein Besuch einer NGO, die Betroffenen von Menschenhandel Hilfe leistet, sehr getroffen. Zusammen mit der NGO \u201eA21\u201c realisierte die Botschaft einen Film, der in Fl\u00fcchtlingscamps und unter besonders vulnerablen Gruppen gezeigt wurde. In einem Hintergrundgespr\u00e4ch mit der Organisation wurde mir klar, wie weit verbreitet das Ph\u00e4nomen sei und wie weit die Netzwerke von Menschenh\u00e4ndlern reichten. Auch wenn ich die Position einer \u201estillen Beobachterin\u201c einnahm, hat sich meine Sichtweise auf viele Themen ver\u00e4ndert, half mir dabei mich f\u00fcr andere Bereiche zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Mit dem Praktikum konnte ich mir die gestellte Frage, wie Diplomatie funktioniert, beantworten. Auch wenn ich in einer Abteilung gearbeitet habe, die nicht ganz meinen eigenen Diplomatiebegriff entsprach, habe ich miterlebt, wie V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung im Kleinen gestaltet wird. Der diplomatische Dienst bringt abwechslungsreiche und manchmal spannende Projekten mit sich, deren Organisation jedoch vor allem aus \u201eSchreibtischarbeit\u201d besteht.<\/p>\n<p>In meinem Praktikum erschien es mir, als sei die Kulturarbeit an der Botschaft stark mit der \u201eMarke Deutschland\u201c verbunden. Es ging viel um die Pflege vom makelloser Pr\u00e4sentation nach au\u00dfen. An dieser Stelle fehlte meiner Ansicht nach eine tiefgr\u00fcndige Auseinandersetzung mit Themen und die Reflexion des eigenen Handelns- und- Wirkens.<\/p>\n<p>Auf der andern Seite denke ich, dass aufgrund des Rotationsprinzips eine tiefe Auseinandersetzung mit der Kultur und Sprache nur eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich sein kann. Um als \u201eAugen und Ohren\u201c dienen zu k\u00f6nnen, denke ich, dass es mehr Zeit und mehr Auseinandersetzung mit dem Gastland brauche. Mit dem \u201eRotationsprinzip\u201c sind Entsandte verpflichtet, alle vier Jahre ihren Dienstort zu wechseln. Das Prinzip ist ein Routinevorgang und kann nur mit begr\u00fcndeten Ausnahmef\u00e4llen verk\u00fcrzt oder verl\u00e4ngert werden. Das Arbeitspensum im Ausw\u00e4rtigen Dienst erschien mir sehr intensiv zu sein.<br \/>Schlie\u00dflich wurde vorausgesetzt neben den offiziellen Arbeitszeiten bei Abendveranstaltungen zu erscheinen oder auch am Wochenende Arbeitstermine wahrzunehmen. Diese Arbeitsweise bringe viel Abwechslung mit sich, aber auch Zeitdruck und sehr lange Arbeitstage. Diese Arbeitsbedingungen sind aus meiner Perspektive schwer mit einer Familie vereinbar. Auch wenn die Verg\u00fctung sehr verlockend scheint, habe ich dank meines Praktikums festgestellt, dass dieses Modell nicht meinen Vorstellungen von einer erf\u00fcllenden beruflichen Laufbahn entspricht.<\/p>\n<p>Ich empfehle jedem, der Interesse am Ausw\u00e4rtigen Dienst hat, sich um ein Praktikum an einer deutschen Auslandsvertretung zu bewerben und sich eine eigene Meinung zu bilden, und andersherum, sich nicht f\u00fcrs Ausw\u00e4rtige Amt zu bewerben, ohne vorher sich einen Einblick in das Arbeitsfeld und entsprechende Strukturen verschafft zu haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"ShortCode_Div\"><link rel='stylesheet' id='osm-ol3-css-css' href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/OL\/10.9.0\/ol.css?ver=10.9.0&#038;ver=7.0' media='all' \/>\n<link rel='stylesheet' id='osm-ol3-ext-css-css' href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/css\/osm_map_v3.css?ver=1.0.0&#038;ver=7.0' media='all' \/>\n<link rel='stylesheet' id='osm-map-css-css' href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/css\/osm_map.css?ver=1.0.0&#038;ver=7.0' media='all' \/>\n<script id=\"wp-polyfill-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-includes\/js\/dist\/vendor\/wp-polyfill.min.js?ver=3.15.0\"><\/script>\n<script id=\"osm-ol3-library-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/OL\/10.9.0\/ol.js?ver=10.9.0\"><\/script>\n<script id=\"osm-ol3-ext-library-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/osm-v3-plugin-lib.js?ver=1.0.0\"><\/script>\n<script