

{"id":7676,"date":"2021-05-17T15:55:50","date_gmt":"2021-05-17T13:55:50","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/?p=7676"},"modified":"2022-06-13T23:36:05","modified_gmt":"2022-06-13T21:36:05","slug":"mein-chemie-auslandspraktikum-in-barcelona-waehrend-corona","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/2021\/05\/17\/mein-chemie-auslandspraktikum-in-barcelona-waehrend-corona\/","title":{"rendered":"Mein Chemie-Auslandspraktikum in Barcelona w\u00e4hrend Corona"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Als ich im sp\u00e4ten Herbst letzten Jahres (2020) mich dazu entschied f\u00fcr den Bachelor Chemie einzuschreiben war die Pandemie im vollen Gange. Aus verst\u00e4ndlichen Gr\u00fcnden bestanden die Vorlesung zu 100% aus online- Kursen und auch die O-Woche etc. wurde gr\u00f6\u00dftenteils online oder in Kleingruppen veranstaltet. Unter den Umst\u00e4nden war es mir ein R\u00e4tsel, wie f\u00fcr sicher die aller meisten, wie ich mich in jenen Zeiten motivieren kann und die N\u00e4he zu meinem Fach erfahre. Wie der Zufall es wollte, habe ich \u00fcber den Bekanntenkreis von einer gro\u00dfartigen Option erfahren: es best\u00fcnde die M\u00f6glichkeit f\u00fcr mich in einem gro\u00dfen Chemiekonzern in Spanien f\u00fcr einige Monate zu arbeiten, sofern ich jedoch umgehend mit der Planung beginnen w\u00fcrde. Ich hatte immer den Wunsch im weiteren Verlauf meines Studiums ins Ausland zu gehen, um dort zu arbeiten\/ studieren und zu leben. Anfangs schreckte mich der hastige Charakter der Idee und der etwas ungew\u00f6hnliche Zeitraum ab, jedoch wurde mir schnell klar was mir da f\u00fcr eine einmalige Chance geboten wurde. Besonders, da ich insofern zu Beginn meines Studiums gleich praktische Erfahrungen sammeln k\u00f6nnte und mit gesteigerter Motivation (und hoffentlich einer entspannteren Corona-Lage) ins Studium einsteigen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Ich habe mich also bei Henkel Iberica Operations S.LU in Montorn\u00e8s del Vall\u00e9s, Barcelona auf ein 4-monatiges Praktikum beworben. Nach dem OK, was ich kurze Zeit sp\u00e4ter erhielt, kontaktierte ich dann das International Office der Universit\u00e4t Bremen und kl\u00e4rte die Formalit\u00e4ten seitens der Uni ab. Und als der finale Zeitraum feststand habe ich mich dann ebenfalls \u00fcber die Uni bei ERASMUS f\u00fcr ein Stipendium beworben. Bei den Auslandskrankenversicherungen habe ich dann lediglich verst\u00e4rkt auf die Beitr\u00e4ge und Leistungen bei Krankheitsf\u00e4llen um Corona herum geachtet. Des Weiteren musste ich mit der Firma vor Ort abkl\u00e4ren, dass ich im Vorhinein ausreichend Dokumentation erhielt, um in Spanien einreisen zu d\u00fcrfen. Denn bei meiner Anreise (Anfang Januar) war es noch sehr beschr\u00e4nkt auf Ausnahmef\u00e4lle und Arbeitsreisende, welche das Land betreten durften. Aufgrund des Einkommens vor Ort musste ich mich au\u00dferdem um ein spanisches Bankkonto und eine spanische Sozialversicherungsnummer f\u00fcr Ausl\u00e4nder k\u00fcmmern (NIE). Bei alle dem unterst\u00fctzte mich die Personalabteilung vor Ort, auch wenn es teils ein wenig durcheinander verlief.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/madr1.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-0\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7677  alignleft\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/madr1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"404\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/madr1.jpg 560w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/madr1-480x346.