

{"id":7496,"date":"2021-04-08T19:21:05","date_gmt":"2021-04-08T17:21:05","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/?p=7496"},"modified":"2022-06-13T23:36:29","modified_gmt":"2022-06-13T21:36:29","slug":"erasmus-praktikum-bei-skoda-auto-in-tschechien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/2021\/04\/08\/erasmus-praktikum-bei-skoda-auto-in-tschechien\/","title":{"rendered":"ERASMUS+ Praktikum bei \u0160koda Auto in Tschechien"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><strong>Motivation<br \/><\/strong>Aufgrund des hohen Anforderungsniveaus meines Produktionstechnik-Studiums lag mein Fokus grunds\u00e4tzlich stark auf der Erzielung guter Leistungen und auf der Erlangung eines z\u00fcgigen Abschlusses. \u00dcber einen Auslandsaufenthalt habe ich zu Beginn meines Studiums nicht wirklich nachgedacht, weil ich nicht die Zeit gefunden habe, mich intensiver damit auseinanderzusetzen und weil ich darin in jedem Fall eine Verl\u00e4ngerung meines Studiums gesehen habe. Zum Ende des Bachelor- bzw. zu Beginn meines Masterstudiums \u00e4nderte sich meine Sichtweise etwas. Ich informierte mich \u00fcber den Ablauf eines Auslandsaufenthaltes und \u00fcber F\u00f6rderungsm\u00f6glichkeiten an der Universit\u00e4t Bremen. Im Zuge dessen lernte ich auch die Studentenorganisation IAESTE kennen und unterst\u00fctzte das Lokalkomitee Bremen ehrenamtlich. Die Organisation vermittelt weltweit kostenlos Praktika und bietet den Praktikanten zudem eine Art Begleitprogramm, welches Unterst\u00fctzung bei der Wohnungssuche und Beh\u00f6rdeng\u00e4ngen oder andere Betreuungsaufgaben umfasst. So kam ich h\u00e4ufiger mit ausl\u00e4ndischen Studenten in Kontakt, die in Bremen ein Praktikum absolvierten und mir wurde bewusst, dass ein solcher Auslandsaufenthalt viel Freude bereiten kann und sich in vielerlei Hinsicht lohnt. Neben der Praxiserfahrung lassen sich insbesondere die Verbesserung der Sprachkenntnisse, das Kn\u00fcpfen neuer Kontakte, und das Erleben einer neuen Kultur nennen. Au\u00dferdem sehe ich darin ein Verlassen der eigenen Komfortzone, was z.B. mit einem selbstsichereren Auftreten oder einer andersartigen Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung einhergehen kann. Ein Studium im Ausland war f\u00fcr mich jedoch weiterhin nicht attraktiv. Gr\u00fcnde daf\u00fcr waren vor allem die z.T. sehr unterschiedlichen Studiensysteme (inkl. schwer zu kombinierenden Semesterzeiten), die Bewerbungsfristen und die Anerkennungsverfahren. Im Vergleich dazu ist das Praktikum \u00fcber ERASMUS+ deutlich unkomplizierter und flexibler, weshalb ich mich letztendlich auch daf\u00fcr entschied.<\/p>\n<p><strong>Vorbereitung und Bewerbung<br \/><\/strong>Zun\u00e4chst las ich mir Ratgeber durch, die sich damit befassen wie man einen Auslandaufenthalt bestenfalls plant und worauf allgemein zu achten ist. Im Internet, beim International Office und beim Career Center wurde ich diesbez\u00fcglich schnell f\u00fcndig. Mithilfe des Informationsmaterials stellte ich mir einen eigenen Zeitplan wichtigen Meilensteinen auf. Im Fokus stand zun\u00e4chst die Frage \u201eWas erhoffe ich mir durch das Praktikum?\u201c. Anschlie\u00dfend ging es darum herauszufinden, in welcher Branche und in welchen L\u00e4ndern ich mir ein Praktikum vorstellen kann. Aufgrund meines ingenieurwissenschaftlichen Studiums suchte ich vornehmlich nach Stellen im technischen Bereich. Dabei stellte ich fest, dass das Praktikumsland f\u00fcr mich nur eine untergeordnete Rolle spielt und haupts\u00e4chlich durch meine Sprachkenntnisse (Deutsch, Englisch, Franz\u00f6sisch) sowie die f\u00f6rderbaren L\u00e4nder im ERASMUS+ Programm eingeschr\u00e4nkt wird. Da ich mir eine Zukunft im Bereich Automotive gut vorstellen kann, suchte ich insbesondere auch auf den Internetseiten der deutschen Automobilkonzerne nach M\u00f6glichkeiten eines Auslandspraktikums. Die ausgeschriebenen Stellen inkl. der T\u00e4tigkeitsbeschreibung und den Anforderungen sowie die pers\u00f6nlichen Erfahrungsberichte ehemaliger Praktikanten, die ich bei meiner weiteren Recherche gefunden habe, sorgten daf\u00fcr, dass sich letztendlich Audi (Gy\u0151r, Ungarn), Volkswagen (Bratislava, Slowakei) und \u0160koda (Mlad\u00e1 Boleslav, Tschechische Republik) als meine favorisierten Arbeitgeber herauskristallisierten. Nachdem ich meine Favoriten priorisiert hatte, schrieb ich Bewerbungen und schickte sie zeitlich versetzt ab (erste Bewerbung ca. 6 Monate vor gew\u00fcnschtem Praktikumsbeginn). \u00dcber die Zusage von \u0160koda im Bereich des Prototypenkarosseriebaus freute ich mich nat\u00fcrlich sehr.<\/p>\n<p><strong>Letzte Schritte vor der Abreise<br \/><\/strong>Obwohl ich die Praktikumszusage schon mehrere Monate vor Beginn erhalten habe, war aufgrund der Situation durch das Coronavirus unklar, ob mein Auslandsaufenthalt wie geplant stattfinden kann (Einreisestopp, Quarant\u00e4nema\u00dfnahmen, Produktionsstopp, etc.). Als von allen Seiten das O.K. kam freute ich mich umso mehr und bereitete mich auf die Abreise vor. Die wichtigsten Dinge waren: letzte Leistungen an der Universit\u00e4t erbringen, ERASMUS+ F\u00f6rderung beantragen, alle ben\u00f6tigten Unterlagen beschaffen, Impfschutz auffrischen, Auslandsversicherung abschlie\u00dfen (z.B. DAAD-Kombinationspolice), Anreise organisieren, Wohnung im Ausland finden (ich konnte gl\u00fccklicherweise im Wohnheim des Arbeitgebers untergebracht werden), internationalen Studentenausweis (ISIC) beantragen und Uni-Semesterbeitrag \u00fcberweisen. Au\u00dferdem sollte man sich \u00fcber das Thema Geld Gedanken machen und sicherstellen, dass auch im Ausland alles wie gewohnt funktioniert (Bargeld, EC-Karte, ggf. andere W\u00e4hrung, etc.). Nachdem diese Dinge erledigt waren, hie\u00df es Koffer packen und sich von Familie, Bekannten und Freunden verabschieden.<\/p>\n<p><strong>Ein holpriger Start<br \/><\/strong>Ich reiste bewusst zwei Tage vor Vertragsbeginn aus Deutschland ab. Mein Gedanke war es, den Ort am ersten Tag in Ruhe kennenzulernen und mich von einer ggf. strapazi\u00f6sen Reise erholen zu k\u00f6nnen. Ich reiste mit dem Zug bis nach Prag. Trotz der Tatsache, dass der Zug p\u00fcnktlich startete und auch die Umstiege gut verliefen, ergab sich kurz vor der Bundesgrenze ein technisches Problem, sodass die Fahrt unterbrochen werden musste und ich letztendlich mit \u00fcber 3 Stunden Versp\u00e4tung in Prag ankam. Ich suchte dort zun\u00e4chst eine Wechselstube auf, um ein wenig Bargeld in die Landesw\u00e4hrung \u201eTschechische Kronen (CZK)\u201c zu wechseln. Hierf\u00fcr kann ich den Schalter an der Information der Tschechischen Bahn \u201eCesk\u00e9 Dr\u00e1hy\u201c empfehlen, da dort faire Wechselkurse angeboten werden. Mit Metro und Bus ging es anschlie\u00dfend weiter in Richtung Mlad\u00e1 Boleslav. An der Bushaltestelle kam ich das erste Mal mit einer tschechischen Person ins Gespr\u00e4ch. Ich fragte, ob ich an der richtigen Haltestelle sei, was mir der junge Student gl\u00fccklicherweise best\u00e4tigen konnte. Er nahm denselben Bus und kannte sich in Mlad\u00e1 Boleslav aus. Auch gab er mir ein paar allgemeine Hinweise zu den Transportsystemen in Tschechien und erkl\u00e4rte mir den Weg von der Bushaltestelle zu meinem Wohnheim. W\u00e4hrend der anschlie\u00dfenden Busfahrt unterhielten wir uns weiter und tauschten Handynummern aus. Ich freute mich sehr \u00fcber diese Hilfsbereitschaft.<\/p>\n<p>Aufgrund der bereits erw\u00e4hnten Zugversp\u00e4tung war es etwa Mitternacht als ich aus dem Bus ausstieg und mich mit meinen Koffern in Richtung Wohnheim aufmachte. Dort stellte ich mich vor und bekam an der Rezeption einige Unterlagen zur Unterschrift sowie meine Zimmerschl\u00fcssel ausgeh\u00e4ndigt. Da ich mich zuvor mit dem Studenten im Bus gut auf Englisch unterhalten konnte, war ich umso schockierter, dass die Dame an der Rezeption keines meiner Worte zu verstehen schien und stets den Google \u00dcbersetzer auf ihrem Handy zur Rate zog. Auch Freundlichkeit war kaum vorhanden. Nichtsdestotrotz bewegte ich mich mit dem Schl\u00fcssel in der Hand in Richtung meiner Wohnung (4er-WG, Zimmer jeweils zu zweit) und hoffte dort niemanden aufwecken zu m\u00fcssen. Leider war das Gegenteil der Fall. In meinem Zimmer schlief mein Mitbewohner und war nicht begeistert mich zu sehen. Er wusste nicht, dass ich anreisen w\u00fcrde und gab mir zu verstehen, dass er schlafen wolle. Daraufhin a\u00df ich noch eine Kleinigkeit, machte mich bettfertig und versuchte einzuschlafen. Nach der stressigen Anreise war ich wirklich froh, dass ich noch einen Tag Puffer als Erholung eingeplant hatte. Nur wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht, wie ich die tschechische Bev\u00f6lkerung einsch\u00e4tzen soll. Ich hatte die Bekanntschaft mit drei Personen gemacht, deren Verhalten unterschiedlicher nicht h\u00e4tte sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Erster Tag in der Stadt Mlad\u00e1 Boleslav<br \/><\/strong>Am n\u00e4chsten Morgen wurde ich recht fr\u00fch durch Sonnenstrahlen geweckt. Trotz der etwas kurzen Nacht f\u00fchlte ich mich etwas erholt. Der Blick aus dem Fenster war meiner Meinung nach nicht schlecht (s. Abbildung 1).