{"id":4411,"date":"2018-08-28T23:20:02","date_gmt":"2018-08-28T21:20:02","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/?p=4411"},"modified":"2022-06-14T22:36:45","modified_gmt":"2022-06-14T20:36:45","slug":"public-health-auslandspraktikum-in-kapstadt-suedafrika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/2018\/08\/28\/public-health-auslandspraktikum-in-kapstadt-suedafrika\/","title":{"rendered":"Public Health Auslandspraktikum in Kapstadt, S\u00fcdafrika"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><strong>1. Vorbereitung<\/strong><br \/>\nZum Ende des dritten Semesters (WiSe 16\/17) habe ich mit der Vorbereitung meines Auslandspraktikums im f\u00fcnften Semester (WiSe 17\/18) begonnen. Da f\u00fcr mich schon recht fr\u00fch feststand, dass ich mein Praktikum im au\u00dfer europ\u00e4ischen Raum durchf\u00fchren m\u00f6chte, habe ich zu dieser Zeit schon Informationsveranstaltungen zum Thema Auslandssemester und \u2013Praktika besucht. Die Universit\u00e4t Bremen bietet mehrere Veranstaltungen dazu an und erm\u00f6glicht einen ersten guten Einblick in die Organisation und Planung eines solchen Vorhabens. Da ein Praktikum in S\u00fcdafrika jedoch nicht von Erasmus unterst\u00fctzt wird, habe ich mich \u00fcber Alternativen der F\u00f6rderung erkundigt und bin auf das Promos-Stipendium gesto\u00dfen. Alle Informationen \u00fcber die Bewerbungsschritte und notwendigen Unterlagen sind sehr \u00fcbersichtlich in der Internetpr\u00e4senz meines Fachbereiches 11 aufgef\u00fchrt. Die Bewerbungsfrist f\u00fcr das Stipendium war Ende Februar 2017. Auf Grund der anstehenden Pr\u00fcfungen sollte man seine Zeit gut planen, da der Aufwand f\u00fcr die Bewerbung leicht untersch\u00e4tzt werden kann. Als einige Unklarheiten zum Bewerbungsprozess aufgekommen sind, konnte schnelle und kompetente Beratung der Promos-Beauftragen des Fachbereiches 11 eingeholt werden. Neben dem Motivationsschreiben, Lebenslauf und Notenspiegel wird auch die Best\u00e4tigung der Gasteinrichtung gefordert. Diese kann jedoch im Zweifel auch nachgereicht werden, wobei ich mich jedoch bem\u00fcht habe, diese schon Ende Februar vorweisen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Praktikumssuche hat in meinem Fall Anfang Dezember 2016 begonnen und bis zum Erhalt der endg\u00fcltigen Best\u00e4tigung bis Mitte Februar gedauert. Es ist jedoch anzumerken, dass nicht unbedingt eine solch lange Zeit ben\u00f6tigt wird, da man die Suche auch intensiver gestalten kann. Da Afrika f\u00fcr mich feststand, habe ich angefangen Kliniken in Gro\u00dfst\u00e4dten zu googlen und diese direkt per Mail zu kontaktieren. Die ersten Anfragen gingen in die L\u00e4nder Uganda, Namibia und S\u00fcdafrika. Aus den R\u00fcckmeldungen hat sich herausgestellt, dass viele den Studiengang Public Health nicht themenspezifisch einordnen konnten. In den folgenden Mails habe ich dieses dann ber\u00fccksichtigt und m\u00f6glichst genau Inhalte und Kompetenzen meines Studienfachs aufgef\u00fchrt. Nach l\u00e4ngerem Austausch konnte mir jedoch keine Klinik einen sinnvollen Platz f\u00fcr mein Praktikum best\u00e4tigen. Im Weitern Verlauf und Austausch mit Freunden und Kommilitonen wurde mir zu einer sehr kleine und famili\u00e4re Praktikumsvermittlung \u201eLive and Learn\u201c f\u00fcr Kapstadt geraten. Von der Idee einer Praktikumsvermittlung war ich nicht begeistert, im Anbetracht der fortschreitenden Zeit habe ich jedoch doch Kontakt aufgenommen. Diese hat mir Kontaktdaten zu m\u00f6glichen und Studiengangspezifischen Einrichtungen gegeben. Mit einem Motivationsschreiben und nachfolgendem Telefonat konnte ich mir meinem Praktikumsplatz sichern. Die auszuf\u00fcllenden Unterlagen wie Praktikumsvertrag und Best\u00e4tigung f\u00fcr das Stipendium nehmen nochmal einige Zeit in Anspruch und sollten unbedingt bei der Planung mitbedacht werden.