{"id":2291,"date":"2016-07-01T16:27:20","date_gmt":"2016-07-01T14:27:20","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/?p=2291"},"modified":"2026-09-27T23:18:38","modified_gmt":"2026-09-27T21:18:38","slug":"praktikumsbericht-ab-communications-istanbul","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/2016\/07\/01\/praktikumsbericht-ab-communications-istanbul\/","title":{"rendered":"Praktikumsbericht A&amp;B Communications, Istanbul"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p style=\"text-align: left\"><strong>1. Mein Weg zu A&amp;B<\/strong><br \/>\nEigentlich\u00a0 war\u00a0 mir\u00a0 schon\u00a0 vor\u00a0 meiner Ausreise\u00a0 in\u00a0 die\u00a0 T\u00fcrkei\u00a0 klar\u00a0 gewesen,\u00a0 dass\u00a0 ich\u00a0 nach M\u00f6glichkeit an das Ende meines Auslandsemesters in Istanbul gerne noch mein ausstehendes Grundpraktikum anschlie\u00dfen m\u00f6chte. Mein Optimismus in der Millionenstadt eine passende Stelle\u00a0 finden\u00a0 zu\u00a0 k\u00f6nnen\u00a0 war\u00a0 gro\u00df,\u00a0 auch\u00a0 angesichts\u00a0 der\u00a0 M\u00f6glichkeit\u00a0 den\u00a0 t\u00fcrkischen (Berufs-)Alltag aus einer ganz besonderen Perspektive erfahren zu k\u00f6nnen. Gl\u00fccklicherweise sollte\u00a0 ich\u00a0 bei\u00a0 der\u00a0 Kommunikationsagentur\u00a0 \u201eA&amp;B\u00a0 Communications\u201c\u00a0 f\u00fcndig\u00a0 werden,\u00a0 dem \u00e4ltesten Unternehmen seiner Art, situiert in einem der glanzvollsten Stadtteile Istanbuls. Hier sollte\u00a0 ich\u00a0 die\u00a0 Chance\u00a0 bekommen\u00a0 bereits\u00a0 erlangtes\u00a0 Wissen\u00a0 in\u00a0 einem\u00a0 neuen\u00a0 professionellen Rahmen auszuprobieren, meine Sprachkenntnisse zu verbessern und eine Reihe interessanter Menschen in meinem neuen Umfeld kennenzulernen.<\/p>\n<p><em>\u00dcber viele Ecken bis zum Erasmus+ Praktikum<\/em><br \/>\nDie\u00a0 Wochen\u00a0 bis\u00a0 zu\u00a0 meiner\u00a0 Stelle\u00a0 bei\u00a0 A&amp;B\u00a0 hat\u00a0 mich\u00a0 wie\u00a0 wahrscheinlich\u00a0 nicht\u00a0 anders\u00a0 zu erwarten einiges an Ausdauer gekostet. Dabei war es weniger das finale Vorstellungsgespr\u00e4ch selbst, sondern der Kontaktaufbau \u00fcber eine ganze Ecke von Menschen. Schon fr\u00fch vor dem Ende meines offiziellen Aufenthalts an der Bahcesehir University habe ich mich selbst auf die\u00a0 Suche\u00a0 nach\u00a0 einer\u00a0 passenden\u00a0 Praktikumsstelle\u00a0 gemacht.\u00a0 Das\u00a0 hie\u00df\u00a0 vor\u00a0 allem\u00a0 Webseiten studieren und aufschlussreiche, aber pr\u00e4gnante Bewerbungsemails schreiben. Dabei habe ich meine Suche von Anfang an gro\u00df angelegt: von der Medienproduktion \u00fcber Marktforschung und\u00a0 sozial\u00a0 engagierten\u00a0 NGOs\u00a0 bis\u00a0 hin\u00a0 zu\u00a0 einer\u00a0 Forschungsstelle\u00a0 an\u00a0 verschiedenen Universit\u00e4ten kam f\u00fcr mich einiges in Frage. Schlie\u00dflich sollte es aus meiner Sicht vor allem darum\u00a0 gehen,\u00a0 etwas\u00a0 neues\u00a0 auszuprobieren\u00a0 und\u00a0 meine\u00a0 pers\u00f6nlichen\u00a0 F\u00e4higkeiten\u00a0 weiter auszuloten.\u00a0 W\u00e4hrend\u00a0 mir\u00a0 das\u00a0 Schreiben\u00a0 von\u00a0 vielen\u00a0 verschiedenen\u00a0 Bewerbungen\u00a0 schon\u00a0 im Vorfeld\u00a0 als Anregung\u00a0 und\u00a0 Reflexion\u00a0 meiner\u00a0 Interessen\u00a0 gedient\u00a0 hat,\u00a0 so\u00a0 blieben\u00a0 die\u00a0 meisten Emails\u00a0 unbeantwortet.\u00a0 Im\u00a0 Austausch\u00a0 mit\u00a0 anderen\u00a0 Suchenden\u00a0 wurde\u00a0 mir\u00a0 meine\u00a0 Situation immer klarer: Das Angebot in Istanbul ist zwar gro\u00df, aber es gibt \u00fcberdurchschnittliche viel junge\u00a0 Menschen,\u00a0 insbesondere\u00a0 aus\u00a0 dem Ausland,\u00a0 die\u00a0 eine\u00a0 ganz\u00a0 \u00e4hnliche\u00a0 Erfahrung\u00a0 suchen wie ich.<\/p>\n<p>Mit Blick auf den Zugang zu meinen bisherigen Praktika wurde mir dann sofort klar was zu tun ist. Bereits in der Vergangenheit haben mir insbesondere Menschen aus meinem n\u00e4heren Umfeld wichtige Tipps und Stellen weitervermittelt. Es galt also auch in Istanbul mein bisher \u00fcberschaubares\u00a0 Netzwerk\u00a0 anzufragen.\u00a0 Das\u00a0 bestand\u00a0 zu\u00a0 diesem\u00a0 Zeitpunkt\u00a0 insbesondere\u00a0 aus Kontakten aus meiner Universit\u00e4t, also Studierenden und Dozenten. So haben sich zeitgleich eine Professorin von mir sowie eine t\u00fcrkische Kommilitonin ohne weiteres nach passenden Stellen\u00a0 f\u00fcr\u00a0 mich\u00a0 umgeschaut.\u00a0 Das\u00a0 Engagement\u00a0 von\u00a0 letzterer\u00a0 sollte\u00a0 sich\u00a0 als\u00a0 besonders ertragreich\u00a0 herausstellen:\u00a0 die\u00a0 Mutter\u00a0 meiner\u00a0 Kommilitonin\u00a0 ist\u00a0 selbst\u00a0 Professorin\u00a0 f\u00fcr\u00a0 Public Relations\u00a0 an\u00a0 einer\u00a0 anderen\u00a0 gro\u00dfen\u00a0 Universit\u00e4t\u00a0 in\u00a0 Istanbul\u00a0 und\u00a0 hatte\u00a0 gleichzeitig\u00a0 eine\u00a0 gute Verbindung zu einer weiteren Dozentin an der Bahcesehir University. Nach der erfolgreichen Weitervermittlung sollte ich kurz vor dem Ende meines Semesters fast w\u00f6chentlich im B\u00fcro jeder Dozentin erscheinen und mir in einem Mix aus T\u00fcrkisch und Englisch meine m\u00f6glichen Optionen\u00a0 erkl\u00e4ren\u00a0 lassen.\u00a0 Selbst\u00a0 nachdem\u00a0 der\u00a0 Besuch\u00a0 in\u00a0 einer\u00a0 kleineren\u00a0 Werbeagentur\u00a0 im gesch\u00e4ftigen Stadtteil Sisli nicht ganz meinen Vorstellungen entsprach, hat sie weiterhin nach einer\u00a0 Stelle\u00a0 f\u00fcr\u00a0 mich\u00a0 gesucht.\u00a0 Die\u00a0 Idee\u00a0 in\u00a0 einer\u00a0 Agentur\u00a0 zu\u00a0 arbeiten\u00a0 erschien\u00a0 mir\u00a0 dabei grunds\u00e4tzlich\u00a0 spannend\u00a0 und\u00a0 interessant,\u00a0 schlie\u00dflich\u00a0 hatte\u00a0 ich\u00a0 bereits\u00a0 vorher\u00a0 in\u00a0 einer Werbeagentur gearbeitet. Der Vorschlag mich bei einem Unternehmen mit dem Schwerpunkt Kommunikation\u00a0 und\u00a0 PR\u00a0 zu\u00a0 bewerben\u00a0 erschien\u00a0 mir\u00a0 daraufhin\u00a0 als\u00a0 eine\u00a0 gute\u00a0 Mischung\u00a0 aus Neuem\u00a0 und\u00a0 Vertrautem.\u00a0 Einen\u00a0 Motivationsbrief\u00a0 und\u00a0 einen\u00a0 Telefonanruf\u00a0 sp\u00e4ter\u00a0 konnte\u00a0 ich mich\u00a0 auf\u00a0 den\u00a0 Weg\u00a0 zum\u00a0 Bewerbungsgespr\u00e4ch\u00a0 bei\u00a0 der\u00a0 Agentur\u00a0 A&amp;B\u00a0 Communications\u00a0 im angesagten aber auch teuren Stadtteil Nisantasi machen.<\/p>\n<p><em>Ein Sozialwissenschaftler allein unter PR-W\u00f6lfen?<\/em><br \/>\nObwohl\u00a0 mir\u00a0 von\u00a0 allen\u00a0 Seiten\u00a0 Mut\u00a0 zugesprochen\u00a0 worden\u00a0 war,\u00a0 bin\u00a0 ich\u00a0 am\u00a0 Ende\u00a0 nicht\u00a0 ohne Lampenfieber\u00a0 zu\u00a0 meinem\u00a0 anstehenden\u00a0 Interview\u00a0 gegangen.\u00a0 Meine\u00a0 Recherche\u00a0 hatte\u00a0 mir gezeigt, dass ich es mit einer nicht unwichtigen Firma zu tun hatte: neben der Gr\u00fcndung im Jahre 1974 als der ersten PR-Agentur der T\u00fcrkei kann A&amp;B vor allem internationale Marken wie Ikea, Nike, Nivea und Greenpeace zu seinen Klienten z\u00e4hlen. Dazu kommen namhafte t\u00fcrkischen\u00a0 Unternehmen\u00a0 wie\u00a0 die\u00a0 Kleidungsfirma\u00a0 Mavi\u00a0 oder\u00a0 die\u00a0 Garanti\u00a0 Bank. Angesichts dessen war ich sehr gespannt, wie ich mich als angehender Kommunikations-, Medien- und Kulturwissenschaftler in diesem Feld positionieren sollte. W\u00e4hrend ich in meinem Studium sogar Praxisseminare im Bereich Marketing belegt hatte, so war meine Zeit in Istanbul vor allem\u00a0 von\u00a0 der\u00a0 Lekt\u00fcre\u00a0 anthropologischer\u00a0 Texte\u00a0 gekennzeichnet.