id=\"osm-ol3-metabox-events-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/osm-metabox-events.js?ver=1.0.0\"><\/script>\n<script id=\"jquery-core-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-includes\/js\/jquery\/jquery.min.js?ver=3.7.1\"><\/script>\n<script id=\"jquery-migrate-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-includes\/js\/jquery\/jquery-migrate.min.js?ver=3.4.1\"><\/script>\n<script id=\"osm-map-startup-js-extra\">\nvar translations = {\"openlayer\":\"open layer\",\"openlayerAtStartup\":\"open layer at startup\",\"generateLink\":\"link to this map with opened layers\",\"shortDescription\":\"short description\",\"generatedShortCode\":\"to get a text control link paste this code in your wordpress editor\",\"closeLayer\":\"close layer\",\"cantGenerateLink\":\"put this string in the existing map short code to control this map\"};\n\/\/# sourceURL=osm-map-startup-js-extra\n<\/script>\n<script id=\"osm-map-startup-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/osm-startup-lib.js?ver=V6.2.5\"><\/script>\n\n        <div id=\"map_ol3js_1\"\n       class=\"osm-map-container undefined\"\n             data-map_name=\"undefined\"\n             data-map=\"map_ol3js_1\"\n             data-autoshow=\"no\"\n             style=\"width:95%;\n                    max-width:100%;\n                    height:450px;\n                    display:block;\n                    overflow:hidden;\n                    border:2px solid grey;\n                    position: relative;\">\n          <div id=\"map_ol3js_1_popup\" class=\"ol-popup\">\n            <a href=\"#\" id=\"map_ol3js_1_popup-closer\" class=\"ol-popup-closer\"><\/a>\n            <div id=\"map_ol3js_1_popup-content\"><\/div>\n          <\/div>\n        <\/div>\n    <script type=\"text\/javascript\">\n\t\t\t  vectorM['map_ol3js_1'] = [];\n\t        \n        var raster = getTileLayer(\"osm\",\"NoKey\");\t\t\t\n\n\t\t\t  var map_ol3js_1 = new ol.Map({\n\t\t\t\tinteractions: ol.interaction.defaults.defaults({mouseWheelZoom:false}),\n\t\t\t\tlayers: [raster],\n\t\t\t\ttarget: \"map_ol3js_1\",\n\t\t\t\tview: new ol.View({\n\t\t\t\t  center: ol.proj.transform([22.9871,42.3398], \"EPSG:4326\", \"EPSG:3857\"),\n\t\t\t\t  zoom: 7.0\n\t\t\t\t})\n\t\t\t  });\n\t\t\t  addControls2Map(map_ol3js_1,0,0,3,0,5,6,7,1,1);\nosm_addPopupClickhandler(map_ol3js_1,  \"map_ol3js_1\"); 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Dieses Interesse wurde bei einem Besuch des Ausw\u00e4rtigen Amtes in Berlin geweckt, das ich im Rahmen eines Austauschprojektes in meiner Schulzeit besucht hatte. Dort bot sich die Gelegenheit, mit einem Diplomaten zu sprechen und ihm Fragen zu seinem Beruf zu stellen.<br \/>W\u00e4hrend meines Studiums der Integrierten Europastudien wurde dieses Interesse vor allem durch Politikveranstaltungen aus dem Bereich Internationale Beziehungen gest\u00e4rkt. Wie sieht \u201eDiplomatie\u201c \u00fcbersetzt in T\u00e4tigkeiten aus und wie werden zwischenstaatliche Beziehungen gepflegt? Dies waren die Fragen, die mich zu einer Bewerbung um einen Praktikumsplatz beim Ausw\u00e4rtigen Amt (AA) motivierten.<\/p><p><strong>Bewerbung<\/strong><br \/>Die Internetseite des AA bietet Auskunft zum Bewerbungsverfahren. Die Bewerbung verl\u00e4uft \u00fcber das Bewerbungsportal des AA. Dort werden viele Daten zur Person abgefragt, im Prinzip wie bei einem Lebenslauf, nur etwas ausf\u00fchrlicher. Die Motivation sollte in paar S\u00e4tzen geschildert werden und mit Zeugnissen best\u00e4tigt. Schlie\u00dflich d\u00fcrfen acht Wunschl\u00e4nder ausgew\u00e4hlt werden, in den man sich vorstellen das Praktikum zu machen. Die Bewerbung habe ich online in mehreren Schritten gemacht.<br \/>F\u00fcr ein Praktikum im Ausland empfiehlt das AA sich 6-12 Monate im Voraus zu bewerben. Die Zusage f\u00fcr mein Praktikum bekam ich f\u00fcnf Monate nach Einreichung meiner Bewerbung. Ich habe kein Vorstellungsgespr\u00e4ch gehabt und habe meine Praktikumsleiterin erst an meinem ersten Tag in der Botschaft kennengelernt. Die Kommunikation bis dahin verlief schriftlich \u00fcber das Sekretariat an der Botschaft.