

{"id":6479,"date":"2020-04-11T18:58:15","date_gmt":"2020-04-11T16:58:15","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/?p=6479"},"modified":"2022-06-13T23:44:13","modified_gmt":"2022-06-13T21:44:13","slug":"politikwissenschaften-praktikum-bei-der-vertretung-der-freien-hansestadt-bremen-bei-der-eu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/2020\/04\/11\/politikwissenschaften-praktikum-bei-der-vertretung-der-freien-hansestadt-bremen-bei-der-eu\/","title":{"rendered":"Politikwissenschaften-Praktikum bei der Vertretung der Freien Hansestadt Bremen bei der EU"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><strong>1. Einleitung<\/strong><br \/>Die Auswahl eines geeigneten Praktikumsplatzes war f\u00fcr mich kein einfaches Unterfangen, da das Auswahlspektrum f\u00fcr Studierende der Politikwissenschaft au\u00dferordentlich gro\u00df ist. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn man sich noch nicht sicher ist, in welche berufliche Richtung man sich bewegen will. Um die Suche etwas einzugrenzen, \u00fcberlegte ich mir, welche Bereiche f\u00fcr mich in Frage k\u00e4men und welche weiteren Kriterien f\u00fcr mich wichtig sein w\u00fcrden. Nach einigem \u00fcberlegen kam ich zu dem Schluss, dass folgende Kriterien f\u00fcr mich relevant sind, in absteigender Reihenfolge:<\/p>\n<p>(1) Der Praktikumsbereich ist f\u00fcr mich in beruflicher Hinsicht interessant<br \/>(2) Mir werden interessante Aufgaben gegeben, an denen ich vorhandenes Wissen anwenden oder etwas Neues lernen kann<br \/>(3) Das Praktikum ist bezahlt<br \/>(4) Die Praktikumsinstitution befindet sich in einer f\u00fcr mich interessanten Stadt.<\/p>\n<p>Um nun einen Praktikumsplatz zu finden, der zumindest einigen meiner Kriterien entspricht, suchte ich danach zun\u00e4chst einmal im Internet. Schnell wurde mir jedoch klar, dass ich mit allgemeinen Suchanfragen nicht besonders weit kommen w\u00fcrde, weshalb ich meine Vorgehensweise \u00e4nderte. Jetzt suchte ich explizit nach Institutionen, Verb\u00e4nden, Unternehmen und Instituten, welche ich in beruflicher Hinsicht interessant fand, da dieses Kriterium f\u00fcr mich die h\u00f6chste Priorit\u00e4t hatte.<\/p>\n<p>Es erforderte einige Zeit eine ausf\u00fchrliche Liste anzufertigen, da ich nicht nur nach Praktikumsausschreibungen Ausschau hielt, sondern alle Organisationen, die mein Interesse weckten, auf die Liste setzte. Neben meiner Internetrecherche suchte ich vor allem das pers\u00f6nliche Gespr\u00e4ch mit anderen Studierenden, Freunden und Familienmitgliedern und fragte sie nach ihren Erfahrungen bez\u00fcglich einer Praktikumssuche. Dabei erhielt ich viele Hinweise und Empfehlungen f\u00fcr meine Suche sowie Informationen aus erster Hand \u00fcber die Praktika selbst. Zu guter Letzt besuchte ich eine Veranstaltung der Universit\u00e4t Bremen, im Zuge derer Absolvent*innen des Politikwissenschaftsstudiums \u00fcber ihre Praktika oder ihren Berufseinstieg berichteten.<\/p>\n<p>Letztendlich waren es die pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4che, die mir den entscheidenden Hinweis gaben. Eine Kommilitonin berichtete mir von ihrem Praktikum bei der Vertretung des Landes Niedersachsen bei der Europ\u00e4ischen Union und den wertvollen Erfahrungen, welche sie im Zuge dieses Praktikums sammeln konnte. Daraufhin informierte ich mich ausgiebig \u00fcber die Internetseite der Bremer Landesvertretung, \u00fcber deren Aufgabenbereiche und etwaige Ausschreibungen f\u00fcr Praktikumspl\u00e4tze. Dort fand ich zun\u00e4chst nur eine allgemeine Information, welche dar\u00fcber informierte, dass ein unbezahltes Pflichtpraktikum im Rahmen des Studiums grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich w\u00e4re und an wen ein Bewerbungsschreiben zu richten sei. Daraufhin schickte ich ein vollst\u00e4ndiges Bewerbungsschreiben, inklusive Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse und weitere Leistungsnachweise, an die angegebene E-Mail-Adresse.<\/p>\n<p>Innerhalb der n\u00e4chsten zwei Wochen erhielt ich eine Einladung zu einem Bewerbungsgespr\u00e4ch wobei mir zu Gute kam, dass ich zu diesem Zeitpunkt mein Auslandssemester in Br\u00fcssel verbrachte und so zu dem Gespr\u00e4ch pers\u00f6nlich erscheinen konnte. In dem Gespr\u00e4ch kristallisierte sich dann ein gewisses Anforderungsprofil an mich heraus. Neben der Tatsache, dass es sich bei mir um ein Pflichtpraktikum im Rahmen meines Studiums handeln und das Grundstudium bereits abgeschlossen sein musste, war das wichtigste Kriterium ein ausgepr\u00e4gtes Interesse an europapolitischen Themen. Es wurden jedoch auch gute Englischkenntnisse (mindestens B2) und ein sicherer Umgang mit den g\u00e4ngigen Office-Anwendungen vorausgesetzt. Zus\u00e4tzlich wurde ich explizit nach meinen bevorzugten Politikfeldern gefragt, um mich so sp\u00e4ter einem\/einer passenden Betreuer*in zuteilen zu k\u00f6nnen. Insgesamt verlief das Gespr\u00e4ch erfolgreich und so wurde mir wenige Tage sp\u00e4ter schriftlich ein Praktikumsplatz angeboten.<\/p>\n<p>Die Tatsache, dass es sich um ein unbezahltes Pflichtpraktikum handelte schreckte mich nicht davon ab, das Angebot umgehend anzunehmen. Dies hatte zwei Gr\u00fcnde. Zum einen war die Bezahlung f\u00fcr mich nicht das wichtigste Kriterium und der Praktikumsplatz schien mir sehr attraktiv. Zum anderen wusste ich, dass ich h\u00f6chstwahrscheinlich eine Erasmusf\u00f6rderung f\u00fcr mein Auslandspraktikum erhalten w\u00fcrde und diese mir die M\u00f6glichkeit geben w\u00fcrde, meinen Aufenthalt in Br\u00fcssel zumindest teilweise zu finanzieren. Der zweite Aspekt hatte insofern eine besondere Bedeutung, als dass Br\u00fcssel eine Stadt mit hohen Lebenshaltungskosten ist und ein l\u00e4ngerer Aufenthalt ohne finanzielle Unterst\u00fctzung kaum im Bereich des M\u00f6glichen liegt.<\/p>\n<p>Aus Neugierde und um mich auf mein Praktikum angemessen vorzubereiten informierte ich mich ausgiebig bei meiner Kommilitonin, welche mich \u00fcberhaupt erst auf das Praktikum gebracht hatte. Sie vermittelte mir ein sehr umfassendes Bild von ihren Aufgaben und Erfahrungen, welche meine Erwartungen an das Praktikum im Vorfeld pr\u00e4gten. So erhoffte ich mir vor allem, einen weitreichenden Einblick in die Arbeitswelt im Br\u00fcsseler Europaviertel mit der M\u00f6glichkeit an vielen Veranstaltungen teilnehmen zu k\u00f6nnen, Kontakte zu kn\u00fcpfen und mir neue Inhalte zu erschlie\u00dfen. Au\u00dferdem erwartete ich, den Arbeitsalltag und -rhythmus in der \u00f6ffentlichen Verwaltung kennenzulernen, da ich diese als ein potenzielles Berufsfeld ausgemacht hatte und ich dich M\u00f6glichkeit nutzen wollte, um zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob eine solche Arbeit zu mir passt.