{"id":4404,"date":"2018-08-10T15:09:14","date_gmt":"2018-08-10T13:09:14","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/?p=4404"},"modified":"2022-06-14T22:37:07","modified_gmt":"2022-06-14T20:37:07","slug":"praktikum-an-ngo-pelagios-kakunja-in-la-paz-baja-california-sur-mexiko","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/2018\/08\/10\/praktikum-an-ngo-pelagios-kakunja-in-la-paz-baja-california-sur-mexiko\/","title":{"rendered":"Praktikum an NGO \u201ePelagios Kakunj\u00e1\u201c in La Paz, Baja California Sur, Mexiko"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Als ich herausfand, dass die NGO \u201ePelagios Kakunj\u00e1\u201c in La Paz, Baja California Sur, Mexiko Projekte vieler Art f\u00fcr die Erforschung und den Schutz der nordamerikanischen Haiarten unternimmt, war f\u00fcr mich klar, dass ein Aufenthalt bei diesem Team von Wissenschaftlern die ideale Erg\u00e4nzung zu meinem Studium in Meeres\u00f6kologie an der Uni Bremen und zu meinem Lebenslauf w\u00e4re. Der erste Schritt war dann nat\u00fcrlich die Anfrage bei der Organisation selbst, ob sie mich als Gastinstitution aufnehmen w\u00fcrde. Die mexikanischen Forscher hie\u00dfen mich willkommen und per Skype besprachen wir m\u00f6gliche Projekte f\u00fcr mich, bei denen ich meine Vorkenntnisse und bisherigen F\u00e4higkeiten gut einbringen konnte, die f\u00fcr mich aber auch neues Terrain und interessante Herausforderungen darstellen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Als mit der Gasteinrichtung alles gekl\u00e4rt war, und mir von ihr auch eine Best\u00e4tigung \u00fcber meinen Aufenthalt unterschrieben wurde (\u201eConfirmation of Host Institution.doc\u201c) reichte ich alle Unterlagen f\u00fcr ein PROMOS-Stipendium f\u00fcr mein Praktikum bis zum Bewerbungsschluss im November 2015 \u00fcber die Plattform MOBILITY ONLINE beim International Office der Uni Bremen ein, so dass ich evtl. f\u00fcr den F\u00f6rderzeitraum 1. Jahresh\u00e4lfte 2016 unter den Stipendiaten sein konnte.<\/p>\n<p>F\u00fcr meinen Aufenthalt in Mexico hatte ich n\u00e4mlich den Winter gew\u00e4hlt, denn das ist die relevante Saison: Bullenhaie, die Fokustiere meines Projekts, k\u00f6nnen vor der K\u00fcste von Baja California regelm\u00e4\u00dfig gesichtet werden. Im Januar, was f\u00fcr mich durch die Vorlesungspause meines Master- Studiengangs m\u00f6glich war, flog ich also nach La Paz in Mexiko, mit dem Ziel 3 Monate (also den Mindestf\u00f6rderzeitraum von PROMOS) in der Gasteinrichtung zu verbringen. Vor Ort gab es wenig Formalit\u00e4ten zu erledigen, denn in Mexiko k\u00f6nnen Praktikanten, die nicht l\u00e4nger als ein halbes Jahr im Land bleiben, mit einem einfachen Touristenvisum (Stempel im Flughafen) einreisen. Ich benutzte auch nur mein deutsches Bankkonto, mit dem ich problemlos in fast allen Banken Zugriff auf Bargeld hatte. Auch die Organisation selbst machte mir den Einstieg leicht, holte mich vom Flughafen ab, und wir machten uns direkt daran zu planen, wie wir meine Zeit und meinen Einsatz am besten f\u00fcr das mir zugeteilte Projekt, die Erforschung der \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Folgen des Tauchtourismus mit Bullenhaien im Meeresschutzgebiet Cabo Pulmo, nutzen k\u00f6nnen. Vor Ort gab es viele Studenten aus diversen L\u00e4ndern und Kontinenten, die sich auch der Meeresforschung und Meeresbiologie widmeten, was die Atmosph\u00e4re gleich von Beginn an sehr produktiv machte. Ich bekam die Erlaubnis im Headquarter von \u201ePelagios Kakunj\u00e1\u201c, wo mehrere kleine Schlafzimmer zur Verf\u00fcgung stehen, zu wohnen, wodurch mir auch zu Beginn eine komplizierte befristete Wohnungssuche erspart blieb, und ich immer direkt am Arbeitsplatz war. F\u00fcr die Unterkunft berechnete mir die NGO 300 USD im Monat, was leider weit \u00fcber den lokalen Mietpreisen liegt. Deshalb zog ich nach 3 Wochen in ein Fremdenzimmer in der Stadt, das ich \u00fcber ein Schild im Stadtzentrum ausfindig machen konnte. Dort lebte ich bis zum Ende meines Praktikums.