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 560px, 100vw\" \/><\/a>Da ich im November erst die finalen Daten zu meinem Praktikum erhielt, wurde der Start wie eben erw\u00e4hnt auf Anfang Januar 2021 gelegt. So blieb mir noch ein wenig Zeit, um einen Spanisch-Intensivkurs zu machen. Diese sprachliche Vorbereitung kann ich jedem ans Herz legen, der vor Ort auch daran interessiert ist sich mit Locals anzufreunden (also nicht nur mit anderen Erasmus\/ Internationalen- Studenten) und sprachlich etwas mitnehmen m\u00f6chte. Denn Spanier sind bekanntlich nicht die St\u00e4rksten im Englisch und ein wenig spanische Grundkenntnisse sind auf jeden Fall ein Eisbrecher!<\/p>\n<p>Zur Wohnungssuche wurde mir von der Firma die Website \u201eIdealista\u201c empfohlen. Und diese kann auch ich auf jeden Fall weiterempfehlen. Ich hatte gro\u00dfes Gl\u00fcck und bin an eine Vermieterin geraten, welche voll renovierte WGs vermietete an Studenten, da sie die schlechten Wohnungslage rund um Barcelona nur zu gut kannte. Somit habe ich in einer sehr modernen und hellen Wohnung mit 3 Anderen Studierenden leben k\u00f6nnen. Selbst in meinem Fall habe ich jedoch in Matar\u00f3 (20min au\u00dferhalb von BCN) f\u00fcr ein WG-Zimmer alles inklusive rund 400\u20ac im Monat bezahlt. Im Zentrum w\u00e4re es f\u00fcr dasselbe Geld wahrscheinlich die H\u00e4lfte der Gr\u00f6\u00dfe gewesen und um einiges heruntergekommener. Und auch hier waren die Fenster noch sehr undicht, es gab lediglich Elektro-Heizer und es fielen des \u00d6fteren kleinere Reparaturarbeiten an. Wenn \u00fcberhaupt bekommt man die besten Wohnungspl\u00e4tze vor Ort und \u00fcber Kontakte (wenn man willens ist vor Ort nochmal umzuziehen).<\/p>\n<p>Bei Henkel in meinem Praktikum wurde ich sehr herzlich aufgenommen. Generell hatte ich das Gef\u00fchl sehr eng auch mit den hohen F\u00fchrungspersonen zusammenzuarbeiten und dar\u00fcber hinaus war man sehr viel famili\u00e4rer im Umgang (wenig hierarchisch). Auch das hier stark vorherrschende Catal\u00e1n war keine gro\u00dfe H\u00fcrde, da alle f\u00fcr mich ins Castellano wechselten. Trotzdem ist es sehr gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig eine weitere \u201efremde Sprache\u201c pl\u00f6tzlich um sich herum zu h\u00f6ren, wo die gelernten Vokabeln erstmal gar nicht weiterhelfen. Ich wurde der Security, Health &amp; Environment (SHE) Managerin im Unternehmen zugeteilt, welche aber auch in der Produktionsplanung verwickelt war. Allgemein war es im Unternehmen v\u00f6llig normal, dass Bereichsleiter und Mitarbeiter auch quer in die anderen Bereiche einsteigen konnten und somit echte \u201eAllrounder\u201c gefragt waren. Ich war praktisch die rechte Hand meiner Managerin und habe direkt von ihr meine Aufgaben und Projekte zugeteilt bekommen. Bzw. weitere Mitarbeiter mit Aufgaben f\u00fcr mich von ihr vermittelt bekommen. Somit habe auch ich in vielen Bereichen des Unternehmens gearbeitet: der Qualit\u00e4tssicherung, der Logistik, der (Business) Administration und habe auch Einblicke ins Controlling erhalten. Au\u00dferdem habe ich dem spanischen Standort des geb\u00fcrtig deutschen Unternehmens mit \u00dcbersetzungen aller Art unterst\u00fctzt, wobei ich nat\u00fcrlich auch Spanisch gelernt habe.<\/p>\n<p>Auch wenn aufgrund Corona das Arbeitsleben und die B\u00fcrobesetzung sicherlich eine g\u00e4nzlich andere war als im Normalzustand, konnte ich mich sehr gut mit den teils jungen Mitarbeitern anfreunden. So waren wir auch viel au\u00dferhalb des Unternehmens zusammen unterwegs und haben uns beispielsweise zum Essen oder \u201ePaddel\u201c (Squash-tennis) getroffen. Nat\u00fcrlich waren auch hier Clubs und Bars weitestgehend geschlossen. Das Nachtleben fiel mit einer Ausgangsperre sowieso ins Wasser. Aber das Eigenleben der gro\u00dfen Stadt und das im April beginnende gute Wetter sorgten immer f\u00fcr genug Aktivit\u00e4t.