

{"id":8622,"date":"2024-05-11T18:08:31","date_gmt":"2024-05-11T16:08:31","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/?p=8622"},"modified":"2024-05-11T18:08:33","modified_gmt":"2024-05-11T16:08:33","slug":"isola-des-giglio-praktikum-in-meeresbiologischer-umweltbildung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/2024\/05\/11\/isola-des-giglio-praktikum-in-meeresbiologischer-umweltbildung\/","title":{"rendered":"Isola des Giglio: Praktikum in meeresbiologischer Umweltbildung"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Als Biologiestudierende, die sich am Ende ihres Bachelorstudiums befindet, stellt sich allm\u00e4hlich die Frage, in welche berufliche Richtung es gehen kann. In den letzten beiden Semestern hatte ich die Gelegenheit, an einem meeresbiologischen Masterprogramm in Nordspanien teilzunehmen, das sich vorwiegend auf den Schutz der marinen Umwelt konzentrierte. Dies weckte mein Interesse daran, die theoretischen Konzepte in die Praxis umzusetzen. Aus diesem Grund entschied ich mich f\u00fcr das Institut f\u00fcr marine Biologie (IfMB) auf der Insel Giglio, da es einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt, Theorie und praktische Erfahrungen zu verbinden. Des Weiteren liegt ihre Zielgruppe bei jungen Menschen aus h\u00f6heren Schulklassen, wie oft postuliert in environmental Education Ans\u00e4tzen. Meine Hauptaufgaben bestanden darin, Schnorcheltouren zu leiten, meeresbiologische Kurse zu begleiten (einschlie\u00dflich der Vorbereitung und Nachbereitung), sowie Gep\u00e4cktransporte und Aufr\u00e4umarbeiten durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Vorbereitung:<br \/>\n<\/strong>Mein dreimonatiges Praktikum am IfMB auf der kleinen Insel Giglio begann mit dem Bewerbungsprozess. Da ich mich bereits im vorherigen Jahr mit der Stelle besch\u00e4ftigte, hatte ich mich mit den geforderten Qualifikationen (siehe Website vom IfMB) bereits im Fr\u00fchjahr 2022 auseinandergesetzt. Ein Praktikum am IfMB erfordert unter anderem ein Sportbootf\u00fchrerschein See und Rettungsschwimmer Silber, welche Zeit in Anspruch nehmen. Die Finanzierung eines unbezahlten Praktikums kann \u00fcber Erasmus erm\u00f6glicht werden, allerdings k\u00f6nnen die b\u00fcrokratischen Formalit\u00e4ten ebenfalls Zeit beanspruchen.<br \/>\nVor der Anreise war eine gr\u00fcndliche Vorbereitung auf das lokale \u00d6kosystem mithilfe von zugesandten Artenlisten und B\u00fcchern notwendig und ausdr\u00fccklich erw\u00fcnscht.<\/p>\n<p><strong>Anreise:<br \/>\n<\/strong>Die Insel liegt nur wenige Kilometer von der toskanischen Westk\u00fcste entfernt, jedoch gestaltet sich die Anreise mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln recht zeitaufwendig. Die Zugverbindung \u00fcber Rom ist bei fr\u00fchzeitiger Buchung zu empfehlen. Von dort aus fahren verschiedene Nahverkehrsz\u00fcge bis zum Zielbahnhof Orbetello-Monte Argentario, von wo aus der lokale Bus einen zum Hafen bringt. Die F\u00e4hrfahrt von Porto Santo Stefano bis Porto auf Giglio verl\u00e4uft unkompliziert (Tickets k\u00f6nnen vor Ort oder online erworben werden). Die einst\u00fcndige \u00dcberfahrt auf dem Au\u00dfendeck verging wie im Flug.<br \/>\nDie Reisezeit allein ist schon ein Erlebnis und wer auf die Insel kommt und Sch\u00fcler*innen von Nachhaltigkeit erz\u00e4hlen m\u00f6chte, sollte nach M\u00f6glichkeit eine fliegende Anreise vermeiden.<\/p>\n<p><strong>Die Insel:<br \/>\n<\/strong>Giglio umfasst neben dem Hafenst\u00e4dtchen Porto auch das Castello auf der Inselkuppe und die Tourismusbucht Campese, in der sich das Institut befindet. Die klassische mediterrane Kulisse wird von einer kleinen Stra\u00dfe durchzogen, die alle Orte miteinander verbindet. Bei klarem Wetter sind von die Nachbarinseln Montecristo, Elba und Korsika zu ersp\u00e4hen. Au\u00dferhalb der Hauptsaison (Mitte Juli - Mitte September) wirkte die Insel recht beschaulich, aber sobald die italienischen Ferienzeiten beginnen, str\u00f6men die Menschen an den Strand. Aufgrund seiner Lage im westlichen Mittelmeerraum verf\u00fcgt Giglio \u00fcber ein oligotrophes und biodiverses Meeresgebiet, was den Tauch- und Schnorcheltourismus f\u00f6rdert. Doch nicht nur das Meer, sondern auch die Landschaft der Insel bietet zahlreiche M\u00f6glichkeiten f\u00fcr sch\u00f6ne Wanderungen.