

{"id":7052,"date":"2020-06-23T22:02:28","date_gmt":"2020-06-23T20:02:28","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/?p=7052"},"modified":"2022-06-13T23:42:44","modified_gmt":"2022-06-13T21:42:44","slug":"public-health-praxissemester-an-der-university-of-aberdeen-mit-erasmus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/2020\/06\/23\/public-health-praxissemester-an-der-university-of-aberdeen-mit-erasmus\/","title":{"rendered":"Public Health Praxissemester an der University of Aberdeen mit Erasmus+"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><strong>Praktikumsplatz<\/strong><br \/>\nIm Rahmen des Bachelorstudiums Public Health\/ Gesundheitswissenschaften absolvierte ich in meinem f\u00fcnften Fachsemester ein Praxissemester an der University of Aberdeen und arbeitete am Insitute of Applied Health Sciences (IAHS) in der Epidemiology-Group. Die University of Aberdeen (UoA) wurde 1495 gegr\u00fcndet und ist die f\u00fcnft-\u00e4lteste Universit\u00e4t im Vereinigten K\u00f6nigreich. Zurzeit studieren ca. 14500 Studenten an der UoA und es gibt eine weite Bandbreite an Forschungsfeldern in technischen, naturwissenschaftlichen, medizinischen, politischen und geisteswissenschaftlichen Bereichen. Das IAHS ist ein populations-bezogenes Forschungsinstitut, das neben epidemiologischer Forschung auch Arbeitsgruppen in den Bereichen der Gesundheitspsychologie, der Gesundheits\u00f6konomie und Gesundheitsversorgung hat. Vorwiegend werden Muskel- und Skeletterkrankungen, reproduktive Gesundheit, Atemwegserkrankungen, Urologie, Nieren-Erkrankungen und Krebs behandelt. Die Epidemiology-Group des IAHS wird von Prof. Gary MacFarlane geleitet und besteht aus ungef\u00e4hr 20 Mitarbeitern. Die Hauptthemen der Gruppe sind Arthritis und die Gesundheit des Bewegungsapparates, sodass insbesondere Krankheitsbilder wie Fibromyalgie, chronische Schmerzen, Fatigue, axiale Spondylarthritis, Psoriasis-Arthritis und Vaskulitis Themenschwerpunkte vieler derzeit laufender Studien bilden. Die Studien haben zumeist das Ziel Risikofaktoren dieser Erkrankungen zu identifizieren, die Wirkung von Therapien zu untersuchen oder den derzeitigen Gesundheitsstatus in der UK zu erfassen. Dabei wird gr\u00f6\u00dftenteils klassisch epidemiologisch quantitativ geforscht, doch f\u00fcr einige derzeit laufende Projekte wurde auch ein \u201emixed-method\u201c-Ansatz gew\u00e4hlt, sodass auch qualitative Forschung innerhalb der Gruppe eine Rolle spielt.<\/p>\n<p>Ich arbeite in meinem Praktikum in der Arbeitsgruppe von Professor Patrice Forget. Seine epidemiologische Forschung und somit auch mein derzeitiger Themenschwerpunkt liegen insbesondere bei perioperativem Opioid Gebrauch.<\/p>\n<p><strong>Aufgaben<\/strong><br \/>\nDie Mitarbeiter der Epidemiologie-Gruppe arbeiten gr\u00f6\u00dftenteils an Projekten rund um axiale Spondyloarthritis und Fibromyalgie. Mit meinem Supervisor Prof Patrice Forget, welcher nur wenige Tage vor mir in an der University of Aberdeen anfing, kam die Thematik der Schmerzmittelforschung in die Gruppe. Meine genaue Arbeit l\u00e4sst sich grob in vier Gebiete unterteilen.