

{"id":2303,"date":"2016-07-14T12:42:51","date_gmt":"2016-07-14T10:42:51","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/?p=2303"},"modified":"2022-06-14T22:58:41","modified_gmt":"2022-06-14T20:58:41","slug":"2303","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/2016\/07\/14\/2303\/","title":{"rendered":"Praktikum bei einer NGO in Bosnien und Herzegowina"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><strong>1. Vorbereitung<br \/><\/strong>Im Zuge meines Studiums der Integrierten Europastudien an der Universit\u00e4t in Bremen entwickelte ich ein Interesse f\u00fcr die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Bereits im vierten Semester besuchte ich eine Veranstaltung, die sich mit der Arbeitsweise von NGOs auseinandersetze. Die Pr\u00fcfungsleistung f\u00fcr diese Veranstaltung zeigte sich in Form der Verfassung einer eigenst\u00e4ndigen, fiktiven Kampagne f\u00fcr eine NGO, was mir gro\u00dfe Freude bereitete. In meinem darauffolgenden Auslandssemester in Prag begann ich mich intensiver mit der Region des S\u00fcdbalkans, haupts\u00e4chlich Bosnien und Herzegowina (von nun an Bosnien), zu besch\u00e4ftigen. Aufgrund meines Migrationshintergrundes interessierte ich mich bereits f\u00fcr das Land, seine Geschichte und seine Kultur, aber eine genaue Auseinandersetzung mit der politischen Situation in der Nachkriegszeit fand nicht statt. <\/p>\n<p>Durch diverse Kurse, die ich in Prag besuchte realisierte ich, dass die Situation in Bosnien und Herzegowina durchaus komplexer ist, als mir eigentlich bewusst war. Deswegen beschloss ich meine Bachelorarbeit \u00fcber den Staatsbildungsprozess in Bosnien und Herzegowina zu schreiben. W\u00e4hrend meiner Recherchearbeit konnte ich feststellen, dass der Zivilgesellschaft im Staatsbildungsprozess eine besondere Bedeutung zugemessen wurde. Darauf aufbauend begann ich mich mit der bosnischen Zivilgesellschaft bzw. bosnischen NGOs zu besch\u00e4ftigen, sodass das Thema meiner Bachelorarbeit der Einfluss der Zivilgesellschaft auf den bosnischen Staatsbildungsprozess wurde. Das Bild, das in der Sekund\u00e4rliteratur von den NGOs in Bosnien \u00fcbermittelt wird ist tendenziell negativ. Deswegen beschloss ich mich f\u00fcr Praktika bei diversen NGOs in Bosnien zu bewerben, um mir ein eigenes Bild \u00fcber die tats\u00e4chliche Lage vor Ort machen zu k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Ich erhielt einige Zusagen und w\u00e4hlte dann das Post-Conflict Research Center. Von meinem Praktikum erhoffte ich mir, abgesehen davon einen Einblick in die Arbeitsweise bosnischer NGOs zu erhalten, mir dar\u00fcber hinaus ein detailliertes Bild von dem Land und der politischen Situation selbst machen zu k\u00f6nnen. Mir war bereits im Voraus bewusst, dass eine bosnische NGO nicht in der Lage sein w\u00fcrde, mir das Praktikum zu verg\u00fcten. Deswegen erkundigte ich mich, welche F\u00f6rderungsm\u00f6glichkeiten es f\u00fcr Praktika in Bosnien und Herzegowina, das nicht zur EU geh\u00f6rt gibt. Bei meiner Recherche stie\u00df ich auf Promos. Ich hatte Gl\u00fcck, da die Bewerbungsfrist f\u00fcr dieses Stipendium noch nicht abgelaufen war und so hatte ich 2 Wochen Zeit um eine Motivationsschreiben zu verfassen und die notwendigen Unterlagen zu besorgen. Nachdem ich alle Unterlagen eingereicht hatte, erhielt ich nach ca. einem Monat bereits die Zusage f\u00fcr eine F\u00f6rderung \u00fcber 300\u20ac monatlich.<\/p>\n<p><strong>2. Formalit\u00e4ten im Gastland<\/strong><br \/>Was die weitere Vorbereitung f\u00fcr mein Praktikum betrifft verlief alles reibungslos. Da meine Eltern viele Bekannte in Bosnien und Herzegowina haben, konnte ich \u00fcber Kontakte problemlos eine Wohnung finden, die \u00e4u\u00dferst zentral lag. Doch auch in Gespr\u00e4chen mit Arbeitskollegen und anderen neugewonnenen Freunde, konnte ich feststellen, dass die Wohnungssuche in Sarajevo nicht problematisch ist und die Mietpreise bereits f\u00fcr eine Einzimmerwohnung unter 200\u20ac liegen. Einige meiner Freunde haben ihre Wohnung \u00fcber Airbnb gefunden. Auf diese Art muss man jedoch mit f\u00fcr bosnische Verh\u00e4ltnisse f\u00fcr h\u00f6here Kosten rechnen. Ansonsten findet man entweder \u00fcber Facebook oder sonst sobald man im Lande ist \u00fcber Mundpropaganda viele m\u00f6blierte Zimmer und Wohnungen.<\/p>\n<p>Vorort muss man sich bei einer Polizeistelle melden, was mein Vermieter f\u00fcr mich erledigte. Was die Aufenthaltsgenehmigung betrifft, darf man sich 90 Tage ohne Visum in Land aufhalten. Bei l\u00e4ngerem Aufenthalt ben\u00f6tigt man ein Visum. Aufgrund meines Migrationshintergrundes und meines Nachnamens war dies f\u00fcr mich nicht n\u00f6tig, auch habe ich von vielen geh\u00f6rt, dass sie mehrere Jahre ohne Visum im Land gelebt haben. Da sich die \u00dcberpr\u00fcfungsma\u00dfnahmen jedoch versch\u00e4rft haben, w\u00fcrde ich das niemandem empfehlen. Eine Beantragung des Visums ist jedoch, sofern man Unterst\u00fctzung seines Arbeitgebers hat, nicht von gro\u00dfer Schwierigkeit und meine Arbeitgeber haben meine Kollegen dabei unterst\u00fctzt. Genauere Informationen diesbez\u00fcglich habe ich jedoch nicht.