\u00a0 Mithilfe\u00a0 dieser\u00a0 habe\u00a0 ich selbst meinen Schwerpunkt auf angewandte Formen der Anthropologie und anderer Sozial- und\u00a0 Geisteswissenschaften\u00a0 gelegt,\u00a0 die\u00a0 sich\u00a0 in\u00a0 einer\u00a0 f\u00fcr\u00a0 mich\u00a0 neuen\u00a0 Art\u00a0 und\u00a0 Weise\u00a0 mit Organisationen und eigentlich fachfremden Themen wie Marktforschung auseinandersetzen. Meine\u00a0 Zeit\u00a0 bei\u00a0 A&amp;B\u00a0 wollte\u00a0 ich\u00a0 als\u00a0 Chance\u00a0 nutzen,\u00a0 ein\u00a0 solches\u00a0 Setting\u00a0 genauer kennenzulernen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Gl\u00fccklicherweise\u00a0 wurde\u00a0 ich\u00a0 von\u00a0 meinen\u00a0 zuk\u00fcnftigen\u00a0 Teammitgliedern\u00a0 Cem,\u00a0 Ezgi\u00a0 sowie meinem Mentoren Seckin schon w\u00e4hrend des ersten Aufeinandertreffens mit offenen Armen und\u00a0 einer\u00a0 Menge\u00a0 Interesse\u00a0 an\u00a0 meiner\u00a0 Arbeit\u00a0 empfangen.\u00a0 In\u00a0 dem\u00a0 knapp\u00a0 einst\u00fcndigen Gespr\u00e4ch konnte ich erfolgreich meine Motivation darstellen, als Sozialwissenschaftler eine f\u00fcr mich in der direkten Erfahrung noch eher unbekannte Welt besser kennenzulernen und die Potentiale von interdisziplin\u00e4ren Ans\u00e4tzen wie beispielsweise der \u201eBusiness Anthropology\u201c auszuloten. Auf der anderen Seite wurde ich auf meine bestehenden F\u00e4higkeiten hin befragt, wobei insbesondere meine Kenntnisse von Kreativ-Software wie Adobe Photoshop, Premiere und\u00a0 After\u00a0 Effects\u00a0 auf\u00a0 gro\u00dfe\u00a0 Zustimmung\u00a0 gesto\u00dfen\u00a0 ist.\u00a0 So\u00a0 kam\u00a0 ich\u00a0 am\u00a0 Ende\u00a0 mit\u00a0 viel Zuversicht\u00a0 aus\u00a0 dem\u00a0 Geb\u00e4ude,\u00a0 das\u00a0 genau\u00a0 gegen\u00fcber\u00a0 der\u00a0 Stra\u00dfe\u00a0 mit\u00a0 den\u00a0 teuersten Modegesch\u00e4ften ganz Istanbuls gelegen ist und machte mich durch den gesch\u00e4ftigen Istanbul Feierabendverkehr auf den Weg nach Hause. Bereits zwei Tage sp\u00e4ter hatte ich eine positive R\u00fcckmeldung, dass ich direkt im Anschluss an mein offizielles Semester bei A&amp;B anfangen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>2. Meine Arbeit bei A&amp;B<\/strong><br \/>\nWenn\u00a0 ich\u00a0 an\u00a0 den\u00a0 Beginn\u00a0 meines\u00a0 Praktikums\u00a0 bei\u00a0 A&amp;B\u00a0 zur\u00fcckdenke,\u00a0 dann\u00a0 f\u00e4llt\u00a0 mir insbesondere\u00a0 der\u00a0 erste\u00a0 Tag\u00a0 ein,\u00a0 an\u00a0 welchem\u00a0 ich zun\u00e4chst\u00a0 f\u00fcr\u00a0 ein\u00a0 circa\u00a0 dreist\u00fcndiges Probearbeiten geladen wurde. Hier wurde ich direkt an die Materie herangef\u00fchrt: der Kunde, eine Immobilienfirma die vor allem durch neu gebaute Wohnungen mit einem Schwerpunkt auf\u00a0 Designerausstattung\u00a0 bekannt\u00a0 war,\u00a0 wollte\u00a0 \u00fcber\u00a0 den\u00a0 aktuellen\u00a0 Stand\u00a0 ihres\u00a0 Unternehmens informiert\u00a0 werden.\u00a0 Daf\u00fcr\u00a0 war\u00a0 eine\u00a0 Pr\u00e4sentation\u00a0 angefertigt\u00a0 worden,\u00a0 die\u00a0 jedoch\u00a0 grafisch \u00fcberarbeitet\u00a0 werden\u00a0 sollte.\u00a0 Mit\u00a0 viel\u00a0 Geduld\u00a0 wurde\u00a0 mir\u00a0 daraufhin\u00a0 in\u00a0 wenigen\u00a0 Schritten\u00a0 das Image der Firma vorgestellt und mit dem Hinweis, ich solle doch einfach mal anfangen, an meinem Teil des Schreibtischs vor einen gro\u00dfen iMac gesetzt. Dabei ging mir immer wieder dieselbe\u00a0 Frage\u00a0 durch\u00a0 den\u00a0 Kopf:\u00a0 was\u00a0 mache\u00a0 ich\u00a0 hier\u00a0 eigentlich?\u00a0 Ich\u00a0 bin\u00a0 doch\u00a0 gar\u00a0 kein Grafikdesigner!\u00a0 Die\u00a0 m\u00fcssen\u00a0 ein\u00a0 falsches\u00a0 Bild\u00a0 von\u00a0 mir\u00a0 haben!\u00a0 Zugegeben,\u00a0 ich\u00a0 habe\u00a0 schon diverse Flyer und sogar Webseiten entworfen, allerdings noch nie f\u00fcr einen richtigen Kunden, sondern h\u00f6chstens f\u00fcr selbst veranstaltete Events, Familie oder Freunde. Jetzt kenne ich doch nicht einmal das Gewerbe, geschweige denn den Markt in Istanbul. Und zu allem \u00dcberfluss dann\u00a0 ist\u00a0 auch\u00a0 noch\u00a0 Photoshop\u00a0 auf\u00a0 T\u00fcrkisch,\u00a0 sodass\u00a0 ich\u00a0 mehrere\u00a0 Minuten\u00a0 brauche,\u00a0 um \u00fcberhaupt eine mir bekannte Funktion zu finden.<\/p>\n<p>Eine\u00a0 Stunde\u00a0 verging,\u00a0 in\u00a0 der\u00a0 ich\u00a0 mehr\u00a0 oder\u00a0 weniger\u00a0 Schwei\u00dftreibend\u00a0 nach\u00a0 einer\u00a0 sinnvollen Gestaltungsidee suchte. Schlie\u00dflich zeigte ich eine mehr als d\u00fcrftige Version vor und w\u00e4re am liebsten im Boden versunken. Mein neues Team hingegen klopfte mir anerkennend auf die Schulter\u00a0 und\u00a0 teilte\u00a0 mir\u00a0 mit,\u00a0 das\u00a0 Grundkonzept\u00a0 sei\u00a0 eine\u00a0 gute\u00a0 Sache\u00a0 und\u00a0 es\u00a0 k\u00f6nnte\u00a0 ohne Probleme\u00a0 von\u00a0 einem\u00a0 der\u00a0 erfahreneren\u00a0 Designer\u00a0 grafisch\u00a0 aufpoliert\u00a0 werden. Au\u00dferdem\u00a0 sei dies\u00a0 eine\u00a0 tolle\u00a0 M\u00f6glichkeit\u00a0 f\u00fcr\u00a0 mich\u00a0 gewesen,\u00a0 erste\u00a0 eigene\u00a0 Schritte\u00a0 zu\u00a0 machen. Gl\u00fccklicherweise\u00a0 stie\u00df\u00a0 auch\u00a0 mein\u00a0 Wunsch\u00a0 auf\u00a0 Zustimmung,\u00a0 Photoshop\u00a0 und\u00a0 weitere Programme auch auf Englisch zur Verf\u00fcgung gestellt zu bekommen.<\/p>\n<p>An\u00a0 diesem Abend\u00a0 bin\u00a0 ich\u00a0 ersch\u00f6pft\u00a0 nach\u00a0 Hause\u00a0 gekommen\u00a0 und\u00a0 habe\u00a0 meinem\u00a0 t\u00fcrkischen Mitbewohner\u00a0 von\u00a0 meinen\u00a0 Erfahrungen\u00a0 erz\u00e4hlt.\u00a0 Mit\u00a0 einem\u00a0 gro\u00dfen\u00a0 Grinsen\u00a0 erkl\u00e4rte\u00a0 er\u00a0 mir, dass\u00a0 das\u00a0 der\u00a0 t\u00fcrkische Weg\u00a0 sei:\u00a0 am\u00a0 ersten Tag\u00a0 wird\u00a0 man\u00a0 110%\u00a0 gefordert.\u00a0 Das\u00a0 sei\u00a0 weniger daf\u00fcr\u00a0 gedacht\u00a0 einen\u00a0 hohen\u00a0 Ma\u00dfstab\u00a0 zu\u00a0 setzen,\u00a0 als\u00a0 vielmehr\u00a0 die\u00a0 F\u00e4higkeiten\u00a0 der\u00a0 neuen Mitarbeiter\u00a0 zu\u00a0 testen.\u00a0 Ich\u00a0 war\u00a0 erleichtert\u00a0 \u00fcber\u00a0 seine\u00a0 Einsch\u00e4tzung,\u00a0 aber\u00a0 auch\u00a0 die\u00a0 positive Reaktion meiner Vorgesetzten. So k\u00f6nnte ich mit Sicherheit weiterarbeiten.<\/p>\n<p><em>Von Kachel-TV zu Youtube-Stars<\/em><br \/>\nMein durchschnittlicher Arbeitstag bei A&amp;B war\u00a0 auch\u00a0 nach\u00a0 meinen\u00a0 ersten\u00a0 Erfahrungen gepr\u00e4gt\u00a0 von\u00a0 vielen\u00a0 Stunden\u00a0 an\u00a0 meinem\u00a0 mir bereit\u00a0 gestellten\u00a0 iMac.\u00a0 Nachdem\u00a0 mir\u00a0 in\u00a0 der Anfangszeit\u00a0 einzelne\u00a0 KollegInnen\u00a0 genauer vorgestellt\u00a0 wurden,\u00a0 war\u00a0 ich\u00a0 alsbald\u00a0 mit meinem\u00a0 ersten\u00a0 eigenen\u00a0 l\u00e4ngerfristigen\u00a0 Projekt\u00a0 vertraut.\u00a0 Eine\u00a0 Kollegin\u00a0 betreute\u00a0 die Badem\u00f6belfirma Vitra,\u00a0 f\u00fcr\u00a0 die\u00a0 sie\u00a0 als\u00a0 besondere\u00a0 Form\u00a0 des\u00a0 Content-Marketings\u00a0 eine\u00a0 eigene Informationssendung\u00a0 namens\u00a0 Karo\u00a0 TV,\u00a0 auf Deutsch\u00a0 Kachel\u00a0 TV,\u00a0 produzierte.\u00a0 Zu\u00a0 meiner anf\u00e4nglichen\u00a0 Entt\u00e4uschung\u00a0 war\u00a0 diese\u00a0 inhaltlich\u00a0 schon\u00a0 abgedreht,\u00a0 allerdings\u00a0 fehlte\u00a0 es\u00a0 an einem\u00a0 passenden\u00a0 Packaging\u00a0 in\u00a0 Form\u00a0 von\u00a0 Bauchbinden,\u00a0 Trennanimationen\u00a0 und\u00a0 vor\u00a0 allem einer\u00a0 Introsequenz.\u00a0 Meine\u00a0 Kollegin\u00a0 offenbarte\u00a0 mir\u00a0 daraufhin,\u00a0 dass\u00a0 sie\u00a0 in\u00a0 diesem\u00a0 Fall\u00a0 auf meine\u00a0 Erfahrungen\u00a0 mit Adobe After\u00a0 Effects\u00a0 zur\u00fcckgreifen\u00a0 wolle,\u00a0 indem\u00a0 ich\u00a0 einen\u00a0 kurzen Einspieler\u00a0 f\u00fcr\u00a0 die\u00a0 Sendung\u00a0 animiere.\u00a0 Ich\u00a0 war\u00a0 instinktiv\u00a0 dankbar\u00a0 daf\u00fcr,\u00a0 in\u00a0 einer\u00a0 Agentur gelandet zu sein die mich ohne Umschweife mit Arbeit betraut anstatt mich Kaffee kochen zu lassen. Allerdings war mir auch klar, dass auch dieser Job mich fordern w\u00fcrde. So verbrachte ich teilweise meinen vollst\u00e4ndigen (zehnst\u00fcndigen) Arbeitstag damit, mithilfe von unz\u00e4hligen YouTube-Tutorials, praktischen Tipps meines Mentoren Seckins sowie einer gesunden TrialAnd-Error Meintalit\u00e4t eine eigene 2D Animation auf die Beine zu stellen. Gl\u00fccklicherweise konnte ich mir diese Zeit nehmen und auch auf das Feedback meiner KollegInnen vertrauen.