{"id":3777,"date":"2017-10-30T10:46:20","date_gmt":"2017-10-30T09:46:20","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/?p=3777"},"modified":"2022-06-14T22:47:30","modified_gmt":"2022-06-14T20:47:30","slug":"erasmus-praktikum-in-london","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/2017\/10\/30\/erasmus-praktikum-in-london\/","title":{"rendered":"Erasmus+ &#8211; Praktikum in London"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Zum Abschluss meines Masterstudiums zog es mich noch einmal ins Ausland, um dort ein Forschungsprojekt f\u00fcr meine Masterarbeit durchzuf\u00fchren. Nachdem ich w\u00e4hrend des Bachelors schon ein ERASMUS-Semester in Norwegen verbrachte hatte, sollte es diesmal nach London gehen \u2013 den Regen ist man in Bremen schlie\u00dflich gewohnt.<\/p>\n<p><strong>1. Vorbereitung<\/strong><br \/>\nIch hatte auf eigene Faust verschiedene Wissenschaftler in London angeschrieben, um zu erfragen, ob es in den jeweiligen Laboren noch Platz f\u00fcr einen Masterstudenten gebe. Nach vielen erfolglosen Versuchen wurde ich dann auch f\u00fcndig: am Institute of Neurology (IoN) des University College London (UCL) war man in der Gruppe f\u00fcr experimentelle Neuroinflammation freudig bereit, mich als Praktikant aufzunehmen.<\/p>\n<p>Dann musste alles schnell gehen: Innerhalb eines Monats wollte ich nach London und dort starten. Zum Gl\u00fcck konnte ich alle n\u00f6tigen Unterlagen besorgen und den Antrag f\u00fcr den ERASMUS Grant noch einreichen. Alles weitere, inklusive der Anmeldung der Arbeit und Baf\u00f6G Angelegenheiten, konnte das gr\u00f6\u00dftenteils per e-Mail erledigt werden \u2013 lediglich ein Dokument musste den weiten Postweg nach Deutschland finden, aber auch das lief reibungslos. In allen organisatorischen Belangen war Herr B\u00fccken vom International Office ein hervorragender Ansprechpartner.<\/p>\n<p>Ich hatte das Gl\u00fcck, vor meiner Ankunft nicht auf Wohnungssuche gehen zu m\u00fcssen, da meine Freundin bereits in London lebte und ich daher bei ihr einziehen konnte. (Wie der ein oder andere vielleicht vermutet hat, war dies sicherlich der treibende Faktor f\u00fcr mich, mir einen Platz in London zu suchen.)<\/p>\n<p><strong>2. Das Praktikum<\/strong><br \/>\nZu Beginn musste noch einiges an B\u00fcrokratie \u2013 die in England offenbar \u00e4hnlich aufgeblasen ist wie man es aus Deutschland kennt \u2013 erledigt werden. Lizenzen mussten erlangt, Sicherheitsbestimmungen beachtet und Standardprozeduren gelernt werden. Aufgrund der sensitiven Art meiner Arbeit werde ich hier darauf verzichten, ins Detail zu gehen, ich konnte jedoch mit der Zeit immer selbstst\u00e4ndiger im Labor arbeiten und war zum Gl\u00fcck nicht dazu verdammt, reine Literaturrecherche zu betreiben oder Daten zu analysieren. Dass das nat\u00fcrlich nicht komplett ausblieb, war angesichts dessen, dass ich meine Abschlussarbeit schreiben wollte, offensichtlich.<\/p>\n<p>Die Atmosph\u00e4re in B\u00fcro und Labor war freundlich und professionell. Es herrschte reger Austausch \u00fcber die aktuellen Projekte im Labor und so konnte man sich eventuell ben\u00f6tigter Hilfe immer sicher sein.<\/p>\n<p><strong>3. London<\/strong><br \/>\nLondon ist \u2013 glaube ich \u2013 f\u00fcr jeden das, was er oder sie draus macht. F\u00fcr die einen ist es unfassbar gro\u00df, f\u00fcr andere vor allem ein kultureller Hotspot, f\u00fcr wieder andere einfach nur viel zu teuer. F\u00fcr mich ist es vermutlich eine Mischung aus vielen Aspekten: Ich habe mich auch nach sechs Monaten noch nicht an die schiere Gr\u00f6\u00dfe Londons gew\u00f6hnt, viel eher jedoch an die fast unbegrenzten M\u00f6glichkeiten etwas zu unternehmen. Es gibt Restaurants aus wohl jedem Teil der Welt, faszinierende Museen, ausladende Gr\u00fcnfl\u00e4chen und eine Vielzahl an Events und Veranstaltungen. Ein pers\u00f6hnliches Highlight sind definitiv das Natural History Museum (wer mag denn auch keine Dinosaurier?) und auf der anderen Seite des kulturellen Spektrums der Notting Hill Carnival (auch wenn ich f\u00fcr den normalen Besucher den Familientag empfehlen w\u00fcrde, um den betrunkenen Horden aus dem Weg zu gehen).