

{"id":7617,"date":"2021-09-26T12:45:43","date_gmt":"2021-09-26T10:45:43","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/?p=7617"},"modified":"2022-06-13T23:34:56","modified_gmt":"2022-06-13T21:34:56","slug":"als-fremdsprachenassistentin-in-rouen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/2021\/09\/26\/als-fremdsprachenassistentin-in-rouen\/","title":{"rendered":"Als Fremdsprachenassistentin in Rouen"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><strong>1. Bewerbungsprozess und Ankunft<br \/><\/strong>Zu meiner Entscheidung, mich als Fremdsprachenassistenzkraft f\u00fcr Deutsch in Frankreich zu bewerben trug zum einen meine Motivation bei, mich m\u00fcndlich im Franz\u00f6sischen zu verbessern, Land und Leute n\u00e4her kennenzulernen und zum anderen der Wunsch als Lehramtsstudierende in einem fremden Schulsystem erste Unterrichtserfahrungen zu sammeln. Ich habe mich beim P\u00e4dagogischen Austauschdienst, der im Rahmen vom KMK gegr\u00fcndet wurde, beworben. Daher war ich umso erfreuter Ende Mai 2021, eine Zusage f\u00fcr Rouen erhalten zu haben, auch wenn es sich aufgrund der pandemischen Lage zun\u00e4chst nur um eine vorl\u00e4ufige Zusage handelte.<\/p>\n<p>Wenige Wochen sp\u00e4ter, ca. im Juli erhielt ich dann eine E-Mail von der Akademie Rouen, in der ich meine offizielle Zusage erhielt und ebenfalls erfuhr, dass ich an einem Lyc\u00e9e und zwei Colleges arbeiten w\u00fcrde. Von den zwei zust\u00e4ndigen Lehrerinnen, die sich um die Assistent*innen aus der Akademie Rouen k\u00fcmmerten, erhielt ich ebenfalls eine sehr freundliche E-Mail mit n\u00e4heren Informationen zu Rouen und der Normandie. Mir wurde auch von meiner sp\u00e4teren Kollegin netterweise angeboten vorab zu telefonieren, um gegebenenfalls Fragen zu kl\u00e4ren. Dies empfand ich als sehr zuvorkommend und hilfreich, da ich spezifischere Fragen zu Wohnsituation, Schule und der Stadt stellen konnte und mich dadurch viel selbstsicherer auf meinen Frankreich Aufenthalt vorbereiten konnte. Im Hinblick auf die Unterkunft vor Ort wurde mir von einer meiner Schulen angeboten, in eine f\u00fcr Fremdsprachenassistent*innen vorgesehene Wohnung zu wohnen. Dies erwies sich f\u00fcr mich als sehr praktisch, da das Apartment m\u00f6bliert war und preislich gesehen sehr angemessen war.<\/p>\n<p>Bevor ich dann tats\u00e4chlich nach Frankreich gereist bin, hatte ich schon Kontakt mit meiner Mentorin und zwei anderen Kolleginnen. Am Tag meiner Ankunft wurde ich von einer Lehrerin abgeholt und zum Apartment im College Emile Zola, die in Sotteville-l\u00e8s-Rouen liegt, gebracht. Dort wurde ich dann von der anderen Kollegin sehr lieb empfangen, durch die Schule gef\u00fchrt und der Schulleitung vorgestellt.<\/p>\n<p>In den n\u00e4chsten Tagen galt es dann zun\u00e4chst, sich langsam an die neue Situation zu gew\u00f6hnen und auch einige Formalit\u00e4ten zu kl\u00e4ren.<\/p>\n<p>In dem Apartment blieb ich nicht alleine, da an den darauffolgenden Tagen noch zwei Assistentinnen aus Spanien und aus S\u00fcdafrika dazu gezogen sind.<\/p>\n<p>Um vorab meine k\u00fcnftigen Deutschkolleginnen kennenzulernen, wurde ich von ihnen zum Mittagessen eingeladen und konnte sie dadurch schon ein wenig kennenlernen.