<\/p>\n<p><div id=\"attachment_7477\" style=\"width: 890px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-0\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7477\" class=\"size-full wp-image-7477\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1.jpg\" alt=\"\" width=\"880\" height=\"660\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1.jpg 880w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1-480x360.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 880px, 100vw\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7477\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 1: Der Blick aus dem Fenster meiner Wohnung.<\/p><\/div><\/p>\n<p>Ich stellte mich meinem Zimmernachbarn vor und kam mit ihm ins Gespr\u00e4ch. Seine schlechte Laune hatte sich gl\u00fccklicherweise gelegt. Er kam selbst aus Tschechien und beantwortete mir gerne alle Fragen, die ich zu diesem Zeitpunkt zu der Wohnsituation oder dem Arbeitgeber hatte. Der Zustand und die Ausstattung der Wohnung waren leider unterhalb des deutschen Standards. Da mir die Unterkunft kostenlos zur Verf\u00fcgung gestellt wurde und nur f\u00fcr einen begrenzten Zeitraum mein zu Hause sein w\u00fcrde, konnte ich mich damit trotzdem anfreunden. Ich holte mir in der N\u00e4he der Wohnung etwas zu Essen und nutzte den Rest des Tages, um die Stadt zu erkunden. Das Wetter war sehr gut und die Architektur mancher Geb\u00e4ude sehr sch\u00f6n (s. Abbildung 2 und Abbildung 3).<\/p>\n<p>\n\t\t<style>\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 50%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-0 gallery-columns-2 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda2.jpg' title=\"\" data-rl_title=\"\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"420\" height=\"315\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda2-420x315.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-7478\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-7478'>\n\t\t\t\tAbbildung 2: Kleiner Stadtpark mit Blumenwiese und dahinter das Gymnasium \u201eDr. Josefa Peka\u0159e\u201c.\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda3.jpg' title=\"\" data-rl_title=\"\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"420\" height=\"315\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda3-420x315.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-7479\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-7479'>\n\t\t\t\tAbbildung 3: Das Stadttheater.\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n<\/p>\n<p>Auch machte ich mich auf die Suche nach meinem zuk\u00fcnftigen Arbeitsplatz. Der Bereich der technischen Entwicklung, in welchem ich t\u00e4tig sein sollte, befindet sich n\u00e4mlich nicht im Hauptwerk, sondern auf dem Gel\u00e4nde \u201eCesana\u201c am anderen Ende der Stadt (s. Abbildung 4).<\/p>\n<p><div id=\"attachment_7497\" style=\"width: 2177px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda45.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-3\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7497\" class=\"wp-image-7497 size-full\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda45.jpg\" alt=\"\" width=\"2167\" height=\"1039\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda45.jpg 2167w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda45-1280x614.jpg 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda45-980x470.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda45-480x230.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 2167px, 100vw\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7497\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 4: Bereich der technischen Entwicklung am Standort Cesana direkt am Fluss Jizera (links) und zugeh\u00f6riges Schild am Eingangstor (rechts).<\/p><\/div><\/p>\n<p>W\u00e4hrend meines Praktikums sollte der Umzug des Prototypen- und Modellbaus in ein eigens daf\u00fcr neu errichtetes Geb\u00e4ude (s. Abbildung 5) erfolgen.<\/p>\n<p><div id=\"attachment_7482\" style=\"width: 942px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda6.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-4\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7482\" class=\"size-full wp-image-7482\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda6.jpg\" alt=\"\" width=\"932\" height=\"699\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda6.jpg 932w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda6-480x360.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 932px, 100vw\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7482\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 5: Neues Geb\u00e4ude f\u00fcr den Prototypen- und Modellbau (Umzug der einzelnen Abteilungen ab 08\/2020).<\/p><\/div><\/p>\n<p>Der erste Eindruck des Wohnortes war durchaus positiv, sodass ich mich schon auf den n\u00e4chsten Tag freute.<\/p>\n<p><strong>Entry Training und erster Arbeitstag<br \/><\/strong>Den ersten Tag verbrachte ich im Schulungszentrum von \u0160koda, wo mir die Geschichte und die Prinzipien des Unternehmens sowie Einzelheiten zu meinem Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis n\u00e4her gebracht wurden. Auch die Arbeitssicherheit wurde thematisiert. Am Ende der Schulung musste ich einige Dokumente unterschreiben und bekam meinen Firmenausweis ausgeh\u00e4ndigt. Normalerweise ist im Zuge des Entry Trainings auch eine Tour \u00fcber das Firmengel\u00e4nde geplant. Diese musste jedoch leider aufgrund der Situation hinsichtlich Corona ausfallen. Am n\u00e4chsten Tag begab ich mich zu meiner Arbeitsstelle. Dort wurden mir mein Arbeitsplatz sowie die weiteren R\u00e4umlichkeiten der Abteilung gezeigt. Ich wurde den Kollegen vorgestellt und erz\u00e4hlte auch ein wenig \u00fcber mich. Am ersten Arbeitstag ging es haupts\u00e4chlich um die Kl\u00e4rung organisatorischer Angelegenheiten und um das Einrichten des Arbeitsplatzes. Anschlie\u00dfend bekam ich dann meine ersten Aufgaben als Praktikant.<\/p>\n<p><strong>Vorstellung der Abteilung und Aufgaben w\u00e4hrend des Praktikums<br \/><\/strong>Diesen Abschnitt m\u00f6chte ich bewusst kurz halten, da zum einen der Fokus dieses Berichtes woanders liegen soll und da ich zum anderen auch hinsichtlich Informationen aus dem Unternehmen zur Verschwiegenheit verpflichtet bin. So war es auch nicht gestattet Fotos auf dem Werksgel\u00e4nde anzufertigen. Positiv m\u00f6chte ich hervorheben, dass ich ca. zwei Wochen nach Praktikumsbeginn eine Pr\u00e4sentation \u00fcber mich (auf Englisch) halten sollte. So konnten sich die Kollegen ein Bild davon machen, wer ich bin, woher ich komme und welche Erfahrungen ich bislang gesammelt habe. Auch Bestandteil dieser Pr\u00e4sentation waren meine Erwartungen an das Praktikum. Dementsprechend konnte ich selbst Ideen und W\u00fcnsche \u00e4u\u00dfern und somit meine eigenen Interessen bei der Gestaltung des Praktikums einbringen.