<\/p>\n<p>So\u00a0 erarbeitete\u00a0 ich\u00a0 mir\u00a0 St\u00fcck\u00a0 f\u00fcr\u00a0 St\u00fccke\u00a0 eine\u00a0 30\u00a0 Sekunden\u00a0 Sequenz,\u00a0 die\u00a0 mit\u00a0 vielen\u00a0 bunten umherfliegenden Kacheln beginnt und einem unter Spannung stehenden Fernseher endet. Der Erfolg hier f\u00fcr mich ganz klar im Erlernen eines f\u00fcr mich interessanten kreativen Prozesses in dem ich meine eigenen Ideen gefragt wurden, aber auch in der sp\u00e4teren Zufriedenheit meiner Kollegin. Die sp\u00e4tere Sendung ist mit Sicherheit \u00fcber einige Flachbildschirme von Istanbuls K\u00f6fte- und D\u00f6nerrestaurants geflimmert.<\/p>\n<p>Genau diese Art von freier Projektarbeit war es, die meinen Alltag bei A&amp;B bestimmt hat. Dabei hatte ich immer die M\u00f6glichkeit, etwas Neues zu lernen. So ging es sp\u00e4ter darum, ein 3D\u00a0 Logo\u00a0 f\u00fcr A&amp;B\u00a0 zu\u00a0 entwerfen,\u00a0 was\u00a0 mich\u00a0 zum\u00a0 ersten\u00a0 Mal\u00a0 seit\u00a0 meiner\u00a0 Einf\u00fchrung\u00a0 in\u00a0 die Medieninformatik\u00a0 mit\u00a0 aufw\u00e4ndigen\u00a0 Modellierungsprogrammen\u00a0 in\u00a0 Kontakt\u00a0 gebracht\u00a0 hat.<br \/>\nZwischen diesen kleinen K\u00e4mpfen mit sperriger Software und der Suche nach neuen Ideen, konnte ich mich jederzeit auf meine KollegInnen verlassen. Gegen jede meiner Erwartungen war\u00a0 der\u00a0 Umgang\u00a0 in\u00a0 der\u00a0 Agentur\u00a0 unglaublich\u00a0 zuvorkommend\u00a0 und\u00a0 damit\u00a0 erstaunlich\u00a0 weit entfernt vom \u201eharten\u201c Leben dass man auf den Stra\u00dfen von Istanbul des \u00f6fteren zur Schau gestellt bekommen kann. Insbesondere j\u00fcngere Angestellte in \u00e4hnlichen Positionen wie ich haben mich zum Mittagessen begleitet, sich f\u00fcr meinen Werdegang interessiert oder einfach nur ein paar lustige Anekdoten ausgetauscht. Spannend wurde es auch, wenn ich gemeinsam mit\u00a0 dem\u00a0 festangestellten\u00a0 Mediengestalter\u00a0 ein\u00a0 Problem\u00a0 gemeinsam\u00a0 in\u00a0 die\u00a0 Hand\u00a0 nehmen durfte, beispielsweise die Gestaltung eines Firmeninternen Newsletters f\u00fcr A&amp;B.<\/p>\n<p>Neben diesen kleinen Momenten und Beobachtungen des Arbeitsalltags stach eine Erfahrung gegen\u00a0 Ende\u00a0 meines\u00a0 Praktikums\u00a0 besonders\u00a0 heraus.\u00a0 Nachdem\u00a0 ich\u00a0 mich\u00a0 mehrfach\u00a0 mit Designauftr\u00e4gen\u00a0 auseinandersetzen\u00a0 durfte,\u00a0 kam\u00a0 mein\u00a0 Mentor\u00a0 Seckin\u00a0 mit\u00a0 einer\u00a0 g\u00e4nzlich anderen Idee auf mich zu. Aufbauend auf der Tatsache dass ich bereits Erfahrung im Bereich der\u00a0 Online-Videoproduktion\u00a0 gesammelt\u00a0 hatte\u00a0 schlug\u00a0 er\u00a0 vor,\u00a0 den\u00a0 bereits\u00a0 bestehenden YouTube-Kanal eines Kundens zu \u00fcberarbeiten. Dabei handelte es sich um eine M\u00f6belfirma die\u00a0 Designerst\u00fccke\u00a0 vertreibt\u00a0 und\u00a0 sich\u00a0 wie\u00a0 in\u00a0 meinem\u00a0 ersten\u00a0 Projekt\u00a0 auch,\u00a0 auf\u00a0 Content Marketing st\u00fctzt. Der YouTube-Kanal sollte sich dabei wie das hauseigene Magazin \u201eBox in a Box Idea\u201c auf unterhaltende Weise \u00fcber lokale K\u00fcnstler informieren. Meine Aufgabe sollte es nun sein, ein Konzept f\u00fcr den Kanal zu entwickeln, es in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden meinen KollegInnen vorzustellen und schlie\u00dflich, kurz vor dem Ende meines Praktikums, auch dem Kunden zu pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>Dieses Projekt war insofern wichtig f\u00fcr mich, weil es \u00fcber die bisher sehr designorientierten Jobs hinausging.\u00a0 Dort\u00a0 hatte\u00a0 ich\u00a0 endlich\u00a0 die\u00a0 M\u00f6glichkeit\u00a0 selbst\u00a0 Nachforschungen\u00a0 zum Themenkomplex\u00a0 YouTube\u00a0 anzustellen:\u00a0 welche\u00a0 Kan\u00e4le\u00a0 und\u00a0 Formate\u00a0 sind\u00a0 in\u00a0 verschiedenen L\u00e4ndern\u00a0 beliebt\u00a0 und\u00a0 erfolgreich?\u00a0 Wie\u00a0 sieht\u00a0 der\u00a0 t\u00fcrkische\u00a0 Markt\u00a0 aus?\u00a0 Welche\u00a0 Erfahrungen bringe ich aus meiner Zeit bei dem Startup Endemol beyond mit, bei welchem ich aktiv an der\u00a0 Umsetzung\u00a0 verschiedener\u00a0 Onlineformate\u00a0 mitgeholfen\u00a0 habe?\u00a0 Diese Auseinandersetzung hat mir nicht nur viele neue Erkenntnisse \u00fcber das Medium verschafft, sondern insbesondere dar\u00fcber\u00a0 wie\u00a0 ich\u00a0 meine\u00a0 Ergebnisse\u00a0 pr\u00e4sentieren\u00a0 muss.\u00a0 W\u00e4hrend\u00a0 ich\u00a0 diese\u00a0 f\u00fcr\u00a0 mich\u00a0 in\u00a0 der Regel in l\u00e4ngeren oder k\u00fcrzeren Texten festhielt, ging es speziell in den f\u00fcr mich angesetzten Meetings darum, meine Ideen kurz und verst\u00e4ndlich zu formulieren. Gleichzeitig galt es hier das Feedback und die Vorstellungen meiner KollegInnen zu verarbeiten, die Stellenweise sehr unterschiedliche Erfahrungen mit \u201eneuen\u201c Medien hatten.<\/p>\n<p>Am\u00a0 Ende\u00a0 konnte\u00a0 ich\u00a0 aber\u00a0 genau\u00a0 wegen\u00a0 der\u00a0 scharfen\u00a0 Beobachtung\u00a0 und\u00a0 Reflexion\u00a0 dieser Unterschiede ein angemessenes Konzept erstellen. Dies zielte zun\u00e4chst weniger darauf ab ein konkretes\u00a0 Format\u00a0 zu\u00a0 etablieren,\u00a0 sondern\u00a0 die\u00a0 von\u00a0 mir\u00a0 herausgearbeiteten\u00a0 Potenziale\u00a0 und besonders\u00a0 m\u00f6gliche\u00a0 Probleme herauszuarbeiten.\u00a0 In\u00a0 meiner\u00a0 letzten\u00a0 Woche bei\u00a0 A&amp;B\u00a0 hatte\u00a0 ich\u00a0 dann\u00a0 schlie\u00dflich\u00a0 die M\u00f6glichkeit meine Ideen in einem Meeting direkt\u00a0 bei\u00a0 unserem\u00a0 Kunden\u00a0 vorzustellen. F\u00fcr\u00a0 mich\u00a0 war\u00a0 das\u00a0 eine\u00a0 tolle\u00a0 Erfahrung, schlie\u00dflich ist es immer noch etwas anderes seine\u00a0 Vorstellungen\u00a0 einem\u00a0 vertrautem\u00a0 Kreis mitzuteilen als vor einer Reihe fremder Menschen mit vielleicht v\u00f6llig anderen Erwartungen. Gl\u00fccklicherweise\u00a0 wurde\u00a0 ich\u00a0 auch\u00a0 in\u00a0 diesem\u00a0 Meeting\u00a0 mit\u00a0 viel\u00a0 Enthusiasmus\u00a0 erwartet\u00a0 und mein Konzept genauer diskutiert.<\/p>\n<p>Dann musste ich wenig sp\u00e4ter meine Arbeitsstelle verlassen und damit das Projekt abgeben. Ein\u00a0 Blick\u00a0 auf\u00a0 den\u00a0 YouTube-Kanal\u00a0 des\u00a0 Unternehmens\u00a0 offenbart\u00a0 mir,\u00a0 dass\u00a0 sich\u00a0 dort\u00a0 nichts ge\u00e4ndert\u00a0 hat\u00a0 seitdem\u00a0 ich\u00a0 gegangen\u00a0 bin.\u00a0 Dass\u00a0 mag\u00a0 viele\u00a0 Gr\u00fcnde\u00a0 haben,\u00a0 aber\u00a0 auch\u00a0 daran liegen, dass meine damalige Zusammenfassung die Chancen und Anspr\u00fcche an dieses Format angemessen transportiert hat und die Angemessenheit von Online-Video f\u00fcr diesen Fall noch einmal \u00fcberdacht wurden.<\/p>\n<p><strong>3. Meine Zeit nach A&amp;B<\/strong><br \/>\nIm\u00a0 R\u00fcckblick\u00a0 bedeutet\u00a0 mein\u00a0 Praktikum\u00a0 bei\u00a0 A&amp;B\u00a0 f\u00fcr\u00a0 mich\u00a0 vor\u00a0 allem\u00a0 eine\u00a0 Zeit\u00a0 des pers\u00f6nlichen\u00a0 Wachstums,\u00a0 des\u00a0 Ausprobierens,\u00a0 aber\u00a0 auch\u00a0 des\u00a0 Aushaltens.\u00a0 Mit\u00a0 ersterem verbinde ich den mitunter anstrengenden Weg zu meinem Praktikum, das immer wieder neue Nachdenken\u00a0 \u00fcber\u00a0 meine\u00a0 W\u00fcnsche\u00a0 und\u00a0 Ziele\u00a0 und\u00a0 der\u00a0 Kommunikation\u00a0 eben\u00a0 jener\u00a0 in pers\u00f6nlichen\u00a0 Emails\u00a0 und\u00a0 Gespr\u00e4chen.\u00a0 Dazu\u00a0 geh\u00f6rt\u00a0 auch\u00a0 das\u00a0 Gef\u00fchl\u00a0 des\u00a0 Erfolgs,\u00a0 am\u00a0 Ende zwischen der anspruchsvollen Arbeit in der Universit\u00e4t, dem Schreiben von F\u00f6rderantr\u00e4gen und dem nervenaufreibenden Alltag der Metropole mit 20 Millionen Einwohnern eine Stelle gefunden\u00a0 zu\u00a0 haben.