<\/p>\n<p><strong>2. Beschreibung der Praktikumsinstitution<\/strong><br \/>Die Vertretung der Freien Hansestadt Bremen in Br\u00fcssel existiert seit 1987 und repr\u00e4sentiert das Land Bremen prim\u00e4r bei der EU aber auch anderen internationalen Organisationen in Br\u00fcssel, Stra\u00dfburg und Luxemburg. Ihre Funktion ist es sowohl das Land Bremen nach au\u00dfen hin zu repr\u00e4sentieren als auch die Entstehung der f\u00fcr Bremen relevanten politische Entscheidungsprozesse und Gesetzesvorhaben zu antizipieren und diese Informationen in aufbereiteter Form an den Bremer Senat zu \u00fcbermitteln. Ihre repr\u00e4sentative Funktion nimmt sie beispielsweise wahr, indem sie Veranstaltungen zu politischen und kulturellen Themen gibt und so als \"Schaufenster Bremens und Bremerhavens in Br\u00fcssel\" fungiert. Des Weiteren stellt sie ihre R\u00e4umlichkeiten f\u00fcr Besuchergruppen, Konferenzen und Diskussionsrunden zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Bei ihrer Aufgabe, politische Vorg\u00e4nge auf europ\u00e4ischer Ebene fr\u00fchzeitig zu erkennen, basiert ihre Arbeit in nicht unerheblichem Ma\u00dfe auf dem Aufrechterhalten vorhandener und der Kn\u00fcpfung neuer Kontakte zu verschiedensten Entscheidungstr\u00e4ger*innen. Durch ihr weitreichendes Netzwerk an Kontakten hat sie zus\u00e4tzlich die M\u00f6glichkeit, Senat und B\u00fcrgerschaft, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Verb\u00e4nde mit Entscheidungstr\u00e4ger*innen auf europ\u00e4ischer Ebene zusammenzubringen und so den Informationsaustausch weiter voranzutreiben. Auch in Bezug auf europ\u00e4ische F\u00f6rderprogramme hilft sie, F\u00f6rderpotenziale f\u00fcr Bremen zu erkennen. Bei entsprechenden Antr\u00e4gen auf F\u00f6rdermittel begleitet sie diese unterst\u00fctzend.<\/p>\n<p>Die Landesvertretung besch\u00e4ftigt insgesamt 10 Mitarbeiter*innen, Praktikant*innen und Hospitant*innen nicht eingerechnete, da deren Zahl zwischen 0 und 3 schwanken kann. Die Stellen setzen sich aus einer Abteilungsleitung, einer Mitarbeiter*in f\u00fcr die Gesch\u00e4ftsstelle zur Koordinierung der Deutschen Delegation im Ausschuss der Regionen, sieben Spiegelreferent*innen und zwei Sekret\u00e4r*innen zusammen. W\u00e4hrend die Abteilungsleitung, wie der Name schon sagt, die Leitung der Europaabteilung der Bremer Verwaltung innehat, ist den Spiegelreferent*innen jeweils ein Ressort aus dem Bremer Senat zugeteilt. Sie \u201espiegeln\u201c die Aufgabenbereiche der Senator*innen auf europ\u00e4ischer Ebene und setzen sich somit mit fachspezifischen Inhalten und Entwicklungen auseinander. Die weiteren Positionsbezeichnungen sind selbsterkl\u00e4rend und werden deshalb an dieser Stelle nicht weiter erl\u00e4utert.<\/p>\n<p>Da es sich insgesamt um ein recht \u00fcberschaubares Team handelt, gibt es keine festen, hierarchisch strukturierten Kommunikationsabl\u00e4ufe. Vielmehr wird das meiste einfach in Form von direkter Unterhaltung bzw. internen Telefonaten gekl\u00e4rt. Jeden Donnerstagmorgen gibt es zudem den sogenannten \u201eJour Fixe,\u201c bei welchem teamrelevanten Informationen besprochen werden und Vorschl\u00e4ge eingebracht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend meiner Zeit bei der Landesvertretung war ich der einzige dort besch\u00e4ftigte Praktikant und wurde sowohl von dem Spiegelreferenten f\u00fcr Finanzen als auch jenem f\u00fcr Klimaschutz, Umwelt, Mobilit\u00e4t, Stadtentwicklung und Wohnungsbau betreut.<\/p>\n<p><strong>3. T\u00e4tigkeitsbereich und Aufgaben w\u00e4hrend des Praktikums<\/strong><br \/>Mein Praktikum begann am 02.09.2019 und endete am 29.11.2019. Die gesamte Dauer belief sich dementsprechend auf 12 Wochen. Der zeitliche Umfang betrug stets 40 Stunden pro Woche. Meine Arbeitsstunden konnte ich mir jedoch flexibel \u00fcber die Woche verteilen, sodass nur wichtig war, dass es am Ende der Woche6 insgesamt 40 Stunden waren. Erm\u00f6glicht wurde dies mit dem Prinzip der Gleitzeit. So konnte ich mir immer aussuchen, wann ich kam und wann ich ging, solange ich meine Arbeitszeit erfasste.<\/p>\n<p>Auf Grund meiner Betreuung durch 2 Spiegelreferenten, konzentrierte sich meine Arbeit haupts\u00e4chlich darauf, diese in ihren Aufgaben zu unterst\u00fctzen. Diese Zuordnung bestimmte dementsprechend auch die Themen, mit welchen ich mich auseinandersetzte. Zu meinen Aufgaben geh\u00f6rte es zun\u00e4chst, mich inhaltlich in gewisse politische Vorg\u00e4nge zu vertiefen, um mir und meinen Betreuern einen \u00dcberblick zu verschaffen. Konkret schrieb ich des \u00f6fteren Berichte oder Vermerke, in welchen ich den Sachstand zu einem Thema ausf\u00fchrlich zusammenfasste. Es gab jedoch ebenso eine Menge k\u00fcrzerer Rechercheaufgaben, bei denen es nur darum ging, relevante Dokumente gezielt ausfindig zu machen, sollten diese nicht unmittelbar auffindbar sein.<\/p>\n<p>Mit der Zeit kristallisierten sich mehrere Themenfelder heraus, mit denen ich mich<br \/>dauerhaft besch\u00e4ftigte. Da ich mich intensiv mit wenigen Themen auseinandersetzte, wurde ich in Fragen, welche meine Themen direkt betrafen und Ber\u00fchrungspunkte mit diesen aufwiesen, zum Ansprechpartner f\u00fcr das gesamte Team. Daraus<br \/>ergaben sich immer wieder kleinere Anfragen und Auftr\u00e4ge, welche ich bearbeitete.<\/p>\n<p>Meine thematischen Schwerpunkte waren<br \/>(1) Der EU-Solidarit\u00e4tsfonds und der Europ\u00e4ische Fonds f\u00fcr die Anpassung an die Globalisierung<br \/>(2) Stand des Brexits<br \/>(3) Der Zusammenhang zwischen Kryptow\u00e4hrungen und Geldw\u00e4sche, Terrorismusfinanzierung sowie Finanzmarktstabilit\u00e4t <br \/>(4) Die umwelt- und klimapolitischen Vorhaben der neuen Kommission.<\/p>\n<p>Um an neue Informationen zu kommen, ging meine Suche \u00fcber eine reine Internetrecherche hinaus. So war es ebenfalls Teil meiner Aufgabe, thematisch relevante Veranstaltungen in Br\u00fcssel ausfindig zu machen und diese zu Besuchen. Dazu geh\u00f6rten Debriefings, Informationsveranstaltungen von Verb\u00e4nden und Think-Tanks sowie Debatten und Anh\u00f6rungen im Europ\u00e4ischen Parlament oder dem Ausschuss der Regionen (AdR). Auf diese Weise gelangte ich an Informationen, welche noch nicht ver\u00f6ffentlicht worden waren. Eben dieser Informationsvorsprung ist es auch, was die Arbeit der Landesvertretungen so wertvoll macht. Des Weiteren half ich bei der7 Organisation von Veranstaltungen der Bremer Landesvertretung und bei Treffen der Deutschen Delegation f\u00fcr den AdR.<\/p>\n<p>Mit der Zeit kam es auch immer wieder vor, dass ich von anderen Mitarbeiter*innen kleinere Aufgaben zugeteilt bekam. Eine besonders h\u00e4ufige Aufgabe bestand darin, Texte, welche ver\u00f6ffentlicht werden sollten, gegenzulesen und auf Fehler verschiedenster Art zu \u00fcberpr\u00fcfen. Auch erstellte ich auf Anfrage Statistiken. Ich berechnete beispielsweise den Anteil der Antr\u00e4ge im Bundesrat, bei denen der EU-Ausschuss federf\u00fchrend war und bereitete das Ganze graphisch auf. Au\u00dferdem erstellte ich immer wieder \u00dcbersichtspapiere, zum Beispiel zu den designierten Kommissionsmitgliedern, ihren Lebensl\u00e4ufen und voraussichtlichen Aufgabenbereichen.