<\/p>\n<p>Ich arbeitete in der Abteilung Prototypen-Karosseriebau (interne Bezeichnung EGV\/4). Die Abteilung bildet mit den \u00fcbrigen sechs EGV-Abteilungen den Prototypen- und Modellbau (EGV) bei \u0160koda. Das Ziel des EGV ist die Konstruktion und Produktion von Prototypen, Modell- und Konzeptfahrzeugen und die Herstellung von Montagevorrichtungen f\u00fcr Schwei\u00dfprozesse. Die hergestellten Prototypen werden f\u00fcr Crashtest, Ausstellungen, Testfahrten und Dauerversuche ben\u00f6tigt. Ich selbst fertigte z.B. Konstruktionsunterlagen an oder unterst\u00fctzte bei Angelegenheiten in der Layoutplanung. Viele meiner Aufgaben waren mit dem Umzug in das neue Geb\u00e4ude verbunden. So musste beispielsweise sichergestellt werden, dass die Schwei\u00df-, Laserl\u00f6t-, und Laserschneideanlagen auch am neuen Ort reibungslos funktionieren konnten. Das bedeutet ich durfte vom Transport der Maschinen, \u00fcber den Anschluss, die Funktions\u00fcberpr\u00fcfung und die Parametereinstellung bis hin zur Inbetriebnahme verantwortungsvolle Aufgaben \u00fcbernehmen. Organisation und Administration, Kommunikation mit Gesch\u00e4ftspartnern und Erstellung von Pr\u00e4sentationsunterlagen geh\u00f6rten dazu. So habe ich die jeweils die Funktionsweise der unterschiedlichen Anlagen kennengelernt.<\/p>\n<p>Auch wenn ich in der Abteilung EGV\/4 angestellt war, konnte ich in alle sieben Bereiche des EGV kurz hineinschnuppern. Ich war erstaunt, wie umfangreich die Entwicklung eines Prototyps tats\u00e4chlich ist. F\u00fcr interessierte Leser empfehle das Video \u201eWe are EGV: The Secret Department\u201c, in welchem sich alle Abteilungen kurz vorstellen (verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/youtu.be\/ppkQ1dyv34U\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/youtu.be\/ppkQ1dyv34U<\/a> ).<\/p>\n<p><strong>Sprache<br \/><\/strong>Die englische Sprache ist in Tschechien noch nicht sehr verbreitet. Das bedeutet sowohl im privaten Alltag als auch auf der Arbeit gestaltete sich die Kommunikation manchmal etwas schwierig. Gl\u00fccklicherweise gab es in meinem B\u00fcro einen Kollegen der deutsch sprechen konnte. Mit den anderen Kollegen kommunizierte ich auf Englisch. Aufgrund des grunds\u00e4tzlich niedrigen Sprachlevels kamen dabei dann auch H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe oder ein \u00dcbersetzungsprogramm zum Einsatz. Wir konnten uns trotz der Schwierigkeiten immer verst\u00e4ndigen und hatten manchmal auch etwas zu lachen. Hin und wieder wagte ich es auch mit meinem begrenzten tschechischen Wortschatz ein paar S\u00e4tze zu bilden. Diese Worte habe ich aus Gespr\u00e4chen der Kollegen untereinander aufgeschnappt oder mithilfe des ERASMUS+ Online-Sprachkurses gelernt. Beeindruckend fand ich die Tatsache, dass sehr viele Ausdr\u00fccke als Begr\u00fc\u00dfung und gleichzeitig zum Abschied verwendet wurden. \u201eAhoj\u201c ist ein Beispiel hierf\u00fcr und kommt, anders als ich dachte, nicht ausschlie\u00dflich an Bord eines Schiffes zum Einsatz. Auch sehr interessant fand ich den Ausdruck \u201ety vole\u201c. Er bedeutet wortw\u00f6rtlich \u201edu Ochse\u201c und dient als Universalausdruck, der unterschiedliche Bedeutungen haben kann. Man kann damit Emp\u00f6rung, Verwunderung, Entt\u00e4uschung, aber auch Freude oder sogar Anerkennung ausdr\u00fccken. Aus diesem Grund findet er sehr h\u00e4ufig Anwendung.<\/p>\n<p><strong>Essen und Trinken<br \/><\/strong>Die Auswahl an Essen \u00e4hnelt in Tschechien eigentlich gr\u00f6\u00dftenteils der aus Deutschland. Mir sind lediglich die folgenden Dinge besonders aufgefallen. 1. Zu vielen Gerichten werden Kn\u00f6del serviert (in verschiedenen Variationen). Auch s\u00fc\u00dfe Kn\u00f6del mit Fruchtf\u00fcllung sind beliebt. 2. Das Mittagessen ist sehr deftig. Es enth\u00e4lt in den meisten F\u00e4llen Fleisch. 3. Die Preise f\u00fcr Lebensmittel sind, verglichen mit denen in Deutschland, etwas h\u00f6her. Diese Tatsache hat mich verwundert, da die tschechische Bev\u00f6lkerung grunds\u00e4tzlich \u00fcber ein geringeres Einkommen verf\u00fcgt. 4. Nahezu jeder Tscheche kauft im Supermarkt eine T\u00fcte voll (z.B. 20 St\u00fcck) einer Backware namens \u201eRohlik\u201c. Dies ist ein l\u00e4ngliches, trockenes Br\u00f6tchen, welches in jedem Supermarkt angeboten und anscheinend in sehr hohen Mengen konsumiert wird. 5. Die Tschechen sind stolz auf ihr Bier, insbesondere Pilsner Urquell, und trinken es gerne sowie h\u00e4ufig. Das habe ich selbst oft miterlebt und ist auch statistisch nachgewiesen. So waren es im Jahr 2018 in Tschechien 141 Liter Bier pro Kopf, w\u00e4hrend es in Deutschland 101 Liter waren. Die Tschechen belegen beim Thema Bierkonsum in Europa daher insgesamt den ersten Platz. 6. \u201eTocen\u00e1 Zmrzlina\u201c (Softeis) ist sehr beliebt. Es wird im Sommer an jeder Ecke verkauft. Nach einem Eis in Kugelform oder gar nach Spaghettieis muss man dagegen sehr lange suchen.<\/p>\n<p><strong>Freizeitgestaltung<br \/><\/strong>Ich habe in meiner Freizeit gerne etwas unternommen. So habe ich durch Spazierg\u00e4nge, Joggingrunden und Fahrradtouren in und um Mlad\u00e1 Boleslav die Gegend erkundet. Die Stadt besteht leider gr\u00f6\u00dftenteils aus hohen Wohnbl\u00f6cken. Highlights sind die bereits gezeigten Geb\u00e4ude, eine Burg (s. Abbildung 6, links) ein Laufpark sowie einen Naturpark, in dem viele Kaninchen und Erdh\u00f6rnchen zu Hause sind (s. Abbildung 6, rechts).<\/p>\n<p><div id=\"attachment_7498\" style=\"width: 1454px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda78.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-5\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7498\" class=\"size-full wp-image-7498\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda78.jpg\" alt=\"\" width=\"1444\" height=\"693\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda78.jpg 1444w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda78-1280x614.jpg 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda78-980x470.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda78-480x230.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 1444px, 100vw\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7498\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 6: Burg von Mlad\u00e1 Boleslav (links) und Erdh\u00f6rnchen im Naturpark \u201eRadouc\u201c (rechts).<\/p><\/div><\/p>\n<p>Auch habe ich die Zeit genutzt, um das \u0160koda Museum zu besichtigen (s. Abbildung 7) oder angebotene Veranstaltungen zu besuchen (s. Abbildung 8).<\/p>\n<p><div id=\"attachment_7499\" style=\"width: 1396px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda910.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-6\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7499\" class=\"size-full wp-image-7499\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda910.jpg\" alt=\"\" width=\"1386\" height=\"520\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda910.jpg 1386w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda910-1280x480.jpg 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda910-980x368.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda910-480x180.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 1386px, 100vw\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7499\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 7: Schriftzug vor dem \u0160koda Museum (links) und Ausstellung historischer \u0160koda Fahrzeuge (rechts).<\/p><\/div><\/p>\n<p>\n\t\t<style>\n\t\t\t#gallery-2 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 33%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-2' class='gallery galleryid-0 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda11.jpg' title=\"\" data-rl_title=\"\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" data-rel=\"lightbox-gallery-2\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"420\" height=\"315\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda11-420x315.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda12.jpg' title=\"\" data-rl_title=\"\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" data-rel=\"lightbox-gallery-2\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"420\" height=\"315\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda12-420x315.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-7488\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-7488'>\n\t\t\t\tAbbildung 8: Fahrzeuge auf der Stadtrallye \u201eBohemia\u201c (links oben), Ausstellung von Sportflugzeugen sowie Flugshow (rechts oben) und Fahrradrennen (unten).\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda13.jpg' title=\"\" data-rl_title=\"\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" data-rel=\"lightbox-gallery-2\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"420\" height=\"315\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda13-420x315.