<\/p>\n<p><strong>Das Institut und der Arbeitsalltag:<br \/>\n<\/strong>Das Institut f\u00fcr marine Biologie wurde 1988 gegr\u00fcndet und wird seit 2016 von der Institutsleiterin Jenny Tu\u010dek und dem Institutsleiter Mischa Schwarzmeier (seit 2018) geleitet. Der Schwerpunkt des Instituts liegt auf der marinen Umweltbildung, bei der jungen Menschen die biologischen Zusammenh\u00e4nge, die Artenvielfalt und die \u00f6kologische Bedeutung menschlicher Einfl\u00fcsse im Mittelmeer n\u00e4hergebracht werden sollen. Die 5-t\u00e4gigen Kurse finden in versetzten Zeitspannen am Vormittag und am Nachmittag statt. An jedem Tag werden theoretische Konzepte zu bestimmten Themen eingef\u00fchrt, gefolgt von praktischer Tierbestimmung lebender Organismen. Die gesammelten Informationen werden anschlie\u00dfend besprochen, und die gewonnenen Ergebnisse werden den anderen Teilnehmern pr\u00e4sentiert. Das Ziel besteht darin, ein umfassendes Verst\u00e4ndnis der jeweiligen Lebensr\u00e4ume oder Taxa zu vermitteln. Die Kurse sind haupts\u00e4chlich auf deutschsprachige Schulklassen ausgerichtet, k\u00f6nnen jedoch bei Bedarf auch auf Englisch abgehalten werden.<\/p>\n<p>Eine typische Arbeitswoche f\u00fcr uns Assistent*innen sah folgenderma\u00dfen aus:<br \/>\nDie Woche beginnt am Samstag mit den zahlreichen Gep\u00e4cktransporten von Porto nach Campese. Parallel sind noch letzte Aufr\u00e4um- und Reinigungsarbeiten zu erledigen In der Regel begannen die Kurse sonntags (Schwerpunkt: Echinodermata). Alle, die nicht im Kurs assistieren, waren f\u00fcr die Ausr\u00fcstung der Sch\u00fcler*innen mit ABC-Ausgaben verantwortlich. Im September konnten das bis zu 9 Klassen sein, die nacheinander mit Neoprenanz\u00fcgen, Masken, Schnorcheln und Flossen auszustatten sind.<\/p>\n<p>Montag und Dienstag sind die Kurstage zu Sedimentboden und Hartboden zu begleiten, bzw. Echino-Kurstage bei versetzten Zeiten. Montag und Dienstag begleiteten wir die Kurse zu Sedimentb\u00f6den und Hartb\u00f6den sowie die Echino-Kurstage zu verschiedenen Zeiten. Die Vorbereitung der Kurse umfasste nicht nur das Zusammenstellen von Schalen mit Organismen aus der H\u00e4lterung (einem gek\u00fchlten Aquarium), sondern auch das Sammeln von Sandproben aus dem Hafen und das Ziehen von Plankton bei Sonnenaufgang. In den Kursen selbst halfen wir den Sch\u00fcler*innen bei der Bestimmung der Organismen und unterst\u00fctzten sie bei der Suche nach relevanten Informationen. Dies erforderte nicht nur einen angemessenen Umgang mit den Sch\u00fcler*innen, sondern auch eine gute Kenntnis der Bestimmungsb\u00fccher sowie der Systematik und Anatomie der Kursorganismen. In der Nachbesprechung bestand unsere Arbeit darin, die Organismen im Video-Binokular passend zur Diskussion zu pr\u00e4sentieren und gew\u00fcnschte Details zu zeigen. Nach Kursende sind die Organismen wieder in der H\u00e4lterung zu versorgen und die Kursr\u00e4ume aufzur\u00e4umen.<\/p>\n<p>Mittwochs standen oft die von den Praktikant*innen gef\u00fchrten Schnorcheltouren an bei denen wir uns zwar an einen Leitfaden halten mussten, aber auch individuelle Interessen einflie\u00dfen lassen konnten. Dabei betreuten wir Gruppen von bis zu 10 Sch\u00fcler*innen und f\u00fchrten bei vielen Klassen bis zu drei Touren pro Tag durch.<\/p>\n<p>Der Donnerstag war f\u00fcr den Kurstag \u201eVernetzte Welt\u201c vorgesehen, in dem globale Zusammenh\u00e4nge, Nahrungsnetze und anthropogene Einfl\u00fcsse behandelt wurden.<\/p>\n<p>Freitag war Abreisetag und gleichzeitig gro\u00dfer Reinigungstag. Es war vorgesehen, dass die Assistent*innen einen freien Tag pro Woche hatten, der auf Freitag und Samstag verteilt war.<\/p>\n<p>Da viele Klassen gerne auch Nachtschnorchel ausprobieren wollten, lag es an uns Assistent*innen, diese eigenst\u00e4ndig zu organisieren und durchzuf\u00fchren, was mit einem kleinen Taschengeld honoriert wird.