

{"id":5294,"date":"2019-03-28T12:13:21","date_gmt":"2019-03-28T11:13:21","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/?p=5294"},"modified":"2022-06-14T22:12:12","modified_gmt":"2022-06-14T20:12:12","slug":"deep-ecology-erasmus-praktikum-auf-der-farm-a-quinta-portugal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/2019\/03\/28\/deep-ecology-erasmus-praktikum-auf-der-farm-a-quinta-portugal\/","title":{"rendered":"Deep Ecology &#8211; Erasmus-Praktikum auf der Farm &#8222;A Quinta&#8220;, Portugal"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><strong>Organisation<\/strong><br \/>\nDas Projekt in dem ich mein Praktikum absolviert habe, hei\u00dft A Quinta, wurde vor ca. 5 Jahren in Portugal gegr\u00fcndet und setzt sich f\u00fcr einen nachhaltigen Umgang mit dem Land, Wasser, Mensch und Tier ein. Um diese Ziele zu erreichen werden verschiedenen landwirtschaftliche regenerative Methoden eingesetzt. Dazu geh\u00f6ren ein gutes Wassermanagement um m\u00f6glichst das gesamte Regenwasser, das auf das Land f\u00e4llt im Boden zu speichern, ein ganzheitliches Weidemanagement mit einer ca. 70 Schafe und 14 Ziegen starken Herde und verschiedenen Anwendungsbeispielen aus der Permakultur, wie zum Beispiel den biologischen Gem\u00fcsegarten. Im folgenden Bericht werde ich noch genauer auf die eben genannten Ma\u00dfnahmen zur\u00fcckkommen und diese genauer erl\u00e4utern.<\/p>\n<p>Neben der Regeneration der nat\u00fcrliche Systeme, setzt sich A Quinta auch f\u00fcr die Weiterentwicklung auf sozialer und zwischenmenschlicher Ebene ein. Das passiert durch das Zusammenleben in einer Art Gemeinschaft auf der Farm und die enge Interaktion von Menschen mit Tier und Natur. Au\u00dferdem k\u00f6nnen Personen hier ihre eigenen St\u00e4rken entdecken, weil sie sich selber recht frei eine Aufgabe suchen k\u00f6nnen. Mit anf\u00e4nglicher Anleitung erf\u00e4hrt Jeder fr\u00fcher oder sp\u00e4ter ein Erfolgserlebnis, wenn er oder sie etwas selbstst\u00e4ndig erreicht.<\/p>\n<p>Gegr\u00fcndet wurde das Projekt 2014 von Ferdinand Elsinga und Francine Burghoorn und seitdem haben so viele Menschen hier ihren gro\u00dfen oder kleinen Beitrag geleistet, dass es unm\u00f6glich ist sie alle namentlich zu erw\u00e4hnen.<\/p>\n<p><strong>Regenerative Methoden &amp; Aufgaben<\/strong><br \/>\nDas Ernten von Regenwasser erscheint gerade unter Ber\u00fccksichtigung der extremer werdenden klimatischen Bedingungen immer wichtiger. Denn auf diese Weise kann eine Ersch\u00f6pfung von Grundwasserreserven vermieden und trotzdem eine Region d\u00fcrresicherer gemacht werden. Dieses Ziel wird in A Quinta verfolgt und diesen Winter haben gro\u00dffl\u00e4chige Erdarbeiten angefangen um alles abflie\u00dfende Wasser im Land aufzufangen. Diese Arbeiten habe ich zu einem gro\u00dfen Teil selbst geplant, koordiniert und ausgef\u00fchrt. Wir benutzen eine Kombination von zwei verschiedenen Methoden. Als erstes haben wir an allen H\u00e4nge in einem Abstand von minimal 20 m zueinander Gr\u00e4ben angelegt die genau auf einer Linie gleicher H\u00f6he verlaufen (Abb.1). Diese Gr\u00e4ben werden in der Permakultur als \u201cSwales\u201d bezeichnet. Ihre Aufgabe ist es bei starken Regenf\u00e4llen alles Wasser, welches nicht direkt im Boden absorbiert werden kann aufzufangen und gleichm\u00e4\u00dfig \u00fcber das gesamte Land zu verteilen. Nat\u00fcrlicherweise sind alle T\u00e4ler feuchter als H\u00fcgelk\u00e4mme, weswegen wenn in einem Tal mehr Wasser in den Swale flie\u00dft Richtung H\u00fcgelkamm geleitet wird. Zudem wird auch die Bodenerosion deutlich vermindert, weil die Flie\u00dfgeschwindigkeit des Wasser geringer ist und gel\u00f6ste Partikel in den Gr\u00e4ben aufgefangen werden.