

{"id":4589,"date":"2018-09-17T10:08:42","date_gmt":"2018-09-17T08:08:42","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/?p=4589"},"modified":"2022-06-14T22:35:58","modified_gmt":"2022-06-14T20:35:58","slug":"praktikum-bei-der-wildlife-and-environment-society-of-south-africa-wessa-in-kapstadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/2018\/09\/17\/praktikum-bei-der-wildlife-and-environment-society-of-south-africa-wessa-in-kapstadt\/","title":{"rendered":"Praktikum bei der Wildlife and Environment Society of South Africa (WESSA) in Kapstadt"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><strong>Meine Zeit in S\u00fcdafrika<\/strong><br \/>\nF\u00fcr mich stand fest, dass ich im letzten Semester meines Bachelors ein Praktikum in einem s\u00fcdafrikanischen Land machen m\u00f6chte. Das Interesse an dieser Region besteht bei mir schon lange und wurde durch ein Seminar im Rahmen meines kulturwissenschaftlichen Studiums noch verst\u00e4rkt, sodass ich mir selbst ein Bild von Land und Leuten machen wollte. Dazu kommt, dass ich mir gut vorstellen kann, nach meinem Master im Entwicklungsarbeit- bzw. Umweltschutzbereich t\u00e4tig zu sein. F\u00fcr beides stellen S\u00fcdafrika und die angrenzenden L\u00e4nder interessante Forschungsorte dar..<\/p>\n<p><strong>Bewerbung und Vorbereitung<\/strong><br \/>\nAlso bewarb ich mich initiativ bei verschiedenen Nichtregierungsorganisationen in S\u00fcdafrika, Botswana, Namibia, Mosambik und Tansania. W\u00e4hrend ich auf einige R\u00fcckmeldungen vergeblich wartete, dauerte es nicht lange, bis sich Patrick Dowling bei mir meldete. Er ist Projektmanager im Bereich der Umweltbildungsarbeit der Wildlife and Environment Society of South Africa (WESSA) in Kapstadt, einer s\u00fcdafrikanischen NGO und bot mir an, dort ein unentgeltliches Praktikum zu absolvieren. Die Kommunikation gestaltete sich sehr einfach und stimmte mich schon auf die entspannte Arbeitsatmosph\u00e4re ein, die vor Ort herrschen sollte. Obwohl Patrick einer der \u00e4ltesten und angesehensten Mitarbeiter ist und w\u00e4hrend des Praktikums mein Betreuer war, duzten wir uns von Anfang an. Zur Vorbereitung skypten wir einige Male und Patrick erwies sich sehr hilfsbereit und kooperativ, zum Beispiel bez\u00fcglich des Zeitraums.<\/p>\n<p><strong>Wohnungssuche<\/strong><br \/>\nEtwa drei Monate vor Abreise begann ich nach Wohnungen zu suchen. Anfangs hatte ich vor, in eine WG zu ziehen, um auf einfache Weise mit der lokalen Bev\u00f6lkerung in Kontakt zu kommen, doch das gestaltete sich schwieriger als gedacht und so buchte ich meine Unterkunft schlie\u00dflich auf airbnb.de. Die Wohnung mit insgesamt vier zu vermietenden Zimmern befand sich in Muizenberg, einem Vorort Kapstadts, der etwa 25 Kilometer vom Zentrum und 5 Kilometer von meiner Arbeit entfernt lag. Dort wohnte ich mit einem S\u00fcdafrikaner und ansonsten wechselnden Mitbewohnern, oft Urlaubern aus aller Welt zusammen. F\u00fcr mehrw\u00f6chige oder \u2013monatige Aufenthalte ist airbnb eine gute Plattform zur wohnungssuche, wobei man sagen muss, dass die Preise h\u00f6her sind als sonst im Durchschnitt in Kapstadt. Im Nachhinein w\u00fcrde ich die Seite gumtree.co.za empfehlen, die zwar etwas un\u00fcbersichtlich ist, aber von vielen S\u00fcdafrikanern bei der WG-Suche benutzt wird. Nach einem netten Empfang durch meine Mitbewohner, mit denen ich w\u00e4hrend meines gesamten Aufenthalts viel unternommen und die Gegend erkundet habe, ging nach einigen freien Tagen am 1. M\u00e4rz der Arbeitsalltag los.<\/p>\n<p><strong>Transport<\/strong><br \/>\nUrspr\u00fcnglich hatte ich geplant, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, was mir mein s\u00fcdafrikanischer Mitbewohner wegen der hohen Kriminalit\u00e4t in Kapstadt schnell ausredete. Unsere Wohnung befand sich in einer der letzten Gated Communitys kurz vor den sogenannten Cape Flats im S\u00fcdosten des Stadtzentrums, in denen sich auch 22 Jahre nach Ende der Apartheid noch riesige Townships mit einem sehr hohen Armuts- und Gewaltniveau befinden. Immer wieder h\u00f6rte man von Einbr\u00fcchen und Raub\u00fcberf\u00e4llen und so sah ich mich gezwungen, mich an die Situation der stark eingeschr\u00e4nkten Bewegungsfreiheit anzupassen und ein Auto zu mieten. Mein Weg zur Arbeit sah folglich so aus, dass ich von einem High Security Bereich in den anderen fuhr.