<\/p>\n<p>Was Beh\u00f6rdeng\u00e4nge Vorort betrifft, ist alles sehr kompliziert. Es ist ratsam jemanden bei sich zu haben, der die Landessprache spricht, da viele Beamte kein Englisch sprechen und eine Kommunikation sich ansonsten als schwierig erweisen kann. Des Weiteren ist es nicht nur wegen der Kommunikation ratsam einen Einheimischen bei sich zu haben, sondern ebenfalls um unn\u00f6tige Unkosten zu vermeiden, da tendenziell Ausl\u00e4nder mit h\u00f6heren Kosten zu rechnen haben, als Einheimische. Das gleiche gilt auch bei Arztbesuchen. Was die Krankenversicherung Vorort betrifft, war ich \u00fcber meine deutsche Versicherung versichert. Jedoch war die Nutzung meiner Versicherungskarte nicht m\u00f6glich, sondern ich h\u00e4tte die Kosten zun\u00e4chst selbst tragen m\u00fcssen, bevor ich dann das Geld von meiner Versicherung durch die Nachreichung der Rechnung erhalten h\u00e4tte. Da ich w\u00e4hrend meines Aufenthaltes jedoch nicht erkrankt bin, musste ich dies nicht nutzen. Doch habe ich einmal eine Kollegin zum Arzt begleitet, um f\u00fcr sie zu \u00fcbersetzen, was auch n\u00f6tig war, da ansonsten eine Kommunikation nicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4re. Obwohl ich dabei war, hat meine Kollegin schlussendlich doch mehr f\u00fcr den Arztbesuch bezahlen m\u00fcssen, als eigentlich notwendig gewesen w\u00e4re. Doch das sind Umst\u00e4nde, auf die man sich in Bosnien vorbereiten muss.<\/p>\n<p><strong>3. Allgemeine Informationen zum Praktikum<\/strong><br \/>Vor 20 Jahren wurde in Bosnien durch die Unterzeichnung des Friedensabkommens von Dayton der Krieg beendet. Die Lage im Land hat sich zwar in der Hinsicht gebessert, als dass sich die in Bosnien lebenden unterschiedlichen Bev\u00f6lkerungsgruppen nicht mehr mit kriegerischen Mitteln bek\u00e4mpfen. Nichtsdestotrotz kann nicht von einem friedlichen Zusammenleben gesprochen werden. Vielmehr hat das Friedensabkommen dazu gef\u00fchrt, dass die Bev\u00f6lkerungsgruppen in ethnisch homogene Bezirke aufgeteilt wurden, und die interethnische Kommunikation und Kooperation limitiert ist. An diesem Punkt setzt die Arbeit des Post-Conflict Research Centers (PCRC) ein. Die NGO versucht mit Hilfe von multimedialen Projekten eine harmonische Umgebung f\u00fcr einen langfristigen Frieden zu schaffen. Die Projekte sind so ausgerichtet, als dass sie f\u00fcr interethnische Kooperation sorgen und versuchen Toleranz, interethnisches Verst\u00e4ndnis und Zivilcourage zu f\u00f6rdern und auf diese Art an einer positiven Ver\u00e4nderung im Land mitzuwirken. <\/p>\n<p>PCRC wurde im Jahr 2010 in Sarajevo gegr\u00fcndet. Es ist eine kleine NGO, die stark von der Arbeit von Volont\u00e4ren und Praktikanten abh\u00e4ngt, da die Anzahl der Festangestellten auf Grund von fehlenden Ressourcen nur begrenzt ist. Die NGO wird von der Gr\u00fcnderin Velma Sari\u0107 geleitet, die auch das Gesicht der Organisation ist. Daneben gibt es vier weitere Festangestellte, die sich unterschiedlichen Aufgaben widmen, wie z.B. der Suche nach F\u00f6rderung, Projektausarbeitung und Vorbereitung. Einer der Festangestellten ist au\u00dferdem f\u00fcr die Koordination der Arbeit der Praktikanten und Volont\u00e4re zust\u00e4ndig. Das B\u00fcro der Organisation befindet sich in einer kleinen Zweiraumwohnung in einem Mehrfamilienhaus in Sarajevo (Anmerkung: W\u00e4hrend meines Praktikums sah sich die NGO gezwungen ihr altes B\u00fcro aufzugeben und musste ein neues suchen. Dementsprechend war die Stimmung teilweise sehr angespannt, weil man lange Zeit keine R\u00e4umlichkeiten finden konnte.).<\/p>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Erfolg der NGO war das Projekt \u201eOrdniary Heroes\u201c, welches auch immer noch parallel weitergef\u00fchrt wird. F\u00fcr dieses Projekt wurde die NGO mit dem Intercultural Innovation Award, ausgezeichnet. Ziel dieses Projektes war es, die Jugend in Bosnien zu einen, indem man sie auf sogenannte \u201egew\u00f6hnliche Helden\u201c aus der Kriegszeit aufmerksam machte und deren Geschichten erz\u00e4hlte. Auf diese Weise versuchte die NGO auf Gerechtigkeit, Diskriminierung und die unterschiedlichen Rollen von Individuen in Konfliktsituationen hinzuweisen. Man will die Jugendlichen dazu bewegen selber zu \u201egew\u00f6hnlichen Helden\u201c zu werden bzw. dar\u00fcber nachzudenken, in welchen Situationen sie sich bereits als solche verhalten haben. Langfristiges Ziel wiederum ist es, f\u00fcr eine Auss\u00f6hnung innerhalb von Bosnien und Herzegowina zu sorgen. Man erhofft sich, dass die Menschen zu realisieren beginnen, dass in den meisten Situationen, die Ethnie keine Bedeutung spielt und selbst in Zeiten des Krieges die \u201egew\u00f6hnlichen Helden\u201c sich f\u00fcr interethnische Kooperation stark machten und auch Menschen der anderen Bev\u00f6lkerungsgruppe halfen.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich zu der Entwicklung von eigenen Projekten versucht PCRC au\u00dferdem als Ratgeber f\u00fcr andere NGOs, lokale und internationale Gruppen, wie z.B. Journalisten, Fotografen, Bildungsinstitutionen etc. zu agieren, sie in die Projekte miteinzubeziehen, um so daf\u00fcr zu sorgen, dass man sich gemeinsam f\u00fcr eine bessere Zukunft im Land einsetzt. So kommt es, dass die NGO beispielsweise Workshops organisiert, in denen unterschiedliche zivilgesellschaftliche Organisationen zusammen kommen und dar\u00fcber beratschlagen, wie sie die Arbeit des Sektors verbessern und die Arbeit aufteilen k\u00f6nnen, so dass es zu effizienteren Ergebnissen kommt. Neben der eigenen Internetseite betreibt die NGO des Weiteren eine Art Nachrichtenportal\/ Regionsblog3, Balkan Diskurs. Ziel der Seite ist es, jungen Journalisten die M\u00f6glichkeit zu geben ihre Artikel frei