

{"id":4820,"date":"2018-10-05T11:35:31","date_gmt":"2018-10-05T09:35:31","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/?p=4820"},"modified":"2022-06-14T22:19:12","modified_gmt":"2022-06-14T20:19:12","slug":"praktikum-beim-north-queensland-land-council-in-cairns-australien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/2018\/10\/05\/praktikum-beim-north-queensland-land-council-in-cairns-australien\/","title":{"rendered":"Praktikum beim North Queensland Land Council in Cairns, Australien"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Etwa ein Jahr vor Beginn meines Praktikums hat sich ergeben, dass ich nach Australien fliegen w\u00fcrde, also fing ich an zu \u00fcberlegen, was mich in diesem Land im Hinblick auf mein Studium interessieren k\u00f6nnte und wo ich wohlm\u00f6glich ein Praktikumsplatz bekommen k\u00f6nnte. Ich erkannte relativ schnell, dass ich gerne im Bereich des \u201eIndigenous Sector\u201c arbeitet m\u00f6chte und fand The Aurora Project (<a href=\"http:\/\/auroraproject.com.au\/\">http:\/\/auroraproject.com.au\/<\/a>), ein Koordinationsorganisation, die PraktikantInnen und Arbeitssuchenden half, einen Praktikums- oder Arbeitsplatz zu bekommen. Das Bewerbungsverfahren bestand aus zwei Stufen: Als erstes musste ich mich als m\u00f6glicher Kandidat bewerben, wo entschieden wurde, ob ich als Praktikant angemessen w\u00e4re. In diesem ersten Schritt hatte ich viele Bewerbungsunterlagen auszuf\u00fcllen; unter anderem sollte ich ein Motivationsschreiben entwerfen, mich als Person vorstellen und Empfehlungsschreiben von meinen ProfessorInnen anfragen. Ungef\u00e4hr einen Monat vor Antritt meiner Reise bekam ich die Zusage und wurde somit in die zweite Runde des Verfahrens geleitet, wo ich f\u00fcnf Organisationen angab, bei denen ich ein Praktikum machen w\u00fcrde. Da ich vor meinem Praktikum im Nord-Osten Queenslands bleiben w\u00fcrde, suchte ich vorwiegend Organisationen in dieser Region. Etwa zwei Wochen vor Abflug, bekam ich den Bescheid, dass ich in Cairns bei der North Queensland Land Council mein Praktikum absolvieren w\u00fcrde. Der NQLC ist eine Organisation, die durch anthropologische und juristische Arbeit, Native Title (Landrecht) der Aboriginal und Torres Strait Islander people sichert. In der Zeit der Kolonisierung Australiens wurden den Aboriginal und Torres Strait Islander people das Land enteignet und gestohlen, ohne R\u00fccksicht auf deren Beziehung zum Land und der Ungerechtigkeit, die ihnen dabei angetan wurde. Native Title arbeitet darauf hin, diesen Vorgang, so weit es geht, r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen.<\/p>\n<p>Da ich die australische Staatsb\u00fcrgerschaft besitze, musste ich kaum Auslandsunterlagen erledigen. Ich besuchte die australische Botschaft in Berlin, um dort meinen Pass zu erneuern und konnte ohne Probleme in das Land einreisen.<br \/>\nDurch die finanzielle Unterst\u00fctzung von PROMOS und des Bremer Studien Fonds war es mir m\u00f6glich mein Praktikum zu absolvieren, doch ohne diese, w\u00e4re die Zeit in Australien sehr viel schwieriger abgelaufen. Als ausl\u00e4ndisches Bankkonto benutzte ich meine DKB Visa Card, diese wird fast \u00fcberall angenommen, aber man muss dazu sagen, dass DKB jedes Mal 1,75 % des abgehobenen Geldsatzes mit abzieht und die Automaten selbst oft eine eigene Benutzergeb\u00fchr einfordern.