\u00a0 Diese\u00a0 Phase\u00a0 hat\u00a0 mir\u00a0 zwar\u00a0 unweigerlich\u00a0 meine\u00a0 eigene\u00a0 Stress-Grenze aufgezeigt, aber auch immer wieder neue L\u00f6sungen f\u00fcr meine Probleme zu Tage gef\u00f6rdert, die mir auch in Zukunft bei der Jobsuche helfen werden.<\/p>\n<p>Eine Zeit des Ausprobierens war es dann insofern, weil ich mit jedem Projekt erneut ins kalte Wasser\u00a0 geschickt\u00a0 wurde\u00a0 und\u00a0 oft\u00a0 v\u00f6llig\u00a0 neue\u00a0 F\u00e4higkeiten\u00a0 erlernen\u00a0 musste.\u00a0 Hier\u00a0 bin\u00a0 ich insbesondere\u00a0 dankbar\u00a0 f\u00fcr\u00a0 die\u00a0 Freiheiten\u00a0 und\u00a0 das\u00a0 Verst\u00e4ndnis\u00a0 die\u00a0 mir\u00a0 meine KollegInnen immer\u00a0 wieder\u00a0 entgegengebracht\u00a0 haben.\u00a0 Diese\u00a0 Momente\u00a0 des\u00a0 Sich-verlierens\u00a0 in\u00a0 einer\u00a0 neuen Aufgabe,\u00a0 die\u00a0 M\u00f6glichkeit\u00a0 auch\u00a0 mal\u00a0 eine\u00a0 Abzweigung\u00a0 zu\u00a0 nehmen\u00a0 und\u00a0 eventuell\u00a0 in\u00a0 einer (inspirierenden)\u00a0 Sackgasse\u00a0 zu\u00a0 landen\u00a0 sch\u00e4tze\u00a0 ich\u00a0 an\u00a0 dem\u00a0 Rahmen\u00a0 den\u00a0 mir\u00a0 die\u00a0 Universit\u00e4t bietet. Es war sch\u00f6n zu sehen, dass ich diesen Modus auch bei meinem Praktikum erreichen konnte.\u00a0 Sch\u00f6n\u00a0 war\u00a0 es\u00a0 auch\u00a0 zu\u00a0 sehen,\u00a0 wie\u00a0 meine\u00a0 Teammitglieder\u00a0 auf\u00a0 meine\u00a0 Fortschritte reagiert haben und mich zu jeder Zeit mit Ratschl\u00e4gen unterst\u00fctzt haben.<\/p>\n<p>Schlussendlich\u00a0 war\u00a0 die Arbeit\u00a0 bei A&amp;B\u00a0 aber\u00a0 auch\u00a0 eine\u00a0 Zeit,\u00a0 die\u00a0 mir Ausdauer\u00a0 und\u00a0 einen Umgang mit meinem wiederkehrenden Gef\u00fchl des Fremdseins abgefordert hat. Obwohl ich bereits ein halbes Jahr in Istanbul verbracht hatte und mir die Stadt mit der Zeit vertrauter wurde, war es dennoch ein gro\u00dfer Schritt in der T\u00fcrkei zu arbeiten. Schnell wurde mir klar dass\u00a0 zehn\u00a0 Stunden\u00a0 am Tag\u00a0 zum\u00a0 regul\u00e4ren\u00a0 Pensum\u00a0 geh\u00f6rten\u00a0 und\u00a0 ich\u00a0 mich\u00a0 damit\u00a0 eher\u00a0 zum Istanbuler\u00a0 Durchschnittsarbeiter\u00a0 geh\u00f6rte.\u00a0 In\u00a0 Kombination\u00a0 mit\u00a0 den\u00a0 vielen\u00a0 neuen\u00a0 Eindr\u00fccken kam ich oft sehr m\u00fcde und geschafft nach Hause, obwohl ich ja die meiste Zeit an meinem schicken\u00a0 Applerechner\u00a0 verbracht\u00a0 hatte.\u00a0 Dar\u00fcber\u00a0 hinaus\u00a0 hat\u00a0 mich\u00a0 nicht\u00a0 jede\u00a0 der\u00a0 oben geschilderten Aufgaben von Anfang an in helle Begeisterung versetzt. Schlie\u00dflich waren sie doch\u00a0 weit\u00a0 von\u00a0 der\u00a0 mir\u00a0 bekannten\u00a0 sozialwissenschaftlichen\u00a0 Lekt\u00fcre\u00a0 oder\u00a0 der\u00a0 praktischen Arbeit\u00a0 an\u00a0 Dokumentarfilmen\u00a0 entfernt,\u00a0 die\u00a0 in\u00a0 der Vergangenheit\u00a0 eher\u00a0 zu\u00a0 leidenschaftlichem Arbeiten\u00a0 gef\u00fchrt\u00a0 haben.\u00a0 Der\u00a0 Reiz\u00a0 vor\u00a0 eine\u00a0 neue,\u00a0 unkonventionelle\u00a0 Aufgabe\u00a0 gestellt\u00a0 zu werden\u00a0 siegte\u00a0 am\u00a0 Ende\u00a0 jedoch\u00a0 immer,\u00a0 sodass\u00a0 ich\u00a0 jetzt\u00a0 auch\u00a0 die\u00a0 l\u00e4ngeren,\u00a0 etwas\u00a0 einsamen Stunden am Computer zu sch\u00e4tzen wusste.<\/p>\n<p>Sobald mich aber eine Unlust auf die Arbeit packte, machte ich mich zumeist einfach auf den Weg\u00a0 in\u00a0 die\u00a0 winzige\u00a0 K\u00fcche\u00a0 auf\u00a0 unserer\u00a0 Etage,\u00a0 um\u00a0 mir\u00a0 dort\u00a0 einen\u00a0 t\u00fcrkischen\u00a0 Schwarztee einzuschenken. Mit dem kleinen Glas auf einer Untertasse, L\u00f6ffel und einem St\u00fcck Zucker in der Hand balancierte ich dann zur\u00fcck zu meinem Arbeitsplatz. Zusammen mit einem Simit, dem t\u00fcrkischen Sesamkringel welchen ich mir h\u00e4ufig an einem der unz\u00e4hligen Stra\u00dfenst\u00e4nde geholt habe, konnte ich meist besser \u00fcber meine eigene Situation nachdenken. Es f\u00fchlte dann oft surreal an so weit weg von dem zu sein was ich Zuhause nenne und gleichzeitig so sehr eingebunden zu sein in einer mir immer wieder fremd erscheinenden Welt.<\/p>\n<p>Diese Gef\u00fchle h\u00e4tte ich gerne mit meinen KollegInnen besprochen, allerdings habe ich mich h\u00e4ufig\u00a0 nicht\u00a0 getraut,\u00a0 mit\u00a0 dem\u00a0 Gedanken\u00a0 im\u00a0 Hinterkopf\u00a0 mich\u00a0 lieber\u00a0 \u201edurchzubei\u00dfen\u201c\u00a0 und weiterzuarbeiten. Im R\u00fcckblick bereue ich diesen Schritt etwas, da ich sicherlich interessante und\u00a0 vor\u00a0 allem\u00a0 auch\u00a0 hilfreiche\u00a0 Einblicke\u00a0 aus\u00a0 dem\u00a0 Leben\u00a0 meiner\u00a0 Teammitglieder\u00a0 h\u00e4tte bekommen k\u00f6nnen, beispielsweise dar\u00fcber wie sie mit kleineren oder gr\u00f6\u00dferen (Sinn-)Krisen umgehen. Der vorgezogene Wunsch, st\u00e4ndig stark und ausdauernd zu sein hat mich so am Ende eventuell mehr Kraft gekostet.<\/p>\n<p>Allerdings\u00a0 habe\u00a0 ich\u00a0 mir\u00a0 im\u00a0 gleichen\u00a0 Zug\u00a0 immer\u00a0 wieder\u00a0 Zeit\u00a0 genommen\u00a0 und\u00a0 mit\u00a0 meinen Freunden im In- und Ausland \u00fcber meine Erfahrungen zu sprechen. So konnte ich \u00fcber die Vor-\u00a0 und\u00a0 Nachteile\u00a0 meines\u00a0 Praktikums\u00a0 debattieren\u00a0 und\u00a0 hilfreiche Anregungen\u00a0 bekommen.<\/p>\n<p>Viele\u00a0 Freunde\u00a0 und\u00a0 Bekannte\u00a0 haben\u00a0 meine Arbeit\u00a0 mit\u00a0 gro\u00dfem\u00a0 Interesse\u00a0 verfolgt\u00a0 und\u00a0 mich immer\u00a0 wieder\u00a0 davon\u00a0 \u00fcberzeugt,\u00a0 das\u00a0 Praktikum\u00a0 als\u00a0 einen\u00a0 Einblick\u00a0 und\u00a0 Chance wahrzunehmen.\u00a0 Hier\u00a0 war\u00a0 es\u00a0 insbesondere\u00a0 spannend\u00a0 mit\u00a0 Kommilitoninnen\u00a0 aus\u00a0 den\u00a0 eigenen Reihen\u00a0 zu\u00a0 sprechen.\u00a0 F\u00fcr\u00a0 viele\u00a0 war\u00a0 der\u00a0 Zusammenhang\u00a0 zu\u00a0 meinem\u00a0 Studium\u00a0 der Kommunikations-\u00a0 und\u00a0 Medienwissenschaften\u00a0 sofort\u00a0 ersichtlich,\u00a0 w\u00e4hrend\u00a0 ihnen\u00a0 der\u00a0 Bezug zur Anthropologie oft unklar blieb. Dabei war es f\u00fcr mich eine gro\u00dfartige M\u00f6glichkeit die zun\u00e4chst\u00a0 \u201efremde\u201c\u00a0 Welt\u00a0 von\u00a0 A&amp;B\u00a0 und\u00a0 der\u00a0 Kommunikationsarbeit\u00a0 im\u00a0 weiteren\u00a0 Sinne kennenzulernen.\u00a0 Dieses\u00a0 Wissen\u00a0 bietet\u00a0 mir\u00a0 unersetzliche\u00a0 Ankn\u00fcpfungspunkte\u00a0 f\u00fcr\u00a0 meine weitere\u00a0 Auseinandersetzung\u00a0 mit\u00a0 anderen\u00a0 Arbeitspl\u00e4tzen.\u00a0 So\u00a0 ist\u00a0 mir\u00a0 zum\u00a0 Beispiel\u00a0 klar geworden, dass ich nicht einen ganzen Arbeitstag am Computer verbringen kann, so gerne ich auch\u00a0 mit\u00a0 Programmen\u00a0 wie\u00a0 Photoshop\u00a0 arbeite.\u00a0 Gleichzeitig\u00a0 reizt\u00a0 mich\u00a0 der\u00a0 Umgang\u00a0 in\u00a0 der Agentur,\u00a0 die\u00a0 Art\u00a0 Probleme\u00a0 kreativ\u00a0 und\u00a0 als\u00a0 Team\u00a0 anzugehen.\u00a0 Meine\u00a0 eigenen\u00a0 Ideen\u00a0 und Vorstellungen\u00a0 zu\u00a0 kommunizieren\u00a0 und\u00a0 dabei\u00a0 Kompromisse\u00a0 f\u00fcr\u00a0 dieses\u00a0 Team\u00a0 einzugehen\u00a0 ist wahrscheinlich\u00a0 die\u00a0 sch\u00f6nste\u00a0 und\u00a0 wichtigste\u00a0 Erkenntnis,\u00a0 die\u00a0 ich\u00a0 aus\u00a0 meiner\u00a0 Zeit\u00a0 bei\u00a0 A&amp;B mitnehme.