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/madr2.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-1\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7678  alignleft\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/madr2.jpg\" alt=\"\" width=\"275\" height=\"354\" \/><\/a>Als absoluter Windsurffan hatte ich auch meine Bretter dabei und konnte im sp\u00e4ten Fr\u00fchling \u00f6fters aufs Wasser und neue Freunde gewinnen. Der gr\u00f6\u00dfte Vorteil jedoch war f\u00fcr mich die entspannte Einstellung der Menschen auch bez\u00fcglich der Corona Situation. Wo am Telefon mit Freunden\/... zuhause das aller erste Thema immer die aktuelle Corona-Situation war, so hatte ich hier den Eindruck, dass die Menschen sich damit abgefunden haben. Man hat versucht alles positiv anzugehen und die Einschr\u00e4nkungen nicht zu einem st\u00e4ndigen Laune-Killer zu machen. Schon gar nicht wurde es zu dem neuen Smalltalk Thema wie sonst \u201edas Wetter\u201c gemacht.<\/p>\n<p>Zusammengefasst h\u00e4tte ich mir nat\u00fcrlich gew\u00fcnscht das bunte Leben der Innenstadt und die volle Bandbreite der M\u00f6glichkeiten noch mehr auskosten zu k\u00f6nnen. Aber besonders im Unternehmen, sowie bei Allen die ich kennengelernt habe wurde immer das Beste aus der vorliegenden Situation gemacht. Ich habe sprachlich, fachspezifische in der praktischen Erfahrung und pers\u00f6nlich trotz dessen extrem viel mitgenommen und plane bereits meinen n\u00e4chsten Ausflug hier hin! Es hat mich erstaunt, wie viel mit einem positiven Mindset m\u00f6glich ist und werde versuchen einiges davon mit nach Hause zu nehmen! Sofern eine gewisse Bereitschaft zur Eigeninitiative besteht, kann ich einen Aufenthalt im Ausland, den Ort und besonders das spanische Volk (auch w\u00e4hrend Corona) w\u00e4rmsten f\u00fcr ein ERASMUS Aufenthalt empfehlen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"ShortCode_Div\"><link rel='stylesheet' id='osm-ol3-css-css' href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/OL\/10.9.0\/ol.css?ver=10.9.0&#038;ver=7.1.3' media='all' \/>\n<link rel='stylesheet' id='osm-ol3-ext-css-css' href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/css\/osm_map_v3.css?ver=1.0.0&#038;ver=7.1.3' media='all' \/>\n<link rel='stylesheet' id='osm-map-css-css' href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/css\/osm_map.css?ver=1.0.0&#038;ver=7.1.3' media='all' \/>\n<script id=\"wp-polyfill-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-includes\/js\/dist\/vendor\/wp-polyfill.min.js?ver=3.15.0\"><\/script>\n<script id=\"osm-ol3-library-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/OL\/10.9.0\/ol.js?ver=10.9.0\"><\/script>\n<script id=\"osm-ol3-ext-library-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/osm-v3-plugin-lib.js?ver=1.0.0\"><\/script>\n<script id=\"osm-ol3-metabox-events-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/osm-metabox-events.js?ver=1.0.0\"><\/script>\n<script id=\"jquery-core-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-includes\/js\/jquery\/jquery.min.js?ver=3.7.1\"><\/script>\n<script id=\"jquery-migrate-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-includes\/js\/jquery\/jquery-migrate.min.js?ver=3.4.1\"><\/script>\n<script id=\"osm-map-startup-js-extra\">\nvar translations = {\"openlayer\":\"open layer\",\"openlayerAtStartup\":\"open layer at startup\",\"generateLink\":\"link to this map with opened layers\",\"shortDescription\":\"short description\",\"generatedShortCode\":\"to get a text control link paste this code in your wordpress editor\",\"closeLayer\":\"close layer\",\"cantGenerateLink\":\"put this string in the existing map short code to control this map\"};\n\/\/# sourceURL=osm-map-startup-js-extra\n<\/script>\n<script