{"id":4201,"date":"2018-05-07T15:18:57","date_gmt":"2018-05-07T13:18:57","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/?p=4201"},"modified":"2022-06-14T22:41:29","modified_gmt":"2022-06-14T20:41:29","slug":"erasmus-praktikum-beim-franzoesischen-roten-kreuz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/2018\/05\/07\/erasmus-praktikum-beim-franzoesischen-roten-kreuz\/","title":{"rendered":"Erasmus+ Praktikum beim Franz\u00f6sischen Roten Kreuz"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><strong>Vorbereitung<\/strong><br \/>\nIm Jahre 2015 fing mein soziales Engagement an, als ich Freiwillige bei der franz\u00f6sischen nationalen Organisation Le Secours Populaire geworden bin.<\/p>\n<p>Dank dem Kennenlernen erfahrungsreicher Leute habe ich meine Kenntnisse im humanit\u00e4ren Bereich vertiefen und ein starke Interesse f\u00fcr diese Branche entwickelt. Diese Begeisterung hat dazu gef\u00fchrt, dass ich nun immer informiert bleiben mag, \u00fcber die Aktionen und Programme der verschiedenen Nichtsstaatlichen Organisationen weltweit.<\/p>\n<p>Als ich angefangen habe, eine Praxisstelle zu suchen, fiel mir sofort zahlreiche Namen von Hilfesvereine ein. Ich habe mich bei mehreren beworben und bin beim franz\u00f6sischen Roten Kreuz angenommen worden. Mir war es wichtig, das Pflichtspraktikum ausserhalb Deutschland zu absolvieren, indem die franz\u00f6sische Struktur einer welweiten NGO mich interessierte.<\/p>\n<p><strong>Vorstellung der Praktikumsinstitution: das Caener Rote Kreuz<\/strong><br \/>\nIch habe mein Praktikum bei dem franz\u00f6sischen Roten Kreuz meiner Heimatstadt Caen (Normandie) absolviert. Das Rote Kreuz ist die \u00e4lteste und die gr\u00f6sste nichtstaatliche Organisation weltweit. W\u00e4hrend der Schlachte von Solferino im Jahre 1859 versucht ein schweizer B\u00fcrger namens Henry Dunant mithilfe der Bev\u00f6lkerung vorort, die Soldaten beiden Seiten ohne Diskriminierung zu pflegen. Sp\u00e4ter schrieb Dunant \u00ab Un souvenirs de Solferino \u00bb (eine Erinnerung an Solferino), in dem er zwei Aussagen erl\u00e4utert, die dem modernen humanit\u00e4ren Recht ausmachen. Erstens erw\u00e4hnt er den Abschluss eines Vertrags bez\u00fcglich der Neutralisierung des milit\u00e4rischen Sanit\u00e4rdienst auf dem Schlachtsfeld. Zweitens setzt er sich f\u00fcr die Gr\u00fcndung einer Organisation um den Kriegsverletzten Hilfe zu leisten.<\/p>\n<p>Der erste Rote Kreuzverein wurde 1863 in W\u00fcrtenberg gegr\u00fcndet. Daraus entstand der CICR (Comit\u00e9 internationale de la Croix Rouge), der als Sitz des roten Kreuz gilt und sich im Genf befindet. Die Caener Lokaleinheit wurde 1984 gegr\u00fcndet und befindet sich am Boulevard Lyautey.<\/p>\n<p><strong>Struktur und Arbeitsweise<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>1) Buchhaltung<\/em><\/strong><br \/>\nAb 2004 wurden die Buchhaltung und das Finanzgesch\u00e4ft der Lokaleinheit von Paris verwalten. Folgt dann die Gr\u00fcndung mehrer Zentren. Es wird nun bei dem Caener Roten Kreuz nur noch Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung gemacht.