<\/p>\n<p>Bei dem ersten Arbeitsgebiet handelt es sich um mein eigenes Projekt, an dem ich mit der Unterst\u00fctzung meines Supervisors arbeitete. Dieses Projekt ist eine Systematic Review \u00fcber postoperativen persistenten Opioid Gebrauch in Europa. Die Notwendigkeit dieser Arbeit entstand aus der sogenannten \u201eOpioid-Krise\u201c, die man derzeit und in den letzten Jahren, in den USA vorfinden kann. Dabei handelt es sich um den sehr starken Anstieg der durch Opioid-Gebrauch direkt oder indirekt gestorbenen Bev\u00f6lkerung. Eine der h\u00e4ufig genannten Gr\u00fcnde f\u00fcr diesen Sachverhalt ist der gro\u00dfe Anteil von Patienten, welche nach Operationen langfristig mit Opioiden, wie Oxycodon, behandelt werden und so eine Abh\u00e4ngigkeit entwickeln. In Europa l\u00e4sst sich eine weniger drastische Situation feststellen, doch auch in einigen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern erh\u00f6hen sich in den letzten Jahren die Anzahl von Opioid-Verschreibungen stetig. Das Ausma\u00df des langfristigen bzw. persistenten Opioid Gebrauch, ist bisher eher unklar. Um einen \u00dcberblick \u00fcber den derzeitigen Publikationsstand des postoperativen persistenten Opioid Gebrauchs in Europa zu bekommen, fertigte ich eine Systematic Review an, um Ver\u00f6ffentlichungen zu dieser Thematik systematisch zu analysieren und Hypothesen f\u00fcr in der Epidemiologie-Gruppe folgende Studien zu generieren. Besonders in den ersten 2 Monaten meines Praktikums verbrachte ich viel Zeit damit, eine Such-Methode zu entwickeln und die gefunden Studien auszuwerten. Im November und Dezember, verschriftlichte ich meine Ergebnisse und Mitte Dezember wurde die Studie beim \u201eEuropean Journal of Anaesthesiology\u201c eingereicht.<\/p>\n<p>Mein zweites gro\u00dfes Arbeitsgebiet und gleichzeitig das zeitintensivste, war die Unterst\u00fctzung in den neu entstehenden Projekten POSE und POGrampian. Die zuvor beschriebene Review diente zum Teil als Vorarbeit f\u00fcr diese zwei gr\u00f6\u00dferen Projekte. Bei POGrampian handelt es sich um eine retrospektive Analyse von perioperativen Opioid Verschreibungen im National Health Service (NHS) Grampian Bereich. POSE hingegen ist eine prospektive Kohortenstudie, welche Daten zum perioperativen Opioid Gebrauch in mehreren europ\u00e4ischen L\u00e4ndern sammeln soll. Bei beiden Projekten war ich seit der ersten Konzeptidee dabei und unterst\u00fctze das Projekt durch weitergehende Recherchen, Vorbereitungen von Pr\u00e4sentationen, dem Schreiben von Antr\u00e4gen und Protokollen und \u00c4hnlichem.<\/p>\n<p>Nachdem die Review fertig gestellt wurde und der B\u00fcrokratieprozess von POGrampian und POSE viel Wartezeit beinhaltet, arbeitete ich ab Januar ein einem neuen kleineren Projekt. Bei diesem Projekt handelt es sich um die explorative Datenauswertung einer zweij\u00e4hrigen Untersuchung von Brustkrebs-Patientinnen nach ihrer Operation. Prof. Forget hatte diese Daten im Rahmen eines vorherigen Projektes gesammelt und konnte mir diese zur Verf\u00fcgung stellen, nachdem alle identifizierbaren Variablen entfernt wurden. Diese Arbeit dient eher meiner eigenen Neugier und meiner \u00dcbung im Umgang mit statistischen Software-Programmen, als dass sie einen tats\u00e4chlichen Zweck verfolgt.<\/p>\n<p>Der letzte Arbeitsbereich ist die Teilnahme an den sonstigen Ereignissen in der Epidemiology-Group. Dazu geh\u00f6ren die monatlich stattfindenden \u201eLiterature Review Meetings\u201c, \u201eJournal Clubs\u201c, \u201ePresentation Meetings\u201c und sonstige Gruppen-Treffen. Je nach Art des Treffens werden neue Studien oder Methoden diskutiert, neue Ergebnisse pr\u00e4sentiert oder anderes Aktuelles besprochen. Ferner habe ich die M\u00f6glichkeit Vortr\u00e4ge anderer Gruppen und, f\u00fcr mich relevante, Fortbildungen zu besuchen. Diese Termine ziehen sich durch die gesamte Praktikumszeit und sind nicht an ein bestimmtes Projekt gebunden.