<\/p>\n<p><strong>4. Reflexion des Praktikums<\/strong><br \/>Wie oben bereits erw\u00e4hnt, wurde ich w\u00e4hrend meines Praktikums von 2 Spiegelreferenten betreut. Dies war insofern besonders, als dass Praktikant*innen in der Regel nur einen\/-e Betreuer\/-in zugeteilt bekommen und war nur dadurch m\u00f6glich, da eine Stelle zeitweise doppelt besetzt und ich der einzige Praktikant war. Diese spezielle Situation hatte die Vorteile, dass ich mich zum einen mit verschiedenen Politikfeldern besch\u00e4ftigen konnte und zum anderen, dass stets einer meiner Betreuer anwesend war \u2013 auch wenn einer der beiden krankheitsbedingt fehlte oder dienstlich verreiste.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich konnte ich, nachdem ich einen oder mehrere Arbeitsauftr\u00e4ge erhalten hatte, diese eigenst\u00e4ndig bearbeiten. Bei Fragen konnte ich mich jedoch stets an einen meiner Betreuer oder die anderen Mitarbeiter*innen wenden. Nach Beendigung einer Aufgabe erhielt ich stets ein m\u00fcndliches oder schriftliches Feedback, um so in Zukunft Fehler vermeiden zu k\u00f6nnen. Kritik wurde jedoch stets vorsichtig formuliert und in ein allgemein positives Feedback eingebettet. Wenn ich mich mit einem vollst\u00e4ndig neuen Them\u00e4befassen sollte, oder das Verst\u00e4ndnis komplexer politischer Abl\u00e4ufe auf europ\u00e4ischer Ebene f\u00fcr meine Aufgabe notwendig war, gab es ein ausf\u00fchrliches Gespr\u00e4ch mit einem meiner Betreuer vorab, bei welchem dieser mir eine m\u00fcndliche Einf\u00fchrung gab und im Anschluss Material zum Einarbeiten zukommen lie\u00df.<\/p>\n<p>Neben der Arbeit f\u00fcr meine Betreuer bekam ich, wie bereits erw\u00e4hnt, ebenfalls Arbeitsauftr\u00e4ge von anderen Mitarbeiter*innen. Es war jedoch klar, dass diese eine geringere Priorit\u00e4t besa\u00dfen, es sei denn, eine konkrete Deadline stand bevor. Die Zusammenarbeit war jedoch insgesamt sehr freundschaftlich und wenig hierarchisch gepr\u00e4gt. Es gab keine streng festgelegten Kommunikationsabl\u00e4ufe und von beinahe allen wurde mir nach kurzer Zeit das \u201eDu\u201c angeboten. Im Gegenzug f\u00fcr das Erledigen kleinerer Arbeitsauftr\u00e4ge halfen mir meine Mitarbeiter*innen stets bei Fragen bez\u00fcglich gewisser Arbeitsabl\u00e4ufe, beim Auffinden interner Dokumente und vielen weiteren Dingen.<\/p>\n<p>Auch Fragen, welche keinen direkten Bezug zu einem Arbeitsauftrag hatten, sondern das Arbeitsleben an sich, Karrierewege, Praktika und anderer Praxistipps betrafen, wurden mir ausf\u00fchrlich beantwortet. Zuletzt ist noch zu erw\u00e4hnen, dass ich vom gesamten Team dazu ermuntert wurde, an allen Veranstaltungen in Br\u00fcssel teilzunehmen, die mich interessierten. Bei Veranstaltungen, die vollst\u00e4ndig abseits meiner Themenbereiche lagen, sollte ich zwar R\u00fccksprache mit meinen Betreuern halten, es kam jedoch nie vor, dass diese meine Anfrage ablehnten. Um mir verschiedene Optionen aufzuzeigen, leiteten mir alle Mitarbeiter*innen Veranstaltungsank\u00fcndigungen und -einladungen weiter, von denen sie dachten, sie k\u00f6nnten von Interesse f\u00fcr mich sein. Des Weiteren nahmen sie mich auch teilweise pers\u00f6nlich zu Veranstaltungen mit, um mir Einblicke in die Arbeit abseits meiner Themenbereiche zu erm\u00f6glichen. Dazu geh\u00f6rten beispielsweise die Teilnahme am Wochenprogramm einer Polizeihospitation oder bei Sitzungen im AdR.<\/p>\n<p>Mit Blick auf mein Studium kann ich sagen, dass die dort erworbenen Vorkenntnisse nicht nur hilfreich, sondern notwendig waren. Dies war jedoch auch zu erwarten, da der Abschluss des Grundstudiums \u00fcberhaupt erst die Voraussetzung daf\u00fcr war, sich auf den Praktikumsplatz bewerben zu k\u00f6nnen. Nicht besonders \u00fcberraschend war es die Vorlesung \u201eEinf\u00fchrung in die Europ\u00e4ische Integration,\u201c auf deren Wissen ich am Meisten zur\u00fcckgreifen konnte. Dort wurden n\u00e4mlich institutionelle Grundkenntnisse vermittelt, sowie Theorien der Europ\u00e4ischen Integration vorgestellt. W\u00e4hrend die institutionellen Grundkenntnisse notwendig waren, um \u00fcberhaupt die Arbeitsweise auf europ\u00e4ischer Ebene zu verstehen, waren die Theorien f\u00fcr ein tieferes Verst\u00e4ndnis der politischen Positionen in Bezug auf die EU hilfreich. Auch was die Geschichte der EU betraf, konnte auf Wissen aus der Vorlesung zur\u00fcckgegriffen werden.<\/p>\n<p>Des Weiteren war das Gelernte aus den beiden Vorlesungen \u201ePolitik und Recht\u201c sowie \u201ePolitik und Wirtschaft\u201c ausgesprochen hilfreich. Das Wissen um den Vorrang europ\u00e4ischen Rechts und allgemein um die europ\u00e4ische Rechtsprechung stellte sich als essenziell heraus, um bestimmte Vorg\u00e4nge zu verstehen. Da ich vom Spiegelreferenten f\u00fcr Finanzen betreut wurde und mich unter anderem ausf\u00fchrlich mit den Auswirkungen von Kryptow\u00e4hrungen auf die Finanzmarktstabilit\u00e4t besch\u00e4ftigte, kamen mir meine volkswirtschaftlichen Grundkenntnisse und das Wissen um Modelle zu Gute, um Zusammenh\u00e4nge und Mechanismen zu verstehen.<\/p>\n<p>Zuletzt halfen mir die Vorlesungen \u201eEinf\u00fchrung in die Politikfeldanalyse\u201c und \u201eEinf\u00fchrung in die Internationalen Beziehungen.\u201c Hier waren die Kenntnisse \u00fcber den Entstehungsprozess politischer Entscheidungen sowie das Gelernte hinsichtlich der theoretischen Str\u00f6mungen in den internationalen Beziehungen wichtig. Erg\u00e4nzt wurde dies durch das aus dem Seminar \u201eInternationale Organisationen in der Weltpolitik\u201c vermittelte Wissen.<\/p>\n<p>Durch meine vielf\u00e4ltigen Erfahrungen bei der Landesvertretung habe ich einige Ideen f\u00fcr meine Bachelorarbeit sammeln k\u00f6nnen. Auch wenn ich nun schlussendlich nicht vorhabe, mich auf die Themenbereiche zu konzentrieren, mit welchen ich bei meinem Praktikum besch\u00e4ftigt war, konnte ich mit dieser Erkenntnis meinen Themenbereich weiter eingrenzen. Au\u00dferdem habe ich nun vor, einen EU-Bezug in meiner Bachelorarbeit herzustellen, um mein europapolitisches Wissen weiter zu vertiefen. Bei meinem Abschlussgespr\u00e4ch teilten mir meine Betreuer au\u00dferdem mit, dass sowohl sie selbst, als auch alle anderen Mitarbeiter*innen der Landesvertretung f\u00fcr Fragen und Tipps bezogen auf meine Bachelorarbeit immer erreichbar w\u00e4ren und sie mir mit ihrer eigenen Expertise f\u00fcr beispielsweise ein Interview zur Verf\u00fcgung st\u00e4nden oder mir sogar, falls gew\u00fcnscht, einen geeigneten Kontakt aus ihrem beruflichen Netzwerk vermitteln w\u00fcrden. Da es in der Landesvertretung Spiegelreferent*innen f\u00fcr praktisch jeden Politikbereich gibt, wird dieses Angebot f\u00fcr mich voraussichtlich \u00e4u\u00dferst n\u00fctzlich sein \u2013 egal in welchem Bereich ich meine Arbeit schreiben werde.