<\/p>\n<p><div id=\"attachment_5296\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2019\/03\/bild8-1.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-0\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5296\" class=\"size-full wp-image-5296\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2019\/03\/bild8-1.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"502\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2019\/03\/bild8-1.jpg 600w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2019\/03\/bild8-1-420x351.jpg 420w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5296\" class=\"wp-caption-text\">Abb.1 Swales mit Keylines<\/p><\/div><\/p>\n<p>Die zweite Methode die benutzt wird nennt sich Keyline Design und wurde von dem australischen Agrarpionier P.A. Yeoman in den 1950er Jahren entwickelt. Bei dieser Technik wird der Boden durch 3 Pflugspitzen bis auf eine maximale Tiefe von 40 cm aufgerissen. Diese Methode ist schonend f\u00fcr den Erdboden, da keine Erdschollen gedreht werden sondern der Boden nur etwas hochgehoben und aufgelockert wird. Diese Technik erm\u00f6glicht es dem Wasser, Sauerstoff und Pflanzenwurzeln besser in den zuvor kompaktierten Boden einzudringen und ihn so durch wiederholte Anwendung St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck zu verbessern. Unter anderem wird durch diesen Prozess die Mikrobiologie im Boden, sowie der Anteil an organischem Kohlenstoff im Boden erh\u00f6ht. Klassischerweise wird dabei innerhalb von T\u00e4lern oberhalb einer H\u00f6henreferenzlinie gepfl\u00fcgt und sobald das Tal in einen Hangr\u00fccken \u00fcbergeht, verl\u00e4uft die gepfl\u00fcgte Strecke unterhalb dieser Referenz. So wird durch die Schwerkraft das Wasser auf die trockeneren Landfl\u00e4chen verteilt. Wie auch immer haben wir in unserem System die Keylines ebenfalls parallel zu den zuvor installierten Swales verlaufen lassen, was hei\u00dft das diese auch parallel zur Konturlinie verlaufen. Unterhalb der Swales sollen dann, zu Beginn der n\u00e4chsten Feuchtzeit im Oktober viele Obst, Nuss und andere Nutzb\u00e4ume gepflanzt werden. Dadurch, dass kurz \u00fcber den Baumreihen viel Wasser aufgehalten wird und im Boden versickern kann, haben die B\u00e4ume ausreichend Wasser um den warmen Sommer in Portugal zu \u00fcberstehen.<\/p>\n<p>Zwischen den Baumreihen werden dann Tiere in einem \u201cleader - follower\u201d System gegrast. Das hei\u00dft, dass nacheinander verschiedene Tierarten durch kleine Zellen geleitet werden um so den Boden zu d\u00fcngen, jedoch die Vegetation nicht zu stark durch zu langes Grasen zu belasten. Diese noch nicht sehr verbreitete regenerative landwirtschaftliche Methode erm\u00f6glicht es die Fl\u00e4che optimal zu nutzen und im gleichen System Obst, Holz, Grundnahrungsmittel und Fleisch zu produzieren. Dieses Design imitiert eins der biologisch aktivsten Systeme unseres Planeten und zwar die Savanne. In diesem Biom wird das Sonnenlicht optimal genutzt und es kann \u00fcber die Zeit hinweg neuer Mutterboden entstehen, anstatt eben diesen durch j\u00e4hrliches Pfl\u00fcgen und den Anbau von einj\u00e4hrigen Pflanzen zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p><div id=\"attachment_5295\" style=\"width: 689px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2019\/03\/bild9-1.