<\/p>\n<p><strong>\u201eERASMUS plus\u201c in Schottland<\/strong><br \/>\nIch entschied mich mein Praxissemester in Schottland, anstatt in Deutschland zu machen, da ich gerne die Chance nutzen wollte, Erfahrungen im Ausland zu sammeln und mein Englisch zu verbessern. Mit dieser Entscheidung bin ich auch nach wie vor sehr zufrieden, da meine Zeit in Aberdeen gr\u00f6\u00dftenteils von sehr positiven Erlebnissen gepr\u00e4gt war. Komplett auf Englisch und in einem Team mit sehr vielen internationalen Mitarbeitern zu arbeiten war sehr bereichernd f\u00fcr mich. Ich verstehe nun eindeutig besser, wie international agierende, wissenschaftliche Arbeit aussieht und wie unterschiedliche Erfahrungen in einem Team zu neuen Ideen und Ergebnissen f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Neben fachlichen Erfahrungen war es jedoch auch sonst eine erlebnisreiche Zeit f\u00fcr mich. Die University of Aberdeen ist eine sehr international ausgerichtete Universit\u00e4t, so dass ich unglaublich viele verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Hintergr\u00fcnden kennenlernen durfte und so nicht nur der schottischen Kultur n\u00e4hergekommen bin. Ich habe viele neue Freunde dazu gewonnen, mit denen ich an vielen Wochenendausfl\u00fcgen das wundersch\u00f6ne Schottland erkundete.<\/p>\n<p>Zudem war es sehr spannend f\u00fcr mich alle Geschehnisse rund um das Verlassen des Vereinigten K\u00f6nigreiches (UK) aus der EU w\u00e4hrend meines Aufenthaltes dort mitzuerleben. Ich war w\u00e4hrend der Brexit-Verz\u00f6gerung im Oktober 2019, w\u00e4hrend der Neuwahlen im Dezember 2019 und beim tats\u00e4chlichen Verlassen der EU im Januar 2020 im Land. In dieser Zeit habe ich sowohl Menschen kennen gelernt, welche den Brexit unterst\u00fctzen, als auch vehemente Gegner des Austritts. Gerade in Schottland, ein Teil der UK, der gr\u00f6\u00dftenteils f\u00fcr einen Verbleib in der EU gestimmt hatte, in einer Universit\u00e4tsstadt mit unz\u00e4hligen europ\u00e4ischen Studierenden, habe ich eine gro\u00dfe Abneigung gegen die Tory Regierung und Boris Johnson miterlebt. Das Thema mit Leuten zu besprechen, die tats\u00e4chlich die Folgen erleben werden, war sehr interessant.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><br \/>\nAbschlie\u00dfend l\u00e4sst sich sagen, dass mein Praktikum in Aberdeen eine sehr bereichernde Zeit war. Ich habe sehr viel gelernt, viele Erfahrungen gesammelt und bin gl\u00fccklich, dass ich die M\u00f6glichkeit hatte mit ERASMUS + mein Praxissemester in Schottland zu verbringen.<\/p>\n<p>\n\t\t<style>\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 50%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-0 gallery-columns-2 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/aberd2.jpg' title=\"\" data-rl_title=\"\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" 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Epidemiology-Group\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><link rel='stylesheet' id='osm-ol3-css-css' href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/OL\/10.9.0\/ol.css?ver=10.9.0&#038;ver=7.1.2' media='all' \/>\n<link rel='stylesheet' id='osm-ol3-ext-css-css' href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/css\/osm_map_v3.css?ver=1.0.0&#038;ver=7.1.2' media='all' \/>\n<link