

{"id":7170,"date":"2020-09-07T17:08:31","date_gmt":"2020-09-07T15:08:31","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/?p=7170"},"modified":"2022-06-13T23:41:09","modified_gmt":"2022-06-13T21:41:09","slug":"praktikum-an-der-swakeleys-school-for-girls-in-london-uk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/2020\/09\/07\/praktikum-an-der-swakeleys-school-for-girls-in-london-uk\/","title":{"rendered":"Praktikum an der Swakeleys School for Girls in London, UK"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><strong>Als Fremdsprachenassistentin an einer M\u00e4dchenschule im Westen von London<\/strong><br \/>Im Rahmen meines Erasmus+ Praktikums habe ich acht Monate als Fremdsprachenassistentin an der Swakeleys School for Girls in Hillingdon (West London) Deutsch als Fremdsprache unterrichtet und Sch\u00fclerinnen bei ihren Vorbereitungen auf ihre Deutsch Abschlusspr\u00fcfungen unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Nachdem ich bereits im und nach dem Bachelor tolle Auslandserfahrungen gesammelt hatte, stand f\u00fcr mich fest, dass ich auch im Master noch einmal ins Ausland gehen m\u00f6chte. Da ich Englisch und Deutsch f\u00fcr das Lehramt an Gymnasien und Oberschulen studiere, wollte ich vor meinem Masterabschluss gern noch einmal in einem englischsprachigen Land leben und arbeiten, um noch weitere Auslands- und Lehrerfahrung zu sammeln und so meine sprachlichen, fachlichen, didaktischen, methodischen und interkulturellen Kompetenzen auszubauen.<\/p>\n<p><strong>Bewerbung f\u00fcr das Programm f\u00fcr Fremdsprachenassistenzkr\u00e4fte des PAD<br \/><\/strong>Aufgrund meines FSJs wusste ich, dass der PAD (P\u00e4dagogischer Austauschdienst) viele M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Auslandsaufenthalte, und insbesondere f\u00fcr (angehende) Lehrkr\u00e4fte bietet. Das Programm f\u00fcr Fremdsprachenassistenzkr\u00e4fte (https:\/\/www.kmk-pad.org\/programme\/fremdsprachenassistenzkraefte.html) sprach mich besonders an, weil es bezahlte Praktika in vielen verschiedenen (englischsprachigen) L\u00e4ndern bietet. Ich entschied mich dazu, mich f\u00fcr ein Praktikum im Vereinigten K\u00f6nigreich zu bewerben.<\/p>\n<p>Der Bewerbungsprozess f\u00fcr da Programm f\u00fcr Fremdsprachenassistenzkr\u00e4fte ist recht langwierig. Zum einen ist bereits neun Monate vor Praktikumsbeginn Bewerbungsschluss (f\u00fcr UK zum 1. Januar). Das hei\u00dft, man muss sich bereits fast ein Jahr im Voraus um alle notwendigen Unterlagen (wie z.B. Motivationsschreiben, Hochschulgutachten eines\/einer Dozenten\/Dozentin und \u00e4rztliches Gutachten) k\u00fcmmern. Zum anderen gibt es in einer zweiten Phase im Februar (wenn man die formalen Kriterien erf\u00fcllt) ein pers\u00f6nliches Bewerbungsgespr\u00e4ch, bei dem man von sich \u00fcberzeugen muss. Mein Gespr\u00e4ch dauerte ca. 20 Minuten und fand sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch statt. Nach dem Gespr\u00e4ch hie\u00df es dann wieder lange warten, denn der PAD musste sich mit der Partnerorganisation (in meinem Fall dem British Council) austauschen, welche Bewerber*innen f\u00fcr welche Schulen geeignet sind. Mitte Mai bekam ich dann einen Anruf, dass der PAD mir ein Praktikum in Greater London anbieten kann, was ich nat\u00fcrlich sehr gern annahm.<\/p>\n<p><strong>Vorbereitung<br \/><\/strong>Normalerweise h\u00e4tte ich im Juli\/sp\u00e4testens August von meiner Praktikumsschule einen sogenannten Letter of Offer bekommen m\u00fcssen, der alle Eckdaten und Aufgaben der Assistenzzeit umrei\u00dft, sodass man fr\u00fchzeitig mit den Vorbereitungen beginnen kann. Leider ist vonseiten meiner Schule etwas schiefgelaufen, sodass ich sehr lange nichts geh\u00f6rt hatte und daher selbst beim British Council nachfragen musste, wo ich denn nun eingesetzt w\u00fcrde. Das Praktikum sollte im Oktober losgehen, aber erst im September erhielt ich \u00fcberhaupt eine M\u00f6glichkeit, die Schule zu kontaktieren. An dieser Stelle sei gesagt, dass dies ein Ausnahmefall war. Sowohl der PAD als auch der British Council schicken die Informationen fr\u00fchzeitig an die Assistenzkr\u00e4fte und Schulen heraus, und von anderen Assistenzkr\u00e4ften wei\u00df ich, dass sie ihre Letters of Offer bereits im Juli erhalten hatten. Es war also ein schulspezifisches Problem, warum ich erst sehr sp\u00e4t mit meiner Schule in Kontakt gekommen bin.<\/p>\n<p>Nachdem ich meinen Letter of Offer (und damit die offizielle Best\u00e4tigung) von meiner Schule erhalten hatte, war die erste gro\u00dfe Herausforderung, eine Unterkunft zu finden, da die Schule mir an dieser Stelle keine Hilfe anbieten konnte. Auf https:\/\/www.spareroom.co.uk\/ habe ich nach einem Zimmer in der N\u00e4he der Schule gesucht. Gl\u00fccklicherweise gab es einige Angebote, die preislich und zeitlich gepasst h\u00e4tten. Ich war erstaunt, wie unkompliziert die \u201eWohnungsbesichtigungen\u201c per WhatsApp Video Call stattfinden konnten. So habe ich nach nur wenigen Tagen tats\u00e4chlich ein passendes Zimmer in einer Zweier-WG in Uxbridge, nur 20 Gehminuten von der Schule entfernt, gefunden! Das Zimmer kostete 650 GBP\/Monat, was im mittleren Preisniveau f\u00fcr Greater London liegt. Ich h\u00e4tte auch ein g\u00fcnstigeres Zimmer weiter von der Schule entfernt und mit mehr Mitbewohner*innen haben k\u00f6nnen, aber die N\u00e4he zur Schule und die Mitbewohnerin, die wirklich sehr nett und hilfsbereit war, waren mir den Preis wert. Ich musste eine Monatsmiete als Kaution vorab \u00fcberweisen, was der Standard im UK zu sein scheint. Aufgrund des Wechselkurses und der \u00dcberweisungsgeb\u00fchren ins Ausland waren das jedoch knapp 800 Euro. Als Startkapital empfehlen der PAD und der British Council mindestens 1500 Euro zu haben, um die ersten 4-6 Woche zu \u00fcberbr\u00fccken, bis man das erste Gehalt bekommt (oder die erste Rate der Erasmus-F\u00f6rderung \u00fcberwiesen wird). Da meine Miete jedoch immer am 1. des Monats f\u00e4llig war, bedeutete dies, dass ich direkt am Anfang allein f\u00fcr die Miete schon knapp 1600 Euro brauchte. F\u00fcr London sollte man also mindestens 2000 Euro Startkapital einplanen.