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_map_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_pb_map_container\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_map\" data-center-lat=\"41.0082376\" data-center-lng=\"28.97835889999999\" data-zoom=\"13\" data-mouse-wheel=\"on\" data-mobile-dragging=\"on\"><\/div>\n\t\t\t\t <div class=\"et_pb_map_pin\" data-lat=\"41.0082376\" data-lng=\"28.97835889999999\" data-title=\"\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"infowindow\"> <\/div>\n\t\t\t<\/div> \n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_post_nav_0 et_pb_posts_nav nav-single et_block_module\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":9117,"featured_media":3397,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"<p style=\"text-align: left;\"><strong>1. Mein Weg zu A&B<\/strong><br \/> Eigentlich\u00a0 war\u00a0 mir\u00a0 schon\u00a0 vor\u00a0 meiner Ausreise\u00a0 in\u00a0 die\u00a0 T\u00fcrkei\u00a0 klar\u00a0 gewesen,\u00a0 dass\u00a0 ich\u00a0 nach M\u00f6glichkeit an das Ende meines Auslandsemesters in Istanbul gerne noch mein ausstehendes Grundpraktikum anschlie\u00dfen m\u00f6chte. Mein Optimismus in der Millionenstadt eine passende Stelle\u00a0 finden\u00a0 zu\u00a0 k\u00f6nnen\u00a0 war\u00a0 gro\u00df,\u00a0 auch\u00a0 angesichts\u00a0 der\u00a0 M\u00f6glichkeit\u00a0 den\u00a0 t\u00fcrkischen (Berufs-)Alltag aus einer ganz besonderen Perspektive erfahren zu k\u00f6nnen. Gl\u00fccklicherweise sollte\u00a0 ich\u00a0 bei\u00a0 der\u00a0 Kommunikationsagentur\u00a0 \u201eA&B\u00a0 Communications\u201c\u00a0 f\u00fcndig\u00a0 werden,\u00a0 dem \u00e4ltesten Unternehmen seiner Art, situiert in einem der glanzvollsten Stadtteile Istanbuls. Hier sollte\u00a0 ich\u00a0 die\u00a0 Chance\u00a0 bekommen\u00a0 bereits\u00a0 erlangtes\u00a0 Wissen\u00a0 in\u00a0 einem\u00a0 neuen\u00a0 professionellen Rahmen auszuprobieren, meine Sprachkenntnisse zu verbessern und eine Reihe interessanter Menschen in meinem neuen Umfeld kennenzulernen.<\/p><p><em>\u00dcber viele Ecken bis zum Erasmus+ Praktikum<\/em><br \/> Die\u00a0 Wochen\u00a0 bis\u00a0 zu\u00a0 meiner\u00a0 Stelle\u00a0 bei\u00a0 A&B\u00a0 hat\u00a0 mich\u00a0 wie\u00a0 wahrscheinlich\u00a0 nicht\u00a0 anders\u00a0 zu erwarten einiges an Ausdauer gekostet. Dabei war es weniger das finale Vorstellungsgespr\u00e4ch selbst, sondern der Kontaktaufbau \u00fcber eine ganze Ecke von Menschen. Schon fr\u00fch vor dem Ende meines offiziellen Aufenthalts an der Bahcesehir University habe ich mich selbst auf die\u00a0 Suche\u00a0 nach\u00a0 einer\u00a0 passenden\u00a0 Praktikumsstelle\u00a0 gemacht.\u00a0 Das\u00a0 hie\u00df\u00a0 vor\u00a0 allem\u00a0 Webseiten studieren und aufschlussreiche, aber pr\u00e4gnante Bewerbungsemails schreiben. Dabei habe ich meine Suche von Anfang an gro\u00df angelegt: von der Medienproduktion \u00fcber Marktforschung und\u00a0 sozial\u00a0 engagierten\u00a0 NGOs\u00a0 bis\u00a0 hin\u00a0 zu\u00a0 einer\u00a0 Forschungsstelle\u00a0 an\u00a0 verschiedenen Universit\u00e4ten kam f\u00fcr mich einiges in Frage. Schlie\u00dflich sollte es aus meiner Sicht vor allem darum\u00a0 gehen,\u00a0 etwas\u00a0 neues\u00a0 auszuprobieren\u00a0 und\u00a0 meine\u00a0 pers\u00f6nlichen\u00a0 F\u00e4higkeiten\u00a0 weiter auszuloten.\u00a0 W\u00e4hrend\u00a0 mir\u00a0 das\u00a0 Schreiben\u00a0 von\u00a0 vielen\u00a0 verschiedenen\u00a0 Bewerbungen\u00a0 schon\u00a0 im Vorfeld\u00a0 als Anregung\u00a0 und\u00a0 Reflexion\u00a0 meiner\u00a0 Interessen\u00a0 gedient\u00a0 hat,\u00a0 so\u00a0 blieben\u00a0 die\u00a0 meisten Emails\u00a0 unbeantwortet.\u00a0 Im\u00a0 Austausch\u00a0 mit\u00a0 anderen\u00a0 Suchenden\u00a0 wurde\u00a0 mir\u00a0 meine\u00a0 Situation immer klarer: Das Angebot in Istanbul ist zwar gro\u00df, aber es gibt \u00fcberdurchschnittliche viel junge\u00a0 Menschen,\u00a0 insbesondere\u00a0 aus\u00a0 dem Ausland,\u00a0 die\u00a0 eine\u00a0 ganz\u00a0 \u00e4hnliche\u00a0 Erfahrung\u00a0 suchen wie ich.<\/p><p>Mit Blick auf den Zugang zu meinen bisherigen Praktika wurde mir dann sofort klar was zu tun ist. Bereits in der Vergangenheit haben mir insbesondere Menschen aus meinem n\u00e4heren Umfeld wichtige Tipps und Stellen weitervermittelt. Es galt also auch in Istanbul mein bisher \u00fcberschaubares\u00a0 Netzwerk\u00a0 anzufragen.\u00a0 Das\u00a0 bestand\u00a0 zu\u00a0 diesem\u00a0 Zeitpunkt\u00a0 insbesondere\u00a0 aus Kontakten aus meiner Universit\u00e4t, also Studierenden und Dozenten. So haben sich zeitgleich eine Professorin von mir sowie eine t\u00fcrkische Kommilitonin ohne weiteres nach passenden Stellen\u00a0 f\u00fcr\u00a0 mich\u00a0 umgeschaut.\u00a0 Das\u00a0 Engagement\u00a0 von\u00a0 letzterer\u00a0 sollte\u00a0 sich\u00a0 als\u00a0 besonders ertragreich\u00a0 herausstellen:\u00a0 die\u00a0 Mutter\u00a0 meiner\u00a0 Kommilitonin\u00a0 ist\u00a0 selbst\u00a0 Professorin\u00a0 f\u00fcr\u00a0 Public Relations\u00a0 an\u00a0 einer\u00a0 anderen\u00a0 gro\u00dfen\u00a0 Universit\u00e4t\u00a0 in\u00a0 Istanbul\u00a0 und\u00a0 hatte\u00a0 gleichzeitig\u00a0 eine\u00a0 gute Verbindung zu einer weiteren Dozentin an der Bahcesehir University. Nach der erfolgreichen Weitervermittlung sollte ich kurz vor dem Ende meines Semesters fast w\u00f6chentlich im B\u00fcro jeder Dozentin erscheinen und mir in einem Mix aus T\u00fcrkisch und Englisch meine m\u00f6glichen Optionen\u00a0 erkl\u00e4ren\u00a0 lassen.\u00a0 Selbst\u00a0 nachdem\u00a0 der\u00a0 Besuch\u00a0 in\u00a0 einer\u00a0 kleineren\u00a0 Werbeagentur\u00a0 im gesch\u00e4ftigen Stadtteil Sisli nicht ganz meinen Vorstellungen entsprach, hat sie weiterhin nach einer\u00a0 Stelle\u00a0 f\u00fcr\u00a0 mich\u00a0 gesucht.\u00a0 Die\u00a0 Idee\u00a0 in\u00a0 einer\u00a0 Agentur\u00a0 zu\u00a0 arbeiten\u00a0 erschien\u00a0 mir\u00a0 dabei grunds\u00e4tzlich\u00a0 spannend\u00a0 und\u00a0 interessant,\u00a0 schlie\u00dflich\u00a0 hatte\u00a0 ich\u00a0 bereits\u00a0 vorher\u00a0 in\u00a0 einer Werbeagentur gearbeitet. Der Vorschlag mich bei einem Unternehmen mit dem Schwerpunkt Kommunikation\u00a0 und\u00a0 PR\u00a0 zu\u00a0 bewerben\u00a0 erschien\u00a0 mir\u00a0 daraufhin\u00a0 als\u00a0 eine\u00a0 gute\u00a0 Mischung\u00a0 aus Neuem\u00a0 und\u00a0 Vertrautem.\u00a0 Einen\u00a0 Motivationsbrief\u00a0 und\u00a0 einen\u00a0 Telefonanruf\u00a0 sp\u00e4ter\u00a0 konnte\u00a0 ich mich\u00a0 auf\u00a0 den\u00a0 Weg\u00a0 zum\u00a0 Bewerbungsgespr\u00e4ch\u00a0 bei\u00a0 der\u00a0 Agentur\u00a0 A&B\u00a0 Communications\u00a0 im angesagten aber auch teuren Stadtteil Nisantasi machen.<\/p><p><em>Ein Sozialwissenschaftler allein unter PR-W\u00f6lfen?<\/em><br \/> Obwohl\u00a0 mir\u00a0 von\u00a0 allen\u00a0 Seiten\u00a0 Mut\u00a0 zugesprochen\u00a0 worden\u00a0 war,\u00a0 bin\u00a0 ich\u00a0 am\u00a0 Ende\u00a0 nicht\u00a0 ohne Lampenfieber\u00a0 zu\u00a0 meinem\u00a0 anstehenden\u00a0 Interview\u00a0 gegangen.\u00a0 Meine\u00a0 Recherche\u00a0 hatte\u00a0 mir gezeigt, dass ich es mit einer nicht unwichtigen Firma zu tun hatte: neben der Gr\u00fcndung im Jahre 1974 als der ersten PR-Agentur der T\u00fcrkei kann A&B vor allem internationale Marken wie Ikea, Nike, Nivea und Greenpeace zu seinen Klienten z\u00e4hlen. Dazu kommen namhafte t\u00fcrkischen\u00a0 Unternehmen\u00a0 wie\u00a0 die\u00a0 Kleidungsfirma\u00a0 Mavi\u00a0 oder\u00a0 die\u00a0 Garanti\u00a0 Bank. Angesichts dessen war ich sehr gespannt, wie ich mich als angehender Kommunikations-, Medien- und Kulturwissenschaftler in diesem Feld positionieren sollte. W\u00e4hrend ich in meinem Studium sogar Praxisseminare im Bereich Marketing belegt hatte, so war meine Zeit in Istanbul vor allem\u00a0 von\u00a0 der\u00a0 Lekt\u00fcre\u00a0 anthropologischer\u00a0 Texte\u00a0 gekennzeichnet.\u00a0 Mithilfe\u00a0 dieser\u00a0 habe\u00a0 ich selbst meinen Schwerpunkt auf angewandte Formen der Anthropologie und anderer Sozial- und\u00a0 Geisteswissenschaften\u00a0 gelegt,\u00a0 die\u00a0 sich\u00a0 in\u00a0 einer\u00a0 f\u00fcr\u00a0 mich\u00a0 neuen\u00a0 Art\u00a0 und\u00a0 Weise\u00a0 mit Organisationen und eigentlich fachfremden Themen wie Marktforschung auseinandersetzen. Meine\u00a0 Zeit\u00a0 bei\u00a0 A&B\u00a0 wollte\u00a0 ich\u00a0 als\u00a0 Chance\u00a0 nutzen,\u00a0 ein\u00a0 solches\u00a0 Setting\u00a0 genauer kennenzulernen.<\/p><p style=\"text-align: left;\">Gl\u00fccklicherweise\u00a0 wurde\u00a0 ich\u00a0 von\u00a0 meinen\u00a0 zuk\u00fcnftigen\u00a0 Teammitgliedern\u00a0 Cem,\u00a0 Ezgi\u00a0 sowie meinem Mentoren Seckin schon w\u00e4hrend des ersten Aufeinandertreffens mit offenen Armen und\u00a0 einer\u00a0 Menge\u00a0 Interesse\u00a0 an\u00a0 meiner\u00a0 Arbeit\u00a0 empfangen.