<\/p><p><strong>Vorbereitung<\/strong><br \/>Nach der Zusage beantragte ich als erstes das F\u00fchrungszeugnis. Es wurde ausdr\u00fccklich darauf hingewiesen, dass das F\u00fchrungszeugnis vor Beginn des Praktikums in der Botschaft eingegangen sein m\u00fcsse. Gleichzeitig beantragte ich die Erasmus+ F\u00f6rderung f\u00fcr Auslandspraktika. Da das Ausw\u00e4rtige Amt (AA) erst nach dem Praktikum die Verg\u00fctung auszahlt, war ich auf die F\u00f6rderung essenziell angewiesen. Dank der schnellen Bearbeitung des International Office und der Praktikumsbeauftragten am Institut der<\/p><p>Integrierten Europastudien, verlief alles reibungslos. Es gab auch die M\u00f6glichkeit eine F\u00f6rderung beim DAAD zu beantragen, die allerdings an Fristen gebunden war. Aufgrund der kurzfristigen Zusagen, konnte ich diese F\u00f6rderung nicht beantragen.<\/p><p><strong>Wohnung<\/strong><br \/>Ich hatte knapp ein Monat Zeit, mir eine Unterkunft in Sofia zu suchen und alles N\u00f6tige f\u00fcr das Praktikum zu organisieren. F\u00fcr mein Budget von 500\u20ac f\u00fcr ein Wg-Zimmer oder einem kleines Apartment, habe ich eine sehr begrenze Anzahl von Unterk\u00fcnften angeboten bekommen. Da es recht kurzfristig war und die meisten Vermieter ihre Wohnungen lieber langfristig vermieteten, verlief die Wohnungssuche schwierig. \u00dcber Airbnb habe ich ein sehr kleines Studio gefunden, das im Zentrum und nicht weit von der Arbeit lag.<\/p><p>Angekommen in Sofia entschloss ich mich aus dem Studio ausziehen, da ich Schimmel entdeckte und mich in dieser Wohnung nicht wohl f\u00fchlte. Vor\u00fcbergehend zog ich bei einer Referendarin aus der Botschaft ein, bis ich eine neue Unterkunft gefunden habe.<\/p><p>Tats\u00e4chlich hatte ich Gl\u00fcck gehabt und fand schnell eine kleine Wohnung. Die neue Wohnung war in einem Neubau in Studenski Grad. Da das Studenski Grad nur durch Busse angebunden war, musste ich mich von nun an auf l\u00e4ngere Fahrzeiten einstellen. In die Innenstand habe ich fast eine Stunde gebraucht und zur Arbeit knapp 45 min.<\/p><p>R\u00fcckblickend muss ich zugeben, dass ich mehr Zeit f\u00fcr die Wohnungssuche gebraucht h\u00e4tte. Da die Wohnungslage in Sofia angespannt ist, lohnt es sich fr\u00fchzeitig mit der Wohnungssuche anzufangen, um eine bezahlbare Wohnung im Zentrum zu finden.<\/p><p><strong>Das Leben im Sofia<\/strong><br \/>Abgesehen von der Wohnungssituation fand ich Sofia sehr angenehm zum Leben und Arbeiten. Die Stadt bot ein breites Freizeitangebot an sch\u00f6nen Parkanlagen und historischen Pl\u00e4tzen. Auch viele nette Caf\u00e9s und Restaurants luden zum Verweilen ein. Die traditionelle bulgarische K\u00fcche war pr\u00e4sent, allerdings gab es zahlreiche Alternativen zum Essen. Kenntnisse in der bulgarischen Sprache waren meiner Ansicht nach nicht unbedingt notwendig, da viele junge Menschen gutes Englisch und teilweise auch Deutsch sprechen. Allerdings traten im Alltag Situationen auf, wo es w\u00fcnschenswert w\u00e4re die Landessprache zu sprechen. Ich habe von meinen Kenntnissen in der bulgarischen Sprache sehr profitiert und konnte meinen Freunden damit weiterhelfen.<\/p><p><strong>Struktur und Arbeitsweise der Praktikumsstelle<\/strong><br \/>Die Deutsche Botschaft in Sofia befindet sich auf dem ehemaligen DDR Gel\u00e4nde. Dabei handelt es sich um ein abgegrenztes Gebiet, auf dem die Deutsche Botschaft, die alte Handelskammer und die Deutsche Schule ans\u00e4ssig sind. Aktuell finden auf dem Gel\u00e4nde viele Bauarbeiten statt, da viele Erneuerungen anstehen. Innerhalb meines Praktikums ist die Botschaft von der alten in die neue Kanzlei umgezogen.<\/p><p>Die Botschaft vertritt den deutschen Staat im Ausland, wahrt seine Interessen und sch\u00fctzt seine B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger im Gastland. Dabei ist die Botschaft den Weisungen des Ausw\u00e4rtigen Amtes unterstellt. Die Vertretung kann als \u201eAugen, Ohren und Stimme\" Deutschlands im Ausland bezeichnet werden. Die Botschaft agiert im Interesse des deutschen Staates und pflegt politische, wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen zu Bulgarien. Die Deutsche Botschaft in Sofia ist durch die Botschafterin Irene Plank vertreten.