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-1\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5295\" class=\"size-full wp-image-5295\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2019\/03\/bild9-1.jpg\" alt=\"\" width=\"679\" height=\"908\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2019\/03\/bild9-1.jpg 679w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2019\/03\/bild9-1-420x562.jpg 420w\" sizes=\"(max-width: 679px) 100vw, 679px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5295\" class=\"wp-caption-text\">Abb.2 Wasserpegelmessung mit Damiano<\/p><\/div><\/p>\n<p>Unter anderem habe ich noch in Eigeninitiative zwei Ablaufmessstellen an Teichen angebracht und die Menge des abflie\u00dfendes Wassers untersucht. Im Sommer gab es an einem der beiden Teiche \u00fcberhaupt keinen Abfluss, weil die Verdunstung gleich dem Eintrag war, dies hat sich allerdings mit dem Einsetzten der Regenf\u00e4lle ge\u00e4ndert. Die andere Messstelle hatte im Sommer einen kontinuierlichen Ausfluss der nat\u00fcrlich auch im Winter zunahm. Des weiteren habe ich auch den Wasserstand in einem alten Brunnen regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberpr\u00fcft. Neben diesen studienrelevanten Aufgaben habe ich mich nat\u00fcrlich auch im allgemeinen Farmalltag eingebracht und habe einmal alle Aufgaben erledigt die es dort so gibt. Dazu geh\u00f6ren Gartenarbeit, Konstruktionen, Betreuung der Tiere und noch vieles mehr.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><br \/>\nMir pers\u00f6nlich hat mein Praktikum richtig gut gefallen. Dies lag vor allem an den abwechslungsreichen Aufgaben, der wunderbaren Natur und auch den Menschen die ich w\u00e4hrend meiner Zeit in Portugal kennen lernen durfte. Dadurch, dass ich relative frei entscheiden konnte, welche Aufgaben ich erledige und in meinem Tempo arbeiten durfte, habe ich zudem viel \u00fcber selbstst\u00e4ndiges Arbeiten und Organisation gelernt. Auch karrieretechnisch hat mich mein Aufenthalt weiter gebracht, da ich nun einen sehr viel praktisches Wissen gesammelt habe. Au\u00dferdem habe ich auch einige Softskills gelernt, wie das Anleiten von kleineren Gruppen. Alles in Allem kann ich es jedem empfehlen die M\u00f6glichkeit eines Erasmus+ gef\u00f6rderten Praktikums in Anspruch zu nehmen und vor allem kann ich es jedem empfehlen A Quinta oder ein \u00e4hnliches Farmprojekt zu besuchen und etwas \u00fcber regenerative Landwirtschaftsmethoden zu lernen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"ShortCode_Div\"><link rel='stylesheet' id='osm-ol3-css-css' href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/OL\/10.9.0\/ol.css?ver=10.9.0&#038;ver=7.0' media='all' \/>\n<link rel='stylesheet' id='osm-ol3-ext-css-css' href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/css\/osm_map_v3.css?ver=1.0.0&#038;ver=7.0' media='all' \/>\n<link rel='stylesheet' id='osm-map-css-css' href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/css\/osm_map.css?ver=1.0.0&#038;ver=7.0' media='all' \/>\n<script id=\"wp-polyfill-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-includes\/js\/dist\/vendor\/wp-polyfill.min.js?ver=3.15.0\"><\/script>\n<script id=\"osm-ol3-library-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/OL\/10.9.0\/ol.js?ver=10.9.0\"><\/script>\n<script id=\"osm-ol3-ext-library-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/osm-v3-plugin-lib.js?ver=1.0.0\"><\/script>\n<script id=\"osm-ol3-metabox-events-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/osm-metabox-events.js?ver=1.0.0\"><\/script>\n<script id=\"jquery-core-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-includes\/js\/jquery\/jquery.min.js?ver=3.7.1\"><\/script>\n<script id=\"jquery-migrate-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-includes\/js\/jquery\/jquery-migrate.min.js?ver=3.4.1\"><\/script>\n<script id=\"osm-map-startup-js-extra\">\nvar translations = {\"openlayer\":\"open layer\",\"openlayerAtStartup\":\"open layer at startup\",\"generateLink\":\"link to this map with opened layers\",\"shortDescription\":\"short description\",\"generatedShortCode\":\"to get a text control link paste this code in your wordpress editor\",\"closeLayer\":\"close