<\/p>\n<p>Der NQLC war in den 6 Wochen meine Arbeitsstelle und auch mein Kontaktpunkt zu Leuten aus der Region. Mein Arbeitstag begann um 8.30 Uhr und endete um 17 Uhr. Das Geb\u00e4ude bestand aus zwei Stockwerken; unten sa\u00df die juristische Abteilung der \u201eFuture Acts\u201c, die sich vor allem um die Prozesse nach der Landrechtsgewinnung k\u00fcmmerten. Mit dieser Gruppe von MitarbeiterInnen hatte ich nicht so viel zu tun, dennoch traf man sich ab und zu im Geb\u00e4ude um ein wenig zu plaudern. Das obere Stockwerk bestand aus der Research Unit, in der ich auch arbeitete, der finanziellen Organisation und dem Chef der Organisation. Die Research Unit wurde sowohl von AnthropologInnen als auch JuristInnen geleitet und bestand aus ca. 20 Leuten. Das anthropologische Team bestand aus der leitenden Anthropologin, Louise Allwood, zwei weiteren AnthropologInnen, einer Administratorin und mir, dem Praktikanten. Zusammen mit dem juristischen Team wurde an den Prozessen der Native Title Bestimmungen gearbeitet und durch qualitative Methodik Material erhoben.<br \/>\nEin solcher Prozess des Native Titles kann in etwa wie folgt aussehen:<br \/>\nEine indigene Gruppe kommt durch ihre Repr\u00e4sentantInnen auf den NQLC zu und fragt eine tiefgr\u00fcndige Untersuchung ihrer Gruppe in Verbindung mit dem dazugeh\u00f6rigen Land an. Diese Untersuchung wird durch JuristInnen und AnthropologInnen durchgef\u00fchrt und beinhaltet z.B. genealogische Arbeit (um die kontinuierliche Verbindung zur Region festzustellen), Interviews mit lebenden Angeh\u00f6rigen, zahlreiche Treffen mit den Repr\u00e4sentantInnen und der gemeinsamen Organisation einer offiziellen und rechtlich anerkannten Repr\u00e4sentation vor Gericht. Dieser Prozess kann bei manchen \u00fcber acht Jahre dauern, bei anderen wiederum nur drei. Dies h\u00e4ngt meistens davon ab, wie gut die Gruppe sich untereinander versteht (diese Gruppen bestehen oft aus vielen Familien), wie gut die AnthropologInnen und JuristInnen arbeiten, in wie fern die Regierung Queenslands mitarbeitet und auch wie viele andere Parteien an dem spezifischen Land interessiert sind (z.B. Bergbaufirmen). Wenn alles glatt l\u00e4uft, dann kommt es am Ende des Prozesses zur Determination, also zum Beschluss. Diese Veranstaltung markiert f\u00fcr viele Beteiligten das Ende eines langwierigen und schwierigen Prozesses und es kommen dementsprechende Emotionen zum Vorschein.<\/p>\n<p>Ich hatte sehr viel Gl\u00fcck und das Privileg, bei einer solchen Determination dabei zu sein, ungef\u00e4hr in meiner zweiten Woche. Die Girramay people aus der Cardwell Region hatten es endlich geschafft, ihr rechtm\u00e4\u00dfiges Eigentum von der Regierung anerkannt zu bekommen und alle beteiligten trafen sich in der \u201ecommunity hall\u201c um den offiziellen Bescheid der Regierung (vertreten durch Anw\u00e4ltinnen und einem Richter) zu h\u00f6ren und danach gemeinsam zu feiern. Es war ein unglaubliches Gef\u00fchl dabei zu sein und zu sehen wie voller Stolz und Freude die Menschen waren, ihr Land wieder zu haben. Solche und andere Momente haben mir einen wirklich tiefen Einblick in das Leben vieler Menschen in Australien gegeben.<\/p>\n<p>Die Arbeitsatmosph\u00e4re beim NQLC war meist eine angenehme Mischung aus Professionalit\u00e4t und pers\u00f6nlicher Begegnungen, wodurch es mir erstaunlich leicht viel, meinen Arbeitsrhythmus zu finden. Ich sa\u00df zwar auch viel vor einem Bildschirm, doch die lustigen Gespr\u00e4che zwischen durch und der allgemein freundliche Umgang mit den KollegInnen erleichterte meine Zeit dort ungemein.