<\/p>\n<p>Nach einer Ausbildung im Buchhaltungsbereich hat die aktuelle Buchhalterin des roten Kreuz, Danielle in einem Unternehmen gearbeitet, bevor sich an die nichtsstaatliche Organisation zu wenden. Die Buchhalterin (bzw die nun gewordene Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin) k\u00fcmmert sich darum, nach Subventionen zu suchen und die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung vier kleineren Einheiten der Umgebung zu kontrollieren, wie Deauville oder Aunay-Sur-Odon. Zudem ist die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Roten Kreuz in Caen f\u00fcr die Kasse des Solid\u00e4rladen zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Dar\u00fcberhinaus kn\u00fcpft und h\u00e4lt sie Kontakte zu zahlreichen Superm\u00e4rkte und B\u00e4ckereien, die Lebensmitteln oder Kleidung spenden. Zur Zeit \u00fcberlegt Danielle andere Erweiterungen der sozialen Hilfe, die das Rote Kreuz noch nicht zur Verf\u00fcgung stellt. Unter anderem schl\u00e4gt die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin vor, eine Sprechstunde einzusetzen um den Berechtigten (Empf\u00e4nger der sozialen Hilfe) bei der Arbeitssuche zu helfen.<\/p>\n<p><em><strong>2) Babys und Elternzentrum<\/strong><\/em><br \/>\nDas Caener Rote Kreuz verf\u00fcgt ein Baby und Elternzentrum. Das Geb\u00e4ude ist Montags und Dienstags von 2 bis 5 Uhr ge\u00f6ffnet. Dieser Ort besteht aus einem Erdgeschoss, einer K\u00fcche in der die Berechtigte einmal pro Monat zu einer handwerkischer Aktivit\u00e4t eingeladen werden (Stricken lernen, Pl\u00e4tzchen backen). Circa 60 Berechtigten und ihre Babys werden in einem w\u00e4hrend des Zwischenkriegszeit gebauten Hochhaus mit Tee und Kekse empfangen. Die R\u00e4ume sind hell , extrem sauber und f\u00fcr Kinder und Neugeborenen abgesichert. Das Ziel dieses Programm liegt daran, ein Zusammengeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl zu entwickeln.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus gibt es ein Keller, in dem alle Waren, Nahrungsmittel aber zugleich Kleidung und Kinderspiele. Sie werden je nach Kategorien zugeteilt und in Kisten einger\u00e4umt. Aus Sauberkeitsgr\u00fcnde werden alle Kleidungsst\u00fccke gewaschen, getrocknet und letzendlich gefaltet, was bei dem Einheitssitz wegen Zeitmangel nicht gemacht wird.<\/p>\n<p>Dieses \u00ab Espace B\u00e9b\u00e9s Parents \u00bb empfangt sowohl Eltern als Alleinerziehende\/n , denen Einkommen zu gering ist um ihr oder ihre Kind\/er gen\u00fcgend zu ern\u00e4hren und bekleiden. Das Zentrum verschenkt den Familien vierzehn Tage vor dem Geburt des Kindes ein Geburtspacket mit Kleidung und Windel. Die Familie, die versorgt werden, k\u00f6nnen jede vierzehn Tage abholenEs leistet Hilfe bis zum zweiten Lebensjahr des Kindes. Danach m\u00fcssen die Familien sich an den Hauptssitz im Boulevard Lyautey wenden.<\/p>\n<p><em><strong>3) Verteilung der Lebensmittel<\/strong><\/em><br \/>\nBei dem Hauptsitz am Boulevard werden dreimal die Woche Lebensmittel verschenkt. Nach Beweis einer nicht reichenden finanziellen Lage d\u00fcrfen die Berechtigten jede Woche Nahrungsmittel mitnehmen.