id=\"osm-map-startup-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/osm-startup-lib.js?ver=V6.2.6\"><\/script>\n\n        <div id=\"map_ol3js_1\"\n       class=\"osm-map-container undefined\"\n             data-map_name=\"undefined\"\n             data-map=\"map_ol3js_1\"\n             data-autoshow=\"no\"\n             style=\"width:95%;\n                    max-width:100%;\n                    height:450px;\n                    display:block;\n                    overflow:hidden;\n                    border:2px solid grey;\n                    position: relative;\">\n          <div id=\"map_ol3js_1_popup\" class=\"ol-popup\">\n            <a href=\"#\" id=\"map_ol3js_1_popup-closer\" class=\"ol-popup-closer\"><\/a>\n            <div id=\"map_ol3js_1_popup-content\"><\/div>\n          <\/div>\n        <\/div>\n    <script type=\"text\/javascript\">\n\t\t\t  vectorM['map_ol3js_1'] = [];\n\t        \n        var raster = getTileLayer(\"osm\",\"NoKey\");\t\t\t\n\n\t\t\t  var map_ol3js_1 = new ol.Map({\n\t\t\t\tinteractions: ol.interaction.defaults.defaults({mouseWheelZoom:false}),\n\t\t\t\tlayers: [raster],\n\t\t\t\ttarget: \"map_ol3js_1\",\n\t\t\t\tview: new ol.View({\n\t\t\t\t  center: ol.proj.transform([-4.3782,40.4103], \"EPSG:4326\", \"EPSG:3857\"),\n\t\t\t\t  zoom: 6.0\n\t\t\t\t})\n\t\t\t  });\n\t\t\t  addControls2Map(map_ol3js_1,0,0,3,0,5,6,7,1,1);\nosm_addPopupClickhandler(map_ol3js_1,  \"map_ol3js_1\"); \nosm_addMouseHover(map_ol3js_1); <\/script><\/div><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_post_nav_0 et_pb_posts_nav nav-single et_block_module\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":9117,"featured_media":7679,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"<p>Als ich im sp\u00e4ten Herbst letzten Jahres (2020) mich dazu entschied f\u00fcr den Bachelor Chemie einzuschreiben war die Pandemie im vollen Gange. Aus verst\u00e4ndlichen Gr\u00fcnden bestanden die Vorlesung zu 100% aus online- Kursen und auch die O-Woche etc. wurde gr\u00f6\u00dftenteils online oder in Kleingruppen veranstaltet. Unter den Umst\u00e4nden war es mir ein R\u00e4tsel, wie f\u00fcr sicher die aller meisten, wie ich mich in jenen Zeiten motivieren kann und die N\u00e4he zu meinem Fach erfahre. Wie der Zufall es wollte, habe ich \u00fcber den Bekanntenkreis von einer gro\u00dfartigen Option erfahren: es best\u00fcnde die M\u00f6glichkeit f\u00fcr mich in einem gro\u00dfen Chemiekonzern in Spanien f\u00fcr einige Monate zu arbeiten, sofern ich jedoch umgehend mit der Planung beginnen w\u00fcrde. Ich hatte immer den Wunsch im weiteren Verlauf meines Studiums ins Ausland zu gehen, um dort zu arbeiten\/ studieren und zu leben. Anfangs schreckte mich der hastige Charakter der Idee und der etwas ungew\u00f6hnliche Zeitraum ab, jedoch wurde mir schnell klar was mir da f\u00fcr eine einmalige Chance geboten wurde. Besonders, da ich insofern zu Beginn meines Studiums gleich praktische Erfahrungen sammeln k\u00f6nnte und mit gesteigerter Motivation (und hoffentlich einer entspannteren Corona-Lage) ins Studium einsteigen w\u00fcrde.<\/p><p>Ich habe mich also bei Henkel Iberica Operations S.LU in Montorn\u00e8s del Vall\u00e9s, Barcelona auf ein 4-monatiges Praktikum beworben. Nach dem OK, was ich kurze Zeit sp\u00e4ter erhielt, kontaktierte ich dann das International Office der Universit\u00e4t Bremen und kl\u00e4rte die Formalit\u00e4ten seitens der Uni ab. Und als der finale Zeitraum feststand habe ich mich dann ebenfalls \u00fcber die Uni bei ERASMUS f\u00fcr ein Stipendium beworben. Bei den Auslandskrankenversicherungen habe ich dann lediglich verst\u00e4rkt auf die Beitr\u00e4ge und Leistungen bei Krankheitsf\u00e4llen um Corona herum geachtet. Des Weiteren musste ich mit der Firma vor Ort abkl\u00e4ren, dass ich im Vorhinein ausreichend Dokumentation erhielt, um in Spanien einreisen zu d\u00fcrfen. Denn bei meiner Anreise (Anfang Januar) war es noch sehr beschr\u00e4nkt auf Ausnahmef\u00e4lle und Arbeitsreisende, welche das Land betreten durften. Aufgrund des Einkommens vor Ort musste ich mich au\u00dferdem um ein spanisches Bankkonto und eine spanische Sozialversicherungsnummer f\u00fcr Ausl\u00e4nder k\u00fcmmern (NIE). Bei alle dem unterst\u00fctzte mich die Personalabteilung vor Ort, auch wenn es teils ein wenig durcheinander verlief.