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n<\/p>\n<p>Au\u00dferdem beginnt nur etwa 20 km entfernt das B\u00f6hmisches Paradies. Es bietet eine besonders hohe Vielfalt f\u00fcr Naturliebhaber. W\u00e4lder, Felder, Seen, Felsformationen, H\u00fcgel und sehr viele Burgruinen lassen sich hier entdecken (s. Abbildung 9).<\/p>\n<p><div id=\"attachment_7500\" style=\"width: 1273px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1415.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-10\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7500\" class=\"size-full wp-image-7500\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1415.jpg\" alt=\"\" width=\"1263\" height=\"606\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1415.jpg 1263w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1415-980x470.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1415-480x230.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1263px, 100vw\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7500\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 9: Felsformation nahe \u201eHrub\u00e1 Sk\u00e1la\u201c (links) und Burgruine \u201eTrosky\u201c (rechts) als Wahrzeichen des B\u00f6hmischen Paradieses.<\/p><\/div><\/p>\n<p>Auch f\u00fcr sportliche Fahrradtouren ist diese Gegend sehr gut geeignet. In anderer Richtung befindet sich die Hauptstadt Prag. Sie bietet eine Vielzahl an Sehensw\u00fcrdigkeiten und ist ebenfalls einen Besuch wert (s. Abbildung 10).<\/p>\n<p><div id=\"attachment_7501\" style=\"width: 1396px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1617.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-11\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7501\" class=\"size-full wp-image-7501\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1617.jpg\" alt=\"\" width=\"1386\" height=\"520\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1617.jpg 1386w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1617-1280x480.jpg 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1617-980x368.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1617-480x180.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 1386px, 100vw\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7501\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 10: Karlsbr\u00fccke und Schloss von Prag am Abend (links) sowie Blick von oben bei Tageslicht (rechts).<\/p><\/div><\/p>\n<p>Wer gerne wandert oder grunds\u00e4tzlich Berge mag, dem empfehle ich einen Aufenthalt im Riesengebirge. Dort befindet sich der h\u00f6chste Berg der Tschechischen Republik \u201eSne\u017eka\u201c und es gibt sehr viele Wanderwege, sodass es eigentlich nicht langweilig werden kann. Die Aussicht ist wirklich lohnenswert (s. Abbildung 11).<\/p>\n<p><div id=\"attachment_7502\" style=\"width: 1396px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1819.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-12\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7502\" class=\"size-full wp-image-7502\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1819.jpg\" alt=\"\" width=\"1386\" height=\"520\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1819.jpg 1386w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1819-1280x480.jpg 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1819-980x368.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1819-480x180.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 1386px, 100vw\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7502\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 11: Ausblick vom Berg \u201eSne\u017eka\u201c im Riesengebirge in zwei verschiedene Richtungen.<\/p><\/div><\/p>\n<p><strong>Fazit<br \/><\/strong>Nach insgesamt 5 Monaten Praktikum in Tschechien m\u00f6chte ich meinen Aufenthalt kurz beurteilen. Negativ in Erinnerung geblieben sind mir insbesondere die drei folgenden Aspekte. 1. Komplikationen bei der Anreise, 2. Zustand der Wohnung und 3. Situation durch das Coronavirus. Die ersten beiden Punkte habe ich bereits erl\u00e4utert. Die Zugversp\u00e4tung und die damit verbundene n\u00e4chtliche Ankunft waren \u00e4rgerlich, sind jedoch technischen Ursprungs und k\u00f6nnen daher niemandem zu Last gelegt werden. Die Tatsache, dass die Wohnungen renovierungsbed\u00fcrftig sind, scheint der Arbeitgeber gl\u00fccklicherweise erkannt zu haben. Es wurden bereits erste Schritte der Sanierung eingeleitet, sodass der Zustand der Wohnungen in den n\u00e4chsten Jahren wom\u00f6glich nach und nach besser sein wird. Den dritten Punkt habe ich bislang noch nicht wirklich thematisiert, er hat mich jedoch \u00fcber mein gesamtes Praktikum hinweg begleitet. Bereits vorab war unsicher, ob das Praktikum wie geplant stattfinden kann. Auch musste ich bei der Einreise die gesamte Zug\/-Busfahrt \u00fcber einen Mund-Nasen-Schutz tragen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Praktikums fiel mir auf, dass au\u00dfer mir wenige ausl\u00e4ndische Praktikanten vor Ort waren. Im Entry Training war ich beispielsweise der einzige neue Praktikant aus dem Ausland. Die wenigen Praktikanten, die dort waren, kamen aus Tschechien und arbeiteten \u00fcberwiegend in Teilzeit. Dementsprechend waren sie nur 2 oder 3 Tage in der Woche in der Stadt und es gab wenige M\u00f6glichkeiten mit gleichgesinnten oder -altrigen etwas zu unternehmen. Ungef\u00e4hr ab der zweiten H\u00e4lfte meines Praktikums stiegen die Corona-Infektionszahlen stark, sodass Ma\u00dfnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung getroffen werden mussten. Es musste beispielsweise auch am Arbeitsplatz eine Maske getragen werden oder es wurde wechselweise im Home Office gearbeitet. Gesch\u00e4fte und Restaurants wurden \u00fcber mehrere Wochen geschlossen und es gab eine Ausgangssperre. Dar\u00fcber hinaus wurde das Land von Deutschland als Risikogebiet eingestuft, was die Aus- und Einreise zwischen beiden L\u00e4ndern verkomplizierte (Quarant\u00e4ne-\/Testpflicht). Auch mussten interessante Termine auf der Arbeit teilweise abgesagt werden, da ein erh\u00f6htes Infektionsrisiko bestand. Dar\u00fcber hinaus befand ich mich selbst f\u00fcr einige Tage in Quarant\u00e4ne, da ich Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatte. Trotz dieser Vielzahl an coronabedingten negativen Aspekten freue ich mich, dass ich gesund geblieben bin und dass das Praktikum nicht vorzeitig abgebrochen werden musste.<\/p>\n<p>Auch die positiven Aspekte m\u00f6chte ich kurz zusammenfassen. Zun\u00e4chst ist festzuhalten, dass ich w\u00e4hrend des Praktikums fast ausschlie\u00dflich gutes Wetter hatte. Ich absolvierte das Praktikum gr\u00f6\u00dftenteils im Sommer und es gab selten einen Tag an dem es mehrere Stunden am St\u00fcck regnete. Somit konnte ich viel unternehmen und die sch\u00f6ne Landschaft entdecken. Ich machte viele Ausfl\u00fcge in die Natur oder nahm an \u00f6ffentlichen Veranstaltungen teil. Hierf\u00fcr konnte ich mich dank meines internationalen Studentenausweises besonders g\u00fcnstig mit Bus und Bahn fortbewegen. Innerhalb der Stadt nutzte ich Leihfahrr\u00e4der, die, aufgrund des Sponsorings durch \u0160koda, f\u00fcr kurze Strecken kostenlos verwendet werden konnten. Somit war es z.B. m\u00f6glich, den Arbeitsweg zur\u00fcckzulegen. Die Tschechen sind allgemein sehr Fahrrad-verr\u00fcckt. Daher konnte ich mir f\u00fcr l\u00e4ngere Touren oft ein Mountainbike meines Kollegen ausleihen. An dieser Stelle ist hervorzuheben, dass ich die Kollegen sehr positiv in Erinnerung habe. Aus eigener Erfahrung wei\u00df ich, dass der Umgang im B\u00fcro und das grunds\u00e4tzliche Arbeitsklima einen wesentlichen Faktor f\u00fcr Zufriedenheit und Freude an der Arbeit darstellen. Ausnahmslos alle Kollegen waren mir gegen\u00fcber sehr hilfsbereit. Ich konnte stets Fragen aller Art stellen und bekam z.B. auch Unterst\u00fctzung bei organisatorischen Angelegenheiten, Beh\u00f6rdeng\u00e4ngen oder der Wochenendplanung. Auch eine gemeinsame Fahrradtour half dabei, alle kennenzulernen und mich in das Team zu integrieren. Die Gespr\u00e4che, egal ob fachlich oder privat, waren immer freundlich und humorvoll, sodass ich mich von Anfang an wohl gef\u00fchlt habe. Ich erhielt f\u00fcr meine Arbeit stets Wertsch\u00e4tzung sowie Lob und wurde als gleichwertiger Kollege behandelt. Dar\u00fcber hinaus wurde R\u00fccksicht darauf genommen, was mich pers\u00f6nlich interessiert und versucht dies in meinen Praktikumsaufenthalt einflie\u00dfen zu lassen.