<\/p>\n<p>Im Vereinigten K\u00f6nigreich darf man ohne eine sogenannte National Insurance Number (britische Krankenversicherung) nicht arbeiten, sodass ich an meinem ersten Praktikumstag zun\u00e4chst beim Jobcenter einen Termin zur Beantragung der NI machen musste. Gl\u00fccklicherweise bekam ich bereits f\u00fcr eine Woche sp\u00e4ter einen Termin (andere Assistent*innen bekamen einen Termin erst 3-6 Wochen nach Praktikumsbeginn). Neben weiteren Formalit\u00e4ten an der Schule brauchte ich unbedingt ein britisches Bankkonto, weil das Gehalt nur auf ein britisches Konto \u00fcberwiesen werden durfte. Ein Konto zu er\u00f6ffnen war bei HSBC ganz einfach. Mit einem Schreiben der Schule konnte ich sowohl meinen Arbeitsplatz als auch meine UK-Adresse best\u00e4tigen.<\/p>\n<p><strong>Swakeleys School for Girls<br \/><\/strong>Das Schulsystem im UK unterscheidet sich ein bisschen vom deutschen. Die meisten Sch\u00fcler*innen beginnen die erste Klasse der Primary School (Grundschule) bereits mit f\u00fcnf Jahren. Alle Sch\u00fcler*innen im UK legen am Ende der Key Stage 4 (Jahrgang 11) die Abschlusspr\u00fcfungen zum GCSE (General Certificate of Secondary Education) ab (was mit dem mittleren Schulabschluss in Deutschland vergleichbar ist). Der Besuch der Sixth Form zur Erlangung des A-Level ist freiwillig.<\/p>\n<p>Swakeleys School for Girls (https:\/\/swakeleys.hillingdon.sch.uk\/) ist eine weiterf\u00fchrende Schule ab Key Stage 3 (Jahrgang 7, Ab 11 Jahren) f\u00fcr M\u00e4dchen, hat allerdings eine Sixth Form (Oberstufe), die auch von Jungen besucht werden darf. Ich wusste zu Beginn nicht genau, was ich davon erwarten sollte, an einer M\u00e4dchenschule zu arbeiten. Meiner jetzigen Erfahrung nach unterscheiden sich M\u00e4dchenschulen von der Schulstruktur oder vom Unterricht her jedoch nicht von gemischt-geschlechtlichen Schulen.<\/p>\n<p>Swakeleys hat ca. 1000 Sch\u00fclerinnen in der Sekundarstufe und ca. 200 SuS in der Oberstufe, und hat mit einer gro\u00dfen Vielfalt an Familiensprachen, Religionen, sozio-\u00f6konomischen Hintergr\u00fcnden und besonderen Lernbed\u00fcrfnissen eine sehr heterogene Sch\u00fcler*innenschaft. Wie an den meisten Schulen im Vereinigten K\u00f6nigreich gibt es auch an dieser Schule f\u00fcr die Sch\u00fclerinnen eine Uniform-Pflicht, die streng kontrolliert (und bei Verst\u00f6\u00dfen sanktioniert) wird. Ebenso gilt f\u00fcr Lehrpersonen ein \u201e\u2018business-like\u2019 or \u2018smart office\u2019 style\u201c. Da Jeans und Turnschuhe, wie man sie in deutschen Schulen vorfindet, an der Schule verboten sind, musste ich vor Praktikumsbeginn f\u00fcr den Dresscode passende Kleidung kaufen.<\/p>\n<p>Swakeleys r\u00fchmt sich mit hohen Standards und strengen Verhaltensregeln. Die hohen Leistungsanspr\u00fcche an die Sch\u00fclerinnen werden jedoch mit vielen nationalen Auszeichnungen (z.B. SSAT Educational Outcomes Award 2019 for exceptional student progress) belohnt. Zu den hohen Standards geh\u00f6rt auch die verpflichtende Teilnahme am Fremdsprachenunterricht, obwohl dies im UK seit 2004 nicht mehr verpflichtend ist. Swakeleys bietet mit Deutsch und Franz\u00f6sisch sogar zwei Fremdsprachen an und leistet sich zwei Fremdsprachenassistenzkr\u00e4fte, um den Erfolg der Sch\u00fclerinnen sicherzustellen.<\/p>\n<p>Um die Sch\u00fclerinnen gut auf das (Berufs)Leben nach der Schule vorzubereiten, ist au\u00dferdem die Digitalisierung bereits weit fortgeschritten. So sind alle Klassenr\u00e4ume mit Smartboards und die ganze Schule mit W-Lan ausgestattet. Zus\u00e4tzlich gibt es mehrere Computerr\u00e4ume, in denen das Fach \u201eMedia\u201c unterrichtet wird. Ebenso k\u00f6nnen die Sch\u00fclerinnen weitere Computer in der Schulbibliothek nutzen. Dar\u00fcber hinaus benutzt Swakeleys seit einigen Jahren digitale Plattformen wie Google Classroom und E-Praise, was die Umstellung auf das Distant Teaching and Learning nach Ausbruch der Coronakrise sehr stark vereinfacht hat.<\/p>\n<p><strong>Einsatz als Fremdsprachenassistenzkraft<br \/><\/strong>Das Programm f\u00fcr Fremdsprachenassistenzkr\u00e4fte sieht vor, dass die Assistenzkr\u00e4fte mindestens 12 und h\u00f6chstens 18 Stunden pro Woche in der Schule eingestellt werden. Meine Schule setzte mich f\u00fcr 12 Stunden\/Woche in den h\u00f6heren Jahrg\u00e4ngen (10, 11, 12), insbesondere f\u00fcr Pr\u00fcfungsvorbereitungen, ein. Meinen Stundenplan erhielt ich am zweiten Tag von meiner Mentorin, die selbst Deutschlehrerin und Curriculum Leader im MFL (Modern Foreign Language) Department war. Da die meisten Deutschstunden der oberen Jahrg\u00e4nge in meinem Praktikumszeitraum am Ende der Woche stattfanden, hat sich die gl\u00fcckliche Ausnahme ergeben, dass ich montags und dienstags frei hatte.<\/p>\n<p>Swakeleys hat einen zwei-w\u00f6chentlichen Stundenplan, der in Week A und Week B aufgeteilt ist. Eine Unterrichtsstunde ist 60 Minuten, die gro\u00dfe Pause ist 20 Minuten und die Mittagspause ist 50 Minuten lang. An meinen drei Arbeitstagen habe ich jeweils vier Stunden (+ Mittagspause) gearbeitet. Drei meiner zw\u00f6lf Wochenstunden (also eine Stunde am Tag) waren f\u00fcr B\u00fcroarbeit eingeplant. In dieser Zeit habe ich Unterricht vor- und nachbereitet, Materialien erstellt, sowie Essays und \u00dcbungskarten korrigiert. Die Franz\u00f6sischassistentin und ich haben uns einen Arbeitsplatz und Computer geteilt, was wunderbar funktioniert hat. Ich fand es super, diese Stunden zu haben, weil ich dann organisiert und konzentriert in der Schule arbeiten konnte, statt diese Arbeiten zu Hause erledigen zu m\u00fcssen, wo ich keinen Schreibtisch hatte.<\/p>\n<p>Vier bzw. f\u00fcnf Stunden pro Woche arbeitete ich mit acht Sch\u00fclerinnen des 12. Jahrgangs (year 12) zusammen, die Deutsch als A-Level-Kurs gew\u00e4hlt haben. Mit jeweils zwei Sch\u00fclerinnen pro Stunde konnte ich sehr intensiv an den Pr\u00fcfungsthemen arbeiten. Gl\u00fccklicherweise hatte ich in diesen Stunden feste Klassenr\u00e4ume, sodass ich die volle technische Ausstattung nutzen konnte. Die beiden Lehrkr\u00e4fte, die in meinem Jahr diese Lerngruppe betreut haben, haben mich im Vorfeld meistens darum gebeten, einen bestimmten Themenschwerpunkt aufzubereiten und mit den Sch\u00fclerinnen insbesondere das freie Sprechen (diskutieren, argumentieren, eigene Meinung \u00e4u\u00dfern und vertreten) zu \u00fcben. Zu diesen Themen habe ich dann Materialien gesucht oder erstellt (z.B. Youtube-Videos, Lese- oder H\u00f6rtexte, Diskussionsfragen). Alle zwei Wochen hatte ich eine Stunde mit allen acht Sch\u00fclerinnen zusammen, in denen wir dann oft Peer-Befragungen und Diskussionen durchf\u00fchrten oder Videos schauten und diese dann in gro\u00dfer Runde besprachen. Die Arbeit mit den year 12 Sch\u00fclerinnen war sehr intensiv, weil es fast Einzelbetreuung war. Nachdem ich sie besser kennengelernt hatte, konnte ich auch besser einsch\u00e4tzen, was sie noch brauchten. Somit konnte ich meine diagnostische Kompetenz ein wenig ausbauen.