<\/p>\n<p><strong>5 Wochen bei der Wildlife and Environment Society of South Africa<\/strong><br \/>\nEtwas eingesch\u00fcchtert durch diese Startschwierigkeiten war ich umso gl\u00fccklicher, als ich meinen Arbeitsplatz und meine Kollegen kennenlernte, denn alle waren sehr freundlich und hilfsbereit und es herrschte eine angenehme Arbeitsatmosph\u00e4re. Das B\u00fcro befand sich in einer Art kleinen Oase, bestehend aus einem Garten mit Bambus und einem kleinen Teich, in dem sogar Schildkr\u00f6ten. Die gr\u00fcne Umgebung passte gut zu den Inhalten der Arbeit, denn WESSA ist eine s\u00fcdafrikanische Umweltschutzorganisation, die sich das Ziel gesetzt hat, Projekte f\u00fcr eine umweltfreundlichere Welt zu initiieren, die die \u00f6ffentliche Beteiligung an diesem aprozess f\u00f6rdern. Seit 90 Jahren hat WESSA sch somit daf\u00fcr engagiert, S\u00fcdafrikas einzigartiges nat\u00fcrliches Erbe zu erhalten. Dabei ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der Bereich der Umweltbildung von lokalen Gemeinden und Jugendlichen. So unterst\u00fctzt WESSA sogenannte eco-schools, die durch besonderes Engagement im Umweltschutz diesen Titel erhalten und somit eine Vorbildfunktion f\u00fcr ihre Sch\u00fcler einnehmen k\u00f6nnen. Weiterhin leitet WESSA ein Programm, bei dem sich benachteiligte Jugendliche aus Townships f\u00fcr ein zweij\u00e4hriges Umweltbildungsprogramm zu bewerben, das sie dazu bef\u00e4higt, im Anschluss beispielsweise eine Ausbildung zum Ranger oder einen umweltrelevanten Studiengang zu absolvieren. Au\u00dferdem werden f\u00fcr zahlende Mitglieder Kurse und Workshops zu unterschiedlichen Schwerpunktthemen wie s\u00fcdafrikanischem Wildtierschutz angeboten. Ebenso setzt sich WESSA im Rahmen von Gerichtsverfahren f\u00fcr die Einhaltung von Naturschutzrichtlinien bei Bebauungsvorhaben ein.<br \/>\nZu meinen Aufgaben geh\u00f6rte die Kommunikation mit Teilnehmern des Umweltbildungsprogramms sowie die Mitbetreuung der eco-schools; so musste ich zum Beispiel mithilfe unterschiedlicher Bewertungskriterien Unterlagen der Schulen durchgehen, um festzustellen, inwiefern sich ihr Engagement im vergangenen Jahr ver\u00e4ndert hat. Auch die Aktualisierung der Mitgliederdatenbank und das Verfassen eines Newsletters fielen in meinen Aufgabenbereich und im Rahmen eines von einer Partnerorganisation veranstalteten Festivals durfte ich ein Wochenende in der Natur verbringen, um mit verschiedenen Umweltaktivisten B\u00e4ume zu pflanzen und dadurch auch mehr \u00fcber umweltrelevante Probleme S\u00fcdafrikas zu lernen.<\/p>\n<p><strong>Der Wechsel<\/strong><br \/>\nObwohl ich mich wie gesagt sehr wohl bei WESSA f\u00fchlte, stellte ich wie schon bei einem vorhergehenden Praktikum beim WWF Deutschland fest, dass mich die Inhalte der Arbeit zwar interessieren, mir aber dennoch eine praktische Komponente fehlte. Dazu kam das Gef\u00fchl, das ich selbst mehr von der einzigartigen Natur und der vielf\u00e4ltigen Tierwelt dieses Landes, f\u00fcr die ich mich mit meiner Arbeit bei WESSA einsetzte, kennenlernen wollte. Also beschloss ich, mir f\u00fcr die zweite H\u00e4lfte meines Aufenthalts einen anderen Arbeitsplatz zu suchen und begann erneut zu recherchieren und mich zu bewerben. Die Suche gestaltete sich als relativ schwierig, da kostenpflichtige Volunteer-Programme, die eher einem exklusiven Safari-Urlaub als einer realit\u00e4tsnahen Besch\u00e4ftigung im Umwelt- und Wildtierschutz \u00e4hneln, in S\u00fcdafrika ein gro\u00dfes Business darstellen.<\/p>\n<p>Erst nach einigen Tagen und vergeblichen Anfragen stie\u00df ich auf die South African Animal Sanctuary Alliance (SAASA), die aus drei Reservaten weiter \u00f6stlich in der Western Cape Provinz besteht: So befinden sich in den W\u00e4ldern um Plettenberg Bay Auffangstationen f\u00fcr Primaten, Raubkatzen und V\u00f6gel. Ich informierte mich genau \u00fcber den Hintergrund und die Leitphilosophie der Reservate, da ich auf keinen Fall bei einer Institution landen wollte, die wilde Tiere unter dem Deckmantel der Wildlife Conservation als Touristenattraktion missbraucht \u2013 Elefantenreiten und Streichelzoos mit Affen und L\u00f6wen sind in S\u00fcdafrika keine Seltenheit. Schnell merkte ich aber, dass es der SAASA tats\u00e4chlich um artgerechte Haltung und Aufkl\u00e4rung der Gesellschaft ging und dieser Eindruck wurde auch im Rahmen meiner T\u00e4tigkeit dort best\u00e4tigt. Ich beschloss, mich zu bewerben und wie auch beim ersten Praktikum war die Kontaktaufnahme sowie die weitere Kommunikation dank der entspannten s\u00fcdafrikanischen Mentalit\u00e4t recht unkompliziert.