<\/p>\n<p>Meiner Meinung nach sind die negativen (haupts\u00e4chlich coronabedingten) Aspekte zu verkraften, sodass die positiven Aspekte stark \u00fcberwiegen. Ich habe fachlich und sprachlich neue Kenntnisse erlangt, einiges vom Land gesehen und mich pers\u00f6nlich weiterentwickelt. Au\u00dferdem habe ich viele neue, nette Menschen kennengelernt, mit denen ich auch nach meiner Abreise weiterhin gerne in Kontakt bleibe. Jeder, der ein solches Praktikum absolviert erh\u00e4lt die M\u00f6glichkeit eine andere Kultur zu erleben und gleichzeitig seine Pl\u00e4ne hinsichtlich der beruflichen Zukunft zu konkretisieren. Aus diesem Grund stellt das Auslandspraktikum f\u00fcr mich eine wertvolle Erfahrung dar und ich w\u00fcrde mich jederzeit wieder daf\u00fcr entscheiden. Abschlie\u00dfend danke ich sowohl dem Arbeitgeber \u0160koda als auch der Universit\u00e4t Bremen bzw. dem Team des International Office, dass sie mir durch das ERASMUS+ Praktikum die Chance gegeben haben, diese wichtigen Lebenserfahrungen zu sammeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><link rel='stylesheet' id='osm-ol3-css-css' href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/OL\/10.9.0\/ol.css?ver=10.9.0&#038;ver=7.0' media='all' \/>\n<link rel='stylesheet' id='osm-ol3-ext-css-css' href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/css\/osm_map_v3.css?ver=1.0.0&#038;ver=7.0' media='all' \/>\n<link rel='stylesheet' id='osm-map-css-css' href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/css\/osm_map.css?ver=1.0.0&#038;ver=7.0' media='all' \/>\n<script id=\"wp-polyfill-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-includes\/js\/dist\/vendor\/wp-polyfill.min.js?ver=3.15.0\"><\/script>\n<script id=\"osm-ol3-library-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/OL\/10.9.0\/ol.js?ver=10.9.0\"><\/script>\n<script id=\"osm-ol3-ext-library-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/osm-v3-plugin-lib.js?ver=1.0.0\"><\/script>\n<script id=\"osm-ol3-metabox-events-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/osm-metabox-events.js?ver=1.0.0\"><\/script>\n<script id=\"jquery-core-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-includes\/js\/jquery\/jquery.min.js?ver=3.7.1\"><\/script>\n<script id=\"jquery-migrate-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-includes\/js\/jquery\/jquery-migrate.min.js?ver=3.4.1\"><\/script>\n<script id=\"osm-map-startup-js-extra\">\nvar translations = {\"openlayer\":\"open layer\",\"openlayerAtStartup\":\"open layer at startup\",\"generateLink\":\"link to this map with opened layers\",\"shortDescription\":\"short description\",\"generatedShortCode\":\"to get a text control link paste this code in your wordpress editor\",\"closeLayer\":\"close layer\",\"cantGenerateLink\":\"put this string in the existing map short code to control this map\"};\n\/\/# sourceURL=osm-map-startup-js-extra\n<\/script>\n<script id=\"osm-map-startup-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/osm-startup-lib.js?ver=V6.2.5\"><\/script>\n\n        <div id=\"map_ol3js_1\"\n       class=\"osm-map-container undefined\"\n             data-map_name=\"undefined\"\n             data-map=\"map_ol3js_1\"\n             data-autoshow=\"no\"\n             style=\"width:95%;\n                    max-width:100%;\n                    height:450px;\n                    display:block;\n                    overflow:hidden;\n                    border:thin solid;\n                    background-image: url(https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/);\n                    background-repeat: no-repeat;\n                    background-position: center;\n                    position: relative;\">\n          <div id=\"map_ol3js_1_popup\" class=\"ol-popup\">\n            <a href=\"#\" id=\"map_ol3js_1_popup-closer\" class=\"ol-popup-closer\"><\/a>\n            <div id=\"map_ol3js_1_popup-content\"><\/div>\n          <\/div>\n        <\/div>\n    <script type=\"text\/javascript\">\n\t\t\t  vectorM['map_ol3js_1'] = [];\n\t        \n        var raster = getTileLayer(\"osm\",\"NoKey\");\t\t\t\n\n\t\t\t  var map_ol3js_1 = new ol.Map({\n\t\t\t\tinteractions: ol.interaction.defaults.defaults({mouseWheelZoom:false}),\n\t\t\t\tlayers: [raster],\n\t\t\t\ttarget: \"map_ol3js_1\",\n\t\t\t\tview: new ol.View({\n\t\t\t\t  center: ol.proj.transform([14.9072,50.4130], \"EPSG:4326\", \"EPSG:3857\"),\n\t\t\t\t  zoom: 9\n\t\t\t\t})\n\t\t\t  });\n\t\t\t  addControls2Map(map_ol3js_1,0,0,3,0,5,6,7,1,1);\nosm_addPopupClickhandler(map_ol3js_1,  \"map_ol3js_1\"); 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Zum Ende des Bachelor- bzw. zu Beginn meines Masterstudiums \u00e4nderte sich meine Sichtweise etwas. Ich informierte mich \u00fcber den Ablauf eines Auslandsaufenthaltes und \u00fcber F\u00f6rderungsm\u00f6glichkeiten an der Universit\u00e4t Bremen. Im Zuge dessen lernte ich auch die Studentenorganisation IAESTE kennen und unterst\u00fctzte das Lokalkomitee Bremen ehrenamtlich. Die Organisation vermittelt weltweit kostenlos Praktika und bietet den Praktikanten zudem eine Art Begleitprogramm, welches Unterst\u00fctzung bei der Wohnungssuche und Beh\u00f6rdeng\u00e4ngen oder andere Betreuungsaufgaben umfasst. So kam ich h\u00e4ufiger mit ausl\u00e4ndischen Studenten in Kontakt, die in Bremen ein Praktikum absolvierten und mir wurde bewusst, dass ein solcher Auslandsaufenthalt viel Freude bereiten kann und sich in vielerlei Hinsicht lohnt. Neben der Praxiserfahrung lassen sich insbesondere die Verbesserung der Sprachkenntnisse, das Kn\u00fcpfen neuer Kontakte, und das Erleben einer neuen Kultur nennen. Au\u00dferdem sehe ich darin ein Verlassen der eigenen Komfortzone, was z.B. mit einem selbstsichereren Auftreten oder einer andersartigen Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung einhergehen kann. Ein Studium im Ausland war f\u00fcr mich jedoch weiterhin nicht attraktiv. Gr\u00fcnde daf\u00fcr waren vor allem die z.T. sehr unterschiedlichen Studiensysteme (inkl. schwer zu kombinierenden Semesterzeiten), die Bewerbungsfristen und die Anerkennungsverfahren. Im Vergleich dazu ist das Praktikum \u00fcber ERASMUS+ deutlich unkomplizierter und flexibler, weshalb ich mich letztendlich auch daf\u00fcr entschied.<\/p><p><strong>Vorbereitung und Bewerbung<\/strong><br \/>Zun\u00e4chst las ich mir Ratgeber durch, die sich damit befassen wie man einen Auslandaufenthalt bestenfalls plant und worauf allgemein zu achten ist. Im Internet, beim International Office und beim Career Center wurde ich diesbez\u00fcglich schnell f\u00fcndig. Mithilfe des Informationsmaterials stellte ich mir einen eigenen Zeitplan wichtigen Meilensteinen auf. Im Fokus stand zun\u00e4chst die Frage \u201eWas erhoffe ich mir durch das Praktikum?\u201c. Anschlie\u00dfend ging es darum herauszufinden, in welcher Branche und in welchen L\u00e4ndern ich mir ein Praktikum vorstellen kann. Aufgrund meines ingenieurwissenschaftlichen Studiums suchte ich vornehmlich nach Stellen im technischen Bereich. Dabei stellte ich fest, dass das Praktikumsland f\u00fcr mich nur eine untergeordnete Rolle spielt und haupts\u00e4chlich durch meine Sprachkenntnisse (Deutsch, Englisch, Franz\u00f6sisch) sowie die f\u00f6rderbaren L\u00e4nder im ERASMUS+ Programm eingeschr\u00e4nkt wird. Da ich mir eine Zukunft im Bereich Automotive gut vorstellen kann, suchte ich insbesondere auch auf den Internetseiten der deutschen Automobilkonzerne nach M\u00f6glichkeiten eines Auslandspraktikums. Die ausgeschriebenen Stellen inkl. der T\u00e4tigkeitsbeschreibung und den Anforderungen sowie die pers\u00f6nlichen Erfahrungsberichte ehemaliger Praktikanten, die ich bei meiner weiteren Recherche gefunden habe, sorgten daf\u00fcr, dass sich letztendlich Audi (Gy\u0151r, Ungarn), Volkswagen (Bratislava, Slowakei) und \u0160koda (Mlad\u00e1 Boleslav, Tschechische Republik) als meine favorisierten Arbeitgeber herauskristallisierten. Nachdem ich meine Favoriten priorisiert hatte, schrieb ich Bewerbungen und schickte sie zeitlich versetzt ab (erste Bewerbung ca. 6 Monate vor gew\u00fcnschtem Praktikumsbeginn). \u00dcber die Zusage von \u0160koda im Bereich des Prototypenkarosseriebaus freute ich mich nat\u00fcrlich sehr.