<\/p>\n<p>Bevor die Fremdsprachenassistenzkr\u00e4fte tats\u00e4chlich anfingen in den Schulen zu arbeiten, hat die Akademie eine Einf\u00fchrungsveranstaltung organisiert, in der man allgemeine Informationen erhielt, dann im Anschluss noch mit den anderen Assistent*innen derselben Sprache austauschen konnte und mit der jeweils zust\u00e4ndigen Lehrkraft gegebenenfalls Fragen kl\u00e4ren konnte.<\/p>\n<p>Neben den Lehrkr\u00e4ften waren auch die Sekret\u00e4rinnen in den Schulen sehr zuvorkommend und haben mir in einigen Gelegenheiten helfen k\u00f6nnen. F\u00fcr die Vorbereitung der Unterrichtsstunden war es auch von Vorteil die Klassenlisten mit den Namen der Sch\u00fcler zu haben, die ich von meinen jeweiligen Kolleginnen erhielt.<\/p>\n<p><strong>2. P\u00e4dagogische Erfahrungen w\u00e4hrend des Praktikums<br \/><\/strong>In den ersten zwei Wochen habe ich zun\u00e4chst an den drei verschiedenen Schulen hospitiert. In den meisten Klassen sollte ich mich selbst als Person vorstellen, erz\u00e4hlen woher ich herkomme, was ich in Rouen mache und anschlie\u00dfend konnten die Sch\u00fcler*innen mir Fragen stellen.<\/p>\n<p>Ich habe mich grunds\u00e4tzlich sehr gut von den Lehrerinnen betreut gef\u00fchlt. Vor meinen ersten Unterrichtseinheiten haben sich fast alle Lehrerinnen mit mir besprochen, welche Themen man eventuell durchnehmen k\u00f6nnte und welche \u00dcbungen sich am besten eignen. Schnell habe ich festgestellt, dass jede individuelle Lehrkraft, mit der ich zusammen arbeite, eine andere Vorstellung von meiner Aufgabe und Rolle als Fremdsprachenassistentin haben. An den beiden Coll\u00e8ges habe ich insgesamt hinsichtlich meiner p\u00e4dagogischen Erfahrungen mitgenommen. Zusammen mit einer Kollegin haben wir h\u00e4ufig die Klassen in zwei Gruppen geteilt, sodass die eine H\u00e4lfte zun\u00e4chst von mir betreut wurde und danach die Gruppen gewechselt wurden.<\/p>\n<p>Am anderen Coll\u00e8ge konnte ich mir die Themen meist frei ausw\u00e4hlen, habe aber versucht an die Themen anzukn\u00fcpfen oder zu schauen, welche Inhalte sie kennen und was demnach passen k\u00f6nnte. Hier habe ich die Stunden ganz \u00fcbernommen und die Lehrkr\u00e4fte waren im Raum dabei, was mich zu Beginn ein wenig nerv\u00f6s gemacht hat. Dennoch erwies es sich sp\u00e4ter als sehr hilfreich, weil sie ab und zu wichtige Hinweise gegeben haben oder mit mir zusammen unterrichtet haben. Manchmal haben die Lehrkr\u00e4fte aber auch konkret ge\u00e4u\u00dfert, was ich f\u00fcr die kommende Unterrichtsstunde mit den Sch\u00fclern vorbereiten k\u00f6nnte wie zum Beispiel ein Lied oder ein Spiel zu einem bestimmten Thema.<\/p>\n<p>Ich fand es eigentlich sehr gut in die zwei unterschiedlichen Schulformen Einblick zu haben, dennoch war ich ein wenig entt\u00e4uscht, als ich nach einigen Wochen festgestellt habe, dass ich am Lyc\u00e9e nicht sehr stark eingebunden werde. Dort habe ich in den Klassen von zwei Lehrerinnen assistiert. Die eine Lehrerin, bei der ich nur eine Unterrichtsstunde pro Woche dabei war, war sehr agil und motiviert. Sie hatte auch kein Problem damit, Themen zu behandeln, die nichts mit den aktuellen Inhalten der Unterrichtsstunde zutun hatte. Bei der anderen Lehrerin hingegen bin ich meist nur w\u00e4hrend der Stillarbeitsphasen herum gegangen, um Fragen zu beantworten und zu helfen. Tats\u00e4chlich habe ich mich meistens sehr \u00fcberfl\u00fcssig gef\u00fchlt und habe vorne neben der Lehrerin gestanden. Dennoch sollte man bedenken, dass es vor allem am Lyc\u00e9e durch die von der Regierung angeordneten Ma\u00dfnahmen nicht einfach war zu unterrichten, denn die Klassen wurden im Wechselunterricht unterrichtet.