

{"id":7104,"date":"2020-07-28T22:25:12","date_gmt":"2020-07-28T20:25:12","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/?p=7104"},"modified":"2022-06-13T23:41:58","modified_gmt":"2022-06-13T21:41:58","slug":"integrierte-europastudien-praktikum-an-der-deutschen-botschaft-helsinki","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/2020\/07\/28\/integrierte-europastudien-praktikum-an-der-deutschen-botschaft-helsinki\/","title":{"rendered":"&#8222;Integrierte Europastudien&#8220;-Praktikum an der Deutschen Botschaft Helsinki"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><strong>1 Praktikum<\/strong><br \/>\nIch habe mein Pflichtpraktikum in der Deutschen Botschaft Helsinki vom 15.1. bis zum 17.3.2020 im dritten Semester absolviert. Eigentlich sollte das Praktikum bis zum 31.3.2020 dauern. Ich musste es jedoch vorzeitig wegen der COVID-19-Lage abbrechen. Das Praktikum fand teilweise w\u00e4hrend der Vorlesungszeit statt. Dadurch musste ich einige meiner Klausuren verschieben. Ich w\u00fcrde ein Praktikum noch w\u00e4hrend Semesterzeiten nicht unbedingt empfehlen, da dies mit viel Arbeit verbunden ist. Trotzdem war es in diesem Fall die einzige M\u00f6glichkeit und die Universit\u00e4t Bremen war auch sehr flexibel.<\/p>\n<p>Da ich mich relativ sp\u00e4t (drei Monate vor Beginn) f\u00fcr das Praktikum beworben hatte, habe ich mit dem Praktikumsplatz Gl\u00fcck gehabt. Dazu kommt, dass ich finnische und deutsche Staatsb\u00fcrgerin bin und beide Sprachen flie\u00dfend spreche. Dies hat mir einige Vorteile im Praktikum verschafft, da ich eine gr\u00f6\u00dfere Quellenauswahl hatte und schneller an gew\u00fcnschte Informationen kam. Die Bewerbung f\u00fcr das Erasmus+ -Stipendium lief ohne Probleme, auch die Botschaft hat die ben\u00f6tigten Formulare schnell ausgef\u00fcllt. Bei der Wohnungssuche habe ich auf die Facebook-Gruppe \u201eVuokra-asunnot Helsingiss\u00e4\u201c (Mietwohnungen in Helsinki) zur\u00fcckgegriffen und gleich ein Zimmer im Zentrum von Helsinki gefunden. Auch ohne Kenntnisse in der finnischen Sprache m\u00fcsste dies einfach sein, da Finn*innen in der Regel gut Englisch sprechen.<\/p>\n<p>Da ich die Unterlagen f\u00fcr Praktikant*innen von der Botschaft mit zwei Wochen vor Beginn relativ sp\u00e4t erhalten hatte, hatte ich bei der Organisation des Allt\u00e4glichen um das Praktikum herum einen bestimmten Vorsprung. In der Zukunft w\u00e4re es geraten schon rechtzeitig vor Praktikumsbeginn nach m\u00f6glichen Unterlagen und Informationen zu fragen.<\/p>\n<p>In meinem Praktikumsbericht werde ich zuerst die Deutsche Botschaft Helsinki vorstellen, damit ein Eindruck von der Organisation meines Arbeitsumfeldes gewonnen werden kann. Danach werde ich meine Aufgaben im Praktikum erl\u00e4utern. Darauf aufbauend werde ich schildern, was ich im Praktikum gelernt habe und mein Praktikum in Bezug auf meine Erwartungen betrachten. Ein Fazit wird den Schluss bilden.<\/p>\n<p><strong>2 Botschaft<\/strong><br \/>\nDie Deutsche Botschaft Helsinki ist eine der 153 deutschen Botschaften. Die Deutsche Botschaft Helsinki besteht aus sieben Abteilungen: politisches Referat, Wirtschaftsreferat, Kulturreferat, Rechts- und Konsularreferat, Pressereferat, Milit\u00e4rattach\u00e9stab, Referat f\u00fcr Arbeit und Soziales, Sprachendienst und Verwaltung. Dazu hat die deutsche Botschaft zehn Honorarkonsule in den finnischen St\u00e4dten Joensuu, Jyv\u00e4skyl\u00e4, Lappeenranta, Mariehamn, Oulu, Rauma, Rovaniemi, Tampere, Turku und Vaasa.<\/p>\n<p>Das politische Referat erstattet der Bundesregierung Bericht \u00fcber Entwicklungen in der finnischen Au\u00dfen-, Europa- und Innenpolitik. Dazu unterh\u00e4lt es enge Kontakte zum finnischen Parlament und zur Regierung und informiert diese \u00fcber deutsche Positionen und Entwicklungen innerhalb Deutschlands. Zur Erkundung der Lage in Finnland steht der Botschaft ein weit gef\u00e4chertes Netzwerk von Vertretern der Zivilgesellschaft und Experten, die bei aktuellen Fragen um Informationen und Stellungnahmen gebeten werden, zur Verf\u00fcgung. Das politische Referat ist auch f\u00fcr politische Besuche aus Deutschland zust\u00e4ndig und bereitet Gespr\u00e4che und Verhandlungen vor.<\/p>\n<p>Das Wirtschaftsreferat befasst sich mit der finnischen Wirtschaft. Zus\u00e4tzlich geh\u00f6ren zu seinen Aufgabenbereichen Handel, Finanzen, Sozialpolitik, Umwelt, Verkehr, Forschung und Technologie. Da Deutschland der wichtigste Handelspartner Finnlands ist, bestehen auch Kontakte zu zahlreichen deutschen Unternehmen. Das Wirtschaftsreferat arbeitet eng mit der Deutsch-Finnischen Handelskammer zusammen.<\/p>\n<p>Das Kulturreferat ist f\u00fcr die Umsetzung der kulturpolitischen Ziele Deutschlands zust\u00e4ndig. Die ausw\u00e4rtige Kulturpolitik bildet neben Diplomatie und Au\u00dfenwirtschaftspolitik die dritte S\u00e4ule der deutschen Au\u00dfenpolitik. Das Kulturreferat arbeitet eng mit deutschen Mittelorganisationen zusammen. In Finnland sind diese das Goethe-Institut, die Deutsch-Finnische Handelskammer, Deutsche Gemeinde, Deutsche Schule Helsinki, Deutsche Bibliothek, der Verband der Deutsch-Finnischen Vereine e.V., das Deutsche Kulturzentrum Tampere und FC Germania.<\/p>\n<p>Das Rechts- und Konsularreferat ist f\u00fcr die Beratung und Betreuung deutscher Staatsb\u00fcrger*innen verantwortlich. Es k\u00fcmmert sich um die Ausstellung von P\u00e4ssen und Visa. Dazu bietet es viele andere Dienstleistungen an und informiert \u00fcber deutsches Recht.<\/p>\n<p>Das Pressereferat verfolgt die finnischen Medien und die finnische \u00d6ffentlichkeit in ihrem Bezug zu Deutschland und berichtet dem Ausw\u00e4rtigen Amt dar\u00fcber. Andersherum werden die finnischen Medien \u00fcber die Politik der Bundesregierung und \u00fcber Deutschland allgemein informiert. Der finnischen \u00d6ffentlichkeit bietet das Pressereferat Informationen zu Deutschland \u00fcber Social Media, die Homepage und Beantwortung von Einzelfragen. Der Referent h\u00e4lt Kontakt zu einem breiten Netzwerk finnischer Medienvertreter. In seiner Funktion als Pressesprecher der Botschaft, beantwortet es von Journalisten an die Botschaft gestellte Fragen.<\/p>\n<p>Im Milit\u00e4rattach\u00e9stab ber\u00e4t der Verteidigungsattach\u00e9 den Botschafter auf milit\u00e4rpolitischem und milit\u00e4rischem Gebiet. Er ist auch f\u00fcr die wehrtechnischen und r\u00fcstungswirtschaftlichen Angelegenheiten verantwortlich. Der Verteidigungsattach\u00e9 vertritt das Bundesministerium f\u00fcr Verteidigung. Deswegen geh\u00f6rt zu seinen Aufgaben auch die Kontaktpflege zum finnischen Verteidigungsministerium, zum Oberkommando und anderen milit\u00e4rischen Stellen in Finnland. Das schlie\u00dft auch die Informierung \u00fcber deutsche Verteidigungspolitik, die Bundeswehr und wehrtechnische und r\u00fcstungswirtschaftliche Angelegenheiten.