<\/p>\n<p>Durch diese N\u00e4he zum Team war ich schnell in das Wissenschaftsleben vor Ort integriert: Schon wenige Tage nach meiner Ankunft nahm ich an den ersten Ausfahrten teil um die Haipopulationen im Schutzgebiet \u00fcber und unter Wasser zu beobachten und die Fragen zu beantworten: Wie viele Haie welcher Art befinden sich wo? Wie verhalten sie sich? Wie reagieren sie auf die St\u00f6rungen durch den Menschen? Daf\u00fcr wurde mir durch meinen Vorgesetzten, Dr. James Ketchum, und die anderen Studenten genauestens erkl\u00e4rt wie die Beobachtungsprotokolle auszuf\u00fcllen sind, auf welche Feinheiten beim Beobachten der Tiere zu achten ist und wie verschiedene Verhaltensweisen interpretiert werden k\u00f6nnen. Da Tauchen mit Bullenhaien auch Risiken birgt, wurde mir au\u00dferdem eine ausf\u00fchrliche Belehrung zur Sicherheit bei den Tauchg\u00e4ngen gegeben. Die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen war dabei immer fruchtbar und die vielen kleinen Hindernisse, die sich bei der Feldarbeit ergaben, konnten wir meistens schnell aus dem Weg r\u00e4umen. Bei der Planung der Exkursionen f\u00fcr bis zu 7 Teilnehmer in den verlassenen Nationalpark f\u00fcr mehrere Tage kam es verst\u00e4ndlicherweise manchmal zu logistischen Problemen, und so standen wir zeitweise ohne Lageplan, ohne Transportm\u00f6glichkeit oder ohne Ausr\u00fcstung da. Die lokalen Einwohner und unser Team halfen aber in solchen Situationen immer zusammen und so konnte jede einzelne Exkursion erfolgreich abgeschlossen werden, d.h. mit einer Menge Daten und mit Sicherheit und Spa\u00df bei der Arbeit. Meine pers\u00f6nlichen Ziele, n\u00e4mlich die Verbesserung meiner praktischen F\u00e4higkeiten bei der Feldarbeit im Haischutz, die Konfrontationen mit Theorien und Methoden in der Verhaltensbiologie, und der Ausbau meiner Spanischfertigkeiten, konnte ich von Anfang an effektiv verfolgen, und das ganze machte auch noch riesig Spa\u00df, da mich die anderen Studenten z.B. in die lokale Kultur einf\u00fchrten, viele versteckte Orte an den Str\u00e4nden Baja Californias zeigten oder mich mit in die Uni nahmen, wo ich an ihrem Studienalltag teilnahm.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Gastfreundlichkeit und Geduld meines Teams zahlte ich zur\u00fcck durch viel Arbeit am Projekt und durch einen kostenlosen Kurs in \u00f6kologischer Statistik, den ich den Studenten und Wissenschaftlern \u00fcber zwei Tage gab, um die Methoden, die mir an den deutschen Universit\u00e4ten vermittelt worden waren, auch f\u00fcr die ans\u00e4ssigen Meeresforscher zug\u00e4nglich zu machen. Der Kurs war ein voller Erfolg f\u00fcr beide Seiten. Ich kann w\u00e4rmstens empfehlen an der Gasteinrichtung so viel wie m\u00f6glich solch einen Wissensaustausch zu betreiben, das verbindet Menschen und Ideen. Einer anderen deutschen Studentin half ich beispielsweise beim Design ihrer Frageb\u00f6gen einer sozio\u00f6konomischen Studie zu den historischen Ausma\u00dfen des Fischfangs von Haien und durfte daraufhin auch an ihren Exkursionen teilnehmen und selbst Interviews f\u00fchren, wodurch ich wiederum viel lernen konnte.