rel='stylesheet' id='osm-map-css-css' href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/css\/osm_map.css?ver=1.0.0&#038;ver=7.1.2' media='all' \/>\n<script id=\"wp-polyfill-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-includes\/js\/dist\/vendor\/wp-polyfill.min.js?ver=3.15.0\"><\/script>\n<script id=\"osm-ol3-library-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/OL\/10.9.0\/ol.js?ver=10.9.0\"><\/script>\n<script 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Epidemiology-Group. Die University of Aberdeen (UoA) wurde 1495 gegr\u00fcndet und ist die f\u00fcnft-\u00e4lteste Universit\u00e4t im Vereinigten K\u00f6nigreich. Zurzeit studieren ca. 14500 Studenten an der UoA und es gibt eine weite Bandbreite an Forschungsfeldern in technischen, naturwissenschaftlichen, medizinischen, politischen und geisteswissenschaftlichen Bereichen. Das IAHS ist ein populations-bezogenes Forschungsinstitut, das neben epidemiologischer Forschung auch Arbeitsgruppen in den Bereichen der Gesundheitspsychologie, der Gesundheits\u00f6konomie und Gesundheitsversorgung hat. Vorwiegend werden Muskel- und Skeletterkrankungen, reproduktive Gesundheit, Atemwegserkrankungen, Urologie, Nieren-Erkrankungen und Krebs behandelt. Die Epidemiology-Group des IAHS wird von Prof. Gary MacFarlane geleitet und besteht aus ungef\u00e4hr 20 Mitarbeitern. Die Hauptthemen der Gruppe sind Arthritis und die Gesundheit des Bewegungsapparates, sodass insbesondere Krankheitsbilder wie Fibromyalgie, chronische Schmerzen, Fatigue, axiale Spondylarthritis, Psoriasis-Arthritis und Vaskulitis Themenschwerpunkte vieler derzeit laufender Studien bilden. Die Studien haben zumeist das Ziel Risikofaktoren dieser Erkrankungen zu identifizieren, die Wirkung von Therapien zu untersuchen oder den derzeitigen Gesundheitsstatus in der UK zu erfassen. Dabei wird gr\u00f6\u00dftenteils klassisch epidemiologisch quantitativ geforscht, doch f\u00fcr einige derzeit laufende Projekte wurde auch ein \u201emixed-method\u201c-Ansatz gew\u00e4hlt, sodass auch qualitative Forschung innerhalb der Gruppe eine Rolle spielt.<\/p><p>Ich arbeite in meinem Praktikum in der Arbeitsgruppe von Professor Patrice Forget. Seine epidemiologische Forschung und somit auch mein derzeitiger Themenschwerpunkt liegen insbesondere bei perioperativem Opioid Gebrauch.<\/p><p><strong>Aufgaben<\/strong><br \/>Die Mitarbeiter der Epidemiologie-Gruppe arbeiten gr\u00f6\u00dftenteils an Projekten rund um axiale Spondyloarthritis und Fibromyalgie. Mit meinem Supervisor Prof Patrice Forget, welcher nur wenige Tage vor mir in an der University of Aberdeen anfing, kam die Thematik der Schmerzmittelforschung in die Gruppe. Meine genaue Arbeit l\u00e4sst sich grob in vier Gebiete unterteilen.<\/p><p>Bei dem ersten Arbeitsgebiet handelt es sich um mein eigenes Projekt, an dem ich mit der Unterst\u00fctzung meines Supervisors arbeitete. Dieses Projekt ist eine Systematic Review \u00fcber postoperativen persistenten Opioid Gebrauch in Europa. Die Notwendigkeit dieser Arbeit entstand aus der sogenannten \u201eOpioid-Krise\u201c, die man derzeit und in den letzten Jahren, in den USA vorfinden kann. Dabei handelt es sich um den sehr starken Anstieg der durch Opioid-Gebrauch direkt oder indirekt gestorbenen Bev\u00f6lkerung. Eine der h\u00e4ufig genannten Gr\u00fcnde f\u00fcr diesen Sachverhalt ist der gro\u00dfe Anteil von Patienten, welche nach Operationen langfristig mit Opioiden, wie Oxycodon, behandelt werden und so eine