<\/p>\n<p>Das Referat f\u00fcr Arbeit und Soziales befasst sich mit der Arbeits- und Sozialpolitik und den deutsch-finnischen Beziehungen in diesem Bereich. Das Referat wird aus der Deutschen Botschaft Stockholm gef\u00fchrt. Auch die Beantwortung von Fragen zu sozialpolitischen Entwicklungen in Deutschland und zu Zust\u00e4ndigkeiten deutscher Stellen geh\u00f6ren zu den Aufgaben des Referats. Dazu unterh\u00e4lt es enge Beziehungen zu zust\u00e4ndigen Ministerien, nachgeordneten Beh\u00f6rden, Gewerkschaften und Arbeitnehmer- und Wirtschaftsverb\u00e4nden sowohl in Finnland als auch in Deutschland. Auch die Herstellung von Kontakten f\u00fcr deutsche parlamentarische Besuchergruppen zu entsprechenden finnischen Institutionen geschieht \u00fcber das Referat.<\/p>\n<p>Der Sprachendienst fertigt f\u00fcr die Botschaft \u00dcbersetzungen und dolmetscht bei internen Angelegenheiten. \u00dcbersetzungen erfolgen aus dem Finnischen ins Deutsche und umgekehrt. Au\u00dferdem erledigt der Sprachendienst auch Auftr\u00e4ge des Ausw\u00e4rtigen Amtes, wenn diese nicht in Berlin erledigt werden k\u00f6nnen. F\u00fcr externe \u00dcbersetzungen ist der Sprachendienst nicht zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Die Verwaltung der Botschaft organisiert den inneren Dienst. Dazu geh\u00f6ren unter anderem Personalangelegenheiten, das Budget, die Haus- und Sachverwaltung und Ausund Fortbildung.<\/p>\n<p><strong>3 Aufgaben<\/strong><br \/>\nIn der Deutschen Botschaft Helsinki hatte ich w\u00e4hrend meines Praktikums vielf\u00e4ltige Aufgaben. Obwohl ich offiziell dem Pressereferat unterstellt war, habe ich die meisten Aufgaben f\u00fcr das Wirtschaft- und Kulturreferat erledigt.<\/p>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Teil meiner Aufgaben beinhaltete irgendeine Form von Recherche. F\u00fcr diese habe ich meistens Nachrichtenartikel, Erkl\u00e4rungen der finnischen Regierung und die Internetseiten der Ministerien benutzt. Dabei waren meine Kenntnisse der finnischen Sprache von gro\u00dfem Vorteil, da die Strategien der finnischen Regierung oft nur in Finnisch verfasst waren. Auch bei Nachrichtenmeldungen w\u00e4ren meine M\u00f6glichkeiten erheblich reduziert gewesen.<\/p>\n<p>Zu meinen Lieblingsaufgaben geh\u00f6rte das Schreiben von Berichten. Dabei ging es oft um ein aktuelles Ereignis in Finnland oder aktuelle Richtlinien der Regierung. Ich habe Berichte unter anderem \u00fcber die finnische Wirtschaft und Klimapolitik geschrieben. Das Interessante dabei war vor allem, mich tiefgr\u00fcndig in das entsprechende Thema einlesen und auch selbst etwas Neues lernen zu k\u00f6nnen. Vor allem der Bericht zur finnischen Wirtschaft hat mich vor eine Herausforderung gestellt, da meine Kenntnisse des Wirtschaftsvokabulars sehr eingeschr\u00e4nkt waren. Ich musste ein f\u00fcr mich ganz neues Feld verstehen lernen und mir die F\u00e4higkeit erarbeiten, mich in diesem Bereich schriftlich ausdr\u00fccken zu k\u00f6nnen. Gleichzeitig habe ich mich sehr konkret und gezielt mit den wirtschaftlichen Bedingungen eines Staates auseinandergesetzt, was eine lehrreiche Erfahrung war. Auch hat mir der Umgang mit diesem Thema die Angst vor \u201eWirtschaft\u201c genommen, mich neue Erfahrungen machen lassen und mir neue M\u00f6glichkeiten f\u00fcr das Master-Studium er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Der Bericht zur finnischen Klimapolitik hat mich vor eine ganz andere Herausforderung gestellt. Da Finnland bis 2035 klimaneutral werden will, finden gerade viele Vorbereitungen darauf innerhalb und au\u00dferhalb der Politik statt. Es gab zahlreich verf\u00fcgbares Material: Videos, Seminare, Pr\u00e4sentationen, Erkl\u00e4rungen, Strategiepapiere und Nachrichtenmeldungen. Die Herausforderung bestand darin, erst einmal alles zu sichten, durchzugehen und dann zu bewerten. Welche Informationen sind in und f\u00fcr Deutschland interessant und wichtig? Dazu kam die Maximall\u00e4nge von drei Seiten, die eingehalten werden musste. Der Bericht \u00fcber die finnische Klimapolitik war die Aufgabe, f\u00fcr die ich am meisten Zeit verwendet habe. Gleichzeitig war es auch eine der interessantesten Aufgaben, da ich tief in die Vorbereitung und die Umsetzung eines politischen Beschlusses5 eintauchen konnte. Es war interessant zu beobachten, wie alle Politikfelder, Ministerien und die Wirtschaft zusammenh\u00e4ngen und bei gro\u00dfen politischen Richtlinien zusammenarbeiten. Durch die Seminare und Berichte konnte ich die Vorbereitung eng verfolgen und somit einen beeindruckenden Einblick gewinnen.<\/p>\n<p>Auch au\u00dferhalb der Berichte kamen Rechercheaufgaben auf mich zu. Diese bestanden haupts\u00e4chlich aus dem Erkunden von Organisationsstrukturen von Vereinen und Leitlinien von Firmen. Ich musste mir zum Beispiel die ganze Organisationsstruktur von \u201eJugend forscht\u201c erarbeiten, die Finanzierung betrachten und mir einen Einblick in die Arbeit des Vereines verschaffen. Bei Recherchen dieser Art, konnte ich mich mit Inhalten besch\u00e4ftigen, auf die ich bis dahin noch nicht gesto\u00dfen war. Die Auseinandersetzung mit Themen auf eine neue Art und Weise hat mich sehr bereichert.<\/p>\n<p>Zu meinen etwas niederen Aufgaben, jedoch oft von Recherchen nicht zu trennen, geh\u00f6rte das Heraussuchen von Kontaktdaten unterschiedlicher Personen. In den meisten F\u00e4llen gelang dies recht schnell. Eine Ausnahme bildeten jedoch finnische Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer gro\u00dfer Unternehmen. Oft verlangten sie zeitaufwendige Nachforschungen und fast schon detektivisches Gesp\u00fcr. Oft musste ich auf mehreren Pfaden und um mehrere Ecken ermitteln, bevor sie ihre Kontaktdaten preisgaben.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich zur Ermittlung von Kontaktdaten, geh\u00f6rte es zu meinen Aufgaben, den Kontakt auch aufzunehmen. Vor allem am Anfang war dies eine spannende Angelegenheit. Beim Telefonieren und Verfassen von E-Mails war immer zu beachten, dass die Kontaktperson verst\u00e4ndlich und z\u00fcgig in die entsprechende Angelegenheit eingef\u00fchrt wird. Beim Verfassen von E-Mails, empfand ich es angenehm, dass ich selbst Zeit f\u00fcr die Struktur und Formulierung des Textes hatte. Jedoch war es f\u00fcr mich wiederum einfacher, vor allem komplexere Angelegenheiten m\u00fcndlich am Telefon vorbringen zu k\u00f6nnen. Mit dem Fortschreiten des Praktikums, fand ich beide Kommunikationswege immer angenehmer und wurde in meiner Kommunikation schneller und sicherer.<\/p>\n<p>Obwohl ich vor allem direkt vom Wirtschafts- und Kulturreferat mit Aufgaben betraut wurde, habe ich auch Aufgaben f\u00fcr den Sprachendienst \u00fcbernommen. Dazu geh\u00f6rte die \u00dcbersetzung von Artikeln aus dem Finnischen ins Deutsche, die f\u00fcr die Arbeit des Wirtschafts- und Kulturreferates relevant waren. Beim \u00dcbersetzen ging es vor allem darum, den genauen Wortlaut wiederzugeben. Das war zugleich interessant und herausfordernd. So galt zum Beispiel auch die Forderung, den Charakter qualitativ minderwertiger Originaltexte auch in der \u00dcbersetzung zu \u00fcbermitteln, was ich als \u00e4u\u00dferst schwierig empfand. Dies erwies sich als noch schwieriger, als die \u00dcbersetzung eines guten Textes.6 Das Problem bei Texten \u00fcber f\u00fcr mich neue Sachverhalte bestand darin, dass mir W\u00f6rter auch im Finnischen neu waren. Dazu ein passendes deutsches Wort zu finden erwies sich als besonders schwierig. Doch dank der Hilfe des Sprachendienstes bestand ich auch diese Herausforderungen.