

{"id":6585,"date":"2020-01-25T16:42:00","date_gmt":"2020-01-25T15:42:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/?p=6585"},"modified":"2022-06-13T23:47:18","modified_gmt":"2022-06-13T21:47:18","slug":"pflegewissenschaften-praktikum-bei-einer-ngo-in-kapstadt-suedafrika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/2020\/01\/25\/pflegewissenschaften-praktikum-bei-einer-ngo-in-kapstadt-suedafrika\/","title":{"rendered":"Pflegewissenschaften-Praktikum bei einer NGO in Kapstadt, S\u00fcdafrika"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\">Mein Auslandspraktikum verbrachte ich in Kapstadt bei einer NGO, MeCAHT, die sich gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution einsetzt. Ich selbst studiere Pflegewissenschaften und absolvierte mein Praktikum im 6. und 7. Fachsemester.<\/p>\n<p>Meine <strong>Vorbereitungen<\/strong> f\u00fcr mein halbj\u00e4hriges Auslandspraktika in S\u00fcdafrika habe ich 11 Monate vor Abreise begonnen. Durch den pers\u00f6nlichen Kontakt zu einer Mitarbeiterin in der von mir ausgew\u00e4hlten NGO, hatte ich keine Schwierigkeiten Informationen zu erhalten. Auf meine Bewerbung erhielt ich bereits nach zwei Wochen positive R\u00fcckmeldung. Dementsprechend hatte ich meine Zusage bereits zehn Monate vor Abreise, was die weiteren Schritte sehr erleichterte. Vier Monate vor Abreise kontaktierte ich meine Studiengangsleitung um die Anerkennung meines Auslandspraktikums als Pflichtpraktikum zu besprechen (die Zusage der grunds\u00e4tzlichen Anerkennung des Praktikums hatte ich bereits vor meiner Bewerbung eingeholt) und beantragte ein Auslandssemester.<\/p>\n<p>Um in S\u00fcdafrika l\u00e4nger als drei Monate zu bleiben, ben\u00f6tigt man ein Volunteer-Visum\/ Research-Visum oder eine Verl\u00e4ngerung des Touristenvisums (Antrag nur im Land m\u00f6glich). Ein alternativer Weg ist, nach Ablauf der drei Monate, das Land zu verlassen, nach Deutschland\/anderes Land (kein Nachbarland S\u00fcdafrikas) zu fliegen und nach ein- oder zwei Wochen wieder zur\u00fcckzukehren, um ein neues Drei-Monats-Touristenvisum zu beantragen.<\/p>\n<p>Da meine Praktikumst\u00e4tigkeit (Arbeit mit ehemaligen Zwangsprostituierten) meines Erachtens unter<br \/>\n\u201eVolunteer-Work\u201c fiel, entschied ich mich f\u00fcr die Bewerbung um ein Volunteer-Visum. Die Bewerbung kann fr\u00fchstens drei Monate vor Einreise eingereicht werden.<\/p>\n<p>Aktuelle Informationen und Kriterien zur Beantragung unter: <a href=\"https:\/\/www.suedafrika.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.suedafrika.org\/<\/a><\/p>\n<p>Bei der Einreichung meiner Unterlagen im s\u00fcdafrikanischen Konsulat in Berlin (eine postalische Einsendung ist nicht m\u00f6glich) erhielt ich direkt eine Ablehnung. Die Begr\u00fcndung des Mitarbeiters war: \u201eArbeit mit Prostituierten oder Opfern aus dem Menschenhandel ist keine \u201eVolunteer Work\u201c. Diese sehr interessante Auffassung kann ich bis heute nicht nachvollziehen, erfuhr jedoch w\u00e4hrend meiner Zeit in S\u00fcdafrika von zahlreichen Leuten, dass ihre Visumantr\u00e4ge in Berlin ebenfalls abgelehnt wurden. Nach dem gescheiterten Visumantrag entschied ich mich dazu, mit einem Touristenvisum einzureisen nach S\u00fcdafrika. Dieses erh\u00e4lt man kostenfrei bei der Einreise ins Land am Flughafen. Nach drei Monaten habe ich das Land nach Burkina Faso verlassen und bin nach einem Monat wieder nach S\u00fcdafrika eingereist. Anzumerken ist jedoch, dass bei Wiedereinreise m\u00f6glicherweise lediglich ein Transitvisum von 7 Tage ausgestellt wird, wenn man nach Abreise aus S\u00fcdafrika nicht in sein Heimatland, sondern in ein anderes Land fliegt. Dieses Problem hatten wir nicht, sollte jedoch als Risiko im Hinterkopf behalten werden.<\/p>\n<p>Eineinhalb Monat vor Abreise (fr\u00fcher lohnt es sich nicht) begann ich die Suche nach einer <strong>Wohnung<\/strong>. Daf\u00fcr nutze ich das Portal <a href=\"http:\/\/gumtree.co.za\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/gumtree.co.za\/<\/a>. Dort suchte ich nach m\u00f6blierten Wohnungen in Stadtteilen, die mir von meiner Organisation empfohlen wurden. Diese Empfehlungen sollten vorher dringend eingeholt werden, da viele Stadtteile nicht sicher sind und besonders als Ausl\u00e4nder gef\u00e4hrlich sein k\u00f6nnen. Vollst\u00e4ndig m\u00f6blierte Wohnungen sind in Kapstadt gut zu finden. Es sollte auf die Entfernung zum Arbeitsplatz geachtet werden, da zu Rushhour Zeiten die Anfahrt sonst sehr lang werden kann.