<\/p>\n<p>Doch auch f\u00fcr meine \u00dcberlegungen hinsichtlich eines Masterstudiengangs und meinen beruflichen Pl\u00e4nen war das Praktikum ausgesprochen hilfreich. Masterstudieng\u00e4nge der europ\u00e4ischen Studien ziehe ich nun n\u00e4her in Betracht und die Bedeutung von Fremdsprachenkenntnissen wurde mir wieder vor Augen gef\u00fchrt. Durch die 3- monatige Einbindung in den Arbeitsalltag in der \u00f6ffentlichen Verwaltung wei\u00df ich nun um einige Vor- und Nachteile in diesem Arbeitsfeld und wie sich auf einen solchen Karrierepfad gezielt hinarbeiten lie\u00dfe. Ohne genau sagen zu k\u00f6nnen, ob ich in diesem Bereich sp\u00e4ter arbeiten m\u00f6chte, kann ich nun doch sagen, dass es f\u00fcr mich eine ernstzunehmende Option darstellt.<\/p>\n<p>Speziell meine Betreuer gaben mir auch abseits von allgemeinen Hinweisen gelegentlich Ratschl\u00e4ge f\u00fcr meine weitere berufliche Laufbahn. So verdeutlichten sie mir vor allem die Wichtigkeit von Netzwerken in der Berufswelt und lie\u00dfen mich das gelegentlich auf Veranstaltungen \u00fcben. Dazu geh\u00f6rten auch spezielle Karriereveranstaltungen, auf welchen sich die M\u00f6glichkeit bot, mit Vertreter*innen aus den verschiedensten Arbeitsbereichen zu sprechen, diesen Fragen zu stellen und Kontakte zu kn\u00fcpfen.<\/p>\n<p>Da es sich bei der \u00f6ffentlichen Verwaltung um einen wichtigen Arbeitgeber f\u00fcr Politikwissenschaftler*innen handelt, kann ich das Praktikum in einer Landesvertretung diesen nur ausdr\u00fccklich empfehlen. Durch die dortigen Erfahrungen wird das theoretische Wissen aus dem Studium durch Praxiserfahrungen erg\u00e4nzt. Mir fehlte beispielsweise oft das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den genauen Ablauf politischer Entscheidungsprozesse, obwohl ich die theoretische Funktionsweise bereits gelernt hatte. Doch nur die praktische Erfahrung hat die Prozesse f\u00fcr mich wirklich nachvollziehbar gemacht, denn in der Theorie wird die Wichtigkeit des menschlichen Miteinanders weitgehend ausgeklammert.<\/p>\n<p>Auf Grunde meiner durchweg positiven Erfahrungen mit dem Praktikum kann ich es jedoch nicht nur Politikwissenschaftler*innen, sondern ganz allgemein Sozialwissenschaftler*innen, Gesellschaftswissenschaftler*innen und Jurist*innen empfehlen, welche Interesse an Verwaltungsarbeit und europ\u00e4ischer Politik besitzen. Das Praktikum hat mich n\u00e4mlich nicht nur in meinem Fachwissen weitergebracht, sondern mir auch dabei geholfen, mich in der beruflichen Welt besser orientieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem habe ich gelernt, auf welche Art und Weise gewissen Dokumente, wie beispielsweise ein Vermerk, geschrieben werden sollen, welche Schreibweise und Formulierungen bei offiziellen Dokumenten angemessen ist und wie man sich in der politischen Sph\u00e4re besser zurechtfindet.<\/p>\n<p><strong>5. Fazit: Schlussfolgerungen f\u00fcr die weitere Studien- und Berufsplanung<\/strong><br \/>Mit Blick auf das Gelernte ist mir nun deutlicher geworden, worauf ich im Studium Wert legen sollte und auf welche Kenntnisse und F\u00e4higkeiten ich hinarbeiten m\u00f6chte. Wichtig war f\u00fcr mich vor allem zu sehen, welche praktischen Anwendungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr das von mir Erlernte es in Zukunft geben kann und wie die Arbeitswelt abseits des Universit\u00e4tsbetriebs funktioniert. Besonders die Atmosph\u00e4re am Arbeitsplatz und die Art zu Arbeiten hat mir gefallen, sodass ich mir in Zukunft durchaus vorstellen kann, eine solche oder vergleichbare T\u00e4tigkeit auszu\u00fcben.<\/p>\n<p>Doch auch der generelle Wert von Praktika und Praxiserfahrung hat sich mir mehr erschlossen, sodass ich nun plane, weitere freiwillige Praktika zu absolvieren, um mir einen noch besseren \u00dcberblick verschaffen zu k\u00f6nnen, Erfahrung zu sammeln und Kontakte zu kn\u00fcpfen.<\/p>\n<p>Des Weiteren kann ich nun die f\u00fcr mich interessanten Themenbereiche besser eingrenzen, was mir die weitere Planung meines Studiums erleichtert. Geholfen hat hier auch der Austausch mit den zahlreichen anderen Praktikant*innen in Br\u00fcssel, welche zumeist aus dem europ\u00e4ischen Ausland kamen. Dar\u00fcber hinaus waren viele Praktikant*innen bereits Masterstudierende, die von ihren spezialisierten Studieng\u00e4ngen aus eigener Erfahrung berichten konnten.<\/p>\n<p>Alles in allem kann ich nat\u00fcrlich auch nach diesem sehr bereichernden Praktikum nicht genau sagen, welche berufliche Richtung ich nun einschlagen m\u00f6chte, doch es hat mir eine gewisse Orientierung gegeben und mich in meiner Motivation best\u00e4rkt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><link rel='stylesheet' id='osm-ol3-css-css' href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/OL\/10.9.0\/ol.css?ver=10.9.0&#038;ver=7.0' media='all' \/>\n<link rel='stylesheet' id='osm-ol3-ext-css-css' href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/css\/osm_map_v3.css?ver=1.0.0&#038;ver=7.0' media='all' \/>\n<link rel='stylesheet' id='osm-map-css-css' href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/css\/osm_map.css?ver=1.0.0&#038;ver=7.0' media='all' \/>\n<script id=\"wp-polyfill-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-includes\/js\/dist\/vendor\/wp-polyfill.min.js?ver=3.15.0\"><\/script>\n<script id=\"osm-ol3-library-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/OL\/10.9.0\/ol.js?ver=10.9.0\"><\/script>\n<script id=\"osm-ol3-ext-library-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/osm-v3-plugin-lib.js?ver=1.0.0\"><\/script>\n<script id=\"osm-ol3-metabox-events-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/osm-metabox-events.js?ver=1.0.0\"><\/script>\n<script id=\"jquery-core-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-includes\/js\/jquery\/jquery.min.js?ver=3.7.1\"><\/script>\n<script id=\"jquery-migrate-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-includes\/js\/jquery\/jquery-migrate.min.js?ver=3.4.1\"><\/script>\n<script id=\"osm-map-startup-js-extra\">\nvar translations = {\"openlayer\":\"open layer\",\"openlayerAtStartup\":\"open layer at startup\",\"generateLink\":\"link to this map with opened layers\",\"shortDescription\":\"short description\",\"generatedShortCode\":\"to get a text control link paste this code in your wordpress editor\",\"closeLayer\":\"close layer\",\"cantGenerateLink\":\"put this string in the existing map short code to control this map\"};\n\/\/# sourceURL=osm-map-startup-js-extra\n<\/script>\n<script id=\"osm-map-startup-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/osm-startup-lib.js?ver=V6.2.6\"><\/script>\n\n        <div