<\/p><p>An der Deutschen Botschaft in Sofia arbeiten rund 60 Besch\u00e4ftigte. Die Botschaft ist in drei Referate geteilt: das Politikreferat, Kultur- und- Presse, und das Wirtschaftsreferat. Das Politikreferat ist die wichtigste Abteilung in der Botschaft. Der Stellvertretender Botschafter in Sofia leitet das Politikreferat und ist f\u00fcr alle politischen und zwischenstaatlichen Angelegenheiten verantwortlich. Zusammen mit der Botschafterin, ist der stellvertretende Botschafter f\u00fcr die Kommunikation auf hochrangiger politische Ebene zust\u00e4ndig.<\/p><p>Die Kultur- und- Presseabteilung deckt ein breites Aufgabenfeld ab. Die Schwerpunkte der Ausw\u00e4rtigen Kultur- und Bildungspolitik sind die F\u00f6rderung des Kulturaustausches und der deutschen Sprache im Gastland. Das Kultur- und- Pressereferat betreibt Kulturarbeit und organisiert Veranstaltungen und Projekte, die den interkulturellen Austausch f\u00f6rdern. Dazu geh\u00f6rt auch die Pflege von einem Netzwerk aus Partnern, Stiftungen und NGO\u2019s.<br \/>Das Kultur-und-Pressereferat ist f\u00fcr das Auftreten der Deutschen Botschaft in der \u00d6ffentlichkeit zust\u00e4ndig. Neben der klassischen Kultur- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit, betreibt die Deutsche Botschaft in Sofia Social Media Kommunikation und ist das Aush\u00e4ngeschild der Botschaft.<\/p><p>Das Wirtschaftsreferat beobachtet die Wirtschaftspolitik und wirtschaftliche<br \/>Entwicklung des Landes. Das Referat arbeitet eng mit der deutsch-bulgarischen Industrie- und- Handelskammer zusammen. Das Ziel ist es einen nachhaltigen wirtschaftlichen Ausbau in Bulgarien zu unterst\u00fctzen und die Zusammenarbeit der deutschen und bulgarischen Partner zu st\u00e4rken.<br \/>Die Agenda des Referat befasst sich au\u00dferdem mit dem Thema Gender auf dem Gebiet der Wirtschaft. Dabei unterst\u00fctzt das Wirtschaftsreferat Netzwerke und Organisationen, die die Gleichstellung und die Rolle der Frauen in der Wirtschaft st\u00e4rken.<\/p><p>Im Konsulat werden alle Fragen zum Visa- und- Passangelegenheiten gekl\u00e4rt. Diese Abteilung ist abgetrennt von der g\u00e4ngigen Arbeit der Botschaft, da sie eine Einheit bildet und sich durch eine eigene Arbeitsweise auszeichnet.<\/p><p>Die Verwaltung ist neben der diplomatischen Arbeit und dem Konsulat eine weitere wichtige S\u00e4ule der Botschaft. Die Verwaltung sorgt f\u00fcr das einwandfreie Funktionieren der Au\u00dfenstelle. Hierzu z\u00e4hlen Personalangelegenheiten, Rechtliches und alle Zust\u00e4ndigkeiten rund um die Kanzlei. Die Kanzlerin ist die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Leiterin der Verwaltung.<\/p><p>Die \u201eBlaulichtfraktion\u201c zusammen mit dem Milit\u00e4rattach\u00e9 analysieren<br \/>und bewertet die Sicherheitslage des Gastlandes und der gesamten Region. Ihre Hauptaufgabe ist es zusammen mit ihren bulgarischen Partnern einen Beitrag zu Sicherheit des Landes und der EU zu leisten. In der Botschaft arbeiten Zollbeamte, Bundespolizisten und Bundeskriminalbeamte zusammen. Zu ihrem Aufgaben z\u00e4hlt, unter anderem, Bulgarien bei der Integration in den Schengen-Raum zu unterst\u00fctzen.<br \/>Dar\u00fcber hinaus stellt die EU- Au\u00dfengrenze einen besonderen Fall die Sicherheitsbeauftragten dar.<\/p><p>An der Botschaft arbeiten Diplomaten und Lokalbesch\u00e4ftigte Hand in Hand zusammen. Die meisten besch\u00e4ftigten an der Botschaften stellen die Gesandten aus Deutschland dar. Das Frau\/Mann Verh\u00e4ltnis erschien mir ausgeglichen. Au\u00dfer in gewissen Abteilungen, wo eher \u201eklassische\u201c Berufe von Frauen oder von M\u00e4nnern vertreten waren. Z.B. war das Kulturreferat nur von Frauen besetzt und die \u201eBlaulichtfraktion\u201c nur von M\u00e4nnern vertreten. Was ich sehr positiv hervorheben m\u00f6chte, ist die F\u00f6rderung von Frauen in F\u00fchrungspositionen. An dieser Stelle ist mir auch aufgefallen, dass das Thema Diversit\u00e4t<\/p><p>an dieser Au\u00dfenvertretung wenig Beachtung bekam. Meinem Eindruck nach, haben nur einzelne wenige Entsandte eine Migrationsgeschichte. Auch das Thema Gender, fand meiner Meinung nach, nicht ausreichend Anerkennung.