<\/p>\n<p>Als die Pr\u00fcfungsvorbereitungszeit anfing, habe ich mit den Sch\u00fclerinnen das Format der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung ge\u00fcbt. Dies bedeutete insbesondere Teaching to the Test, also Ein\u00fcben und Wiedergeben bestimmter Phrasen und landeskundlichen Faktenwissens. Im UK sind die Pr\u00fcfungen stark standardisiert und es gibt ganz klare Erwartungshorizonte, an denen ich mich orientieren konnte. Ich habe mit den Sch\u00fclerinnen dann Simulationen der Pr\u00fcfung durchgef\u00fchrt und diese (wie in der echten Pr\u00fcfung) mit einem Diktierger\u00e4t aufgenommen, damit sie sich an das Format gew\u00f6hnen und \u00fcben k\u00f6nnen, unter Zeitdruck Fragen zu beantworten. Die Aufnahmen habe ich dann auf Google Classroom hochgeladen, damit die Sch\u00fclerinnen ihre eigenen Simulationen noch einmal anh\u00f6ren und Fehler oder L\u00fccken selbst entdecken k\u00f6nnen. Ich glaube, die Simulationen haben den Sch\u00fclerinnen geholfen, da ich regelm\u00e4\u00dfig positives Feedback von ihnen und den Lehrkr\u00e4ften daf\u00fcr bekommen habe. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich bedeutete dies allerdings weniger Spielraum und Zeit f\u00fcr eigene Ideen, was den Unterricht f\u00fcr mich leider schnell sehr eint\u00f6nig gemacht hat.<\/p>\n<p>Die restlichen vier bzw. f\u00fcnf Stunden in der Woche arbeitete ich mit den Sch\u00fclerinnen der Jahrg\u00e4nge 10 und 11 in der Schulbibliothek. Die drei betreuenden Lehrkr\u00e4fte haben mich daf\u00fcr ganz unterschiedlich eingesetzt: Eine Lehrkraft bevorzugte feste Kleingruppen von bis zu f\u00fcnf Sch\u00fclerinnen, jede Woche f\u00fcr 15 Minuten mit ganz konkreten \u00dcbungen. Die zweite Lehrkraft endschied jede Woche mehr oder weniger spontan, welche 2-4 Sch\u00fclerinnen f\u00fcr die ganze Stunde zu mir kommen sollten. Und die dritte Lehrkraft schickte ihre Sch\u00fclerinnen f\u00fcr eine Einzelbetreuung f\u00fcr jeweils 5-10 Minuten zu mir mit konkreten \u00dcbungen. Meistens wusste ich vor den Stunden mit year 10 und 11 nicht, was die Lehrkr\u00e4fte f\u00fcr die Stunde geplant hatten. Allerdings brauchte ich auch keine lange Vorbereitung, da alle Lehrkr\u00e4fte mit dem Speaking Exam Booklet arbeiteten und die Sch\u00fclerinnen auf die m\u00fcndliche GCSE Pr\u00fcfung vorbereiteten, was auch hier wieder Teaching to the Test, also Vorbereitung auch die Pr\u00fcfungsformate bedeutete. Einerseits war das sehr entspannt, weil ich mich einfach an das Booklet halten konnte und selten selbst etwas vorbereiten musste. Andererseits war es sehr schnell langweilig und repetitiv, da ich mehrfach in der Woche die gleichen Fragen behandelte und die gleichen Fehler korrigieren musste.<\/p>\n<p>Nach Weihnachten habe ich daher versucht, meinen eigenen Lunch Time Club (eine AG) anzubieten. Bereits zu Beginn des Praktikums hatte ich mich bei UK-German Connection f\u00fcr das Cultural Exchange Ambassadors Programm beworben (https:\/\/ukgermanconnection.org\/pp\/de\/programme\/cultural-exchange-ambassadors\/), bei dem Fremdsprachenassistenzkr\u00e4fte aus Deutschland und UK in Teams ein gemeinsames Projekt an ihren Schulen durchf\u00fchren. Meine Partnerin und ich boten ab Januar einen Slam Poetry Club an unseren Schulen an, in dem die Sch\u00fcler*innen spielerisch mit den Sprachen umgehen und Gleichaltrige aus dem jeweils anderen Land kennenlernen konnten. Dieser Versuch, mich so st\u00e4rker in das Schulleben einzubringen und etwas Eigenes zu schaffen, ist allerdings nicht gelungen, weil zu wenige bzw. keine Sch\u00fclerinnen am Club teilgenommen haben (was u.a. am gro\u00dfen Angebot f\u00fcr lunch time clubs lag). Obwohl das Projekt gescheitert ist, habe ich dennoch einen kleinen Einblick ins Projektmanagement bekommen, was f\u00fcr meinen weiteren Werdegang sicherlich nicht schaden wird.<\/p>\n<p><strong>Freizeitgestaltung in London<br \/><\/strong>Jeweils einmal pro Woche bot die Schule f\u00fcr Mitarbeitende Staff Yoga, Staff Zumba und Staff Sports (wo verschiedene Ballsportarten gespielt wurden) an. Bei diesen Angeboten habe ich noch ein paar andere Lehrkr\u00e4fte au\u00dferhalb des MFL Departments kennengelernt. Au\u00dferdem hat Swakeleys ein aktives Performing Arts Department, was ich als Theaterbegeisterte mit Auftrittsbesuchen und Getr\u00e4nkeverk\u00e4ufen aktiv unterst\u00fctzt habe.<\/p>\n<p>Im Zentrum von Uxbridge sind ein paar Restaurants und Caf\u00e9s, Second-Hand-L\u00e4den, eine Public Library und ein gro\u00dfes Einkaufzentrum mit einem ODEO Kino. In der N\u00e4he der Uxbridge Tube Station ist ein gro\u00dfes Sportzentrum (Hillingdon Sports &amp; Leisure Complex), wo man u.a. schwimmen kann. Es gibt auch einige Parks, einen Golfplatz, ein paar Colleges und die Brunel University, wo man sehr nett spazieren gehen kann. Ansonsten kann man bequem mit der Tube ins Zentrum von London fahren. Allerdings dauert das, je nachdem wo man hin m\u00f6chte, 45 bis 80 Minuten. Ich bin ein bis zwei Mal pro Woche ins Zentrum gefahren und habe mich mit Freunden getroffen, bin ins Theater oder in Museen gegangen, habe Restaurants ausprobiert, und war in verschiedenen Parks spazieren. Im Zentrum Londons wird es auf jeden Fall nicht langweilig! Ebenso kann man von London aus \u00fcberall hinreisen. So habe ich an je einem Wochenende Cambridge, Oxford und Edinburgh besucht.