<\/p>\n<p>Entweder werden Asylbewerber von einer Hilfesorganisation an das Rote Kreuz gewendet, oder franz\u00f6sische B\u00fcrgerInnen kommen zum Roten Kreuz mit einem Brief einer SozialmitarbeiterIn, worauf steht dass diese Personen Lebensmittel dringend ben\u00f6tigt. Die Essenversorgung kommt aus der Lebensmittelbank einerseits und aus Spenden andererseits. Aufmerksamkeit wird auf die jeweiligen Essenbeschr\u00e4nkungen gelegt indem vegetarische und hallal Optionen vorliegen.<\/p>\n<p><em><strong>4) Erkundungsfahrte : ortsfeste und mobile<\/strong><\/em><br \/>\nDas Caener Rote Kreuz organisiert jeden Abend Erkundungsfahrte. Zwei unterschiedliche Erkundungsfahrte werden durchgef\u00fchrt : die ortsfeste und die mobile Runde.<\/p>\n<p>Die ortsfeste Erkundungsfahrt wird wie folgende vorbereitet. Eine Stunde bevor der Abfahrt, trefft sich eine Belegschaft von sechs Freiwilligen im an der Erkundungsfahrt gewidmeten Lagerhaus. Der Lastwagen wird gepr\u00fcft. Er wurde extra f\u00fcr die Runde ausger\u00fcstet : im Kofferraum stapeln sich mit Suppen-, Schoko-, oder Milchpulver ausgef\u00fcllte Plastikdosen. Im Caen h\u00e4lt der Lastwagen ca zwanzig Minuten in strategischen Orte an : das historische Zentrum, der Hafen und der Hauptbahnhof. W\u00e4hrenddessen gehen zwei Freiwillige zu den B\u00e4ckereien, die eine Partnerschaft mit dem Roten Kreuz haben, um die \u00fcbrige Brote und Sandwichs abzuholen. Diese Reste gelten als Abendessen und wird den Obdachlosen gegeben.<\/p>\n<p>Die mobile Erkundungsfahrt wird anders organisiert indem sie den Obdachlosen unter den Br\u00fccken, in den dunkelen Ecken der Stadt entgegengeht. Sie bringt w\u00e4rme Getr\u00e4nke und Essen aber auch Decken und Kleidung. Ihre Priorit\u00e4t besteht darin, mit den Obdachlosen zu reden und die soziale Bindungen solange wie m\u00f6glich zu pflegen.<\/p>\n<p><em><strong>5) Franz\u00f6sischunterrichte<\/strong><\/em><br \/>\nKostenlose Franz\u00f6sischkurse werden jeden Tag angeboten. Montags und Freitags findet der Anf\u00e4ngerkurs statt, in dem die Lernende das lateinische Alphabet nicht schreiben und daher kein franz\u00f6sisches Wort kennen. Dienstags und Donnerstags kommen Leute die sich schon in der franz\u00f6sischen Sprache ausdr\u00fccken k\u00f6nnen. Die Kurse sind f\u00fcr alle offen und kostenfrei. Durch das Lernen wird das Miteinanderleben (beziehungsweise die friedliche Auseinandersetzung zahlreichen Ethnien) gepflegt und den kulturellen Austausch zur Geltung gebracht.<\/p>\n<p><em><strong>6) Tr\u00f6delmarkt des Roten Kreuz<\/strong><\/em><br \/>\nDas Caener Rote Kreuz organisiert jeden drei Monate einen Tr\u00f6delmarkt, auf dem sowohl Kleidung als auch Geschirr und Zubeh\u00f6r g\u00fcnstig verkaufen werden. Die Einnahmen dieser M\u00e4rkte tragen zur Finanzierung von Projekte und zur Verbesserung der Leistungen des Lokaleinsatz bei.<\/p>\n<p><strong>Meine Aufgaben<\/strong><br \/>\nMir war es wichtig alle Facetten des Roten Kreuz kennen zu lernen. Aus diesem Grund habe ich von allen Branchen erfahren und im zahlreichen Hilfesbereich aktiv mitgemacht. Ich habe im Babys und Elternzentrum gearbeitet indem ich die Kleidung und Kinderspiele von dem Hauptssitz im Boulevard Lyautey bis zum Zentrum mit dem Auto transportiert habe und Geburtspacket vorbereitet habe.