<\/p>\n<p>Auch die Teilnahme an diversen Treffen und Besprechungen geh\u00f6rte zu meinem Aufgabengebiet. Oft waren dies Treffen mit anderen deutschen Institutionen. Meine Aufgabe bestand meistens in der Protokollierung wichtiger Beschl\u00fcsse. Dabei war es von entscheidender Bedeutung, mich mit den zu behandelnden Themen im Voraus zu besch\u00e4ftigen, um gut vorbereitet in diese Treffen gehen und die entscheidenden Informationen f\u00fcr die Botschaft erkennen und festhalten zu k\u00f6nnen. Oft bestand die Vorbereitung in einem Briefing mit meinem Vorgesetzten auf dem Weg zum Treffen. Da die Botschaft nicht wie manch andere deutsche Institutionen im Zentrum liegt, waren die Fahrten zum Teil sehr zeitaufwendig und gaben so Gelegenheit f\u00fcr ein intensives Vorbereitungsgespr\u00e4ch. Ein einzelnes Treffen nahm schnell mal einen erheblichen Teil des Arbeitstages ein.<\/p>\n<p>Das Schreiben der Protokolle bei diesen Treffen war f\u00fcr mich eine der anspruchsvollsten Aufgaben w\u00e4hrend meines Praktikums. Ich fertigte recht umfassende und wortgetreue Mitschriften an und war schon im Verlauf des Gespr\u00e4ches auf der Grundlage meiner Vorkenntnisse bem\u00fcht, die wichtigsten Inhalte zu erkennen, um so die Grundlinien hin zum Ergebnis des Gespr\u00e4ches erfassen zu k\u00f6nnen. Die zweite Herausforderung bestand darin, nach dem Treffen, sei es am n\u00e4chsten Tag oder sogar nach dem Wochenende, meine Notizen zu filtern und in die Form eines m\u00f6glichst genauen und zielgerichteten Protokolls zu bringen.<\/p>\n<p>Ebenso geh\u00f6rte das Schreiben von Gru\u00dfworten f\u00fcr den Botschafter f\u00fcr mich zu den m\u00fchevolleren Aufgaben. Die Herausforderung bestand darin, viel zu schreiben, den Anlass von au\u00dfen zu betrachten, ohne wirklich konkret zu werden. Das Gru\u00dfwort diente als eine allgemeine Einleitung und Begr\u00fc\u00dfung f\u00fcr eine bestimmte Veranstaltung. Das vorrangige Thema bestand durchweg in den deutsch-finnischen Beziehungen. Somit musste f\u00fcr jede Veranstaltung ein neues Gru\u00dfwort mit ungef\u00e4hr gleichen Inhalten geschrieben werden. Als Hilfsmittel diente mir oft das Internet, wo es jedoch nur eine begrenzte Menge an Informationen zu deutsch-finnischen Beziehung gibt. Das Schreiben eines Gru\u00dfwortes war also immer mit ziellosem Suchen nach neuen Informationen und Umformulierungen alter Gru\u00dfw\u00f6rter verbunden. Auch die Projekte der Botschaft wurden in den Gru\u00dfw\u00f6rtern erw\u00e4hnt. In Bezug auf diese war es einfacher einen neuen Fokus zu finden.<\/p>\n<p>Eines dieser Projekte war die Sprachenkampagne. In Finnland wird mit diesem Jahr der Fremdsprachenunterricht ab der ersten Klasse beginnen. Die meisten Schulen bieten nur Englisch an, und die allermeisten Eltern wollen auch, dass ihr Kind Englisch lernt. Die Botschaft bem\u00fcht sich mit ihrer Kampagne m\u00f6glichst viele Schulen daf\u00fcr zu gewinnen, auch die deutsche Sprache in ihr Angebot mit aufzunehmen. Aus diesem Grund besuchen die Botschafter der deutschsprachigen L\u00e4nder Kommunen und Schulen und sprechen dort mit den Verantwortlichen. Die Deutsche Botschaft versucht Eltern dazu zu bringen, ihre Kinder in den Deutschunterricht zu schicken. Auch eine InfluencerKampagne wurde durch die Botschaft gestartet. Finnische Influencer mit Deutschlandbezug hatten in den sozialen Medien Werbung f\u00fcr die deutsche Sprache gemacht. Ich war an der Auswertung dieser Kampagne beteiligt.<\/p>\n<p>Die Beitr\u00e4ge der Influencer waren auf Finnisch, weswegen meine Aufgabe darin bestand, diese zu beurteilen und zu \u00fcbersetzen. Diese Aufgabe gefiel mir, da sie sehr konkret war. Die meisten meiner Aufgaben in der Botschaft waren sehr abstrakt. Oft musste ich etwas f\u00fcr eine Veranstaltung schreiben, von der ich nicht viel wusste und an der ich auch nicht teilnehmen konnte. Bei der Influencer-Kampagne hatte ich das Gef\u00fchl, hatte ich die M\u00f6glichkeit, selbst die Ergebnisse meiner Arbeit sehen zu k\u00f6nnen. Doch leider blieb es nur bei der M\u00f6glichkeit. Die COVID-19-Lage beendete meine Teilnahme an diesem Projekt. Wenn ich mein Praktikum bis zum Ende h\u00e4tte durchf\u00fchren k\u00f6nnen, h\u00e4tte ich die Ergebnisse der Evaluation mitbekommen und w\u00e4re auch an der Weiterf\u00fchrung dieser Kampagne beteiligt gewesen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Kampagne geh\u00f6rte es zu meinen Aufgaben, Influencer zu rekrutieren. Diese Aufgabe war schwieriger als erwartet. Meistens werden Influencer m\u00fcndlich weiterempfohlen. Da ich jedoch keine Kontakte zu der Zielgruppe \u201eEltern von zuk\u00fcnftigen Erstkl\u00e4sslern\u201c hatte, war ich auf das Internet angewiesen. Diese Recherche dauerte mehrere Tage und war teilweise sehr frustrierend. Die exakt zur Sprachenkampagne passenden Influencer waren gar nicht so einfach zu finden, denn sie mussten Kinder haben, die bald mit der Schule anfangen und Deutsch als erste Fremdsprache w\u00e4hlen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Eine zweite Aufgabe, die durch die COVID-19-Lage unterbrochen wurde, bestand darin, einen einer Ausstellung f\u00fcr die \u201eArctic Design Week\u201c zu planen. Dabei handelte es sich um einen Beitrag \u00fcber die Honorarkonsulate in Lappland. Meine Aufgabe war es, mit der Ausstellungsorganisatorin in Kontakt zu treten und ihr das erforderliche Material zukommen zu lassen. Dazu geh\u00f6rte ein Foto und ein Video \u00fcber Deutschland und ein deutsches Designobjekt. Erst musste ich passendes Material finden und abkl\u00e4ren, ob dies f\u00fcr die Ausstellung verwendet werden darf. Das Designobjekt war schon unterwegs, als die Ausstellung abgesagt wurde.<\/p>\n<p>Nicht nur nach Ausbruch der COVID-19-Pandemie habe ich viel Arbeit gemacht, die letztendlich nicht verwendet wurde. Eine meiner Aufgaben war auch das Erstellen von Pr\u00e4sentationen f\u00fcr verschiedene Treffen und Veranstaltungen. Damit war immer sehr viel Arbeit verbunden, da zus\u00e4tzlich zur Recherche von mir auch die visuelle Darstellung erarbeitet werden musste. Jedoch blieb bei Treffen nicht immer Zeit f\u00fcr die Pr\u00e4sentation oder die Veranstaltungen wurden kurzfristig abgesagt. Somit konnte die Arbeit von zwei Tagen unn\u00f6tig geworden sein.<\/p>\n<p>Meine Aufgaben w\u00e4hrend des Praktikums waren vielseitig, aber haben oft die gleichen F\u00e4higkeiten erfordert. Die wenigsten Aufgaben haben viel Zeit in Anspruch genommen. Oft \u00e4hnelten sich die Aufgaben sehr und der B\u00fcroalltag gestaltete sich als sehr monoton. Mir haben vor allem Aufgaben \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum gefallen, da ich durch diese oft ein gr\u00f6\u00dferes und genaueres Bild vom Aufgabengebiet gewinnen konnte und das Gef\u00fchl hatte, etwas geleistet zu haben. Dies hat auch sehr zur Motivation beigetragen.