<\/p>\n<p>Freund- oder Bekanntschaften mit Kolleg*innen au\u00dferhalb des Unterrichts oder des Staff Sports haben sich leider nicht ergeben. Die meiste Zeit habe ich mit zwei guten Freund*innen aus Deutschland verbracht, die in London arbeiten. Es gibt in London (und auch in Hillingdon) zwar unz\u00e4hlige Angebote f\u00fcr Sportaktivit\u00e4ten, Kurse und Workshops, aber diese sind leider meist sehr teuer. Auch deshalb konnte ich leider kaum soziale Kontakte zu Einheimischen in London kn\u00fcpfen.<\/p>\n<p><strong>Teaching in Times of Corona<br \/><\/strong>Am 18. M\u00e4rz 2020 verk\u00fcndetet Prime Minister Boris Johnson, dass die Schulen im Vereinigten K\u00f6nigreich ab dem 23. M\u00e4rz aufgrund der Covid-19-Pandemie schlie\u00dfen w\u00fcrden. In Absprache mit den Kolleg*innen und der Schulleitung beschloss ich, nach Deutschland zur\u00fcckzukehren. Gl\u00fccklicherweise erm\u00f6glichte mir die Schule, mein Praktikum von zu Hause weiterzuf\u00fchren. Da die Schule bereits mit Google Classroom arbeitete, war die Umstellung auf Distant Teaching and Learning sehr viel reibungsloser als in manch anderer Schule (insbesondere in Deutschland). Bereits in der ersten Woche nach der Schulschlie\u00dfung haben meine Kolleg*innen und ich den Sch\u00fclerinnen Material zum Lesen und Anh\u00f6ren auf Google Classroom zur Verf\u00fcgung gestellt\/verlinkt. Da ich den Sch\u00fclerinnen haupts\u00e4chlich mit der m\u00fcndlichen Kommunikation helfen sollte, haben wir Gespr\u00e4che zu verschiedenen Pr\u00fcfungsthemen \u00fcber Skype gef\u00fchrt. Gl\u00fccklicherweise verf\u00fcgten alle meine Sch\u00fclerinnen \u00fcber ein internetf\u00e4higes Endger\u00e4t und eine stabile Internetverbindung. Trotz der einen oder anderen technischen St\u00f6rung hat das Distant Teaching aus dem Homeoffice f\u00fcr mich wunderbar funktioniert. Schwierig wurde es, wenn Sch\u00fclerinnen nicht online gekommen sind oder sich nicht zur\u00fcckgemeldet haben. Beim Distant Teaching l\u00e4sst sich leider nicht oder nur schwer kontrollieren, ob die Sch\u00fclerinnen ihre Aufgaben erhalten haben und erledigen konnten (von der Sorge, ob es ihnen gut geht ganz zu schweigen).<\/p>\n<p><strong>Reflexion<br \/><\/strong>Meinen Wunsch, vor meinem Masterabschluss noch einmal in einem englischsprachigen Land zu leben und zu arbeiten und London und die Menschen dort besser kennenzulernen, konnte ich erf\u00fcllen. Ich habe das Gef\u00fchl, mich durch die Praktikumserfahrungen sprachlich, fachlich und interkulturell weiterentwickelt zu haben. Insbesondere f\u00fcr die sehr professionelle Zusammenarbeit mit meinen tollen Kolleg*innen bin ich sehr dankbar. Sie waren immer sehr freundlich und offen, haben meine Ideen stets angeh\u00f6rt, mir sowohl konstruktives Feedback gegeben als auch mein Feedback angenommen, und mich insgesamt immer unterst\u00fctzt. Dass ich ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte meiner Arbeitszeit Unterricht selbstst\u00e4ndig planen und durchf\u00fchren konnte und einen festen Arbeitsplatz hatte, hat dazu beigetragen, dass mich insgesamt schnell als volles Mitglied des Departments f\u00fchlen und dadurch einen guten Einblick in das Leben einer Lehrkraft gewinnen konnte. Ebenso konnte ich sogar aus der Coronakrise etwas Positives und N\u00fctzliches f\u00fcr meinen weiteren Berufsweg ziehen. Da Fragen zur Digitalisierung der Schule in der nahen Zukunft immer relevanter werden, bin ich der Schulleitung dankbar, dass ich mein Praktikum von Deutschland aus beenden und erste Erfahrungen mit Distant Teaching machen durfte.<\/p>\n<p>Was jedoch meine didaktischen und methodischen Kompetenzen betrifft, bin ich mir nicht sicher, inwieweit ich mich weiterentwickelt habe. Der Nachteil des Programms war n\u00e4mlich, dass man als Assistenzkraft haupts\u00e4chlich dazu da ist, die Lehrkr\u00e4fte und Sch\u00fclerinnen bei den Pr\u00fcfungsvorbereitungen zu unterst\u00fctzen, sodass am Ende gute Pr\u00fcfungsergebnisse dabei herauskommen. Obwohl ich hin und wieder ein paar eigene Ideen im Unterricht mit den year 12 Sch\u00fclerinnen ausprobieren konnte, war der Gro\u00dfteil meiner T\u00e4tigkeit auf die Pr\u00fcfungen, also Teaching to the Test ausgerichtet, weshalb ich mich relativ schnell unterfordert gef\u00fchlt habe. Dies ist aber vermutlich dem Schulsystem bzw. der Auslegung des Fremdsprachenunterricht im UK geschuldet.<\/p>\n<p><strong>Fazit<br \/><\/strong>Alles in allem bin ich zufrieden mit dem Praktikum als Fremdsprachenassistentin. Swakeleys School for Girls ist insgesamt eine tolle Schule, ich habe mich dort schnell eingelebt und in einer entspannten Atmosph\u00e4re das britische Schulsystem kennengelernt. Auch wenn ich nicht all meine Ziele oder Hoffnungen f\u00fcr das Praktikum in die Tat umsetzen konnte, habe ich wunderbare Menschen kennengelernt und trotz allem wichtige Auslands- und Lehrerfahrungen gesammelt, die zu meiner Professionalisierung beitragen. Aus diesem Grund kann ich allen Lehramtsstudierenden ein Auslandspraktikum als Fremdsprachenassistenzkraft nur empfehlen.<\/p>\n<p>\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 33%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-0 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/gau1.jpg' title=\"\" data-rl_title=\"\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"420\" height=\"315\" 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Sehensw\u00fcrdigkeiten\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/gau3.jpg' title=\"\" data-rl_title=\"\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"420\" height=\"315\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/gau3-420x315.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-7173\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-7173'>\n\t\t\t\tVictoria and Albert Museum\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n<\/p>\n<p>\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-2 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 33%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-2' class='gallery galleryid-0 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/gau4.jpg' title=\"\" data-rl_title=\"\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" data-rel=\"lightbox-gallery-2\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"420\" height=\"315\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/gau4-420x315.