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich zu den meeresbiologischen Kursvorbereitungen und -nachbereitungen waren w\u00f6chentlich wechselnde Arbeiten zu erledigen, wie die Versorgung der Organismen in der H\u00e4lterung. Dies umfasste Wasserwechsel, F\u00fctterung, Gesundheitschecks und \u00e4hnliches. Dar\u00fcber hinaus waren auch Aufgaben wie W\u00e4schewaschen und die Reinigung des Schnorchellagers und der Tauchbasis zu erledigen.<\/p>\n<p>Der Arbeitsaufwand hing von der Anzahl der Klassen ab und variierte daher von Woche zu Woche. In der Hauptsaison kam es zu einigen \u00dcberstunden, die nach M\u00f6glichkeit in ruhigeren Wochen ausgeglichen werden konnten.<\/p>\n<p><strong>Unterkunft und Lebensstruktur:<br \/>\n<\/strong>Die Assistent*innen waren in zwei Gruppenapartments untergebracht, in Zweier- bis Viererzimmern mit Gemeinschaftsk\u00fcchen und -b\u00e4dern. Ich wohnte in der unteren Wohnung, die knapp eine Minute vom Strand entfernt und direkt hinter der Tauchbasis (Campese Diving Center) lag. Die K\u00fcche war mit allem ausgestattet, was man braucht, die Zimmer waren einfach, aber zweckm\u00e4\u00dfig eingerichtet, und die B\u00e4der wurden vor oder nach Tauchg\u00e4ngen vom gesamten Team genutzt. Die untere Wohnung wurde auch von den Assistent*innen der Tauchbasis mitbewohnt, was nochmal andere Gespr\u00e4chsthemen bot.<\/p>\n<p>Auf so engem Raum und mit wenig Freizeit war es besonders wichtig, eigenen Strategien und Abgrenzungsmechanismen zu entwickeln. Da alle Assistent*innen aus unterschiedlichen Hintergr\u00fcnden kamen, darunter einige, die erst frisch aus der Schule kamen, war eine gute Gespr\u00e4chsstruktur hilfreich. Gute Kommunikation und Absprachen waren auch unerl\u00e4sslich, da von die Institutsleitung gro\u00dfen Wert auf Ordnung und Sauberkeit legte.<\/p>\n<p>Nahrungsmittel waren auf der Insel teuer und die Auswahl beschr\u00e4nkt, manche Produkte nur gelegentlich erh\u00e4ltlich. Daher hatten wir Assitent*innen einen gemeinsamen Kochplan erstellt und gemeinsam eingekauft, was im Gro\u00dfen und Ganzen funktionierte. Das abendliche Eis war dennoch oft drin.<\/p>\n<p>Da alle Bezugspersonen auf der Insel deutschsprachig waren, gab es kaum sprachliche Barrieren und daraus resultierende zwischenmenschliche Schwierigkeiten. Andererseits war der kulturelle Austausch begrenzt, und der Hauptgewinn bestand im Kennenlernen der Tourismusbranche und p\u00e4dagogischen Handelns.<\/p>\n<p><strong>Freizeitgestaltung:<br \/>\n<\/strong>Es gab Wochen, in denen ich ersch\u00f6pft ins Bett gefallen bin und morgens wieder aufgestanden bin. Auch wenn es in entspannteren Zeiten nachmittags oder vormittags frei sein konnte, wurde st\u00e4ndige Erreichbarkeit und Verf\u00fcgbarkeit erwartet. Daher war es ratsam, sich deutlich abzumelden, um auch mal abschalten zu k\u00f6nnen. In dieser Zeit konnte nach Absprache getaucht werden, und es war m\u00f6glich, ohne zus\u00e4tzliche Kosten an den Tauchausfl\u00fcgen der Tauchbasis teilzunehmen. Wer nicht mehr Wasser sehen wollte oder die Bucht verlassen wollte, konnte wandern gehen oder mit dem Inselbus die anderen Ortschaften erkunden. An freien Tagen nahm ich so oft es ging an den Tauchausfl\u00fcgen teil und genoss es, die erlernten Zusammenh\u00e4nge des \u00d6kosystems im Freiwasser zu erkennen und noch besser zu verstehen. Pl\u00f6tzlich wurde der l\u00f6chrige Geweihschwamm zu einer wahren Sensation.<\/p>\n<p><strong>Pers\u00f6nliche Erfahrungen und Fazit:<br \/>\n<\/strong>Meine Zeit auf Giglio l\u00e4sst sich im Wesentlichen in verschiedene Phasen einteilen. Zun\u00e4chst kam ich kurz vor Beginn der Sommerpause auf die Insel und durfte als erstes als Teilnehmerin die Kurse kennenlernen. Darauf folgte die Phase der Aufr\u00e4um- und Reinigungsarbeiten im Institut w\u00e4hrend der Sommerpause. In dieser Zeit wurden einige der sp\u00e4teren Aufgaben getestet, wie die Abnahme des Schnorchelparcours. Der Zeitraum diente au\u00dferdem auch daf\u00fcr, meine \u201eArbeitsmoral\u201c zu \u00fcberpr\u00fcfen, denn ich wollte meine Datenerhebung f\u00fcr die Bachelorarbeit dort absolvieren. Nach drei Wochen erhielt ich gr\u00fcnes Licht und die intensive Vorbereitung begann. In den folgenden Wochen habe ich nicht viel Tageslicht gesehen und war auch nach Arbeitsschluss oft mit der Systematik von Malacostraca (h\u00f6here Krebstiere) und der Vertiefung in Braun- und Rotalgen besch\u00e4ftigt. Meine Proben sollten tauchend gesammelt werden und leider ist daran am Ende auch der Abschluss meiner Bachelorarbeit gescheitert. Das Wetter war teilweise so schlecht, dass der Sammelort nicht angefahren wurde, die G\u00e4ste hatten diesen schon besucht oder Mischa (der als einziger die Proben sammeln durfte) war anderweitig eingesetzt. Ein Projekt parallel zu einer vertraglichen 40h Woche zu stemmen ist doch sehr ambitioniert. Ich habe dennoch viel \u00fcber Krebse und die Artbestimmung anhand von kleinsten morphologischen Unterschieden gelernt.