<\/p>\n<p><strong>4 Reflektion<\/strong><br \/>\nW\u00e4hrend meines Praktikums in der Deutschen Botschaft Helsinki habe ich viel gelernt. Vor allem gelingt mir das selbstst\u00e4ndige Arbeiten in Aufgaben, die nicht nur mich pers\u00f6nlich betreffen, mit weniger M\u00fche. Ich kann die Anforderungen und genaue Vorstellungen anderer in meine Arbeit gut einbringen. Das Praktikum hat mir auch mehr Sicherheit gebracht. Ich habe das Gef\u00fchl, dass ich neue und herausfordernde Aufgaben gut bew\u00e4ltigen und erledigen kann. Ich gehe sicherer an neue Aufgaben heran.<\/p>\n<p>Auch in meiner Kommunikation bin ich sicherer geworden. Ich kann schnell Sachen erledigen und habe gelernt, mich kurz zu fassen. In schriftlicher Kommunikation bin ich pr\u00e4ziser bei der \u00dcbermittlung von Informationen und schneller beim Finden einer passenden Formulierung geworden. Ich kann relevante Information besser von unbedeutender Information unterscheiden und die erstere effektiv \u00fcbermitteln. Auch meine Empathief\u00e4higkeiten Gespr\u00e4chspartner*innen gegen\u00fcber wurden geschult, und ich konnte mir etwas mehr Gelassenheit in der Kommunikation aneignen.<\/p>\n<p>Durch das Praktikum habe ich mein K\u00f6nnen im Umgang mit PowerPoint ausbauen k\u00f6nnen. Die Erstellung diverser Pr\u00e4sentationen hat mir mehr Geschick in der visuellen Darstellung von Sachverhalten beschert. Ich kenne mich nun besser mit dem Programm aus und verwende mehr Kreativit\u00e4t beim Erstellen von Folien. Auch meine F\u00e4- higkeit Informationen kurz zu fassen, hat sich durch die Erstellung von Pr\u00e4sentationen verbessert.<\/p>\n<p>Auf dem Gebiet der Recherche hat mich das Praktikum sehr vorangebracht. Ich finde schneller den gesuchten Inhalt mit genaueren Suchbegriffen. Auch die Vorstellung dar\u00fcber, auf welchen Internetseiten hilfreiche Informationen zu finden sind, hat sich bei mir verbessert. Recherchieren ist zu einen meiner Aufgaben geworden, die zur Routine geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Ich konnte die mir gestellten Aufgaben gut erledigen \u2013 bis auf zwei, die mir in unangenehmer Erinnerung geblieben sind. Dabei handelte es sich zum einen um ein Gru\u00dfwort f\u00fcr den Botschafter. Ich hatte das Gru\u00dfwort drei Mal \u00fcberarbeitet und sollte es schlie\u00dflich ins Englische \u00fcbersetzen. Da das Schreiben von Gru\u00dfworten f\u00fcr mich zu den langweiligeren Aufgaben geh\u00f6rte, war meine pers\u00f6nliche Motivation vor der \u00dcbersetzung schon recht weit am Boden.<\/p>\n<p>Bei der zweiten Aufgabe ging es um einen Bericht \u00fcber die Land- und Forstwirtschaft Finnlands. Die Aufgabe fand ich interessant. Jedoch hatte ich keine Ahnung, wie ich an die Aufgabe herangehen sollte. Das Thema war sehr weit gefasst, so dass es mir schwerfiel, Schwerpunkte zu setzen. Au\u00dferdem kam ich nicht an aktuelle Zahlen heran und musste mich mit Zahlen des Vorjahres begn\u00fcgen. Aus diesen zwei Erfahrungen habe ich viel gelernt. Die eigene Vernachl\u00e4ssigung der Arbeit f\u00fchrt zu einer Kette, in der von anderen Beteiligten Mehraufwand verlangt wird.<\/p>\n<p>Ich empfand es als entt\u00e4uschend, dass ich im Studium erworbenes Wissen und gelernte F\u00e4higkeiten nicht im Praktikum anwenden konnte. Gerne h\u00e4tte ich auch die Arbeit des politischen Referates n\u00e4her verfolgt. Zus\u00e4tzlich wurden alle gr\u00f6\u00dferen Veranstaltungen und Treffen wegen der COVID-19-Lage abgesagt. Schnell wurden neue Aufgaben zur Routine und haben ihre Spannung verloren. Das Praktikum in der Deutschen Botschaft Helsinki h\u00e4tte mich gerne noch ein bisschen mehr herausfordern k\u00f6nnen. Gerne h\u00e4tte ich selbstst\u00e4ndiger gearbeitet und beispielweise ein eigenes Projekt und weiterf\u00fchrende Arbeiten \u00fcbernommen. Doch trotz alledem wurde ich w\u00e4hrend meines Praktikums in vielf\u00e4ltiger Weise herausgefordert, gefordert und gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>5 Fazit<br \/>\nDas Praktikum in der Deutschen Botschaft Helsinki war eine interessante Erfahrung. Ich durfte in den Alltag einer Botschaft eintauchen, der sich als weniger spannend als erwartet erwiesen hat. Oft wurde f\u00fcr den M\u00fclleimer gearbeitet, noch st\u00e4rker w\u00e4hrend der unsicheren Zeiten von COVID-19. Leider hat sich keine Gelegenheit geboten, an Veranstaltungen teilzunehmen und somit eine andere Seite der Botschaft mitzuerleben.<\/p>\n<p>Die Arbeit in einer Botschaft scheint mir sehr routiniert in einer sehr starken hierarchischen Struktur. Obwohl es mehrere Projekte gibt, in denen auch Kreativit\u00e4t gefragt ist, scheint jedoch ein bestimmter Freiraum zu fehlen. Der Tagesablauf kann jederzeit vom Ausw\u00e4rtigen Amt unterbrochen werden. Die von dort kommenden Aufgaben gehen immer vor. Diese erschienen jedoch oft \u00fcberfordernd und sollten in kurzen Zeitr\u00e4umen erledigt werden. Da es sich oft um Bitten an alle L\u00e4nder handelt, wurden individuelle Einschr\u00e4nkungen nicht ber\u00fccksichtig. Zum Beispiel hat die Pressekonferenz zu COVID- 19 von der finnischen Regierung um 14.15 Uhr begonnen, aber die Berichte zu den COVID-19-Ma\u00dfnahmen der L\u00e4nder, sollten schon um 14 Uhr in Berlin vorliegen.<\/p>\n<p>Obwohl eine Botschaft f\u00fcr mich im Nachhinein nicht als idealer Ort f\u00fcr ein Praktikum erscheint, war der Einblick in die Arbeit doch recht aufschlussreich. Au\u00dferdem war Helsinki eine interessante Stadt, um dieses zu absolvieren. Der wunderbar funktionierende Nahverkehr, die N\u00e4he zur Natur und das breite Kulturprogramm machten den Aufenthalt auch sehr angenehm. Die Deutsche Botschaft war nicht zentral gelegen, daf\u00fcr aber mitten auf einer Insel. Nach dem Arbeitstag boten sich mehrere sch\u00f6ne Strecken zu einem Spaziergang an.<\/p>\n<p>Im Allgemeinen bin ich mit meinem Praktikum zufrieden. Die Botschaft hatte ein doch einladendes Arbeitsklima und Helsinki ein sch\u00f6nes Arbeitsumfeld. Obwohl das Praktikum nicht das spannendste war, gab es mir jedoch einen Einblick in die Arbeit des Ausw\u00e4rtigen Amtes. Au\u00dferdem hat das Praktikum mir eine Orientierung f\u00fcr meinen weiteren Weg gegeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\n        <div id=\"map_ol3js_1\"\n       class=\"osm-map-container undefined\"\n             data-map_name=\"undefined\"\n             data-map=\"map_ol3js_1\"\n             style=\"width:95%;\n                    max-width:100%;\n                    height:450px;\n                    display:block;\n                    overflow:hidden;\n                    border:thin solid;\">\n          <div id=\"map_ol3js_1_popup\" class=\"ol-popup\">\n            <a href=\"#\" id=\"map_ol3js_1_popup-closer\" class=\"ol-popup-closer\"><\/a>\n            <div id=\"map_ol3js_1_popup-content\"><\/div>\n          <\/div>\n        <\/div>\n    \n\n\t\t\t\t<script type=\"text\/javascript\">\n\t\t\t\t\ttranslations['openlayer'] = \"open layer\";\n\t\t\t\t\ttranslations['openlayerAtStartup'] = \"open layer at startup\";\n\t\t\t\t\ttranslations['generateLink'] = \"Der Link zur Karte mit ausgew\u00e4hlten Overlays und angezeigtem Ausschnitt\";\n\t\t\t\t\ttranslations['shortDescription'] = \"Kurzbeschreibung\";\n\t\t\t\t\ttranslations['generatedShortCode'] = \"to get a text control link paste this code in your wordpress editor\";\n\t\t\t\t\ttranslations['closeLayer'] = \"close layer\";\n\t\t\t\t\ttranslations['cantGenerateLink'] = \"put