<\/p>\n<p><strong>2. Formalit\u00e4ten im Gastland<\/strong><br \/>\nUm in S\u00fcdafrika ein Praktikum durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen ben\u00f6tigt man ein Visum. Dieses hat sich als eine sehr gro\u00dfe H\u00f6rde dargestellt. Neben dem Antrag des Visums an sich, welcher an die 25 DinA4 Seiten umfasst, werden auch zwei \u00e4rztliche Attests, Offenlegung der finanziellen Mittel und ein polizeiliches F\u00fchrungszeugnis gefordert. Alle Informationen hierf\u00fcr sind \u00fcber die Internetpr\u00e4senz der der S\u00fcdafrikanischen Botschaft in Berlin einzuholen. Der vollst\u00e4ndige Antrag muss dann pers\u00f6nlich in Berlin eingereicht werde. Hierf\u00fcr sollte man sicher sein, alle notwendigen Unterlagen in richtiger Form parat zu haben, da die Visumsvergabe sehr strikt ist. Au\u00dferdem ist anzumerken, dass man selbst mit allen Unterlagen nicht automatisch ein Recht auf ein Visum besitzt. Daher ist ein freundlicher und verst\u00e4ndnisvoller Umgang ein Muss. Die Alternative ist es \u00fcber ein Urlaubsvisum einzureisen, welches 90 Tage betr\u00e4gt. Damit kann man der B\u00fcrokratie ein wenig aus dem Weg gehen. Um dieses dann im Land zu verl\u00e4ngern kann eine Aus- und Einreise \u00fcber ein Nachbarland durchgef\u00fchrt werden. Auch hier kann es jedoch zu Komplikationen kommen. Wenn man also ein Visum f\u00fcr einen Zeitraum f\u00fcr mehr als 90 Tage ben\u00f6tigt, sollte man es zuerst mit der Botschaft in Berlin versuchen, auch wenn dieses einen gr\u00f6\u00dferen Aufwand mit sich bringt. Wichtig ist es die Kosten f\u00fcr das Visum (ca. 35 Euro), und die Kosten f\u00fcr die \u00e4rztlichen Untersuchengen (ca. 100 Euro) einzuplanen. Eine Auslandsversicherung sollte unbedingt abgeschlossen werden, wenn diese noch nicht durch die Einrichtung im Pratikumsvertrag geregelt ist. Ein Bankkonto habe ich pers\u00f6nlich nicht als notwendig empfunden, da ich finanzielle Angelegenheiten \u00fcber die Kreditkarte der DKB geregelt habe. In Kapstadt wird diese fast \u00fcberall akzeptiert und ins handlicher und sicherer als Bargeld.<\/p>\n<p><strong>3. Allgemeine Informationen zum Praktikum<\/strong><br \/>\nWaves for Change (W4C) ist eine Organisation mit NPO und PBO Status in Kapstadt, S\u00fcdafrika. Sie wurde offiziell 2011 von Tim Conibear gegr\u00fcndet. Das Grundkonzept ist es mit Hilfe von Surfing die mentale Gesundheit zu verbessern. Die Zielgruppe von W4C sind benachteiligte Kinder im Grundschulalter. Sie sind in gro\u00dfer Armut in sogenannten Townships aufgewachsen, in denen u.a. k\u00f6rperliche und sexuelle Gewalt den Alltag beherrschen kann. Die Vision der Organisation ist es, dass Surftherapie als normale Form der Gesundheitsversorgung in S\u00fcdafrika akzeptiert und durchgef\u00fchrt wird. Als Leitbild der Organisation selbst gilt es als ein Bestandteil der staatlichen Bildungs- und Gesundheitsf\u00f6rderung zu sein, um noch mehr Kindern in ganz S\u00fcdafrika