<\/p>\n<p>La Paz ist eine besonders ruhige mexikanische Stadt, ist aber nicht von der generell hohen Kriminalit\u00e4t verschont, die das Land seit Jahren heimsucht. Das war f\u00fcr mich von Anfang an ein Grund vorsichtig zu sein, und ich versuchte mir auch schnell die Verhaltensweisen der Einheimischen abzuschauen und in Erfahrung zu bringen zu welchen Uhrzeiten welche Gebiete der Stadt besser nicht betreten werden. Es ereigneten sich keine Zwischenf\u00e4lle und ich kann aus pers\u00f6nlicher Erfahrung nun sagen, dass ich diese Region von Mexiko nicht f\u00fcr zu gef\u00e4hrlich f\u00fcr einen Gastlandaufenthalt halte. Zwar herrscht auf den Stra\u00dfen und in den Wohngebieten von La Paz eine erh\u00f6hte Wachsamkeit, aber wer sich nicht bewusst in Risiko st\u00fcrzt, der wird nur freundliche Menschen kennenlernen. Andere Eigenheiten des Alltags haben mir dann auch ein bisschen Gew\u00f6hnungszeit abverlangt: der unregelm\u00e4\u00dfige \u00f6ffentliche Transport, der lockere Umgang mit Terminen, Zusagen und P\u00fcnktlichkeit, die allgemein schlechte Internetverbindung, oder die Essensgewohnheiten. Dies waren aber keine H\u00fcrden, sondern mein Aufenthalt wurde dadurch auch im Hinblick auf kulturelle Besonderheiten spannend.<\/p>\n<p>Bei mir ergab sich nach einigen Wochen begeisterter Forschungsarbeit leider, dass ich ernsthaft krank wurde. Nachdem sich die Symptome mehrten, brachten mich meine Kollegen in eine lokale Arztpraxis und ich bekam eine Krankheit diagnostiziert, die mich von diesem Zeitpunkt an ans Bett fesselte und au\u00dferdem mit der Aussicht auch nach Genesung mindestens einen Monat nicht tauchen zu k\u00f6nnen auch meine Projektplanung zunichtemachte. Andere Studenten und Praktikanten \u00fcbernahmen meine bisherigen Ergebnisse und begannen meine Arbeit fortzuf\u00fchren. Als sich keine merkliche Besserung einstellte beschloss ich meine Genesung in einer sichereren und ruhigeren Umgebung Deutschland fortzusetzen und meinen Aufenthalt abzubrechen. \u201ePelagios Kakunj\u00e1\u201c zeigte sich da sehr kooperativ und half mir trotzdem mein erstes Teilprojekt (Design von Frageb\u00f6gen f\u00fcr Tauchtouristen, Durchf\u00fchren der ersten Interviews, regelm\u00e4\u00dfige Aufzeichnung der Anwesenheit und des Verhaltens von Bullenhaien) abzuschlie\u00dfen. Das International Office der Uni Bremen half mir auch bei verk\u00fcrztem F\u00f6rderzeitraum ein Teilstipendium des DAAD zu bekommen, wof\u00fcr ich sehr dankbar bin.<\/p>\n<p>Zusammenfassend war der Aufenthalt menschlich und akademisch ein gro\u00dfer Gewinn, leider zu kurz, und ich konnte meine Ideen f\u00fcr ein Ph.D.-Thema nach dem Masterstudium deutlich besser sortieren und eingrenzen und habe viele Kontakte gekn\u00fcpft. Ich denke das sollte ein Hauptziel eines Praktikums w\u00e4hrend der Studienzeit sein.<\/p>\n<p>\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 50%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-0 gallery-columns-2 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2018\/05\/LaPazMexikoISATECpraktikumSS16-1.png' title=\"\" data-rl_title=\"\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"420\" height=\"316\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2018\/05\/LaPazMexikoISATECpraktikumSS16-1-420x316.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-4405\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2018\/05\/LaPazMexikoISATECpraktikumSS16-1-420x316.png 420w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2018\/05\/LaPazMexikoISATECpraktikumSS16-1-510x382.png 510w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2018\/05\/LaPazMexikoISATECpraktikumSS16-1.png 611w\" sizes=\"(max-width: 420px) 100vw, 420px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-4405'>\n\t\t\t\tAggregation weiblicher Bullenhaie in Cabo Pulmo\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2018\/05\/LaPazMexikoISATECpraktikumSS16-2.png' title=\"\" data-rl_title=\"\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"420\" height=\"280\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2018\/05\/LaPazMexikoISATECpraktikumSS16-2-420x280.