<\/p>\n<p>Aurora Project hatte einige Unterkunftsm\u00f6glichkeiten angegeben, diese waren jedoch meistens gro\u00dfe Backpacker WGs und ich hatte eher vor, lokale Menschen kennenzulernen. Deshalb suchte ich auf Flatshare.com.au und Roommate.com.au nach kleineren WGs und zog dann Anfang Juli bei Charlie ein. Die Miete in Australien ist um einiges h\u00f6her als in Deutschland, weshalb ich die 150 Dollar pro Woche dankend annahm. Sein Haus war sehr zentral und ich konnte von ihm aus, alle Lokalit\u00e4ten besuchen. Ich lieh mir au\u00dferdem ein Fahrrad, womit ich zur Arbeit fuhr und abends durch die Stra\u00dfen zog, auf der Suche nach Unterhaltung.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde allen zuk\u00fcnftigen Studierenden und PraktikantInnen in Australien empfehlen sich ebenfalls eine WG zu suchen. Auf den oben genannten Seiten und auf GumTree findet man eigentlich immer etwas und es ist weitaus billiger, als in einem Hostel zu bleiben und meistens interessanter, als die ganze Zeit mit Backpackern zusammen zu sein. Ich fand es sehr erfrischend Leute aus der Stadt kennenzulernen, da sie einem einen besseren Einblick in den Ort und die Kultur geben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch wenn es in Australien hei\u00df werden kann, lohnt es sich immer, sich ein Fahrrad irgendwo zu leihen.<br \/>\nMich interessierte in meiner Freizeit vor allem, was f\u00fcr Live-Musik in der Stadt zu h\u00f6ren war. Ich klapperte eine Kneipe nach der anderen ab, um am Wochenende nicht nur zu Hause zu sein und suchte so auch den Kontakt zu anderen. Ich spielte selbst viel Gitarre und schrieb einige Songs, die von Begegnungen im Alltag vor Ort inspiriert wurden. Da die Sonne in den 6 Wochen geradezu brannte, ging ich am Wochenende an den Strand, besuchte die Stadt, beobachtete Menschen und das Leben um mich herum und suchte mir sonstige Dinge um mich bei Laune zu halten. Nat\u00fcrlich ist es wichtig, sich beim Praktikum auf seine Arbeit und die damit verbundenen Dinge zu konzentrieren, jedoch darf man nicht die eigene Freizeit vergessen. Man ist ja auch in einem anderen Land, um neues kennenzulernen und andere Menschen zu treffen.<\/p>\n<p>Vor allem in der Arbeit mit Aboriginal und Torres Strait Islander peoples, ist der sensible und respektvoller Umgang mit anderen Traditionen ein Muss. So wie in vielen kolonisierten L\u00e4ndern ist die wei\u00dfe Bev\u00f6lkerung nach wie vor in vielerlei Hinsicht im Vorteil, sei es politisch, finanziell, gesellschaftlich oder gesundheitlich. Man muss sich als wei\u00dfer Ausl\u00e4nder auch dessen bewusst sein, dass man auch als solcher gesehen wird. Es gibt nichts schlimmeres als eine\/n PraktikantIn der\/die so tut als w\u00fcssten sie schon alles, bzw. alles besser. Es ist unbedingt n\u00f6tig, dass man zuh\u00f6rt, lernt und versteht, anstatt Hinweise und Tipps zu geben, wo sie vielleicht nicht angebracht sind. Dies trifft sowohl auf meinen Arbeitsbereich als auch auf viele andere zu.<\/p>\n<p>Wenn ich wieder nach Deutschland komme und das n\u00e4chste Semester beginnt, muss ich mich darum k\u00fcmmern, mein Praktikum anerkannt zu bekommen und meine Praktikumsbericht anzufertigen. Dieses Praktikum kann ich als Teil meines Modul 10 anrechnen lassen, womit ich meinen praktischen Teil und einen Auslandsaufenthalt ber\u00fccksichtigt habe. Dieses Modul wird dann mit der Abgabe meines Praktikumsberichtes abgeschlossen.