von Zensur, was nicht selbstverst\u00e4ndlich in der Region ist, zu ver\u00f6ffentlichen und so ihre Eindr\u00fccke und Analysen bez\u00fcglich des westlichen Balkans zu teilen. Au\u00dferdem dient diese Plattform jungen Journalisten dazu sich im journalistischen Schreiben zu erproben und sie erhalten professionelle Kritik. Das Ziel, dass sich hinter Balkandiskurs verbirgt ist, langfristig betrachtet, die Medienwelt auf dem Balkan zu ver\u00e4ndern und Meinungsfreiheit zu st\u00e4rken<\/p>\n<p>Den Praktikanten des Post-Conflict Research Centers werden viele Aufgaben zugeteilt, zeitgleich wird ihnen die M\u00f6glichkeit geboten, sich dem eigenen Interessenfeld zu widmen. Da es sich um ein Recherche Center handelt, sind viele der Aufgaben dementsprechend ausgerichtet. Aufgrund eines eher minimal ausgestatteten B\u00fcros, ist es nicht m\u00f6glich, dass jeder Praktikant t\u00e4glich im B\u00fcro erscheint. Vielmehr geht es darum zu zeigen, dass man in der Lage ist selbstst\u00e4ndig von zu Hause aus zu arbeiten und seine Aufgaben bis zum Ende der Woche zu erledigen. Im Flur des B\u00fcros h\u00e4ngt eine gro\u00dfe Tafel, auf der jeder Praktikant seine Spalte hat. Zu Beginn der Woche wird mit dem Zust\u00e4ndigen f\u00fcr die Praktikanten besprochen, was die Wochenaufgaben sind und wie man mit den Aufgaben der vergangenen Woche zurechtgekommen ist. Zudem wird festgelegt, an welchen Tagen man diese Woche im B\u00fcro zu erscheinen hat und was f\u00fcr ein \u201eField Visit\u201c, das \u00fcblicherweise freitags stattfindet, organisiert wird. Zu den Aufgaben, die einem zugeteilt werden geh\u00f6ren beispielsweise das Transkribieren von Interviews oder Recherchearbeit, die f\u00fcr die Ausarbeitung eines Projektes oder f\u00fcr das Verfassen von Artikeln auf Balkandiskurs verwendet werden.<\/p>\n<p>Einer der Festangestellten von PCRC ist lediglich f\u00fcr die Betreuung der Praktikanten und die Vermittlung dieser Zust\u00e4ndig gewesen. Jegliche Anliegen wurden mit ihm besprochen und man konnte sich immer an ihn wenden wenn irgendwelche Fragen aufkamen. Er versuchte einem immer zu helfen, nicht nur in Angelegenheiten, die das Praktikum betreffen, sondern auch wenn private Probleme in Bosnien aufkamen. Er war auch derjenige, der die Praktikanten zu den \u201efield visits\u201c begleitete und uns in unserer Recherechearbeiten betreute. So versuchte er z.B. f\u00fcr die Praktikanten Kontakt zu potentiellen Interviewpartner aufzunehmen. Da ich jedoch im Voraus bereits wusste, womit ich mich besch\u00e4ftigen wollte, konnte ich mir mein Interview selbstst\u00e4ndig organisieren. In Bezug auf die \u201efield visits\u201c kann ich den Beauftragten nur stark loben, da er uns Besuche von diversen Institutionen wie z.B. der EU-Delegation, oder dem bosnischen Gerichtshof erm\u00f6glichte. Au\u00dferdem wurde eine Fahrt nach Srebrenica erm\u00f6glicht. An diesem Ort wurde vor 21 Jahren ein Genozid begangen und wir hatten die M\u00f6glichkeit mit einem Zeitzeugen, der \u00fcberlebt zu sprechen und er teilte seine Erinnerungen mit uns. Diese ganzen Aktivit\u00e4ten, die f\u00fcr uns Praktikanten organisiert wurden, k\u00f6nnen als eine Gegenleistung f\u00fcr die nicht verg\u00fctete Arbeit betrachtet werden. Den Praktikanten wurde so die M\u00f6glichkeit geboten, direkt mit wichtigen Akteuren in Kontakt zu treten und das bosnische Leben n\u00e4her gebracht.<\/p>\n<p>Mein Ziel war es zum einen mich intensiver mit dem Verh\u00e4ltnis von NGOs und der Bev\u00f6lkerung\u00a0 zu besch\u00e4ftigen und zum anderen mich mit einem komplett neuen Thema auseinanderzusetzen: Nationalismus in Bosnien und Herzegowina. Das zweite Thema wurde mir w\u00e4hrend meiner Zeit besonders wichtig, da ich Vorort die unterschiedlichen Nationalismen und auch die Abneigung unter den verschiedenen Bev\u00f6lkerungsgruppen wahrnehmen konnte. Dadurch, dass uns so viel eigenst\u00e4ndiges Arbeiten erm\u00f6glicht wurde, nutze ich die Chance und f\u00fchrte drei Interviews zu meinem Thema, nutze Bibliotheken und ihre Zeitschriften Archive, um mich mit der Entwicklung von Nationalismus zu besch\u00e4ftigen. Die Ergebnisse meiner Recherechearbeit fasste ich in einem von mir verfassten Artikel zusammen, der dann in naher Zukunft auf Balkandiskurs ver\u00f6ffentlicht wird.<\/p>\n<p><strong>4. Das bosnische Leben<\/strong><br \/>Das Leben in Bosnien kann man als speziell bezeichnen. Die Arbeitslosenquote liegt\u00a0 bei fast 40%, nichtsdestotrotz ist so gut wie jedes Caf\u00e9 der Stadt besucht. Die Menschen strahlen eine offene und herzliche Art aus, man f\u00fchlt sich wohl. Die Spuren des Krieges sind immer noch in Sarajewo zu sp\u00fcren: Man entdeckt in der Innenstadt Wohnh\u00e4user mit L\u00f6chern, die von Granaten stammen und nicht selten begegnet man Invaliden. Auch die Kehrseiten der Armut sind deutlich zu sp\u00fcren: Es gibt viele Menschen, die auf der Stra\u00dfe nach Geld und Essen fragen, Stra\u00dfen sind kaputt und das Regenwasser kann nicht richtig abflie\u00dfen. Doch in diversen Gespr\u00e4chen mit Kollegen und Menschen, die das erste Mal in Bosnien bzw. Sarajevo waren best\u00e4tigten: Sarajevo hat eine unverwechselbare Seele. Mir ist niemand begegnet, der nicht von dem Charme der Stadt in den Bann gezogen wurde und so ging es mir auch. Ich f\u00fchlte mich sehr wohl und zu Hause. Ich hatte immer das Gef\u00fchl, dass ich willkommen bin. Die Stadt bietet einem ein diverses Angebot von Restaurant, Caf\u00e9s und Bars, und all das zu sehr g\u00fcnstigen Preisen (Einkaufen im Supermarkt hingegen entspricht ungef\u00e4hr deutschen Standards). Und auch Bosnien beeindruckt mit seiner unfassbaren und unber\u00fchrten Landschaft. Doch muss man auch hier vorsichtig sein.