<\/p>\n<p>Das wenige, was es in London wohl nicht gibt ist Ruhe und Dunkelheit \u2013 und bezahlbare Mieten (etwa 1000\u20ac im Monat f\u00fcr ein WG Zimmer sind leider durchaus \u00fcblich). F\u00fcr Nachteulen sind die ersten beiden Punkte sicher kein Problem, ich habe aber w\u00e4hrend es kurzen Trips nach Hause gemerkt, wie sehr ich die Ruhe und Schw\u00e4rze der Nacht in der Kleinstadt genie\u00dfe und vermisse. Mein pers\u00f6nlicher Ratschlag: gute Vorh\u00e4nge halten sowohl Ger\u00e4usche als auch Licht aus dem Schlafzimmer.<\/p>\n<p>Heutzutage kommt man ja auch nicht umhin, Terroranschl\u00e4ge einerseits und Brexit andererseits zu erw\u00e4hnen, wenn man \u00fcber London spricht, weshalb ich dar\u00fcber auch schnell ein paar Worte verlieren m\u00f6chte. Ich habe kein Vergleich wie London vor den geh\u00e4uften Anschl\u00e4gen war, aber ich habe nicht das Gef\u00fchl, dass sich der Alltag f\u00fcr die meisten Bewohner gro\u00dfartig ge\u00e4ndert hat. Dennoch bemerkt man eine klar erh\u00f6hte Polizeipr\u00e4senz, speziell auf Gro\u00dfveranstaltungen, und eine gewisse erh\u00f6hte Hellh\u00f6rigkeit \u2013 da kann im Bus wenn dieser \u00fcber eine Wasserflasche f\u00e4hrt schon schnell etwas Aufregung herrschen. Von Brexit dagegen merkt man eigentlich abgesehen von den Schlagzeilen nicht viel im Alltag. Nur wenn man sich n\u00e4her mit jemandem unterh\u00e4lt, kommt das Thema schnell auf \u2013 und ich habe bisher noch mit keinem (offenen) Bef\u00fcrworter gesprochen.<\/p>\n<p><strong>4. Fazit<\/strong><br \/>\nIm Allgemeinen hat mir mein Aufenthalt in London sehr gut gefallen, das gr\u00f6\u00dfte Problem waren sicherlich die extrem hohen Mietpreise, die einem doch sehr regelm\u00e4\u00dfig sauer aufsto\u00dfen. Ich konnte aber die Zeit nutzen, mich sowohl professionell als auch pers\u00f6hlich weiterzuentwickeln. Nachdem ich nun das zweite mal in den Genuss der ERASMUS F\u00f6rderung gekommen bin, kann ich nur den Wert eines Praktikums im Vergleich zum Studium im Ausland betonen. Sicher hat beides seine Vorteile, dennoch lernt man vieles \u00fcber den Alltag im Ausland (und auch zu Hause) erst kennen, wenn man sich den Problemen der arbeitenden Bev\u00f6lkerung ausgesetzt sieht. Ich bin deshalb sehr dankbar f\u00fcr die M\u00f6glichkeit, sich einen solchen Aufenthalt f\u00f6rdern zu lassen, und kann nur jedem empfehlen, das in Erw\u00e4gung zu ziehen.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_map_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_pb_map_container\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_map\" data-center-lat=\"51.5073509\" data-center-lng=\"-0.12775829999998223\" data-zoom=\"7\" data-mouse-wheel=\"on\" data-mobile-dragging=\"on\"><\/div>\n\t\t\t\t <div class=\"et_pb_map_pin\" data-lat=\"51.5073509\" data-lng=\"-0.12775829999998223\" data-title=\"\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div> \n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_post_nav_0 et_pb_posts_nav nav-single et_block_module\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":9117,"featured_media":3779,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"<p>Zum Abschluss meines Masterstudiums zog es mich noch einmal ins Ausland, um dort ein Forschungsprojekt f\u00fcr meine Masterarbeit durchzuf\u00fchren. 