<\/p>\n<p><strong>4 Wochen im Monkeyland<\/strong><br \/>\nNach einem Gespr\u00e4ch mit der Organisationsleiterin Lara, die mir zwischen den drei Reservaten die freie Wahl f\u00fcr meinen Aufenthalt als Freiwillige lie\u00df. Ich entschied mich f\u00fcr das Affenreservat Monkeyland, weil mich Primaten mit ihrem menschen\u00e4hnlichen Verhalten schon immer fasziniert haben und ich die Gelegenheit nutzen wollte, um mehr \u00fcber sie zu lernen.<\/p>\n<p>Lara und ihr Mann Tony gr\u00fcndeten Monkeyland im Jahre 1999, um Affen aus unterschiedlichen Formen der Gefangenschaft, die aufgrund ihrer Geschichte nicht mehr zu einem Leben in freier Wildbahn f\u00e4hig sind, ein m\u00f6glichst nat\u00fcrliches Zuhause zu geben und mithilfe gef\u00fchrter Touren Aufkl\u00e4rungsarbeit in der Bev\u00f6lkerung zu leisten. So befindet sich das Reservat mit etwa 550 Affen in einem zw\u00f6lf Hektar gro\u00dfen Wald, in dem sich die Tiere frei bewegen k\u00f6nnen. Sie kommen aus Zoos, Versuchslaboren und sogar aus Privathaltung, denn nicht wenige Menschen halten Affen als Haustiere und geben sie ab, wenn sie aufgrund der falschen Haltung aggressiv werden. Da Monkeyland die erste Institution ihrer Art ist, kommen die Affen aus aller Welt dorthin und ich hatte die Chance, viele verschiedene Arten kennenzulernen; darunter afrikanische, asiatische und viele s\u00fcdamerikanische Affenarten. F\u00fcr Neuank\u00f6mmlinge gab es mehrere gro\u00dfe Gehege im Wald, sodass sie und die Affen au\u00dferhalb zun\u00e4chst durch die Gitterst\u00e4be beschnuppern konnten.<\/p>\n<p>Es war auf erschreckende Weise eindrucksvoll, wie einige der Tiere aussehen und sich verhalten \u2013 so wurden manche von ihren Vorbesitzern mit Fast Food gef\u00fcttert und zu dicken, kletterunf\u00e4higen Essmaschinen erzogen. Beispiele wie dieses zeigten mir, wie gro\u00df der Bedarf nach Aufkl\u00e4rung ist, damit niemand mehr wilde Tiere als Haustier h\u00e4lt. Die ersten Tage begleitete ich die verschiedenen Guides auf ihren Touren, um mir m\u00f6glichst viel Wissen anzueignen. Zus\u00e4tzlich studierte ich ein Identifizierungsbuch, das detaillierte Informationen zu allen elf Arten des Waldes beinhaltete.<\/p>\n<p>Nach erfolgreichem Lernprozess durfte auch ich deutsch- beziehungsweise englischsprachige Besucher durch den Wald f\u00fchren. Mir hat die Arbeit viel Spa\u00df gemacht, weil uns bei den Touren die Freiheit gelassen wurde, eigene Schwerpunkte zu setzen. So betonte ich immer wieder die Intelligenz der Affen, die dazu f\u00fchrt, dass sie von Menschen oft missbraucht werden; sei es im Filmbusiness, als Haustier oder gar als Drogenschmuggler an Grenzen. Es war sch\u00f6n, die Begeisterung der Menschen f\u00fcr die Tiere in ihrer nat\u00fcrlichen Umgebung zu sehen und wom\u00f6glich sogar ihr Bewusstsein in Bezug auf den Schutz wilder Tiere ein wenig ver\u00e4ndert zu haben. Mir gefiel auch, dass ich zweimal einen der Ranger mit einigen der Affen zum Tierarzt begleiten durfte, denn so konnte ich noch mehr \u00fcber sie lernen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend meines Aufenthalts in Plettenberg Bay lebte ich in einem sehr netten und famili\u00e4ren Hostel in der Stadt. Obwohl diese viel kleiner war als Kapstadt, \u00e4hnelten sich die beiden auf unterschiedliche Weise \u2013 so war auch in Plettenberg Bay der \u00f6ffentliche Nahverkehr so gut wie nicht vorhanden und ich hatte Gl\u00fcck, dass mich die Sekret\u00e4rin von Monkeyland mit zur Arbeit nehmen konnte. Auch die extremen gesellschaftlichen Unterschiede waren ebenso deutlich zu sehen wie in Kapstadt: W\u00e4hrend der Gro\u00dfteil der wei\u00dfen Bev\u00f6lkerung in H\u00e4usern lebte, die von Elektroz\u00e4unen und Mauern umgeben und 24 Stunden von Security Agenturen \u00fcberwacht wurden, befanden sich die Siedlungen der Schwarzen in provisorischen und schlecht angebundenen Vierteln weit au\u00dferhalb des Zentrums.