<\/p>\n<p>Ein sehr typisches Format sind so genannte \u201eGranny Flats\u201c (kleine angebaute Apartments an das eigentliche Haus). Diese bieten den Vorteil, dass man direkt neben seinen Vermietern wohnt und diese unkompliziert kontaktieren kann, sollten Probleme auftreten und dennoch seine Privatsph\u00e4re hat. Da ich gemeinsam mit meinem Ehemann nach S\u00fcdafrika gereist bin, war unsere Unterkunft etwas gr\u00f6\u00dfer (mit G\u00e4stezimmer), in einer sehr sicheren Gegend (Durbanville) und entsprechend kostspieliger. Die Miete betrug 750\u20ac inklusive Nebenkosten (Strom, Wasser, WLAN). Es gibt jedoch auch g\u00fcnstigere Apartments. Unser Apartment war vollst\u00e4ndig m\u00f6bliert (inklusive K\u00fcchenutensilien) und wir mussten uns au\u00dfer Bettdecken\/Kissen keine Einrichtungsgegenst\u00e4nde kaufen. Manche Apartments haben keine Waschmaschine, jedoch gibt es \u00fcberall \u201eLaundry Shops\u201c. In diesen gibt man die W\u00e4sche ab und f\u00fcr 5-7\u20ac wird die W\u00e4sche innerhalb eines Tages gewaschen, getrocknet und gefaltet. Insgesamt waren wir mit unserer Wohnung sehr zufrieden, jedoch hatten wir am Ende Probleme unsere Kaution zur\u00fcckzubekommen. Leider keine Seltenheit in S\u00fcdafrika, weshalb es sehr wichtig ist alles in einem Vertrag festzuhalten (auch wenn dies nicht unbedingt eine Garantief\u00fcr die R\u00fcckzahlung ist, aber immerhin ein schriftlicher Beweis) und die Kaution m\u00f6glichst niedrig zu handeln mit dem Bewusstsein, sie m\u00f6glicherweise abschreiben zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Je nach Wohngegend ist ein <strong>Auto<\/strong> in Kapstadt essenziell. Direkt in der Innenstadt Kapstadts gibt es jedoch <strong>\u00f6ffentliche Verkehrsmittel<\/strong> und ein Auto w\u00fcrde nur f\u00fcr Ausfl\u00fcge ben\u00f6tigt (es gibt keine \u00f6ffentlichen Busse zu Ausflugsorten in der Gegend). Wer kein Auto mieten m\u00f6chte, sollte Uber verwenden und nicht die \u00f6ffentlichen Taxis oder Z\u00fcge, da diese nicht sicher sind. Uber funktioniert sehr gut in Kapstadt, jedoch entschieden wir uns aufgrund unseres Wohnortes in den \u201eNorthern Suburbs\u201c f\u00fcr ein Mietauto, da wir anders nicht zur Arbeit gekommen w\u00e4ren. Das Mieten am Flughafen ist deutlich teurer als das Mieten bei Langzeitvermietern in der Innenstadt. Zu Beginn ist das \u201eLinksFahren\u201c etwas ungewohnt, man gew\u00f6hnt sich jedoch schnell an die andere Stra\u00dfenseite und besonders in Kapstadt wird viel R\u00fccksicht genommen.<\/p>\n<p>Zur Zahlung von h\u00f6heren Summen (Mietzahlungen) empfiehlt sich ein Cash-Deposit. Dabei zahlt man kartenlos Bargeld in das Empf\u00e4ngerkonto ein und spart sich damit die Auslands\u00fcberweisungsgeb\u00fchren. F\u00fcr alles andere empfiehlt sich eine <strong>Visa-Karte<\/strong>, mit der fast \u00fcberall (selbst in kleinsten L\u00e4den und auf M\u00e4rkten) gezahlt werden kann. ATMs zur Bargeldabhebung sind \u00fcberall verf\u00fcgbar, jedoch ben\u00f6tigt man nur selten Bargeld und sollte es nur in geringen Mengen bei sich tragen (Diebstahlgefahr).<\/p>\n<p><strong>Sicherheit<\/strong> ist in S\u00fcdafrika generell ein gro\u00dfes Thema und fast alle H\u00e4user sind mit Gitterst\u00e4ben vor den Fenstern und Z\u00e4unen\/Mauern ausgestattet. In vielen Gegenden wird empfohlen m\u00f6glichst wenig Wertsachen dabei zu haben und z.B. kein Handy offen zu tragen. In unserer Gegend war dies jedoch kein Problem, und ich f\u00fchlte mich sehr sicher. Am besten ist es jedoch \u201eLocals\u201c zu befragen, wie strikt Sicherheitsvorkehrungen im jeweiligen Wohnviertel eingehalten werden sollten. In der Innenstadt Kapstadts sollte man grunds\u00e4tzlich Taschendiebst\u00e4hle f\u00fcr m\u00f6glich erachten und keine Wertsachen im Auto zur\u00fccklassen. Nachts ist in ganz Kapstadt besondere Vorsicht geboten. Man sollte niemals allein im Dunkeln zu Fu\u00df unterwegs sein und auf Autobahnen\/Stra\u00dfen nicht anhalten. Eine h\u00e4ufige Masche ist, dass Unf\u00e4lle am Fahrbahnrand vorgespielt werden, um anhaltende Autofahrer auszurauben. An Unfallorten sollte man auch tags\u00fcber nicht anhalten. Es wird geraten weiterzufahren und einen Krankenwagen oder die Polizei zu rufen. Im Auto ist auch darauf zu achten, alle T\u00fcren w\u00e4hrend der Fahrt zu verschlie\u00dfen und keine Wertsachen auf dem Beifahrersitz bei offenem Fenster liegen zu haben (hohe Diebstahlgefahr an Ampeln). Man gew\u00f6hnt sich jedoch schnell an die h\u00f6heren Sicherheitsvorkehrungen und kriegt ein Gef\u00fchl f\u00fcr \u201ewas ist sicher\u201c und \u201ewas ist nicht sicher\u201c. Viele Veranstaltungen finden tags\u00fcber statt oder am fr\u00fchen Abend, um eine h\u00f6here Sicherheit zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Ebenso sind die meisten Einkaufsl\u00e4den nur bis 19-20Uhr ge\u00f6ffnet. Fast Food L\u00e4den haben meist jedoch 24\/7 ge\u00f6ffnet. <strong>Lebensmittelkosten<\/strong> (besonders Obst und Gem\u00fcse) sind in S\u00fcdafrika niedriger als in Deutschland. Die s\u00fcdafrikanische K\u00fcche ist von sehr vielen Kulturen beeinflusst und dementsprechend abwechslungsreich. Die meisten Nationalgerichte enthalten Fleisch, aber es ist kein Problem vegetarische Gerichte in Restaurants zu finden. Nur bei Treffen mit s\u00fcdafrikanischen Freunden, sollte man am besten selbst eine vegetarische Speise mitbringen, da man nicht davon ausgehen sollte, dass es etwas Vegetarisches gibt.