<\/p>\n<p>Oft st\u00f6rte mich bei meinem bisherigen Studium, dass es zu theoretisch und abstrakt war. Ich las einen Text nach dem anderen und in den Seminaren diskutierte man \u00fcber ferne Theorien, die Gesellschaftsmodelle erkl\u00e4rten und politische Systeme herunterbrachen. Jetzt wo ich mein Praktikum abgeschlossen habe, freue ich mich sagen zu k\u00f6nnen, dass es mehr als nur Theorien in diesem Feld gibt. Die Arbeit beim NQLC hat mir andere Gebiete und Arbeitsfelder der Anthropologie gezeigt und mir vor allem eine Idee davon gegeben, was mit nach einem Studium in Kulturwissenschaften \u00fcberhaupt in der Arbeitswelt machen kann.<\/p>\n<p>Mir hat vor allem der menschenbezogene Alltag gefallen, in dem kulturwissenschaftlich arbeite, aber trotzdem ins \u201eFeld\u201c ging um mit Menschen zu reden und nicht nur alles als ein weiteres Dokument betrachtete. Ich war bei diversen sehr emotionalen Interviews dabei, die mir sehr die Augen \u00f6ffneten und ich hoffe bestimmte Interviewtechniken beibehalten zu k\u00f6nnen oder in zuk\u00fcnftigen Interviewsituationen auf meine Alltagserfahrungen zur\u00fcckgreifen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich hatte in den bisherigen Semestern auch schon einen Fokus f\u00fcr border studies und Arbeit mit Gefl\u00fcchteten entwickelt und konnte einiges aus meinem Praktikum daf\u00fcr ziehen. Ich k\u00f6nnte mir z.B. vorstellen f\u00fcr eine Organisation zu arbeiten, die in der Asylpolitik forscht und mit Gefl\u00fcchteten arbeitet. Dies k\u00f6nnte auch auf einen Job zur\u00fcckf\u00fchren, der auf den Umgang mit Menschen konzentriert ist und weniger ein \u201eErforschen aus der Ferne\u201c bedeutet. Ich kann immer noch nicht zu hundert Prozent sagen, was genau nach meinem Studium f\u00fcr mich bevorsteht, aber durch mein Praktikum habe ich schon mal eine bessere Idee bekommen, was f\u00fcr eine Art Kulturwissenschaftler ich werden m\u00f6chte. Ich bin mir sicher, dass das Praktikum Auswirkungen auf mein zuk\u00fcnftigen Studienverlauf und wom\u00f6glich auch meine Karrierewahl haben wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"ShortCode_Div\"><link rel='stylesheet' id='osm-ol3-css-css' href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/OL\/10.9.0\/ol.css?ver=10.9.0&#038;ver=7.0' media='all' \/>\n<link rel='stylesheet' id='osm-ol3-ext-css-css' href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/css\/osm_map_v3.css?ver=1.0.0&#038;ver=7.0' media='all' \/>\n<link rel='stylesheet' id='osm-map-css-css' href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/css\/osm_map.css?ver=1.0.0&#038;ver=7.0' media='all' \/>\n<script id=\"wp-polyfill-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-includes\/js\/dist\/vendor\/wp-polyfill.min.js?ver=3.15.0\"><\/script>\n<script id=\"osm-ol3-library-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/OL\/10.9.0\/ol.js?ver=10.9.0\"><\/script>\n<script id=\"osm-ol3-ext-library-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/osm-v3-plugin-lib.js?ver=1.0.0\"><\/script>\n<script id=\"osm-ol3-metabox-events-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/osm-metabox-events.js?ver=1.0.0\"><\/script>\n<script