<\/p>\n<p><strong>Das Land der Gegens\u00e4tze<\/strong><br \/>\nEindr\u00fccke wie die eben geschilderten waren ein Bestandteil meines allt\u00e4glichen Lebens. So gl\u00fccklich ich auch bin, zwei Monate in einem Land mit wundersch\u00f6ner Landschaft und einem, zumindest in einigen Schichten, sehr naturnahen Lebensstil verbracht zu haben, wurde doch jedes sch\u00f6ne Erlebnis von der st\u00e4ndigen Pr\u00e4senz des andauernden Rassismus und den starken Diskrepanzen innerhalb der Gesellschaft \u00fcberschattet. Vom Mandela-Mythos der harmonischen Regenbogennation war weniger zu sp\u00fcren als ich mir im Voraus erhofft hatte.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich hat sich seit 1994 viel ver\u00e4ndert und nat\u00fcrlich handelt es sich bei einem nachhaltigen gesellschaftlichen Wandel um einen langwierigen Prozess, aber fest steht, dass aufgrund der korrupten Regierungspartei, dem ANC, die Chancen auf Bildung f\u00fcr einen Gro\u00dfteil der schwarzen Bev\u00f6lkerung weiterhin mangelhaft sind, sodass viele entweder arbeitslos oder als schlecht bezahlte Servicekr\u00e4fte t\u00e4tig sind. So waren Restaurants f\u00fcr mich eine extreme Demonstration der herrschenden Ungerechtigkeit, denn oft waren alle Angestellten schwarz und die G\u00e4ste wei\u00df. Mich haben Situationen wie diese traurig und w\u00fctend gemacht und ich w\u00e4re insgesamt gerne \u00f6fter mit Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten in Ber\u00fchrung gekommen, was sich aufgrund der nach wie vor starken Segregation als schwierig herausstellte.<\/p>\n<p>Daher bin ich froh dar\u00fcber, dass ein Kollege und Freund aus der Zeit des ersten Praktikums mich mit in seine Heimat, eines der gr\u00f6\u00dften Townships Kapstadts nahm, und ich so einen Eindruck des Lebens dort gewinnen konnte. Mir wird S\u00fcdafrika als Land der Gegens\u00e4tze in Erinnerung bleiben und ich m\u00f6chte gerne wiederkommen, dann vielleicht in eine echte Regenbogennation.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"ShortCode_Div\"><link rel='stylesheet' id='osm-ol3-css-css' href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/OL\/10.9.0\/ol.css?ver=10.9.0&#038;ver=7.0' media='all' \/>\n<link rel='stylesheet' id='osm-ol3-ext-css-css' href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/css\/osm_map_v3.css?ver=1.0.0&#038;ver=7.0' media='all' \/>\n<link rel='stylesheet' id='osm-map-css-css' href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/css\/osm_map.css?ver=1.0.0&#038;ver=7.0' media='all' \/>\n<script id=\"wp-polyfill-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-includes\/js\/dist\/vendor\/wp-polyfill.min.js?ver=3.15.0\"><\/script>\n<script id=\"osm-ol3-library-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/OL\/10.9.0\/ol.js?ver=10.9.0\"><\/script>\n<script id=\"osm-ol3-ext-library-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/osm-v3-plugin-lib.js?ver=1.0.0\"><\/script>\n<script id=\"osm-ol3-metabox-events-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/osm-metabox-events.js?ver=1.0.0\"><\/script>\n<script id=\"jquery-core-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-includes\/js\/jquery\/jquery.min.js?ver=3.7.1\"><\/script>\n<script id=\"jquery-migrate-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-includes\/js\/jquery\/jquery-migrate.min.js?ver=3.4.1\"><\/script>\n<script id=\"osm-map-startup-js-extra\">\nvar translations = {\"openlayer\":\"open layer\",\"openlayerAtStartup\":\"open layer at startup\",\"generateLink\":\"link to this map with opened layers\",\"shortDescription\":\"short description\",\"generatedShortCode\":\"to get a text control link paste this code in your wordpress editor\",\"closeLayer\":\"close layer\",\"cantGenerateLink\":\"put this string in the existing map short code to control this map\"};\n\/\/# sourceURL=osm-map-startup-js-extra\n<\/script>\n<script id=\"osm-map-startup-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/osm-startup-lib.js?ver=V6.2.5\"><\/script>\n\n        <div id=\"map_ol3js_1\"\n       class=\"osm-map-container undefined\"\n             data-map_name=\"undefined\"\n             data-map=\"map_ol3js_1\"\n             data-autoshow=\"no\"\n             style=\"width:100%;\n                    max-width:100%;\n                    height:450px;\n                    display:block;\n                    overflow:hidden;\n                    border:2px solid grey;\n                    position: relative;\">\n          <div id=\"map_ol3js_1_popup\" class=\"ol-popup\">\n            <a href=\"#\" id=\"map_ol3js_1_popup-closer\" class=\"ol-popup-closer\"><\/a>\n            <div id=\"map_ol3js_1_popup-content\"><\/div>\n          <\/div>\n        <\/div>\n    <script type=\"text\/javascript\">\n\t\t\t  vectorM['map_ol3js_1'] = [];\n\t        \n        var raster = getTileLayer(\"osm\",\"NoKey\");\t\t\t\n\n\t\t\t  var map_ol3js_1 = new ol.Map({\n\t\t\t\tinteractions: ol.interaction.defaults.defaults({mouseWheelZoom:false}),\n\t\t\t\tlayers: [raster],\n\t\t\t\ttarget: \"map_ol3js_1\",\n\t\t\t\tview: new ol.View({\n\t\t\t\t  center: ol.proj.transform([20.9867,-27.6599], \"EPSG:4326\", \"EPSG:3857\"),\n\t\t\t\t  zoom: 5\n\t\t\t\t})\n\t\t\t  });\n\t\t\t  addControls2Map(map_ol3js_1,0,0,3,0,5,6,7,1,1);\nosm_addPopupClickhandler(map_ol3js_1,  \"map_ol3js_1\"); \nosm_addMouseHover(map_ol3js_1); <\/script><\/div><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_post_nav_0 et_pb_posts_nav nav-single et_block_module\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":9117,"featured_media":4590,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"<p><strong>Meine Zeit in S\u00fcdafrika<\/strong><br \/>F\u00fcr mich stand fest, dass ich im letzten Semester meines Bachelors ein Praktikum in einem s\u00fcdafrikanischen Land machen m\u00f6chte. Das Interesse an dieser Region besteht bei mir schon lange und wurde durch ein Seminar im Rahmen meines kulturwissenschaftlichen Studiums noch verst\u00e4rkt, sodass ich mir selbst ein Bild von Land und Leuten machen wollte. Dazu kommt, dass ich mir gut vorstellen kann, nach meinem Master im Entwicklungsarbeit- bzw. Umweltschutzbereich t\u00e4tig zu sein. F\u00fcr beides stellen S\u00fcdafrika und die angrenzenden L\u00e4nder interessante Forschungsorte dar..<\/p><p><strong>Bewerbung und Vorbereitung<\/strong><br \/>Also bewarb ich mich initiativ bei verschiedenen Nichtregierungsorganisationen in S\u00fcdafrika, Botswana, Namibia, Mosambik und Tansania. W\u00e4hrend ich auf einige R\u00fcckmeldungen vergeblich wartete, dauerte es nicht lange, bis sich Patrick Dowling bei mir meldete. Er ist Projektmanager im Bereich der Umweltbildungsarbeit der Wildlife and Environment Society of South Africa (WESSA) in Kapstadt, einer s\u00fcdafrikanischen NGO und bot mir an, dort ein unentgeltliches Praktikum zu absolvieren. Die Kommunikation gestaltete sich sehr einfach und stimmte mich schon auf die entspannte Arbeitsatmosph\u00e4re ein, die vor Ort herrschen sollte. Obwohl Patrick einer der \u00e4ltesten und angesehensten Mitarbeiter ist und w\u00e4hrend des Praktikums mein Betreuer war, duzten wir uns von Anfang an. Zur Vorbereitung skypten wir einige Male und Patrick erwies sich sehr hilfsbereit und kooperativ, zum Beispiel bez\u00fcglich des Zeitraums.<\/p><p><strong>Wohnungssuche<\/strong><br \/>Etwa drei Monate vor Abreise begann ich nach Wohnungen zu suchen. Anfangs hatte ich vor, in eine WG zu ziehen, um auf einfache Weise mit der lokalen Bev\u00f6lkerung in Kontakt zu kommen, doch das gestaltete sich schwieriger als gedacht und so buchte ich meine Unterkunft schlie\u00dflich auf airbnb.de. Die Wohnung mit insgesamt vier zu vermietenden Zimmern befand sich in Muizenberg, einem Vorort Kapstadts, der etwa 25 Kilometer vom Zentrum und 5 Kilometer von meiner Arbeit entfernt lag. Dort wohnte ich mit einem S\u00fcdafrikaner und ansonsten wechselnden Mitbewohnern, oft Urlaubern aus aller Welt zusammen. F\u00fcr mehrw\u00f6chige oder \u2013monatige Aufenthalte ist airbnb eine gute Plattform zur wohnungssuche, wobei man sagen muss, dass die Preise h\u00f6her sind als sonst im Durchschnitt in Kapstadt. Im Nachhinein w\u00fcrde ich die Seite gumtree.co.za empfehlen, die zwar etwas un\u00fcbersichtlich ist, aber von vielen S\u00fcdafrikanern bei der WG-Suche benutzt wird. Nach einem netten Empfang durch meine Mitbewohner, mit denen ich w\u00e4hrend meines gesamten Aufenthalts viel unternommen und die Gegend erkundet habe, ging nach einigen freien Tagen am 1. M\u00e4rz der Arbeitsalltag los.