<\/p>\n<p>Zeit wird in S\u00fcdafrika anders definiert als in Deutschland. Generell ist man etwas entspannter und 5-30min zu sp\u00e4t kommen ist bei privaten Veranstaltungen meist kein Problem. Eine kurze Whatsapp-Nachricht mit der Information, dass man zu sp\u00e4t kommt, gen\u00fcgt, ist jedoch meist gar nicht erwartet. \u00d6ffentliche Veranstaltungen oder Termine sollten jedoch p\u00fcnktlich erreicht werden. Dabei ist zu beachten, dass Fahrtwege oder Besorgungen auf dem Weg meist zeitintensiver sind als in Deutschland. H\u00e4ufig steckt man in gesperrten Stra\u00dfen fest, Unf\u00e4llen oder wartet sehr lange um \u201ekurz\u201c etwas in einem Laden abzuholen. Die Uhren ticken einfach etwas langsamer. Es gibt drei verschiedene Verwendungen vom Wort \u201eJetzt\u201c. Die Formulierung \u201eNow Now\u201c meint nicht, \u201ejetzt sofort\u201c, sondern wird verwendet, wenn man sich in ein paar Stunden oder am n\u00e4chsten Tag trifft. \u201eJust now\u201c bedeutet die Person ist auf dem Weg und in ca. 5-30min (je nach Fahrtl\u00e4nge) da. \u201eRight now\u201c bedeutet, sofort\/jeden Moment.<\/p>\n<p><strong>Kommunikation<\/strong> findet meist via Whatsapp statt, egal ob Arbeitskollege, Freund, Vermieter oder Friseur. Somit empfiehlt es sich eine s\u00fcdafrikanische SIM-Karte zu kaufen mit mobilen Daten und Airtime (zum Telefonieren). F\u00fcr den Kauf und die Aktivierung einer SIM-Karte wird nur der Reisepass ben\u00f6tigt. Mobile Daten sind relativ teuer in S\u00fcdafrika, allerdings gibt es in fast allen Malls und Caf\u00e9s WLAN-Hotspots, wodurch keine gro\u00dfen Mengen an mobilen Daten ben\u00f6tigt werden. Sollte kein <strong>WLAN<\/strong> in der Unterkunft vorhanden sein, lohnt es sich bei z.B. <a href=\"https:\/\/www.rain.co.za\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.rain.co.za\/<\/a> eine SIM-Karte zu kaufen anstatt einen WLAN-Router (es gibt meist nur Jahresvertr\u00e4ge und die Installation dauert h\u00e4ufig mehrere Wochen). Jedoch wird f\u00fcr das Kaufen der SIM-Karte eine s\u00fcdafrikanische ID ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Das Mobilfunknetz ist relativ gut und nur selten gest\u00f6rt. St\u00f6rungen sind meist ausgel\u00f6st von Loadshedding (geplante <strong>Stromausf\u00e4lle<\/strong>). Mit regelm\u00e4\u00dfigen Stromausf\u00e4llen (meist kein Strom f\u00fcr mindestens zweieinhalb Stunden pro Tag) sollte man rechnen. In manchen Wochen fiel der Strom dreimal t\u00e4glich f\u00fcr zweieinhalb Stunden aus. Um sich auf die Stromausf\u00e4lle vorzubereiten (vorzukochen) lohnt es sich die \u201eEskom App\u201c runterzuladen. Die App zeigt einem an, wann und wie lange man Stromausf\u00e4lle in seiner Wohngegend zu erwarten hat.<\/p>\n<p>All die beschriebenen Hinweise und Erfahrungen sollten jedoch keine Angst oder Sorge ausl\u00f6sen, denn an das meiste gew\u00f6hnt man sich schnell und man erh\u00e4lt von allen Seiten viel Unterst\u00fctzung. S\u00fcdafrika und besonders Kapstadt ist wundersch\u00f6n und die Menschen sind sehr offen und freundlich. Man lernt schnell Leute kennen und f\u00fchlt sich heimisch trotz der kulturellen Unterschiede. S\u00fcdafrika ist auch politisch und historisch ein sehr spannendes und zum Teil herausforderndes Land.<\/p>\n<p>Die Apartheid-Vergangenheit spielt bis heute eine gro\u00dfe und pr\u00e4sente Rolle in der Politik und es gibt viele Konflikte zwischen den verschiedenen Ethnien in S\u00fcdafrika. Rassismus ist omnipr\u00e4sent und das Thema \u201eHautfarbe\u201c ein sehr sensibles Thema. F\u00fcr mich war es eine sehr spannende und pr\u00e4gende Zeit, in der ich lernen durfte, mich mit vielen Themen und Auffassungen auseinanderzusetzen, die mir zuvor noch nicht begegnet waren. Zum besseren Verst\u00e4ndnis der historischen Vergangenheit hatte ich zuvor Mandelas Autobiographie \u201eLong Walk to Freedom\u201c und das Buch \u201eKleine Geschichte S\u00fcdafrikas\u201c von Albrecht Hagemann gelesen. Beide B\u00fccher sind meines Erachtens hilfreich, um die aktuellen politischen Debatten und die Stimmung im Land besser zu verstehen. Durch mein Praktikum habe ich einen guten Einblick in das Arbeiten in einer NGO erhalten, was f\u00fcr mich sehr hilfreich war f\u00fcr meinen weiteren Berufsweg und ich konnte Studieninhalte praktisch umsetzen und ausprobieren wie z.B. in der Entwicklung eines HIV\/AIDS Awareness Guides f\u00fcr Mitarbeiter der NGO. In meinem Praktikum bestanden insgesamt 2\/3 meiner Aufgaben in der Projektleitung des iGugu Projekts zur Reintegration von ehemaligen Prostituierten, sowie in administrativen T\u00e4tigkeiten (Entwicklung von Richtlinien, Organisation der Jahreskonferenz und Aufsetzen von Vertr\u00e4gen). 