Zugang zu Surftherapien zu erm\u00f6glichen. Ich habe mich gerade f\u00fcr diese Organisation entschieden, da ich von der Idee mentale Gesundheit im Kontext mit Sport zu bringen begeistert bin. Eine Therapie bildet sich um die f\u00fcnf Grundprinzipien von Waves for Change. \u201eConnection to consistent adult support\u201c- Man m\u00f6chte durch die kontinuierliche Betreuung und Unterst\u00fctzung der Coaches den Kindern Sicherheit und Vertrauen geben. \u201eAccess to challenging new tasks\u201c- Surfen ist keine Leichtigkeit und das bekommen auch die Kinder zu sp\u00fcren. Mit der Unterst\u00fctzung der Coaches stellen sich die Kinder den neuen Aufgaben und zelebrieren die festzustellenden Fortschritte. \u201eAccess to a safe place\u201c-<\/p>\n<p>Das Leben in S\u00fcdafrika, vor allem in den Townships, ist nicht ohne Gefahren. Waves for Change m\u00f6chte mit seinem Programm einen physiologischen und psychologischen gesch\u00fctzten Raum schaffen. Durch Einzelgespr\u00e4che, Schul- und Hausbesuche wird die Entwicklung der Kinder Ein klares Ziel vor antreten meines Praktikums war die Verbesserung meiner Englischkenntnisse, sodass ich in der Lage bin einen englischsprachigen Alltag ohne Probleme zu bestreiten. Des Weiteren wollte ich einen tieferen Einblick in die Arbeit einer NPO erhalten, da sich ein Interesse f\u00fcr diesen Bereich durch das Seminar \u201eGlobal Health\u201c im dritten Semester herausgestellt hat. Die Organisation befindet sich in Muizenberg, einem Vorort von Kapstadt. Ich selbst wohne in diesem Ort und kann daher den Weg zur Arbeit zu Fu\u00df gestalten.<\/p>\n<p>Meine Supervisorin war die Verantwortliche des Bereiches Programmevaluation und Monitoring und damit auch immer meine erste Kontaktperson bei Fragen aller Art. Meine t\u00e4glichen Aufgaben umfassten zum gr\u00f6\u00dften Teil die Mitarbeit im Team f\u00fcr Monitoring und Evaluation sowie einige Aufgaben im Training Team. Es wurde hier allgemein eine gro\u00dfe Eigenverantwortung gefordert, was sich am Anfang als nicht ganz einfach dargestellt hat. Im Laufe der Zeit konnte man sich aber gut in den Arbeitsalltag eingliedern und seine Ideen einbringen. Generell lief die Zusammenarbeit im Team h\u00e4ufig mit einigen Komplikationen ab, dieses lag sowohl an der Tatsache als Praktikant nicht immer f\u00fcr ernst genommen wurde, als auch an Kommunikationsschwierigkeiten in der Organisation an sich. Dennoch habe ich mich wohl gef\u00fchlt und konnte mich ins Unternehmen integrieren.<\/p>\n<p><strong>4. Unterkunft<\/strong><br \/>\nBei der Wohnungssuche bin ich \u00fcber das Internetprotal \u201egumtree.co.za\u201c f\u00fcndig geworden und habe ein Zimmer bei einem S\u00fcdafrikaner gemietet. Kontaktaufnahme und Austausch war dann \u00fcber WhatsApp und Skype kein Problem. Andere sind \u00fcber AirBnB f\u00fcndig geworden, was jedoch deutlich kostenintensiver ist. Des Weiteren besteht die M\u00f6glichkeit in einer Gastfamilie unterzukommen. Am besten spricht man mit seiner Arbeitsstelle, die meisten geben ein gerne Auskunft und kennen sich am besten aus.