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Lizenzen mussten erlangt, Sicherheitsbestimmungen beachtet und Standardprozeduren gelernt werden. Aufgrund der sensitiven Art meiner Arbeit werde ich hier darauf verzichten, ins Detail zu gehen, ich konnte jedoch mit der Zeit immer selbstst\u00e4ndiger im Labor arbeiten und war zum Gl\u00fcck nicht dazu verdammt, reine Literaturrecherche zu betreiben oder Daten zu analysieren. Dass das nat\u00fcrlich nicht komplett ausblieb, war angesichts dessen, dass ich meine Abschlussarbeit schreiben wollte, offensichtlich.<\/p><p>Die Atmosph\u00e4re in B\u00fcro und Labor war freundlich und professionell. Es herrschte reger Austausch \u00fcber die aktuellen Projekte im Labor und so konnte man sich eventuell ben\u00f6tigter Hilfe immer sicher sein.<\/p><p><strong>3. London<\/strong><br \/> London ist \u2013 glaube ich \u2013 f\u00fcr jeden das, was er oder sie draus macht. F\u00fcr die einen ist es unfassbar gro\u00df, f\u00fcr andere vor allem ein kultureller Hotspot, f\u00fcr wieder andere einfach nur viel zu teuer. F\u00fcr mich ist es vermutlich eine Mischung aus vielen Aspekten: Ich habe mich auch nach sechs Monaten noch nicht an die schiere Gr\u00f6\u00dfe Londons gew\u00f6hnt, viel eher jedoch an die fast unbegrenzten M\u00f6glichkeiten etwas zu unternehmen. Es gibt Restaurants aus wohl jedem Teil der Welt, faszinierende Museen, ausladende Gr\u00fcnfl\u00e4chen und eine Vielzahl an Events und Veranstaltungen. Ein pers\u00f6hnliches Highlight sind definitiv das Natural History Museum (wer mag denn auch keine Dinosaurier?) und auf der anderen Seite des kulturellen Spektrums der Notting Hill Carnival (auch wenn ich f\u00fcr den normalen Besucher den Familientag empfehlen w\u00fcrde, um den betrunkenen Horden aus dem Weg zu gehen).<\/p><p>Das wenige, was es in London wohl nicht gibt ist Ruhe und Dunkelheit \u2013 und bezahlbare Mieten (etwa 1000\u20ac im Monat f\u00fcr ein WG Zimmer sind leider durchaus \u00fcblich). F\u00fcr Nachteulen sind die ersten beiden Punkte sicher kein Problem, ich habe aber w\u00e4hrend es kurzen Trips nach Hause gemerkt, wie sehr ich die Ruhe und Schw\u00e4rze der Nacht in der Kleinstadt genie\u00dfe und vermisse. Mein pers\u00f6nlicher Ratschlag: gute Vorh\u00e4nge halten sowohl Ger\u00e4usche als auch Licht aus dem Schlafzimmer.<\/p><p>Heutzutage kommt man ja auch nicht umhin, Terroranschl\u00e4ge einerseits und Brexit andererseits zu erw\u00e4hnen, wenn man \u00fcber London spricht, weshalb ich dar\u00fcber auch schnell ein paar Worte verlieren m\u00f6chte. Ich habe kein Vergleich wie London vor den geh\u00e4uften Anschl\u00e4gen war, aber ich habe nicht das Gef\u00fchl, dass sich der Alltag f\u00fcr die meisten Bewohner gro\u00dfartig ge\u00e4ndert hat. Dennoch bemerkt man eine klar erh\u00f6hte Polizeipr\u00e4senz, speziell auf Gro\u00dfveranstaltungen, und eine gewisse erh\u00f6hte Hellh\u00f6rigkeit \u2013 da kann im Bus wenn dieser \u00fcber eine Wasserflasche f\u00e4hrt schon schnell etwas Aufregung herrschen. Von Brexit dagegen merkt man eigentlich abgesehen von den Schlagzeilen nicht viel im Alltag. Nur wenn man sich n\u00e4her mit jemandem unterh\u00e4lt, kommt das Thema schnell auf \u2013 und ich habe bisher noch mit keinem (offenen) Bef\u00fcrworter gesprochen.<\/p><p><strong>4. Fazit<\/strong><br \/> Im Allgemeinen hat mir mein Aufenthalt in London sehr gut gefallen, das gr\u00f6\u00dfte Problem waren sicherlich die extrem hohen Mietpreise, die einem doch sehr regelm\u00e4\u00dfig sauer aufsto\u00dfen. Ich konnte aber die Zeit nutzen, mich sowohl professionell als auch pers\u00f6hlich weiterzuentwickeln. Nachdem ich nun das zweite mal in den Genuss der ERASMUS F\u00f6rderung gekommen bin, kann ich nur den Wert eines Praktikums im Vergleich zum Studium im Ausland betonen. Sicher hat beides seine Vorteile, dennoch lernt man vieles \u00fcber den Alltag im Ausland (und auch zu Hause) erst kennen, wenn man sich den Problemen der arbeitenden Bev\u00f6lkerung ausgesetzt sieht. 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