1\/3 meiner T\u00e4tigkeiten hatten einen konkreten Bezug zu meinem Studium der Pflegewissenschaft (beispielsweise eine HIV Policy entwickeln, Gespr\u00e4che mit Projektteilnehmer zum Thema HIV, AIDS und allgemeine Gesundheit). Wer sich f\u00fcr eine entsprechende Praktikumsstelle interessiert, sollte mit einer vergleichbaren Aufgabenverteilung\/Fachbezug rechnen.<\/p>\n<p>Durch die vielf\u00e4ltigen Aufgaben konnte ich auf fachlicher, aber auch methodischer Ebene, besonders durch das Mitaufbauen des Reintegrationsprojekts, viel lernen. Zugleich durfte ich aber auch auf sozialer Ebene durch die Mitarbeit in einem internationalen Team und auf pers\u00f6nlicher Ebene, durch das enge Begleiten und Unterst\u00fctzen der Aussteiger\/innen wachsen. Dies war nicht immer leicht, da alle Aussteiger\/innen aus \u00e4u\u00dferst prek\u00e4ren Verh\u00e4ltnissen kamen und viel Gewalt und Missbrauch erlebt hatten. Meine Vorerfahrung im Umgang mit schweren Schicksalen durch meine dreij\u00e4hrige Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin parallel zum Studium erwies sich dabei, als \u00e4u\u00dferst hilfreich. Dadurch war es mir m\u00f6glich eine gute Balance zwischen meinem Praktikum und Privatleben zu finden.<\/p>\n<p>Meinen Englisch-Wortschatz, besonders mein formales Englisch-Vokabular, konnte ich in meiner Zeit in S\u00fcdafrika ebenfalls erweitern, besonders durch die Erarbeitung von Leitf\u00e4den und Richtlinien. Da in unserer Wohngegend gr\u00f6\u00dftenteils Afrikaans gesprochen wurde, hatte ich zus\u00e4tzlich Gelegenheit einen kleinen Afrikaans Wortschatz aufzubauen. Generell kann ich es sehr empfehlen einige S\u00e4tze\/Worte in einer der elf Landessprachen zu lernen.<\/p>\n<p>Insgesamt erlebte ich meine Zeit in S\u00fcdafrika als sehr weiterbringend. Durch mein Praktikum erhielt ich ein Bild von der beruflichen T\u00e4tigkeit im NGO-Sektor und den damit einhergehenden Herausforderungen. Zudem war es mir durch den T\u00e4tigkeitsbereich m\u00f6glich, hinter die \u201etouristische\u201c Fassade des Landes zu blicken und Einblick in die vielen Probleme und die damit verbundenen Bew\u00e4ltigungsstrategien\/ Unterst\u00fctzungsans\u00e4tze zu bekommen.<\/p>\n<p>Ich bin sehr dankbar f\u00fcr die vielen neuen kulturellen Erfahrungen und f\u00fcr eine weitere Auslandserfahrung, durch die ich erneut erfahren durfte wie sehr es sich lohnt seine \u201eComfortzone\u201c zu verlassen und seinen pers\u00f6nlichen Horizont zu erweitern.<\/p>\n<p>\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 50%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-0 gallery-columns-2 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2020\/01\/sued.jpg' title=\"\" data-rl_title=\"\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"420\" height=\"315\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2020\/01\/sued-420x315.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2020\/01\/sued2.jpg' title=\"\" data-rl_title=\"\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"420\" height=\"315\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2020\/01\/sued2-420x315.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\n        <div id=\"map_ol3js_1\"\n       class=\"osm-map-container undefined\"\n             data-map_name=\"undefined\"\n             data-map=\"map_ol3js_1\"\n             style=\"width:95%;\n                    max-width:100%;\n                    height:450px;\n                    display:block;\n                    overflow:hidden;\n                    border:thin solid;\">\n          <div id=\"map_ol3js_1_popup\" class=\"ol-popup\">\n            <a href=\"#\" id=\"map_ol3js_1_popup-closer\" class=\"ol-popup-closer\"><\/a>\n            <div id=\"map_ol3js_1_popup-content\"><\/div>\n          <\/div>\n        <\/div>\n    \n\n\t\t\t\t<script type=\"text\/javascript\">\n\t\t\t\t\ttranslations['openlayer'] = \"open layer\";\n\t\t\t\t\ttranslations['openlayerAtStartup'] = \"open layer at startup\";\n\t\t\t\t\ttranslations['generateLink'] = \"Der Link zur Karte mit ausgew\u00e4hlten Overlays und angezeigtem