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus habe ich franz\u00f6sisch als Fremdsprache unterrichtet. Dank meiner beruftlichen Erfahrung ( in einem deutschen Unternehmen und danach an der Universit\u00e4t Bremen) fiel mir ziemlich leicht eine heterogene Gruppe zu unterrichten. Anl\u00e4sslich meiner Kenntnisse der arabischen Sprache, habe ich \u00f6fters den Alphabetisierungskurs geleitet.Tats\u00e4chlich waren in diesem Kurs viele Leute aus dem Sudan, dem Irak und allgemein aus dem arabsprachigen Raum. Durch die Sprachkurse, habe ich mich mit den jeweiligen L\u00e4ndern und denen Konflikte auseinandergesetzt und immer mehr \u00fcber denen Politik und Kultur wissen wollen.<\/p>\n<p>Mit einigen anderen freiwilligen Franz\u00f6sischlehrerInnen habe ich den Projekt \u00ab Portraits \u00bb angefangen und fortgef\u00fchrt. Wir haben Ausl\u00e4nderInnen im Franz\u00f6sischkurs ausgew\u00e4hlt und die gefragt, ob sie einverstanden seien, ihre Geschichte und die Gr\u00fcnde ihrer Auswanderung uns zu erz\u00e4hlen. Wir haben uns nach den jeweiligen L\u00e4ndern erkundigt und dazu ein anonymes Interview des Ausl\u00e4nders hinzugef\u00fcgt. Diese Berichte sollten in der regionalen Zeitung ver\u00f6ffentlicht werden. Dieses Projekt ist mir wirklich unter die Haut gegangen, weil ich endlich Gesichte den Migrationsstr\u00f6me zuordnen konnte.<\/p>\n<p>Zudem habe ich sowohl an der ortfesten als auch der mobilen Erkundungsfahrt teilgenommen. Daraus habe ich die Teamsarbeit in Notfallsituationen gelernt. \u00dcberdies habe ich mit dem Roten Kreuz Software \u00ab A\u00efda \u00bb im Empfangsb\u00fcro gearbeitet. Aufgrund meines vielsprachigen Profils galt ich als Ansprechpartnerin f\u00fcr die Leute, deren Muttersprache nicht franz\u00f6sisch war. Ich habe die zuk\u00fcnftigen und gegenw\u00e4rtige Berechtigte empfangen. Dar\u00fcberhinaus habe ich sie zugleich \u00fcber Ihre Rechte und die jeweiligen Ansprechstelle und Hilfesorganisationenen aufmerksam gemacht. Damit die Sprachbarriere zur Br\u00fccke wird, habe ich alle Informationenbl\u00e4tter im Wartesaal in mehreren Sprachen \u00fcbersetzt.<\/p>\n<p>Jeden Donnerstag durften die Berechtigen Kleidungst\u00fccke kostenlos ausw\u00e4hlen. Mit einer Mitarbeiterin habe ich die Klamotten im Vorhinein eingeordnet.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus habe ich bei der Vorbereitung des Fr\u00fchlingstr\u00f6delmarkt aktiv mitgeholfen, indem ich die Schilder auf verschiedene Sprache \u00fcbersetzt habe. Zudem habe ich mit zwei anderen Praktikanten Flugbl\u00e4tter, die \u00fcber den Tr\u00f6delmarkt informierten, im Caener Zentrum den B\u00e4ckereien, Bars und Restaurants gegeben .\u00dcberdies habe ich die Kleidungst\u00fccke und Schuhe ausgew\u00e4hlt und mich um die Kasse w\u00e4hrend des Tr\u00f6delmarktes gek\u00fcmmert.<\/p>\n<p>Ausserdem habe ich auch mehrmals in einer Notschlafenstelle in der Sp\u00e4tschicht gearbeitet. In einem riesigen alten Geb\u00e4ude wurden \u00fcber den Winter circa 80 Obdachlosen (darunter 15 Kinder und Babys) unterbracht. Der Caener Rote Kreuz galt dort nur als Unterst\u00fctzer des Komitee \u00ab Trait D'Union \u00bb (Bindesstrich auf franz\u00f6sisch), die zuwenig Personal hatte, um die Leute dezent beraten zu k\u00f6nnen. Unsere Arbeit lag daran, die soziale Bindungen aufrechtzuerhalten indem wir mit den Kindern gespielt und mit den Eltern geredet haben.