<\/p>\n<p>Die dritte Phase meiner Erfahrungen war gepr\u00e4gt von den t\u00e4glichen Aufgaben und dem sozialen Miteinander innerhalb der Assistent*innen-Gruppe. Besonders der Zusammenhalt und Austausch mit den anderen war mir eine wichtige Unterst\u00fctzung. Da wir (insgesamt 7 vom Insti und 2 von der Basis) nicht nur gemeinsam abends gekocht haben, sondern uns auch sonst innerhalb der Gruppe nahestanden, ging die Arbeit leichter von der Hand.<\/p>\n<p>Es ist erstaunlich, wie viel Arbeit hinter 5-t\u00e4gigen meeresbiologischen Kursen steckt. Das Konzept schien darauf ausgerichtet zu sein, verschiedene Lerntypen anzusprechen, was \u00e4u\u00dferst interessant und lehrreich war. Wenn beispielsweise ein*e Sch\u00fcler*in im Kurs zun\u00e4chst desinteressiert wirkte, beim Schnorcheln pl\u00f6tzlich aufbl\u00fchte und alle anderen mit begeisterte, war es f\u00fcr mich immer ein besonderer \u201eaha -Moment\u201c.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich pers\u00f6nlich waren die Schnorcheltouren am Tag und bei Nacht die sch\u00f6nsten Arbeitsstunden. Besonders das magisch anmutende Meeresleuchten mit dem erwarteten \u201ewow\u201c der Sch\u00fcler*innen war jedes Mal eine Freude. Einer meiner sch\u00f6nsten Momente war, als eine Sch\u00fclerin nach Kursende zu mir kam und sich mit den Worten bedankte, sie wolle jetzt Meeresbiologin werden, da ihr der Kurs so gut gefallen habe und sie uns cool f\u00e4nde. Ich h\u00e4tte mir keine sch\u00f6nere Best\u00e4tigung der Arbeit vorstellen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zusammenfassend war die Zeit auf Giglio voller Aufgaben und Herausforderungen. Ich habe viel gelernt, auch wenn es nicht das war, wovon ich zu Beginn ausgegangen war. Wer ein Praktikum sucht, das Einblicke in die Umweltbildung und den touristischen Dienstleistungssektor bietet und bereit ist viel zu arbeiten (auch bei sozialen Herausforderungen), kann an diesem Ort viele Erfahrungen sammeln. Allerdings ist es wichtig zu beachten, dass in der Hektik der Arbeit die strikte Befolgung von Anweisungen erw\u00fcnscht ist und radikalere Meinungen nicht willkommen sind. Giglio bietet also \u00fcberschaubares Inselleben und interessante Einblicke in die ausgef\u00fchrte Umweltbildung. Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen, dass das Institut f\u00fcr marine Biologie nicht die richtige Wahl ist f\u00fcr Personen, die nicht mit Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnissen und wenig R\u00fcckmeldung innerhalb der Personalstrukturen arbeiten m\u00f6chte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"ShortCode_Div\">\n        <div id=\"map_ol3js_1\"\n       class=\"osm-map-container undefined\"\n             data-map_name=\"undefined\"\n             data-map=\"map_ol3js_1\"\n             style=\"width:95%;\n                    max-width:100%;\n                    height:450px;\n                    display:block;\n                    overflow:hidden;\n                    border:2px solid grey;\">\n          <div id=\"map_ol3js_1_popup\" class=\"ol-popup\">\n            <a href=\"#\" id=\"map_ol3js_1_popup-closer\" class=\"ol-popup-closer\"><\/a>\n            <div id=\"map_ol3js_1_popup-content\"><\/div>\n          <\/div>\n        <\/div>\n    \n\n\t\t\t\t<script type=\"text\/javascript\">\n\t\t\t\t\ttranslations['openlayer'] = \"open layer\";\n\t\t\t\t\ttranslations['openlayerAtStartup'] = \"open layer at startup\";\n\t\t\t\t\ttranslations['generateLink'] = \"Der Link zur Karte mit ausgew\u00e4hlten Overlays und angezeigtem Ausschnitt\";\n\t\t\t\t\ttranslations['shortDescription'] = \"Kurzbeschreibung\";\n\t\t\t\t\ttranslations['generatedShortCode'] = \"to