<\/p>\n<p><strong>5. Sonstiges<\/strong><br \/>\nKapstadt ist eine unglaublich vielseitige Stadt. Wundersch\u00f6n aber auch nicht ganz ungef\u00e4hrlich. Man sollte sich immer durch Bezugspersonen wie Vermieter oder Arbeitskollegen \u00fcber die Situation vor Ort informieren, damit man wei\u00df welche Stra\u00dfen zu meiden sind und wie man sich am besten Verh\u00e4lt. Dennoch brauch man nicht mit Angst durch die Stra\u00dfen laufen, lediglich bewusst sein, dass extreme Armut im Land auch schnell zu Kriminalit\u00e4t f\u00fchren kann. Die einzige negative Erfahrung die ich in diesem Zusammenhang erlebt haben war es, dass in meinen Wohnkomplex eingebrochen wurde und mein Fahrrad geklaut wurde. Unbedingt immer alles hergeben und sich nie wehren, denn es ist nicht un\u00fcblich das Kriminelle Waffen mit sich tragen und unberechenbar handeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das \u00f6ffentliche Verkehrsmittelsystem ist nicht sehr gut ausgebaut und nicht die sicherste Art sich fortzubewegen. \u00dcber die App \u201eUber\u201c ist es jedoch f\u00fcr k\u00fcrzere Strecken eine sehr sichere und preiswerte Alternative. F\u00fcr die Verpflegung mit Essen und Trinken sollten man mit R100 pro Tag rechnen, was zurzeit ca. 6 Euro entspricht. Nach oben gibt es nat\u00fcrlich kein Limit. Meine Empfehlung ist es mit hier lebenden Leuten in Kontakt zu treten und sich abseits von Tourismus das wahre Kapstadt zeigen zu lassen. \u201eCouchsurfing\u201c ist hierf\u00fcr eine gute Anlaufstelle.<\/p>\n<p><strong>6. Was ist tunlichst zu vermeiden?<\/strong><br \/>\nDu bist als deutscher Student unglaublich privilegiert im Leben. Das ist mir zuvor noch nie so stark bewusstgeworden. Vermeide jegliche Arroganz und sei dir immer bewusst, dass viele hier unter absoluter Armut aufwachsen. Des Weiteren sind viele S\u00fcdafrikaner nicht die besten im Umgang mit Kritik, daher achte immer gut auf die Wortwahl, denn viele f\u00fchlen sich schnell pers\u00f6nlich angegriffen. Probleme werden hier gerne ausgestanden und verschwiegen, anstatt diese offen anzusprechen. Man sollte sich vor allem mit der Geschichte der Apartheit auseinandersetzen um diese Diversit\u00e4t und zum Teil auch Hass im Land zu verstehen. Da dieses noch nicht lange vergangen ist, sind Witze und \u00e4hnliches in keinem Fall von einem aus dem Ausland kommenden Studenten geeignet.<\/p>\n<p><strong>7. Fazit<\/strong><br \/>\nDurch die Mitarbeit bei Waves for Change konnte ich die Strukturen und Arbeit in einem NGO kennenlernen und lernen einen englischsprachigen Alltag zu bewerkstelligen. Es ist aber zu beachten, dass es hier mit einer Arbeitsstelle in Deutschland kaum zu vergleichen ist, da die Kultur das Leben an sich ganz anders angeht. F\u00fcr mich war dieses jedoch in keinem Fall ein negativer Punkt. F\u00fcr meinen sp\u00e4teren Werdegang konnte ich im Bereich NGO und Surftherapie sehr n\u00fctzliche Kontakte zu Organisationen aus der ganzen Welt kn\u00fcpfen. Zusammenfassend war das Praktikum hier in S\u00fcdafrika eine gro\u00dfartige Erfahrung f\u00fcr mich und kann nur allen ans Herz legen einen solchen Schritt zu gehen.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_map_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_pb_map_container\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_map\" data-center-lat=\"-33.9248685\" data-center-lng=\"18.424055299999964\" data-zoom=\"10\" data-mouse-wheel=\"on\" data-mobile-dragging=\"on\"><\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_map_pin\" data-lat=\"-33.9248685\" data-lng=\"18.424055299999964\" data-title=\"\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_post_nav_0 et_pb_posts_nav nav-single et_block_module\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":9117,"featured_media":4412,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"<p><strong>1. 