<\/p>\n<p><strong>Was ich dem Caener Roten Kreuz gebracht habe<\/strong><br \/>\nIch habe Kopien meiner ganzen Lernmaterialien den freiwilligen Franz\u00f6sischlehrerInnen gelassen, da sie an Ressourcen fehlten.<\/p>\n<p>Dar\u00fcberhinaus habe ich vorgeschlagen, dass es den Berechtigten zur Essenverteilung eine genaue Uhrzeit gegeben wird. Tats\u00e4chlich sollten die Leute oft bis 3 Stunden warten, bevor sie dran sind. Mittlerweile steht eine Uhrzeit auf dem Zettel, das jeder Berechtigte hat, und ihm erlaubt Lebensmittel zu nehmen. Dadurch wird Vertrauern gewonnen der Person gegen\u00fcber.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDieses Praktikum beim franz\u00f6sischen Roten Kreuz hat mir erm\u00f6glicht neue Facetten und Branchen des humanit\u00e4ren Bereich zu entdecken. Durch diese zwei erfahrungsreichen Monate bei der \u00e4ltesten Nichtstaatlichen Organisation weltweit, hat sich mein Wunsch Karriere als Vertreterin einer NGO auf internationaler Ebene verst\u00e4rkt. Ich habe gesehen, wie eine Hilfesorganisation funktioniert und wie vielf\u00e4ltig die T\u00e4tigkeit in der humanit\u00e4ren Branche sein m\u00f6gen.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_map_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_pb_map_container\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_map\" data-center-lat=\"49.182863\" data-center-lng=\"-0.37067899999999554\" data-zoom=\"9\" data-mouse-wheel=\"on\" data-mobile-dragging=\"on\"><\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_map_pin\" data-lat=\"49.182863\" data-lng=\"-0.37067899999999554\" data-title=\"\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_post_nav_0 et_pb_posts_nav nav-single et_block_module\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":9117,"featured_media":4203,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"<p><strong>Vorbereitung<\/strong><br \/> Im Jahre 2015 fing mein soziales Engagement an, als ich Freiwillige bei der franz\u00f6sischen nationalen Organisation Le Secours Populaire geworden bin.<\/p><p>Dank dem Kennenlernen erfahrungsreicher Leute habe ich meine Kenntnisse im humanit\u00e4ren Bereich vertiefen und ein starke Interesse f\u00fcr diese Branche entwickelt. 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W\u00e4hrend der Schlachte von Solferino im Jahre 1859 versucht ein schweizer B\u00fcrger namens Henry Dunant mithilfe der Bev\u00f6lkerung vorort, die Soldaten beiden Seiten ohne Diskriminierung zu pflegen. Sp\u00e4ter schrieb Dunant \u00ab Un souvenirs de Solferino \u00bb (eine Erinnerung an Solferino), in dem er zwei Aussagen erl\u00e4utert, die dem modernen humanit\u00e4ren Recht ausmachen. Erstens erw\u00e4hnt er den Abschluss eines Vertrags bez\u00fcglich der Neutralisierung des milit\u00e4rischen Sanit\u00e4rdienst auf dem Schlachtsfeld. Zweitens setzt er sich f\u00fcr die Gr\u00fcndung einer Organisation um den Kriegsverletzten Hilfe zu leisten.<\/p><p>Der erste Rote Kreuzverein wurde 1863 in W\u00fcrtenberg gegr\u00fcndet. Daraus entstand der CICR (Comit\u00e9 internationale de la Croix Rouge), der als Sitz des roten Kreuz gilt und sich im Genf befindet. Die Caener Lokaleinheit wurde 1984 gegr\u00fcndet und befindet sich am Boulevard Lyautey.