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-4406\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2018\/05\/LaPazMexikoISATECpraktikumSS16-2-420x280.png 420w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2018\/05\/LaPazMexikoISATECpraktikumSS16-2.png 689w\" sizes=\"(max-width: 420px) 100vw, 420px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-4406'>\n\t\t\t\tVorbereitungen unserer Forschungstauchg\u00e4nge am Strand\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_map_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_pb_map_container\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_map\" data-center-lat=\"24.1426408\" data-center-lng=\"-110.31275310000001\" data-zoom=\"6\" data-mouse-wheel=\"on\" data-mobile-dragging=\"on\"><\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_map_pin\" data-lat=\"24.1426408\" data-lng=\"-110.31275310000001\" data-title=\"\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_post_nav_0 et_pb_posts_nav nav-single et_block_module\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":9117,"featured_media":4406,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"<p>Als ich herausfand, dass die NGO \u201ePelagios Kakunj\u00e1\u201c in La Paz, Baja California Sur, Mexiko Projekte vieler Art f\u00fcr die Erforschung und den Schutz der nordamerikanischen Haiarten unternimmt, war f\u00fcr mich klar, dass ein Aufenthalt bei diesem Team von Wissenschaftlern die ideale Erg\u00e4nzung zu meinem Studium in Meeres\u00f6kologie an der Uni Bremen und zu meinem Lebenslauf w\u00e4re. Der erste Schritt war dann nat\u00fcrlich die Anfrage bei der Organisation selbst, ob sie mich als Gastinstitution aufnehmen w\u00fcrde. Die mexikanischen Forscher hie\u00dfen mich willkommen und per Skype besprachen wir m\u00f6gliche Projekte f\u00fcr mich, bei denen ich meine Vorkenntnisse und bisherigen F\u00e4higkeiten gut einbringen konnte, die f\u00fcr mich aber auch neues Terrain und interessante Herausforderungen darstellen w\u00fcrden.<\/p><p>Als mit der Gasteinrichtung alles gekl\u00e4rt war, und mir von ihr auch eine Best\u00e4tigung \u00fcber meinen Aufenthalt unterschrieben wurde (\u201eConfirmation of Host Institution.doc\u201c) reichte ich alle Unterlagen f\u00fcr ein PROMOS-Stipendium f\u00fcr mein Praktikum bis zum Bewerbungsschluss im November 2015 \u00fcber die Plattform MOBILITY ONLINE beim International Office der Uni Bremen ein, so dass ich evtl. f\u00fcr den F\u00f6rderzeitraum 1. Jahresh\u00e4lfte 2016 unter den Stipendiaten sein konnte.<\/p><p>F\u00fcr meinen Aufenthalt in Mexico hatte ich n\u00e4mlich den Winter gew\u00e4hlt, denn das ist die relevante Saison: Bullenhaie, die Fokustiere meines Projekts, k\u00f6nnen vor der K\u00fcste von Baja California regelm\u00e4\u00dfig gesichtet werden. Im Januar, was f\u00fcr mich durch die Vorlesungspause meines Master- Studiengangs m\u00f6glich war, flog ich also nach La Paz in Mexiko, mit dem Ziel 3 Monate (also den Mindestf\u00f6rderzeitraum von PROMOS) in der Gasteinrichtung zu verbringen. Vor Ort gab es wenig Formalit\u00e4ten zu erledigen, denn in Mexiko k\u00f6nnen Praktikanten, die nicht l\u00e4nger als ein halbes Jahr im Land bleiben, mit einem einfachen Touristenvisum (Stempel im Flughafen) einreisen. Ich benutzte auch nur mein deutsches Bankkonto, mit dem ich problemlos in fast allen Banken Zugriff auf Bargeld hatte. 