Ausschnitt\";\n\t\t\t\t\ttranslations['shortDescription'] = \"Kurzbeschreibung\";\n\t\t\t\t\ttranslations['generatedShortCode'] = \"to get a text control link paste this code in your wordpress editor\";\n\t\t\t\t\ttranslations['closeLayer'] = \"close layer\";\n\t\t\t\t\ttranslations['cantGenerateLink'] = \"put this string in the existing map short code to control this map\";\n\t\t\t  <\/script>\n\n\n\t\t\t  <script type=\"text\/javascript\">\n\t\t\t  vectorM['map_ol3js_1'] = [];\n\t        \n        var raster = getTileLayer(\"\",\"NoKey\");\t\t\t\n\n\t\t\t  var map_ol3js_1 = new ol.Map({\n\t\t\t\tinteractions: ol.interaction.defaults.defaults({mouseWheelZoom:false}),\n\t\t\t\tlayers: [raster],\n\t\t\t\ttarget: \"map_ol3js_1\",\n\t\t\t\tview: new ol.View({\n\t\t\t\t  center: ol.proj.transform([18.3569,-33.8944], \"EPSG:4326\", \"EPSG:3857\"),\n\t\t\t\t  zoom: 5.084738918531837\n\t\t\t\t})\n\t\t\t  });\n\t\t\t  addControls2Map(map_ol3js_1,0,0,3,0,5,6,7,1,1);\nosm_addPopupClickhandler(map_ol3js_1,  \"map_ol3js_1\"); 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Ich selbst studiere Pflegewissenschaften und absolvierte mein Praktikum im 6. und 7. Fachsemester.<\/p><p>Meine <strong>Vorbereitungen<\/strong> f\u00fcr mein halbj\u00e4hriges Auslandspraktika in S\u00fcdafrika habe ich 11 Monate vor Abreise begonnen. Durch den pers\u00f6nlichen Kontakt zu einer Mitarbeiterin in der von mir ausgew\u00e4hlten NGO, hatte ich keine Schwierigkeiten Informationen zu erhalten. Auf meine Bewerbung erhielt ich bereits nach zwei Wochen positive R\u00fcckmeldung. Dementsprechend hatte ich meine Zusage bereits zehn Monate vor Abreise, was die weiteren Schritte sehr erleichterte. Vier Monate vor Abreise kontaktierte ich meine Studiengangsleitung um die Anerkennung meines Auslandspraktikums als Pflichtpraktikum zu besprechen (die Zusage der grunds\u00e4tzlichen Anerkennung des Praktikums hatte ich bereits vor meiner Bewerbung eingeholt) und beantragte ein Auslandssemester.<\/p><p>Um in S\u00fcdafrika l\u00e4nger als drei Monate zu bleiben, ben\u00f6tigt man ein Volunteer-Visum\/ Research-Visum oder eine Verl\u00e4ngerung des Touristenvisums (Antrag nur im Land m\u00f6glich). Ein alternativer Weg ist, nach Ablauf der drei Monate, das Land zu verlassen, nach Deutschland\/anderes Land (kein Nachbarland S\u00fcdafrikas) zu fliegen und nach ein- oder zwei Wochen wieder zur\u00fcckzukehren, um ein neues Drei-Monats-Touristenvisum zu beantragen.<\/p><p>Da meine Praktikumst\u00e4tigkeit (Arbeit mit ehemaligen Zwangsprostituierten) meines Erachtens unter<br \/>\u201eVolunteer-Work\u201c fiel, entschied ich mich f\u00fcr die Bewerbung um ein Volunteer-Visum. Die Bewerbung kann fr\u00fchstens drei Monate vor Einreise eingereicht werden.<\/p><p>Aktuelle Informationen und Kriterien zur Beantragung unter: <a href=\"https:\/\/www.suedafrika.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.suedafrika.org\/<\/a><\/p><p>Bei der Einreichung meiner Unterlagen im s\u00fcdafrikanischen Konsulat in Berlin (eine postalische Einsendung ist nicht m\u00f6glich) erhielt ich direkt eine Ablehnung. Die Begr\u00fcndung des Mitarbeiters war: \u201eArbeit mit Prostituierten oder Opfern aus dem Menschenhandel ist keine \u201eVolunteer Work\u201c. Diese sehr interessante Auffassung kann ich bis heute nicht nachvollziehen, erfuhr jedoch w\u00e4hrend meiner Zeit in S\u00fcdafrika von zahlreichen Leuten, dass ihre Visumantr\u00e4ge in Berlin ebenfalls abgelehnt wurden. Nach dem gescheiterten Visumantrag entschied ich mich dazu, mit einem Touristenvisum einzureisen nach S\u00fcdafrika. Dieses erh\u00e4lt man kostenfrei bei der Einreise ins Land am Flughafen. Nach drei Monaten habe ich das Land nach Burkina Faso verlassen und bin nach einem Monat wieder nach S\u00fcdafrika eingereist. Anzumerken ist jedoch, dass bei Wiedereinreise m\u00f6glicherweise lediglich ein Transitvisum von 7 Tage ausgestellt wird, wenn man nach Abreise aus S\u00fcdafrika nicht in sein Heimatland, sondern in ein anderes Land fliegt. Dieses Problem hatten wir nicht, sollte jedoch als Risiko im Hinterkopf behalten werden.<\/p><p>Eineinhalb Monat vor Abreise (fr\u00fcher lohnt es sich nicht) begann ich die Suche nach einer <strong>Wohnung<\/strong>. Daf\u00fcr nutze ich das Portal <a href=\"http:\/\/gumtree.co.za\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/gumtree.co.za\/<\/a>. Dort suchte ich nach m\u00f6blierten Wohnungen in Stadtteilen, die mir von meiner Organisation empfohlen wurden. Diese Empfehlungen sollten vorher dringend eingeholt werden, da viele Stadtteile nicht sicher sind und besonders als Ausl\u00e4nder gef\u00e4hrlich sein k\u00f6nnen. Vollst\u00e4ndig m\u00f6blierte Wohnungen sind in Kapstadt gut zu finden. Es sollte auf die Entfernung zum Arbeitsplatz geachtet werden, da zu Rushhour Zeiten die Anfahrt sonst sehr lang werden kann.