<\/p><p><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/madr1.jpg\"><img class=\"alignleft wp-image-7677\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/madr1.jpg\" alt=\"\" width=\"349\" height=\"251\" \/><\/a>Da ich im November erst die finalen Daten zu meinem Praktikum erhielt, wurde der Start wie eben erw\u00e4hnt auf Anfang Januar 2021 gelegt. So blieb mir noch ein wenig Zeit, um einen Spanisch-Intensivkurs zu machen. Diese sprachliche Vorbereitung kann ich jedem ans Herz legen, der vor Ort auch daran interessiert ist sich mit Locals anzufreunden (also nicht nur mit anderen Erasmus\/ Internationalen- Studenten) und sprachlich etwas mitnehmen m\u00f6chte. Denn Spanier sind bekanntlich nicht die St\u00e4rksten im Englisch und ein wenig spanische Grundkenntnisse sind auf jeden Fall ein Eisbrecher!<\/p><p>Zur Wohnungssuche wurde mir von der Firma die Website \u201eIdealista\u201c empfohlen. Und diese kann auch ich auf jeden Fall weiterempfehlen. Ich hatte gro\u00dfes Gl\u00fcck und bin an eine Vermieterin geraten, welche voll renovierte WGs vermietete an Studenten, da sie die schlechten Wohnungslage rund um Barcelona nur zu gut kannte. Somit habe ich in einer sehr modernen und hellen Wohnung mit 3 Anderen Studierenden leben k\u00f6nnen. Selbst in meinem Fall habe ich jedoch in Matar\u00f3 (20min au\u00dferhalb von BCN) f\u00fcr ein WG-Zimmer alles inklusive rund 400\u20ac im Monat bezahlt. Im Zentrum w\u00e4re es f\u00fcr dasselbe Geld wahrscheinlich die H\u00e4lfte der Gr\u00f6\u00dfe gewesen und um einiges heruntergekommener. Und auch hier waren die Fenster noch sehr undicht, es gab lediglich Elektro-Heizer und es fielen des \u00d6fteren kleinere Reparaturarbeiten an. Wenn \u00fcberhaupt bekommt man die besten Wohnungspl\u00e4tze vor Ort und \u00fcber Kontakte (wenn man willens ist vor Ort nochmal umzuziehen).<\/p><p>Bei Henkel in meinem Praktikum wurde ich sehr herzlich aufgenommen. Generell hatte ich das Gef\u00fchl sehr eng auch mit den hohen F\u00fchrungspersonen zusammenzuarbeiten und dar\u00fcber hinaus war man sehr viel famili\u00e4rer im Umgang (wenig hierarchisch). Auch das hier stark vorherrschende Catal\u00e1n war keine gro\u00dfe H\u00fcrde, da alle f\u00fcr mich ins Castellano wechselten. Trotzdem ist es sehr gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig eine weitere \u201efremde Sprache\u201c pl\u00f6tzlich um sich herum zu h\u00f6ren, wo die gelernten Vokabeln erstmal gar nicht weiterhelfen. Ich wurde der Security, Health & Environment (SHE) Managerin im Unternehmen zugeteilt, welche aber auch in der Produktionsplanung verwickelt war. Allgemein war es im Unternehmen v\u00f6llig normal, dass Bereichsleiter und Mitarbeiter auch quer in die anderen Bereiche einsteigen konnten und somit echte \u201eAllrounder\u201c gefragt waren. Ich war praktisch die rechte Hand meiner Managerin und habe direkt von ihr meine Aufgaben und Projekte zugeteilt bekommen. Bzw. weitere Mitarbeiter mit Aufgaben f\u00fcr mich von ihr vermittelt bekommen. Somit habe auch ich in vielen Bereichen des Unternehmens gearbeitet: der Qualit\u00e4tssicherung, der Logistik, der (Business) Administration und habe auch Einblicke ins Controlling erhalten. Au\u00dferdem habe ich dem spanischen Standort des geb\u00fcrtig deutschen Unternehmens mit \u00dcbersetzungen aller Art unterst\u00fctzt, wobei ich nat\u00fcrlich auch Spanisch gelernt habe.