get a text control link paste this code in your wordpress editor\";\n\t\t\t\t\ttranslations['closeLayer'] = \"close layer\";\n\t\t\t\t\ttranslations['cantGenerateLink'] = \"put this string in the existing map short code to control this map\";\n\t\t\t  <\/script>\n\n\n\t\t\t  <script type=\"text\/javascript\">\n\t\t\t  vectorM['map_ol3js_1'] = [];\n\t        \n        var raster = getTileLayer(\"osm\",\"NoKey\");\t\t\t\n\n\t\t\t  var map_ol3js_1 = new ol.Map({\n\t\t\t\tinteractions: ol.interaction.defaults.defaults({mouseWheelZoom:false}),\n\t\t\t\tlayers: [raster],\n\t\t\t\ttarget: \"map_ol3js_1\",\n\t\t\t\tview: new ol.View({\n\t\t\t\t  center: ol.proj.transform([8.8333,43.0572], \"EPSG:4326\", \"EPSG:3857\"),\n\t\t\t\t  zoom: 6.0\n\t\t\t\t})\n\t\t\t  });\n\t\t\t  addControls2Map(map_ol3js_1,0,0,3,0,5,6,7,1,1);\nosm_addPopupClickhandler(map_ol3js_1,  \"map_ol3js_1\"); \nosm_addMouseHover(map_ol3js_1); <\/script><\/div><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_post_nav_0 et_pb_posts_nav nav-single et_block_module\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":9117,"featured_media":8623,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"<p>Als Biologiestudierende, die sich am Ende ihres Bachelorstudiums befindet, stellt sich allm\u00e4hlich die Frage, in welche berufliche Richtung es gehen kann. 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Meine Hauptaufgaben bestanden darin, Schnorcheltouren zu leiten, meeresbiologische Kurse zu begleiten (einschlie\u00dflich der Vorbereitung und Nachbereitung), sowie Gep\u00e4cktransporte und Aufr\u00e4umarbeiten durchzuf\u00fchren.<\/p><p><strong>Vorbereitung:<\/strong><br \/>Mein dreimonatiges Praktikum am IfMB auf der kleinen Insel Giglio begann mit dem Bewerbungsprozess. Da ich mich bereits im vorherigen Jahr mit der Stelle besch\u00e4ftigte, hatte ich mich mit den geforderten Qualifikationen (siehe Website vom IfMB) bereits im Fr\u00fchjahr 2022 auseinandergesetzt. Ein Praktikum am IfMB erfordert unter anderem ein Sportbootf\u00fchrerschein See und Rettungsschwimmer Silber, welche Zeit in Anspruch nehmen. Die Finanzierung eines unbezahlten Praktikums kann \u00fcber Erasmus erm\u00f6glicht werden, allerdings k\u00f6nnen die b\u00fcrokratischen Formalit\u00e4ten ebenfalls Zeit beanspruchen.<br \/>Vor der Anreise war eine gr\u00fcndliche Vorbereitung auf das lokale \u00d6kosystem mithilfe von zugesandten Artenlisten und B\u00fcchern notwendig und ausdr\u00fccklich erw\u00fcnscht.<\/p><p><strong>Anreise:<\/strong><br \/>Die Insel liegt nur wenige Kilometer von der toskanischen Westk\u00fcste entfernt, jedoch gestaltet sich die Anreise mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln recht zeitaufwendig. Die Zugverbindung \u00fcber Rom ist bei fr\u00fchzeitiger Buchung zu empfehlen. Von dort aus fahren verschiedene Nahverkehrsz\u00fcge bis zum Zielbahnhof Orbetello-Monte Argentario, von wo aus der lokale Bus einen zum Hafen bringt. Die F\u00e4hrfahrt von Porto Santo Stefano bis Porto auf Giglio verl\u00e4uft unkompliziert (Tickets k\u00f6nnen vor Ort oder online erworben werden). Die einst\u00fcndige \u00dcberfahrt auf dem Au\u00dfendeck verging wie im Flug.<br \/>Die Reisezeit allein ist schon ein Erlebnis und wer auf die Insel kommt und Sch\u00fcler*innen von Nachhaltigkeit erz\u00e4hlen m\u00f6chte, sollte nach M\u00f6glichkeit eine fliegende Anreise vermeiden.<\/p><p><strong>Die Insel:<\/strong><br \/>Giglio umfasst neben dem Hafenst\u00e4dtchen Porto auch das Castello auf der Inselkuppe und die Tourismusbucht Campese, in der sich das Institut befindet. Die klassische mediterrane Kulisse wird von einer kleinen Stra\u00dfe durchzogen, die alle Orte miteinander verbindet. Bei klarem Wetter sind von die Nachbarinseln Montecristo, Elba und Korsika zu ersp\u00e4hen. Au\u00dferhalb der Hauptsaison (Mitte Juli - Mitte September) wirkte die Insel recht beschaulich, aber sobald die italienischen Ferienzeiten beginnen, str\u00f6men die Menschen an den Strand. Aufgrund seiner Lage im westlichen Mittelmeerraum verf\u00fcgt Giglio \u00fcber ein oligotrophes und biodiverses Meeresgebiet, was den Tauch- und Schnorcheltourismus f\u00f6rdert. Doch nicht nur das Meer, sondern auch die Landschaft der Insel bietet zahlreiche M\u00f6glichkeiten f\u00fcr sch\u00f6ne Wanderungen.