id=\"jquery-core-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-includes\/js\/jquery\/jquery.min.js?ver=3.7.1\"><\/script>\n<script id=\"jquery-migrate-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-includes\/js\/jquery\/jquery-migrate.min.js?ver=3.4.1\"><\/script>\n<script id=\"osm-map-startup-js-extra\">\nvar translations = {\"openlayer\":\"open layer\",\"openlayerAtStartup\":\"open layer at startup\",\"generateLink\":\"link to this map with opened layers\",\"shortDescription\":\"short description\",\"generatedShortCode\":\"to get a text control link paste this code in your wordpress editor\",\"closeLayer\":\"close layer\",\"cantGenerateLink\":\"put this string in the existing map short code to control this map\"};\n\/\/# sourceURL=osm-map-startup-js-extra\n<\/script>\n<script id=\"osm-map-startup-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/osm-startup-lib.js?ver=V6.2.6\"><\/script>\n\n        <div id=\"map_ol3js_1\"\n       class=\"osm-map-container undefined\"\n             data-map_name=\"undefined\"\n             data-map=\"map_ol3js_1\"\n             data-autoshow=\"no\"\n             style=\"width:100%;\n                    max-width:100%;\n                    height:450px;\n                    display:block;\n                    overflow:hidden;\n                    border:2px solid grey;\n                    position: relative;\">\n          <div id=\"map_ol3js_1_popup\" class=\"ol-popup\">\n            <a href=\"#\" id=\"map_ol3js_1_popup-closer\" class=\"ol-popup-closer\"><\/a>\n            <div id=\"map_ol3js_1_popup-content\"><\/div>\n          <\/div>\n        <\/div>\n    <script type=\"text\/javascript\">\n\t\t\t  vectorM['map_ol3js_1'] = [];\n\t        \n        var raster = getTileLayer(\"osm\",\"NoKey\");\t\t\t\n\n\t\t\t  var map_ol3js_1 = new ol.Map({\n\t\t\t\tinteractions: ol.interaction.defaults.defaults({mouseWheelZoom:false}),\n\t\t\t\tlayers: [raster],\n\t\t\t\ttarget: \"map_ol3js_1\",\n\t\t\t\tview: new ol.View({\n\t\t\t\t  center: ol.proj.transform([145.0361,-15.1619], \"EPSG:4326\", \"EPSG:3857\"),\n\t\t\t\t  zoom: 4\n\t\t\t\t})\n\t\t\t  });\n\t\t\t  addControls2Map(map_ol3js_1,0,0,3,0,5,6,7,1,1);\nosm_addPopupClickhandler(map_ol3js_1,  \"map_ol3js_1\"); \nosm_addMouseHover(map_ol3js_1); <\/script><\/div><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_post_nav_0 et_pb_posts_nav nav-single et_block_module\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":9117,"featured_media":4821,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"<p>Etwa ein Jahr vor Beginn meines Praktikums hat sich ergeben, dass ich nach Australien fliegen w\u00fcrde, also fing ich an zu \u00fcberlegen, was mich in diesem Land im Hinblick auf mein Studium interessieren k\u00f6nnte und wo ich wohlm\u00f6glich ein Praktikumsplatz bekommen k\u00f6nnte. 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Da ich vor meinem Praktikum im Nord-Osten Queenslands bleiben w\u00fcrde, suchte ich vorwiegend Organisationen in dieser Region. Etwa zwei Wochen vor Abflug, bekam ich den Bescheid, dass ich in Cairns bei der North Queensland Land Council mein Praktikum absolvieren w\u00fcrde. Der NQLC ist eine Organisation, die durch anthropologische und juristische Arbeit, Native Title (Landrecht) der Aboriginal und Torres Strait Islander people sichert. In der Zeit der Kolonisierung Australiens wurden den Aboriginal und Torres Strait Islander people das Land enteignet und gestohlen, ohne R\u00fccksicht auf deren Beziehung zum Land und der Ungerechtigkeit, die ihnen dabei angetan wurde. Native Title arbeitet darauf hin, diesen Vorgang, so weit es geht, r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen.<\/p><p>Da ich die australische Staatsb\u00fcrgerschaft besitze, musste ich kaum Auslandsunterlagen erledigen. 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Mit dieser Gruppe von MitarbeiterInnen hatte ich nicht so viel zu tun, dennoch traf man sich ab und zu im Geb\u00e4ude um ein wenig zu plaudern. Das obere Stockwerk bestand aus der Research Unit, in der ich auch arbeitete, der finanziellen Organisation und dem Chef der Organisation. Die Research Unit wurde sowohl von AnthropologInnen als auch JuristInnen geleitet und bestand aus ca. 20 Leuten. Das anthropologische Team bestand aus der leitenden Anthropologin, Louise Allwood, zwei weiteren AnthropologInnen, einer Administratorin und mir, dem Praktikanten. Zusammen mit dem juristischen Team wurde an den Prozessen der Native Title Bestimmungen gearbeitet und durch qualitative Methodik Material erhoben.<br \/>Ein solcher Prozess des Native Titles kann in etwa wie folgt aussehen:<br \/>Eine indigene Gruppe kommt durch ihre Repr\u00e4sentantInnen auf den NQLC zu und fragt eine tiefgr\u00fcndige Untersuchung ihrer Gruppe in Verbindung mit dem dazugeh\u00f6rigen Land an. Diese Untersuchung wird durch JuristInnen und AnthropologInnen durchgef\u00fchrt und beinhaltet z.B. genealogische Arbeit (um die kontinuierliche Verbindung zur Region festzustellen), Interviews mit lebenden Angeh\u00f6rigen, zahlreiche Treffen mit den Repr\u00e4sentantInnen und der gemeinsamen Organisation einer offiziellen und rechtlich anerkannten Repr\u00e4sentation vor Gericht. Dieser Prozess kann bei manchen \u00fcber acht Jahre dauern, bei anderen wiederum nur drei. Dies h\u00e4ngt meistens davon ab, wie gut die Gruppe sich untereinander versteht (diese Gruppen bestehen oft aus vielen Familien), wie gut die AnthropologInnen und JuristInnen arbeiten, in wie fern die Regierung Queenslands mitarbeitet und auch wie viele andere Parteien an dem spezifischen Land interessiert sind (z.B. Bergbaufirmen). Wenn alles glatt l\u00e4uft, dann kommt es am Ende des Prozesses zur Determination, also zum Beschluss. Diese Veranstaltung markiert f\u00fcr viele Beteiligten das Ende eines langwierigen und schwierigen Prozesses und es kommen dementsprechende Emotionen zum Vorschein.<\/p><p>Ich hatte sehr viel Gl\u00fcck und das Privileg, bei einer solchen Determination dabei zu sein, ungef\u00e4hr in meiner zweiten Woche. Die Girramay people aus der Cardwell Region hatten es endlich geschafft, ihr rechtm\u00e4\u00dfiges Eigentum von der Regierung anerkannt zu bekommen und alle beteiligten trafen sich in der \u201ecommunity hall\u201c um den offiziellen Bescheid der Regierung (vertreten durch Anw\u00e4ltinnen und einem Richter) zu h\u00f6ren und danach gemeinsam zu feiern. Es war ein unglaubliches Gef\u00fchl dabei zu sein und zu sehen wie voller Stolz und Freude die Menschen waren, ihr Land wieder zu haben. Solche und andere Momente haben mir einen wirklich tiefen Einblick in das Leben vieler Menschen in Australien gegeben.<\/p><p>Die Arbeitsatmosph\u00e4re beim NQLC war meist eine angenehme Mischung aus Professionalit\u00e4t und pers\u00f6nlicher Begegnungen, wodurch es mir erstaunlich leicht viel, meinen Arbeitsrhythmus zu finden. Ich sa\u00df zwar auch viel vor einem Bildschirm, doch die lustigen Gespr\u00e4che zwischen durch und der allgemein freundliche Umgang mit den KollegInnen erleichterte meine Zeit dort ungemein.