<\/p><p><strong>Transport<\/strong><br \/>Urspr\u00fcnglich hatte ich geplant, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, was mir mein s\u00fcdafrikanischer Mitbewohner wegen der hohen Kriminalit\u00e4t in Kapstadt schnell ausredete. Unsere Wohnung befand sich in einer der letzten Gated Communitys kurz vor den sogenannten Cape Flats im S\u00fcdosten des Stadtzentrums, in denen sich auch 22 Jahre nach Ende der Apartheid noch riesige Townships mit einem sehr hohen Armuts- und Gewaltniveau befinden. Immer wieder h\u00f6rte man von Einbr\u00fcchen und Raub\u00fcberf\u00e4llen und so sah ich mich gezwungen, mich an die Situation der stark eingeschr\u00e4nkten Bewegungsfreiheit anzupassen und ein Auto zu mieten. Mein Weg zur Arbeit sah folglich so aus, dass ich von einem High Security Bereich in den anderen fuhr.<\/p><p><strong>5 Wochen bei der Wildlife and Environment Society of South Africa<\/strong><br \/>Etwas eingesch\u00fcchtert durch diese Startschwierigkeiten war ich umso gl\u00fccklicher, als ich meinen Arbeitsplatz und meine Kollegen kennenlernte, denn alle waren sehr freundlich und hilfsbereit und es herrschte eine angenehme Arbeitsatmosph\u00e4re. Das B\u00fcro befand sich in einer Art kleinen Oase, bestehend aus einem Garten mit Bambus und einem kleinen Teich, in dem sogar Schildkr\u00f6ten. Die gr\u00fcne Umgebung passte gut zu den Inhalten der Arbeit, denn WESSA ist eine s\u00fcdafrikanische Umweltschutzorganisation, die sich das Ziel gesetzt hat, Projekte f\u00fcr eine umweltfreundlichere Welt zu initiieren, die die \u00f6ffentliche Beteiligung an diesem aprozess f\u00f6rdern. Seit 90 Jahren hat WESSA sch somit daf\u00fcr engagiert, S\u00fcdafrikas einzigartiges nat\u00fcrliches Erbe zu erhalten. Dabei ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der Bereich der Umweltbildung von lokalen Gemeinden und Jugendlichen. So unterst\u00fctzt WESSA sogenannte eco-schools, die durch besonderes Engagement im Umweltschutz diesen Titel erhalten und somit eine Vorbildfunktion f\u00fcr ihre Sch\u00fcler einnehmen k\u00f6nnen. Weiterhin leitet WESSA ein Programm, bei dem sich benachteiligte Jugendliche aus Townships f\u00fcr ein zweij\u00e4hriges Umweltbildungsprogramm zu bewerben, das sie dazu bef\u00e4higt, im Anschluss beispielsweise eine Ausbildung zum Ranger oder einen umweltrelevanten Studiengang zu absolvieren. Au\u00dferdem werden f\u00fcr zahlende Mitglieder Kurse und Workshops zu unterschiedlichen Schwerpunktthemen wie s\u00fcdafrikanischem Wildtierschutz angeboten. Ebenso setzt sich WESSA im Rahmen von Gerichtsverfahren f\u00fcr die Einhaltung von Naturschutzrichtlinien bei Bebauungsvorhaben ein.<br \/>Zu meinen Aufgaben geh\u00f6rte die Kommunikation mit Teilnehmern des Umweltbildungsprogramms sowie die Mitbetreuung der eco-schools; so musste ich zum Beispiel mithilfe unterschiedlicher Bewertungskriterien Unterlagen der Schulen durchgehen, um festzustellen, inwiefern sich ihr Engagement im vergangenen Jahr ver\u00e4ndert hat. Auch die Aktualisierung der Mitgliederdatenbank und das Verfassen eines Newsletters fielen in meinen Aufgabenbereich und im Rahmen eines von einer Partnerorganisation veranstalteten Festivals durfte ich ein Wochenende in der Natur verbringen, um mit verschiedenen Umweltaktivisten B\u00e4ume zu pflanzen und dadurch auch mehr \u00fcber umweltrelevante Probleme S\u00fcdafrikas zu lernen.<\/p><p><strong>Der Wechsel<\/strong><br \/>Obwohl ich mich wie gesagt sehr wohl bei WESSA f\u00fchlte, stellte ich wie schon bei einem vorhergehenden Praktikum beim WWF Deutschland fest, dass mich die Inhalte der Arbeit zwar interessieren, mir aber dennoch eine praktische Komponente fehlte. Dazu kam das Gef\u00fchl, das ich selbst mehr von der einzigartigen Natur und der vielf\u00e4ltigen Tierwelt dieses Landes, f\u00fcr die ich mich mit meiner Arbeit bei WESSA einsetzte, kennenlernen wollte. Also beschloss ich, mir f\u00fcr die zweite H\u00e4lfte meines Aufenthalts einen anderen Arbeitsplatz zu suchen und begann erneut zu recherchieren und mich zu bewerben. Die Suche gestaltete sich als relativ schwierig, da kostenpflichtige Volunteer-Programme, die eher einem exklusiven Safari-Urlaub als einer realit\u00e4tsnahen Besch\u00e4ftigung im Umwelt- und Wildtierschutz \u00e4hneln, in S\u00fcdafrika ein gro\u00dfes Business darstellen.