Abh\u00e4ngigkeit entwickeln. In Europa l\u00e4sst sich eine weniger drastische Situation feststellen, doch auch in einigen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern erh\u00f6hen sich in den letzten Jahren die Anzahl von Opioid-Verschreibungen stetig. Das Ausma\u00df des langfristigen bzw. persistenten Opioid Gebrauch, ist bisher eher unklar. Um einen \u00dcberblick \u00fcber den derzeitigen Publikationsstand des postoperativen persistenten Opioid Gebrauchs in Europa zu bekommen, fertigte ich eine Systematic Review an, um Ver\u00f6ffentlichungen zu dieser Thematik systematisch zu analysieren und Hypothesen f\u00fcr in der Epidemiologie-Gruppe folgende Studien zu generieren. Besonders in den ersten 2 Monaten meines Praktikums verbrachte ich viel Zeit damit, eine Such-Methode zu entwickeln und die gefunden Studien auszuwerten. Im November und Dezember, verschriftlichte ich meine Ergebnisse und Mitte Dezember wurde die Studie beim \u201eEuropean Journal of Anaesthesiology\u201c eingereicht.<\/p><p>Mein zweites gro\u00dfes Arbeitsgebiet und gleichzeitig das zeitintensivste, war die Unterst\u00fctzung in den neu entstehenden Projekten POSE und POGrampian. Die zuvor beschriebene Review diente zum Teil als Vorarbeit f\u00fcr diese zwei gr\u00f6\u00dferen Projekte. Bei POGrampian handelt es sich um eine retrospektive Analyse von perioperativen Opioid Verschreibungen im National Health Service (NHS) Grampian Bereich. POSE hingegen ist eine prospektive Kohortenstudie, welche Daten zum perioperativen Opioid Gebrauch in mehreren europ\u00e4ischen L\u00e4ndern sammeln soll. Bei beiden Projekten war ich seit der ersten Konzeptidee dabei und unterst\u00fctze das Projekt durch weitergehende Recherchen, Vorbereitungen von Pr\u00e4sentationen, dem Schreiben von Antr\u00e4gen und Protokollen und \u00c4hnlichem.<\/p><p>Nachdem die Review fertig gestellt wurde und der B\u00fcrokratieprozess von POGrampian und POSE viel Wartezeit beinhaltet, arbeitete ich ab Januar ein einem neuen kleineren Projekt. Bei diesem Projekt handelt es sich um die explorative Datenauswertung einer zweij\u00e4hrigen Untersuchung von Brustkrebs-Patientinnen nach ihrer Operation. Prof. Forget hatte diese Daten im Rahmen eines vorherigen Projektes gesammelt und konnte mir diese zur Verf\u00fcgung stellen, nachdem alle identifizierbaren Variablen entfernt wurden. Diese Arbeit dient eher meiner eigenen Neugier und meiner \u00dcbung im Umgang mit statistischen Software-Programmen, als dass sie einen tats\u00e4chlichen Zweck verfolgt.<\/p><p>Der letzte Arbeitsbereich ist die Teilnahme an den sonstigen Ereignissen in der Epidemiology-Group. Dazu geh\u00f6ren die monatlich stattfindenden \u201eLiterature Review Meetings\u201c, \u201eJournal Clubs\u201c, \u201ePresentation Meetings\u201c und sonstige Gruppen-Treffen. Je nach Art des Treffens werden neue Studien oder Methoden diskutiert, neue Ergebnisse pr\u00e4sentiert oder anderes Aktuelles besprochen. Ferner habe ich die M\u00f6glichkeit Vortr\u00e4ge anderer Gruppen und, f\u00fcr mich relevante, Fortbildungen zu besuchen. Diese Termine ziehen sich durch die gesamte Praktikumszeit und sind nicht an ein bestimmtes Projekt gebunden.