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-7174\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-7174'>\n\t\t\t\tBlick von der Millennium Bridge\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/gau5.jpg' title=\"\" data-rl_title=\"\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" data-rel=\"lightbox-gallery-2\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"420\" height=\"420\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/gau5-420x420.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-7175\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-7175'>\n\t\t\t\tShakespeare\u2019s Globe Theatre, St. Paul\u2019s Cathedral, Blick auf die Millennium Bridge und St. Paul\u2019s\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/gau6.jpg' title=\"\" data-rl_title=\"\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" data-rel=\"lightbox-gallery-2\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" 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Abschlusspr\u00fcfungen unterst\u00fctzt.<\/p><p>Nachdem ich bereits im und nach dem Bachelor tolle Auslandserfahrungen gesammelt hatte, stand f\u00fcr mich fest, dass ich auch im Master noch einmal ins Ausland gehen m\u00f6chte. Da ich Englisch und Deutsch f\u00fcr das Lehramt an Gymnasien und Oberschulen studiere, wollte ich vor meinem Masterabschluss gern noch einmal in einem englischsprachigen Land leben und arbeiten, um noch weitere Auslands- und Lehrerfahrung zu sammeln und so meine sprachlichen, fachlichen, didaktischen, methodischen und interkulturellen Kompetenzen auszubauen.<\/p><p><strong>Bewerbung f\u00fcr das Programm f\u00fcr Fremdsprachenassistenzkr\u00e4fte des PAD<\/strong><br \/>Aufgrund meines FSJs wusste ich, dass der PAD (P\u00e4dagogischer Austauschdienst) viele M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Auslandsaufenthalte, und insbesondere f\u00fcr (angehende) Lehrkr\u00e4fte bietet. Das Programm f\u00fcr Fremdsprachenassistenzkr\u00e4fte (https:\/\/www.kmk-pad.org\/programme\/fremdsprachenassistenzkraefte.html) sprach mich besonders an, weil es bezahlte Praktika in vielen verschiedenen (englischsprachigen) L\u00e4ndern bietet. Ich entschied mich dazu, mich f\u00fcr ein Praktikum im Vereinigten K\u00f6nigreich zu bewerben.<\/p><p>Der Bewerbungsprozess f\u00fcr da Programm f\u00fcr Fremdsprachenassistenzkr\u00e4fte ist recht langwierig. Zum einen ist bereits neun Monate vor Praktikumsbeginn Bewerbungsschluss (f\u00fcr UK zum 1. Januar). Das hei\u00dft, man muss sich bereits fast ein Jahr im Voraus um alle notwendigen Unterlagen (wie z.B. Motivationsschreiben, Hochschulgutachten eines\/einer Dozenten\/Dozentin und \u00e4rztliches Gutachten) k\u00fcmmern. Zum anderen gibt es in einer zweiten Phase im Februar (wenn man die formalen Kriterien erf\u00fcllt) ein pers\u00f6nliches Bewerbungsgespr\u00e4ch, bei dem man von sich \u00fcberzeugen muss. Mein Gespr\u00e4ch dauerte ca. 20 Minuten und fand sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch statt. Nach dem Gespr\u00e4ch hie\u00df es dann wieder lange warten, denn der PAD musste sich mit der Partnerorganisation (in meinem Fall dem British Council) austauschen, welche Bewerber*innen f\u00fcr welche Schulen geeignet sind. Mitte Mai bekam ich dann einen Anruf, dass der PAD mir ein Praktikum in Greater London anbieten kann, was ich nat\u00fcrlich sehr gern annahm.<\/p><p><strong>Vorbereitung<\/strong><br \/>Normalerweise h\u00e4tte ich im Juli\/sp\u00e4testens August von meiner Praktikumsschule einen sogenannten Letter of Offer bekommen m\u00fcssen, der alle Eckdaten und Aufgaben der Assistenzzeit umrei\u00dft, sodass man fr\u00fchzeitig mit den Vorbereitungen beginnen kann. Leider ist vonseiten meiner Schule etwas schiefgelaufen, sodass ich sehr lange nichts geh\u00f6rt hatte und daher selbst beim British Council nachfragen musste, wo ich denn nun eingesetzt w\u00fcrde. Das Praktikum sollte im Oktober losgehen, aber erst im September erhielt ich \u00fcberhaupt eine M\u00f6glichkeit, die Schule zu kontaktieren. An dieser Stelle sei gesagt, dass dies ein Ausnahmefall war. Sowohl der PAD als auch der British Council schicken die Informationen fr\u00fchzeitig an die Assistenzkr\u00e4fte und Schulen heraus, und von anderen Assistenzkr\u00e4ften wei\u00df ich, dass sie ihre Letters of Offer bereits im Juli erhalten hatten. Es war also ein schulspezifisches Problem, warum ich erst sehr sp\u00e4t mit meiner Schule in Kontakt gekommen bin.<\/p><p>Nachdem ich meinen Letter of Offer (und damit die offizielle Best\u00e4tigung) von meiner Schule erhalten hatte, war die erste gro\u00dfe Herausforderung, eine Unterkunft zu finden, da die Schule mir an dieser Stelle keine Hilfe anbieten konnte. Auf https:\/\/www.spareroom.co.uk\/ habe ich nach einem Zimmer in der N\u00e4he der Schule gesucht. Gl\u00fccklicherweise gab es einige Angebote, die preislich und zeitlich gepasst h\u00e4tten. Ich war erstaunt, wie unkompliziert die \u201eWohnungsbesichtigungen\u201c per WhatsApp Video Call stattfinden konnten. So habe ich nach nur wenigen Tagen tats\u00e4chlich ein passendes Zimmer in einer Zweier-WG in Uxbridge, nur 20 Gehminuten von der Schule entfernt, gefunden! Das Zimmer kostete 650 GBP\/Monat, was im mittleren Preisniveau f\u00fcr Greater London liegt. Ich h\u00e4tte auch ein g\u00fcnstigeres Zimmer weiter von der Schule entfernt und mit mehr Mitbewohner*innen haben k\u00f6nnen, aber die N\u00e4he zur Schule und die Mitbewohnerin, die wirklich sehr nett und hilfsbereit war, waren mir den Preis wert. Ich musste eine Monatsmiete als Kaution vorab \u00fcberweisen, was der Standard im UK zu sein scheint. Aufgrund des Wechselkurses und der \u00dcberweisungsgeb\u00fchren ins Ausland waren das jedoch knapp 800 Euro. Als Startkapital empfehlen der PAD und der British Council mindestens 1500 Euro zu haben, um die ersten 4-6 Woche zu \u00fcberbr\u00fccken, bis man das erste Gehalt bekommt (oder die erste Rate der Erasmus-F\u00f6rderung \u00fcberwiesen wird). Da meine Miete jedoch immer am 1. des Monats f\u00e4llig war, bedeutete dies, dass ich direkt am Anfang allein f\u00fcr die Miete schon knapp 1600 Euro brauchte. F\u00fcr London sollte man also mindestens 2000 Euro Startkapital einplanen.