<\/p><p><strong>Letzte Schritte vor der Abreise<\/strong><br \/>Obwohl ich die Praktikumszusage schon mehrere Monate vor Beginn erhalten habe, war aufgrund der Situation durch das Coronavirus unklar, ob mein Auslandsaufenthalt wie geplant stattfinden kann (Einreisestopp, Quarant\u00e4nema\u00dfnahmen, Produktionsstopp, etc.). Als von allen Seiten das O.K. kam freute ich mich umso mehr und bereitete mich auf die Abreise vor. Die wichtigsten Dinge waren: letzte Leistungen an der Universit\u00e4t erbringen, ERASMUS+ F\u00f6rderung beantragen, alle ben\u00f6tigten Unterlagen beschaffen, Impfschutz auffrischen, Auslandsversicherung abschlie\u00dfen (z.B. DAAD-Kombinationspolice), Anreise organisieren, Wohnung im Ausland finden (ich konnte gl\u00fccklicherweise im Wohnheim des Arbeitgebers untergebracht werden), internationalen Studentenausweis (ISIC) beantragen und Uni-Semesterbeitrag \u00fcberweisen. Au\u00dferdem sollte man sich \u00fcber das Thema Geld Gedanken machen und sicherstellen, dass auch im Ausland alles wie gewohnt funktioniert (Bargeld, EC-Karte, ggf. andere W\u00e4hrung, etc.). Nachdem diese Dinge erledigt waren, hie\u00df es Koffer packen und sich von Familie, Bekannten und Freunden verabschieden.<\/p><p><strong>Ein holpriger Start<\/strong><br \/>Ich reiste bewusst zwei Tage vor Vertragsbeginn aus Deutschland ab. Mein Gedanke war es, den Ort am ersten Tag in Ruhe kennenzulernen und mich von einer ggf. strapazi\u00f6sen Reise erholen zu k\u00f6nnen. Ich reiste mit dem Zug bis nach Prag. Trotz der Tatsache, dass der Zug p\u00fcnktlich startete und auch die Umstiege gut verliefen, ergab sich kurz vor der Bundesgrenze ein technisches Problem, sodass die Fahrt unterbrochen werden musste und ich letztendlich mit \u00fcber 3 Stunden Versp\u00e4tung in Prag ankam. Ich suchte dort zun\u00e4chst eine Wechselstube auf, um ein wenig Bargeld in die Landesw\u00e4hrung \u201eTschechische Kronen (CZK)\u201c zu wechseln. Hierf\u00fcr kann ich den Schalter an der Information der Tschechischen Bahn \u201e\u010cesk\u00e9 Dr\u00e1hy\u201c empfehlen, da dort faire Wechselkurse angeboten werden. Mit Metro und Bus ging es anschlie\u00dfend weiter in Richtung Mlad\u00e1 Boleslav. An der Bushaltestelle kam ich das erste Mal mit einer tschechischen Person ins Gespr\u00e4ch. Ich fragte, ob ich an der richtigen Haltestelle sei, was mir der junge Student gl\u00fccklicherweise best\u00e4tigen konnte. Er nahm denselben Bus und kannte sich in Mlad\u00e1 Boleslav aus. Auch gab er mir ein paar allgemeine Hinweise zu den Transportsystemen in Tschechien und erkl\u00e4rte mir den Weg von der Bushaltestelle zu meinem Wohnheim. W\u00e4hrend der anschlie\u00dfenden Busfahrt unterhielten wir uns weiter und tauschten Handynummern aus. Ich freute mich sehr \u00fcber diese Hilfsbereitschaft.<\/p><p>Aufgrund der bereits erw\u00e4hnten Zugversp\u00e4tung war es etwa Mitternacht als ich aus dem Bus ausstieg und mich mit meinen Koffern in Richtung Wohnheim aufmachte. Dort stellte ich mich vor und bekam an der Rezeption einige Unterlagen zur Unterschrift sowie meine Zimmerschl\u00fcssel ausgeh\u00e4ndigt. Da ich mich zuvor mit dem Studenten im Bus gut auf Englisch unterhalten konnte, war ich umso schockierter, dass die Dame an der Rezeption keines meiner Worte zu verstehen schien und stets den Google \u00dcbersetzer auf ihrem Handy zur Rate zog. Auch Freundlichkeit war kaum vorhanden. Nichtsdestotrotz bewegte ich mich mit dem Schl\u00fcssel in der Hand in Richtung meiner Wohnung (4er-WG, Zimmer jeweils zu zweit) und hoffte dort niemanden aufwecken zu m\u00fcssen. Leider war das Gegenteil der Fall. In meinem Zimmer schlief mein Mitbewohner und war nicht begeistert mich zu sehen. Er wusste nicht, dass ich anreisen w\u00fcrde und gab mir zu verstehen, dass er schlafen wolle. Daraufhin a\u00df ich noch eine Kleinigkeit, machte mich bettfertig und versuchte einzuschlafen. Nach der stressigen Anreise war ich wirklich froh, dass ich noch einen Tag Puffer als Erholung eingeplant hatte. Nur wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht, wie ich die tschechische Bev\u00f6lkerung einsch\u00e4tzen soll. Ich hatte die Bekanntschaft mit drei Personen gemacht, deren Verhalten unterschiedlicher nicht h\u00e4tte sein k\u00f6nnen.<\/p><p><strong>Erster Tag in der Stadt Mlad\u00e1 Boleslav<\/strong><br \/>Am n\u00e4chsten Morgen wurde ich recht fr\u00fch durch Sonnenstrahlen geweckt. Trotz der etwas kurzen Nacht f\u00fchlte ich mich etwas erholt. Der Blick aus dem Fenster war meiner Meinung nach nicht schlecht (s. Abbildung 1).<\/p>[caption id=\"attachment_7477\" align=\"alignnone\" width=\"880\"]<a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1.jpg\"><img class=\"size-full wp-image-7477\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1.jpg\" alt=\"\" width=\"880\" height=\"660\" \/><\/a> Abbildung 1: Der Blick aus dem Fenster meiner Wohnung.[\/caption]<p>Ich stellte mich meinem Zimmernachbarn vor und kam mit ihm ins Gespr\u00e4ch. Seine schlechte Laune hatte sich gl\u00fccklicherweise gelegt. Er kam selbst aus Tschechien und beantwortete mir gerne alle Fragen, die ich zu diesem Zeitpunkt zu der Wohnsituation oder dem Arbeitgeber hatte. Der Zustand und die Ausstattung der Wohnung waren leider unterhalb des deutschen Standards. Da mir die Unterkunft kostenlos zur Verf\u00fcgung gestellt wurde und nur f\u00fcr einen begrenzten Zeitraum mein zu Hause sein w\u00fcrde, konnte ich mich damit trotzdem anfreunden. Ich holte mir in der N\u00e4he der Wohnung etwas zu Essen und nutzte den Rest des Tages, um die Stadt zu erkunden. Das Wetter war sehr gut und die Architektur mancher Geb\u00e4ude sehr sch\u00f6n (s. Abbildung 2 und Abbildung 3).<\/p><p>[gallery columns=\"2\" ids=\"7478,7479\"]<\/p><p>Auch machte ich mich auf die Suche nach meinem zuk\u00fcnftigen Arbeitsplatz. Der Bereich der technischen Entwicklung, in welchem ich t\u00e4tig sein sollte, befindet sich n\u00e4mlich nicht im Hauptwerk, sondern auf dem Gel\u00e4nde \u201e\u010cesana\u201c am anderen Ende der Stadt (s. Abbildung 4).<\/p>[caption id=\"attachment_7497\" align=\"alignnone\" width=\"2167\"]<a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda45.jpg\"><img class=\"wp-image-7497 size-full\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda45.jpg\" alt=\"\" width=\"2167\" height=\"1039\" \/><\/a> Abbildung 4: Bereich der technischen Entwicklung am Standort \u010cesana direkt am Fluss Jizera (links) und zugeh\u00f6riges Schild am Eingangstor (rechts).[\/caption]<p>W\u00e4hrend meines Praktikums sollte der Umzug des Prototypen- und Modellbaus in ein eigens daf\u00fcr neu errichtetes Geb\u00e4ude (s. Abbildung 5) erfolgen.<\/p>[caption id=\"attachment_7482\" align=\"alignnone\" width=\"932\"]<a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda6.jpg\"><img class=\"size-full wp-image-7482\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda6.jpg\" alt=\"\" width=\"932\" height=\"699\" \/><\/a> Abbildung 5: Neues Geb\u00e4ude f\u00fcr den Prototypen- und Modellbau (Umzug der einzelnen Abteilungen ab 08\/2020).[\/caption]<p>Der erste Eindruck des Wohnortes war durchaus positiv, sodass ich mich schon auf den n\u00e4chsten Tag freute.<\/p><p><strong>Entry Training und erster Arbeitstag<\/strong><br \/>Den ersten Tag verbrachte ich im Schulungszentrum von \u0160koda, wo mir die Geschichte und die Prinzipien des Unternehmens sowie Einzelheiten zu meinem Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis n\u00e4her gebracht wurden. Auch die Arbeitssicherheit wurde thematisiert. Am Ende der Schulung musste ich einige Dokumente unterschreiben und bekam meinen Firmenausweis ausgeh\u00e4ndigt. Normalerweise ist im Zuge des Entry Trainings auch eine Tour \u00fcber das Firmengel\u00e4nde geplant. Diese musste jedoch leider aufgrund der Situation hinsichtlich Corona ausfallen. Am n\u00e4chsten Tag begab ich mich zu meiner Arbeitsstelle. Dort wurden mir mein Arbeitsplatz sowie die weiteren R\u00e4umlichkeiten der Abteilung gezeigt. Ich wurde den Kollegen vorgestellt und erz\u00e4hlte auch ein wenig \u00fcber mich. Am ersten Arbeitstag ging es haupts\u00e4chlich um die Kl\u00e4rung organisatorischer Angelegenheiten und um das Einrichten des Arbeitsplatzes. Anschlie\u00dfend bekam ich dann meine ersten Aufgaben als Praktikant.