\u00a0 In\u00a0 dem\u00a0 knapp\u00a0 einst\u00fcndigen Gespr\u00e4ch konnte ich erfolgreich meine Motivation darstellen, als Sozialwissenschaftler eine f\u00fcr mich in der direkten Erfahrung noch eher unbekannte Welt besser kennenzulernen und die Potentiale von interdisziplin\u00e4ren Ans\u00e4tzen wie beispielsweise der \u201eBusiness Anthropology\u201c auszuloten. Auf der anderen Seite wurde ich auf meine bestehenden F\u00e4higkeiten hin befragt, wobei insbesondere meine Kenntnisse von Kreativ-Software wie Adobe Photoshop, Premiere und\u00a0 After\u00a0 Effects\u00a0 auf\u00a0 gro\u00dfe\u00a0 Zustimmung\u00a0 gesto\u00dfen\u00a0 ist.\u00a0 So\u00a0 kam\u00a0 ich\u00a0 am\u00a0 Ende\u00a0 mit\u00a0 viel Zuversicht\u00a0 aus\u00a0 dem\u00a0 Geb\u00e4ude,\u00a0 das\u00a0 genau\u00a0 gegen\u00fcber\u00a0 der\u00a0 Stra\u00dfe\u00a0 mit\u00a0 den\u00a0 teuersten Modegesch\u00e4ften ganz Istanbuls gelegen ist und machte mich durch den gesch\u00e4ftigen Istanbul Feierabendverkehr auf den Weg nach Hause. Bereits zwei Tage sp\u00e4ter hatte ich eine positive R\u00fcckmeldung, dass ich direkt im Anschluss an mein offizielles Semester bei A&B anfangen k\u00f6nnte.<\/p><p><strong>2. Meine Arbeit bei A&B<\/strong><br \/> Wenn\u00a0 ich\u00a0 an\u00a0 den\u00a0 Beginn\u00a0 meines\u00a0 Praktikums\u00a0 bei\u00a0 A&B\u00a0 zur\u00fcckdenke,\u00a0 dann\u00a0 f\u00e4llt\u00a0 mir insbesondere\u00a0 der\u00a0 erste\u00a0 Tag\u00a0 ein,\u00a0 an\u00a0 welchem\u00a0 ich zun\u00e4chst\u00a0 f\u00fcr\u00a0 ein\u00a0 circa\u00a0 dreist\u00fcndiges Probearbeiten geladen wurde. Hier wurde ich direkt an die Materie herangef\u00fchrt: der Kunde, eine Immobilienfirma die vor allem durch neu gebaute Wohnungen mit einem Schwerpunkt auf\u00a0 Designerausstattung\u00a0 bekannt\u00a0 war,\u00a0 wollte\u00a0 \u00fcber\u00a0 den\u00a0 aktuellen\u00a0 Stand\u00a0 ihres\u00a0 Unternehmens informiert\u00a0 werden.\u00a0 Daf\u00fcr\u00a0 war\u00a0 eine\u00a0 Pr\u00e4sentation\u00a0 angefertigt\u00a0 worden,\u00a0 die\u00a0 jedoch\u00a0 grafisch \u00fcberarbeitet\u00a0 werden\u00a0 sollte.\u00a0 Mit\u00a0 viel\u00a0 Geduld\u00a0 wurde\u00a0 mir\u00a0 daraufhin\u00a0 in\u00a0 wenigen\u00a0 Schritten\u00a0 das Image der Firma vorgestellt und mit dem Hinweis, ich solle doch einfach mal anfangen, an meinem Teil des Schreibtischs vor einen gro\u00dfen iMac gesetzt. Dabei ging mir immer wieder dieselbe\u00a0 Frage\u00a0 durch\u00a0 den\u00a0 Kopf:\u00a0 was\u00a0 mache\u00a0 ich\u00a0 hier\u00a0 eigentlich?\u00a0 Ich\u00a0 bin\u00a0 doch\u00a0 gar\u00a0 kein Grafikdesigner!\u00a0 Die\u00a0 m\u00fcssen\u00a0 ein\u00a0 falsches\u00a0 Bild\u00a0 von\u00a0 mir\u00a0 haben!\u00a0 Zugegeben,\u00a0 ich\u00a0 habe\u00a0 schon diverse Flyer und sogar Webseiten entworfen, allerdings noch nie f\u00fcr einen richtigen Kunden, sondern h\u00f6chstens f\u00fcr selbst veranstaltete Events, Familie oder Freunde. Jetzt kenne ich doch nicht einmal das Gewerbe, geschweige denn den Markt in Istanbul. Und zu allem \u00dcberfluss dann\u00a0 ist\u00a0 auch\u00a0 noch\u00a0 Photoshop\u00a0 auf\u00a0 T\u00fcrkisch,\u00a0 sodass\u00a0 ich\u00a0 mehrere\u00a0 Minuten\u00a0 brauche,\u00a0 um \u00fcberhaupt eine mir bekannte Funktion zu finden.<\/p><p>Eine\u00a0 Stunde\u00a0 verging,\u00a0 in\u00a0 der\u00a0 ich\u00a0 mehr\u00a0 oder\u00a0 weniger\u00a0 Schwei\u00dftreibend\u00a0 nach\u00a0 einer\u00a0 sinnvollen Gestaltungsidee suchte. Schlie\u00dflich zeigte ich eine mehr als d\u00fcrftige Version vor und w\u00e4re am liebsten im Boden versunken. Mein neues Team hingegen klopfte mir anerkennend auf die Schulter\u00a0 und\u00a0 teilte\u00a0 mir\u00a0 mit,\u00a0 das\u00a0 Grundkonzept\u00a0 sei\u00a0 eine\u00a0 gute\u00a0 Sache\u00a0 und\u00a0 es\u00a0 k\u00f6nnte\u00a0 ohne Probleme\u00a0 von\u00a0 einem\u00a0 der\u00a0 erfahreneren\u00a0 Designer\u00a0 grafisch\u00a0 aufpoliert\u00a0 werden. Au\u00dferdem\u00a0 sei dies\u00a0 eine\u00a0 tolle\u00a0 M\u00f6glichkeit\u00a0 f\u00fcr\u00a0 mich\u00a0 gewesen,\u00a0 erste\u00a0 eigene\u00a0 Schritte\u00a0 zu\u00a0 machen. Gl\u00fccklicherweise\u00a0 stie\u00df\u00a0 auch\u00a0 mein\u00a0 Wunsch\u00a0 auf\u00a0 Zustimmung,\u00a0 Photoshop\u00a0 und\u00a0 weitere Programme auch auf Englisch zur Verf\u00fcgung gestellt zu bekommen.<\/p><p>An\u00a0 diesem Abend\u00a0 bin\u00a0 ich\u00a0 ersch\u00f6pft\u00a0 nach\u00a0 Hause\u00a0 gekommen\u00a0 und\u00a0 habe\u00a0 meinem\u00a0 t\u00fcrkischen Mitbewohner\u00a0 von\u00a0 meinen\u00a0 Erfahrungen\u00a0 erz\u00e4hlt.\u00a0 Mit\u00a0 einem\u00a0 gro\u00dfen\u00a0 Grinsen\u00a0 erkl\u00e4rte\u00a0 er\u00a0 mir, dass\u00a0 das\u00a0 der\u00a0 t\u00fcrkische Weg\u00a0 sei:\u00a0 am\u00a0 ersten Tag\u00a0 wird\u00a0 man\u00a0 110%\u00a0 gefordert.\u00a0 Das\u00a0 sei\u00a0 weniger daf\u00fcr\u00a0 gedacht\u00a0 einen\u00a0 hohen\u00a0 Ma\u00dfstab\u00a0 zu\u00a0 setzen,\u00a0 als\u00a0 vielmehr\u00a0 die\u00a0 F\u00e4higkeiten\u00a0 der\u00a0 neuen Mitarbeiter\u00a0 zu\u00a0 testen.\u00a0 Ich\u00a0 war\u00a0 erleichtert\u00a0 \u00fcber\u00a0 seine\u00a0 Einsch\u00e4tzung,\u00a0 aber\u00a0 auch\u00a0 die\u00a0 positive Reaktion meiner Vorgesetzten. So k\u00f6nnte ich mit Sicherheit weiterarbeiten.<\/p><p><em>Von Kachel-TV zu Youtube-Stars<\/em><br \/> Mein durchschnittlicher Arbeitstag bei A&B war\u00a0 auch\u00a0 nach\u00a0 meinen\u00a0 ersten\u00a0 Erfahrungen gepr\u00e4gt\u00a0 von\u00a0 vielen\u00a0 Stunden\u00a0 an\u00a0 meinem\u00a0 mir bereit\u00a0 gestellten\u00a0 iMac.\u00a0 Nachdem\u00a0 mir\u00a0 in\u00a0 der Anfangszeit\u00a0 einzelne\u00a0 KollegInnen\u00a0 genauer vorgestellt\u00a0 wurden,\u00a0 war\u00a0 ich\u00a0 alsbald\u00a0 mit meinem\u00a0 ersten\u00a0 eigenen\u00a0 l\u00e4ngerfristigen\u00a0 Projekt\u00a0 vertraut.\u00a0 Eine\u00a0 Kollegin\u00a0 betreute\u00a0 die Badem\u00f6belfirma Vitra,\u00a0 f\u00fcr\u00a0 die\u00a0 sie\u00a0 als\u00a0 besondere\u00a0 Form\u00a0 des\u00a0 Content-Marketings\u00a0 eine\u00a0 eigene Informationssendung\u00a0 namens\u00a0 Karo\u00a0 TV,\u00a0 auf Deutsch\u00a0 Kachel\u00a0 TV,\u00a0 produzierte.\u00a0 Zu\u00a0 meiner anf\u00e4nglichen\u00a0 Entt\u00e4uschung\u00a0 war\u00a0 diese\u00a0 inhaltlich\u00a0 schon\u00a0 abgedreht,\u00a0 allerdings\u00a0 fehlte\u00a0 es\u00a0 an einem\u00a0 passenden\u00a0 Packaging\u00a0 in\u00a0 Form\u00a0 von\u00a0 Bauchbinden,\u00a0 Trennanimationen\u00a0 und\u00a0 vor\u00a0 allem einer\u00a0 Introsequenz.\u00a0 Meine\u00a0 Kollegin\u00a0 offenbarte\u00a0 mir\u00a0 daraufhin,\u00a0 dass\u00a0 sie\u00a0 in\u00a0 diesem\u00a0 Fall\u00a0 auf meine\u00a0 Erfahrungen\u00a0 mit Adobe After\u00a0 Effects\u00a0 zur\u00fcckgreifen\u00a0 wolle,\u00a0 indem\u00a0 ich\u00a0 einen\u00a0 kurzen Einspieler\u00a0 f\u00fcr\u00a0 die\u00a0 Sendung\u00a0 animiere.\u00a0 Ich\u00a0 war\u00a0 instinktiv\u00a0 dankbar\u00a0 daf\u00fcr,\u00a0 in\u00a0 einer\u00a0 Agentur gelandet zu sein die mich ohne Umschweife mit Arbeit betraut anstatt mich Kaffee kochen zu lassen. Allerdings war mir auch klar, dass auch dieser Job mich fordern w\u00fcrde. So verbrachte ich teilweise meinen vollst\u00e4ndigen (zehnst\u00fcndigen) Arbeitstag damit, mithilfe von unz\u00e4hligen YouTube-Tutorials, praktischen Tipps meines Mentoren Seckins sowie einer gesunden TrialAnd-Error Meintalit\u00e4t eine eigene 2D Animation auf die Beine zu stellen. Gl\u00fccklicherweise konnte ich mir diese Zeit nehmen und auch auf das Feedback meiner KollegInnen vertrauen.