<\/p>\n<p>Was ich als sehr wertvoll empfand im Hinblick auf meine p\u00e4dagogischen Erfahrungen war, dass ich die Grundaspekte des Unterrichtens kennengelernt habe, wie zum Beispiel vor einer Klasse zu stehen und zu reden, wie man die Sch\u00fcler zu einem bestimmten Thema lenkt und welche verschiedenen Unterrichtsmethoden sich wann eignen. Von gro\u00dfem Vorteil war es auch, dass ich nicht unter Druck stand, denn es gab keine Dozenten oder Fachleiter, die mich beobachtet und bewertet haben. Ich hatte also grunds\u00e4tzlich die M\u00f6glichkeit, mich im Unterrichten auszuprobieren. Zudem habe ich mich gut in meine Rolle als \u201eLehrperson\u201c einfinden k\u00f6nnen und habe eine Idee bekommen, in welche Richtung ich mich als Lehrerpers\u00f6nlichkeit entwickeln m\u00f6chte.<\/p>\n<p><strong>3. Pers\u00f6nliche Eindr\u00fccke<br \/><\/strong>Mein Aufenthalt in Frankreich 2020\/2021 wurde von der Pandemie und den daraus resultierenden Ma\u00dfnahmen sehr bestimmt. Zu Beginn meiner Zeit in Rouen war es noch m\u00f6glich in Restaurants zu gehen, Kinos besuchen und auch sich in Bars aufzuhalten. Doch mit den immer h\u00f6her werdenden Fallzahlen wurde dann im November von der franz\u00f6sischen Regierung ein \u201ereconfinement\u201c bestimmt, das bedeutet, dass man grunds\u00e4tzlich nur noch f\u00fcr die Arbeit, f\u00fcr Einkaufen und anderen notwendigen Gr\u00fcnden das Haus verlassen durfte. Sp\u00e4ter wurden diese dann ein wenig gelockert. Daher wurde auch anfangs das Sozialleben sehr eingeschr\u00e4nkt, dennoch habe ich versucht, das Beste aus der Situation zu machen.<\/p>\n<p>In den Herbstferien, die im Oktober stattfanden habe ich mit zwei anderen Assistentinnen eine Reise durch die Normandie unternommen, auf der wir auch einigen Menschen beginget sind und tolle Gespr\u00e4che f\u00fchren konnte. Was Freizeitaktivit\u00e4ten anging, gab es einige Angebote von der Schule wie Lehreryoga oder auch Sportaktivit\u00e4ten in \u00f6ffentlichen Parks. Leider wurden diese Aktivit\u00e4ten sp\u00e4ter nicht mehr angeboten und stattdessen habe ich versucht, viel individuellen Sport in Form von Joggen zu t\u00e4tigen und einige Ausfl\u00fcge mit meinen Mitbewohnerinnen in nahegelegene Orte zu machen. Ich fand es etwas schade, dass ich nicht viele neue Kontakte kn\u00fcpfen konnte, mit denen ich Franz\u00f6sisch gesprochen habe. Sch\u00f6n war es dennoch auch in der Freizeit, mich mit ein paar Kolleginnen zum Spazieren oder Sport machen zu treffen. Insgesamt gab es bedingt durch die Pandemie auch einige Momente, in denen ich mich mit mir selbst besch\u00e4ftigen musste und etwas alleine gef\u00fchlt habe.