id=\"map_ol3js_1\"\n       class=\"osm-map-container undefined\"\n             data-map_name=\"undefined\"\n             data-map=\"map_ol3js_1\"\n             data-autoshow=\"no\"\n             style=\"width:95%;\n                    max-width:100%;\n                    height:450px;\n                    display:block;\n                    overflow:hidden;\n                    border:thin solid;\n                    position: relative;\">\n          <div id=\"map_ol3js_1_popup\" class=\"ol-popup\">\n            <a href=\"#\" id=\"map_ol3js_1_popup-closer\" class=\"ol-popup-closer\"><\/a>\n            <div id=\"map_ol3js_1_popup-content\"><\/div>\n          <\/div>\n        <\/div>\n    <script type=\"text\/javascript\">\n\t\t\t  vectorM['map_ol3js_1'] = [];\n\t        \n        var raster = getTileLayer(\"\",\"NoKey\");\t\t\t\n\n\t\t\t  var map_ol3js_1 = new ol.Map({\n\t\t\t\tinteractions: ol.interaction.defaults.defaults({mouseWheelZoom:false}),\n\t\t\t\tlayers: [raster],\n\t\t\t\ttarget: \"map_ol3js_1\",\n\t\t\t\tview: new ol.View({\n\t\t\t\t  center: ol.proj.transform([4.3573,50.8579], \"EPSG:4326\", \"EPSG:3857\"),\n\t\t\t\t  zoom: 7.085927040761835\n\t\t\t\t})\n\t\t\t  });\n\t\t\t  addControls2Map(map_ol3js_1,0,0,3,0,5,6,7,1,1);\nosm_addPopupClickhandler(map_ol3js_1,  \"map_ol3js_1\"); \nosm_addMouseHover(map_ol3js_1); <\/script><\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_post_nav_0 et_pb_posts_nav nav-single et_block_module\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":9117,"featured_media":6481,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"<p><strong>1. Einleitung<\/strong><br \/>Die Auswahl eines geeigneten Praktikumsplatzes war f\u00fcr mich kein einfaches Unterfangen, da das Auswahlspektrum f\u00fcr Studierende der Politikwissenschaft au\u00dferordentlich gro\u00df ist. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn man sich noch nicht sicher ist, in welche berufliche Richtung man sich bewegen will. Um die Suche etwas einzugrenzen, \u00fcberlegte ich mir, welche Bereiche f\u00fcr mich in Frage k\u00e4men und welche weiteren Kriterien f\u00fcr mich wichtig sein w\u00fcrden. Nach einigem \u00fcberlegen kam ich zu dem Schluss, dass folgende Kriterien f\u00fcr mich relevant sind, in absteigender Reihenfolge:<\/p><p>(1) Der Praktikumsbereich ist f\u00fcr mich in beruflicher Hinsicht interessant<br \/>(2) Mir werden interessante Aufgaben gegeben, an denen ich vorhandenes Wissen anwenden oder etwas Neues lernen kann<br \/>(3) Das Praktikum ist bezahlt<br \/>(4) Die Praktikumsinstitution befindet sich in einer f\u00fcr mich interessanten Stadt.<\/p><p>Um nun einen Praktikumsplatz zu finden, der zumindest einigen meiner Kriterien entspricht, suchte ich danach zun\u00e4chst einmal im Internet. Schnell wurde mir jedoch klar, dass ich mit allgemeinen Suchanfragen nicht besonders weit kommen w\u00fcrde, weshalb ich meine Vorgehensweise \u00e4nderte. Jetzt suchte ich explizit nach Institutionen, Verb\u00e4nden, Unternehmen und Instituten, welche ich in beruflicher Hinsicht interessant fand, da dieses Kriterium f\u00fcr mich die h\u00f6chste Priorit\u00e4t hatte.<\/p><p>Es erforderte einige Zeit eine ausf\u00fchrliche Liste anzufertigen, da ich nicht nur nach Praktikumsausschreibungen Ausschau hielt, sondern alle Organisationen, die mein Interesse weckten, auf die Liste setzte. Neben meiner Internetrecherche suchte ich vor allem das pers\u00f6nliche Gespr\u00e4ch mit anderen Studierenden, Freunden und Familienmitgliedern und fragte sie nach ihren Erfahrungen bez\u00fcglich einer Praktikumssuche. Dabei erhielt ich viele Hinweise und Empfehlungen f\u00fcr meine Suche sowie Informationen aus erster Hand \u00fcber die Praktika selbst. Zu guter Letzt besuchte ich eine Veranstaltung der Universit\u00e4t Bremen, im Zuge derer Absolvent*innen des Politikwissenschaftsstudiums \u00fcber ihre Praktika oder ihren Berufseinstieg berichteten.<\/p><p>Letztendlich waren es die pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4che, die mir den entscheidenden Hinweis gaben. Eine Kommilitonin berichtete mir von ihrem Praktikum bei der Vertretung des Landes Niedersachsen bei der Europ\u00e4ischen Union und den wertvollen Erfahrungen, welche sie im Zuge dieses Praktikums sammeln konnte. Daraufhin informierte ich mich ausgiebig \u00fcber die Internetseite der Bremer Landesvertretung, \u00fcber deren Aufgabenbereiche und etwaige Ausschreibungen f\u00fcr Praktikumspl\u00e4tze. Dort fand ich zun\u00e4chst nur eine allgemeine Information, welche dar\u00fcber informierte, dass ein unbezahltes Pflichtpraktikum im Rahmen des Studiums grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich w\u00e4re und an wen ein Bewerbungsschreiben zu richten sei. Daraufhin schickte ich ein vollst\u00e4ndiges Bewerbungsschreiben, inklusive Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse und weitere Leistungsnachweise, an die angegebene E-Mail-Adresse.<\/p><p>Innerhalb der n\u00e4chsten zwei Wochen erhielt ich eine Einladung zu einem Bewerbungsgespr\u00e4ch wobei mir zu Gute kam, dass ich zu diesem Zeitpunkt mein Auslandssemester in Br\u00fcssel verbrachte und so zu dem Gespr\u00e4ch pers\u00f6nlich erscheinen konnte. In dem Gespr\u00e4ch kristallisierte sich dann ein gewisses Anforderungsprofil an mich heraus. Neben der Tatsache, dass es sich bei mir um ein Pflichtpraktikum im Rahmen meines Studiums handeln und das Grundstudium bereits abgeschlossen sein musste, war das wichtigste Kriterium ein ausgepr\u00e4gtes Interesse an europapolitischen Themen. Es wurden jedoch auch gute Englischkenntnisse (mindestens B2) und ein sicherer Umgang mit den g\u00e4ngigen Office-Anwendungen vorausgesetzt. Zus\u00e4tzlich wurde ich explizit nach meinen bevorzugten Politikfeldern gefragt, um mich so sp\u00e4ter einem\/einer passenden Betreuer*in zuteilen zu k\u00f6nnen. Insgesamt verlief das Gespr\u00e4ch erfolgreich und so wurde mir wenige Tage sp\u00e4ter schriftlich ein Praktikumsplatz angeboten.<\/p><p>Die Tatsache, dass es sich um ein unbezahltes Pflichtpraktikum handelte schreckte mich nicht davon ab, das Angebot umgehend anzunehmen. Dies hatte zwei Gr\u00fcnde. Zum einen war die Bezahlung f\u00fcr mich nicht das wichtigste Kriterium und der Praktikumsplatz schien mir sehr attraktiv. Zum anderen wusste ich, dass ich h\u00f6chstwahrscheinlich eine Erasmusf\u00f6rderung f\u00fcr mein Auslandspraktikum erhalten w\u00fcrde und diese mir die M\u00f6glichkeit geben w\u00fcrde, meinen Aufenthalt in Br\u00fcssel zumindest teilweise zu finanzieren. Der zweite Aspekt hatte insofern eine besondere Bedeutung, als dass Br\u00fcssel eine Stadt mit hohen Lebenshaltungskosten ist und ein l\u00e4ngerer Aufenthalt ohne finanzielle Unterst\u00fctzung kaum im Bereich des M\u00f6glichen liegt.