<\/p><p>So\u00a0 erarbeitete\u00a0 ich\u00a0 mir\u00a0 St\u00fcck\u00a0 f\u00fcr\u00a0 St\u00fccke\u00a0 eine\u00a0 30\u00a0 Sekunden\u00a0 Sequenz,\u00a0 die\u00a0 mit\u00a0 vielen\u00a0 bunten umherfliegenden Kacheln beginnt und einem unter Spannung stehenden Fernseher endet. Der Erfolg hier f\u00fcr mich ganz klar im Erlernen eines f\u00fcr mich interessanten kreativen Prozesses in dem ich meine eigenen Ideen gefragt wurden, aber auch in der sp\u00e4teren Zufriedenheit meiner Kollegin. Die sp\u00e4tere Sendung ist mit Sicherheit \u00fcber einige Flachbildschirme von Istanbuls K\u00f6fte- und D\u00f6nerrestaurants geflimmert.<\/p><p>Genau diese Art von freier Projektarbeit war es, die meinen Alltag bei A&B bestimmt hat. Dabei hatte ich immer die M\u00f6glichkeit, etwas Neues zu lernen. So ging es sp\u00e4ter darum, ein 3D\u00a0 Logo\u00a0 f\u00fcr A&B\u00a0 zu\u00a0 entwerfen,\u00a0 was\u00a0 mich\u00a0 zum\u00a0 ersten\u00a0 Mal\u00a0 seit\u00a0 meiner\u00a0 Einf\u00fchrung\u00a0 in\u00a0 die Medieninformatik\u00a0 mit\u00a0 aufw\u00e4ndigen\u00a0 Modellierungsprogrammen\u00a0 in\u00a0 Kontakt\u00a0 gebracht\u00a0 hat.<br \/> Zwischen diesen kleinen K\u00e4mpfen mit sperriger Software und der Suche nach neuen Ideen, konnte ich mich jederzeit auf meine KollegInnen verlassen. Gegen jede meiner Erwartungen war\u00a0 der\u00a0 Umgang\u00a0 in\u00a0 der\u00a0 Agentur\u00a0 unglaublich\u00a0 zuvorkommend\u00a0 und\u00a0 damit\u00a0 erstaunlich\u00a0 weit entfernt vom \u201eharten\u201c Leben dass man auf den Stra\u00dfen von Istanbul des \u00f6fteren zur Schau gestellt bekommen kann. Insbesondere j\u00fcngere Angestellte in \u00e4hnlichen Positionen wie ich haben mich zum Mittagessen begleitet, sich f\u00fcr meinen Werdegang interessiert oder einfach nur ein paar lustige Anekdoten ausgetauscht. Spannend wurde es auch, wenn ich gemeinsam mit\u00a0 dem\u00a0 festangestellten\u00a0 Mediengestalter\u00a0 ein\u00a0 Problem\u00a0 gemeinsam\u00a0 in\u00a0 die\u00a0 Hand\u00a0 nehmen durfte, beispielsweise die Gestaltung eines Firmeninternen Newsletters f\u00fcr A&B.<\/p><p>Neben diesen kleinen Momenten und Beobachtungen des Arbeitsalltags stach eine Erfahrung gegen\u00a0 Ende\u00a0 meines\u00a0 Praktikums\u00a0 besonders\u00a0 heraus.\u00a0 Nachdem\u00a0 ich\u00a0 mich\u00a0 mehrfach\u00a0 mit Designauftr\u00e4gen\u00a0 auseinandersetzen\u00a0 durfte,\u00a0 kam\u00a0 mein\u00a0 Mentor\u00a0 Seckin\u00a0 mit\u00a0 einer\u00a0 g\u00e4nzlich anderen Idee auf mich zu. Aufbauend auf der Tatsache dass ich bereits Erfahrung im Bereich der\u00a0 Online-Videoproduktion\u00a0 gesammelt\u00a0 hatte\u00a0 schlug\u00a0 er\u00a0 vor,\u00a0 den\u00a0 bereits\u00a0 bestehenden YouTube-Kanal eines Kundens zu \u00fcberarbeiten. Dabei handelte es sich um eine M\u00f6belfirma die\u00a0 Designerst\u00fccke\u00a0 vertreibt\u00a0 und\u00a0 sich\u00a0 wie\u00a0 in\u00a0 meinem\u00a0 ersten\u00a0 Projekt\u00a0 auch,\u00a0 auf\u00a0 Content Marketing st\u00fctzt. Der YouTube-Kanal sollte sich dabei wie das hauseigene Magazin \u201eBox in a Box Idea\u201c auf unterhaltende Weise \u00fcber lokale K\u00fcnstler informieren. Meine Aufgabe sollte es nun sein, ein Konzept f\u00fcr den Kanal zu entwickeln, es in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden meinen KollegInnen vorzustellen und schlie\u00dflich, kurz vor dem Ende meines Praktikums, auch dem Kunden zu pr\u00e4sentieren.<\/p><p>Dieses Projekt war insofern wichtig f\u00fcr mich, weil es \u00fcber die bisher sehr designorientierten Jobs hinausging.\u00a0 Dort\u00a0 hatte\u00a0 ich\u00a0 endlich\u00a0 die\u00a0 M\u00f6glichkeit\u00a0 selbst\u00a0 Nachforschungen\u00a0 zum Themenkomplex\u00a0 YouTube\u00a0 anzustellen:\u00a0 welche\u00a0 Kan\u00e4le\u00a0 und\u00a0 Formate\u00a0 sind\u00a0 in\u00a0 verschiedenen L\u00e4ndern\u00a0 beliebt\u00a0 und\u00a0 erfolgreich?\u00a0 Wie\u00a0 sieht\u00a0 der\u00a0 t\u00fcrkische\u00a0 Markt\u00a0 aus?\u00a0 Welche\u00a0 Erfahrungen bringe ich aus meiner Zeit bei dem Startup Endemol beyond mit, bei welchem ich aktiv an der\u00a0 Umsetzung\u00a0 verschiedener\u00a0 Onlineformate\u00a0 mitgeholfen\u00a0 habe?\u00a0 Diese Auseinandersetzung hat mir nicht nur viele neue Erkenntnisse \u00fcber das Medium verschafft, sondern insbesondere dar\u00fcber\u00a0 wie\u00a0 ich\u00a0 meine\u00a0 Ergebnisse\u00a0 pr\u00e4sentieren\u00a0 muss.\u00a0 W\u00e4hrend\u00a0 ich\u00a0 diese\u00a0 f\u00fcr\u00a0 mich\u00a0 in\u00a0 der Regel in l\u00e4ngeren oder k\u00fcrzeren Texten festhielt, ging es speziell in den f\u00fcr mich angesetzten Meetings darum, meine Ideen kurz und verst\u00e4ndlich zu formulieren. Gleichzeitig galt es hier das Feedback und die Vorstellungen meiner KollegInnen zu verarbeiten, die Stellenweise sehr unterschiedliche Erfahrungen mit \u201eneuen\u201c Medien hatten.<\/p><p>Am\u00a0 Ende\u00a0 konnte\u00a0 ich\u00a0 aber\u00a0 genau\u00a0 wegen\u00a0 der\u00a0 scharfen\u00a0 Beobachtung\u00a0 und\u00a0 Reflexion\u00a0 dieser Unterschiede ein angemessenes Konzept erstellen. Dies zielte zun\u00e4chst weniger darauf ab ein konkretes\u00a0 Format\u00a0 zu\u00a0 etablieren,\u00a0 sondern\u00a0 die\u00a0 von\u00a0 mir\u00a0 herausgearbeiteten\u00a0 Potenziale\u00a0 und besonders\u00a0 m\u00f6gliche\u00a0 Probleme herauszuarbeiten.\u00a0 In\u00a0 meiner\u00a0 letzten\u00a0 Woche bei\u00a0 A&B\u00a0 hatte\u00a0 ich\u00a0 dann\u00a0 schlie\u00dflich\u00a0 die M\u00f6glichkeit meine Ideen in einem Meeting direkt\u00a0 bei\u00a0 unserem\u00a0 Kunden\u00a0 vorzustellen. F\u00fcr\u00a0 mich\u00a0 war\u00a0 das\u00a0 eine\u00a0 tolle\u00a0 Erfahrung, schlie\u00dflich ist es immer noch etwas anderes seine\u00a0 Vorstellungen\u00a0 einem\u00a0 vertrautem\u00a0 Kreis mitzuteilen als vor einer Reihe fremder Menschen mit vielleicht v\u00f6llig anderen Erwartungen. Gl\u00fccklicherweise\u00a0 wurde\u00a0 ich\u00a0 auch\u00a0 in\u00a0 diesem\u00a0 Meeting\u00a0 mit\u00a0 viel\u00a0 Enthusiasmus\u00a0 erwartet\u00a0 und mein Konzept genauer diskutiert.<\/p><p>Dann musste ich wenig sp\u00e4ter meine Arbeitsstelle verlassen und damit das Projekt abgeben. Ein\u00a0 Blick\u00a0 auf\u00a0 den\u00a0 YouTube-Kanal\u00a0 des\u00a0 Unternehmens\u00a0 offenbart\u00a0 mir,\u00a0 dass\u00a0 sich\u00a0 dort\u00a0 nichts ge\u00e4ndert\u00a0 hat\u00a0 seitdem\u00a0 ich\u00a0 gegangen\u00a0 bin.\u00a0 Dass\u00a0 mag\u00a0 viele\u00a0 Gr\u00fcnde\u00a0 haben,\u00a0 aber\u00a0 auch\u00a0 daran liegen, dass meine damalige Zusammenfassung die Chancen und Anspr\u00fcche an dieses Format angemessen transportiert hat und die Angemessenheit von Online-Video f\u00fcr diesen Fall noch einmal \u00fcberdacht wurden.<\/p><p><strong>3. Meine Zeit nach A&B<\/strong><br \/> Im\u00a0 R\u00fcckblick\u00a0 bedeutet\u00a0 mein\u00a0 Praktikum\u00a0 bei\u00a0 A&B\u00a0 f\u00fcr\u00a0 mich\u00a0 vor\u00a0 allem\u00a0 eine\u00a0 Zeit\u00a0 des pers\u00f6nlichen\u00a0 Wachstums,\u00a0 des\u00a0 Ausprobierens,\u00a0 aber\u00a0 auch\u00a0 des\u00a0 Aushaltens.\u00a0 Mit\u00a0 ersterem verbinde ich den mitunter anstrengenden Weg zu meinem Praktikum, das immer wieder neue Nachdenken\u00a0 \u00fcber\u00a0 meine\u00a0 W\u00fcnsche\u00a0 und\u00a0 Ziele\u00a0 und\u00a0 der\u00a0 Kommunikation\u00a0 eben\u00a0 jener\u00a0 in pers\u00f6nlichen\u00a0 Emails\u00a0 und\u00a0 Gespr\u00e4chen.\u00a0 Dazu\u00a0 geh\u00f6rt\u00a0 auch\u00a0 das\u00a0 Gef\u00fchl\u00a0 des\u00a0 Erfolgs,\u00a0 am\u00a0 Ende zwischen der anspruchsvollen Arbeit in der Universit\u00e4t, dem Schreiben von F\u00f6rderantr\u00e4gen und dem nervenaufreibenden Alltag der Metropole mit 20 Millionen Einwohnern eine Stelle gefunden\u00a0 zu\u00a0 haben.\u00a0 Diese\u00a0 Phase\u00a0 hat\u00a0 mir\u00a0 zwar\u00a0 unweigerlich\u00a0 meine\u00a0 eigene\u00a0 Stress-Grenze aufgezeigt, aber auch immer wieder neue L\u00f6sungen f\u00fcr meine Probleme zu Tage gef\u00f6rdert, die mir auch in Zukunft bei der Jobsuche helfen werden.<\/p><p>Eine Zeit des Ausprobierens war es dann insofern, weil ich mit jedem Projekt erneut ins kalte Wasser\u00a0 geschickt\u00a0 wurde\u00a0 und\u00a0 oft\u00a0 v\u00f6llig\u00a0 neue\u00a0 F\u00e4higkeiten\u00a0 erlernen\u00a0 musste.