this string in the existing map short code to control this map\";\n\t\t\t  <\/script>\n\n\n\t\t\t  <script type=\"text\/javascript\">\n\t\t\t  vectorM['map_ol3js_1'] = [];\n\t        \n        var raster = getTileLayer(\"\",\"NoKey\");\t\t\t\n\n\t\t\t  var map_ol3js_1 = new ol.Map({\n\t\t\t\tinteractions: ol.interaction.defaults.defaults({mouseWheelZoom:false}),\n\t\t\t\tlayers: [raster],\n\t\t\t\ttarget: \"map_ol3js_1\",\n\t\t\t\tview: new ol.View({\n\t\t\t\t  center: ol.proj.transform([25.0046,60.1891], \"EPSG:4326\", \"EPSG:3857\"),\n\t\t\t\t  zoom: 5.027519260022164\n\t\t\t\t})\n\t\t\t  });\n\t\t\t  addControls2Map(map_ol3js_1,0,0,3,0,5,6,7,1,1);\nosm_addPopupClickhandler(map_ol3js_1,  \"map_ol3js_1\"); \nosm_addMouseHover(map_ol3js_1); <\/script><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_post_nav_0 et_pb_posts_nav nav-single et_block_module\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":9117,"featured_media":7105,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"<p><strong>1 Praktikum<\/strong><br \/>Ich habe mein Pflichtpraktikum in der Deutschen Botschaft Helsinki vom 15.1. bis zum 17.3.2020 im dritten Semester absolviert. Eigentlich sollte das Praktikum bis zum 31.3.2020 dauern. Ich musste es jedoch vorzeitig wegen der COVID-19-Lage abbrechen. Das Praktikum fand teilweise w\u00e4hrend der Vorlesungszeit statt. Dadurch musste ich einige meiner Klausuren verschieben. Ich w\u00fcrde ein Praktikum noch w\u00e4hrend Semesterzeiten nicht unbedingt empfehlen, da dies mit viel Arbeit verbunden ist. Trotzdem war es in diesem Fall die einzige M\u00f6glichkeit und die Universit\u00e4t Bremen war auch sehr flexibel.<\/p><p>Da ich mich relativ sp\u00e4t (drei Monate vor Beginn) f\u00fcr das Praktikum beworben hatte, habe ich mit dem Praktikumsplatz Gl\u00fcck gehabt. Dazu kommt, dass ich finnische und deutsche Staatsb\u00fcrgerin bin und beide Sprachen flie\u00dfend spreche. Dies hat mir einige Vorteile im Praktikum verschafft, da ich eine gr\u00f6\u00dfere Quellenauswahl hatte und schneller an gew\u00fcnschte Informationen kam. Die Bewerbung f\u00fcr das Erasmus+ -Stipendium lief ohne Probleme, auch die Botschaft hat die ben\u00f6tigten Formulare schnell ausgef\u00fcllt. Bei der Wohnungssuche habe ich auf die Facebook-Gruppe \u201eVuokra-asunnot Helsingiss\u00e4\u201c (Mietwohnungen in Helsinki) zur\u00fcckgegriffen und gleich ein Zimmer im Zentrum von Helsinki gefunden. Auch ohne Kenntnisse in der finnischen Sprache m\u00fcsste dies einfach sein, da Finn*innen in der Regel gut Englisch sprechen.<\/p><p>Da ich die Unterlagen f\u00fcr Praktikant*innen von der Botschaft mit zwei Wochen vor Beginn relativ sp\u00e4t erhalten hatte, hatte ich bei der Organisation des Allt\u00e4glichen um das Praktikum herum einen bestimmten Vorsprung. In der Zukunft w\u00e4re es geraten schon rechtzeitig vor Praktikumsbeginn nach m\u00f6glichen Unterlagen und Informationen zu fragen.<\/p><p>In meinem Praktikumsbericht werde ich zuerst die Deutsche Botschaft Helsinki vorstellen, damit ein Eindruck von der Organisation meines Arbeitsumfeldes gewonnen werden kann. Danach werde ich meine Aufgaben im Praktikum erl\u00e4utern. Darauf aufbauend werde ich schildern, was ich im Praktikum gelernt habe und mein Praktikum in Bezug auf meine Erwartungen betrachten. Ein Fazit wird den Schluss bilden.<\/p><p><strong>2 Botschaft<\/strong><br \/>Die Deutsche Botschaft Helsinki ist eine der 153 deutschen Botschaften. Die Deutsche Botschaft Helsinki besteht aus sieben Abteilungen: politisches Referat, Wirtschaftsreferat, Kulturreferat, Rechts- und Konsularreferat, Pressereferat, Milit\u00e4rattach\u00e9stab, Referat f\u00fcr Arbeit und Soziales, Sprachendienst und Verwaltung. Dazu hat die deutsche Botschaft zehn Honorarkonsule in den finnischen St\u00e4dten Joensuu, Jyv\u00e4skyl\u00e4, Lappeenranta, Mariehamn, Oulu, Rauma, Rovaniemi, Tampere, Turku und Vaasa.<\/p><p>Das politische Referat erstattet der Bundesregierung Bericht \u00fcber Entwicklungen in der finnischen Au\u00dfen-, Europa- und Innenpolitik. Dazu unterh\u00e4lt es enge Kontakte zum finnischen Parlament und zur Regierung und informiert diese \u00fcber deutsche Positionen und Entwicklungen innerhalb Deutschlands. Zur Erkundung der Lage in Finnland steht der Botschaft ein weit gef\u00e4chertes Netzwerk von Vertretern der Zivilgesellschaft und Experten, die bei aktuellen Fragen um Informationen und Stellungnahmen gebeten werden, zur Verf\u00fcgung. Das politische Referat ist auch f\u00fcr politische Besuche aus Deutschland zust\u00e4ndig und bereitet Gespr\u00e4che und Verhandlungen vor.<\/p><p>Das Wirtschaftsreferat befasst sich mit der finnischen Wirtschaft. Zus\u00e4tzlich geh\u00f6ren zu seinen Aufgabenbereichen Handel, Finanzen, Sozialpolitik, Umwelt, Verkehr, Forschung und Technologie. Da Deutschland der wichtigste Handelspartner Finnlands ist, bestehen auch Kontakte zu zahlreichen deutschen Unternehmen. Das Wirtschaftsreferat arbeitet eng mit der Deutsch-Finnischen Handelskammer zusammen.<\/p><p>Das Kulturreferat ist f\u00fcr die Umsetzung der kulturpolitischen Ziele Deutschlands zust\u00e4ndig. Die ausw\u00e4rtige Kulturpolitik bildet neben Diplomatie und Au\u00dfenwirtschaftspolitik die dritte S\u00e4ule der deutschen Au\u00dfenpolitik. Das Kulturreferat arbeitet eng mit deutschen Mittelorganisationen zusammen. In Finnland sind diese das Goethe-Institut, die Deutsch-Finnische Handelskammer, Deutsche Gemeinde, Deutsche Schule Helsinki, Deutsche Bibliothek, der Verband der Deutsch-Finnischen Vereine e.V., das Deutsche Kulturzentrum Tampere und FC Germania.<\/p><p>Das Rechts- und Konsularreferat ist f\u00fcr die Beratung und Betreuung deutscher Staatsb\u00fcrger*innen verantwortlich. Es k\u00fcmmert sich um die Ausstellung von P\u00e4ssen und Visa. Dazu bietet es viele andere Dienstleistungen an und informiert \u00fcber deutsches Recht.<\/p><p>Das Pressereferat verfolgt die finnischen Medien und die finnische \u00d6ffentlichkeit in ihrem Bezug zu Deutschland und berichtet dem Ausw\u00e4rtigen Amt dar\u00fcber. Andersherum werden die finnischen Medien \u00fcber die Politik der Bundesregierung und \u00fcber Deutschland allgemein informiert. Der finnischen \u00d6ffentlichkeit bietet das Pressereferat Informationen zu Deutschland \u00fcber Social Media, die Homepage und Beantwortung von Einzelfragen. Der Referent h\u00e4lt Kontakt zu einem breiten Netzwerk finnischer Medienvertreter. In seiner Funktion als Pressesprecher der Botschaft, beantwortet es von Journalisten an die Botschaft gestellte Fragen.<\/p><p>Im Milit\u00e4rattach\u00e9stab ber\u00e4t der Verteidigungsattach\u00e9 den Botschafter auf milit\u00e4rpolitischem und milit\u00e4rischem Gebiet. Er ist auch f\u00fcr die wehrtechnischen und r\u00fcstungswirtschaftlichen Angelegenheiten verantwortlich. Der Verteidigungsattach\u00e9 vertritt das Bundesministerium f\u00fcr Verteidigung. Deswegen geh\u00f6rt zu seinen Aufgaben auch die Kontaktpflege zum finnischen Verteidigungsministerium, zum Oberkommando und anderen milit\u00e4rischen Stellen in Finnland. Das schlie\u00dft auch die Informierung \u00fcber deutsche Verteidigungspolitik, die Bundeswehr und wehrtechnische und r\u00fcstungswirtschaftliche Angelegenheiten.