<\/p><p>Aus Neugierde und um mich auf mein Praktikum angemessen vorzubereiten informierte ich mich ausgiebig bei meiner Kommilitonin, welche mich \u00fcberhaupt erst auf das Praktikum gebracht hatte. Sie vermittelte mir ein sehr umfassendes Bild von ihren Aufgaben und Erfahrungen, welche meine Erwartungen an das Praktikum im Vorfeld pr\u00e4gten. So erhoffte ich mir vor allem, einen weitreichenden Einblick in die Arbeitswelt im Br\u00fcsseler Europaviertel mit der M\u00f6glichkeit an vielen Veranstaltungen teilnehmen zu k\u00f6nnen, Kontakte zu kn\u00fcpfen und mir neue Inhalte zu erschlie\u00dfen. Au\u00dferdem erwartete ich, den Arbeitsalltag und -rhythmus in der \u00f6ffentlichen Verwaltung kennenzulernen, da ich diese als ein potenzielles Berufsfeld ausgemacht hatte und ich dich M\u00f6glichkeit nutzen wollte, um zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob eine solche Arbeit zu mir passt.<\/p><p><strong>2. Beschreibung der Praktikumsinstitution<\/strong><br \/>Die Vertretung der Freien Hansestadt Bremen in Br\u00fcssel existiert seit 1987 und repr\u00e4sentiert das Land Bremen prim\u00e4r bei der EU aber auch anderen internationalen Organisationen in Br\u00fcssel, Stra\u00dfburg und Luxemburg. Ihre Funktion ist es sowohl das Land Bremen nach au\u00dfen hin zu repr\u00e4sentieren als auch die Entstehung der f\u00fcr Bremen relevanten politische Entscheidungsprozesse und Gesetzesvorhaben zu antizipieren und diese Informationen in aufbereiteter Form an den Bremer Senat zu \u00fcbermitteln. Ihre repr\u00e4sentative Funktion nimmt sie beispielsweise wahr, indem sie Veranstaltungen zu politischen und kulturellen Themen gibt und so als \"Schaufenster Bremens und Bremerhavens in Br\u00fcssel\" fungiert. Des Weiteren stellt sie ihre R\u00e4umlichkeiten f\u00fcr Besuchergruppen, Konferenzen und Diskussionsrunden zur Verf\u00fcgung.<\/p><p>Bei ihrer Aufgabe, politische Vorg\u00e4nge auf europ\u00e4ischer Ebene fr\u00fchzeitig zu erkennen, basiert ihre Arbeit in nicht unerheblichem Ma\u00dfe auf dem Aufrechterhalten vorhandener und der Kn\u00fcpfung neuer Kontakte zu verschiedensten Entscheidungstr\u00e4ger*innen. Durch ihr weitreichendes Netzwerk an Kontakten hat sie zus\u00e4tzlich die M\u00f6glichkeit, Senat und B\u00fcrgerschaft, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Verb\u00e4nde mit Entscheidungstr\u00e4ger*innen auf europ\u00e4ischer Ebene zusammenzubringen und so den Informationsaustausch weiter voranzutreiben. Auch in Bezug auf europ\u00e4ische F\u00f6rderprogramme hilft sie, F\u00f6rderpotenziale f\u00fcr Bremen zu erkennen. Bei entsprechenden Antr\u00e4gen auf F\u00f6rdermittel begleitet sie diese unterst\u00fctzend.<\/p><p>Die Landesvertretung besch\u00e4ftigt insgesamt 10 Mitarbeiter*innen, Praktikant*innen und Hospitant*innen nicht eingerechnete, da deren Zahl zwischen 0 und 3 schwanken kann. Die Stellen setzen sich aus einer Abteilungsleitung, einer Mitarbeiter*in f\u00fcr die Gesch\u00e4ftsstelle zur Koordinierung der Deutschen Delegation im Ausschuss der Regionen, sieben Spiegelreferent*innen und zwei Sekret\u00e4r*innen zusammen. W\u00e4hrend die Abteilungsleitung, wie der Name schon sagt, die Leitung der Europaabteilung der Bremer Verwaltung innehat, ist den Spiegelreferent*innen jeweils ein Ressort aus dem Bremer Senat zugeteilt. Sie \u201espiegeln\u201c die Aufgabenbereiche der Senator*innen auf europ\u00e4ischer Ebene und setzen sich somit mit fachspezifischen Inhalten und Entwicklungen auseinander. Die weiteren Positionsbezeichnungen sind selbsterkl\u00e4rend und werden deshalb an dieser Stelle nicht weiter erl\u00e4utert.<\/p><p>Da es sich insgesamt um ein recht \u00fcberschaubares Team handelt, gibt es keine festen, hierarchisch strukturierten Kommunikationsabl\u00e4ufe. Vielmehr wird das meiste einfach in Form von direkter Unterhaltung bzw. internen Telefonaten gekl\u00e4rt. Jeden Donnerstagmorgen gibt es zudem den sogenannten \u201eJour Fixe,\u201c bei welchem teamrelevanten Informationen besprochen werden und Vorschl\u00e4ge eingebracht werden k\u00f6nnen.<\/p><p>W\u00e4hrend meiner Zeit bei der Landesvertretung war ich der einzige dort besch\u00e4ftigte Praktikant und wurde sowohl von dem Spiegelreferenten f\u00fcr Finanzen als auch jenem f\u00fcr Klimaschutz, Umwelt, Mobilit\u00e4t, Stadtentwicklung und Wohnungsbau betreut.<\/p><p><strong>3. T\u00e4tigkeitsbereich und Aufgaben w\u00e4hrend des Praktikums<\/strong><br \/>Mein Praktikum begann am 02.09.2019 und endete am 29.11.2019. Die gesamte Dauer belief sich dementsprechend auf 12 Wochen. Der zeitliche Umfang betrug stets 40 Stunden pro Woche. Meine Arbeitsstunden konnte ich mir jedoch flexibel \u00fcber die Woche verteilen, sodass nur wichtig war, dass es am Ende der Woche6 insgesamt 40 Stunden waren. Erm\u00f6glicht wurde dies mit dem Prinzip der Gleitzeit. So konnte ich mir immer aussuchen, wann ich kam und wann ich ging, solange ich meine Arbeitszeit erfasste.<\/p><p>Auf Grund meiner Betreuung durch 2 Spiegelreferenten, konzentrierte sich meine Arbeit haupts\u00e4chlich darauf, diese in ihren Aufgaben zu unterst\u00fctzen. Diese Zuordnung bestimmte dementsprechend auch die Themen, mit welchen ich mich auseinandersetzte. Zu meinen Aufgaben geh\u00f6rte es zun\u00e4chst, mich inhaltlich in gewisse politische Vorg\u00e4nge zu vertiefen, um mir und meinen Betreuern einen \u00dcberblick zu verschaffen. Konkret schrieb ich des \u00f6fteren Berichte oder Vermerke, in welchen ich den Sachstand zu einem Thema ausf\u00fchrlich zusammenfasste. Es gab jedoch ebenso eine Menge k\u00fcrzerer Rechercheaufgaben, bei denen es nur darum ging, relevante Dokumente gezielt ausfindig zu machen, sollten diese nicht unmittelbar auffindbar sein.<\/p><p>Mit der Zeit kristallisierten sich mehrere Themenfelder heraus, mit denen ich mich<br \/>dauerhaft besch\u00e4ftigte. Da ich mich intensiv mit wenigen Themen auseinandersetzte, wurde ich in Fragen, welche meine Themen direkt betrafen und Ber\u00fchrungspunkte mit diesen aufwiesen, zum Ansprechpartner f\u00fcr das gesamte Team. Daraus<br \/>ergaben sich immer wieder kleinere Anfragen und Auftr\u00e4ge, welche ich bearbeitete.<\/p><p>Meine thematischen Schwerpunkte waren<br \/>(1) Der EU-Solidarit\u00e4tsfonds und der Europ\u00e4ische Fonds f\u00fcr die Anpassung an die Globalisierung<br \/>(2) Stand des Brexits<br \/>(3) Der Zusammenhang zwischen Kryptow\u00e4hrungen und Geldw\u00e4sche, Terrorismusfinanzierung sowie Finanzmarktstabilit\u00e4t (4) Die umwelt- und klimapolitischen Vorhaben der neuen Kommission.