<\/p><p>Auch wenn aufgrund Corona das Arbeitsleben und die B\u00fcrobesetzung sicherlich eine g\u00e4nzlich andere war als im Normalzustand, konnte ich mich sehr gut mit den teils jungen Mitarbeitern anfreunden. So waren wir auch viel au\u00dferhalb des Unternehmens zusammen unterwegs und haben uns beispielsweise zum Essen oder \u201ePaddel\u201c (Squash-tennis) getroffen. Nat\u00fcrlich waren auch hier Clubs und Bars weitestgehend geschlossen. Das Nachtleben fiel mit einer Ausgangsperre sowieso ins Wasser. Aber das Eigenleben der gro\u00dfen Stadt und das im April beginnende gute Wetter sorgten immer f\u00fcr genug Aktivit\u00e4t.<\/p><p><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/madr2.jpg\"><img class=\" wp-image-7678 alignleft\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/madr2.jpg\" alt=\"\" width=\"293\" height=\"377\" \/><\/a>Als absoluter Windsurffan hatte ich auch meine Bretter dabei und konnte im sp\u00e4ten Fr\u00fchling \u00f6fters aufs Wasser und neue Freunde gewinnen. Der gr\u00f6\u00dfte Vorteil jedoch war f\u00fcr mich die entspannte Einstellung der Menschen auch bez\u00fcglich der Corona Situation. Wo am Telefon mit Freunden\/... zuhause das aller erste Thema immer die aktuelle Corona-Situation war, so hatte ich hier den Eindruck, dass die Menschen sich damit abgefunden haben. Man hat versucht alles positiv anzugehen und die Einschr\u00e4nkungen nicht zu einem st\u00e4ndigen Laune-Killer zu machen. Schon gar nicht wurde es zu dem neuen Smalltalk Thema wie sonst \u201edas Wetter\u201c gemacht.<\/p><p>Zusammengefasst h\u00e4tte ich mir nat\u00fcrlich gew\u00fcnscht das bunte Leben der Innenstadt und die volle Bandbreite der M\u00f6glichkeiten noch mehr auskosten zu k\u00f6nnen. Aber besonders im Unternehmen, sowie bei Allen die ich kennengelernt habe wurde immer das Beste aus der vorliegenden Situation gemacht. Ich habe sprachlich, fachspezifische in der praktischen Erfahrung und pers\u00f6nlich trotz dessen extrem viel mitgenommen und plane bereits meinen n\u00e4chsten Ausflug hier hin! Es hat mich erstaunt, wie viel mit einem positiven Mindset m\u00f6glich ist und werde versuchen einiges davon mit nach Hause zu nehmen! Sofern eine gewisse Bereitschaft zur Eigeninitiative besteht, kann ich einen Aufenthalt im Ausland, den Ort und besonders das spanische Volk (auch w\u00e4hrend Corona) w\u00e4rmsten f\u00fcr ein ERASMUS Aufenthalt empfehlen!<\/p><p>\u00a0<\/p><div id=\"ShortCode_Div\">[osm_map_v3 map_center=\"40.4103,-4.3782\" zoom=\"6.0\" width=\"95%\" height=\"450\" post_markers=\"1\" control=\"fullscreen\"]<\/div>","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,342721,356669,368865,653,52079],"tags":[45190,704242,52079],"class_list":["post-7676","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-berichte","category-laender","category-outgoing","category-praktikum","category-spanien","tag-chemie","tag-corona","tag-spanien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7676","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9117"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7676"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7676\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7687,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7676\/revisions\/7687"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7679"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7676"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7676"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7676"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}