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Deshalb zog ich nach 3 Wochen in ein Fremdenzimmer in der Stadt, das ich \u00fcber ein Schild im Stadtzentrum ausfindig machen konnte. Dort lebte ich bis zum Ende meines Praktikums.<\/p><p>Durch diese N\u00e4he zum Team war ich schnell in das Wissenschaftsleben vor Ort integriert: Schon wenige Tage nach meiner Ankunft nahm ich an den ersten Ausfahrten teil um die Haipopulationen im Schutzgebiet \u00fcber und unter Wasser zu beobachten und die Fragen zu beantworten: Wie viele Haie welcher Art befinden sich wo? Wie verhalten sie sich? Wie reagieren sie auf die St\u00f6rungen durch den Menschen? Daf\u00fcr wurde mir durch meinen Vorgesetzten, Dr. James Ketchum, und die anderen Studenten genauestens erkl\u00e4rt wie die Beobachtungsprotokolle auszuf\u00fcllen sind, auf welche Feinheiten beim Beobachten der Tiere zu achten ist und wie verschiedene Verhaltensweisen interpretiert werden k\u00f6nnen. Da Tauchen mit Bullenhaien auch Risiken birgt, wurde mir au\u00dferdem eine ausf\u00fchrliche Belehrung zur Sicherheit bei den Tauchg\u00e4ngen gegeben. Die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen war dabei immer fruchtbar und die vielen kleinen Hindernisse, die sich bei der Feldarbeit ergaben, konnten wir meistens schnell aus dem Weg r\u00e4umen. Bei der Planung der Exkursionen f\u00fcr bis zu 7 Teilnehmer in den verlassenen Nationalpark f\u00fcr mehrere Tage kam es verst\u00e4ndlicherweise manchmal zu logistischen Problemen, und so standen wir zeitweise ohne Lageplan, ohne Transportm\u00f6glichkeit oder ohne Ausr\u00fcstung da. Die lokalen Einwohner und unser Team halfen aber in solchen Situationen immer zusammen und so konnte jede einzelne Exkursion erfolgreich abgeschlossen werden, d.h. mit einer Menge Daten und mit Sicherheit und Spa\u00df bei der Arbeit. Meine pers\u00f6nlichen Ziele, n\u00e4mlich die Verbesserung meiner praktischen F\u00e4higkeiten bei der Feldarbeit im Haischutz, die Konfrontationen mit Theorien und Methoden in der Verhaltensbiologie, und der Ausbau meiner Spanischfertigkeiten, konnte ich von Anfang an effektiv verfolgen, und das ganze machte auch noch riesig Spa\u00df, da mich die anderen Studenten z.B. in die lokale Kultur einf\u00fchrten, viele versteckte Orte an den Str\u00e4nden Baja Californias zeigten oder mich mit in die Uni nahmen, wo ich an ihrem Studienalltag teilnahm.<\/p><p>Die gro\u00dfe Gastfreundlichkeit und Geduld meines Teams zahlte ich zur\u00fcck durch viel Arbeit am Projekt und durch einen kostenlosen Kurs in \u00f6kologischer Statistik, den ich den Studenten und Wissenschaftlern \u00fcber zwei Tage gab, um die Methoden, die mir an den deutschen Universit\u00e4ten vermittelt worden waren, auch f\u00fcr die ans\u00e4ssigen Meeresforscher zug\u00e4nglich zu machen. Der Kurs war ein voller Erfolg f\u00fcr beide Seiten. Ich kann w\u00e4rmstens empfehlen an der Gasteinrichtung so viel wie m\u00f6glich solch einen Wissensaustausch zu betreiben, das verbindet Menschen und Ideen. Einer anderen deutschen Studentin half ich beispielsweise beim Design ihrer Frageb\u00f6gen einer sozio\u00f6konomischen Studie zu den historischen Ausma\u00dfen des Fischfangs von Haien und durfte daraufhin auch an ihren Exkursionen teilnehmen und selbst Interviews f\u00fchren, wodurch ich wiederum viel lernen konnte.