<\/p>\n<p><strong>5. Fazit<\/strong><br \/>R\u00fcckblickend schaue ich positiv auf meine Zeit in Bosnien zur\u00fcck. Ich konnte mir ein eigenes Bild der Arbeit einer NGO machen, die Ergebnisse meiner Bachelorarbeit kritisch reflektieren und noch zus\u00e4tzliche Informationen sammeln, die mir f\u00fcr meiner weiteren Recherche in Hinblick auf die politische Situation in Bosnien hilfreich sind. Bereits vor Antritt meines Praktikums wusste ich, dass ich mich weiterhin mit dem Land besch\u00e4ftigen m\u00f6chte. Aufgrund meines Migrationshintergrundes verfolge ich nat\u00fcrlich pers\u00f6nliches Interesse an den Gegebenheiten, die sich Vorort abspielen. Dennoch konnte ich w\u00e4hrend meines Praktikums feststellen, dass Bosnien, seine Geschichte, seine Kultur und seine Probleme es wert sind, Aufmerksamkeit zu erhalten, nicht nur auf Seiten der Menschen, die direkt davon betroffen sind. Es ist meines Erachtens nach wichtig, auch aufzuzeigen, dass es auch innerhalb von Europa immer noch tiefgreifende Probleme gibt, die zwar nicht unmittelbar Einfluss auf das Leben in Westeuropa nehmen, dennoch aber nicht zu ignorieren sind. Deswegen m\u00f6chte ich mich weiterhin mit Bosnien besch\u00e4ftigen und den Menschen dieses Land und seine Probleme n\u00e4her bringen und nat\u00fcrlich auf diese Art und Weise versuchen, den Menschen in ihrem Kampf gegen Armut und Kalten Krieg zu helfen. Denn die politische Lage in Bosnien ist \u00e4u\u00dferst instabil. Aufgrund von sich immer verst\u00e4rkenden Nationalismen sind politische Einigungen fast unm\u00f6glich. Durch mein Praktikum und meinen Aufenthalt in Bosnien hatte ich die M\u00f6glichkeit, mein Interessenfeld zus\u00e4tzlich zu weiten. Im September diesen Jahres, werde ich mein Master Studium zum Thema der EU-Au\u00dfenbeziehungen auch mit Osteuropa beginnen. Die Recherche, die ich in Bosnien w\u00e4hrend meines Praktikums betrieben habe, wird mir als Basis f\u00fcr die Ausarbeitung eines Masterarbeitsthemas dienen. Ich m\u00f6chte darauf aufmerksam machen, inwiefern zun\u00e4chst die Lage innerhalb des Landes zu stabilisieren ist, und zwar in Form von Bek\u00e4mpfung von Nationalismus, bevor auf tats\u00e4chliche Au\u00dfenbeziehungen eingegangen werden kann.<\/p>\n<p>6. Eindr\u00fccke durch Bilder<br \/><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2016\/07\/Bild2.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-0\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2305\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2016\/07\/Bild2.jpg\" alt=\"Bild2\" width=\"442\" height=\"332\" \/><\/a><br \/>Mostar<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2016\/07\/Bild3.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-1\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2307\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2016\/07\/Bild3.jpg\" alt=\"Bild3\" width=\"558\" height=\"454\" \/><\/a><br \/>Landschaft in Bosnien<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2016\/07\/Bild4.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-2\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2309\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2016\/07\/Bild4.jpg\" alt=\"Bild4\" width=\"392\" height=\"518\" \/><\/a><br \/>Genozid Denkmal \/Friedhof von Srebrenica<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2016\/07\/Bild5.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-3\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2311\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2016\/07\/Bild5.jpg\" alt=\"Bild5\" width=\"626\" height=\"630\" \/><\/a><br \/>Schafe auf einem Landweg<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2016\/07\/Bild6.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-4\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2313\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2016\/07\/Bild6.jpg\" alt=\"Bild6\" width=\"628\" height=\"480\" \/><\/a><br \/>Traditionelles bosnisches Essen<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2016\/07\/Bild7.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-5\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2315\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2016\/07\/Bild7.jpg\" alt=\"Bild7\" width=\"630\" height=\"476\" \/><\/a><br \/>Eine der unz\u00e4hligen Moscheen in Sarajevo<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2016\/07\/Bild8.