<\/p><p><strong>Struktur und Arbeitsweise<\/strong><\/p><p><strong><em>1) Buchhaltung<\/em><\/strong><br \/> Ab 2004 wurden die Buchhaltung und das Finanzgesch\u00e4ft der Lokaleinheit von Paris verwalten. Folgt dann die Gr\u00fcndung mehrer Zentren. Es wird nun bei dem Caener Roten Kreuz nur noch Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung gemacht.<\/p><p>Nach einer Ausbildung im Buchhaltungsbereich hat die aktuelle Buchhalterin des roten Kreuz, Danielle in einem Unternehmen gearbeitet, bevor sich an die nichtsstaatliche Organisation zu wenden. Die Buchhalterin (bzw die nun gewordene Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin) k\u00fcmmert sich darum, nach Subventionen zu suchen und die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung vier kleineren Einheiten der Umgebung zu kontrollieren, wie Deauville oder Aunay-Sur-Odon. Zudem ist die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Roten Kreuz in Caen f\u00fcr die Kasse des Solid\u00e4rladen zust\u00e4ndig.<\/p><p>Dar\u00fcberhinaus kn\u00fcpft und h\u00e4lt sie Kontakte zu zahlreichen Superm\u00e4rkte und B\u00e4ckereien, die Lebensmitteln oder Kleidung spenden. Zur Zeit \u00fcberlegt Danielle andere Erweiterungen der sozialen Hilfe, die das Rote Kreuz noch nicht zur Verf\u00fcgung stellt. Unter anderem schl\u00e4gt die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin vor, eine Sprechstunde einzusetzen um den Berechtigten (Empf\u00e4nger der sozialen Hilfe) bei der Arbeitssuche zu helfen.<\/p><p><em><strong>2) Babys und Elternzentrum<\/strong><\/em><br \/> Das Caener Rote Kreuz verf\u00fcgt ein Baby und Elternzentrum. Das Geb\u00e4ude ist Montags und Dienstags von 2 bis 5 Uhr ge\u00f6ffnet. Dieser Ort besteht aus einem Erdgeschoss, einer K\u00fcche in der die Berechtigte einmal pro Monat zu einer handwerkischer Aktivit\u00e4t eingeladen werden (Stricken lernen, Pl\u00e4tzchen backen). 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Aufmerksamkeit wird auf die jeweiligen Essenbeschr\u00e4nkungen gelegt indem vegetarische und hallal Optionen vorliegen.<\/p><p><em><strong>4) Erkundungsfahrte : ortsfeste und mobile<\/strong><\/em><br \/> Das Caener Rote Kreuz organisiert jeden Abend Erkundungsfahrte. Zwei unterschiedliche Erkundungsfahrte werden durchgef\u00fchrt : die ortsfeste und die mobile Runde.<\/p><p>Die ortsfeste Erkundungsfahrt wird wie folgende vorbereitet. Eine Stunde bevor der Abfahrt, trefft sich eine Belegschaft von sechs Freiwilligen im an der Erkundungsfahrt gewidmeten Lagerhaus. Der Lastwagen wird gepr\u00fcft. Er wurde extra f\u00fcr die Runde ausger\u00fcstet : im Kofferraum stapeln sich mit Suppen-, Schoko-, oder Milchpulver ausgef\u00fcllte Plastikdosen. Im Caen h\u00e4lt der Lastwagen ca zwanzig Minuten in strategischen Orte an : das historische Zentrum, der Hafen und der Hauptbahnhof. 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Dienstags und Donnerstags kommen Leute die sich schon in der franz\u00f6sischen Sprache ausdr\u00fccken k\u00f6nnen. Die Kurse sind f\u00fcr alle offen und kostenfrei. Durch das Lernen wird das Miteinanderleben (beziehungsweise die friedliche Auseinandersetzung zahlreichen Ethnien) gepflegt und den kulturellen Austausch zur Geltung gebracht.