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Die Bewerbungsfrist f\u00fcr das Stipendium war Ende Februar 2017. Auf Grund der anstehenden Pr\u00fcfungen sollte man seine Zeit gut planen, da der Aufwand f\u00fcr die Bewerbung leicht untersch\u00e4tzt werden kann. Als einige Unklarheiten zum Bewerbungsprozess aufgekommen sind, konnte schnelle und kompetente Beratung der Promos-Beauftragen des Fachbereiches 11 eingeholt werden. Neben dem Motivationsschreiben, Lebenslauf und Notenspiegel wird auch die Best\u00e4tigung der Gasteinrichtung gefordert. Diese kann jedoch im Zweifel auch nachgereicht werden, wobei ich mich jedoch bem\u00fcht habe, diese schon Ende Februar vorweisen zu k\u00f6nnen.<\/p><p>Die Praktikumssuche hat in meinem Fall Anfang Dezember 2016 begonnen und bis zum Erhalt der endg\u00fcltigen Best\u00e4tigung bis Mitte Februar gedauert. Es ist jedoch anzumerken, dass nicht unbedingt eine solch lange Zeit ben\u00f6tigt wird, da man die Suche auch intensiver gestalten kann. Da Afrika f\u00fcr mich feststand, habe ich angefangen Kliniken in Gro\u00dfst\u00e4dten zu googlen und diese direkt per Mail zu kontaktieren. Die ersten Anfragen gingen in die L\u00e4nder Uganda, Namibia und S\u00fcdafrika. Aus den R\u00fcckmeldungen hat sich herausgestellt, dass viele den Studiengang Public Health nicht themenspezifisch einordnen konnten. In den folgenden Mails habe ich dieses dann ber\u00fccksichtigt und m\u00f6glichst genau Inhalte und Kompetenzen meines Studienfachs aufgef\u00fchrt. Nach l\u00e4ngerem Austausch konnte mir jedoch keine Klinik einen sinnvollen Platz f\u00fcr mein Praktikum best\u00e4tigen. Im Weitern Verlauf und Austausch mit Freunden und Kommilitonen wurde mir zu einer sehr kleine und famili\u00e4re Praktikumsvermittlung \u201eLive and Learn\u201c f\u00fcr Kapstadt geraten. Von der Idee einer Praktikumsvermittlung war ich nicht begeistert, im Anbetracht der fortschreitenden Zeit habe ich jedoch doch Kontakt aufgenommen. Diese hat mir Kontaktdaten zu m\u00f6glichen und Studiengangspezifischen Einrichtungen gegeben. Mit einem Motivationsschreiben und nachfolgendem Telefonat konnte ich mir meinem Praktikumsplatz sichern. Die auszuf\u00fcllenden Unterlagen wie Praktikumsvertrag und Best\u00e4tigung f\u00fcr das Stipendium nehmen nochmal einige Zeit in Anspruch und sollten unbedingt bei der Planung mitbedacht werden.<\/p><p><strong>2. Formalit\u00e4ten im Gastland<\/strong><br \/>Um in S\u00fcdafrika ein Praktikum durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen ben\u00f6tigt man ein Visum. Dieses hat sich als eine sehr gro\u00dfe H\u00f6rde dargestellt. Neben dem Antrag des Visums an sich, welcher an die 25 DinA4 Seiten umfasst, werden auch zwei \u00e4rztliche Attests, Offenlegung der finanziellen Mittel und ein polizeiliches F\u00fchrungszeugnis gefordert. Alle Informationen hierf\u00fcr sind \u00fcber die Internetpr\u00e4senz der der S\u00fcdafrikanischen Botschaft in Berlin einzuholen. Der vollst\u00e4ndige Antrag muss dann pers\u00f6nlich in Berlin eingereicht werde. Hierf\u00fcr sollte man sicher sein, alle notwendigen Unterlagen in richtiger Form parat zu haben, da die Visumsvergabe sehr strikt ist. Au\u00dferdem ist anzumerken, dass man selbst mit allen Unterlagen nicht automatisch ein Recht auf ein