<\/p><p>Um an neue Informationen zu kommen, ging meine Suche \u00fcber eine reine Internetrecherche hinaus. So war es ebenfalls Teil meiner Aufgabe, thematisch relevante Veranstaltungen in Br\u00fcssel ausfindig zu machen und diese zu Besuchen. Dazu geh\u00f6rten Debriefings, Informationsveranstaltungen von Verb\u00e4nden und Think-Tanks sowie Debatten und Anh\u00f6rungen im Europ\u00e4ischen Parlament oder dem Ausschuss der Regionen (AdR). Auf diese Weise gelangte ich an Informationen, welche noch nicht ver\u00f6ffentlicht worden waren. Eben dieser Informationsvorsprung ist es auch, was die Arbeit der Landesvertretungen so wertvoll macht. Des Weiteren half ich bei der7 Organisation von Veranstaltungen der Bremer Landesvertretung und bei Treffen der Deutschen Delegation f\u00fcr den AdR.<\/p><p>Mit der Zeit kam es auch immer wieder vor, dass ich von anderen Mitarbeiter*innen kleinere Aufgaben zugeteilt bekam. Eine besonders h\u00e4ufige Aufgabe bestand darin, Texte, welche ver\u00f6ffentlicht werden sollten, gegenzulesen und auf Fehler verschiedenster Art zu \u00fcberpr\u00fcfen. Auch erstellte ich auf Anfrage Statistiken. Ich berechnete beispielsweise den Anteil der Antr\u00e4ge im Bundesrat, bei denen der EU-Ausschuss federf\u00fchrend war und bereitete das Ganze graphisch auf. Au\u00dferdem erstellte ich immer wieder \u00dcbersichtspapiere, zum Beispiel zu den designierten Kommissionsmitgliedern, ihren Lebensl\u00e4ufen und voraussichtlichen Aufgabenbereichen.<\/p><p><strong>4. Reflexion des Praktikums<\/strong><br \/>Wie oben bereits erw\u00e4hnt, wurde ich w\u00e4hrend meines Praktikums von 2 Spiegelreferenten betreut. Dies war insofern besonders, als dass Praktikant*innen in der Regel nur einen\/-e Betreuer\/-in zugeteilt bekommen und war nur dadurch m\u00f6glich, da eine Stelle zeitweise doppelt besetzt und ich der einzige Praktikant war. Diese spezielle Situation hatte die Vorteile, dass ich mich zum einen mit verschiedenen Politikfeldern besch\u00e4ftigen konnte und zum anderen, dass stets einer meiner Betreuer anwesend war \u2013 auch wenn einer der beiden krankheitsbedingt fehlte oder dienstlich verreiste.<\/p><p>Grunds\u00e4tzlich konnte ich, nachdem ich einen oder mehrere Arbeitsauftr\u00e4ge erhalten hatte, diese eigenst\u00e4ndig bearbeiten. Bei Fragen konnte ich mich jedoch stets an einen meiner Betreuer oder die anderen Mitarbeiter*innen wenden. Nach Beendigung einer Aufgabe erhielt ich stets ein m\u00fcndliches oder schriftliches Feedback, um so in Zukunft Fehler vermeiden zu k\u00f6nnen. Kritik wurde jedoch stets vorsichtig formuliert und in ein allgemein positives Feedback eingebettet. Wenn ich mich mit einem vollst\u00e4ndig neuen Them\u00e4befassen sollte, oder das Verst\u00e4ndnis komplexer politischer Abl\u00e4ufe auf europ\u00e4ischer Ebene f\u00fcr meine Aufgabe notwendig war, gab es ein ausf\u00fchrliches Gespr\u00e4ch mit einem meiner Betreuer vorab, bei welchem dieser mir eine m\u00fcndliche Einf\u00fchrung gab und im Anschluss Material zum Einarbeiten zukommen lie\u00df.<\/p><p>Neben der Arbeit f\u00fcr meine Betreuer bekam ich, wie bereits erw\u00e4hnt, ebenfalls Arbeitsauftr\u00e4ge von anderen Mitarbeiter*innen. Es war jedoch klar, dass diese eine geringere Priorit\u00e4t besa\u00dfen, es sei denn, eine konkrete Deadline stand bevor. Die Zusammenarbeit war jedoch insgesamt sehr freundschaftlich und wenig hierarchisch gepr\u00e4gt. Es gab keine streng festgelegten Kommunikationsabl\u00e4ufe und von beinahe allen wurde mir nach kurzer Zeit das \u201eDu\u201c angeboten. Im Gegenzug f\u00fcr das Erledigen kleinerer Arbeitsauftr\u00e4ge halfen mir meine Mitarbeiter*innen stets bei Fragen bez\u00fcglich gewisser Arbeitsabl\u00e4ufe, beim Auffinden interner Dokumente und vielen weiteren Dingen.<\/p><p>Auch Fragen, welche keinen direkten Bezug zu einem Arbeitsauftrag hatten, sondern das Arbeitsleben an sich, Karrierewege, Praktika und anderer Praxistipps betrafen, wurden mir ausf\u00fchrlich beantwortet. Zuletzt ist noch zu erw\u00e4hnen, dass ich vom gesamten Team dazu ermuntert wurde, an allen Veranstaltungen in Br\u00fcssel teilzunehmen, die mich interessierten. Bei Veranstaltungen, die vollst\u00e4ndig abseits meiner Themenbereiche lagen, sollte ich zwar R\u00fccksprache mit meinen Betreuern halten, es kam jedoch nie vor, dass diese meine Anfrage ablehnten. Um mir verschiedene Optionen aufzuzeigen, leiteten mir alle Mitarbeiter*innen Veranstaltungsank\u00fcndigungen und -einladungen weiter, von denen sie dachten, sie k\u00f6nnten von Interesse f\u00fcr mich sein. Des Weiteren nahmen sie mich auch teilweise pers\u00f6nlich zu Veranstaltungen mit, um mir Einblicke in die Arbeit abseits meiner Themenbereiche zu erm\u00f6glichen. Dazu geh\u00f6rten beispielsweise die Teilnahme am Wochenprogramm einer Polizeihospitation oder bei Sitzungen im AdR.<\/p><p>Mit Blick auf mein Studium kann ich sagen, dass die dort erworbenen Vorkenntnisse nicht nur hilfreich, sondern notwendig waren. Dies war jedoch auch zu erwarten, da der Abschluss des Grundstudiums \u00fcberhaupt erst die Voraussetzung daf\u00fcr war, sich auf den Praktikumsplatz bewerben zu k\u00f6nnen. Nicht besonders \u00fcberraschend war es die Vorlesung \u201eEinf\u00fchrung in die Europ\u00e4ische Integration,\u201c auf deren Wissen ich am Meisten zur\u00fcckgreifen konnte. Dort wurden n\u00e4mlich institutionelle Grundkenntnisse vermittelt, sowie Theorien der Europ\u00e4ischen Integration vorgestellt. W\u00e4hrend die institutionellen Grundkenntnisse notwendig waren, um \u00fcberhaupt die Arbeitsweise auf europ\u00e4ischer Ebene zu verstehen, waren die Theorien f\u00fcr ein tieferes Verst\u00e4ndnis der politischen Positionen in Bezug auf die EU hilfreich. Auch was die Geschichte der EU betraf, konnte auf Wissen aus der Vorlesung zur\u00fcckgegriffen werden.<\/p><p>Des Weiteren war das Gelernte aus den beiden Vorlesungen \u201ePolitik und Recht\u201c sowie \u201ePolitik und Wirtschaft\u201c ausgesprochen hilfreich. Das Wissen um den Vorrang europ\u00e4ischen Rechts und allgemein um die europ\u00e4ische Rechtsprechung stellte sich als essenziell heraus, um bestimmte Vorg\u00e4nge zu verstehen. Da ich vom Spiegelreferenten f\u00fcr Finanzen betreut wurde und mich unter anderem ausf\u00fchrlich mit den Auswirkungen von Kryptow\u00e4hrungen auf die Finanzmarktstabilit\u00e4t besch\u00e4ftigte, kamen mir meine volkswirtschaftlichen Grundkenntnisse und das Wissen um Modelle zu Gute, um Zusammenh\u00e4nge und Mechanismen zu verstehen.<\/p><p>Zuletzt halfen mir die Vorlesungen \u201eEinf\u00fchrung in die Politikfeldanalyse\u201c und \u201eEinf\u00fchrung in die Internationalen Beziehungen.\u201c Hier waren die Kenntnisse \u00fcber den Entstehungsprozess politischer Entscheidungen sowie das Gelernte hinsichtlich der theoretischen Str\u00f6mungen in den internationalen Beziehungen wichtig. Erg\u00e4nzt wurde dies durch das aus dem Seminar \u201eInternationale Organisationen in der Weltpolitik\u201c vermittelte Wissen.