layer\",\"cantGenerateLink\":\"put this string in the existing map short code to control this map\"};\n\/\/# sourceURL=osm-map-startup-js-extra\n<\/script>\n<script id=\"osm-map-startup-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/osm-startup-lib.js?ver=V6.2.6\"><\/script>\n\n        <div id=\"map_ol3js_1\"\n       class=\"osm-map-container undefined\"\n             data-map_name=\"undefined\"\n             data-map=\"map_ol3js_1\"\n             data-autoshow=\"no\"\n             style=\"width:100%;\n                    max-width:100%;\n                    height:450px;\n                    display:block;\n                    overflow:hidden;\n                    border:2px solid grey;\n                    position: relative;\">\n          <div id=\"map_ol3js_1_popup\" class=\"ol-popup\">\n            <a href=\"#\" id=\"map_ol3js_1_popup-closer\" class=\"ol-popup-closer\"><\/a>\n            <div id=\"map_ol3js_1_popup-content\"><\/div>\n          <\/div>\n        <\/div>\n    <script type=\"text\/javascript\">\n\t\t\t  vectorM['map_ol3js_1'] = [];\n\t        \n        var raster = getTileLayer(\"osm\",\"NoKey\");\t\t\t\n\n\t\t\t  var map_ol3js_1 = new ol.Map({\n\t\t\t\tinteractions: ol.interaction.defaults.defaults({mouseWheelZoom:false}),\n\t\t\t\tlayers: [raster],\n\t\t\t\ttarget: \"map_ol3js_1\",\n\t\t\t\tview: new ol.View({\n\t\t\t\t  center: ol.proj.transform([-8.6568,37.6848], \"EPSG:4326\", \"EPSG:3857\"),\n\t\t\t\t  zoom: 6\n\t\t\t\t})\n\t\t\t  });\n\t\t\t  addControls2Map(map_ol3js_1,0,0,3,0,5,6,7,1,1);\nosm_addPopupClickhandler(map_ol3js_1,  \"map_ol3js_1\"); \nosm_addMouseHover(map_ol3js_1); <\/script><\/div><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_post_nav_0 et_pb_posts_nav nav-single et_block_module\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":9117,"featured_media":5297,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"<p><strong>Organisation<\/strong><br \/>Das Projekt in dem ich mein Praktikum absolviert habe, hei\u00dft A Quinta, wurde vor ca. 5 Jahren in Portugal gegr\u00fcndet und setzt sich f\u00fcr einen nachhaltigen Umgang mit dem Land, Wasser, Mensch und Tier ein. Um diese Ziele zu erreichen werden verschiedenen landwirtschaftliche regenerative Methoden eingesetzt. Dazu geh\u00f6ren ein gutes Wassermanagement um m\u00f6glichst das gesamte Regenwasser, das auf das Land f\u00e4llt im Boden zu speichern, ein ganzheitliches Weidemanagement mit einer ca. 70 Schafe und 14 Ziegen starken Herde und verschiedenen Anwendungsbeispielen aus der Permakultur, wie zum Beispiel den biologischen Gem\u00fcsegarten. Im folgenden Bericht werde ich noch genauer auf die eben genannten Ma\u00dfnahmen zur\u00fcckkommen und diese genauer erl\u00e4utern.<\/p><p>Neben der Regeneration der nat\u00fcrliche Systeme, setzt sich A Quinta auch f\u00fcr die Weiterentwicklung auf sozialer und zwischenmenschlicher Ebene ein. Das passiert durch das Zusammenleben in einer Art Gemeinschaft auf der Farm und die enge Interaktion von Menschen mit Tier und Natur. Au\u00dferdem k\u00f6nnen Personen hier ihre eigenen St\u00e4rken entdecken, weil sie sich selber recht frei eine Aufgabe suchen k\u00f6nnen. Mit anf\u00e4nglicher Anleitung erf\u00e4hrt Jeder fr\u00fcher oder sp\u00e4ter ein Erfolgserlebnis, wenn er oder sie etwas selbstst\u00e4ndig erreicht.<\/p><p>Gegr\u00fcndet wurde das Projekt 2014 von Ferdinand Elsinga und Francine Burghoorn und seitdem haben so viele Menschen hier ihren gro\u00dfen oder kleinen Beitrag geleistet, dass es unm\u00f6glich ist sie alle namentlich zu erw\u00e4hnen.