<\/p><p>Ein sehr typisches Format sind so genannte \u201eGranny Flats\u201c (kleine angebaute Apartments an das eigentliche Haus). Diese bieten den Vorteil, dass man direkt neben seinen Vermietern wohnt und diese unkompliziert kontaktieren kann, sollten Probleme auftreten und dennoch seine Privatsph\u00e4re hat. Da ich gemeinsam mit meinem Ehemann nach S\u00fcdafrika gereist bin, war unsere Unterkunft etwas gr\u00f6\u00dfer (mit G\u00e4stezimmer), in einer sehr sicheren Gegend (Durbanville) und entsprechend kostspieliger. Die Miete betrug 750\u20ac inklusive Nebenkosten (Strom, Wasser, WLAN). Es gibt jedoch auch g\u00fcnstigere Apartments. Unser Apartment war vollst\u00e4ndig m\u00f6bliert (inklusive K\u00fcchenutensilien) und wir mussten uns au\u00dfer Bettdecken\/Kissen keine Einrichtungsgegenst\u00e4nde kaufen. Manche Apartments haben keine Waschmaschine, jedoch gibt es \u00fcberall \u201eLaundry Shops\u201c. In diesen gibt man die W\u00e4sche ab und f\u00fcr 5-7\u20ac wird die W\u00e4sche innerhalb eines Tages gewaschen, getrocknet und gefaltet. Insgesamt waren wir mit unserer Wohnung sehr zufrieden, jedoch hatten wir am Ende Probleme unsere Kaution zur\u00fcckzubekommen. Leider keine Seltenheit in S\u00fcdafrika, weshalb es sehr wichtig ist alles in einem Vertrag festzuhalten (auch wenn dies nicht unbedingt eine Garantief\u00fcr die R\u00fcckzahlung ist, aber immerhin ein schriftlicher Beweis) und die Kaution m\u00f6glichst niedrig zu handeln mit dem Bewusstsein, sie m\u00f6glicherweise abschreiben zu m\u00fcssen.<\/p><p>Je nach Wohngegend ist ein <strong>Auto<\/strong> in Kapstadt essenziell. Direkt in der Innenstadt Kapstadts gibt es jedoch <strong>\u00f6ffentliche Verkehrsmittel<\/strong> und ein Auto w\u00fcrde nur f\u00fcr Ausfl\u00fcge ben\u00f6tigt (es gibt keine \u00f6ffentlichen Busse zu Ausflugsorten in der Gegend). Wer kein Auto mieten m\u00f6chte, sollte Uber verwenden und nicht die \u00f6ffentlichen Taxis oder Z\u00fcge, da diese nicht sicher sind. Uber funktioniert sehr gut in Kapstadt, jedoch entschieden wir uns aufgrund unseres Wohnortes in den \u201eNorthern Suburbs\u201c f\u00fcr ein Mietauto, da wir anders nicht zur Arbeit gekommen w\u00e4ren. Das Mieten am Flughafen ist deutlich teurer als das Mieten bei Langzeitvermietern in der Innenstadt. Zu Beginn ist das \u201eLinksFahren\u201c etwas ungewohnt, man gew\u00f6hnt sich jedoch schnell an die andere Stra\u00dfenseite und besonders in Kapstadt wird viel R\u00fccksicht genommen.<\/p><p>Zur Zahlung von h\u00f6heren Summen (Mietzahlungen) empfiehlt sich ein Cash-Deposit. Dabei zahlt man kartenlos Bargeld in das Empf\u00e4ngerkonto ein und spart sich damit die Auslands\u00fcberweisungsgeb\u00fchren. F\u00fcr alles andere empfiehlt sich eine <strong>Visa-Karte<\/strong>, mit der fast \u00fcberall (selbst in kleinsten L\u00e4den und auf M\u00e4rkten) gezahlt werden kann. ATMs zur Bargeldabhebung sind \u00fcberall verf\u00fcgbar, jedoch ben\u00f6tigt man nur selten Bargeld und sollte es nur in geringen Mengen bei sich tragen (Diebstahlgefahr).<\/p><p><strong>Sicherheit<\/strong> ist in S\u00fcdafrika generell ein gro\u00dfes Thema und fast alle H\u00e4user sind mit Gitterst\u00e4ben vor den Fenstern und Z\u00e4unen\/Mauern ausgestattet. In vielen Gegenden wird empfohlen m\u00f6glichst wenig Wertsachen dabei zu haben und z.B. kein Handy offen zu tragen. In unserer Gegend war dies jedoch kein Problem, und ich f\u00fchlte mich sehr sicher. Am besten ist es jedoch \u201eLocals\u201c zu befragen, wie strikt Sicherheitsvorkehrungen im jeweiligen Wohnviertel eingehalten werden sollten. In der Innenstadt Kapstadts sollte man grunds\u00e4tzlich Taschendiebst\u00e4hle f\u00fcr m\u00f6glich erachten und keine Wertsachen im Auto zur\u00fccklassen. Nachts ist in ganz Kapstadt besondere Vorsicht geboten. Man sollte niemals allein im Dunkeln zu Fu\u00df unterwegs sein und auf Autobahnen\/Stra\u00dfen nicht anhalten. Eine h\u00e4ufige Masche ist, dass Unf\u00e4lle am Fahrbahnrand vorgespielt werden, um anhaltende Autofahrer auszurauben. An Unfallorten sollte man auch tags\u00fcber nicht anhalten. Es wird geraten weiterzufahren und einen Krankenwagen oder die Polizei zu rufen. Im Auto ist auch darauf zu achten, alle T\u00fcren w\u00e4hrend der Fahrt zu verschlie\u00dfen und keine Wertsachen auf dem Beifahrersitz bei offenem Fenster liegen zu haben (hohe Diebstahlgefahr an Ampeln). Man gew\u00f6hnt sich jedoch schnell an die h\u00f6heren Sicherheitsvorkehrungen und kriegt ein Gef\u00fchl f\u00fcr \u201ewas ist sicher\u201c und \u201ewas ist nicht sicher\u201c. Viele Veranstaltungen finden tags\u00fcber statt oder am fr\u00fchen Abend, um eine h\u00f6here Sicherheit zu gew\u00e4hrleisten.