<\/p>\n<p><strong>4. Pers\u00f6nliches Fazit<br \/><\/strong>Alles in allem empfand ich meine T\u00e4tigkeit als Fremdsprachenassistentin in der Region Rouen als sehr sch\u00f6n, auch wenn die Pandemie die Situation teilweise sehr erschwert hat. Ich habe einige sehr freundliche Menschen kennenlernen d\u00fcrfen, die mir das Gef\u00fchl gegeben haben, nicht ganz alleine zu sein und mich auch sehr unterst\u00fctzt haben, wodurch ich mich meist recht wohlgef\u00fchlt habe.<\/p>\n<p>Was den sozialen Aspekt angeht, war es wie erw\u00e4hnt nicht so einfach, da ich nicht viele Kontakte kn\u00fcpfen konnte. Trotzdem habe ich einen guten Einblick in Land und Leute bekommen und konnte mich sprachlich auch verbessern. Ich habe viele kulturelle Aspekte kennengelernt, was ich im Hinblick auf meine zuk\u00fcnftige T\u00e4tigkeit als Franz\u00f6sischlehrerin sehr hilfreich erscheint. Die Arbeit mit den Sch\u00fclern und Kollegen an den Schulen hat mir meistens Spa\u00df gebracht. Es war allerdings ein wenig ern\u00fcchternd, dass ich im Lyc\u00e9e nicht viel eingesetzt wurde. Daf\u00fcr habe ich aber viele p\u00e4dagogische Erfahrungen an den anderen Colleges gemacht, wurde in meinem Vorhaben best\u00e4rkt, Lehrerin werden zu wollen und habe mich auch in meiner Lehrerpers\u00f6nlichkeit weiterentwickelt.<\/p>\n<p>Die einschr\u00e4nkenden Ma\u00dfnahmen durch die Pandemie haben uns wahrscheinlich alle sehr eingeschr\u00e4nkt und waren teilweise sehr belastend, dennoch habe ich auch dadurch gelernt, viel mit mir selbst Zeit zu verbringen und mich auf eine Art und Weise besser kennenzulernen. Insgesamt finde ich, dass ein Praktikum als Fremdsprachenassistentin, das auch durch Erasmus + unterst\u00fctzt wurde, eine tolle M\u00f6glichkeit ist, ein Land, die Menschen, die Kultur kennenzulernen und wertvolle p\u00e4dagogische Erfahrungen zu sammeln. Ich w\u00fcrde jeder Zeit gerne wieder als Fremdsprachenassistentin arbeiten wollen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"ShortCode_Div\">\n        <div id=\"map_ol3js_1\"\n             class=\"map undefined\"\n             data-map_name=\"undefined\"\n             data-map=\"map_ol3js_1\"\n             style=\"width:95%;\n                    max-width:100%;\n                    height:450px;\n                    display:block;\n                    overflow:hidden;\n                    border:2px solid grey;\">\n          <div id=\"map_ol3js_1_popup\" class=\"ol-popup\">\n            <a href=\"#\" id=\"map_ol3js_1_popup-closer\" class=\"ol-popup-closer\"><\/a>\n            <div id=\"map_ol3js_1_popup-content\"><\/div>\n          <\/div>\n        <\/div>\n    \n\n\t\t\t\t<script type=\"text\/javascript\">\n\t\t\t\t\ttranslations['openlayer'] = \"open layer\";\n\t\t\t\t\ttranslations['openlayerAtStartup'] = \"open layer at startup\";\n\t\t\t\t\ttranslations['generateLink'] = \"Der Link zur Karte mit ausgew\u00e4hlten Overlays und angezeigtem Ausschnitt\";\n\t\t\t\t\ttranslations['shortDescription'] = \"Kurzbeschreibung\";\n\t\t\t\t\ttranslations['generatedShortCode'] = \"to get a text control link paste this code in your wordpress editor\";\n\t\t\t\t\ttranslations['closeLayer'] = \"close layer\";\n\t\t\t\t\ttranslations['cantGenerateLink'] = \"put this string in the existing map short code to control this map\";\n\t\t\t  <\/script>\n\n\n\t\t\t  <script type=\"text\/javascript\">\n\t\t\t  vectorM['map_ol3js_1'] = [];\n\t        \n        var raster = getTileLayer(\"osm\",\"NoKey\");\t\t\t\n\n\t\t\t  var map_ol3js_1 = new ol.Map({\n\t\t\t\tinteractions: ol.interaction.defaults.defaults({mouseWheelZoom:false}),\n\t\t\t\tlayers: [raster],\n\t\t\t\ttarget: \"map_ol3js_1\",\n\t\t\t\tview: new ol.View({\n\t\t\t\t  center: ol.proj.transform([0.8776,49.3239], \"EPSG:4326\", \"EPSG:3857\"),\n\t\t\t\t  zoom: 7.0\n\t\t\t\t})\n\t\t\t  });\n\t\t\t  addControls2Map(map_ol3js_1,0,0,3,0,5,6,7,1,1);\nosm_addPopupClickhandler(map_ol3js_1,  \"map_ol3js_1\"); \nosm_addMouseHover(map_ol3js_1); <\/script><\/div><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_post_nav_0 et_pb_posts_nav nav-single et_block_module\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":9117,"featured_media":7618,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"<p><strong>1. Bewerbungsprozess und Ankunft<\/strong><br \/>Zu meiner Entscheidung, mich als Fremdsprachenassistenzkraft f\u00fcr Deutsch in Frankreich zu bewerben trug zum einen meine Motivation bei, mich m\u00fcndlich im Franz\u00f6sischen zu verbessern, Land und Leute n\u00e4her kennenzulernen und zum anderen der Wunsch als Lehramtsstudierende in einem fremden Schulsystem erste Unterrichtserfahrungen zu sammeln. Ich habe mich beim P\u00e4dagogischen Austauschdienst, der im Rahmen vom KMK gegr\u00fcndet wurde, beworben. Daher war ich umso erfreuter Ende Mai 2021, eine Zusage f\u00fcr Rouen erhalten zu haben, auch wenn es sich aufgrund der pandemischen Lage zun\u00e4chst nur um eine vorl\u00e4ufige Zusage handelte.<\/p><p>Wenige Wochen sp\u00e4ter, ca. im Juli erhielt ich dann eine E-Mail von der Akademie Rouen, in der ich meine offizielle Zusage erhielt und ebenfalls erfuhr, dass ich an einem Lyc\u00e9e und zwei Colleges arbeiten w\u00fcrde. Von den zwei zust\u00e4ndigen Lehrerinnen, die sich um die Assistent*innen aus der Akademie Rouen k\u00fcmmerten, erhielt ich ebenfalls eine sehr freundliche E-Mail mit n\u00e4heren Informationen zu Rouen und der Normandie. Mir wurde auch von meiner sp\u00e4teren Kollegin netterweise angeboten vorab zu telefonieren, um gegebenenfalls Fragen zu kl\u00e4ren. Dies empfand ich als sehr zuvorkommend und hilfreich, da ich spezifischere Fragen zu Wohnsituation, Schule und der Stadt stellen konnte und mich dadurch viel selbstsicherer auf meinen Frankreich Aufenthalt vorbereiten konnte. Im Hinblick auf die Unterkunft vor Ort wurde mir von einer meiner Schulen angeboten, in eine f\u00fcr Fremdsprachenassistent*innen vorgesehene Wohnung zu wohnen. Dies erwies sich f\u00fcr mich als sehr praktisch, da das Apartment m\u00f6bliert war und preislich gesehen sehr angemessen war.<\/p><p>Bevor ich dann tats\u00e4chlich nach Frankreich gereist bin, hatte ich schon Kontakt mit meiner Mentorin und zwei anderen Kolleginnen. Am Tag meiner Ankunft wurde ich von einer Lehrerin abgeholt und zum Apartment im College Emile Zola, die in Sotteville-l\u00e8s-Rouen liegt, gebracht. Dort wurde ich dann von der anderen Kollegin sehr lieb empfangen, durch die Schule gef\u00fchrt und der Schulleitung vorgestellt.<\/p><p>In den n\u00e4chsten Tagen galt es dann zun\u00e4chst, sich langsam an die neue Situation zu gew\u00f6hnen und auch einige Formalit\u00e4ten zu kl\u00e4ren.