<\/p><p><strong>Das Institut und der Arbeitsalltag:<\/strong><br \/>Das Institut f\u00fcr marine Biologie wurde 1988 gegr\u00fcndet und wird seit 2016 von der Institutsleiterin Jenny Tu\u010dek und dem Institutsleiter Mischa Schwarzmeier (seit 2018) geleitet. Der Schwerpunkt des Instituts liegt auf der marinen Umweltbildung, bei der jungen Menschen die biologischen Zusammenh\u00e4nge, die Artenvielfalt und die \u00f6kologische Bedeutung menschlicher Einfl\u00fcsse im Mittelmeer n\u00e4hergebracht werden sollen. Die 5-t\u00e4gigen Kurse finden in versetzten Zeitspannen am Vormittag und am Nachmittag statt. An jedem Tag werden theoretische Konzepte zu bestimmten Themen eingef\u00fchrt, gefolgt von praktischer Tierbestimmung lebender Organismen. Die gesammelten Informationen werden anschlie\u00dfend besprochen, und die gewonnenen Ergebnisse werden den anderen Teilnehmern pr\u00e4sentiert. Das Ziel besteht darin, ein umfassendes Verst\u00e4ndnis der jeweiligen Lebensr\u00e4ume oder Taxa zu vermitteln. Die Kurse sind haupts\u00e4chlich auf deutschsprachige Schulklassen ausgerichtet, k\u00f6nnen jedoch bei Bedarf auch auf Englisch abgehalten werden.<\/p><p>Eine typische Arbeitswoche f\u00fcr uns Assistent*innen sah folgenderma\u00dfen aus:<br \/>Die Woche beginnt am Samstag mit den zahlreichen Gep\u00e4cktransporten von Porto nach Campese. Parallel sind noch letzte Aufr\u00e4um- und Reinigungsarbeiten zu erledigen In der Regel begannen die Kurse sonntags (Schwerpunkt: Echinodermata). Alle, die nicht im Kurs assistieren, waren f\u00fcr die Ausr\u00fcstung der Sch\u00fcler*innen mit ABC-Ausgaben verantwortlich. Im September konnten das bis zu 9 Klassen sein, die nacheinander mit Neoprenanz\u00fcgen, Masken, Schnorcheln und Flossen auszustatten sind.<\/p><p>Montag und Dienstag sind die Kurstage zu Sedimentboden und Hartboden zu begleiten, bzw. Echino-Kurstage bei versetzten Zeiten. Montag und Dienstag begleiteten wir die Kurse zu Sedimentb\u00f6den und Hartb\u00f6den sowie die Echino-Kurstage zu verschiedenen Zeiten. Die Vorbereitung der Kurse umfasste nicht nur das Zusammenstellen von Schalen mit Organismen aus der H\u00e4lterung (einem gek\u00fchlten Aquarium), sondern auch das Sammeln von Sandproben aus dem Hafen und das Ziehen von Plankton bei Sonnenaufgang. In den Kursen selbst halfen wir den Sch\u00fcler*innen bei der Bestimmung der Organismen und unterst\u00fctzten sie bei der Suche nach relevanten Informationen. Dies erforderte nicht nur einen angemessenen Umgang mit den Sch\u00fcler*innen, sondern auch eine gute Kenntnis der Bestimmungsb\u00fccher sowie der Systematik und Anatomie der Kursorganismen. In der Nachbesprechung bestand unsere Arbeit darin, die Organismen im Video-Binokular passend zur Diskussion zu pr\u00e4sentieren und gew\u00fcnschte Details zu zeigen. Nach Kursende sind die Organismen wieder in der H\u00e4lterung zu versorgen und die Kursr\u00e4ume aufzur\u00e4umen.<\/p><p>Mittwochs standen oft die von den Praktikant*innen gef\u00fchrten Schnorcheltouren an bei denen wir uns zwar an einen Leitfaden halten mussten, aber auch individuelle Interessen einflie\u00dfen lassen konnten. Dabei betreuten wir Gruppen von bis zu 10 Sch\u00fcler*innen und f\u00fchrten bei vielen Klassen bis zu drei Touren pro Tag durch.<\/p><p>Der Donnerstag war f\u00fcr den Kurstag \u201eVernetzte Welt\u201c vorgesehen, in dem globale Zusammenh\u00e4nge, Nahrungsnetze und anthropogene Einfl\u00fcsse behandelt wurden.<\/p><p>Freitag war Abreisetag und gleichzeitig gro\u00dfer Reinigungstag. Es war vorgesehen, dass die Assistent*innen einen freien Tag pro Woche hatten, der auf Freitag und Samstag verteilt war.<\/p><p>Da viele Klassen gerne auch Nachtschnorchel ausprobieren wollten, lag es an uns Assistent*innen, diese eigenst\u00e4ndig zu organisieren und durchzuf\u00fchren, was mit einem kleinen Taschengeld honoriert wird.