Visum besitzt. Daher ist ein freundlicher und verst\u00e4ndnisvoller Umgang ein Muss. Die Alternative ist es \u00fcber ein Urlaubsvisum einzureisen, welches 90 Tage betr\u00e4gt. Damit kann man der B\u00fcrokratie ein wenig aus dem Weg gehen. Um dieses dann im Land zu verl\u00e4ngern kann eine Aus- und Einreise \u00fcber ein Nachbarland durchgef\u00fchrt werden. Auch hier kann es jedoch zu Komplikationen kommen. Wenn man also ein Visum f\u00fcr einen Zeitraum f\u00fcr mehr als 90 Tage ben\u00f6tigt, sollte man es zuerst mit der Botschaft in Berlin versuchen, auch wenn dieses einen gr\u00f6\u00dferen Aufwand mit sich bringt. 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Sie sind in gro\u00dfer Armut in sogenannten Townships aufgewachsen, in denen u.a. k\u00f6rperliche und sexuelle Gewalt den Alltag beherrschen kann. Die Vision der Organisation ist es, dass Surftherapie als normale Form der Gesundheitsversorgung in S\u00fcdafrika akzeptiert und durchgef\u00fchrt wird. Als Leitbild der Organisation selbst gilt es als ein Bestandteil der staatlichen Bildungs- und Gesundheitsf\u00f6rderung zu sein, um noch mehr Kindern in ganz S\u00fcdafrika Zugang zu Surftherapien zu erm\u00f6glichen. Ich habe mich gerade f\u00fcr diese Organisation entschieden, da ich von der Idee mentale Gesundheit im Kontext mit Sport zu bringen begeistert bin. 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Es wurde hier allgemein eine gro\u00dfe Eigenverantwortung gefordert, was sich am Anfang als nicht ganz einfach dargestellt hat. Im Laufe der Zeit konnte man sich aber gut in den Arbeitsalltag eingliedern und seine Ideen einbringen. Generell lief die Zusammenarbeit im Team h\u00e4ufig mit einigen Komplikationen ab, dieses lag sowohl an der Tatsache als Praktikant nicht immer f\u00fcr ernst genommen wurde, als auch an Kommunikationsschwierigkeiten in der Organisation an sich. Dennoch habe ich mich wohl gef\u00fchlt und konnte mich ins Unternehmen integrieren.<\/p><p><strong>4. Unterkunft<\/strong><br \/>Bei der Wohnungssuche bin ich \u00fcber das Internetprotal \u201egumtree.co.za\u201c f\u00fcndig geworden und habe ein Zimmer bei einem S\u00fcdafrikaner gemietet. Kontaktaufnahme und Austausch war dann \u00fcber WhatsApp und Skype kein Problem. Andere sind \u00fcber AirBnB f\u00fcndig geworden, was jedoch deutlich kostenintensiver ist. Des Weiteren besteht die M\u00f6glichkeit in einer Gastfamilie unterzukommen. Am besten spricht man mit seiner Arbeitsstelle, die meisten geben ein gerne Auskunft und kennen sich am besten aus.<\/p><p><strong>5. Sonstiges<\/strong><br \/>Kapstadt ist eine unglaublich vielseitige Stadt. Wundersch\u00f6n aber auch nicht ganz ungef\u00e4hrlich. Man sollte sich immer durch Bezugspersonen wie Vermieter oder Arbeitskollegen \u00fcber die Situation vor Ort informieren, damit man wei\u00df welche Stra\u00dfen zu meiden sind und wie man sich am besten Verh\u00e4lt. Dennoch brauch man nicht mit Angst durch die Stra\u00dfen laufen, lediglich bewusst sein, dass extreme Armut im Land auch schnell zu Kriminalit\u00e4t f\u00fchren kann. Die einzige negative Erfahrung die ich in diesem Zusammenhang erlebt haben war es, dass in meinen Wohnkomplex eingebrochen wurde und mein Fahrrad geklaut wurde. Unbedingt immer alles hergeben und sich nie wehren, denn es ist nicht un\u00fcblich das Kriminelle Waffen mit sich tragen und unberechenbar handeln k\u00f6nnen.