<\/p><p>Im Vereinigten K\u00f6nigreich darf man ohne eine sogenannte National Insurance Number (britische Krankenversicherung) nicht arbeiten, sodass ich an meinem ersten Praktikumstag zun\u00e4chst beim Jobcenter einen Termin zur Beantragung der NI machen musste. Gl\u00fccklicherweise bekam ich bereits f\u00fcr eine Woche sp\u00e4ter einen Termin (andere Assistent*innen bekamen einen Termin erst 3-6 Wochen nach Praktikumsbeginn). Neben weiteren Formalit\u00e4ten an der Schule brauchte ich unbedingt ein britisches Bankkonto, weil das Gehalt nur auf ein britisches Konto \u00fcberwiesen werden durfte. Ein Konto zu er\u00f6ffnen war bei HSBC ganz einfach. Mit einem Schreiben der Schule konnte ich sowohl meinen Arbeitsplatz als auch meine UK-Adresse best\u00e4tigen.<\/p><p><strong>Swakeleys School for Girls<\/strong><br \/>Das Schulsystem im UK unterscheidet sich ein bisschen vom deutschen. Die meisten Sch\u00fcler*innen beginnen die erste Klasse der Primary School (Grundschule) bereits mit f\u00fcnf Jahren. Alle Sch\u00fcler*innen im UK legen am Ende der Key Stage 4 (Jahrgang 11) die Abschlusspr\u00fcfungen zum GCSE (General Certificate of Secondary Education) ab (was mit dem mittleren Schulabschluss in Deutschland vergleichbar ist). Der Besuch der Sixth Form zur Erlangung des A-Level ist freiwillig.<\/p><p>Swakeleys School for Girls (https:\/\/swakeleys.hillingdon.sch.uk\/) ist eine weiterf\u00fchrende Schule ab Key Stage 3 (Jahrgang 7, Ab 11 Jahren) f\u00fcr M\u00e4dchen, hat allerdings eine Sixth Form (Oberstufe), die auch von Jungen besucht werden darf. Ich wusste zu Beginn nicht genau, was ich davon erwarten sollte, an einer M\u00e4dchenschule zu arbeiten. Meiner jetzigen Erfahrung nach unterscheiden sich M\u00e4dchenschulen von der Schulstruktur oder vom Unterricht her jedoch nicht von gemischt-geschlechtlichen Schulen.<\/p><p>Swakeleys hat ca. 1000 Sch\u00fclerinnen in der Sekundarstufe und ca. 200 SuS in der Oberstufe, und hat mit einer gro\u00dfen Vielfalt an Familiensprachen, Religionen, sozio-\u00f6konomischen Hintergr\u00fcnden und besonderen Lernbed\u00fcrfnissen eine sehr heterogene Sch\u00fcler*innenschaft. Wie an den meisten Schulen im Vereinigten K\u00f6nigreich gibt es auch an dieser Schule f\u00fcr die Sch\u00fclerinnen eine Uniform-Pflicht, die streng kontrolliert (und bei Verst\u00f6\u00dfen sanktioniert) wird. Ebenso gilt f\u00fcr Lehrpersonen ein \u201e\u2018business-like\u2019 or \u2018smart office\u2019 style\u201c. Da Jeans und Turnschuhe, wie man sie in deutschen Schulen vorfindet, an der Schule verboten sind, musste ich vor Praktikumsbeginn f\u00fcr den Dresscode passende Kleidung kaufen.<\/p><p>Swakeleys r\u00fchmt sich mit hohen Standards und strengen Verhaltensregeln. Die hohen Leistungsanspr\u00fcche an die Sch\u00fclerinnen werden jedoch mit vielen nationalen Auszeichnungen (z.B. SSAT Educational Outcomes Award 2019 for exceptional student progress) belohnt. Zu den hohen Standards geh\u00f6rt auch die verpflichtende Teilnahme am Fremdsprachenunterricht, obwohl dies im UK seit 2004 nicht mehr verpflichtend ist. Swakeleys bietet mit Deutsch und Franz\u00f6sisch sogar zwei Fremdsprachen an und leistet sich zwei Fremdsprachenassistenzkr\u00e4fte, um den Erfolg der Sch\u00fclerinnen sicherzustellen.<\/p><p>Um die Sch\u00fclerinnen gut auf das (Berufs)Leben nach der Schule vorzubereiten, ist au\u00dferdem die Digitalisierung bereits weit fortgeschritten. So sind alle Klassenr\u00e4ume mit Smartboards und die ganze Schule mit W-Lan ausgestattet. Zus\u00e4tzlich gibt es mehrere Computerr\u00e4ume, in denen das Fach \u201eMedia\u201c unterrichtet wird. Ebenso k\u00f6nnen die Sch\u00fclerinnen weitere Computer in der Schulbibliothek nutzen. Dar\u00fcber hinaus benutzt Swakeleys seit einigen Jahren digitale Plattformen wie Google Classroom und E-Praise, was die Umstellung auf das Distant Teaching and Learning nach Ausbruch der Coronakrise sehr stark vereinfacht hat.<\/p><p><strong>Einsatz als Fremdsprachenassistenzkraft<\/strong><br \/>Das Programm f\u00fcr Fremdsprachenassistenzkr\u00e4fte sieht vor, dass die Assistenzkr\u00e4fte mindestens 12 und h\u00f6chstens 18 Stunden pro Woche in der Schule eingestellt werden. Meine Schule setzte mich f\u00fcr 12 Stunden\/Woche in den h\u00f6heren Jahrg\u00e4ngen (10, 11, 12), insbesondere f\u00fcr Pr\u00fcfungsvorbereitungen, ein. Meinen Stundenplan erhielt ich am zweiten Tag von meiner Mentorin, die selbst Deutschlehrerin und Curriculum Leader im MFL (Modern Foreign Language) Department war. Da die meisten Deutschstunden der oberen Jahrg\u00e4nge in meinem Praktikumszeitraum am Ende der Woche stattfanden, hat sich die gl\u00fcckliche Ausnahme ergeben, dass ich montags und dienstags frei hatte.<\/p><p>Swakeleys hat einen zwei-w\u00f6chentlichen Stundenplan, der in Week A und Week B aufgeteilt ist. Eine Unterrichtsstunde ist 60 Minuten, die gro\u00dfe Pause ist 20 Minuten und die Mittagspause ist 50 Minuten lang. An meinen drei Arbeitstagen habe ich jeweils vier Stunden (+ Mittagspause) gearbeitet. Drei meiner zw\u00f6lf Wochenstunden (also eine Stunde am Tag) waren f\u00fcr B\u00fcroarbeit eingeplant. In dieser Zeit habe ich Unterricht vor- und nachbereitet, Materialien erstellt, sowie Essays und \u00dcbungskarten korrigiert. Die Franz\u00f6sischassistentin und ich haben uns einen Arbeitsplatz und Computer geteilt, was wunderbar funktioniert hat. Ich fand es super, diese Stunden zu haben, weil ich dann organisiert und konzentriert in der Schule arbeiten konnte, statt diese Arbeiten zu Hause erledigen zu m\u00fcssen, wo ich keinen Schreibtisch hatte.