<\/p><p><em><strong>6) Tr\u00f6delmarkt des Roten Kreuz<\/strong><\/em><br \/> Das Caener Rote Kreuz organisiert jeden drei Monate einen Tr\u00f6delmarkt, auf dem sowohl Kleidung als auch Geschirr und Zubeh\u00f6r g\u00fcnstig verkaufen werden. Die Einnahmen dieser M\u00e4rkte tragen zur Finanzierung von Projekte und zur Verbesserung der Leistungen des Lokaleinsatz bei.<\/p><p><strong>Meine Aufgaben<\/strong><br \/> Mir war es wichtig alle Facetten des Roten Kreuz kennen zu lernen. Aus diesem Grund habe ich von allen Branchen erfahren und im zahlreichen Hilfesbereich aktiv mitgemacht. Ich habe im Babys und Elternzentrum gearbeitet indem ich die Kleidung und Kinderspiele von dem Hauptssitz im Boulevard Lyautey bis zum Zentrum mit dem Auto transportiert habe und Geburtspacket vorbereitet habe.<\/p><p>Dar\u00fcber hinaus habe ich franz\u00f6sisch als Fremdsprache unterrichtet. Dank meiner beruftlichen Erfahrung ( in einem deutschen Unternehmen und danach an der Universit\u00e4t Bremen) fiel mir ziemlich leicht eine heterogene Gruppe zu unterrichten. Anl\u00e4sslich meiner Kenntnisse der arabischen Sprache, habe ich \u00f6fters den Alphabetisierungskurs geleitet.Tats\u00e4chlich waren in diesem Kurs viele Leute aus dem Sudan, dem Irak und allgemein aus dem arabsprachigen Raum. Durch die Sprachkurse, habe ich mich mit den jeweiligen L\u00e4ndern und denen Konflikte auseinandergesetzt und immer mehr \u00fcber denen Politik und Kultur wissen wollen.<\/p><p>Mit einigen anderen freiwilligen Franz\u00f6sischlehrerInnen habe ich den Projekt \u00ab Portraits \u00bb angefangen und fortgef\u00fchrt. Wir haben Ausl\u00e4nderInnen im Franz\u00f6sischkurs ausgew\u00e4hlt und die gefragt, ob sie einverstanden seien, ihre Geschichte und die Gr\u00fcnde ihrer Auswanderung uns zu erz\u00e4hlen. Wir haben uns nach den jeweiligen L\u00e4ndern erkundigt und dazu ein anonymes Interview des Ausl\u00e4nders hinzugef\u00fcgt. Diese Berichte sollten in der regionalen Zeitung ver\u00f6ffentlicht werden. Dieses Projekt ist mir wirklich unter die Haut gegangen, weil ich endlich Gesichte den Migrationsstr\u00f6me zuordnen konnte.<\/p><p>Zudem habe ich sowohl an der ortfesten als auch der mobilen Erkundungsfahrt teilgenommen. Daraus habe ich die Teamsarbeit in Notfallsituationen gelernt. \u00dcberdies habe ich mit dem Roten Kreuz Software \u00ab A\u00efda \u00bb im Empfangsb\u00fcro gearbeitet. Aufgrund meines vielsprachigen Profils galt ich als Ansprechpartnerin f\u00fcr die Leute, deren Muttersprache nicht franz\u00f6sisch war. Ich habe die zuk\u00fcnftigen und gegenw\u00e4rtige Berechtigte empfangen. Dar\u00fcberhinaus habe ich sie zugleich \u00fcber Ihre Rechte und die jeweiligen Ansprechstelle und Hilfesorganisationenen aufmerksam gemacht. Damit die Sprachbarriere zur Br\u00fccke wird, habe ich alle Informationenbl\u00e4tter im Wartesaal in mehreren Sprachen \u00fcbersetzt.<\/p><p>Jeden Donnerstag durften die Berechtigen Kleidungst\u00fccke kostenlos ausw\u00e4hlen. Mit einer Mitarbeiterin habe ich die Klamotten im Vorhinein eingeordnet.