<\/p><p><strong>Regenerative Methoden & Aufgaben<\/strong><br \/>Das Ernten von Regenwasser erscheint gerade unter Ber\u00fccksichtigung der extremer werdenden klimatischen Bedingungen immer wichtiger. Denn auf diese Weise kann eine Ersch\u00f6pfung von Grundwasserreserven vermieden und trotzdem eine Region d\u00fcrresicherer gemacht werden. Dieses Ziel wird in A Quinta verfolgt und diesen Winter haben gro\u00dffl\u00e4chige Erdarbeiten angefangen um alles abflie\u00dfende Wasser im Land aufzufangen. Diese Arbeiten habe ich zu einem gro\u00dfen Teil selbst geplant, koordiniert und ausgef\u00fchrt. Wir benutzen eine Kombination von zwei verschiedenen Methoden. Als erstes haben wir an allen H\u00e4nge in einem Abstand von minimal 20 m zueinander Gr\u00e4ben angelegt die genau auf einer Linie gleicher H\u00f6he verlaufen (Abb.1). Diese Gr\u00e4ben werden in der Permakultur als \u201cSwales\u201d bezeichnet. Ihre Aufgabe ist es bei starken Regenf\u00e4llen alles Wasser, welches nicht direkt im Boden absorbiert werden kann aufzufangen und gleichm\u00e4\u00dfig \u00fcber das gesamte Land zu verteilen. Nat\u00fcrlicherweise sind alle T\u00e4ler feuchter als H\u00fcgelk\u00e4mme, weswegen wenn in einem Tal mehr Wasser in den Swale flie\u00dft Richtung H\u00fcgelkamm geleitet wird. Zudem wird auch die Bodenerosion deutlich vermindert, weil die Flie\u00dfgeschwindigkeit des Wasser geringer ist und gel\u00f6ste Partikel in den Gr\u00e4ben aufgefangen werden.<\/p>[caption id=\"attachment_5296\" align=\"aligncenter\" width=\"600\"]<a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2019\/03\/bild8-1.jpg\"><img class=\"size-full wp-image-5296\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2019\/03\/bild8-1.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"502\" \/><\/a> Abb.1 Swales mit Keylines[\/caption]<p>Die zweite Methode die benutzt wird nennt sich Keyline Design und wurde von dem australischen Agrarpionier P.A. Yeoman in den 1950er Jahren entwickelt. Bei dieser Technik wird der Boden durch 3 Pflugspitzen bis auf eine maximale Tiefe von 40 cm aufgerissen. Diese Methode ist schonend f\u00fcr den Erdboden, da keine Erdschollen gedreht werden sondern der Boden nur etwas hochgehoben und aufgelockert wird. Diese Technik erm\u00f6glicht es dem Wasser, Sauerstoff und Pflanzenwurzeln besser in den zuvor kompaktierten Boden einzudringen und ihn so durch wiederholte Anwendung St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck zu verbessern. Unter anderem wird durch diesen Prozess die Mikrobiologie im Boden, sowie der Anteil an organischem Kohlenstoff im Boden erh\u00f6ht. Klassischerweise wird dabei innerhalb von T\u00e4lern oberhalb einer H\u00f6henreferenzlinie gepfl\u00fcgt und sobald das Tal in einen Hangr\u00fccken \u00fcbergeht, verl\u00e4uft die gepfl\u00fcgte Strecke unterhalb dieser Referenz. So wird durch die Schwerkraft das Wasser auf die trockeneren Landfl\u00e4chen verteilt. Wie auch immer haben wir in unserem System die Keylines ebenfalls parallel zu den zuvor installierten Swales verlaufen lassen, was hei\u00dft das diese auch parallel zur Konturlinie verlaufen. Unterhalb der Swales sollen dann, zu Beginn der n\u00e4chsten Feuchtzeit im Oktober viele Obst, Nuss und andere Nutzb\u00e4ume gepflanzt werden. Dadurch, dass kurz \u00fcber den Baumreihen viel Wasser aufgehalten wird und im Boden versickern kann, haben die B\u00e4ume ausreichend Wasser um den warmen Sommer in Portugal zu \u00fcberstehen.<\/p><p>Zwischen den Baumreihen werden dann Tiere in einem \u201cleader - follower\u201d System gegrast. Das hei\u00dft, dass nacheinander verschiedene Tierarten durch kleine Zellen geleitet werden um so den Boden zu d\u00fcngen, jedoch die Vegetation nicht zu stark durch zu langes Grasen zu belasten. Diese noch nicht sehr verbreitete regenerative landwirtschaftliche Methode erm\u00f6glicht es die Fl\u00e4che optimal zu nutzen und im gleichen System Obst, Holz, Grundnahrungsmittel und Fleisch zu produzieren. Dieses Design imitiert eins der biologisch aktivsten Systeme unseres Planeten und zwar die Savanne. In diesem Biom wird das Sonnenlicht optimal genutzt und es kann \u00fcber die Zeit hinweg neuer Mutterboden entstehen, anstatt eben diesen durch j\u00e4hrliches Pfl\u00fcgen und den Anbau von einj\u00e4hrigen Pflanzen zu zerst\u00f6ren.