<br \/>Das Arbeitsklima an der Botschaft empfand ich als positiv. Viele Kollegen \u00f6ffneten mir ihre T\u00fcren und erz\u00e4hlten \u00fcber ihre Arbeit. So habe ich viele Einblicke in die Arbeit einzelner Abteilungen bekommen.<\/p><p><strong>Praktikum und Aufgaben<\/strong><br \/>Das Praktikum fing mit der Unterschrift meines Arbeitsvertrages. Nach einer kurzen Einf\u00fchrung in die Formalien, folgte eine gro\u00dfe Besprechungsrunde mit Vertretern der jeweiligen Abteilungen, wo ich mich vorgestellt habe. Danach wurde mir mein B\u00fcro gezeigt, das bis zum Umzug mir alleine zur Verf\u00fcgung stand. Sp\u00e4ter habe ich ein B\u00fcro mit einer Praktikantin aus dem Wirtschaftsreferat geteilt. Die offiziellen Arbeitszeiten in der Botschaft waren von 08:00 - 17:00. An manchen Tagen standen Abendveranstaltungen an, die ich dann nach der Arbeit besucht habe.<br \/>Der Dresscode war klassisch bis elegant. Bei Feierlichkeiten war der Dresscode etwas lockerer, allerdings sollte die Etikette immer gewahrt werden.<\/p><p>Zu meinen weiteren Aufgaben geh\u00f6rte es, Protokolle zu schreiben. Ob interne Besprechungen, Botschaftsklausur oder externe Konferenzen, die schriftliche Arbeit machte einem gro\u00dfen Teil meiner Arbeit aus. Auch das Lesen der Berichte und Nachrichten geh\u00f6rte dazu. An drei Tagen in der Woche versammelte sich die Botschaft, um Termine und wichtige Themen zu besprechen. Daf\u00fcr hatte jedes Referat die wichtigsten Themen aus Wirtschaft, Kultur und Politik in Bulgarien noch mal aufgegriffen und mithilfe der bulgarischen Kollegen mit Expertise ausgewertet.<\/p><p>Das Kultur- und- Pressereferat wurde von einer Vertreterin aus dem h\u00f6heren Dienst geleitet und in der Regel von drei Lokalbesch\u00e4ftigten unterst\u00fctzt. Es ist das gr\u00f6\u00dfte der drei Referate an der deutschen Botschaft in Sofia. Die Zust\u00e4ndigkeiten meiner Kolleginnen waren mir nicht ersichtlich. Ich bekam von allen meinen Kollegen Auftr\u00e4ge, die ich selbst\u00e4ndig erledigt habe. Viele Aufgaben habe ich per Mail bekommen, und genauso viele auch m\u00fcndlich, was ebenfalls die Einladungen f\u00fcr Termine angeht. Oft habe ich den \u00dcberblick \u00fcber meine Aufgaben verloren, weil es sehr chaotisch zuging und ich selten Fristen f\u00fcr Abgaben bekommen hatte. An dieser Stelle soll gesagt werden, dass eine Kollegin das Referat verlassen musste. Hinzu kommt der Umzug, der die Situation noch versch\u00e4rfte. Daraufhin wendete ich mich an meine Referatsleiterin und bat um klare Aufgabenstellung f\u00fcr mein Praktikum.<\/p><p>In Absprache mit der Praktikumsleiterin sollte ich eine Kollegin bei der Betreuung der Social Media (SoMe) Kan\u00e4le unterst\u00fctzen. Daf\u00fcr dufte ich verschiedene Kollegen bei Veranstaltungen begleiten, um Bilder zu machen und sp\u00e4ter dar\u00fcber zu schreiben. Auf diesem Weg gelang es mir viele Einblicke in verschiedenen Arbeitsbereichen zu sammeln. Diese Erfahrung fand ich besonders lehrreich, denn so habe ich realistische Einblicke in die Arbeit des gehobenen Dienstes bekommen. Im Laufe meines Praktikums habe ich \u00fcber 100 Beitr\u00e4ge f\u00fcr SoMe erstellt.<\/p><p>Zu meinen Zust\u00e4ndigkeiten z\u00e4hlte auch das Community-Management. Hier ging es um die Pflege des SoMe - Accounts, darunter die Bearbeitung der Kommentare und der eingehenden Nachrichten. Bei kritischen Kommentaren habe ich Entw\u00fcrfe f\u00fcr Antworten verfasst. Dabei orientierte ich mich an den \u201eLines to Take\u201c. Das sind offizielle Richtlinien des AA zu bestimmten Themen. Au\u00dferdem habe ich die Kommentarspalte moderiert und grenzwertige Aussagen gel\u00f6scht.