<\/p><p>In dem Apartment blieb ich nicht alleine, da an den darauffolgenden Tagen noch zwei Assistentinnen aus Spanien und aus S\u00fcdafrika dazu gezogen sind.<\/p><p>Um vorab meine k\u00fcnftigen Deutschkolleginnen kennenzulernen, wurde ich von ihnen zum Mittagessen eingeladen und konnte sie dadurch schon ein wenig kennenlernen.<\/p><p>Bevor die Fremdsprachenassistenzkr\u00e4fte tats\u00e4chlich anfingen in den Schulen zu arbeiten, hat die Akademie eine Einf\u00fchrungsveranstaltung organisiert, in der man allgemeine Informationen erhielt, dann im Anschluss noch mit den anderen Assistent*innen derselben Sprache austauschen konnte und mit der jeweils zust\u00e4ndigen Lehrkraft gegebenenfalls Fragen kl\u00e4ren konnte.<\/p><p>Neben den Lehrkr\u00e4ften waren auch die Sekret\u00e4rinnen in den Schulen sehr zuvorkommend und haben mir in einigen Gelegenheiten helfen k\u00f6nnen. F\u00fcr die Vorbereitung der Unterrichtsstunden war es auch von Vorteil die Klassenlisten mit den Namen der Sch\u00fcler zu haben, die ich von meinen jeweiligen Kolleginnen erhielt.<\/p><p><strong>2. P\u00e4dagogische Erfahrungen w\u00e4hrend des Praktikums<\/strong><br \/>In den ersten zwei Wochen habe ich zun\u00e4chst an den drei verschiedenen Schulen hospitiert. In den meisten Klassen sollte ich mich selbst als Person vorstellen, erz\u00e4hlen woher ich herkomme, was ich in Rouen mache und anschlie\u00dfend konnten die Sch\u00fcler*innen mir Fragen stellen.<\/p><p>Ich habe mich grunds\u00e4tzlich sehr gut von den Lehrerinnen betreut gef\u00fchlt. Vor meinen ersten Unterrichtseinheiten haben sich fast alle Lehrerinnen mit mir besprochen, welche Themen man eventuell durchnehmen k\u00f6nnte und welche \u00dcbungen sich am besten eignen. Schnell habe ich festgestellt, dass jede individuelle Lehrkraft, mit der ich zusammen arbeite, eine andere Vorstellung von meiner Aufgabe und Rolle als Fremdsprachenassistentin haben. An den beiden Coll\u00e8ges habe ich insgesamt hinsichtlich meiner p\u00e4dagogischen Erfahrungen mitgenommen. Zusammen mit einer Kollegin haben wir h\u00e4ufig die Klassen in zwei Gruppen geteilt, sodass die eine H\u00e4lfte zun\u00e4chst von mir betreut wurde und danach die Gruppen gewechselt wurden.<\/p><p>Am anderen Coll\u00e8ge konnte ich mir die Themen meist frei ausw\u00e4hlen, habe aber versucht an die Themen anzukn\u00fcpfen oder zu schauen, welche Inhalte sie kennen und was demnach passen k\u00f6nnte. Hier habe ich die Stunden ganz \u00fcbernommen und die Lehrkr\u00e4fte waren im Raum dabei, was mich zu Beginn ein wenig nerv\u00f6s gemacht hat. Dennoch erwies es sich sp\u00e4ter als sehr hilfreich, weil sie ab und zu wichtige Hinweise gegeben haben oder mit mir zusammen unterrichtet haben. Manchmal haben die Lehrkr\u00e4fte aber auch konkret ge\u00e4u\u00dfert, was ich f\u00fcr die kommende Unterrichtsstunde mit den Sch\u00fclern vorbereiten k\u00f6nnte wie zum Beispiel ein Lied oder ein Spiel zu einem bestimmten Thema.