<\/p><p>La Paz ist eine besonders ruhige mexikanische Stadt, ist aber nicht von der generell hohen Kriminalit\u00e4t verschont, die das Land seit Jahren heimsucht. Das war f\u00fcr mich von Anfang an ein Grund vorsichtig zu sein, und ich versuchte mir auch schnell die Verhaltensweisen der Einheimischen abzuschauen und in Erfahrung zu bringen zu welchen Uhrzeiten welche Gebiete der Stadt besser nicht betreten werden. Es ereigneten sich keine Zwischenf\u00e4lle und ich kann aus pers\u00f6nlicher Erfahrung nun sagen, dass ich diese Region von Mexiko nicht f\u00fcr zu gef\u00e4hrlich f\u00fcr einen Gastlandaufenthalt halte. Zwar herrscht auf den Stra\u00dfen und in den Wohngebieten von La Paz eine erh\u00f6hte Wachsamkeit, aber wer sich nicht bewusst in Risiko st\u00fcrzt, der wird nur freundliche Menschen kennenlernen. Andere Eigenheiten des Alltags haben mir dann auch ein bisschen Gew\u00f6hnungszeit abverlangt: der unregelm\u00e4\u00dfige \u00f6ffentliche Transport, der lockere Umgang mit Terminen, Zusagen und P\u00fcnktlichkeit, die allgemein schlechte Internetverbindung, oder die Essensgewohnheiten. Dies waren aber keine H\u00fcrden, sondern mein Aufenthalt wurde dadurch auch im Hinblick auf kulturelle Besonderheiten spannend.<\/p><p>Bei mir ergab sich nach einigen Wochen begeisterter Forschungsarbeit leider, dass ich ernsthaft krank wurde. Nachdem sich die Symptome mehrten, brachten mich meine Kollegen in eine lokale Arztpraxis und ich bekam eine Krankheit diagnostiziert, die mich von diesem Zeitpunkt an ans Bett fesselte und au\u00dferdem mit der Aussicht auch nach Genesung mindestens einen Monat nicht tauchen zu k\u00f6nnen auch meine Projektplanung zunichtemachte. Andere Studenten und Praktikanten \u00fcbernahmen meine bisherigen Ergebnisse und begannen meine Arbeit fortzuf\u00fchren. Als sich keine merkliche Besserung einstellte beschloss ich meine Genesung in einer sichereren und ruhigeren Umgebung Deutschland fortzusetzen und meinen Aufenthalt abzubrechen. \u201ePelagios Kakunj\u00e1\u201c zeigte sich da sehr kooperativ und half mir trotzdem mein erstes Teilprojekt (Design von Frageb\u00f6gen f\u00fcr Tauchtouristen, Durchf\u00fchren der ersten Interviews, regelm\u00e4\u00dfige Aufzeichnung der Anwesenheit und des Verhaltens von Bullenhaien) abzuschlie\u00dfen. Das International Office der Uni Bremen half mir auch bei verk\u00fcrztem F\u00f6rderzeitraum ein Teilstipendium des DAAD zu bekommen, wof\u00fcr ich sehr dankbar bin.<\/p><p>Zusammenfassend war der Aufenthalt menschlich und akademisch ein gro\u00dfer Gewinn, leider zu kurz, und ich konnte meine Ideen f\u00fcr ein Ph.D.-Thema nach dem Masterstudium deutlich besser sortieren und eingrenzen und habe viele Kontakte gekn\u00fcpft. Ich denke das sollte ein Hauptziel eines Praktikums w\u00e4hrend der Studienzeit sein.<\/p><p>[gallery columns=\"2\" ids=\"4405,4406\"]<\/p>","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,342721,356669,52107,368865,653],"tags":[15903,125554,368887,525380,52107,368743,18499,368747,18623],"class_list":["post-4404","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-berichte","category-laender","category-mexiko","category-outgoing","category-praktikum","tag-biologie","tag-lateinamerika","tag-leben-im-ausland","tag-meeresoekologie","tag-mexiko","tag-ngo","tag-organisatorisches","tag-promos","tag-wohnungssuche"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4404","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9117"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4404"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4404\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4408,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4404\/revisions\/4408"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4406"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4404"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4404"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4404"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}