<\/p><p>Das Referat f\u00fcr Arbeit und Soziales befasst sich mit der Arbeits- und Sozialpolitik und den deutsch-finnischen Beziehungen in diesem Bereich. Das Referat wird aus der Deutschen Botschaft Stockholm gef\u00fchrt. Auch die Beantwortung von Fragen zu sozialpolitischen Entwicklungen in Deutschland und zu Zust\u00e4ndigkeiten deutscher Stellen geh\u00f6ren zu den Aufgaben des Referats. Dazu unterh\u00e4lt es enge Beziehungen zu zust\u00e4ndigen Ministerien, nachgeordneten Beh\u00f6rden, Gewerkschaften und Arbeitnehmer- und Wirtschaftsverb\u00e4nden sowohl in Finnland als auch in Deutschland. Auch die Herstellung von Kontakten f\u00fcr deutsche parlamentarische Besuchergruppen zu entsprechenden finnischen Institutionen geschieht \u00fcber das Referat.<\/p><p>Der Sprachendienst fertigt f\u00fcr die Botschaft \u00dcbersetzungen und dolmetscht bei internen Angelegenheiten. \u00dcbersetzungen erfolgen aus dem Finnischen ins Deutsche und umgekehrt. Au\u00dferdem erledigt der Sprachendienst auch Auftr\u00e4ge des Ausw\u00e4rtigen Amtes, wenn diese nicht in Berlin erledigt werden k\u00f6nnen. F\u00fcr externe \u00dcbersetzungen ist der Sprachendienst nicht zust\u00e4ndig.<\/p><p>Die Verwaltung der Botschaft organisiert den inneren Dienst. Dazu geh\u00f6ren unter anderem Personalangelegenheiten, das Budget, die Haus- und Sachverwaltung und Ausund Fortbildung.<\/p><p><strong>3 Aufgaben<\/strong><br \/>In der Deutschen Botschaft Helsinki hatte ich w\u00e4hrend meines Praktikums vielf\u00e4ltige Aufgaben. Obwohl ich offiziell dem Pressereferat unterstellt war, habe ich die meisten Aufgaben f\u00fcr das Wirtschaft- und Kulturreferat erledigt.<\/p><p>Der gr\u00f6\u00dfte Teil meiner Aufgaben beinhaltete irgendeine Form von Recherche. F\u00fcr diese habe ich meistens Nachrichtenartikel, Erkl\u00e4rungen der finnischen Regierung und die Internetseiten der Ministerien benutzt. Dabei waren meine Kenntnisse der finnischen Sprache von gro\u00dfem Vorteil, da die Strategien der finnischen Regierung oft nur in Finnisch verfasst waren. Auch bei Nachrichtenmeldungen w\u00e4ren meine M\u00f6glichkeiten erheblich reduziert gewesen.<\/p><p>Zu meinen Lieblingsaufgaben geh\u00f6rte das Schreiben von Berichten. Dabei ging es oft um ein aktuelles Ereignis in Finnland oder aktuelle Richtlinien der Regierung. Ich habe Berichte unter anderem \u00fcber die finnische Wirtschaft und Klimapolitik geschrieben. Das Interessante dabei war vor allem, mich tiefgr\u00fcndig in das entsprechende Thema einlesen und auch selbst etwas Neues lernen zu k\u00f6nnen. Vor allem der Bericht zur finnischen Wirtschaft hat mich vor eine Herausforderung gestellt, da meine Kenntnisse des Wirtschaftsvokabulars sehr eingeschr\u00e4nkt waren. Ich musste ein f\u00fcr mich ganz neues Feld verstehen lernen und mir die F\u00e4higkeit erarbeiten, mich in diesem Bereich schriftlich ausdr\u00fccken zu k\u00f6nnen. Gleichzeitig habe ich mich sehr konkret und gezielt mit den wirtschaftlichen Bedingungen eines Staates auseinandergesetzt, was eine lehrreiche Erfahrung war. Auch hat mir der Umgang mit diesem Thema die Angst vor \u201eWirtschaft\u201c genommen, mich neue Erfahrungen machen lassen und mir neue M\u00f6glichkeiten f\u00fcr das Master-Studium er\u00f6ffnet.<\/p><p>Der Bericht zur finnischen Klimapolitik hat mich vor eine ganz andere Herausforderung gestellt. Da Finnland bis 2035 klimaneutral werden will, finden gerade viele Vorbereitungen darauf innerhalb und au\u00dferhalb der Politik statt. Es gab zahlreich verf\u00fcgbares Material: Videos, Seminare, Pr\u00e4sentationen, Erkl\u00e4rungen, Strategiepapiere und Nachrichtenmeldungen. Die Herausforderung bestand darin, erst einmal alles zu sichten, durchzugehen und dann zu bewerten. Welche Informationen sind in und f\u00fcr Deutschland interessant und wichtig? Dazu kam die Maximall\u00e4nge von drei Seiten, die eingehalten werden musste. Der Bericht \u00fcber die finnische Klimapolitik war die Aufgabe, f\u00fcr die ich am meisten Zeit verwendet habe. Gleichzeitig war es auch eine der interessantesten Aufgaben, da ich tief in die Vorbereitung und die Umsetzung eines politischen Beschlusses5 eintauchen konnte. Es war interessant zu beobachten, wie alle Politikfelder, Ministerien und die Wirtschaft zusammenh\u00e4ngen und bei gro\u00dfen politischen Richtlinien zusammenarbeiten. Durch die Seminare und Berichte konnte ich die Vorbereitung eng verfolgen und somit einen beeindruckenden Einblick gewinnen.<\/p><p>Auch au\u00dferhalb der Berichte kamen Rechercheaufgaben auf mich zu. Diese bestanden haupts\u00e4chlich aus dem Erkunden von Organisationsstrukturen von Vereinen und Leitlinien von Firmen. Ich musste mir zum Beispiel die ganze Organisationsstruktur von \u201eJugend forscht\u201c erarbeiten, die Finanzierung betrachten und mir einen Einblick in die Arbeit des Vereines verschaffen. Bei Recherchen dieser Art, konnte ich mich mit Inhalten besch\u00e4ftigen, auf die ich bis dahin noch nicht gesto\u00dfen war. Die Auseinandersetzung mit Themen auf eine neue Art und Weise hat mich sehr bereichert.<\/p><p>Zu meinen etwas niederen Aufgaben, jedoch oft von Recherchen nicht zu trennen, geh\u00f6rte das Heraussuchen von Kontaktdaten unterschiedlicher Personen. In den meisten F\u00e4llen gelang dies recht schnell. Eine Ausnahme bildeten jedoch finnische Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer gro\u00dfer Unternehmen. Oft verlangten sie zeitaufwendige Nachforschungen und fast schon detektivisches Gesp\u00fcr. Oft musste ich auf mehreren Pfaden und um mehrere Ecken ermitteln, bevor sie ihre Kontaktdaten preisgaben.<\/p><p>Zus\u00e4tzlich zur Ermittlung von Kontaktdaten, geh\u00f6rte es zu meinen Aufgaben, den Kontakt auch aufzunehmen. Vor allem am Anfang war dies eine spannende Angelegenheit. Beim Telefonieren und Verfassen von E-Mails war immer zu beachten, dass die Kontaktperson verst\u00e4ndlich und z\u00fcgig in die entsprechende Angelegenheit eingef\u00fchrt wird. Beim Verfassen von E-Mails, empfand ich es angenehm, dass ich selbst Zeit f\u00fcr die Struktur und Formulierung des Textes hatte. Jedoch war es f\u00fcr mich wiederum einfacher, vor allem komplexere Angelegenheiten m\u00fcndlich am Telefon vorbringen zu k\u00f6nnen. Mit dem Fortschreiten des Praktikums, fand ich beide Kommunikationswege immer angenehmer und wurde in meiner Kommunikation schneller und sicherer.<\/p><p>Obwohl ich vor allem direkt vom Wirtschafts- und Kulturreferat mit Aufgaben betraut wurde, habe ich auch Aufgaben f\u00fcr den Sprachendienst \u00fcbernommen. Dazu geh\u00f6rte die \u00dcbersetzung von Artikeln aus dem Finnischen ins Deutsche, die f\u00fcr die Arbeit des Wirtschafts- und Kulturreferates relevant waren. Beim \u00dcbersetzen ging es vor allem darum, den genauen Wortlaut wiederzugeben. Das war zugleich interessant und herausfordernd. So galt zum Beispiel auch die Forderung, den Charakter qualitativ minderwertiger Originaltexte auch in der \u00dcbersetzung zu \u00fcbermitteln, was ich als \u00e4u\u00dferst schwierig empfand. Dies erwies sich als noch schwieriger, als die \u00dcbersetzung eines guten Textes.6 Das Problem bei Texten \u00fcber f\u00fcr mich neue Sachverhalte bestand darin, dass mir W\u00f6rter auch im Finnischen neu waren. Dazu ein passendes deutsches Wort zu finden erwies sich als besonders schwierig. Doch dank der Hilfe des Sprachendienstes bestand ich auch diese Herausforderungen.