<\/p>[caption id=\"attachment_5295\" align=\"alignnone\" width=\"679\"]<a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2019\/03\/bild9-1.jpg\"><img class=\"size-full wp-image-5295\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2019\/03\/bild9-1.jpg\" alt=\"\" width=\"679\" height=\"908\" \/><\/a> Abb.2 Wasserpegelmessung mit Damiano[\/caption]<p>Unter anderem habe ich noch in Eigeninitiative zwei Ablaufmessstellen an Teichen angebracht und die Menge des abflie\u00dfendes Wassers untersucht. Im Sommer gab es an einem der beiden Teiche \u00fcberhaupt keinen Abfluss, weil die Verdunstung gleich dem Eintrag war, dies hat sich allerdings mit dem Einsetzten der Regenf\u00e4lle ge\u00e4ndert. Die andere Messstelle hatte im Sommer einen kontinuierlichen Ausfluss der nat\u00fcrlich auch im Winter zunahm. Des weiteren habe ich auch den Wasserstand in einem alten Brunnen regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberpr\u00fcft. Neben diesen studienrelevanten Aufgaben habe ich mich nat\u00fcrlich auch im allgemeinen Farmalltag eingebracht und habe einmal alle Aufgaben erledigt die es dort so gibt. Dazu geh\u00f6ren Gartenarbeit, Konstruktionen, Betreuung der Tiere und noch vieles mehr.<\/p><p><strong>Fazit<\/strong><br \/>Mir pers\u00f6nlich hat mein Praktikum richtig gut gefallen. Dies lag vor allem an den abwechslungsreichen Aufgaben, der wunderbaren Natur und auch den Menschen die ich w\u00e4hrend meiner Zeit in Portugal kennen lernen durfte. Dadurch, dass ich relative frei entscheiden konnte, welche Aufgaben ich erledige und in meinem Tempo arbeiten durfte, habe ich zudem viel \u00fcber selbstst\u00e4ndiges Arbeiten und Organisation gelernt. Auch karrieretechnisch hat mich mein Aufenthalt weiter gebracht, da ich nun einen sehr viel praktisches Wissen gesammelt habe. Au\u00dferdem habe ich auch einige Softskills gelernt, wie das Anleiten von kleineren Gruppen. Alles in Allem kann ich es jedem empfehlen die M\u00f6glichkeit eines Erasmus+ gef\u00f6rderten Praktikums in Anspruch zu nehmen und vor allem kann ich es jedem empfehlen A Quinta oder ein \u00e4hnliches Farmprojekt zu besuchen und etwas \u00fcber regenerative Landwirtschaftsmethoden zu lernen.<\/p><p>\u00a0<\/p><div id=\"ShortCode_Div\">[osm_map_v3 map_center=\"37.6848,-8.6568\" zoom=\"6\" width=\"100%\" height=\"450\" post_markers=\"1\" control=\"fullscreen\"]<\/div>","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,342721,356669,368865,52056,653],"tags":[125659,368841,52056,572093],"class_list":["post-5294","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-berichte","category-laender","category-outgoing","category-portugal","category-praktikum","tag-erfahrungsbericht","tag-forschungspraktikum","tag-portugal","tag-umweltwissenschaften"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5294","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9117"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5294"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5294\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5946,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5294\/revisions\/5946"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5297"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5294"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5294"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5294"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}