<\/p><p>Vier bzw. f\u00fcnf Stunden pro Woche arbeitete ich mit acht Sch\u00fclerinnen des 12. Jahrgangs (year 12) zusammen, die Deutsch als A-Level-Kurs gew\u00e4hlt haben. Mit jeweils zwei Sch\u00fclerinnen pro Stunde konnte ich sehr intensiv an den Pr\u00fcfungsthemen arbeiten. Gl\u00fccklicherweise hatte ich in diesen Stunden feste Klassenr\u00e4ume, sodass ich die volle technische Ausstattung nutzen konnte. Die beiden Lehrkr\u00e4fte, die in meinem Jahr diese Lerngruppe betreut haben, haben mich im Vorfeld meistens darum gebeten, einen bestimmten Themenschwerpunkt aufzubereiten und mit den Sch\u00fclerinnen insbesondere das freie Sprechen (diskutieren, argumentieren, eigene Meinung \u00e4u\u00dfern und vertreten) zu \u00fcben. Zu diesen Themen habe ich dann Materialien gesucht oder erstellt (z.B. Youtube-Videos, Lese- oder H\u00f6rtexte, Diskussionsfragen). Alle zwei Wochen hatte ich eine Stunde mit allen acht Sch\u00fclerinnen zusammen, in denen wir dann oft Peer-Befragungen und Diskussionen durchf\u00fchrten oder Videos schauten und diese dann in gro\u00dfer Runde besprachen. Die Arbeit mit den year 12 Sch\u00fclerinnen war sehr intensiv, weil es fast Einzelbetreuung war. Nachdem ich sie besser kennengelernt hatte, konnte ich auch besser einsch\u00e4tzen, was sie noch brauchten. Somit konnte ich meine diagnostische Kompetenz ein wenig ausbauen.<\/p><p>Als die Pr\u00fcfungsvorbereitungszeit anfing, habe ich mit den Sch\u00fclerinnen das Format der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung ge\u00fcbt. Dies bedeutete insbesondere Teaching to the Test, also Ein\u00fcben und Wiedergeben bestimmter Phrasen und landeskundlichen Faktenwissens. Im UK sind die Pr\u00fcfungen stark standardisiert und es gibt ganz klare Erwartungshorizonte, an denen ich mich orientieren konnte. Ich habe mit den Sch\u00fclerinnen dann Simulationen der Pr\u00fcfung durchgef\u00fchrt und diese (wie in der echten Pr\u00fcfung) mit einem Diktierger\u00e4t aufgenommen, damit sie sich an das Format gew\u00f6hnen und \u00fcben k\u00f6nnen, unter Zeitdruck Fragen zu beantworten. Die Aufnahmen habe ich dann auf Google Classroom hochgeladen, damit die Sch\u00fclerinnen ihre eigenen Simulationen noch einmal anh\u00f6ren und Fehler oder L\u00fccken selbst entdecken k\u00f6nnen. Ich glaube, die Simulationen haben den Sch\u00fclerinnen geholfen, da ich regelm\u00e4\u00dfig positives Feedback von ihnen und den Lehrkr\u00e4ften daf\u00fcr bekommen habe. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich bedeutete dies allerdings weniger Spielraum und Zeit f\u00fcr eigene Ideen, was den Unterricht f\u00fcr mich leider schnell sehr eint\u00f6nig gemacht hat.<\/p><p>Die restlichen vier bzw. f\u00fcnf Stunden in der Woche arbeitete ich mit den Sch\u00fclerinnen der Jahrg\u00e4nge 10 und 11 in der Schulbibliothek. Die drei betreuenden Lehrkr\u00e4fte haben mich daf\u00fcr ganz unterschiedlich eingesetzt: Eine Lehrkraft bevorzugte feste Kleingruppen von bis zu f\u00fcnf Sch\u00fclerinnen, jede Woche f\u00fcr 15 Minuten mit ganz konkreten \u00dcbungen. Die zweite Lehrkraft endschied jede Woche mehr oder weniger spontan, welche 2-4 Sch\u00fclerinnen f\u00fcr die ganze Stunde zu mir kommen sollten. Und die dritte Lehrkraft schickte ihre Sch\u00fclerinnen f\u00fcr eine Einzelbetreuung f\u00fcr jeweils 5-10 Minuten zu mir mit konkreten \u00dcbungen. Meistens wusste ich vor den Stunden mit year 10 und 11 nicht, was die Lehrkr\u00e4fte f\u00fcr die Stunde geplant hatten. Allerdings brauchte ich auch keine lange Vorbereitung, da alle Lehrkr\u00e4fte mit dem Speaking Exam Booklet arbeiteten und die Sch\u00fclerinnen auf die m\u00fcndliche GCSE Pr\u00fcfung vorbereiteten, was auch hier wieder Teaching to the Test, also Vorbereitung auch die Pr\u00fcfungsformate bedeutete. Einerseits war das sehr entspannt, weil ich mich einfach an das Booklet halten konnte und selten selbst etwas vorbereiten musste. Andererseits war es sehr schnell langweilig und repetitiv, da ich mehrfach in der Woche die gleichen Fragen behandelte und die gleichen Fehler korrigieren musste.<\/p><p>Nach Weihnachten habe ich daher versucht, meinen eigenen Lunch Time Club (eine AG) anzubieten. Bereits zu Beginn des Praktikums hatte ich mich bei UK-German Connection f\u00fcr das Cultural Exchange Ambassadors Programm beworben (https:\/\/ukgermanconnection.org\/pp\/de\/programme\/cultural-exchange-ambassadors\/), bei dem Fremdsprachenassistenzkr\u00e4fte aus Deutschland und UK in Teams ein gemeinsames Projekt an ihren Schulen durchf\u00fchren. Meine Partnerin und ich boten ab Januar einen Slam Poetry Club an unseren Schulen an, in dem die Sch\u00fcler*innen spielerisch mit den Sprachen umgehen und Gleichaltrige aus dem jeweils anderen Land kennenlernen konnten. Dieser Versuch, mich so st\u00e4rker in das Schulleben einzubringen und etwas Eigenes zu schaffen, ist allerdings nicht gelungen, weil zu wenige bzw. keine Sch\u00fclerinnen am Club teilgenommen haben (was u.a. am gro\u00dfen Angebot f\u00fcr lunch time clubs lag). Obwohl das Projekt gescheitert ist, habe ich dennoch einen kleinen Einblick ins Projektmanagement bekommen, was f\u00fcr meinen weiteren Werdegang sicherlich nicht schaden wird.<\/p><p><strong>Freizeitgestaltung in London<\/strong><br \/>Jeweils einmal pro Woche bot die Schule f\u00fcr Mitarbeitende Staff Yoga, Staff Zumba und Staff Sports (wo verschiedene Ballsportarten gespielt wurden) an. Bei diesen Angeboten habe ich noch ein paar andere Lehrkr\u00e4fte au\u00dferhalb des MFL Departments kennengelernt. Au\u00dferdem hat Swakeleys ein aktives Performing Arts Department, was ich als Theaterbegeisterte mit Auftrittsbesuchen und Getr\u00e4nkeverk\u00e4ufen aktiv unterst\u00fctzt habe.<\/p><p>Im Zentrum von Uxbridge sind ein paar Restaurants und Caf\u00e9s, Second-Hand-L\u00e4den, eine Public Library und ein gro\u00dfes Einkaufzentrum mit einem ODEO Kino. In der N\u00e4he der Uxbridge Tube Station ist ein gro\u00dfes Sportzentrum (Hillingdon Sports & Leisure Complex), wo man u.a. schwimmen kann. Es gibt auch einige Parks, einen Golfplatz, ein paar Colleges und die Brunel University, wo man sehr nett spazieren gehen kann. Ansonsten kann man bequem mit der Tube ins Zentrum von London fahren. Allerdings dauert das, je nachdem wo man hin m\u00f6chte, 45 bis 80 Minuten. Ich bin ein bis zwei Mal pro Woche ins Zentrum gefahren und habe mich mit Freunden getroffen, bin ins Theater oder in Museen gegangen, habe Restaurants ausprobiert, und war in verschiedenen Parks spazieren. Im Zentrum Londons wird es auf jeden Fall nicht langweilig! Ebenso kann man von London aus \u00fcberall hinreisen. So habe ich an je einem Wochenende Cambridge, Oxford und Edinburgh besucht.