<\/p><p>Auch die Teilnahme an diversen Treffen und Besprechungen geh\u00f6rte zu meinem Aufgabengebiet. Oft waren dies Treffen mit anderen deutschen Institutionen. Meine Aufgabe bestand meistens in der Protokollierung wichtiger Beschl\u00fcsse. Dabei war es von entscheidender Bedeutung, mich mit den zu behandelnden Themen im Voraus zu besch\u00e4ftigen, um gut vorbereitet in diese Treffen gehen und die entscheidenden Informationen f\u00fcr die Botschaft erkennen und festhalten zu k\u00f6nnen. Oft bestand die Vorbereitung in einem Briefing mit meinem Vorgesetzten auf dem Weg zum Treffen. Da die Botschaft nicht wie manch andere deutsche Institutionen im Zentrum liegt, waren die Fahrten zum Teil sehr zeitaufwendig und gaben so Gelegenheit f\u00fcr ein intensives Vorbereitungsgespr\u00e4ch. Ein einzelnes Treffen nahm schnell mal einen erheblichen Teil des Arbeitstages ein.<\/p><p>Das Schreiben der Protokolle bei diesen Treffen war f\u00fcr mich eine der anspruchsvollsten Aufgaben w\u00e4hrend meines Praktikums. Ich fertigte recht umfassende und wortgetreue Mitschriften an und war schon im Verlauf des Gespr\u00e4ches auf der Grundlage meiner Vorkenntnisse bem\u00fcht, die wichtigsten Inhalte zu erkennen, um so die Grundlinien hin zum Ergebnis des Gespr\u00e4ches erfassen zu k\u00f6nnen. Die zweite Herausforderung bestand darin, nach dem Treffen, sei es am n\u00e4chsten Tag oder sogar nach dem Wochenende, meine Notizen zu filtern und in die Form eines m\u00f6glichst genauen und zielgerichteten Protokolls zu bringen.<\/p><p>Ebenso geh\u00f6rte das Schreiben von Gru\u00dfworten f\u00fcr den Botschafter f\u00fcr mich zu den m\u00fchevolleren Aufgaben. Die Herausforderung bestand darin, viel zu schreiben, den Anlass von au\u00dfen zu betrachten, ohne wirklich konkret zu werden. Das Gru\u00dfwort diente als eine allgemeine Einleitung und Begr\u00fc\u00dfung f\u00fcr eine bestimmte Veranstaltung. Das vorrangige Thema bestand durchweg in den deutsch-finnischen Beziehungen. Somit musste f\u00fcr jede Veranstaltung ein neues Gru\u00dfwort mit ungef\u00e4hr gleichen Inhalten geschrieben werden. Als Hilfsmittel diente mir oft das Internet, wo es jedoch nur eine begrenzte Menge an Informationen zu deutsch-finnischen Beziehung gibt. Das Schreiben eines Gru\u00dfwortes war also immer mit ziellosem Suchen nach neuen Informationen und Umformulierungen alter Gru\u00dfw\u00f6rter verbunden. Auch die Projekte der Botschaft wurden in den Gru\u00dfw\u00f6rtern erw\u00e4hnt. In Bezug auf diese war es einfacher einen neuen Fokus zu finden.<\/p><p>Eines dieser Projekte war die Sprachenkampagne. In Finnland wird mit diesem Jahr der Fremdsprachenunterricht ab der ersten Klasse beginnen. Die meisten Schulen bieten nur Englisch an, und die allermeisten Eltern wollen auch, dass ihr Kind Englisch lernt. Die Botschaft bem\u00fcht sich mit ihrer Kampagne m\u00f6glichst viele Schulen daf\u00fcr zu gewinnen, auch die deutsche Sprache in ihr Angebot mit aufzunehmen. Aus diesem Grund besuchen die Botschafter der deutschsprachigen L\u00e4nder Kommunen und Schulen und sprechen dort mit den Verantwortlichen. Die Deutsche Botschaft versucht Eltern dazu zu bringen, ihre Kinder in den Deutschunterricht zu schicken. Auch eine InfluencerKampagne wurde durch die Botschaft gestartet. Finnische Influencer mit Deutschlandbezug hatten in den sozialen Medien Werbung f\u00fcr die deutsche Sprache gemacht. Ich war an der Auswertung dieser Kampagne beteiligt.<\/p><p>Die Beitr\u00e4ge der Influencer waren auf Finnisch, weswegen meine Aufgabe darin bestand, diese zu beurteilen und zu \u00fcbersetzen. Diese Aufgabe gefiel mir, da sie sehr konkret war. Die meisten meiner Aufgaben in der Botschaft waren sehr abstrakt. Oft musste ich etwas f\u00fcr eine Veranstaltung schreiben, von der ich nicht viel wusste und an der ich auch nicht teilnehmen konnte. Bei der Influencer-Kampagne hatte ich das Gef\u00fchl, hatte ich die M\u00f6glichkeit, selbst die Ergebnisse meiner Arbeit sehen zu k\u00f6nnen. Doch leider blieb es nur bei der M\u00f6glichkeit. Die COVID-19-Lage beendete meine Teilnahme an diesem Projekt. Wenn ich mein Praktikum bis zum Ende h\u00e4tte durchf\u00fchren k\u00f6nnen, h\u00e4tte ich die Ergebnisse der Evaluation mitbekommen und w\u00e4re auch an der Weiterf\u00fchrung dieser Kampagne beteiligt gewesen.<\/p><p>W\u00e4hrend der Kampagne geh\u00f6rte es zu meinen Aufgaben, Influencer zu rekrutieren. Diese Aufgabe war schwieriger als erwartet. Meistens werden Influencer m\u00fcndlich weiterempfohlen. Da ich jedoch keine Kontakte zu der Zielgruppe \u201eEltern von zuk\u00fcnftigen Erstkl\u00e4sslern\u201c hatte, war ich auf das Internet angewiesen. Diese Recherche dauerte mehrere Tage und war teilweise sehr frustrierend. Die exakt zur Sprachenkampagne passenden Influencer waren gar nicht so einfach zu finden, denn sie mussten Kinder haben, die bald mit der Schule anfangen und Deutsch als erste Fremdsprache w\u00e4hlen w\u00fcrden.<\/p><p>Eine zweite Aufgabe, die durch die COVID-19-Lage unterbrochen wurde, bestand darin, einen einer Ausstellung f\u00fcr die \u201eArctic Design Week\u201c zu planen. Dabei handelte es sich um einen Beitrag \u00fcber die Honorarkonsulate in Lappland. Meine Aufgabe war es, mit der Ausstellungsorganisatorin in Kontakt zu treten und ihr das erforderliche Material zukommen zu lassen. Dazu geh\u00f6rte ein Foto und ein Video \u00fcber Deutschland und ein deutsches Designobjekt. Erst musste ich passendes Material finden und abkl\u00e4ren, ob dies f\u00fcr die Ausstellung verwendet werden darf. Das Designobjekt war schon unterwegs, als die Ausstellung abgesagt wurde.<\/p><p>Nicht nur nach Ausbruch der COVID-19-Pandemie habe ich viel Arbeit gemacht, die letztendlich nicht verwendet wurde. Eine meiner Aufgaben war auch das Erstellen von Pr\u00e4sentationen f\u00fcr verschiedene Treffen und Veranstaltungen. Damit war immer sehr viel Arbeit verbunden, da zus\u00e4tzlich zur Recherche von mir auch die visuelle Darstellung erarbeitet werden musste. Jedoch blieb bei Treffen nicht immer Zeit f\u00fcr die Pr\u00e4sentation oder die Veranstaltungen wurden kurzfristig abgesagt. Somit konnte die Arbeit von zwei Tagen unn\u00f6tig geworden sein.<\/p><p>Meine Aufgaben w\u00e4hrend des Praktikums waren vielseitig, aber haben oft die gleichen F\u00e4higkeiten erfordert. Die wenigsten Aufgaben haben viel Zeit in Anspruch genommen. Oft \u00e4hnelten sich die Aufgaben sehr und der B\u00fcroalltag gestaltete sich als sehr monoton. Mir haben vor allem Aufgaben \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum gefallen, da ich durch diese oft ein gr\u00f6\u00dferes und genaueres Bild vom Aufgabengebiet gewinnen konnte und das Gef\u00fchl hatte, etwas geleistet zu haben. Dies hat auch sehr zur Motivation beigetragen.