<\/p><p><strong>\u201eERASMUS plus\u201c in Schottland<\/strong><br \/>Ich entschied mich mein Praxissemester in Schottland, anstatt in Deutschland zu machen, da ich gerne die Chance nutzen wollte, Erfahrungen im Ausland zu sammeln und mein Englisch zu verbessern. Mit dieser Entscheidung bin ich auch nach wie vor sehr zufrieden, da meine Zeit in Aberdeen gr\u00f6\u00dftenteils von sehr positiven Erlebnissen gepr\u00e4gt war. Komplett auf Englisch und in einem Team mit sehr vielen internationalen Mitarbeitern zu arbeiten war sehr bereichernd f\u00fcr mich. Ich verstehe nun eindeutig besser, wie international agierende, wissenschaftliche Arbeit aussieht und wie unterschiedliche Erfahrungen in einem Team zu neuen Ideen und Ergebnissen f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p><p>Neben fachlichen Erfahrungen war es jedoch auch sonst eine erlebnisreiche Zeit f\u00fcr mich. Die University of Aberdeen ist eine sehr international ausgerichtete Universit\u00e4t, so dass ich unglaublich viele verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Hintergr\u00fcnden kennenlernen durfte und so nicht nur der schottischen Kultur n\u00e4hergekommen bin. Ich habe viele neue Freunde dazu gewonnen, mit denen ich an vielen Wochenendausfl\u00fcgen das wundersch\u00f6ne Schottland erkundete.<\/p><p>Zudem war es sehr spannend f\u00fcr mich alle Geschehnisse rund um das Verlassen des Vereinigten K\u00f6nigreiches (UK) aus der EU w\u00e4hrend meines Aufenthaltes dort mitzuerleben. Ich war w\u00e4hrend der Brexit-Verz\u00f6gerung im Oktober 2019, w\u00e4hrend der Neuwahlen im Dezember 2019 und beim tats\u00e4chlichen Verlassen der EU im Januar 2020 im Land. In dieser Zeit habe ich sowohl Menschen kennen gelernt, welche den Brexit unterst\u00fctzen, als auch vehemente Gegner des Austritts. Gerade in Schottland, ein Teil der UK, der gr\u00f6\u00dftenteils f\u00fcr einen Verbleib in der EU gestimmt hatte, in einer Universit\u00e4tsstadt mit unz\u00e4hligen europ\u00e4ischen Studierenden, habe ich eine gro\u00dfe Abneigung gegen die Tory Regierung und Boris Johnson miterlebt. Das Thema mit Leuten zu besprechen, die tats\u00e4chlich die Folgen erleben werden, war sehr interessant.<\/p><p><strong>Fazit<\/strong><br \/>Abschlie\u00dfend l\u00e4sst sich sagen, dass mein Praktikum in Aberdeen eine sehr bereichernde Zeit war. Ich habe sehr viel gelernt, viele Erfahrungen gesammelt und bin gl\u00fccklich, dass ich die M\u00f6glichkeit hatte mit ERASMUS + mein Praxissemester in Schottland zu verbringen.<\/p><p>[gallery columns=\"2\" ids=\"7055,7053\"]<\/p><p>\u00a0<\/p><p>[osm_map_v3 map_center= \"57.1438,-2.0997\" zoom=\"6.023272997778902\" width=\"95%\" height=\"450\" map_border=\"thin solid \" post_markers=\"1\" type=\"\" control=\"fullscreen\" ]<\/p>","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,342721,357628,356669,368865,653],"tags":[357628,70505],"class_list":["post-7052","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-berichte","category-grossbritannien","category-laender","category-outgoing","category-praktikum","tag-grossbritannien","tag-public-health"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7052","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9117"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7052"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7052\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7065,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7052\/revisions\/7065"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7054"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7052"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7052"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7052"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}