<\/p><p>Ebenso sind die meisten Einkaufsl\u00e4den nur bis 19-20Uhr ge\u00f6ffnet. Fast Food L\u00e4den haben meist jedoch 24\/7 ge\u00f6ffnet. <strong>Lebensmittelkosten<\/strong> (besonders Obst und Gem\u00fcse) sind in S\u00fcdafrika niedriger als in Deutschland. Die s\u00fcdafrikanische K\u00fcche ist von sehr vielen Kulturen beeinflusst und dementsprechend abwechslungsreich. Die meisten Nationalgerichte enthalten Fleisch, aber es ist kein Problem vegetarische Gerichte in Restaurants zu finden. Nur bei Treffen mit s\u00fcdafrikanischen Freunden, sollte man am besten selbst eine vegetarische Speise mitbringen, da man nicht davon ausgehen sollte, dass es etwas Vegetarisches gibt.<\/p><p>Zeit wird in S\u00fcdafrika anders definiert als in Deutschland. Generell ist man etwas entspannter und 5-30min zu sp\u00e4t kommen ist bei privaten Veranstaltungen meist kein Problem. Eine kurze Whatsapp-Nachricht mit der Information, dass man zu sp\u00e4t kommt, gen\u00fcgt, ist jedoch meist gar nicht erwartet. \u00d6ffentliche Veranstaltungen oder Termine sollten jedoch p\u00fcnktlich erreicht werden. Dabei ist zu beachten, dass Fahrtwege oder Besorgungen auf dem Weg meist zeitintensiver sind als in Deutschland. H\u00e4ufig steckt man in gesperrten Stra\u00dfen fest, Unf\u00e4llen oder wartet sehr lange um \u201ekurz\u201c etwas in einem Laden abzuholen. Die Uhren ticken einfach etwas langsamer. Es gibt drei verschiedene Verwendungen vom Wort \u201eJetzt\u201c. Die Formulierung \u201eNow Now\u201c meint nicht, \u201ejetzt sofort\u201c, sondern wird verwendet, wenn man sich in ein paar Stunden oder am n\u00e4chsten Tag trifft. \u201eJust now\u201c bedeutet die Person ist auf dem Weg und in ca. 5-30min (je nach Fahrtl\u00e4nge) da. \u201eRight now\u201c bedeutet, sofort\/jeden Moment.<\/p><p><strong>Kommunikation<\/strong> findet meist via Whatsapp statt, egal ob Arbeitskollege, Freund, Vermieter oder Friseur. Somit empfiehlt es sich eine s\u00fcdafrikanische SIM-Karte zu kaufen mit mobilen Daten und Airtime (zum Telefonieren). F\u00fcr den Kauf und die Aktivierung einer SIM-Karte wird nur der Reisepass ben\u00f6tigt. Mobile Daten sind relativ teuer in S\u00fcdafrika, allerdings gibt es in fast allen Malls und Caf\u00e9s WLAN-Hotspots, wodurch keine gro\u00dfen Mengen an mobilen Daten ben\u00f6tigt werden. Sollte kein <strong>WLAN<\/strong> in der Unterkunft vorhanden sein, lohnt es sich bei z.B. <a href=\"https:\/\/www.rain.co.za\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.rain.co.za\/<\/a> eine SIM-Karte zu kaufen anstatt einen WLAN-Router (es gibt meist nur Jahresvertr\u00e4ge und die Installation dauert h\u00e4ufig mehrere Wochen). Jedoch wird f\u00fcr das Kaufen der SIM-Karte eine s\u00fcdafrikanische ID ben\u00f6tigt.<\/p><p>Das Mobilfunknetz ist relativ gut und nur selten gest\u00f6rt. St\u00f6rungen sind meist ausgel\u00f6st von Loadshedding (geplante <strong>Stromausf\u00e4lle<\/strong>). Mit regelm\u00e4\u00dfigen Stromausf\u00e4llen (meist kein Strom f\u00fcr mindestens zweieinhalb Stunden pro Tag) sollte man rechnen. In manchen Wochen fiel der Strom dreimal t\u00e4glich f\u00fcr zweieinhalb Stunden aus. Um sich auf die Stromausf\u00e4lle vorzubereiten (vorzukochen) lohnt es sich die \u201eEskom App\u201c runterzuladen. Die App zeigt einem an, wann und wie lange man Stromausf\u00e4lle in seiner Wohngegend zu erwarten hat.<\/p><p>All die beschriebenen Hinweise und Erfahrungen sollten jedoch keine Angst oder Sorge ausl\u00f6sen, denn an das meiste gew\u00f6hnt man sich schnell und man erh\u00e4lt von allen Seiten viel Unterst\u00fctzung. S\u00fcdafrika und besonders Kapstadt ist wundersch\u00f6n und die Menschen sind sehr offen und freundlich. Man lernt schnell Leute kennen und f\u00fchlt sich heimisch trotz der kulturellen Unterschiede. S\u00fcdafrika ist auch politisch und historisch ein sehr spannendes und zum Teil herausforderndes Land.