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-6\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2317\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2016\/07\/Bild8.jpg\" alt=\"Bild8\" width=\"472\" height=\"628\" \/><\/a><br \/>Bazar in Sarajevo<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"ShortCode_Div\"><link rel='stylesheet' id='osm-ol3-css-css' href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/OL\/10.9.0\/ol.css?ver=10.9.0&#038;ver=7.0' media='all' \/>\n<link rel='stylesheet' id='osm-ol3-ext-css-css' href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/css\/osm_map_v3.css?ver=1.0.0&#038;ver=7.0' media='all' \/>\n<link rel='stylesheet' id='osm-map-css-css' href='https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/css\/osm_map.css?ver=1.0.0&#038;ver=7.0' media='all' \/>\n<script id=\"wp-polyfill-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-includes\/js\/dist\/vendor\/wp-polyfill.min.js?ver=3.15.0\"><\/script>\n<script id=\"osm-ol3-library-js\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-content\/plugins\/osm\/js\/OL\/10.9.0\/ol.js?ver=10.9.0\"><\/script>\n<script id=\"osm-ol3-ext-library-js\" 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Vorbereitung<\/p><p>Im Zuge meines Studiums der Integrierten Europastudien an der Universit\u00e4t in Bremen entwickelte ich ein Interesse f\u00fcr die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Bereits im vierten Semester besuchte ich eine Veranstaltung, die sich mit der Arbeitsweise von NGOs auseinandersetze. Die Pr\u00fcfungsleistung f\u00fcr diese Veranstaltung zeigte sich in Form der Verfassung einer eigenst\u00e4ndigen, fiktiven Kampagne f\u00fcr eine NGO, was mir gro\u00dfe Freude bereitete. In meinem darauffolgenden Auslandssemester in Prag begann ich mich intensiver mit der Region des S\u00fcdbalkans, haupts\u00e4chlich Bosnien und Herzegowina (von nun an Bosnien), zu besch\u00e4ftigen. Aufgrund meines Migrationshintergrundes interessierte ich mich bereits f\u00fcr das Land, seine Geschichte und seine Kultur, aber eine genaue Auseinandersetzung mit der politischen Situation in der Nachkriegszeit fand nicht statt. Durch diverse Kurse, die ich in Prag besuchte realisierte ich, dass die Situation in Bosnien und Herzegowina durchaus komplexer ist, als mir eigentlich bewusst war. Deswegen beschloss ich meine Bachelorarbeit \u00fcber den Staatsbildungsprozess in Bosnien und Herzegowina zu schreiben. W\u00e4hrend meiner Recherchearbeit konnte ich feststellen, dass der Zivilgesellschaft im Staatsbildungsprozess eine besondere Bedeutung zugemessen wurde. Darauf aufbauend begann ich mich mit der bosnischen Zivilgesellschaft bzw. bosnischen NGOs zu besch\u00e4ftigen, sodass das Thema meiner Bachelorarbeit der Einfluss der Zivilgesellschaft auf den bosnischen Staatsbildungsprozess wurde. Das Bild, das in der Sekund\u00e4rliteratur von den NGOs in Bosnien \u00fcbermittelt wird ist tendenziell negativ. Deswegen beschloss ich mich f\u00fcr Praktika bei diversen NGOs in Bosnien zu bewerben, um mir ein eigenes Bild \u00fcber die tats\u00e4chliche Lage vor Ort machen zu k\u00f6nnen. Ich erhielt einige Zusagen und w\u00e4hlte dann das Post-Conflict Research Center. Von meinem Praktikum erhoffte ich mir, abgesehen davon einen Einblick in die Arbeitsweise bosnischer NGOs zu erhalten, mir dar\u00fcber hinaus ein detailliertes Bild von dem Land und der politischen Situation selbst machen zu k\u00f6nnen. Mir war bereits im Voraus bewusst, dass eine bosnische NGO nicht in der Lage sein w\u00fcrde, mir das Praktikum zu verg\u00fcten. Deswegen erkundigte ich mich, welche F\u00f6rderungsm\u00f6glichkeiten es f\u00fcr Praktika in Bosnien und Herzegowina, das nicht zur EU geh\u00f6rt gibt. Bei meiner Recherche stie\u00df ich auf Promos. Ich hatte Gl\u00fcck, da die Bewerbungsfrist f\u00fcr dieses Stipendium noch nicht abgelaufen war und so hatte ich 2 Wochen Zeit um eine Motivationsschreiben zu verfassen und die notwendigen Unterlagen zu besorgen. Nachdem ich alle Unterlagen eingereicht hatte, erhielt ich nach ca. einem Monat bereits die Zusage f\u00fcr eine F\u00f6rderung \u00fcber 300\u20ac monatlich.<\/p><p>2. Formalit\u00e4ten im Gastland<\/p><p>Was die weitere Vorbereitung f\u00fcr mein Praktikum betrifft verlief alles reibungslos. Da meine Eltern viele Bekannte in Bosnien und Herzegowina haben, konnte ich \u00fcber Kontakte problemlos eine Wohnung finden, die \u00e4u\u00dferst zentral lag. Doch auch in Gespr\u00e4chen mit Arbeitskollegen und anderen neugewonnenen Freunde, konnte ich feststellen, dass die Wohnungssuche in Sarajevo nicht problematisch ist und die Mietpreise bereits f\u00fcr eine Einzimmerwohnung unter 200\u20ac liegen. Einige meiner Freunde haben ihre Wohnung \u00fcber Airbnb gefunden. Auf diese Art muss man jedoch mit f\u00fcr bosnische Verh\u00e4ltnisse f\u00fcr h\u00f6here Kosten rechnen. Ansonsten findet man entweder \u00fcber Facebook oder sonst sobald man im Lande ist \u00fcber Mundpropaganda viele m\u00f6blierte Zimmer und Wohnungen.<\/p><p>Vorort muss man sich bei einer Polizeitstelle melden, was mein Vermieter f\u00fcr mich erledigte. Was die Aufenthaltsgenehmigung betrifft, darf man sich 90 Tage ohne Visum in Land aufhalten. Bei l\u00e4ngerem Aufenthalt ben\u00f6tigt man ein Visum. Aufgrund meines Migrationshintergrundes und meines Nachnamens war dies f\u00fcr mich nicht n\u00f6tig, auch habe ich von vielen geh\u00f6rt, dass sie mehrere Jahre ohne Visum im Land gelebt haben. Da sich die \u00dcberpr\u00fcfungsma\u00dfnahmen jedoch versch\u00e4rft haben, w\u00fcrde ich das niemandem empfehlen. Eine Beantragung des Visums ist jedoch, sofern man Unterst\u00fctzung seines Arbeitgebers hat, nicht von gro\u00dfer Schwierigkeit und meine Arbeitgeber haben meine Kollegen dabei unterst\u00fctzt. Genauere Informationen diesbez\u00fcglich habe ich jedoch nicht.