<\/p><p>Das \u00f6ffentliche Verkehrsmittelsystem ist nicht sehr gut ausgebaut und nicht die sicherste Art sich fortzubewegen. \u00dcber die App \u201eUber\u201c ist es jedoch f\u00fcr k\u00fcrzere Strecken eine sehr sichere und preiswerte Alternative. F\u00fcr die Verpflegung mit Essen und Trinken sollten man mit R100 pro Tag rechnen, was zurzeit ca. 6 Euro entspricht. Nach oben gibt es nat\u00fcrlich kein Limit. Meine Empfehlung ist es mit hier lebenden Leuten in Kontakt zu treten und sich abseits von Tourismus das wahre Kapstadt zeigen zu lassen. \u201eCouchsurfing\u201c ist hierf\u00fcr eine gute Anlaufstelle.<\/p><p><strong>6. Was ist tunlichst zu vermeiden?<\/strong><br \/>Du bist als deutscher Student unglaublich privilegiert im Leben. Das ist mir zuvor noch nie so stark bewusstgeworden. Vermeide jegliche Arroganz und sei dir immer bewusst, dass viele hier unter absoluter Armut aufwachsen. Des Weiteren sind viele S\u00fcdafrikaner nicht die besten im Umgang mit Kritik, daher achte immer gut auf die Wortwahl, denn viele f\u00fchlen sich schnell pers\u00f6nlich angegriffen. Probleme werden hier gerne ausgestanden und verschwiegen, anstatt diese offen anzusprechen. Man sollte sich vor allem mit der Geschichte der Apartheit auseinandersetzen um diese Diversit\u00e4t und zum Teil auch Hass im Land zu verstehen. Da dieses noch nicht lange vergangen ist, sind Witze und \u00e4hnliches in keinem Fall von einem aus dem Ausland kommenden Studenten geeignet.<\/p><p><strong>7. Fazit<\/strong><br \/>Durch die Mitarbeit bei Waves for Change konnte ich die Strukturen und Arbeit in einem NGO kennenlernen und lernen einen englischsprachigen Alltag zu bewerkstelligen. Es ist aber zu beachten, dass es hier mit einer Arbeitsstelle in Deutschland kaum zu vergleichen ist, da die Kultur das Leben an sich ganz anders angeht. F\u00fcr mich war dieses jedoch in keinem Fall ein negativer Punkt. F\u00fcr meinen sp\u00e4teren Werdegang konnte ich im Bereich NGO und Surftherapie sehr n\u00fctzliche Kontakte zu Organisationen aus der ganzen Welt kn\u00fcpfen. Zusammenfassend war das Praktikum hier in S\u00fcdafrika eine gro\u00dfartige Erfahrung f\u00fcr mich und kann nur allen ans Herz legen einen solchen Schritt zu gehen.<\/p>","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,342721,356669,368865,653,525354],"tags":[525315,525312,368791,368747,70505,368909,525354,17819,18623],"class_list":["post-4411","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-berichte","category-laender","category-outgoing","category-praktikum","category-suedafrika","tag-interkulturelle-erfahrungen","tag-kinder-und-jugendarbeit","tag-praktikumssuche","tag-promos","tag-public-health","tag-soziale-berufe","tag-suedafrika","tag-visum","tag-wohnungssuche"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4411","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9117"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4411"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4411\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4414,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4411\/revisions\/4414"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4412"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4411"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4411"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4411"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}