<br \/>Zu wichtigen Ereignissen oder Themen wendete sich das AA mit Social Media Content an die Botschaft. Zum Jahrestag des Angriffskriegs in der Ukraine wurde ich beauftragt Videomaterial zu sichten und geeignete Videos auszusuchen. Bei den ausgew\u00e4hlten Beitr\u00e4gen habe ich mich um die \u00dcbersetzung gek\u00fcmmert und danach die bulgarischen Untertitel in die kurzen Videos eingef\u00fcgt. Dazu habe ich Begleittexte verfasst, die ich sp\u00e4ter zusammen in einem Beitrag auf SoMe ver\u00f6ffentlicht habe.<br \/>In einer anderen Aufgabe wurde ich angehalten eine Freiwilligen aus dem Weltw\u00e4rtsprogramm zu kontaktieren und mit ihr ein Video \u00fcber ihre Arbeit zu drehen. Bei dieser Aufgabe ging es darum, das von der Botschaft gef\u00f6rderte Programm in den SoMe zu pr\u00e4sentieren. Das Video habe ich selbst gedreht und geschnitten.<\/p><p>Eine weitere Aufgabe war es zum Weltfrauentag ein Shapepic mit einem Zitat der Botschafterin zu gestalten. Daf\u00fcr habe ich die Botschafterin interviewt und Bilder gemacht. Die entstandenen Bilder versetzte ich mit den Zitaten aus den Interview und machte daraus mehrere Sharepics, die ich zum Weltfrauentag ver\u00f6ffentlichte.<br \/>Dar\u00fcber hinaus recherchierte ich zu weiblichen Vorbildern aus Deutschland und Bulgarien und habe kurze Beitr\u00e4ge dazu ver\u00f6ffentlicht.<\/p><p>In mein Praktikum fiel der Jahrestag des \u00c9lys\u00e9e-Vertrages, der ein wichtiges Datum in diplomatischen Kreisen markiere. Nach dem Rotationsprinzip wechselt sich die deutsche und die franz\u00f6sische Botschaft im Jahreszyklus mit der Organisation der Feierlichkeiten zum \u00c9lys\u00e9e-Vertrag ab. Als ich mein Praktikum begann, liefen die Vorbereitungen f\u00fcr die Feier bereits auf Hochtouren. Bei den letzten Vorbereitungen f\u00fcr das Bankett begleite ich meine Kolleginnen. Die Feier fand Ende Januar statt, in der sich hochrangige G\u00e4ste und Diplomaten versammelten. Zusammen mit meinen Kolleginnen hie\u00dfen wir die G\u00e4ste willkommen und nahmen die Einladungskarten entgegen.<\/p><p>Mit den vielen Einblicken in die Vorbereitungen wurde mir deutlich, was f\u00fcr ein enormer Arbeits- und Organisationsaufwand hinter gro\u00dfen Veranstaltungen stehe. Vor allem deutlich geworden war mir das bei den Vorbereitungen f\u00fcr die Feierlichkeiten zum \u201eTag der Deutschen Einheit\u201c. Obwohl die Feier erst im Oktober stattfinden wird, wurden bereits im Februar die ersten \u00dcberlegungen angestellt und in M\u00e4rz die ersten organisatorischen Gespr\u00e4che gef\u00fchrt. Zus\u00e4tzlich wurde eine externe Kollegin eingestellt, die sich um die G\u00e4steliste und die Einladungen k\u00fcmmere.<br \/>Im Laufe meines Praktikums standen viele weitere Veranstaltungen an, die ich im Rahmen meiner SoMe Aufgabe besucht habe, die ich hier nicht erw\u00e4hnenswert finde.<\/p><p>Ein wichtiger Teil der Arbeit im Kultur- und- Pressereferat war die F\u00f6rderung der deutschen Sprache im Gastland. Das gro\u00dfe Interesse an der deutschen Sprache in Bulgarien hatte mich \u00fcberrascht. In \u00fcber 30 bulgarischen Schulen gab es die M\u00f6glichkeit, das deutsche Abitur abzulegen. Dazu arbeitete das Referat mit Schulen, die die deutsche Sprache f\u00f6rderten, eng zusammen. Es wurden Wettbewerbe, Sch\u00fcleraustauschprogramme und weitere Projekte zur Sprachf\u00f6rderung von der Botschaft gef\u00f6rdert. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit begleitete ich das Kulturreferat bei verschiedenen Projekten. Beim landesweiten deutschsprachigen Theaterwettbewerb hatte ich das Referat bei der Organisation unterst\u00fctzt. F\u00fcr einen weiteren Wettbewerb hatte ich einen Entwurf f\u00fcr eine Rede geschrieben.<\/p><p>Die enge Zusammenarbeit mit deutschsprachigen Schulen erm\u00f6glichte, dass die Botschaft viele Schulveranstaltungen wahrnahm. Zu den Feierlichkeiten der deutsch- franz\u00f6sischen Freundschaft an einer Fremdsprachenschule wurden die deutsche und die franz\u00f6sischen Delegation eingeladen, die ich ebenfalls im Rahmen meiner SoMe Aufgabe begleiten durfte. Umgekehrt \u00f6ffnete auch die Botschaft ihre T\u00fcren f\u00fcr Schulen und Berufsinteressierte. In diesem Zusammenhang wurden mehrere Veranstaltungen organisiert, in der sich der stellvertretende Botschafter Zeit f\u00fcr Fragen zum diplomatischen Dienst und der Arbeit an einer Botschaft nahm.