<\/p><p>Die Apartheid-Vergangenheit spielt bis heute eine gro\u00dfe und pr\u00e4sente Rolle in der Politik und es gibt viele Konflikte zwischen den verschiedenen Ethnien in S\u00fcdafrika. Rassismus ist omnipr\u00e4sent und das Thema \u201eHautfarbe\u201c ein sehr sensibles Thema. F\u00fcr mich war es eine sehr spannende und pr\u00e4gende Zeit, in der ich lernen durfte, mich mit vielen Themen und Auffassungen auseinanderzusetzen, die mir zuvor noch nicht begegnet waren. Zum besseren Verst\u00e4ndnis der historischen Vergangenheit hatte ich zuvor Mandelas Autobiographie \u201eLong Walk to Freedom\u201c und das Buch \u201eKleine Geschichte S\u00fcdafrikas\u201c von Albrecht Hagemann gelesen. Beide B\u00fccher sind meines Erachtens hilfreich, um die aktuellen politischen Debatten und die Stimmung im Land besser zu verstehen. Durch mein Praktikum habe ich einen guten Einblick in das Arbeiten in einer NGO erhalten, was f\u00fcr mich sehr hilfreich war f\u00fcr meinen weiteren Berufsweg und ich konnte Studieninhalte praktisch umsetzen und ausprobieren wie z.B. in der Entwicklung eines HIV\/AIDS Awareness Guides f\u00fcr Mitarbeiter der NGO. In meinem Praktikum bestanden insgesamt 2\/3 meiner Aufgaben in der Projektleitung des iGugu Projekts zur Reintegration von ehemaligen Prostituierten, sowie in administrativen T\u00e4tigkeiten (Entwicklung von Richtlinien, Organisation der Jahreskonferenz und Aufsetzen von Vertr\u00e4gen). 1\/3 meiner T\u00e4tigkeiten hatten einen konkreten Bezug zu meinem Studium der Pflegewissenschaft (beispielsweise eine HIV Policy entwickeln, Gespr\u00e4che mit Projektteilnehmer zum Thema HIV, AIDS und allgemeine Gesundheit). Wer sich f\u00fcr eine entsprechende Praktikumsstelle interessiert, sollte mit einer vergleichbaren Aufgabenverteilung\/Fachbezug rechnen.<\/p><p>Durch die vielf\u00e4ltigen Aufgaben konnte ich auf fachlicher, aber auch methodischer Ebene, besonders durch das Mitaufbauen des Reintegrationsprojekts, viel lernen. Zugleich durfte ich aber auch auf sozialer Ebene durch die Mitarbeit in einem internationalen Team und auf pers\u00f6nlicher Ebene, durch das enge Begleiten und Unterst\u00fctzen der Aussteiger\/innen wachsen. Dies war nicht immer leicht, da alle Aussteiger\/innen aus \u00e4u\u00dferst prek\u00e4ren Verh\u00e4ltnissen kamen und viel Gewalt und Missbrauch erlebt hatten. Meine Vorerfahrung im Umgang mit schweren Schicksalen durch meine dreij\u00e4hrige Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin parallel zum Studium erwies sich dabei, als \u00e4u\u00dferst hilfreich. Dadurch war es mir m\u00f6glich eine gute Balance zwischen meinem Praktikum und Privatleben zu finden.<\/p><p>Meinen Englisch-Wortschatz, besonders mein formales Englisch-Vokabular, konnte ich in meiner Zeit in S\u00fcdafrika ebenfalls erweitern, besonders durch die Erarbeitung von Leitf\u00e4den und Richtlinien. Da in unserer Wohngegend gr\u00f6\u00dftenteils Afrikaans gesprochen wurde, hatte ich zus\u00e4tzlich Gelegenheit einen kleinen Afrikaans Wortschatz aufzubauen. Generell kann ich es sehr empfehlen einige S\u00e4tze\/Worte in einer der elf Landessprachen zu lernen.<\/p><p>Insgesamt erlebte ich meine Zeit in S\u00fcdafrika als sehr weiterbringend. Durch mein Praktikum erhielt ich ein Bild von der beruflichen T\u00e4tigkeit im NGO-Sektor und den damit einhergehenden Herausforderungen. Zudem war es mir durch den T\u00e4tigkeitsbereich m\u00f6glich, hinter die \u201etouristische\u201c Fassade des Landes zu blicken und Einblick in die vielen Probleme und die damit verbundenen Bew\u00e4ltigungsstrategien\/ Unterst\u00fctzungsans\u00e4tze zu bekommen.<\/p><p>Ich bin sehr dankbar f\u00fcr die vielen neuen kulturellen Erfahrungen und f\u00fcr eine weitere Auslandserfahrung, durch die ich erneut erfahren durfte wie sehr es sich lohnt seine \u201eComfortzone\u201c zu verlassen und seinen pers\u00f6nlichen Horizont zu erweitern.<\/p><p>[gallery columns=\"2\" ids=\"6589,6591\"]<\/p><p>\u00a0<\/p><p>[osm_map_v3 map_center= \"-33.8944,18.3569\" zoom=\"5.084738918531837\" width=\"95%\" height=\"450\" map_border=\"thin solid \" post_markers=\"1\" type=\"\" control=\"fullscreen\" ]<\/p>","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,342721,356669,368865,653,525354],"tags":[125659,525315,18499,572121,368791,368747,525354,17819],"class_list":["post-6585","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-berichte","category-laender","category-outgoing","category-praktikum","category-suedafrika","tag-erfahrungsbericht","tag-interkulturelle-erfahrungen","tag-organisatorisches","tag-pflegewissenschaften","tag-praktikumssuche","tag-promos","tag-suedafrika","tag-visum"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6585","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9117"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6585"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6585\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6601,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6585\/revisions\/6601"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6587"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6585"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6585"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6585"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}