<\/p><p>Aurora Project hatte einige Unterkunftsm\u00f6glichkeiten angegeben, diese waren jedoch meistens gro\u00dfe Backpacker WGs und ich hatte eher vor, lokale Menschen kennenzulernen. Deshalb suchte ich auf Flatshare.com.au und Roommate.com.au nach kleineren WGs und zog dann Anfang Juli bei Charlie ein. Die Miete in Australien ist um einiges h\u00f6her als in Deutschland, weshalb ich die 150 Dollar pro Woche dankend annahm. Sein Haus war sehr zentral und ich konnte von ihm aus, alle Lokalit\u00e4ten besuchen. Ich lieh mir au\u00dferdem ein Fahrrad, womit ich zur Arbeit fuhr und abends durch die Stra\u00dfen zog, auf der Suche nach Unterhaltung.<\/p><p>Ich w\u00fcrde allen zuk\u00fcnftigen Studierenden und PraktikantInnen in Australien empfehlen sich ebenfalls eine WG zu suchen. Auf den oben genannten Seiten und auf GumTree findet man eigentlich immer etwas und es ist weitaus billiger, als in einem Hostel zu bleiben und meistens interessanter, als die ganze Zeit mit Backpackern zusammen zu sein. Ich fand es sehr erfrischend Leute aus der Stadt kennenzulernen, da sie einem einen besseren Einblick in den Ort und die Kultur geben k\u00f6nnen.<\/p><p>Auch wenn es in Australien hei\u00df werden kann, lohnt es sich immer, sich ein Fahrrad irgendwo zu leihen.<br \/>Mich interessierte in meiner Freizeit vor allem, was f\u00fcr Live-Musik in der Stadt zu h\u00f6ren war. Ich klapperte eine Kneipe nach der anderen ab, um am Wochenende nicht nur zu Hause zu sein und suchte so auch den Kontakt zu anderen. Ich spielte selbst viel Gitarre und schrieb einige Songs, die von Begegnungen im Alltag vor Ort inspiriert wurden. Da die Sonne in den 6 Wochen geradezu brannte, ging ich am Wochenende an den Strand, besuchte die Stadt, beobachtete Menschen und das Leben um mich herum und suchte mir sonstige Dinge um mich bei Laune zu halten. Nat\u00fcrlich ist es wichtig, sich beim Praktikum auf seine Arbeit und die damit verbundenen Dinge zu konzentrieren, jedoch darf man nicht die eigene Freizeit vergessen. Man ist ja auch in einem anderen Land, um neues kennenzulernen und andere Menschen zu treffen.<\/p><p>Vor allem in der Arbeit mit Aboriginal und Torres Strait Islander peoples, ist der sensible und respektvoller Umgang mit anderen Traditionen ein Muss. So wie in vielen kolonisierten L\u00e4ndern ist die wei\u00dfe Bev\u00f6lkerung nach wie vor in vielerlei Hinsicht im Vorteil, sei es politisch, finanziell, gesellschaftlich oder gesundheitlich. Man muss sich als wei\u00dfer Ausl\u00e4nder auch dessen bewusst sein, dass man auch als solcher gesehen wird. Es gibt nichts schlimmeres als eine\/n PraktikantIn der\/die so tut als w\u00fcssten sie schon alles, bzw. alles besser. Es ist unbedingt n\u00f6tig, dass man zuh\u00f6rt, lernt und versteht, anstatt Hinweise und Tipps zu geben, wo sie vielleicht nicht angebracht sind. Dies trifft sowohl auf meinen Arbeitsbereich als auch auf viele andere zu.<\/p><p>Wenn ich wieder nach Deutschland komme und das n\u00e4chste Semester beginnt, muss ich mich darum k\u00fcmmern, mein Praktikum anerkannt zu bekommen und meine Praktikumsbericht anzufertigen. Dieses Praktikum kann ich als Teil meines Modul 10 anrechnen lassen, womit ich meinen praktischen Teil und einen Auslandsaufenthalt ber\u00fccksichtigt habe. Dieses Modul wird dann mit der Abgabe meines Praktikumsberichtes abgeschlossen.