<\/p><p>Was Beh\u00f6rdeng\u00e4nge Vorort betrifft, ist alles sehr kompliziert. Es ist ratsam jemanden bei sich zu haben, der die Landessprache spricht, da viele Beamte kein Englisch sprechen und eine Kommunikation sich ansonsten als schwierig erweisen kann. Des Weiteren ist es nicht nur wegen der Kommunikation ratsam einen Einheimischen bei sich zu haben, sondern ebenfalls um unn\u00f6tige Unkosten zu vermeiden, da tendenziell Ausl\u00e4nder mit h\u00f6heren Kosten zu rechnen haben, als Einheimische. Das gleiche gilt auch bei Arztbesuchen. Was die Krankenversicherung Vorort betrifft, war ich \u00fcber meine deutsche Versicherung versichert. Jedoch war die Nutzung meiner Versicherungskarte nicht m\u00f6glich, sondern ich h\u00e4tte die Kosten zun\u00e4chst selbst tragen m\u00fcssen, bevor ich dann das Geld von meiner Versicherung durch die Nachreichung der Rechnung erhalten h\u00e4tte. Da ich w\u00e4hrend meines Aufenthaltes jedoch nicht erkrankt bin, musste ich dies nicht nutzen. Doch habe ich einmal eine Kollegin zum Arzt begleitet, um f\u00fcr sie zu \u00fcbersetzen, was auch n\u00f6tig war, da ansonsten eine Kommunikation nicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4re. Obwohl ich dabei war, hat meine Kollegin schlussendlich doch mehr f\u00fcr den Arztbesuch bezahlen m\u00fcssen, als eigentlich notwendig gewesen w\u00e4re. Doch das sind Umst\u00e4nde, auf die man sich in Bosnien vorbereiten muss.<\/p><p>3. Allgemeine Informationen zum Praktikum<\/p><p>Vor 20 Jahren wurde in Bosnien durch die Unterzeichnung des Friedensabkommens von Dayton der Krieg beendet. Die Lage im Land hat sich zwar in der Hinsicht gebessert, als dass sich die in Bosnien lebenden unterschiedlichen Bev\u00f6lkerungsgruppen nicht mehr mit kriegerischen Mitteln bek\u00e4mpfen. Nichtsdestotrotz kann nicht von einem friedlichen Zusammenleben gesprochen werden. Vielmehr hat das Friedensabkommen dazu gef\u00fchrt, dass die Bev\u00f6lkerungsgruppen in ethnisch homogene Bezirke aufgeteilt wurden, und die interethnische Kommunikation und Kooperation limitiert ist. An diesem Punkt setzt die Arbeit des Post-Conflict Research Centers (PCRC) ein. Die NGO versucht mit Hilfe von multimedialen Projekten eine harmonische Umgebung f\u00fcr einen langfristigen Frieden zu schaffen. Die Projekte sind so ausgerichtet, als dass sie f\u00fcr interethnische Kooperation sorgen und versuchen Toleranz, interethnisches Verst\u00e4ndnis und Zivilcourage zu f\u00f6rdern und auf diese Art an einer positiven Ver\u00e4nderung im Land mitzuwirken. PCRC wurde im Jahr 2010 in Sarajevo gegr\u00fcndet. Es ist eine kleine NGO, die stark von der Arbeit von Volont\u00e4ren und Praktikanten abh\u00e4ngt, da die Anzahl der Festangestellten auf Grund von fehlenden Ressourcen nur begrenzt ist. Die NGO wird von der Gr\u00fcnderin Velma Sari\u0107 geleitet, die auch das Gesicht der Organisation ist. Daneben gibt es vier weitere Festangestellte, die sich unterschiedlichen Aufgaben widmen, wie z.B. der Suche nach F\u00f6rderung, Projektausarbeitung und Vorbereitung. Einer der Festangestellten ist au\u00dferdem f\u00fcr die Koordination der Arbeit der Praktikanten und Volont\u00e4re zust\u00e4ndig. Das B\u00fcro der Organisation befindet sich in einer kleinen Zweiraumwohnung in einem Mehrfamilienhaus in Sarajevo (Anmerkung: W\u00e4hrend meines Praktikums sah sich die NGO gezwungen ihr altes B\u00fcro aufzugeben und musste ein neues suchen. Dementsprechend war die Stimmung teilweise sehr angespannt, weil man lange Zeit keine R\u00e4umlichkeiten finden konnte.).<\/p><p>Der gr\u00f6\u00dfte Erfolg der NGO war das Projekt \u201eOrdniary Heroes\u201c, welches auch immer noch parallel weitergef\u00fchrt wird. F\u00fcr dieses Projekt wurde die NGO mit dem Intercultural Innovation Award, ausgezeichnet. Ziel dieses Projektes war es, die Jugend in Bosnien zu einen, indem man sie auf sogenannte \u201egew\u00f6hnliche Helden\u201c aus der Kriegszeit aufmerksam machte und deren Geschichten erz\u00e4hlte. Auf diese Weise versuchte die NGO auf Gerechtigkeit, Diskriminierung und die unterschiedlichen Rollen von Individuen in Konfliktsituationen hinzuweisen. Man will die Jugendlichen dazu bewegen selber zu \u201egew\u00f6hnlichen Helden\u201c zu werden bzw. dar\u00fcber nachzudenken, in welchen Situationen sie sich bereits als solche verhalten haben. Langfristiges Ziel wiederum ist es, f\u00fcr eine Auss\u00f6hnung innerhalb von Bosnien und Herzegowina zu sorgen. Man erhofft sich, dass die Menschen zu realisieren beginnen, dass in den meisten Situationen, die Ethnie keine Bedeutung spielt und selbst in Zeiten des Krieges die \u201egew\u00f6hnlichen Helden\u201c sich f\u00fcr interethnische Kooperation stark machten und auch Menschen der anderen Bev\u00f6lkerungsgruppe halfen.<\/p><p>Zus\u00e4tzlich zu der Entwicklung von eigenen Projekten versucht PCRC au\u00dferdem als Ratgeber f\u00fcr andere NGOs, lokale und internationale Gruppen, wie z.B. Journalisten, Fotografen, Bildungsinstitutionen etc. zu agieren, sie in die Projekte miteinzubeziehen, um so daf\u00fcr zu sorgen, dass man sich gemeinsam f\u00fcr eine bessere Zukunft im Land einsetzt. So kommt es, dass die NGO beispielsweise Workshops organisiert, in denen unterschiedliche zivilgesellschaftliche Organisationen zusammen kommen und dar\u00fcber beratschlagen, wie sie die Arbeit des Sektors verbessern und die Arbeit aufteilen k\u00f6nnen, so dass es zu effizienteren Ergebnissen kommt. Neben der eigenen Internetseite betreibt die NGO des Weiteren eine Art Nachrichtenportal\/ Regionsblog3, Balkan Diskurs. Ziel der Seite ist es, jungen Journalisten die M\u00f6glichkeit zu geben ihre Artikel frei von Zensur, was nicht selbstverst\u00e4ndlich in der Region ist, zu ver\u00f6ffentlichen und so ihre Eindr\u00fccke und Analysen bez\u00fcglich des westlichen