<\/p><p><strong>4 Reflektion<\/strong><br \/>W\u00e4hrend meines Praktikums in der Deutschen Botschaft Helsinki habe ich viel gelernt. Vor allem gelingt mir das selbstst\u00e4ndige Arbeiten in Aufgaben, die nicht nur mich pers\u00f6nlich betreffen, mit weniger M\u00fche. Ich kann die Anforderungen und genaue Vorstellungen anderer in meine Arbeit gut einbringen. Das Praktikum hat mir auch mehr Sicherheit gebracht. Ich habe das Gef\u00fchl, dass ich neue und herausfordernde Aufgaben gut bew\u00e4ltigen und erledigen kann. Ich gehe sicherer an neue Aufgaben heran.<\/p><p>Auch in meiner Kommunikation bin ich sicherer geworden. Ich kann schnell Sachen erledigen und habe gelernt, mich kurz zu fassen. In schriftlicher Kommunikation bin ich pr\u00e4ziser bei der \u00dcbermittlung von Informationen und schneller beim Finden einer passenden Formulierung geworden. Ich kann relevante Information besser von unbedeutender Information unterscheiden und die erstere effektiv \u00fcbermitteln. Auch meine Empathief\u00e4higkeiten Gespr\u00e4chspartner*innen gegen\u00fcber wurden geschult, und ich konnte mir etwas mehr Gelassenheit in der Kommunikation aneignen.<\/p><p>Durch das Praktikum habe ich mein K\u00f6nnen im Umgang mit PowerPoint ausbauen k\u00f6nnen. Die Erstellung diverser Pr\u00e4sentationen hat mir mehr Geschick in der visuellen Darstellung von Sachverhalten beschert. Ich kenne mich nun besser mit dem Programm aus und verwende mehr Kreativit\u00e4t beim Erstellen von Folien. Auch meine F\u00e4- higkeit Informationen kurz zu fassen, hat sich durch die Erstellung von Pr\u00e4sentationen verbessert.<\/p><p>Auf dem Gebiet der Recherche hat mich das Praktikum sehr vorangebracht. Ich finde schneller den gesuchten Inhalt mit genaueren Suchbegriffen. Auch die Vorstellung dar\u00fcber, auf welchen Internetseiten hilfreiche Informationen zu finden sind, hat sich bei mir verbessert. Recherchieren ist zu einen meiner Aufgaben geworden, die zur Routine geh\u00f6ren.<\/p><p>Ich konnte die mir gestellten Aufgaben gut erledigen \u2013 bis auf zwei, die mir in unangenehmer Erinnerung geblieben sind. Dabei handelte es sich zum einen um ein Gru\u00dfwort f\u00fcr den Botschafter. Ich hatte das Gru\u00dfwort drei Mal \u00fcberarbeitet und sollte es schlie\u00dflich ins Englische \u00fcbersetzen. Da das Schreiben von Gru\u00dfworten f\u00fcr mich zu den langweiligeren Aufgaben geh\u00f6rte, war meine pers\u00f6nliche Motivation vor der \u00dcbersetzung schon recht weit am Boden.<\/p><p>Bei der zweiten Aufgabe ging es um einen Bericht \u00fcber die Land- und Forstwirtschaft Finnlands. Die Aufgabe fand ich interessant. Jedoch hatte ich keine Ahnung, wie ich an die Aufgabe herangehen sollte. Das Thema war sehr weit gefasst, so dass es mir schwerfiel, Schwerpunkte zu setzen. Au\u00dferdem kam ich nicht an aktuelle Zahlen heran und musste mich mit Zahlen des Vorjahres begn\u00fcgen. Aus diesen zwei Erfahrungen habe ich viel gelernt. Die eigene Vernachl\u00e4ssigung der Arbeit f\u00fchrt zu einer Kette, in der von anderen Beteiligten Mehraufwand verlangt wird.<\/p><p>Ich empfand es als entt\u00e4uschend, dass ich im Studium erworbenes Wissen und gelernte F\u00e4higkeiten nicht im Praktikum anwenden konnte. Gerne h\u00e4tte ich auch die Arbeit des politischen Referates n\u00e4her verfolgt. Zus\u00e4tzlich wurden alle gr\u00f6\u00dferen Veranstaltungen und Treffen wegen der COVID-19-Lage abgesagt. Schnell wurden neue Aufgaben zur Routine und haben ihre Spannung verloren. Das Praktikum in der Deutschen Botschaft Helsinki h\u00e4tte mich gerne noch ein bisschen mehr herausfordern k\u00f6nnen. Gerne h\u00e4tte ich selbstst\u00e4ndiger gearbeitet und beispielweise ein eigenes Projekt und weiterf\u00fchrende Arbeiten \u00fcbernommen. Doch trotz alledem wurde ich w\u00e4hrend meines Praktikums in vielf\u00e4ltiger Weise herausgefordert, gefordert und gef\u00f6rdert.<\/p><p>5 Fazit<br \/>Das Praktikum in der Deutschen Botschaft Helsinki war eine interessante Erfahrung. Ich durfte in den Alltag einer Botschaft eintauchen, der sich als weniger spannend als erwartet erwiesen hat. Oft wurde f\u00fcr den M\u00fclleimer gearbeitet, noch st\u00e4rker w\u00e4hrend der unsicheren Zeiten von COVID-19. Leider hat sich keine Gelegenheit geboten, an Veranstaltungen teilzunehmen und somit eine andere Seite der Botschaft mitzuerleben.<\/p><p>Die Arbeit in einer Botschaft scheint mir sehr routiniert in einer sehr starken hierarchischen Struktur. Obwohl es mehrere Projekte gibt, in denen auch Kreativit\u00e4t gefragt ist, scheint jedoch ein bestimmter Freiraum zu fehlen. Der Tagesablauf kann jederzeit vom Ausw\u00e4rtigen Amt unterbrochen werden. Die von dort kommenden Aufgaben gehen immer vor. Diese erschienen jedoch oft \u00fcberfordernd und sollten in kurzen Zeitr\u00e4umen erledigt werden. Da es sich oft um Bitten an alle L\u00e4nder handelt, wurden individuelle Einschr\u00e4nkungen nicht ber\u00fccksichtig. Zum Beispiel hat die Pressekonferenz zu COVID- 19 von der finnischen Regierung um 14.15 Uhr begonnen, aber die Berichte zu den COVID-19-Ma\u00dfnahmen der L\u00e4nder, sollten schon um 14 Uhr in Berlin vorliegen.<\/p><p>Obwohl eine Botschaft f\u00fcr mich im Nachhinein nicht als idealer Ort f\u00fcr ein Praktikum erscheint, war der Einblick in die Arbeit doch recht aufschlussreich. Au\u00dferdem war Helsinki eine interessante Stadt, um dieses zu absolvieren. Der wunderbar funktionierende Nahverkehr, die N\u00e4he zur Natur und das breite Kulturprogramm machten den Aufenthalt auch sehr angenehm. Die Deutsche Botschaft war nicht zentral gelegen, daf\u00fcr aber mitten auf einer Insel. Nach dem Arbeitstag boten sich mehrere sch\u00f6ne Strecken zu einem Spaziergang an.<\/p><p>Im Allgemeinen bin ich mit meinem Praktikum zufrieden. Die Botschaft hatte ein doch einladendes Arbeitsklima und Helsinki ein sch\u00f6nes Arbeitsumfeld. Obwohl das Praktikum nicht das spannendste war, gab es mir jedoch einen Einblick in die Arbeit des Ausw\u00e4rtigen Amtes. Au\u00dferdem hat das Praktikum mir eine Orientierung f\u00fcr meinen weiteren Weg gegeben.<\/p><p>\u00a0<\/p><p>[osm_map_v3 map_center= \"60.1891,25.0046\" zoom=\"5.027519260022164\" width=\"95%\" height=\"450\" map_border=\"thin solid \" post_markers=\"1\" type=\"\" control=\"fullscreen\" ]<\/p>","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,342721,52103,356669,368865,653],"tags":[52103,572051],"class_list":["post-7104","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-berichte","category-finnland","category-laender","category-outgoing","category-praktikum","tag-finnland","tag-integrierte-europastudien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7104","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9117"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7104"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7104\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7111,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7104\/revisions\/7111"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7105"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7104"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7104"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7104"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}