\u00a0 Hier\u00a0 bin\u00a0 ich insbesondere\u00a0 dankbar\u00a0 f\u00fcr\u00a0 die\u00a0 Freiheiten\u00a0 und\u00a0 das\u00a0 Verst\u00e4ndnis\u00a0 die\u00a0 mir\u00a0 meine KollegInnen immer\u00a0 wieder\u00a0 entgegengebracht\u00a0 haben.\u00a0 Diese\u00a0 Momente\u00a0 des\u00a0 Sich-verlierens\u00a0 in\u00a0 einer\u00a0 neuen Aufgabe,\u00a0 die\u00a0 M\u00f6glichkeit\u00a0 auch\u00a0 mal\u00a0 eine\u00a0 Abzweigung\u00a0 zu\u00a0 nehmen\u00a0 und\u00a0 eventuell\u00a0 in\u00a0 einer (inspirierenden)\u00a0 Sackgasse\u00a0 zu\u00a0 landen\u00a0 sch\u00e4tze\u00a0 ich\u00a0 an\u00a0 dem\u00a0 Rahmen\u00a0 den\u00a0 mir\u00a0 die\u00a0 Universit\u00e4t bietet. Es war sch\u00f6n zu sehen, dass ich diesen Modus auch bei meinem Praktikum erreichen konnte.\u00a0 Sch\u00f6n\u00a0 war\u00a0 es\u00a0 auch\u00a0 zu\u00a0 sehen,\u00a0 wie\u00a0 meine\u00a0 Teammitglieder\u00a0 auf\u00a0 meine\u00a0 Fortschritte reagiert haben und mich zu jeder Zeit mit Ratschl\u00e4gen unterst\u00fctzt haben.<\/p><p>Schlussendlich\u00a0 war\u00a0 die Arbeit\u00a0 bei A&B\u00a0 aber\u00a0 auch\u00a0 eine\u00a0 Zeit,\u00a0 die\u00a0 mir Ausdauer\u00a0 und\u00a0 einen Umgang mit meinem wiederkehrenden Gef\u00fchl des Fremdseins abgefordert hat. Obwohl ich bereits ein halbes Jahr in Istanbul verbracht hatte und mir die Stadt mit der Zeit vertrauter wurde, war es dennoch ein gro\u00dfer Schritt in der T\u00fcrkei zu arbeiten. Schnell wurde mir klar dass\u00a0 zehn\u00a0 Stunden\u00a0 am Tag\u00a0 zum\u00a0 regul\u00e4ren\u00a0 Pensum\u00a0 geh\u00f6rten\u00a0 und\u00a0 ich\u00a0 mich\u00a0 damit\u00a0 eher\u00a0 zum Istanbuler\u00a0 Durchschnittsarbeiter\u00a0 geh\u00f6rte.\u00a0 In\u00a0 Kombination\u00a0 mit\u00a0 den\u00a0 vielen\u00a0 neuen\u00a0 Eindr\u00fccken kam ich oft sehr m\u00fcde und geschafft nach Hause, obwohl ich ja die meiste Zeit an meinem schicken\u00a0 Applerechner\u00a0 verbracht\u00a0 hatte.\u00a0 Dar\u00fcber\u00a0 hinaus\u00a0 hat\u00a0 mich\u00a0 nicht\u00a0 jede\u00a0 der\u00a0 oben geschilderten Aufgaben von Anfang an in helle Begeisterung versetzt. Schlie\u00dflich waren sie doch\u00a0 weit\u00a0 von\u00a0 der\u00a0 mir\u00a0 bekannten\u00a0 sozialwissenschaftlichen\u00a0 Lekt\u00fcre\u00a0 oder\u00a0 der\u00a0 praktischen Arbeit\u00a0 an\u00a0 Dokumentarfilmen\u00a0 entfernt,\u00a0 die\u00a0 in\u00a0 der Vergangenheit\u00a0 eher\u00a0 zu\u00a0 leidenschaftlichem Arbeiten\u00a0 gef\u00fchrt\u00a0 haben.\u00a0 Der\u00a0 Reiz\u00a0 vor\u00a0 eine\u00a0 neue,\u00a0 unkonventionelle\u00a0 Aufgabe\u00a0 gestellt\u00a0 zu werden\u00a0 siegte\u00a0 am\u00a0 Ende\u00a0 jedoch\u00a0 immer,\u00a0 sodass\u00a0 ich\u00a0 jetzt\u00a0 auch\u00a0 die\u00a0 l\u00e4ngeren,\u00a0 etwas\u00a0 einsamen Stunden am Computer zu sch\u00e4tzen wusste.<\/p><p>Sobald mich aber eine Unlust auf die Arbeit packte, machte ich mich zumeist einfach auf den Weg\u00a0 in\u00a0 die\u00a0 winzige\u00a0 K\u00fcche\u00a0 auf\u00a0 unserer\u00a0 Etage,\u00a0 um\u00a0 mir\u00a0 dort\u00a0 einen\u00a0 t\u00fcrkischen\u00a0 Schwarztee einzuschenken. Mit dem kleinen Glas auf einer Untertasse, L\u00f6ffel und einem St\u00fcck Zucker in der Hand balancierte ich dann zur\u00fcck zu meinem Arbeitsplatz. Zusammen mit einem Simit, dem t\u00fcrkischen Sesamkringel welchen ich mir h\u00e4ufig an einem der unz\u00e4hligen Stra\u00dfenst\u00e4nde geholt habe, konnte ich meist besser \u00fcber meine eigene Situation nachdenken. Es f\u00fchlte dann oft surreal an so weit weg von dem zu sein was ich Zuhause nenne und gleichzeitig so sehr eingebunden zu sein in einer mir immer wieder fremd erscheinenden Welt.<\/p><p>Diese Gef\u00fchle h\u00e4tte ich gerne mit meinen KollegInnen besprochen, allerdings habe ich mich h\u00e4ufig\u00a0 nicht\u00a0 getraut,\u00a0 mit\u00a0 dem\u00a0 Gedanken\u00a0 im\u00a0 Hinterkopf\u00a0 mich\u00a0 lieber\u00a0 \u201edurchzubei\u00dfen\u201c\u00a0 und weiterzuarbeiten. Im R\u00fcckblick bereue ich diesen Schritt etwas, da ich sicherlich interessante und\u00a0 vor\u00a0 allem\u00a0 auch\u00a0 hilfreiche\u00a0 Einblicke\u00a0 aus\u00a0 dem\u00a0 Leben\u00a0 meiner\u00a0 Teammitglieder\u00a0 h\u00e4tte bekommen k\u00f6nnen, beispielsweise dar\u00fcber wie sie mit kleineren oder gr\u00f6\u00dferen (Sinn-)Krisen umgehen. Der vorgezogene Wunsch, st\u00e4ndig stark und ausdauernd zu sein hat mich so am Ende eventuell mehr Kraft gekostet.<\/p><p>Allerdings\u00a0 habe\u00a0 ich\u00a0 mir\u00a0 im\u00a0 gleichen\u00a0 Zug\u00a0 immer\u00a0 wieder\u00a0 Zeit\u00a0 genommen\u00a0 und\u00a0 mit\u00a0 meinen Freunden im In- und Ausland \u00fcber meine Erfahrungen zu sprechen. So konnte ich \u00fcber die Vor-\u00a0 und\u00a0 Nachteile\u00a0 meines\u00a0 Praktikums\u00a0 debattieren\u00a0 und\u00a0 hilfreiche Anregungen\u00a0 bekommen.<\/p><p>Viele\u00a0 Freunde\u00a0 und\u00a0 Bekannte\u00a0 haben\u00a0 meine Arbeit\u00a0 mit\u00a0 gro\u00dfem\u00a0 Interesse\u00a0 verfolgt\u00a0 und\u00a0 mich immer\u00a0 wieder\u00a0 davon\u00a0 \u00fcberzeugt,\u00a0 das\u00a0 Praktikum\u00a0 als\u00a0 einen\u00a0 Einblick\u00a0 und\u00a0 Chance wahrzunehmen.\u00a0 Hier\u00a0 war\u00a0 es\u00a0 insbesondere\u00a0 spannend\u00a0 mit\u00a0 Kommilitoninnen\u00a0 aus\u00a0 den\u00a0 eigenen Reihen\u00a0 zu\u00a0 sprechen.\u00a0 F\u00fcr\u00a0 viele\u00a0 war\u00a0 der\u00a0 Zusammenhang\u00a0 zu\u00a0 meinem\u00a0 Studium\u00a0 der Kommunikations-\u00a0 und\u00a0 Medienwissenschaften\u00a0 sofort\u00a0 ersichtlich,\u00a0 w\u00e4hrend\u00a0 ihnen\u00a0 der\u00a0 Bezug zur Anthropologie oft unklar blieb. Dabei war es f\u00fcr mich eine gro\u00dfartige M\u00f6glichkeit die zun\u00e4chst\u00a0 \u201efremde\u201c\u00a0 Welt\u00a0 von\u00a0 A&B\u00a0 und\u00a0 der\u00a0 Kommunikationsarbeit\u00a0 im\u00a0 weiteren\u00a0 Sinne kennenzulernen.\u00a0 Dieses\u00a0 Wissen\u00a0 bietet\u00a0 mir\u00a0 unersetzliche\u00a0 Ankn\u00fcpfungspunkte\u00a0 f\u00fcr\u00a0 meine weitere\u00a0 Auseinandersetzung\u00a0 mit\u00a0 anderen\u00a0 Arbeitspl\u00e4tzen.\u00a0 So\u00a0 ist\u00a0 mir\u00a0 zum\u00a0 Beispiel\u00a0 klar geworden, dass ich nicht einen ganzen Arbeitstag am Computer verbringen kann, so gerne ich auch\u00a0 mit\u00a0 Programmen\u00a0 wie\u00a0 Photoshop\u00a0 arbeite.\u00a0 Gleichzeitig\u00a0 reizt\u00a0 mich\u00a0 der\u00a0 Umgang\u00a0 in\u00a0 der Agentur,\u00a0 die\u00a0 Art\u00a0 Probleme\u00a0 kreativ\u00a0 und\u00a0 als\u00a0 Team\u00a0 anzugehen.\u00a0 Meine\u00a0 eigenen\u00a0 Ideen\u00a0 und Vorstellungen\u00a0 zu\u00a0 kommunizieren\u00a0 und\u00a0 dabei\u00a0 Kompromisse\u00a0 f\u00fcr\u00a0 dieses\u00a0 Team\u00a0 einzugehen\u00a0 ist wahrscheinlich\u00a0 die\u00a0 sch\u00f6nste\u00a0 und\u00a0 wichtigste\u00a0 Erkenntnis,\u00a0 die\u00a0 ich\u00a0 aus\u00a0 meiner\u00a0 Zeit\u00a0 bei\u00a0 A&B mitnehme.<\/p>","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,342721,356669,368865,653,58024],"tags":[368374,368717,12239,18499,368735,13885,58024],"class_list":["post-2291","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-berichte","category-laender","category-outgoing","category-praktikum","category-tuerkei","tag-kmw","tag-kulturschock","tag-networking","tag-organisatorisches","tag-pr-agentur","tag-projektarbeit","tag-tuerkei"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2291","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9117"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2291"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2291\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9419,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2291\/revisions\/9419"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3397"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2291"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2291"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/praxisschock\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2291"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}