<\/p><p>Oft st\u00f6rte mich bei meinem bisherigen Studium, dass es zu theoretisch und abstrakt war. Ich las einen Text nach dem anderen und in den Seminaren diskutierte man \u00fcber ferne Theorien, die Gesellschaftsmodelle erkl\u00e4rten und politische Systeme herunterbrachen. Jetzt wo ich mein Praktikum abgeschlossen habe, freue ich mich sagen zu k\u00f6nnen, dass es mehr als nur Theorien in diesem Feld gibt. Die Arbeit beim NQLC hat mir andere Gebiete und Arbeitsfelder der Anthropologie gezeigt und mir vor allem eine Idee davon gegeben, was mit nach einem Studium in Kulturwissenschaften \u00fcberhaupt in der Arbeitswelt machen kann.<\/p><p>Mir hat vor allem der menschenbezogene Alltag gefallen, in dem kulturwissenschaftlich arbeite, aber trotzdem ins \u201eFeld\u201c ging um mit Menschen zu reden und nicht nur alles als ein weiteres Dokument betrachtete. Ich war bei diversen sehr emotionalen Interviews dabei, die mir sehr die Augen \u00f6ffneten und ich hoffe bestimmte Interviewtechniken beibehalten zu k\u00f6nnen oder in zuk\u00fcnftigen Interviewsituationen auf meine Alltagserfahrungen zur\u00fcckgreifen zu k\u00f6nnen.<\/p><p>Ich hatte in den bisherigen Semestern auch schon einen Fokus f\u00fcr border studies und Arbeit mit Gefl\u00fcchteten entwickelt und konnte einiges aus meinem Praktikum daf\u00fcr ziehen. Ich k\u00f6nnte mir z.B. vorstellen f\u00fcr eine Organisation zu arbeiten, die in der Asylpolitik forscht und mit Gefl\u00fcchteten arbeitet. Dies k\u00f6nnte auch auf einen Job zur\u00fcckf\u00fchren, der auf den Umgang mit Menschen konzentriert ist und weniger ein \u201eErforschen aus der Ferne\u201c bedeutet. Ich kann immer noch nicht zu hundert Prozent sagen, was genau nach meinem Studium f\u00fcr mich bevorsteht, aber durch mein Praktikum habe ich schon mal eine bessere Idee bekommen, was f\u00fcr eine Art Kulturwissenschaftler ich werden m\u00f6chte. Ich bin mir sicher, dass das Praktikum Auswirkungen auf mein zuk\u00fcnftigen Studienverlauf und wom\u00f6glich auch meine Karrierewahl haben wird.<\/p><p>\u00a0<\/p><div id=\"ShortCode_Div\">[osm_map_v3 map_center=\"-15.1619,145.0361\" zoom=\"4\" width=\"100%\" height=\"450\" post_markers=\"1\" control=\"fullscreen\"]<\/div>","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,52049,342721,356669,368865,653],"tags":[7693,52049,125659,368791,18623],"class_list":["post-4820","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-australien","category-berichte","category-laender","category-outgoing","category-praktikum","tag-arbeitsleben","tag-australien","tag-erfahrungsbericht","tag-praktikumssuche","tag-wohnungssuche"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4820","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9117"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4820"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4820\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4829,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4820\/revisions\/4829"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4821"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4820"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4820"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4820"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}