<\/p><p>Ich fand es eigentlich sehr gut in die zwei unterschiedlichen Schulformen Einblick zu haben, dennoch war ich ein wenig entt\u00e4uscht, als ich nach einigen Wochen festgestellt habe, dass ich am Lyc\u00e9e nicht sehr stark eingebunden werde. Dort habe ich in den Klassen von zwei Lehrerinnen assistiert. Die eine Lehrerin, bei der ich nur eine Unterrichtsstunde pro Woche dabei war, war sehr agil und motiviert. Sie hatte auch kein Problem damit, Themen zu behandeln, die nichts mit den aktuellen Inhalten der Unterrichtsstunde zutun hatte. Bei der anderen Lehrerin hingegen bin ich meist nur w\u00e4hrend der Stillarbeitsphasen herum gegangen, um Fragen zu beantworten und zu helfen. Tats\u00e4chlich habe ich mich meistens sehr \u00fcberfl\u00fcssig gef\u00fchlt und habe vorne neben der Lehrerin gestanden. Dennoch sollte man bedenken, dass es vor allem am Lyc\u00e9e durch die von der Regierung angeordneten Ma\u00dfnahmen nicht einfach war zu unterrichten, denn die Klassen wurden im Wechselunterricht unterrichtet.<\/p><p>Was ich als sehr wertvoll empfand im Hinblick auf meine p\u00e4dagogischen Erfahrungen war, dass ich die Grundaspekte des Unterrichtens kennengelernt habe, wie zum Beispiel vor einer Klasse zu stehen und zu reden, wie man die Sch\u00fcler zu einem bestimmten Thema lenkt und welche verschiedenen Unterrichtsmethoden sich wann eignen. Von gro\u00dfem Vorteil war es auch, dass ich nicht unter Druck stand, denn es gab keine Dozenten oder Fachleiter, die mich beobachtet und bewertet haben. Ich hatte also grunds\u00e4tzlich die M\u00f6glichkeit, mich im Unterrichten auszuprobieren. Zudem habe ich mich gut in meine Rolle als \u201eLehrperson\u201c einfinden k\u00f6nnen und habe eine Idee bekommen, in welche Richtung ich mich als Lehrerpers\u00f6nlichkeit entwickeln m\u00f6chte.<\/p><p><strong>3. Pers\u00f6nliche Eindr\u00fccke<\/strong><br \/>Mein Aufenthalt in Frankreich 2020\/2021 wurde von der Pandemie und den daraus resultierenden Ma\u00dfnahmen sehr bestimmt. Zu Beginn meiner Zeit in Rouen war es noch m\u00f6glich in Restaurants zu gehen, Kinos besuchen und auch sich in Bars aufzuhalten. Doch mit den immer h\u00f6her werdenden Fallzahlen wurde dann im November von der franz\u00f6sischen Regierung ein \u201ereconfinement\u201c bestimmt, das bedeutet, dass man grunds\u00e4tzlich nur noch f\u00fcr die Arbeit, f\u00fcr Einkaufen und anderen notwendigen Gr\u00fcnden das Haus verlassen durfte. Sp\u00e4ter wurden diese dann ein wenig gelockert. Daher wurde auch anfangs das Sozialleben sehr eingeschr\u00e4nkt, dennoch habe ich versucht, das Beste aus der Situation zu machen.<\/p><p>In den Herbstferien, die im Oktober stattfanden habe ich mit zwei anderen Assistentinnen eine Reise durch die Normandie unternommen, auf der wir auch einigen Menschen beginget sind und tolle Gespr\u00e4che f\u00fchren konnte. Was Freizeitaktivit\u00e4ten anging, gab es einige Angebote von der Schule wie Lehreryoga oder auch Sportaktivit\u00e4ten in \u00f6ffentlichen Parks. Leider wurden diese Aktivit\u00e4ten sp\u00e4ter nicht mehr angeboten und stattdessen habe ich versucht, viel individuellen Sport in Form von Joggen zu t\u00e4tigen und einige Ausfl\u00fcge mit meinen Mitbewohnerinnen in nahegelegene Orte zu machen. Ich fand es etwas schade, dass ich nicht viele neue Kontakte kn\u00fcpfen konnte, mit denen ich Franz\u00f6sisch gesprochen habe. Sch\u00f6n war es dennoch auch in der Freizeit, mich mit ein paar Kolleginnen zum Spazieren oder Sport machen zu treffen. Insgesamt gab es bedingt durch die Pandemie auch einige Momente, in denen ich mich mit mir selbst besch\u00e4ftigen musste und etwas alleine gef\u00fchlt habe.