<\/p><p><strong>Vorstellung der Abteilung und Aufgaben w\u00e4hrend des Praktikums<\/strong><br \/>Diesen Abschnitt m\u00f6chte ich bewusst kurz halten, da zum einen der Fokus dieses Berichtes woanders liegen soll und da ich zum anderen auch hinsichtlich Informationen aus dem Unternehmen zur Verschwiegenheit verpflichtet bin. So war es auch nicht gestattet Fotos auf dem Werksgel\u00e4nde anzufertigen. Positiv m\u00f6chte ich hervorheben, dass ich ca. zwei Wochen nach Praktikumsbeginn eine Pr\u00e4sentation \u00fcber mich (auf Englisch) halten sollte. So konnten sich die Kollegen ein Bild davon machen, wer ich bin, woher ich komme und welche Erfahrungen ich bislang gesammelt habe. Auch Bestandteil dieser Pr\u00e4sentation waren meine Erwartungen an das Praktikum. Dementsprechend konnte ich selbst Ideen und W\u00fcnsche \u00e4u\u00dfern und somit meine eigenen Interessen bei der Gestaltung des Praktikums einbringen.<\/p><p>Ich arbeitete in der Abteilung Prototypen-Karosseriebau (interne Bezeichnung EGV\/4). Die Abteilung bildet mit den \u00fcbrigen sechs EGV-Abteilungen den Prototypen- und Modellbau (EGV) bei \u0160koda. Das Ziel des EGV ist die Konstruktion und Produktion von Prototypen, Modell- und Konzeptfahrzeugen und die Herstellung von Montagevorrichtungen f\u00fcr Schwei\u00dfprozesse. Die hergestellten Prototypen werden f\u00fcr Crashtest, Ausstellungen, Testfahrten und Dauerversuche ben\u00f6tigt. Ich selbst fertigte z.B. Konstruktionsunterlagen an oder unterst\u00fctzte bei Angelegenheiten in der Layoutplanung. Viele meiner Aufgaben waren mit dem Umzug in das neue Geb\u00e4ude verbunden. So musste beispielsweise sichergestellt werden, dass die Schwei\u00df-, Laserl\u00f6t-, und Laserschneideanlagen auch am neuen Ort reibungslos funktionieren konnten. Das bedeutet ich durfte vom Transport der Maschinen, \u00fcber den Anschluss, die Funktions\u00fcberpr\u00fcfung und die Parametereinstellung bis hin zur Inbetriebnahme verantwortungsvolle Aufgaben \u00fcbernehmen. Organisation und Administration, Kommunikation mit Gesch\u00e4ftspartnern und Erstellung von Pr\u00e4sentationsunterlagen geh\u00f6rten dazu. So habe ich die jeweils die Funktionsweise der unterschiedlichen Anlagen kennengelernt.<\/p><p>Auch wenn ich in der Abteilung EGV\/4 angestellt war, konnte ich in alle sieben Bereiche des EGV kurz hineinschnuppern. Ich war erstaunt, wie umfangreich die Entwicklung eines Prototyps tats\u00e4chlich ist. F\u00fcr interessierte Leser empfehle das Video \u201eWe are EGV: The Secret Department\u201c, in welchem sich alle Abteilungen kurz vorstellen (verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/youtu.be\/ppkQ1dyv34U\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/youtu.be\/ppkQ1dyv34U<\/a> ).<\/p><p><strong>Sprache<\/strong><br \/>Die englische Sprache ist in Tschechien noch nicht sehr verbreitet. Das bedeutet sowohl im privaten Alltag als auch auf der Arbeit gestaltete sich die Kommunikation manchmal etwas schwierig. Gl\u00fccklicherweise gab es in meinem B\u00fcro einen Kollegen der deutsch sprechen konnte. Mit den anderen Kollegen kommunizierte ich auf Englisch. Aufgrund des grunds\u00e4tzlich niedrigen Sprachlevels kamen dabei dann auch H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe oder ein \u00dcbersetzungsprogramm zum Einsatz. Wir konnten uns trotz der Schwierigkeiten immer verst\u00e4ndigen und hatten manchmal auch etwas zu lachen. Hin und wieder wagte ich es auch mit meinem begrenzten tschechischen Wortschatz ein paar S\u00e4tze zu bilden. Diese Worte habe ich aus Gespr\u00e4chen der Kollegen untereinander aufgeschnappt oder mithilfe des ERASMUS+ Online-Sprachkurses gelernt. Beeindruckend fand ich die Tatsache, dass sehr viele Ausdr\u00fccke als Begr\u00fc\u00dfung und gleichzeitig zum Abschied verwendet wurden. \u201eAhoj\u201c ist ein Beispiel hierf\u00fcr und kommt, anders als ich dachte, nicht ausschlie\u00dflich an Bord eines Schiffes zum Einsatz. Auch sehr interessant fand ich den Ausdruck \u201ety vole\u201c. Er bedeutet wortw\u00f6rtlich \u201edu Ochse\u201c und dient als Universalausdruck, der unterschiedliche Bedeutungen haben kann. Man kann damit Emp\u00f6rung, Verwunderung, Entt\u00e4uschung, aber auch Freude oder sogar Anerkennung ausdr\u00fccken. Aus diesem Grund findet er sehr h\u00e4ufig Anwendung.<\/p><p><strong>Essen und Trinken<\/strong><br \/>Die Auswahl an Essen \u00e4hnelt in Tschechien eigentlich gr\u00f6\u00dftenteils der aus Deutschland. Mir sind lediglich die folgenden Dinge besonders aufgefallen. 1. Zu vielen Gerichten werden Kn\u00f6del serviert (in verschiedenen Variationen). Auch s\u00fc\u00dfe Kn\u00f6del mit Fruchtf\u00fcllung sind beliebt. 2. Das Mittagessen ist sehr deftig. Es enth\u00e4lt in den meisten F\u00e4llen Fleisch. 3. Die Preise f\u00fcr Lebensmittel sind, verglichen mit denen in Deutschland, etwas h\u00f6her. Diese Tatsache hat mich verwundert, da die tschechische Bev\u00f6lkerung grunds\u00e4tzlich \u00fcber ein geringeres Einkommen verf\u00fcgt. 4. Nahezu jeder Tscheche kauft im Supermarkt eine T\u00fcte voll (z.B. 20 St\u00fcck) einer Backware namens \u201eRohlik\u201c. Dies ist ein l\u00e4ngliches, trockenes Br\u00f6tchen, welches in jedem Supermarkt angeboten und anscheinend in sehr hohen Mengen konsumiert wird. 5. Die Tschechen sind stolz auf ihr Bier, insbesondere Pilsner Urquell, und trinken es gerne sowie h\u00e4ufig. Das habe ich selbst oft miterlebt und ist auch statistisch nachgewiesen. So waren es im Jahr 2018 in Tschechien 141 Liter Bier pro Kopf, w\u00e4hrend es in Deutschland 101 Liter waren. Die Tschechen belegen beim Thema Bierkonsum in Europa daher insgesamt den ersten Platz. 6. \u201eTo\u010den\u00e1 Zmrzlina\u201c (Softeis) ist sehr beliebt. Es wird im Sommer an jeder Ecke verkauft. Nach einem Eis in Kugelform oder gar nach Spaghettieis muss man dagegen sehr lange suchen.<\/p><p><strong>Freizeitgestaltung<\/strong><br \/>Ich habe in meiner Freizeit gerne etwas unternommen. So habe ich durch Spazierg\u00e4nge, Joggingrunden und Fahrradtouren in und um Mlad\u00e1 Boleslav die Gegend erkundet. Die Stadt besteht leider gr\u00f6\u00dftenteils aus hohen Wohnbl\u00f6cken. Highlights sind die bereits gezeigten Geb\u00e4ude, eine Burg (s. Abbildung 6, links) ein Laufpark sowie einen Naturpark, in dem viele Kaninchen und Erdh\u00f6rnchen zu Hause sind (s. Abbildung 6, rechts).<\/p>[caption id=\"attachment_7498\" align=\"alignnone\" width=\"1444\"]<a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda78.jpg\"><img class=\"size-full wp-image-7498\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda78.jpg\" alt=\"\" width=\"1444\" height=\"693\" \/><\/a> Abbildung 6: Burg von Mlad\u00e1 Boleslav (links) und Erdh\u00f6rnchen im Naturpark \u201eRadou\u010d\u201c (rechts).[\/caption]<p>Auch habe ich die Zeit genutzt, um das \u0160koda Museum zu besichtigen (s. Abbildung 7) oder angebotene Veranstaltungen zu besuchen (s. Abbildung 8).<\/p>[caption id=\"attachment_7499\" align=\"alignnone\" width=\"1386\"]<a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda910.jpg\"><img class=\"size-full wp-image-7499\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda910.jpg\" alt=\"\" width=\"1386\" height=\"520\" \/><\/a> Abbildung 7: Schriftzug vor dem \u0160koda Museum (links) und Ausstellung historischer \u0160koda Fahrzeuge (rechts).[\/caption]<p>[gallery ids=\"7487,7488,7489\"]<\/p><p>Au\u00dferdem beginnt nur etwa 20 km entfernt das B\u00f6hmisches Paradies. Es bietet eine besonders hohe Vielfalt f\u00fcr Naturliebhaber. W\u00e4lder, Felder, Seen, Felsformationen, H\u00fcgel und sehr viele Burgruinen lassen sich hier entdecken (s. Abbildung 9).<\/p>[caption id=\"attachment_7500\" align=\"alignnone\" width=\"1263\"]<a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1415.jpg\"><img class=\"size-full wp-image-7500\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1415.jpg\" alt=\"\" width=\"1263\" height=\"606\" \/><\/a> Abbildung 9: Felsformation nahe \u201eHrub\u00e1 Sk\u00e1la\u201c (links) und Burgruine \u201eTrosky\u201c (rechts) als Wahrzeichen des B\u00f6hmischen Paradieses.