<\/p><p>Erst nach einigen Tagen und vergeblichen Anfragen stie\u00df ich auf die South African Animal Sanctuary Alliance (SAASA), die aus drei Reservaten weiter \u00f6stlich in der Western Cape Provinz besteht: So befinden sich in den W\u00e4ldern um Plettenberg Bay Auffangstationen f\u00fcr Primaten, Raubkatzen und V\u00f6gel. Ich informierte mich genau \u00fcber den Hintergrund und die Leitphilosophie der Reservate, da ich auf keinen Fall bei einer Institution landen wollte, die wilde Tiere unter dem Deckmantel der Wildlife Conservation als Touristenattraktion missbraucht \u2013 Elefantenreiten und Streichelzoos mit Affen und L\u00f6wen sind in S\u00fcdafrika keine Seltenheit. Schnell merkte ich aber, dass es der SAASA tats\u00e4chlich um artgerechte Haltung und Aufkl\u00e4rung der Gesellschaft ging und dieser Eindruck wurde auch im Rahmen meiner T\u00e4tigkeit dort best\u00e4tigt. Ich beschloss, mich zu bewerben und wie auch beim ersten Praktikum war die Kontaktaufnahme sowie die weitere Kommunikation dank der entspannten s\u00fcdafrikanischen Mentalit\u00e4t recht unkompliziert.<\/p><p><strong>4 Wochen im Monkeyland<\/strong><br \/>Nach einem Gespr\u00e4ch mit der Organisationsleiterin Lara, die mir zwischen den drei Reservaten die freie Wahl f\u00fcr meinen Aufenthalt als Freiwillige lie\u00df. Ich entschied mich f\u00fcr das Affenreservat Monkeyland, weil mich Primaten mit ihrem menschen\u00e4hnlichen Verhalten schon immer fasziniert haben und ich die Gelegenheit nutzen wollte, um mehr \u00fcber sie zu lernen.<\/p><p>Lara und ihr Mann Tony gr\u00fcndeten Monkeyland im Jahre 1999, um Affen aus unterschiedlichen Formen der Gefangenschaft, die aufgrund ihrer Geschichte nicht mehr zu einem Leben in freier Wildbahn f\u00e4hig sind, ein m\u00f6glichst nat\u00fcrliches Zuhause zu geben und mithilfe gef\u00fchrter Touren Aufkl\u00e4rungsarbeit in der Bev\u00f6lkerung zu leisten. So befindet sich das Reservat mit etwa 550 Affen in einem zw\u00f6lf Hektar gro\u00dfen Wald, in dem sich die Tiere frei bewegen k\u00f6nnen. Sie kommen aus Zoos, Versuchslaboren und sogar aus Privathaltung, denn nicht wenige Menschen halten Affen als Haustiere und geben sie ab, wenn sie aufgrund der falschen Haltung aggressiv werden. Da Monkeyland die erste Institution ihrer Art ist, kommen die Affen aus aller Welt dorthin und ich hatte die Chance, viele verschiedene Arten kennenzulernen; darunter afrikanische, asiatische und viele s\u00fcdamerikanische Affenarten. F\u00fcr Neuank\u00f6mmlinge gab es mehrere gro\u00dfe Gehege im Wald, sodass sie und die Affen au\u00dferhalb zun\u00e4chst durch die Gitterst\u00e4be beschnuppern konnten.<\/p><p>Es war auf erschreckende Weise eindrucksvoll, wie einige der Tiere aussehen und sich verhalten \u2013 so wurden manche von ihren Vorbesitzern mit Fast Food gef\u00fcttert und zu dicken, kletterunf\u00e4higen Essmaschinen erzogen. Beispiele wie dieses zeigten mir, wie gro\u00df der Bedarf nach Aufkl\u00e4rung ist, damit niemand mehr wilde Tiere als Haustier h\u00e4lt. Die ersten Tage begleitete ich die verschiedenen Guides auf ihren Touren, um mir m\u00f6glichst viel Wissen anzueignen. Zus\u00e4tzlich studierte ich ein Identifizierungsbuch, das detaillierte Informationen zu allen elf Arten des Waldes beinhaltete.<\/p><p>Nach erfolgreichem Lernprozess durfte auch ich deutsch- beziehungsweise englischsprachige Besucher durch den Wald f\u00fchren. Mir hat die Arbeit viel Spa\u00df gemacht, weil uns bei den Touren die Freiheit gelassen wurde, eigene Schwerpunkte zu setzen. So betonte ich immer wieder die Intelligenz der Affen, die dazu f\u00fchrt, dass sie von Menschen oft missbraucht werden; sei es im Filmbusiness, als Haustier oder gar als Drogenschmuggler an Grenzen. Es war sch\u00f6n, die Begeisterung der Menschen f\u00fcr die Tiere in ihrer nat\u00fcrlichen Umgebung zu sehen und wom\u00f6glich sogar ihr Bewusstsein in Bezug auf den Schutz wilder Tiere ein wenig ver\u00e4ndert zu haben. Mir gefiel auch, dass ich zweimal einen der Ranger mit einigen der Affen zum Tierarzt begleiten durfte, denn so konnte ich noch mehr \u00fcber sie lernen.