<\/p><p><strong>4. Pers\u00f6nliches Fazit<\/strong><br \/>Alles in allem empfand ich meine T\u00e4tigkeit als Fremdsprachenassistentin in der Region Rouen als sehr sch\u00f6n, auch wenn die Pandemie die Situation teilweise sehr erschwert hat. Ich habe einige sehr freundliche Menschen kennenlernen d\u00fcrfen, die mir das Gef\u00fchl gegeben haben, nicht ganz alleine zu sein und mich auch sehr unterst\u00fctzt haben, wodurch ich mich meist recht wohlgef\u00fchlt habe.<\/p><p>Was den sozialen Aspekt angeht, war es wie erw\u00e4hnt nicht so einfach, da ich nicht viele Kontakte kn\u00fcpfen konnte. Trotzdem habe ich einen guten Einblick in Land und Leute bekommen und konnte mich sprachlich auch verbessern. Ich habe viele kulturelle Aspekte kennengelernt, was ich im Hinblick auf meine zuk\u00fcnftige T\u00e4tigkeit als Franz\u00f6sischlehrerin sehr hilfreich erscheint. Die Arbeit mit den Sch\u00fclern und Kollegen an den Schulen hat mir meistens Spa\u00df gebracht. Es war allerdings ein wenig ern\u00fcchternd, dass ich im Lyc\u00e9e nicht viel eingesetzt wurde. Daf\u00fcr habe ich aber viele p\u00e4dagogische Erfahrungen an den anderen Colleges gemacht, wurde in meinem Vorhaben best\u00e4rkt, Lehrerin werden zu wollen und habe mich auch in meiner Lehrerpers\u00f6nlichkeit weiterentwickelt.<\/p><p>Die einschr\u00e4nkenden Ma\u00dfnahmen durch die Pandemie haben uns wahrscheinlich alle sehr eingeschr\u00e4nkt und waren teilweise sehr belastend, dennoch habe ich auch dadurch gelernt, viel mit mir selbst Zeit zu verbringen und mich auf eine Art und Weise besser kennenzulernen. Insgesamt finde ich, dass ein Praktikum als Fremdsprachenassistentin, das mir durch Erasmus + erm\u00f6glicht wurde, eine tolle M\u00f6glichkeit ist, ein Land, die Menschen, die Kultur kennenzulernen und wertvolle p\u00e4dagogische Erfahrungen zu sammeln. Ich w\u00fcrde jeder Zeit gerne wieder als Fremdsprachenassistentin arbeiten wollen.<\/p><p>\u00a0<\/p><div id=\"ShortCode_Div\">[osm_map_v3 map_center=\"49.3239,0.8776\" zoom=\"7.0\" width=\"95%\" height=\"450\" post_markers=\"1\" control=\"fullscreen\"]<\/div>","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,342721,52097,356669,49297,368865,653],"tags":[52097,67955,368843,49297,572100],"class_list":["post-7617","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-berichte","category-frankreich","category-laender","category-lehramt","category-outgoing","category-praktikum","tag-frankreich","tag-franzoesisch","tag-fremdsprachenassistenz","tag-lehramt","tag-pad"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7617","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9117"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7617"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7617\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7977,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7617\/revisions\/7977"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7618"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7617"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7617"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7617"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}