<\/p><p>Zus\u00e4tzlich zu den meeresbiologischen Kursvorbereitungen und -nachbereitungen waren w\u00f6chentlich wechselnde Arbeiten zu erledigen, wie die Versorgung der Organismen in der H\u00e4lterung. Dies umfasste Wasserwechsel, F\u00fctterung, Gesundheitschecks und \u00e4hnliches. Dar\u00fcber hinaus waren auch Aufgaben wie W\u00e4schewaschen und die Reinigung des Schnorchellagers und der Tauchbasis zu erledigen.<\/p><p>Der Arbeitsaufwand hing von der Anzahl der Klassen ab und variierte daher von Woche zu Woche. In der Hauptsaison kam es zu einigen \u00dcberstunden, die nach M\u00f6glichkeit in ruhigeren Wochen ausgeglichen werden konnten.<\/p><p><strong>Unterkunft und Lebensstruktur:<\/strong><br \/>Die Assistent*innen waren in zwei Gruppenapartments untergebracht, in Zweier- bis Viererzimmern mit Gemeinschaftsk\u00fcchen und -b\u00e4dern. Ich wohnte in der unteren Wohnung, die knapp eine Minute vom Strand entfernt und direkt hinter der Tauchbasis (Campese Diving Center) lag. Die K\u00fcche war mit allem ausgestattet, was man braucht, die Zimmer waren einfach, aber zweckm\u00e4\u00dfig eingerichtet, und die B\u00e4der wurden vor oder nach Tauchg\u00e4ngen vom gesamten Team genutzt. Die untere Wohnung wurde auch von den Assistent*innen der Tauchbasis mitbewohnt, was nochmal andere Gespr\u00e4chsthemen bot.<\/p><p>Auf so engem Raum und mit wenig Freizeit war es besonders wichtig, eigenen Strategien und Abgrenzungsmechanismen zu entwickeln. Da alle Assistent*innen aus unterschiedlichen Hintergr\u00fcnden kamen, darunter einige, die erst frisch aus der Schule kamen, war eine gute Gespr\u00e4chsstruktur hilfreich. Gute Kommunikation und Absprachen waren auch unerl\u00e4sslich, da von die Institutsleitung gro\u00dfen Wert auf Ordnung und Sauberkeit legte.<\/p><p>Nahrungsmittel waren auf der Insel teuer und die Auswahl beschr\u00e4nkt, manche Produkte nur gelegentlich erh\u00e4ltlich. Daher hatten wir Assitent*innen einen gemeinsamen Kochplan erstellt und gemeinsam eingekauft, was im Gro\u00dfen und Ganzen funktionierte. Das abendliche Eis war dennoch oft drin.<\/p><p>Da alle Bezugspersonen auf der Insel deutschsprachig waren, gab es kaum sprachliche Barrieren und daraus resultierende zwischenmenschliche Schwierigkeiten. Andererseits war der kulturelle Austausch begrenzt, und der Hauptgewinn bestand im Kennenlernen der Tourismusbranche und p\u00e4dagogischen Handelns.<\/p><p><strong>Freizeitgestaltung:<\/strong><br \/>Es gab Wochen, in denen ich ersch\u00f6pft ins Bett gefallen bin und morgens wieder aufgestanden bin. Auch wenn es in entspannteren Zeiten nachmittags oder vormittags frei sein konnte, wurde st\u00e4ndige Erreichbarkeit und Verf\u00fcgbarkeit erwartet. Daher war es ratsam, sich deutlich abzumelden, um auch mal abschalten zu k\u00f6nnen. In dieser Zeit konnte nach Absprache getaucht werden, und es war m\u00f6glich, ohne zus\u00e4tzliche Kosten an den Tauchausfl\u00fcgen der Tauchbasis teilzunehmen. Wer nicht mehr Wasser sehen wollte oder die Bucht verlassen wollte, konnte wandern gehen oder mit dem Inselbus die anderen Ortschaften erkunden. An freien Tagen nahm ich so oft es ging an den Tauchausfl\u00fcgen teil und genoss es, die erlernten Zusammenh\u00e4nge des \u00d6kosystems im Freiwasser zu erkennen und noch besser zu verstehen. Pl\u00f6tzlich wurde der l\u00f6chrige Geweihschwamm zu einer wahren Sensation.<\/p><p><strong>Pers\u00f6nliche Erfahrungen und Fazit:<\/strong><br \/>Meine Zeit auf Giglio l\u00e4sst sich im Wesentlichen in verschiedene Phasen einteilen. Zun\u00e4chst kam ich kurz vor Beginn der Sommerpause auf die Insel und durfte als erstes als Teilnehmerin die Kurse kennenlernen. Darauf folgte die Phase der Aufr\u00e4um- und Reinigungsarbeiten im Institut w\u00e4hrend der Sommerpause. In dieser Zeit wurden einige der sp\u00e4teren Aufgaben getestet, wie die Abnahme des Schnorchelparcours. Der Zeitraum diente au\u00dferdem auch daf\u00fcr, meine \u201eArbeitsmoral\u201c zu \u00fcberpr\u00fcfen, denn ich wollte meine Datenerhebung f\u00fcr die Bachelorarbeit dort absolvieren. Nach drei Wochen erhielt ich gr\u00fcnes Licht und die intensive Vorbereitung begann. In den folgenden Wochen habe ich nicht viel Tageslicht gesehen und war auch nach Arbeitsschluss oft mit der Systematik von Malacostraca (h\u00f6here Krebstiere) und der Vertiefung in Braun- und Rotalgen besch\u00e4ftigt. Meine Proben sollten tauchend gesammelt werden und leider ist daran am Ende auch der Abschluss meiner Bachelorarbeit gescheitert. Das Wetter war teilweise so schlecht, dass der Sammelort nicht angefahren wurde, die G\u00e4ste hatten diesen schon besucht oder Mischa (der als einziger die Proben sammeln durfte) war anderweitig eingesetzt. Ein Projekt parallel zu einer vertraglichen 40h Woche zu stemmen ist doch sehr ambitioniert. Ich habe dennoch viel \u00fcber Krebse und die Artbestimmung anhand von kleinsten morphologischen Unterschieden gelernt.