<\/p><p>Freund- oder Bekanntschaften mit Kolleg*innen au\u00dferhalb des Unterrichts oder des Staff Sports haben sich leider nicht ergeben. Die meiste Zeit habe ich mit zwei guten Freund*innen aus Deutschland verbracht, die in London arbeiten. Es gibt in London (und auch in Hillingdon) zwar unz\u00e4hlige Angebote f\u00fcr Sportaktivit\u00e4ten, Kurse und Workshops, aber diese sind leider meist sehr teuer. Auch deshalb konnte ich leider kaum soziale Kontakte zu Einheimischen in London kn\u00fcpfen.<\/p><p><strong>Teaching in Times of Corona<\/strong><br \/>Am 18. M\u00e4rz 2020 verk\u00fcndetet Prime Minister Boris Johnson, dass die Schulen im Vereinigten K\u00f6nigreich ab dem 23. M\u00e4rz aufgrund der Covid-19-Pandemie schlie\u00dfen w\u00fcrden. In Absprache mit den Kolleg*innen und der Schulleitung beschloss ich, nach Deutschland zur\u00fcckzukehren. Gl\u00fccklicherweise erm\u00f6glichte mir die Schule, mein Praktikum von zu Hause weiterzuf\u00fchren. Da die Schule bereits mit Google Classroom arbeitete, war die Umstellung auf Distant Teaching and Learning sehr viel reibungsloser als in manch anderer Schule (insbesondere in Deutschland). Bereits in der ersten Woche nach der Schulschlie\u00dfung haben meine Kolleg*innen und ich den Sch\u00fclerinnen Material zum Lesen und Anh\u00f6ren auf Google Classroom zur Verf\u00fcgung gestellt\/verlinkt. Da ich den Sch\u00fclerinnen haupts\u00e4chlich mit der m\u00fcndlichen Kommunikation helfen sollte, haben wir Gespr\u00e4che zu verschiedenen Pr\u00fcfungsthemen \u00fcber Skype gef\u00fchrt. Gl\u00fccklicherweise verf\u00fcgten alle meine Sch\u00fclerinnen \u00fcber ein internetf\u00e4higes Endger\u00e4t und eine stabile Internetverbindung. Trotz der einen oder anderen technischen St\u00f6rung hat das Distant Teaching aus dem Homeoffice f\u00fcr mich wunderbar funktioniert. Schwierig wurde es, wenn Sch\u00fclerinnen nicht online gekommen sind oder sich nicht zur\u00fcckgemeldet haben. Beim Distant Teaching l\u00e4sst sich leider nicht oder nur schwer kontrollieren, ob die Sch\u00fclerinnen ihre Aufgaben erhalten haben und erledigen konnten (von der Sorge, ob es ihnen gut geht ganz zu schweigen).<\/p><p><strong>Reflexion<\/strong><br \/>Meinen Wunsch, vor meinem Masterabschluss noch einmal in einem englischsprachigen Land zu leben und zu arbeiten und London und die Menschen dort besser kennenzulernen, konnte ich erf\u00fcllen. Ich habe das Gef\u00fchl, mich durch die Praktikumserfahrungen sprachlich, fachlich und interkulturell weiterentwickelt zu haben. Insbesondere f\u00fcr die sehr professionelle Zusammenarbeit mit meinen tollen Kolleg*innen bin ich sehr dankbar. Sie waren immer sehr freundlich und offen, haben meine Ideen stets angeh\u00f6rt, mir sowohl konstruktives Feedback gegeben als auch mein Feedback angenommen, und mich insgesamt immer unterst\u00fctzt. Dass ich ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte meiner Arbeitszeit Unterricht selbstst\u00e4ndig planen und durchf\u00fchren konnte und einen festen Arbeitsplatz hatte, hat dazu beigetragen, dass mich insgesamt schnell als volles Mitglied des Departments f\u00fchlen und dadurch einen guten Einblick in das Leben einer Lehrkraft gewinnen konnte. Ebenso konnte ich sogar aus der Coronakrise etwas Positives und N\u00fctzliches f\u00fcr meinen weiteren Berufsweg ziehen. Da Fragen zur Digitalisierung der Schule in der nahen Zukunft immer relevanter werden, bin ich der Schulleitung dankbar, dass ich mein Praktikum von Deutschland aus beenden und erste Erfahrungen mit Distant Teaching machen durfte.<\/p><p>Was jedoch meine didaktischen und methodischen Kompetenzen betrifft, bin ich mir nicht sicher, inwieweit ich mich weiterentwickelt habe. Der Nachteil des Programms war n\u00e4mlich, dass man als Assistenzkraft haupts\u00e4chlich dazu da ist, die Lehrkr\u00e4fte und Sch\u00fclerinnen bei den Pr\u00fcfungsvorbereitungen zu unterst\u00fctzen, sodass am Ende gute Pr\u00fcfungsergebnisse dabei herauskommen. Obwohl ich hin und wieder ein paar eigene Ideen im Unterricht mit den year 12 Sch\u00fclerinnen ausprobieren konnte, war der Gro\u00dfteil meiner T\u00e4tigkeit auf die Pr\u00fcfungen, also Teaching to the Test ausgerichtet, weshalb ich mich relativ schnell unterfordert gef\u00fchlt habe. Dies ist aber vermutlich dem Schulsystem bzw. der Auslegung des Fremdsprachenunterricht im UK geschuldet.<\/p><p><strong>Fazit<\/strong><br \/>Alles in allem bin ich zufrieden mit dem Praktikum als Fremdsprachenassistentin. Swakeleys School for Girls ist insgesamt eine tolle Schule, ich habe mich dort schnell eingelebt und in einer entspannten Atmosph\u00e4re das britische Schulsystem kennengelernt. Auch wenn ich nicht all meine Ziele oder Hoffnungen f\u00fcr das Praktikum in die Tat umsetzen konnte, habe ich wunderbare Menschen kennengelernt und trotz allem wichtige Auslands- und Lehrerfahrungen gesammelt, die zu meiner Professionalisierung beitragen. Aus diesem Grund kann ich allen Lehramtsstudierenden ein Auslandspraktikum als Fremdsprachenassistenzkraft nur empfehlen.<\/p><p>[gallery ids=\"7171,7172,7173\"]<\/p><p>[gallery ids=\"7174,7175,7176\"]<\/p><p>\u00a0<\/p><p>[osm_map_v3 map_center= \"51.5206,-0.1832\" zoom=\"5\" width=\"95%\" height=\"450\" map_border=\"thin solid \" post_markers=\"1\" control=\"fullscreen\" bckgrndimg=\"\" ]<\/p>","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,342721,357628,356669,49297,368865,653],"tags":[368753,368843,357628,49297,572100],"class_list":["post-7170","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-berichte","category-grossbritannien","category-laender","category-lehramt","category-outgoing","category-praktikum","tag-english-speaking-cultures","tag-fremdsprachenassistenz","tag-grossbritannien","tag-lehramt","tag-pad"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7170","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9117"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7170"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7170\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7300,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7170\/revisions\/7300"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7176"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7170"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7170"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7170"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}