<\/p><p>W\u00e4hrend meines Aufenthalts in Plettenberg Bay lebte ich in einem sehr netten und famili\u00e4ren Hostel in der Stadt. Obwohl diese viel kleiner war als Kapstadt, \u00e4hnelten sich die beiden auf unterschiedliche Weise \u2013 so war auch in Plettenberg Bay der \u00f6ffentliche Nahverkehr so gut wie nicht vorhanden und ich hatte Gl\u00fcck, dass mich die Sekret\u00e4rin von Monkeyland mit zur Arbeit nehmen konnte. Auch die extremen gesellschaftlichen Unterschiede waren ebenso deutlich zu sehen wie in Kapstadt: W\u00e4hrend der Gro\u00dfteil der wei\u00dfen Bev\u00f6lkerung in H\u00e4usern lebte, die von Elektroz\u00e4unen und Mauern umgeben und 24 Stunden von Security Agenturen \u00fcberwacht wurden, befanden sich die Siedlungen der Schwarzen in provisorischen und schlecht angebundenen Vierteln weit au\u00dferhalb des Zentrums.<\/p><p><strong>Das Land der Gegens\u00e4tze<\/strong><br \/>Eindr\u00fccke wie die eben geschilderten waren ein Bestandteil meines allt\u00e4glichen Lebens. So gl\u00fccklich ich auch bin, zwei Monate in einem Land mit wundersch\u00f6ner Landschaft und einem, zumindest in einigen Schichten, sehr naturnahen Lebensstil verbracht zu haben, wurde doch jedes sch\u00f6ne Erlebnis von der st\u00e4ndigen Pr\u00e4senz des andauernden Rassismus und den starken Diskrepanzen innerhalb der Gesellschaft \u00fcberschattet. Vom Mandela-Mythos der harmonischen Regenbogennation war weniger zu sp\u00fcren als ich mir im Voraus erhofft hatte.<\/p><p>Nat\u00fcrlich hat sich seit 1994 viel ver\u00e4ndert und nat\u00fcrlich handelt es sich bei einem nachhaltigen gesellschaftlichen Wandel um einen langwierigen Prozess, aber fest steht, dass aufgrund der korrupten Regierungspartei, dem ANC, die Chancen auf Bildung f\u00fcr einen Gro\u00dfteil der schwarzen Bev\u00f6lkerung weiterhin mangelhaft sind, sodass viele entweder arbeitslos oder als schlecht bezahlte Servicekr\u00e4fte t\u00e4tig sind. So waren Restaurants f\u00fcr mich eine extreme Demonstration der herrschenden Ungerechtigkeit, denn oft waren alle Angestellten schwarz und die G\u00e4ste wei\u00df. Mich haben Situationen wie diese traurig und w\u00fctend gemacht und ich w\u00e4re insgesamt gerne \u00f6fter mit Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten in Ber\u00fchrung gekommen, was sich aufgrund der nach wie vor starken Segregation als schwierig herausstellte.<\/p><p>Daher bin ich froh dar\u00fcber, dass ein Kollege und Freund aus der Zeit des ersten Praktikums mich mit in seine Heimat, eines der gr\u00f6\u00dften Townships Kapstadts nahm, und ich so einen Eindruck des Lebens dort gewinnen konnte. Mir wird S\u00fcdafrika als Land der Gegens\u00e4tze in Erinnerung bleiben und ich m\u00f6chte gerne wiederkommen, dann vielleicht in eine echte Regenbogennation.<\/p>","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,342721,356669,368865,653,525354],"tags":[148522,26007,368887,368743,368791,525354,18623],"class_list":["post-4589","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-berichte","category-laender","category-outgoing","category-praktikum","category-suedafrika","tag-afrika","tag-kulturwissenschaften","tag-leben-im-ausland","tag-ngo","tag-praktikumssuche","tag-suedafrika","tag-wohnungssuche"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4589","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9117"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4589"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4589\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4809,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4589\/revisions\/4809"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4590"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4589"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4589"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4589"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}