<\/p><p>Die dritte Phase meiner Erfahrungen war gepr\u00e4gt von den t\u00e4glichen Aufgaben und dem sozialen Miteinander innerhalb der Assistent*innen-Gruppe. Besonders der Zusammenhalt und Austausch mit den anderen war mir eine wichtige Unterst\u00fctzung. Da wir (insgesamt 7 vom Insti und 2 von der Basis) nicht nur gemeinsam abends gekocht haben, sondern uns auch sonst innerhalb der Gruppe nahestanden, ging die Arbeit leichter von der Hand.<\/p><p>Es ist erstaunlich, wie viel Arbeit hinter 5-t\u00e4gigen meeresbiologischen Kursen steckt. Das Konzept schien darauf ausgerichtet zu sein, verschiedene Lerntypen anzusprechen, was \u00e4u\u00dferst interessant und lehrreich war. Wenn beispielsweise ein*e Sch\u00fcler*in im Kurs zun\u00e4chst desinteressiert wirkte, beim Schnorcheln pl\u00f6tzlich aufbl\u00fchte und alle anderen mit begeisterte, war es f\u00fcr mich immer ein besonderer \u201eaha -Moment\u201c.<\/p><p>F\u00fcr mich pers\u00f6nlich waren die Schnorcheltouren am Tag und bei Nacht die sch\u00f6nsten Arbeitsstunden. Besonders das magisch anmutende Meeresleuchten mit dem erwarteten \u201ewow\u201c der Sch\u00fcler*innen war jedes Mal eine Freude. Einer meiner sch\u00f6nsten Momente war, als eine Sch\u00fclerin nach Kursende zu mir kam und sich mit den Worten bedankte, sie wolle jetzt Meeresbiologin werden, da ihr der Kurs so gut gefallen habe und sie uns cool f\u00e4nde. Ich h\u00e4tte mir keine sch\u00f6nere Best\u00e4tigung der Arbeit vorstellen k\u00f6nnen.<\/p><p>Zusammenfassend war die Zeit auf Giglio voller Aufgaben und Herausforderungen. Ich habe viel gelernt, auch wenn es nicht das war, wovon ich zu Beginn ausgegangen war. Wer ein Praktikum sucht, das Einblicke in die Umweltbildung und den touristischen Dienstleistungssektor bietet und bereit ist viel zu arbeiten (auch bei sozialen Herausforderungen), kann an diesem Ort viele Erfahrungen sammeln. Allerdings ist es wichtig zu beachten, dass in der Hektik der Arbeit die strikte Befolgung von Anweisungen erw\u00fcnscht ist und radikalere Meinungen nicht willkommen sind. Giglio bietet also \u00fcberschaubares Inselleben und interessante Einblicke in die ausgef\u00fchrte Umweltbildung. Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen, dass das Institut f\u00fcr marine Biologie nicht die richtige Wahl ist f\u00fcr Personen, die nicht mit Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnissen und wenig R\u00fcckmeldung innerhalb der Personalstrukturen arbeiten m\u00f6chte.<\/p><p>\u00a0<\/p><div id=\"ShortCode_Div\">[osm_map_v3 map_center=\"43.0572,8.8333\" zoom=\"6.0\" width=\"95%\" height=\"450\" post_markers=\"1\" control=\"fullscreen\"]<\/div>","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,342721,356669,368865,653],"tags":[15903,52074,258007,17867],"class_list":["post-8622","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-berichte","category-laender","category-outgoing","category-praktikum","tag-biologie","tag-italien","tag-meeresbiologie","tag-tauchen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8622","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9117"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8622"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8622\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8628,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8622\/revisions\/8628"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8623"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8622"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8622"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8622"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}