<\/p><p>Durch meine vielf\u00e4ltigen Erfahrungen bei der Landesvertretung habe ich einige Ideen f\u00fcr meine Bachelorarbeit sammeln k\u00f6nnen. Auch wenn ich nun schlussendlich nicht vorhabe, mich auf die Themenbereiche zu konzentrieren, mit welchen ich bei meinem Praktikum besch\u00e4ftigt war, konnte ich mit dieser Erkenntnis meinen Themenbereich weiter eingrenzen. Au\u00dferdem habe ich nun vor, einen EU-Bezug in meiner Bachelorarbeit herzustellen, um mein europapolitisches Wissen weiter zu vertiefen. Bei meinem Abschlussgespr\u00e4ch teilten mir meine Betreuer au\u00dferdem mit, dass sowohl sie selbst, als auch alle anderen Mitarbeiter*innen der Landesvertretung f\u00fcr Fragen und Tipps bezogen auf meine Bachelorarbeit immer erreichbar w\u00e4ren und sie mir mit ihrer eigenen Expertise f\u00fcr beispielsweise ein Interview zur Verf\u00fcgung st\u00e4nden oder mir sogar, falls gew\u00fcnscht, einen geeigneten Kontakt aus ihrem beruflichen Netzwerk vermitteln w\u00fcrden. Da es in der Landesvertretung Spiegelreferent*innen f\u00fcr praktisch jeden Politikbereich gibt, wird dieses Angebot f\u00fcr mich voraussichtlich \u00e4u\u00dferst n\u00fctzlich sein \u2013 egal in welchem Bereich ich meine Arbeit schreiben werde.<\/p><p>Doch auch f\u00fcr meine \u00dcberlegungen hinsichtlich eines Masterstudiengangs und meinen beruflichen Pl\u00e4nen war das Praktikum ausgesprochen hilfreich. Masterstudieng\u00e4nge der europ\u00e4ischen Studien ziehe ich nun n\u00e4her in Betracht und die Bedeutung von Fremdsprachenkenntnissen wurde mir wieder vor Augen gef\u00fchrt. Durch die 3- monatige Einbindung in den Arbeitsalltag in der \u00f6ffentlichen Verwaltung wei\u00df ich nun um einige Vor- und Nachteile in diesem Arbeitsfeld und wie sich auf einen solchen Karrierepfad gezielt hinarbeiten lie\u00dfe. Ohne genau sagen zu k\u00f6nnen, ob ich in diesem Bereich sp\u00e4ter arbeiten m\u00f6chte, kann ich nun doch sagen, dass es f\u00fcr mich eine ernstzunehmende Option darstellt.<\/p><p>Speziell meine Betreuer gaben mir auch abseits von allgemeinen Hinweisen gelegentlich Ratschl\u00e4ge f\u00fcr meine weitere berufliche Laufbahn. So verdeutlichten sie mir vor allem die Wichtigkeit von Netzwerken in der Berufswelt und lie\u00dfen mich das gelegentlich auf Veranstaltungen \u00fcben. Dazu geh\u00f6rten auch spezielle Karriereveranstaltungen, auf welchen sich die M\u00f6glichkeit bot, mit Vertreter*innen aus den verschiedensten Arbeitsbereichen zu sprechen, diesen Fragen zu stellen und Kontakte zu kn\u00fcpfen.<\/p><p>Da es sich bei der \u00f6ffentlichen Verwaltung um einen wichtigen Arbeitgeber f\u00fcr Politikwissenschaftler*innen handelt, kann ich das Praktikum in einer Landesvertretung diesen nur ausdr\u00fccklich empfehlen. Durch die dortigen Erfahrungen wird das theoretische Wissen aus dem Studium durch Praxiserfahrungen erg\u00e4nzt. Mir fehlte beispielsweise oft das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den genauen Ablauf politischer Entscheidungsprozesse, obwohl ich die theoretische Funktionsweise bereits gelernt hatte. Doch nur die praktische Erfahrung hat die Prozesse f\u00fcr mich wirklich nachvollziehbar gemacht, denn in der Theorie wird die Wichtigkeit des menschlichen Miteinanders weitgehend ausgeklammert.<\/p><p>Auf Grunde meiner durchweg positiven Erfahrungen mit dem Praktikum kann ich es jedoch nicht nur Politikwissenschaftler*innen, sondern ganz allgemein Sozialwissenschaftler*innen, Gesellschaftswissenschaftler*innen und Jurist*innen empfehlen, welche Interesse an Verwaltungsarbeit und europ\u00e4ischer Politik besitzen. Das Praktikum hat mich n\u00e4mlich nicht nur in meinem Fachwissen weitergebracht, sondern mir auch dabei geholfen, mich in der beruflichen Welt besser orientieren zu k\u00f6nnen.<\/p><p>Au\u00dferdem habe ich gelernt, auf welche Art und Weise gewissen Dokumente, wie beispielsweise ein Vermerk, geschrieben werden sollen, welche Schreibweise und Formulierungen bei offiziellen Dokumenten angemessen ist und wie man sich in der politischen Sph\u00e4re besser zurechtfindet.<\/p><p><strong>5. Fazit: Schlussfolgerungen f\u00fcr die weitere Studien- und Berufsplanung<\/strong><br \/>Mit Blick auf das Gelernte ist mir nun deutlicher geworden, worauf ich im Studium Wert legen sollte und auf welche Kenntnisse und F\u00e4higkeiten ich hinarbeiten m\u00f6chte. Wichtig war f\u00fcr mich vor allem zu sehen, welche praktischen Anwendungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr das von mir Erlernte es in Zukunft geben kann und wie die Arbeitswelt abseits des Universit\u00e4tsbetriebs funktioniert. Besonders die Atmosph\u00e4re am Arbeitsplatz und die Art zu Arbeiten hat mir gefallen, sodass ich mir in Zukunft durchaus vorstellen kann, eine solche oder vergleichbare T\u00e4tigkeit auszu\u00fcben.<\/p><p>Doch auch der generelle Wert von Praktika und Praxiserfahrung hat sich mir mehr erschlossen, sodass ich nun plane, weitere freiwillige Praktika zu absolvieren, um mir einen noch besseren \u00dcberblick verschaffen zu k\u00f6nnen, Erfahrung zu sammeln und Kontakte zu kn\u00fcpfen.<\/p><p>Des Weiteren kann ich nun die f\u00fcr mich interessanten Themenbereiche besser eingrenzen, was mir die weitere Planung meines Studiums erleichtert. Geholfen hat hier auch der Austausch mit den zahlreichen anderen Praktikant*innen in Br\u00fcssel, welche zumeist aus dem europ\u00e4ischen Ausland kamen. Dar\u00fcber hinaus waren viele Praktikant*innen bereits Masterstudierende, die von ihren spezialisierten Studieng\u00e4ngen aus eigener Erfahrung berichten konnten.<\/p><p>Alles in allem kann ich nat\u00fcrlich auch nach diesem sehr bereichernden Praktikum nicht genau sagen, welche berufliche Richtung ich nun einschlagen m\u00f6chte, doch es hat mir eine gewisse Orientierung gegeben und mich in meiner Motivation best\u00e4rkt.<\/p><p>\u00a0<\/p><p>[osm_map_v3 map_center= \"50.8579,4.3573\" zoom=\"7.085927040761835\" width=\"95%\" height=\"450\" map_border=\"thin solid \" post_markers=\"1\" type=\"\" control=\"fullscreen\" ]<\/p>","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,52087,342721,356669,368865,653],"tags":[52087,125659,18499,15677],"class_list":["post-6479","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-belgien","category-berichte","category-laender","category-outgoing","category-praktikum","tag-belgien","tag-erfahrungsbericht","tag-organisatorisches","tag-politikwissenschaften"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6479","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9117"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6479"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6479\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6489,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6479\/revisions\/6489"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6481"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6479"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6479"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6479"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}