<\/p><p>Die Pflege von Partnern im Kultur und Bildungsbereich hatte einen hohen Stellenwert f\u00fcr die Botschaft. Daf\u00fcr veranstaltete die das Kultur- und -Pressereferat eine Reihe von Veranstaltungen. Beispielsweise lud die Botschafterin DAAD - Beauftragte und Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer aus Bulgarien und Rum\u00e4nien zu einem Empfang in der Residenz ein.<\/p><p>Der akademische Austausch wurden von der Botschaft begleitet. F\u00fcr einer weiteren Aufgabe habe ich die Statistik zu deutsch-bulgarischen Wissenschaftkooperationen aktualisiert. Daf\u00fcr hatte ich eine Datenerhebung gemacht und im Rahmen meiner Recherche Zahlen bei Stiftungen und Kulturinstituten erfragt. In einer anderen Aufgabe besuchte ich online eine Informationsveranstaltung, die sich speziell der Zusammenarbeit zwischen dem AA und den deutschen Stiftungen im Ausland widmete. Dar\u00fcber schrieb ich einen kurzen Bericht.<\/p><p>Des Weiteren begleitete ich meine Kollegen zu Konferenzen. Interessant fand ich, dass meistens ein Vertreter der Europ\u00e4ischen Kommission dabei war und bei Podiumsdiskussionen eine europ\u00e4ische Perspektive einbrachte. Beispielsweise beim Thema \u201eDemokratisierung der Digitalisierung\u201c entstand eine Diskussion mit der Frage: \u201eWie sich Bulgarien besser gegen Desinformation aufstellen kann?\u201c. Der \u201eDigital Service Act\u201c stand im Fokus im Kampf gegen Desinformation. Diskutiert wurde eine strengere Regulierung und eine konsequentere Strafverfolgung bei Verst\u00f6\u00dfen. Bulgarien gelte als stark anf\u00e4llig f\u00fcr Desinformation. Vor dem Hintergrund einer instabilen politischen Lage, trage Desinformation zur Destabilisierung bei, und stelle eine Bedrohung f\u00fcr die demokratische Ordnung dar. Deshalb war es auch f\u00fcr die Botschaft wichtig, Bulgarien im Kampf gegen Desinformation zu unterst\u00fctzen. Zusammen mit meinen Kolleginnen besuchte ich weitere Veranstaltungen zu diesem Thema. Hier halfen mir meine meine Kenntnissen aus den Vorlesungen und Seminaren weiter und halfen mir mich zurechtzufinden.<\/p><p>Dar\u00fcber hinaus begleitete ich meinen Kollegen bei Veranstaltungen aus dem Wirtschaftsreferat. Besonders interessant fand ich ein vom Wirtschaftsreferat organisiertes Treffen zum Thema F\u00f6rderung von Frauen in der Wirtschaft. Eingeladen war die bulgarische Organisation \u201eCouncil of Women in Business in Bulgaria\u201c, die sich f\u00fcr die<\/p><p>F\u00f6rderung von Frauen in der Wirtschaft einsetzte. F\u00fcr mich war es sehr interessant zu sehen, wie sich die Situationen von Frauen in Bulgarien und in Deutschland unterschieden. Die unterschiedlichen Regelungen f\u00fcr Elternzeit, aber auch weitere Faktoren, wie Kinderbetreuung oder kultureller Hintergrund, wirken sich entsprechend auf die unterschiedlichen Arbeitssituation und Lebensrealit\u00e4t von Frauen aus.<\/p><p><strong>Fazit<\/strong><br \/>Wenn ich an meine Zeit in Sofia denke, habe ich eine Vielzahl von positiven Erinnerungen in meinem Kopf. Ich habe interessante Menschen kennengelernt, Freundschaften geschlossen und spannende Gespr\u00e4che mit meinen Kollegen gef\u00fchrt. F\u00fcr diese Erfahrung bin ich sehr dankbar. Ich habe den Eindruck, auch pers\u00f6nlich ganz viel gelernt zu haben und werde meine Erfahrung aus dem Praktikum mit in die Zukunft nehmen.<\/p><p>Besonders spannend fand ich es, durch die vielen Veranstaltungen Einblicke in Themenbereiche zu bekommen, mit den ich vorher nicht in Ber\u00fchrung gekommen war. Zum Beispiel hat mich ein Besuch einer NGO, die Betroffenen von Menschenhandel Hilfe leistet, sehr getroffen. Zusammen mit der NGO \u201eA21\u201c realisierte die Botschaft einen Film, der in Fl\u00fcchtlingscamps und unter besonders vulnerablen Gruppen gezeigt wurde. In einem Hintergrundgespr\u00e4ch mit der Organisation wurde mir klar, wie weit verbreitet das Ph\u00e4nomen sei und wie weit die Netzwerke von Menschenh\u00e4ndlern reichten. Auch wenn ich die Position einer \u201estillen Beobachterin\u201c einnahm, hat sich meine Sichtweise auf viele Themen ver\u00e4ndert, half mir dabei mich f\u00fcr andere Bereiche zu \u00f6ffnen.