[\/caption]<p>Auch f\u00fcr sportliche Fahrradtouren ist diese Gegend sehr gut geeignet. In anderer Richtung befindet sich die Hauptstadt Prag. Sie bietet eine Vielzahl an Sehensw\u00fcrdigkeiten und ist ebenfalls einen Besuch wert (s. Abbildung 10).<\/p>[caption id=\"attachment_7501\" align=\"alignnone\" width=\"1386\"]<a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1617.jpg\"><img class=\"size-full wp-image-7501\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1617.jpg\" alt=\"\" width=\"1386\" height=\"520\" \/><\/a> Abbildung 10: Karlsbr\u00fccke und Schloss von Prag am Abend (links) sowie Blick von oben bei Tageslicht (rechts).[\/caption]<p>Wer gerne wandert oder grunds\u00e4tzlich Berge mag, dem empfehle ich einen Aufenthalt im Riesengebirge. Dort befindet sich der h\u00f6chste Berg der Tschechischen Republik \u201eSn\u011b\u017eka\u201c und es gibt sehr viele Wanderwege, sodass es eigentlich nicht langweilig werden kann. Die Aussicht ist wirklich lohnenswert (s. Abbildung 11).<\/p>[caption id=\"attachment_7502\" align=\"alignnone\" width=\"1386\"]<a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1819.jpg\"><img class=\"size-full wp-image-7502\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/skoda1819.jpg\" alt=\"\" width=\"1386\" height=\"520\" \/><\/a> Abbildung 11: Ausblick vom Berg \u201eSn\u011b\u017eka\u201c im Riesengebirge in zwei verschiedene Richtungen.[\/caption]<p><strong>Fazit<\/strong><br \/>Nach insgesamt 5 Monaten Praktikum in Tschechien m\u00f6chte ich meinen Aufenthalt kurz beurteilen. Negativ in Erinnerung geblieben sind mir insbesondere die drei folgenden Aspekte. 1. Komplikationen bei der Anreise, 2. Zustand der Wohnung und 3. Situation durch das Coronavirus. Die ersten beiden Punkte habe ich bereits erl\u00e4utert. Die Zugversp\u00e4tung und die damit verbundene n\u00e4chtliche Ankunft waren \u00e4rgerlich, sind jedoch technischen Ursprungs und k\u00f6nnen daher niemandem zu Last gelegt werden. Die Tatsache, dass die Wohnungen renovierungsbed\u00fcrftig sind, scheint der Arbeitgeber gl\u00fccklicherweise erkannt zu haben. Es wurden bereits erste Schritte der Sanierung eingeleitet, sodass der Zustand der Wohnungen in den n\u00e4chsten Jahren wom\u00f6glich nach und nach besser sein wird. Den dritten Punkt habe ich bislang noch nicht wirklich thematisiert, er hat mich jedoch \u00fcber mein gesamtes Praktikum hinweg begleitet. Bereits vorab war unsicher, ob das Praktikum wie geplant stattfinden kann. Auch musste ich bei der Einreise die gesamte Zug\/-Busfahrt \u00fcber einen Mund-Nasen-Schutz tragen.<\/p><p>W\u00e4hrend des Praktikums fiel mir auf, dass au\u00dfer mir wenige ausl\u00e4ndische Praktikanten vor Ort waren. Im Entry Training war ich beispielsweise der einzige neue Praktikant aus dem Ausland. Die wenigen Praktikanten, die dort waren, kamen aus Tschechien und arbeiteten \u00fcberwiegend in Teilzeit. Dementsprechend waren sie nur 2 oder 3 Tage in der Woche in der Stadt und es gab wenige M\u00f6glichkeiten mit gleichgesinnten oder -altrigen etwas zu unternehmen. Ungef\u00e4hr ab der zweiten H\u00e4lfte meines Praktikums stiegen die Corona-Infektionszahlen stark, sodass Ma\u00dfnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung getroffen werden mussten. Es musste beispielsweise auch am Arbeitsplatz eine Maske getragen werden oder es wurde wechselweise im Home Office gearbeitet. Gesch\u00e4fte und Restaurants wurden \u00fcber mehrere Wochen geschlossen und es gab eine Ausgangssperre. Dar\u00fcber hinaus wurde das Land von Deutschland als Risikogebiet eingestuft, was die Aus- und Einreise zwischen beiden L\u00e4ndern verkomplizierte (Quarant\u00e4ne-\/Testpflicht). Auch mussten interessante Termine auf der Arbeit teilweise abgesagt werden, da ein erh\u00f6htes Infektionsrisiko bestand. Dar\u00fcber hinaus befand ich mich selbst f\u00fcr einige Tage in Quarant\u00e4ne, da ich Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatte. Trotz dieser Vielzahl an coronabedingten negativen Aspekten freue ich mich, dass ich gesund geblieben bin und dass das Praktikum nicht vorzeitig abgebrochen werden musste.<\/p><p>Auch die positiven Aspekte m\u00f6chte ich kurz zusammenfassen. Zun\u00e4chst ist festzuhalten, dass ich w\u00e4hrend des Praktikums fast ausschlie\u00dflich gutes Wetter hatte. Ich absolvierte das Praktikum gr\u00f6\u00dftenteils im Sommer und es gab selten einen Tag an dem es mehrere Stunden am St\u00fcck regnete. Somit konnte ich viel unternehmen und die sch\u00f6ne Landschaft entdecken. Ich machte viele Ausfl\u00fcge in die Natur oder nahm an \u00f6ffentlichen Veranstaltungen teil. Hierf\u00fcr konnte ich mich dank meines internationalen Studentenausweises besonders g\u00fcnstig mit Bus und Bahn fortbewegen. Innerhalb der Stadt nutzte ich Leihfahrr\u00e4der, die, aufgrund des Sponsorings durch \u0160koda, f\u00fcr kurze Strecken kostenlos verwendet werden konnten. Somit war es z.B. m\u00f6glich, den Arbeitsweg zur\u00fcckzulegen. Die Tschechen sind allgemein sehr Fahrrad-verr\u00fcckt. Daher konnte ich mir f\u00fcr l\u00e4ngere Touren oft ein Mountainbike meines Kollegen ausleihen. An dieser Stelle ist hervorzuheben, dass ich die Kollegen sehr positiv in Erinnerung habe. Aus eigener Erfahrung wei\u00df ich, dass der Umgang im B\u00fcro und das grunds\u00e4tzliche Arbeitsklima einen wesentlichen Faktor f\u00fcr Zufriedenheit und Freude an der Arbeit darstellen. Ausnahmslos alle Kollegen waren mir gegen\u00fcber sehr hilfsbereit. Ich konnte stets Fragen aller Art stellen und bekam z.B. auch Unterst\u00fctzung bei organisatorischen Angelegenheiten, Beh\u00f6rdeng\u00e4ngen oder der Wochenendplanung. Auch eine gemeinsame Fahrradtour half dabei, alle kennenzulernen und mich in das Team zu integrieren. Die Gespr\u00e4che, egal ob fachlich oder privat, waren immer freundlich und humorvoll, sodass ich mich von Anfang an wohl gef\u00fchlt habe. Ich erhielt f\u00fcr meine Arbeit stets Wertsch\u00e4tzung sowie Lob und wurde als gleichwertiger Kollege behandelt. Dar\u00fcber hinaus wurde R\u00fccksicht darauf genommen, was mich pers\u00f6nlich interessiert und versucht dies in meinen Praktikumsaufenthalt einflie\u00dfen zu lassen.<\/p><p>Meiner Meinung nach sind die negativen (haupts\u00e4chlich coronabedingten) Aspekte zu verkraften, sodass die positiven Aspekte stark \u00fcberwiegen. Ich habe fachlich und sprachlich neue Kenntnisse erlangt, einiges vom Land gesehen und mich pers\u00f6nlich weiterentwickelt. Au\u00dferdem habe ich viele neue, nette Menschen kennengelernt, mit denen ich auch nach meiner Abreise weiterhin gerne in Kontakt bleibe. Jeder, der ein solches Praktikum absolviert erh\u00e4lt die M\u00f6glichkeit eine andere Kultur zu erleben und gleichzeitig seine Pl\u00e4ne hinsichtlich der beruflichen Zukunft zu konkretisieren. Aus diesem Grund stellt das Auslandspraktikum f\u00fcr mich eine wertvolle Erfahrung dar und ich w\u00fcrde mich jederzeit wieder daf\u00fcr entscheiden. Abschlie\u00dfend danke ich sowohl dem Arbeitgeber \u0160koda als auch der Universit\u00e4t Bremen bzw. dem Team des International Office, dass sie mir durch das ERASMUS+ Praktikum die Chance gegeben haben, diese wichtigen Lebenserfahrungen zu sammeln.<\/p><p>\u00a0<\/p><p>[osm_map_v3 map_center= \"50.4130,14.9072\" zoom=\"9\" width=\"95%\" height=\"450\" map_border=\"thin solid \" post_markers=\"1\" control=\"fullscreen\" bckgrndimg=\"\" ]<\/p>","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,342721,356669,368865,653,368787],"tags":[525329,61104,368787],"class_list":["post-7496","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-berichte","category-laender","category-outgoing","category-praktikum","category-tschechische-republik","tag-iaeste","tag-produktionstechnik","tag-tschechische-republik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7496","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9117"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7496"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7496\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7518,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7496\/revisions\/7518"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7503"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7496"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7496"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7496"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}