Balkans zu teilen. Au\u00dferdem dient diese Plattform jungen Journalisten dazu sich im journalistischen Schreiben zu erproben und sie erhalten professionelle Kritik. Das Ziel, dass sich hinter Balkandiskurs verbirgt ist, langfristig betrachtet, die Medienwelt auf dem Balkan zu ver\u00e4ndern und Meinungsfreiheit zu st\u00e4rken<\/p><p>Den Praktikanten des Post-Conflict Research Centers werden viele Aufgaben zugeteilt, zeitgleich wird ihnen die M\u00f6glichkeit geboten, sich dem eigenen Interessenfeld zu widmen. Da es sich um ein Recherche Center handelt, sind viele der Aufgaben dementsprechend ausgerichtet. Aufgrund eines eher minimal ausgestatteten B\u00fcros, ist es nicht m\u00f6glich, dass jeder Praktikant t\u00e4glich im B\u00fcro erscheint. Vielmehr geht es darum zu zeigen, dass man in der Lage ist selbstst\u00e4ndig von zu Hause aus zu arbeiten und seine Aufgaben bis zum Ende der Woche zu erledigen. Im Flur des B\u00fcros h\u00e4ngt eine gro\u00dfe Tafel, auf der jeder Praktikant seine Spalte hat. Zu Beginn der Woche wird mit dem Zust\u00e4ndigen f\u00fcr die Praktikanten besprochen, was die Wochenaufgaben sind und wie man mit den Aufgaben der vergangenen Woche zurechtgekommen ist. Zudem wird festgelegt, an welchen Tagen man diese Woche im B\u00fcro zu erscheinen hat und was f\u00fcr ein \u201eField Visit\u201c, das \u00fcblicherweise freitags stattfindet, organisiert wird. Zu den Aufgaben, die einem zugeteilt werden geh\u00f6ren beispielsweise das Transkribieren von Interviews oder Recherchearbeit, die f\u00fcr die Ausarbeitung eines Projektes oder f\u00fcr das Verfassen von Artikeln auf Balkandiskurs verwendet werden.<\/p><p>Einer der Festangestellten von PCRC ist lediglich f\u00fcr die Betreuung der Praktikanten und die Vermittlung dieser Zust\u00e4ndig gewesen. Jegliche Anliegen wurden mit ihm besprochen und man konnte sich immer an ihn wenden wenn irgendwelche Fragen aufkamen. Er versuchte einem immer zu helfen, nicht nur in Angelegenheiten, die das Praktikum betreffen, sondern auch wenn private Probleme in Bosnien aufkamen. Er war auch derjenige, der die Praktikanten zu den \u201efield visits\u201c begleitete und uns in unserer Recherechearbeiten betreute. So versuchte er z.B. f\u00fcr die Praktikanten Kontakt zu potentiellen Interviewpartner aufzunehmen. Da ich jedoch im Voraus bereits wusste, womit ich mich besch\u00e4ftigen wollte, konnte ich mir mein Interview selbstst\u00e4ndig organisieren. In Bezug auf die \u201efield visits\u201c kann ich den Beauftragten nur stark loben, da er uns Besuche von diversen Institutionen wie z.B. der EU-Delegation, oder dem bosnischen Gerichtshof erm\u00f6glichte. Au\u00dferdem wurde eine Fahrt nach Srebrenica erm\u00f6glicht. An diesem Ort wurde vor 21 Jahren ein Genozid begangen und wir hatten die M\u00f6glichkeit mit einem Zeitzeugen, der \u00fcberlebt zu sprechen und er teilte seine Erinnerungen mit uns. Diese ganzen Aktivit\u00e4ten, die f\u00fcr uns Praktikanten organisiert wurden, k\u00f6nnen als eine Gegenleistung f\u00fcr die nicht verg\u00fctete Arbeit betrachtet werden. Den Praktikanten wurde so die M\u00f6glichkeit geboten, direkt mit wichtigen Akteuren in Kontakt zu treten und das bosnische Leben n\u00e4her gebracht.<\/p><p>Mein Ziel war es zum einen mich intensiver mit dem Verh\u00e4ltnis von NGOs und der Bev\u00f6lkerung\u00a0 zu besch\u00e4ftigen und zum anderen mich mit einem komplett neuen Thema auseinanderzusetzen: Nationalismus in Bosnien und Herzegowina. Das zweite Thema wurde mir w\u00e4hrend meiner Zeit besonders wichtig, da ich Vorort die unterschiedlichen Nationalismen und auch die Abneigung unter den verschiedenen Bev\u00f6lkerungsgruppen wahrnehmen konnte. Dadurch, dass uns so viel eigenst\u00e4ndiges Arbeiten erm\u00f6glicht wurde, nutze ich die Chance und f\u00fchrte drei Interviews zu meinem Thema, nutze Bibliotheken und ihre Zeitschriften Archive, um mich mit der Entwicklung von Nationalismus zu besch\u00e4ftigen. Die Ergebnisse meiner Recherechearbeit fasste ich in einem von mir verfassten Artikel zusammen, der dann in naher Zukunft auf Balkandiskurs ver\u00f6ffentlicht wird.<\/p><p>4. Das bosnische Leben<\/p><p>Das Leben in Bosnien kann man als speziell bezeichnen. Die Arbeitslosenquote liegt\u00a0 bei fast 40%, nichtsdestotrotz ist so gut wie jedes Caf\u00e9 der Stadt besucht. Die Menschen strahlen eine offene und herzliche Art aus, man f\u00fchlt sich wohl. Die Spuren des Krieges sind immer noch in Sarajewo zu sp\u00fcren: Man entdeckt in der Innenstadt Wohnh\u00e4user mit L\u00f6chern, die von Granaten stammen und nicht selten begegnet man Invaliden. Auch die Kehrseiten der Armut sind deutlich zu sp\u00fcren: Es gibt viele Menschen, die auf der Stra\u00dfe nach Geld und Essen fragen, Stra\u00dfen sind kaputt und das Regenwasser kann nicht richtig abflie\u00dfen. Doch in diversen Gespr\u00e4chen mit Kollegen und Menschen, die das erste Mal in Bosnien bzw. Sarajevo waren best\u00e4tigten: Sarajevo hat eine unverwechselbare Seele. Mir ist niemand begegnet, der nicht von dem Charme der Stadt in den Bann gezogen wurde und so ging es mir auch. Ich f\u00fchlte mich sehr wohl und zu Hause. Ich hatte immer das Gef\u00fchl, dass ich willkommen bin. Die Stadt bietet einem ein diverses Angebot von Restaurant, Caf\u00e9s und Bars, und all das zu sehr g\u00fcnstigen Preisen (Einkaufen im Supermarkt hingegen entspricht ungef\u00e4hr deutschen Standards). Und auch Bosnien beeindruckt mit seiner unfassbaren und unber\u00fchrten Landschaft. Doch muss man auch hier vorsichtig sein.