<\/p><p>Mit dem Praktikum konnte ich mir die gestellte Frage, wie Diplomatie funktioniert, beantworten. Auch wenn ich in einer Abteilung gearbeitet habe, die nicht ganz meinen eigenen Diplomatiebegriff entsprach, habe ich miterlebt, wie V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung im Kleinen gestaltet wird. Der diplomatische Dienst bringt abwechslungsreiche und manchmal spannende Projekten mit sich, deren Organisation jedoch vor allem aus \u201eSchreibtischarbeit\u201d besteht.<\/p><p>In meinem Praktikum erschien es mir, als sei die Kulturarbeit an der Botschaft stark mit der \u201eMarke Deutschland\u201c verbunden. Es ging viel um die Pflege vom makelloser Pr\u00e4sentation nach au\u00dfen. An dieser Stelle fehlte meiner Ansicht nach eine tiefgr\u00fcndige Auseinandersetzung mit Themen und die Reflexion des eigenen Handelns- und- Wirkens.<\/p><p>Auf der andern Seite denke ich, dass aufgrund des Rotationsprinzips eine tiefe Auseinandersetzung mit der Kultur und Sprache nur eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich sein kann. Um als \u201eAugen und Ohren\u201c dienen zu k\u00f6nnen, denke ich, dass es mehr Zeit und mehr Auseinandersetzung mit dem Gastland brauche. Mit dem \u201eRotationsprinzip\u201c sind Entsandte verpflichtet, alle vier Jahre ihren Dienstort zu wechseln. Das Prinzip ist ein Routinevorgang und kann nur mit begr\u00fcndeten Ausnahmef\u00e4llen verk\u00fcrzt oder verl\u00e4ngert werden. Das Arbeitspensum im Ausw\u00e4rtigen Dienst erschien mir sehr intensiv zu sein.<br \/>Schlie\u00dflich wurde vorausgesetzt neben den offiziellen Arbeitszeiten bei Abendveranstaltungen zu erscheinen oder auch am Wochenende Arbeitstermine wahrzunehmen. Diese Arbeitsweise bringe viel Abwechslung mit sich, aber auch Zeitdruck und sehr lange Arbeitstage. Diese Arbeitsbedingungen sind aus meiner Perspektive schwer mit einer Familie vereinbar. Auch wenn die Verg\u00fctung sehr verlockend scheint, habe ich dank meines Praktikums festgestellt, dass dieses Modell nicht meinen Vorstellungen von einer erf\u00fcllenden beruflichen Laufbahn entspricht.<\/p><p>Ich empfehle jedem, der Interesse am Ausw\u00e4rtigen Dienst hat, sich um ein Praktikum an einer deutschen Auslandsvertretung zu bewerben und sich eine eigene Meinung zu bilden, und andersherum, sich nicht f\u00fcrs Ausw\u00e4rtige Amt zu bewerben, ohne vorher sich einen Einblick in das Arbeitsfeld und entsprechende Strukturen verschafft zu haben.<\/p><p>\u00a0<\/p><div id=\"ShortCode_Div\">[osm_map_v3 map_center=\"42.3398,22.9871\" zoom=\"7.0\" width=\"95%\" height=\"450\" post_markers=\"1\" control=\"fullscreen\"]<\/div>","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,342721,1014455,356669,368865,653],"tags":[572065,1014456,639493,572051],"class_list":["post-8799","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-berichte","category-bulgarien","category-laender","category-outgoing","category-praktikum","tag-botschaft","tag-bulgarien","tag-diplomatischer-dienst","tag-integrierte-europastudien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8799","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9117"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8799"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8799\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8807,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8799\/revisions\/8807"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8800"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8799"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8799"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8799"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}