<\/p><p>Dar\u00fcber hinaus habe ich bei der Vorbereitung des Fr\u00fchlingstr\u00f6delmarkt aktiv mitgeholfen, indem ich die Schilder auf verschiedene Sprache \u00fcbersetzt habe. Zudem habe ich mit zwei anderen Praktikanten Flugbl\u00e4tter, die \u00fcber den Tr\u00f6delmarkt informierten, im Caener Zentrum den B\u00e4ckereien, Bars und Restaurants gegeben .\u00dcberdies habe ich die Kleidungst\u00fccke und Schuhe ausgew\u00e4hlt und mich um die Kasse w\u00e4hrend des Tr\u00f6delmarktes gek\u00fcmmert.<\/p><p>Ausserdem habe ich auch mehrmals in einer Notschlafenstelle in der Sp\u00e4tschicht gearbeitet. In einem riesigen alten Geb\u00e4ude wurden \u00fcber den Winter circa 80 Obdachlosen (darunter 15 Kinder und Babys) unterbracht. Der Caener Rote Kreuz galt dort nur als Unterst\u00fctzer des Komitee \u00ab Trait D'Union \u00bb (Bindesstrich auf franz\u00f6sisch), die zuwenig Personal hatte, um die Leute dezent beraten zu k\u00f6nnen. Unsere Arbeit lag daran, die soziale Bindungen aufrechtzuerhalten indem wir mit den Kindern gespielt und mit den Eltern geredet haben.<\/p><p><strong>Was ich dem Caener Roten Kreuz gebracht habe<\/strong><br \/> Ich habe Kopien meiner ganzen Lernmaterialien den freiwilligen Franz\u00f6sischlehrerInnen gelassen, da sie an Ressourcen fehlten.<\/p><p>Dar\u00fcberhinaus habe ich vorgeschlagen, dass es den Berechtigten zur Essenverteilung eine genaue Uhrzeit gegeben wird. Tats\u00e4chlich sollten die Leute oft bis 3 Stunden warten, bevor sie dran sind. Mittlerweile steht eine Uhrzeit auf dem Zettel, das jeder Berechtigte hat, und ihm erlaubt Lebensmittel zu nehmen. Dadurch wird Vertrauern gewonnen der Person gegen\u00fcber.<\/p><p><strong>Fazit<\/strong><br \/> Dieses Praktikum beim franz\u00f6sischen Roten Kreuz hat mir erm\u00f6glicht neue Facetten und Branchen des humanit\u00e4ren Bereich zu entdecken. Durch diese zwei erfahrungsreichen Monate bei der \u00e4ltesten Nichtstaatlichen Organisation weltweit, hat sich mein Wunsch Karriere als Vertreterin einer NGO auf internationaler Ebene verst\u00e4rkt. Ich habe gesehen, wie eine Hilfesorganisation funktioniert und wie vielf\u00e4ltig die T\u00e4tigkeit in der humanit\u00e4ren Branche sein m\u00f6gen.<\/p>","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,342721,52097,356669,368865,653],"tags":[52097,572051,368743,525362,368909],"class_list":["post-4201","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-berichte","category-frankreich","category-laender","category-outgoing","category-praktikum","tag-frankreich","tag-integrierte-europastudien","tag-ngo","tag-rotes-kreuz","tag-soziale-berufe"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4201","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9117"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4201"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4201\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4205,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4201\/revisions\/4205"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4203"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4201"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4201"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4201"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}