<\/p><p>5. Fazit<\/p><p>R\u00fcckblickend schaue ich positiv auf meine Zeit in Bosnien zur\u00fcck. Ich konnte mir ein eigenes Bild der Arbeit einer NGO machen, die Ergebnisse meiner Bachelorarbeit kritisch reflektieren und noch zus\u00e4tzliche Informationen sammeln, die mir f\u00fcr meiner weiteren Recherche in Hinblick auf die politische Situation in Bosnien hilfreich sind. Bereits vor Antritt meines Praktikums wusste ich, dass ich mich weiterhin mit dem Land besch\u00e4ftigen m\u00f6chte. Aufgrund meines Migrationshintergrundes verfolge ich nat\u00fcrlich pers\u00f6nliches Interesse an den Gegebenheiten, die sich Vorort abspielen. Dennoch konnte ich w\u00e4hrend meines Praktikums feststellen, dass Bosnien, seine Geschichte, seine Kultur und seine Probleme es wert sind, Aufmerksamkeit zu erhalten, nicht nur auf Seiten der Menschen, die direkt davon betroffen sind. Es ist meines Erachtens nach wichtig, auch aufzuzeigen, dass es auch innerhalb von Europa immer noch tiefgreifende Probleme gibt, die zwar nicht unmittelbar Einfluss auf das Leben in Westeuropa nehmen, dennoch aber nicht zu ignorieren sind. Deswegen m\u00f6chte ich mich weiterhin mit Bosnien besch\u00e4ftigen und den Menschen dieses Land und seine Probleme n\u00e4her bringen und nat\u00fcrlich auf diese Art und Weise versuchen, den Menschen in ihrem Kampf gegen Armut und Kalten Krieg zu helfen. Denn die politische Lage in Bosnien ist \u00e4u\u00dferst instabil. Aufgrund von sich immer verst\u00e4rkenden Nationalismen sind politische Einigungen fast unm\u00f6glich. Durch mein Praktikum und meinen Aufenthalt in Bosnien hatte ich die M\u00f6glichkeit, mein Interessenfeld zus\u00e4tzlich zu weiten. Im September diesen Jahres, werde ich mein Master Studium zum Thema der EU-Au\u00dfenbeziehungen auch mit Osteuropa beginnen. Die Recherche, die ich in Bosnien w\u00e4hrend meines Praktikums betrieben habe, wird mir als Basis f\u00fcr die Ausarbeitung eines Masterarbeitsthemas dienen. Ich m\u00f6chte darauf aufmerksam machen, inwiefern zun\u00e4chst die Lage innerhalb des Landes zu stabilisieren ist, und zwar in Form von Bek\u00e4mpfung von Nationalismus, bevor auf tats\u00e4chliche Au\u00dfenbeziehungen eingegangen werden kann.<\/p><p>6. Eindr\u00fccke durch Bilder<br \/> <a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2016\/07\/Bild2.jpg\"><img class=\"alignnone size-full wp-image-2305\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2016\/07\/Bild2.jpg\" alt=\"Bild2\" width=\"442\" height=\"332\" \/><\/a><br \/> Mostar<\/p><p><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2016\/07\/Bild3.jpg\"><img class=\"alignnone size-full wp-image-2307\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2016\/07\/Bild3.jpg\" alt=\"Bild3\" width=\"558\" height=\"454\" \/><\/a><br \/> Landschaft in Bosnien<\/p><p><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2016\/07\/Bild4.jpg\"><img class=\"alignnone size-full wp-image-2309\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2016\/07\/Bild4.jpg\" alt=\"Bild4\" width=\"392\" height=\"518\" \/><\/a><br \/> Genozid Denkmal \/Friedhof von Srebrenica<\/p><p><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2016\/07\/Bild5.jpg\"><img class=\"alignnone size-full wp-image-2311\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2016\/07\/Bild5.jpg\" alt=\"Bild5\" width=\"626\" height=\"630\" \/><\/a><br \/> Schafe auf einem Landweg<\/p><p><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2016\/07\/Bild6.jpg\"><img class=\"alignnone size-full wp-image-2313\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2016\/07\/Bild6.jpg\" alt=\"Bild6\" width=\"628\" height=\"480\" \/><\/a><br \/> Traditionelles bosnisches Essen<\/p><p><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2016\/07\/Bild7.jpg\"><img class=\"alignnone size-full wp-image-2315\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2016\/07\/Bild7.jpg\" alt=\"Bild7\" width=\"630\" height=\"476\" \/><\/a><br \/> Eine der unz\u00e4hligen Moscheen in Sarajevo<\/p><p><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2016\/07\/Bild8.jpg\"><img class=\"alignnone size-full wp-image-2317\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/files\/2016\/07\/Bild8.jpg\" alt=\"Bild8\" width=\"472\" height=\"628\" \/><\/a><br \/> Bazar in Sarajevo<\/p>","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,342721,368695,356669,368865,653],"tags":[368695,368741,368717,368743,18499,368747],"class_list":["post-2303","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-berichte","category-bosnien-herzegowina","category-laender","category-outgoing","category-praktikum","tag-bosnien-herzegowina","tag-ies","tag-kulturschock","tag-ngo","tag-organisatorisches","tag-promos"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2303","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9117"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2303"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2303\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6207,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2303\/revisions\/6207"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3391"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2303"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2303"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2303"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}